+++ Corona-News am Dienstag +++ EU-Staaten wollen Impfstart koordinieren

Acht EU-Staaten wollen den Beginn der Corona-Impfungen untereinander abstimmen, offenbar gibt es aber bereits Pläne für einen EU-weiten Start. Und: USA genehmigen rezeptfreien Corona-Schnelltest für Privatgebrauch. Der Überblick
Die Corona-Impfkampagne soll offenbar zeitgleich in allen EU-Ländern starten, der Termin ist noch unklar

Die Corona-Impfkampagne soll offenbar zeitgleich in allen EU-Ländern starten, der Termin ist noch unklar

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Ute Grabowsky/ photothek/ imago images

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Sachsen soll Abriegelung von Corona-Hotspots erwägen

23.11 Uhr: Sachsen prüft nach Medienberichten drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der weiter steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen. Nach Angaben von »Bild«  und »Freie Presse«  erwägt die Landesregierung, Kommunen mit einer besonders angespannten Corona-Lage von der Außenwelt abzuriegeln. Zudem könnten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. Die Einwohner dürften nach diesen Berichten dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters und auf dem kürzesten Weg einkaufen gehen.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber sagte zu diesen Berichten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend: »Die Situation ist angespannt, und viele Menschen machen sich große Sorgen. Es gibt aktuell keinen konkreten Beschluss für weitere Maßnahmen.« Die Staatsregierung habe nichts entschieden, was ad hoc gelte und was die Menschen überfordere. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck daran, das Infektionsgeschehen einzudämmen. »Das beinhaltet natürlich auch Szenarien, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung zu stoppen und die Zahlen weiter explodieren«, sagte er, ohne konkret zu werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag gesagt, derzeit sei die pandemische Situation in Sachsen nicht im Griff. Er sprach von einer »extrem angespannten Situation«.

Der Wert der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche klettert weiter nach oben. Er lag am Mittwoch erstmals über 400. Das ist mit Abstand der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer.

USA genehmigen rezeptfreien Corona-Schnelltest für Privatgebrauch

22.06 Uhr: Die USA haben einen ersten rezeptfreien Corona-Schnelltest für den Privatgebrauch zu Hause genehmigt. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte am Dienstag eine Notfallzulassung für den Schnelltest des Herstellers Ellume, der binnen 20 Minuten ein Ergebnis liefern soll. Ellume will allein im kommenden Januar drei Millionen der Tests mit einem Stückpreis von rund 30 Dollar (25 Euro) herstellen.

FDA-Chef Stephen Hahn sprach von einem »Meilenstein« bei der Diagnose der durch das Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19. »Mit der Zulassung eines rezeptfreien Tests, kann er (der Test) an Orten wie Drogeriemärkten verkauft werden. Patienten können ihn kaufen, einen Abstrich in ihrer Nase nehmen, den Test anwenden und in nur 20 Minuten ein Ergebnis haben.« Dadurch hätten die US-Bürger mehr Test-Optionen. Außerdem würden Labors entlastet.

Bei dem Ellume-Schnelltest handelt es sich um einen sogenannten Antigen-Test, der deutlich günstiger ist als die herkömmlichen PCR-Tests, allerdings auch etwas weniger genau. Nach Angaben der FDA erkennt der Test bei Menschen mit Krankheitssymptomen 96 Prozent der positiven Fälle korrekt und 100 Prozent der negativen Fälle. Bei Patienten ohne Symptome sind es demnach 91 beziehungsweise 96 Prozent.

Bereits Mitte November hatte die FDA eine Notfallzulassung für einen Schnelltest für zu Hause erteilt, der allerdings rezeptpflichtig ist.

Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl an registrierten Ansteckungen und Todesfällen weltweit. Täglich kommen mehr als 200.000 neue Fälle hinzu, an einigen Tagen wurden bereits mehr als 3000 Todesfälle registriert.

Feiern zu Bidens Amtseinführung größtenteils virtuell

21.37 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie sollen große Teile der Vereidigungsfeiern von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten virtuell stattfinden. Biden werde den eigentlichen Eid am 20. Januar auf den Stufen des Kapitols ablegen, teilt das zuständige Komitee mit. Die Feier und die traditionelle Parade im Anschluss würden jedoch abgeändert. Das Komitee ruft dazu auf, dieses Mal nicht für die Zeremonie nach Washington zu reisen.

Virologin Ciesek über Riechtest: »Natürlich sehr unsicher«

19.15 Uhr: Die Virologin Sandra Ciesek findet die Idee eines Geruchstests zum Erkennen einer Corona-Infektion »gar nicht schlecht«. Das sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt im NDR-Podcast »Coronavirus-Update« . Sie habe ihn zusammen mit ihrem Berliner Kollegen Christian Drosten auch schon selbst ausprobiert.

Der Test funktioniert ähnlich wie Duftproben zum Rubbeln von Parfümherstellern. Der Proband muss eine App herunterladen, die ihm anzeigt, welches Feld er frei rubbeln soll. Danach muss er eintragen, was er riecht. Der Test weise nicht die Erkrankung selbst nach, sondern nur ein Symptom, betonte Ciesek – den Verlust des Geruchssinns, von dem aber immerhin rund 80 Prozent der Infizierten berichteten.

Der Test sei billig, einfach, leicht zu verteilen, tue nicht weh »und schadet nichts«, sagte Ciesek, »aber man muss auch sagen, dass das natürlich sehr unsicher ist.« Der Test könnte eine Ergänzung sein, um Infizierte frühzeitig herauszufiltern. Wenn Menschen dieses Symptom bemerkten, könnten sie sich isolieren und einen aussagekräftigeren Test machen lassen.

Polizisten bei Corona-Protesten in Kiew verletzt

18.53 Uhr: Etwa 40 Polizisten sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew offiziellen Angaben zufolge bei Protesten wütender Kleinunternehmer verletzt worden. Die Geschäftsleute demonstrierten gegen die für Anfang 2021 wegen der Corona-Pandemie geplanten stärkeren Quarantänemaßnahmen.

Sie bewarfen die weitgehend passiven Sicherheitskräfte mit Gegenständen, wie auf Videos zu sehen war. Die Polizei versuchte, das Aufstellen von Zelten auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew zu verhindern. Bei Rangeleien gab es Dutzende Verletzte in den Reihen der Sicherheitskräfte.

Die Proteste dauern bereits seit mehreren Wochen an, eskalierten nun aber. Über Verletzte unter den Geschäftsleuten ist bislang nichts bekannt. Die Proteste richteten sich auch gegen eine von der Regierung geplante Pflicht zur Einführung von Registrierungskassen.

Die Unternehmer halten die Kosten für den Betrieb und die Ausgabe von Kassenbelegen für zu hoch. Die Regierung hingegen will durch das Belegsystem Steuerbetrug verhindern. Die Regelung war auf Druck der Demonstranten bereits um ein Jahr auf Anfang 2022 verschoben worden. Die Kleinunternehmer kritