Corona-News am Samstag Ski-Klassiker in Schweiz droht offenbar Absage

Ski-Rennen in Adelboden gelten als Highlights der Saison. Das am kommenden Wochenende steht nun auf der Kippe. Berlin sagt seinen Bürgerinnen und Bürgern Wahlfreiheit bei Impfstoff zu. Und: Großbritannien meldet mehr als 80.000 Tote. Der Überblick.
Impfzentrum im Berliner Velodrom

Impfzentrum im Berliner Velodrom

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PETER SCHNEIDER/EPA-EFE/Shutterstock

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Ski-Klassiker in der Schweiz droht offenbar Absage

23:17 Uhr: Wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen droht dem alpinen Ski-Klassiker in Wengen am nächsten Wochenende eine Absage. Das deutete der Herren-Rennchef Markus Waldner am Samstag in Adelboden an. Der Verantwortliche des Weltverbandes Fis sagte laut Medienberichten, dass in Wengen aktuell viele Covid-19-Fälle zu verzeichnen seien. Außerdem seien über Weihnachten englische Touristen in dem Ort gewesen, es bestehe also die Gefahr, dass das mutierte Coronavirus in der Schweiz auftreten könne. Das berichteten unter anderem die Nachrichtenagentur APA und die »Berner Zeitung«. Demnach soll an diesem Sonntag eine Entscheidung gefällt werden.

Grüne in der Coronakrise: Merkels Bodyguards

22.01 Uhr: Die Republik streitet über die Strategie der Impfstoffbeschaffung, aber die Grünen finden die Kritik unangemessen. Die Oppositionspartei keilt gegen die SPD und stellt sich an die Seite der Union – als seien sie bereits Koalitionspartner.

21.27 Uhr: Impfwillige in Berlin sollen laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) wählen können, mit welchem Impfstoff sie gegen Corona immunisiert werden wollen. »Der Bürger, die Bürgerin sollen die Freiheit haben, sich entscheiden zu können, mit welchen Impfstoff sie geimpft werden wollen«, sagte Kalayci am Samstag laut einem Bericht der RBB-Abendschau bei einem Probelauf in einem Impfzentrum. Die Verteilung der Impfstoffe sei nach den derzeitigen Planungen an die Impfzentren gekoppelt.

So werde in dem bereits geöffneten Impfzentrum in der Arena im Stadtteil Treptow der des Mainzer Unternehmen Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft. Im Erika-Hess-Eisstadion im Wedding, das am kommenden Donnerstag öffnen soll, solle der von Moderna verabreicht werden. Als nächstes könnte ein Zentrum mit dem Biontech-Impfstoff an der Messe folgen. Insgesamt plant Berlin sechs Impfzentren.

Kalaycis Aussage zur freien Wahlmöglichkeit der Vakzine kommt überraschend. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor gesagt, wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekomme, werde sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen können.

Eine solche Auswahl zu treffen, sei »im Moment und auch absehbar« nicht möglich, sagte Spahn in einer Online-Diskussionsrunde. »Das ist jetzt der Knappheit zu Beginn geschuldet.«

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Israels Premier erhält zweite Corona-Impfung

21 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat seine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Der 71-Jährige bekam die Spritze am Abend im Scheba-Krankenhaus bei Tel Aviv verabreicht. Dort wurde zeitgleich auch Israels Gesundheitsminister Juli Edelstein geimpft. Die Prozedur wurde auf dem Youtube-Kanal des Regierungschefs übertragen.

Netanyahu hatte die erste Spritze am 19. Dezember erhalten. Dies markierte den Auftakt der Impfkampagne in dem Land. Seither gelang es, mehr als 1,7 Millionen Menschen zu impfen. Die Regierung strebt an, bis Ende März alle Bewohner des Landes, die älter als 16 Jahre sind, zu impfen.

In Israel wurden im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Menschen gegen Corona geimpft wie in keinem anderen Land der Welt. Um den Anreiz der Impfungen weiter zu erhöhen, plant Israel Privilegien für Geimpfte. 

Mehr als 20.000 Neuinfektionen in Frankreich

20.20 Uhr: Das französische Gesundheitsministerium hat in den vergangenen 24 Stunden 20.177 neue Coronavirus-Infektionen registriert. Im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 starben 171 Personen.

Frankreich ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität das Land mit der weltweit fünfthöchsten Zahl an Corona-Infektionen. Nachdem die Zahl der Neuinfektionen infolge eines Lockdowns im Dezember deutlich zurückgegangen waren, wurden am Freitag erstmals wieder mehr als 40.000 tägliche Ansteckungen registriert.

Papst Franziskus ruft zu Impfungen auf

20 Uhr: Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus wahrzunehmen. »Man muss sich impfen lassen«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview gegenüber dem italienischen Fernsehsender Canale 5.

Papst Franziskus: mit Maske – und bald auch mit Impfung

Papst Franziskus: mit Maske – und bald auch mit Impfung

Foto: GUGLIELMO MANGIAPANE / REUTERS

Alles andere wäre eine »suizidale Verweigerung«, die er sich nicht erklären könne. Er selbst wolle sich in der kommenden Woche im Vatikan impfen lassen, sagte der 84-Jährige.

»Ich glaube, dass vom ethischen Standpunkt aus jeder geimpft werden sollte«, weil eine Infektion »die eigene Gesundheit, das eigene Leben, aber auch das Leben anderer in Gefahr bringt«, sagte Franziskus. Die Aussagen wurden vorab veröffentlicht, das vollständige Gespräch wird erst morgen ausgestrahlt.

Seit Beginn der Pandemie starben weltweit fast 1,9 Millionen Menschen an oder mit der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

Mehr als 80.000 Corona-Todesfälle in Großbritannien

19.40 Uhr: In Großbritannien sind inzwischen mehr als 80.868 Menschen gestorben, die sich in den vier Wochen zuvor nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Das geht aus offiziellen Regierungsdaten hervor. Die Zahl derer, bei denen die Krankheit Covid-19 auf dem Totenschein vermerkt wurde, liegt mit 82.624 sogar noch höher.

Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach Daten der Johns-Hopkins-Universität im Vereinigten Königreich seit Beginn der Pandemie infiziert, am Samstag kamen knapp 60 000 weitere Infektionen und 1035 neue Todesfälle hinzu.

Die zweite Pandemiewelle wütet in Großbritannien noch heftiger als die erste im Frühjahr des vergangenen Jahres. Verantwortlich dafür machen die Regierung und Experten unter anderem eine wohl ansteckendere Mutation des Coronavirus. Sie soll sich um bis zu 70 Prozent schneller ausbreiten als die bisher vorherrschende Variante.

CDU-Wirtschaftsrat fordert Steuererleichterungen für Corona-geschwächte Unternehmen

16.51 Uhr: Der Wirtschaftsrat der CDU hat die Bundesregierung aufgefordert, von Corona betroffenen Unternehmen zielgerichteter zu helfen. Dazu gehörten Anpassungen im Steuerrecht, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. So würde die Anhebung des Verlustrücktragsvolumens vor allem größeren Unternehmen helfen, die ihre Verluste dann weitestgehend verrechnen dürfen. Kleine und mittelständische Unternehmen würden stark von einem längeren Rücktragszeitraum von mindestens zwei Jahren profitieren.

»Zahlreiche Unternehmen stehen aufgrund der Corona-bedingten Liquiditätskrise vor einer existenzbedrohenden Situation«, warnte Steiger. Trotzdem zeigen sie sich solidarisch mit den Corona-bedingten Beschränkungen. Steiger kritisierte, Hilfen seien zu bürokratisch und kämen bei Unternehmen nicht an. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU beklagte ferner, dass Firmen im Kleingedruckten der Zugangsvoraussetzungen zu den Corona-Hilfen nachträglich mitgeteilt bekämen, dass sie keine Hilfen erhalten. Das müsse sofort korrigiert werden.

Italienische Schüler protestieren für Schulöffnungen

16.44 Uhr: Viele Schüler in Italien sind verärgert über die Bildungspolitik in der Coronakrise. Ursprünglich hatte die Regierung in Rom angekündigt, dass ab kommenden Montag landesweit die Hälfte der Schüler aus den höheren Jahrgängen wieder in die Schule darf. Die Lombardei und ein Großteil der übrigen Regionalregierungen entschieden nun jedoch, dass sie weiterhin zu Hause lernen müssen. Am Mailänder Dom versammelten sich am Freitagabend Dutzende Schüler und Lehrer, um gegen die Maßnahmen der Lombardei zu protestieren.

Die Wiederöffnung ist von Region zu Region unterschiedlich geplant. Latium mit der Hauptstadt Rom will die Schulen am 18. Januar für die älteren Schüler öffnen, Sizilien erst am 30. Januar. Eine der wenigen Ausnahmen will die Toskana sein. Die Corona-Zahlen der Region stimmten optimistisch, sagte Regionalpräsident Eugenio Giani der Zeitung »La Repubblica« (Samstag). Die Region wolle für die Wiederöffnung mehr Ordnungskräfte einsetzen, die unter anderem darauf achten sollen, dass Abstände eingehalten werden.

Seit der zweiten Corona-Welle in Italien mussten vor allem die älteren Schüler zu Hause bleiben. Im vergangenen Jahr häuften sich die Proteste landesweit, weil die Jungen und Mädchen wieder in die Klassen wollten. Zuletzt ging jedoch aus dem wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums hervor, dass sich die Pandemie wieder verschärfte. Bislang starben in Italien den Statistiken zufolge mehr als 77.900 Menschen mit Sars-CoV-2. Die Behörden registrierten fast 2,4 Millionen Corona-Infektionen.

Queen Elizabeth und Prinz Philip geimpft

Queen Elizabeth II. und ihr Mann, Prinz Philip, zählen wegen ihres hohen Alters zur Risikogruppe

Queen Elizabeth II. und ihr Mann, Prinz Philip, zählen wegen ihres hohen Alters zur Risikogruppe

Foto: Joe Giddens / dpa

16.16 Uhr: Die britische Königin Elizabeth II., 94, und ihr Mann Prinz Philip, 99, haben am Samstag eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Die beiden gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Lange Zeit hatten sie sich in der Pandemie auf Schloss Windsor zurückgezogen, bevor sich die Queen wieder zu wenigen Auftritten in der Öffentlichkeit zeigte. Auch die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel verbrachte das Paar wieder in Windsor. Auf ein Familientreffen mit anderen Royals verzichteten die beiden.

Bislang sind in Großbritannien nach Angaben der Regierung rund 1,5 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft worden. Das Tempo der Impfkampagne soll jedoch deutlich beschleunigt werden. Ziel ist es, bis Mitte Februar den besonders gefährdeten 15 Millionen Briten eine erste Impfung anzubieten.

Indiens Impfkampagne startet am 16. Januar

15.48 Uhr: In Indien soll am 16. Januar eine der weltweit größten Corona-Impfkampagnen beginnen. Zuerst sollen etwa 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden, wie das Gesundheitsministerium in Delhi am Samstag bekannt gab. Danach plant die Regierung rund 270 Millionen Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind, und Bürger unter 50 mit Begleiterkrankungen zu impfen.

Corona-Tests in Kalkutta, Indien

Corona-Tests in Kalkutta, Indien

Foto: Ved Prakash / imago images/Pacific Press Agency

Indien hatte am Sonntag erstmals zwei Corona-Impfstoffen eine Notfallzulassung erteilt: dem in Indien entwickelten Impfstoff Covaxin der Firma Bharat Biotech und dem des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca. Der AstraZeneca-Impfstoff soll für Indien und andere Märkte unter dem Namen Covishield von dem indischen Hersteller Serum Institute of India produziert werden.

Indien ist mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt nach China. Mehr als 10,4 Millionen Menschen haben sich dort, nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore, seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 150.000 Menschen starben in dem südasiatischen Land mit dem Virus.

Spahn: Impfstoff kann zunächst nicht frei gewählt werden

15.35 Uhr: Wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, kann sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit »im Moment und auch absehbar« nicht möglich, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Onlinediskussionsrunde.

Jens Spahn

Jens Spahn

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HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte, die beiden bislang in Europa zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna seien »äquivalent in Wirksamkeit und Sicherheit«. Es sei jetzt noch zu früh, um entsprechende Aussagen für andere Impfstoffe zu treffen, bei denen das Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19 zu gewährleisten, muss der Impfstoff nach Angaben der Experten zweimal verabreicht werden – mit einem Abstand von mindestens drei (bei Biontech) bis vier (Moderna) Wochen. Auf die Frage, ob es möglich wäre, einer Person Impfstoffe verschiedener Hersteller zu verabreichen, sagte Mertens, dies sei auch bei Impfstoffen, die auf einem gleichen Wirkprinzip basierten, »auf keinen Fall« möglich. Denn dazu gebe es bislang »null Daten«.

Laut Spahn wurden seit dem Impfstart in Deutschland Ende Dezember über eine halbe Million Menschen ein erstes Mal gegen Covid-19 geimpft. Kritikern, die über den schleppenden Start der Impfkampagne klagen und dies mit den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen verknüpfen, hielt er entgegen: »Das Impfen jetzt würde nicht den Lockdown jetzt unnötig gemacht haben.« Das zeige die Lage in Israel und Großbritannien, wo jeweils bereits ein größerer Anteil der Bevölkerung geimpft wurde.

Britische Experten erwarten weitere Verschlimmerung der Lage

15.15 Uhr: Nach der Ausrufung des Katastrophenfalls in London wegen der hohen Auslastung der Krankenhäuser rechnen Experten in Großbritannien mit einer weiteren Verschärfung der Lage. Simon Walsh vom britischen Ärzteverband British Medical Association (BMA) sagte im BBC-Fernsehen, er erwarte einen weiteren Anstieg der Zahlen, bevor sie wieder zurückgingen. Das ergebe eine Analyse der ersten Pandemiewelle im Frühjahr vergangenen Jahres.

Großbritannien hatte am Freitag mit mehr als 68.000 neuen Corona-Infektionen und 1325 gemeldeten Todesfällen innerhalb von 24 Stunden gleich zwei traurige Rekorde verzeichnet. Besonders schlimm ist die Lage in London, wo Bürgermeister Sadiq Khan einen Katastrophenfall ausrief. Die Krankenhäuser dort sind Berichten zufolge am Anschlag. Die Bedrohung, die das Coronavirus für die Stadt darstelle, sei an einem kritischen Punkt, sagte Khan einer Mitteilung zufolge. »Wenn wir nicht unverzüglich handeln, könnte unser NHS (Gesundheitsdienst) überwältigt werden, und mehr Menschen werden sterben.«

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der britischen Hauptstadt liegt inzwischen bei mehr als 1000. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gemeint. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten in London sei allein in der ersten Januarwoche um knapp ein Drittel, die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, um mehr als 40 Prozent gestiegen, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters. Zu Hilfe kamen dem Gesundheitsdienst unter anderem Hunderte Feuerwehrleute, die als Fahrer von Krankenwagen eingesetzt wurden.

Verantwortlich für die rasche Ausbreitung des Virus machen die Regierung und Experten dafür auch eine neue, womöglich ansteckendere Variante. Sie soll sich um bis zu 70 Prozent schneller ausbreiten als die bisher vorherrschende Virusvariante.

Österreich stellt fünf Millionen Schnelltests für Schüler bereit

14.52 Uhr: Österreich will Schülern zur Wiederöffnung der Schulen wöchentlich einfach anwendbare Corona-Schnelltests anbieten. Testen sei »letztlich die einzige Antwort, um über die schwierige Phase bis zur Durchimpfung zu kommen«, sagte der österreichische Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Samstag in Wien. Insgesamt fünf Millionen Antigen-Tests sollen dafür an die Schulen verteilt werden.

Die Tests können von den Schülern selbst unter Anleitung von Erwachsenen angewendet werden. Die Stäbchen müssen etwa ein bis zwei Zentimeter in die Nase eingeführt werden. Das sei so einfach wie Nasenbohren, hieß es in einem Video mit Anleitung, das am Samstag gezeigt wurde. Eltern von Grundschülern sollen ihren Kindern einmal pro Woche montags zu Hause beim Testen helfen. Bei älteren Schülern könnten die Tests zu Hause oder in der Schule vorgenommen werden.

Die Selbsttests sollen für die Schüler kostenlos und freiwillig sein. Das Vorgehen gebe die Möglichkeit, die Schulen zu öffnen und auch offen zu halten, sagte Faßmann. Ob die Schulen in Österreich, wie ursprünglich geplant, am 18. Januar wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren, soll nächste Woche geklärt werden. Der Lockdown in Österreich ist zunächst bis zum 24. Januar geplant. Am Freitag hatte Deutschlands Nachbarland fast 2300 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag mit 161 je 100.000 Einwohner etwas höher als in Deutschland (136,5).

Mehr als 500.000 Italiener bereits geimpft

14.42 Uhr: Italien hat die Schwelle von einer halben Million Corona-Impfungen überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurden landesweit knapp 505.000 Impfdosen an rund 290 Standorten gespritzt. Das Personal im Gesundheitsbereich bekam demnach die meisten Impfungen.

Die süditalienische Region Kampanien mit der Hauptstadt Neapel verabreichte mit etwa 75 Prozent die meisten ihr zur Verfügung gestellten Dosen. Nach absoluten Zahlen wurden in der Region Latium mit Rom die meisten Spritzen verabreicht (rund 56.300). Rund 60 Prozent der Geimpften waren Frauen. Seit Ende Dezember hat Italien knapp 918.500 Impfdosen erhalten. »Ich denke, wir sind noch am Anfang und die Dosen, die wir zur Verfügung haben, sind noch klar begrenzt«, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag.

Südafrikanische Virusvariante auch in Isreal nachgewiesen

14.35 Uhr: In Israel sind erste Infektionen mit der in Südafrika aufgetretenen Coronavirusvariante nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, handelt es sich um vier Fälle. Es seien zwei Infektionsketten festgestellt worden. Ein Test sei bei einer eingereisten Person positiv gewesen, zudem sei eine Familie positiv auf die Variante getestet worden, die sich bei einem Eingereisten angesteckt habe.

Die Einreise aus Südafrika nach Israel ist nur in Ausnahmefällen möglich, seit Freitag gelten hierfür verschärfte Quarantänebestimmungen. Israel steckt inmitten einer dritten Corona-Welle mit hohen Infektionszahlen. Seit Freitag gilt erneut ein landesweiter, harter Lockdown. Parallel dazu läuft eine massive Impfkampagne.

Die Palästinenser warten derweil weiter auf einen Impfstoff. Es gebe noch keinen Termin für die Lieferung von Dosen, teilte Gesundheitsministerin Mai Al-Kaileh mit. Präparate würden aber wahrscheinlich im Laufe des ersten Quartals eintreffen. Mit der Produktion seien vier Hersteller beauftragt worden. Deren Impfstoffe würden für 70 Prozent der Bevölkerung reichen, weitere 20 Prozent würden über die Weltgesundheitsorganisation zur Verfügung gestellt.

Nach zahlreichen Corona-Infektionen waren zuletzt im Westjordanland Ausgangsbeschränkungen eingeführt worden. Der Ministerin zufolge gelang es, die Zahl der neuen Fälle zu senken. Es seien aber weiterhin Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Touristenandrang in Thüringen »im Rahmen«

13.13 Uhr: Die Winterlandschaft im Thüringer Wald hat auch am Samstag wieder zahlreiche Ausflügler in den Schnee gelockt. Die Parkplätze etwa rund um Siegmundsburg, Ilmenau oder Masserberg waren schon bis Samstagmittag gut gefüllt. Der befürchtete Ansturm blieb aber bislang aus – die Polizei sprach von einer normalen Lage. »Es ist bisher alles im Rahmen«, sagte eine Sprecherin der Polizei in Sonneberg.

In den Wintersportorten entlang des Rennsteigs gibt es an diesem Wochenende verstärkte Kontrollen an den Parkplätzen und Straßen, um chaotische Zustände zu verhindern. Die Orte im Thüringer Wald waren in den Tagen zuvor von Ausflüglern teils überrannt worden.

Oberhof, wo gerade der Biathlon-Weltcup ohne Zuschauer ausgetragen wird, ist daher seit Freitag für Tagestouristen gesperrt. Die öffentlichen Parkplätze sind für Ausflügler nicht zugänglich und die Polizei reguliert die Zufahrt zur Stadt. In der Rhön oder in Neuhaus am Rennweg wurden öffentliche Parkplätze gesperrt, um so die Zahl der Tagestouristen zu begrenzen.

Foto: KH / imago images/Karina Hessland

Im Thüringer Wald liegen nach Angaben des Regionalverbunds Thüringer Wald teils bis zu 40 Zentimeter Schnee. Für Langläufer sind 44 Loipen präpariert. Zudem sind 28 Rodelhänge befahrbar. Skilifte und Gastronomie sind aber pandemiebedingt geschlossen.

Elsass zieht Ausgangssperre auf 18 Uhr vor

13.02 Uhr: Im Elsass gilt ab Sonntag wegen des Coronavirus eine verschärfte abendliche Ausgangssperre. In den an Deutschland grenzenden französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin wird das sogenannte couvre-feu auf 18 Uhr vorgezogen. Die Corona-Lage in dem Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg gebe Anlass zu großer Sorge, teilte die zuständige Präfektur am Samstag mit. Daher werde die Ausgangssperre von 20 auf 18 Uhr vorverlegt. Ähnlich äußerte sich das Département Haut-Rhin.

Die Menschen dürfen zu dieser Zeit weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen. Spaziergänge, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft sind aber untersagt. Bereits seit Anfang Januar gilt diese Regelung auch in dem an Deutschland grenzenden Département Moselle.

Die Ausgangssperre ab 18 Uhr gilt in besonders schwer von der Pandemie getroffen Regionen vor allem im Osten und Süden Frankreichs. Im restlichen Teil des Landes, darunter auch Paris, gilt eine abendliche Ausgangssperre ab 20 Uhr.

Söder will Lockdown »verlängern« und »vertiefen«

12.36 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. «Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einige Stellen auch noch vertiefen», sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40.000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. «Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz.» Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. «Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe.»

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. «Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch.» Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. «Aber wird sind im Januar.»

Brigitte Macron an Weihnachten positiv getestet

12.18 Uhr: Frankreichs First Lady Brigitte Macron ist an Weihnachten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 67-Jährige habe am 24. Dezember ein positives Testergebnis erhalten, teilte ihr Büro der Deutschen Presse-Agentur am Samstag mit. Ihr Ehemann, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, war eine Woche zuvor Mitte Dezember positiv getestet worden. Brigitte Macron wurde danach als Kontaktfall eingestuft. Sechs Tage nach Weihnachten sei ihr Testergebnis dann negativ gewesen, so das Büro weiter.

Emmanuel Macron litt nach seiner Infektion mit dem Coronavirus unter Husten, Fieber und Müdigkeit. Er hatte sich zunächst in der Präsidentenresidenz La Lanterne isoliert. Brigitte Macron wurde damals negativ getestet und blieb im Pariser Élysée-Palast. Nach Ende einer siebentägigen Isolierung konnte Macron dann vor Weihnachten die Residenz am Rande des Schlossparks von Versailles wieder verlassen. Das Ehepaar reise zur Urlaubsresidenz Fort de Brégançon am Mittelmeer.

Medienberichten nach litt Brigitte Macron nicht unter schweren Symptomen. Während die Erkrankung der First Lady erst jetzt bekannt wurde, kommunizierte der Élysée-Palast damals regelmäßig über den Gesundheitszustand des Präsidenten.

Trotz Corona-Pandemie: Flughäfen in Russland überfüllt

12.12 Uhr: Inmitten der Corona-Pandemie ist es an mindestens zwei Flughäfen in Russland zu einem regelrechten Ansturm von Flugreisenden gekommen. Fotos und Videos zeigten während der Neujahrsferien lange Warteschlangen in und vor den Terminals bei Sotschi im Süden und Murmansk hoch im Norden des Landes.

Die Flughäfen hätten das hohe Passagieraufkommen nicht bewältigen können, berichtete der Radiosender Echo Moskwy am Samstag. Die Maschinen seien teilweise erheblich verspätet gestartet. Auf Bildern waren viele Menschen dicht gedrängt teils ohne Mund-Nasen-Schutz zu sehen.

»Es ist stickig in den Terminals, und die vielen Menschen haben einfach nicht genug Platz«, schrieb ein Flugreisender in sozialen Netzwerken über den Flughafen in Sotschi. Ein Passagier in Murmansk notierte: »Wir haben bei Frost zehn Minuten warten müssen, um überhaupt den Flughafen betreten zu können.« Es habe nicht genügend Personal zum Abfertigen der Passagiere gegeben. In Murmansk leitete die Staatsanwaltschaft laut Agentur Interfax eine Untersuchung ein.

Am Samstag meldeten die russischen Behörden landesweit 23.300 Corona-Neuinfektionen – deutlich weniger als zu Beginn der Neujahrsfeiertage vor mehr als einer Woche. Mehr als 3,3 Millionen Menschen in Russland haben sich seit Beginn der Pandemie im Frühjahr nach offiziellen Angaben infiziert. Mehr als 61.300 starben demnach mit dem Virus.

In den vergangenen Tagen kehrten viele Russen von Urlauben oder Besuchen bei der Familie zurück in ihre Wohnorte. Neujahr ist ein wichtiges Familienfest in Russland. Die Hafenstadt St. Petersburg hatte Touristen vorher aufgerufen, wegen der hohen Corona-Zahlen die Stadt diesmal nicht zu besuchen.

Iran verbietet Impfstofftests internationaler Firmen

12.06 Uhr: Nach dem Importverbot für Impfstoff aus den USA und Großbritannien hat Iran weitere Beschränkungen bekannt gegeben. Internationale Firmen dürften im Land keine Impfstoffe testen, erklärte Präsident Hassan Ruhani in einer Fernsehansprache. »Ausländische Firmen wollten uns Impfstoffe geben, damit sie an den Iranern getestet werden.« Aber das Gesundheitsministerium habe das untersagt. »Unser Volk wird kein Testgerät für Unternehmen sein, die Impfstoffe produzieren.« Iran werde im Ausland sichere Impfstoffe kaufen. Details nannte Ruhani nicht.

Merkel sieht »schwierigste Phase der Pandemie« bevorstehen

11.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem ersten Video-Podcast des Jahres die Corona-Situation im Land adressiert. »Diese nächsten Winterwochen sind die wohl schwierigste Phase der Pandemie«, sagte Merkel. Krankenhäuser arbeiteten an der Grenze zur Überlastung, in den aktuellen Infektionszahlen seien zudem die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht abgebildet. Ziel müsse ein Zustand wie im Sommer und im frühen Herbst sein, der es ermögliche, jede Neuinfektion einzeln nachzuverfolgen und Infektionsketten zu unterbrechen.

Um eine Inzidenz von 50 Corona-Fällen pro 100.000 Menschen in sieben Tagen oder niedriger zu erreichen, sei die beschlossene Verlängerung und Verschärfung der geltenden Corona-Maßnahmen bis zum 31. Januar notwendig. Die damit einhergehende Einschränkung des Bewegungsradius in Risikogebieten ab einer Inzidenz von 200 nannte Merkel »hart«, aber »auch zwingend erforderlich«.

Hoffnung machte Merkel bezüglich des schleppend verlaufenden Impfstarts in Deutschland: »Das Tempo wird zunehmen.« Man werde »jedem, der das möchte, ein Impfangebot machen können«, sagte Merkel. Den Zeitrahmen hierfür ließ sie jedoch offen. Für die kommenden Wochen käme es weiter vorrangig auf »Besonnenheit« und »Rücksicht aufeinander« an.

Handball-WM: Weltverband erwägt Zuschauerausschluss nach Spielerkritik

09.55 Uhr: Nach Kritik aus Spielerkreisen an der geplanten Zulassung von Fans bei der Handball-WM in Ägypten wird sich der Weltverband (IHF) noch einmal mit dem Thema beschäftigen. Die Zuschauerfrage werde am Sonntag mit dem ägyptischen Premierminister und Vertretern des Gesundheitsministeriums diskutiert, teilte die IHF auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Das Turnier (13. bis 31. Januar) beginnt in der kommenden Woche.

Das Spitzentreffen und die erneute Bewertung der Lage sei ohnehin geplant gewesen. Es gebe eine »kontinuierliche Evaluierung der Gesundheitssituation in Ägypten« durch die Behörden.

Die IHF habe nun »die Bedenken hinsichtlich der Zuschauer bei der WM zur Kenntnis genommen« und respektiere sie: »Das Schreiben, das in dieser Angelegenheit von der European Handball Players Union gesendet worden ist, wird im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden.«

14 Kapitäne der europäischen Topnationen, darunter auch Uwe Gensheimer, hatten in einem gemeinsamen Brief an den IHF-Präsidenten Hassan Moustafa gefordert, keine Zuschauer zu den WM-Spielen zuzulassen. Man sei »äußerst besorgt über die Corona-Situation«, dieses Gefühl habe »aufgrund der jüngsten Eskalation in den europäischen Ländern zugenommen«.

Die IHF hatte noch unter der Woche bekräftigt, die vier WM-Hallen bis zu 20 Prozent mit Zuschauern zu füllen. Damit wurde die Hallenkapazität etwas reduziert, zuvor war von einer 30-prozentigen Auslastung die Rede gewesen.

Göring-Eckhardt fordert mehr Engagement für Unterricht während des Lockdowns

8.24 Uhr: Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat kreative Lösungen für den Schulunterricht in der Corona-Pandemie gefordert. »Warum sollen geschlossene Museen und leere Theatersäle nicht für den Unterricht genutzt werden? Warum holt man nicht das Technische Hilfswerk und Messebauer in die Schulen, um Luftfilter einzubauen?«, fragte Göring-Eckardt im Interview der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Sie schlug auch vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihre interaktiven Bildungsangebote ausbauen. Ganz normaler Unterricht werde an vielen Orten noch lange nicht möglich sein. »Daher müssen wir andere, kreative Lösungen finden«, betonte die Fraktionschefin.

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

RKI: 24.694 Neuinfektionen in Deutschland

5.45 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 24.694 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1083 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 153,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Biden kritisiert US-Impfkampagne scharf

5.12 Uhr: In den USA ist ein neuer Höchststand bei der Zahl der Corona-Infektionen verzeichnet worden. Wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-University vom Freitagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden fast 290.000 neue Ansteckungen ermittelt. Mehr als 3670 Menschen in den USA starben im selben Zeitraum im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Seit Pandemiebeginn infizierten sich in den Vereinigten Staaten nachweislich mehr als 21,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 368.000 von ihnen starben. Am Donnerstag hatten die US-Behörden eine Rekordzahl von 4000 Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. Etwa 131.000 Corona-Infizierte werden derzeit in US-Krankenhäusern behandelt.

Mitte Dezember hatten in den USA die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Der gewählte US-Präsident Joe Biden kritisierte die Umsetzung der Impfkampagne am Freitag scharf. »Impfstoffe geben uns Hoffnung, aber die Umsetzung ist ein Hohn«, sagte er vor Journalisten in seiner Heimatstadt Wilmington. Er forderte eine deutliche Beschleunigung der Impfungen. Die Verteilung der Dosen sei »die größte logistische Herausforderung, der wir als Nation je gegenüberstehen werden«, sagte Biden.

Die US-Behörden hatten als Ziel ausgegeben, bis Ende Dezember 20 Millionen US-Bürger gegen das Coronavirus zu impfen. Tatsächlich wurden bisher nur sechs Millionen Menschen in den USA gegen das Coronavirus geimpft. Zugelassen sind in dem Land der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sowie das Vakzin des US-Unternehmens Moderna.

Virologe kritisiert Medikamentenstrategie in Großbritannien

5.00 Uhr: Der Experte für die Behandlung von Covid-19-Patienten, Stefan Kluge, hat Zweifel an der Entscheidung Großbritanniens, neue Medikamente gegen die Krankheit einzusetzen. »Das überrascht mich schon ein bisschen, dass der britische Premierminister den Einsatz der Medikamente schon empfiehlt«, sagte der Intensivmediziner, der in Deutschland die Leitlinien für die stationäre Behandlung von Covid-Patienten mitentwickelt hat. Premier Boris Johnson hatte zuvor angekündigt, der britische Gesundheitsdienst NHS werde ab sofort die Medikamente Tocilizumab und Sarilumab gegen Covid-19 einsetzen. Diese kommen normalerweise bei rheumatischer Arthritis zum Einsatz.

Johnson hatte sich auf Versuchsdaten bezogen, denen zufolge die Todesrate von Covid-19-Patienten mit den Medikamenten signifikant gesenkt sowie ihre Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzt werden könne. »Das Problem an der Studie ist, dass sie noch nicht richtig begutachtet und in einer medizinischen Fachzeitschrift publiziert ist«, sagte Kluge, der am Uniklinikum in Hamburg-Eppendorf die Intensivmedizin leitet. Sie sei zwar wohl methodisch solide, habe allerdings nur recht kleine Fallzahlen an Patienten untersucht. »Außerdem gibt es andere Studien, die diese Effekte so nicht finden konnten. Man hat also widersprüchliche Studienergebnisse. Das macht einen ein bisschen skeptisch.«

Experte sagt Verlängerung des Lockdowns voraus

4.22 Uhr: Der Chefvirologe am Heidelberger Uniklinikum, Hans-Georg Kräusslich, rechnet mit einer Fortsetzung des verschärften Corona-Lockdowns über Ende Januar hinaus. Er halte es für »extrem unwahrscheinlich, dass Ende Januar die Einschränkungen weitgehend oder vollständig aufgehoben werden«, sagte Kräusslich der Rhein-Neckar-Zeitung. Zu erwarten sei, dass der »Sommereffekt und die Impfkampagne ab Mitte des Jahres die Wende« im Infektionsgeschehen bringen könnten.

Kräusslich wies auf die »sehr bedrohliche« Situation in den Kliniken und auf den Intensivstationen vor den Feiertagen hin. Um die Zahl der Neuansteckungen zu reduzieren, seien Kontaktbeschränkungen nötig. Daran hielten sich auch viele Menschen. »Aber eben viele auch nicht, wie zuletzt an den Feiertagen an Ausflugsorten, Ski- und Rodelbahnen gesehen.«

China meldet Rekord-Impfzahlen

4.04 Uhr: Die Volksrepublik China hat offiziellen Angaben zufolge bislang mehr als neun Millionen Einheiten Corona-Vakzine verimpft. Die Impfung sei trotz Herstellungs- und Transportkosten für Einzelpersonen kostenfrei, sobald sie für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen werde, sagt Zheng Zhongwei von der nationalen Gesundheitskommission.

Impfexperte fordert globales Überwachungsnetzwerk gegen Coronavirus

3.59 Uhr: Die Entwicklung der beiden zunächst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Coronavirus-Varianten verdeutlicht Experten zufolge, dass die Überwachung des Erregers dringend ausgebaut werden muss. Die Varianten seien als »Weckruf« zu sehen, sagte Andreas Bergthaler vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die Systeme zur Erkennung müssten ausgebaut und koordiniert werden. »Wir dürfen uns nicht in der falschen Sicherheit wähnen, dass wir mit den Impfstoffen schon am Ende des Marathons angekommen sind.«

Wünschenswert sei zur Überwachung von Sars-CoV-2 ein globales Netzwerk von Laboren ähnlich wie bei der Grippe, deren Erreger sich ebenfalls stetig verändere, sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Bisher sei man von einem solchen koordinierten Ansatz noch weit entfernt.

Bei den Varianten B.1.1.7 und 501Y.V2 gebe es eine »bemerkenswerte Konstellation vieler Mutationen«, erklärte er. Sie seien unabhängig voneinander und schon vor längerer Zeit entstanden – dass sie ausgerechnet in Großbritannien und Südafrika bemerkt wurden, sei nicht überraschend: »Beide Ländern sequenzieren vergleichsweise viel.«

Noch sei nicht klar, wie viel ansteckender die Varianten seien, sagte Isabella Eckerle von der Abteilung für Infektionskrankheiten der Universität Genf. Dass es Großbritannien auch mit Lockdown-Maßnahmen nicht gelungen sei, die Ansteckungsrate deutlich zu senken, lasse aber bei B.1.1.7 Arges auch für andere Länder befürchten: »Wenn sie sich durchsetzt, hätten wir ein Problem.«

Fast 53.000 Neuinfektionen in Brasilien

3.08 Uhr: In Brasilien haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als acht Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Freitagabend (Ortszeit) hervor. Demnach wurden 52.035 neue Infektionen registriert, die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf 8.013.708. Am Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Toten in Brasilien die Marke von 200.000 überschritten.

Nur in den USA wurden bislang mehr Tote registriert, nach den USA und Indien verzeichnet das größte Land in Lateinamerika die meisten Infektionen. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland. Die Zahlen der Todesfälle und der Neuinfektionen waren zwischenzeitlich zurückgegangen und Corona-Maßnahmen gelockert worden.

Deutsches Handwerk fordert schnellere Staatshilfe

2.33 Uhr: Das deutsche Handwerk appelliert an die Bundesregierung, die Staatshilfen für Betriebe in der Coronakrise schneller auszuzahlen, nochmals zu erhöhen und weiter zu entbürokratisieren. »Das Geld aus den November-, Dezemberhilfen und der Überbrückungshilfe III muss endlich fließen, und zwar nach Vorschriften, die nachvollziehbar und eindeutig sind«, sagt Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der »Rheinischen Post«. Die Abschlagszahlungen seien zwar von 10.000 auf maximal 50.000 Euro pro Antrag erhöht worden. »Aber sie bleiben auf höchstens 50 Prozent des insgesamt beantragten Zuschusses begrenzt. Das reicht in sehr vielen Fällen nicht aus – auch deshalb nicht, weil die gesamte Novemberhilfe erst ab dem 10. Januar ausgezahlt werden soll«.

Lauterbach gegen Wahlmöglichkeit beim Impfstoff

2.01 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für nicht machbar, bei mehreren verfügbaren Impfstoffen den Menschen künftig eine Wahl zu ermöglichen. »Wenn nun mehr Impfstoffe verfügbar werden, ist es schlicht nicht organisierbar, dass die Menschen zwischen den Impfstoffen wählen können«, sagte Lauterbach der »Rheinischen Post«. Es dürfe keinen Streit über bessere oder schlechtere Impfstoffe geben. Alle von der europäischen Behörde EMA zugelassenen Impfstoffe seien sicher und wirksam. »Alle verhindern, zumindest nach derzeitigem Wissensstand, dass der Geimpfte an Covid-19 sterben kann«, sagt Lauterbach. Am kommenden Dienstag wird mit der Lieferung des Moderna-Impfstoffs an die Bundesländer gerechnet. Neben dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist es der zweite zugelassene Impfstoff. In Kürze könnte zudem der Hersteller AstraZeneca die EU-Zulassung seines Impfstoffs beantragen.

Europäer wollen an gemeinsamer Impfstoffstrategie festhalten

0.34 Uhr: Deutschland, Frankreich und die Europäische Union wollen nach Angaben der Regierung in Paris an der europäischen Impfstoffbeschaffungsstrategie festhalten. Eine europäische Koordination müsse es sowohl bei den Impfstoffbestellungen als auch mit Blick auf die Impfstoffproduktion in Europa geben, erklärte der Élysée-Palast am Freitag nach Telefonaten von Präsident Emmanuel Macron mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Macron und Merkel seien sich in ihrer Entschlossenheit einig, die Impfstoffstrategie »innerhalb eines europäischen Rahmens und auf der Grundlage eines robusten und fairen Verteilungsmechanismus« weiterzuverfolgen, erklärte die französische Präsidentschaft weiter. Diese Sichtweise vertrete auch die EU-Kommissionschefin.

An der EU-Strategie zur Impfstoffbeschaffung hatte es in Deutschland zuletzt massive Kritik gegeben. Unter anderem aus der SPD gab es Vorwürfe, wonach im vergangenen Jahr zu wenig Impfstoff bei den Firmen Biontech und Pfizer bestellt worden sei. Am Freitag teilte von der Leyen mit, dass die EU ihre Bestellung der Vakzine von Biontech und Pfizer von 300 Millionen auf 600 Millionen Dosen aufgestockt habe.

Lauterbach rechnet mit zähem Impffortschritt trotz Nachbestellung

0.10 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach glaubt einem Zeitungsbericht zufolge nicht, dass sich die Impfsituation in Deutschland durch die Nachbestellung von 300 Millionen BioNTech-Impfstoff-Dosen durch die Europäische Union gravierend ändern werde. Er gehe davon aus, »dass wir erst im dritten Quartal jedem ein Impfstoffangebot machen können, weil wir bis dahin nicht genügend Impfstoff haben werden«, berichtet die Zeitung »Bild«. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Mittwoch erklärt, dass es bis zum Sommer ein Impfangebot für alle Interessierten in Deutschland gebe. »Hätte man die gleichen 300 Millionen Impfdosen schon vor sechs Monaten bestellt (…), wäre die Produktionskapazität jetzt sehr wahrscheinlich schon aufgebaut.« Im vergangenen Jahr schlug die EU ein BioNTech-Angebot zum Kauf von 400 bis 500 Millionen Impfdosen aus und kaufte nur eine geringere Menge.


fek/mik/cev//Reuters/dpa/afp/sid
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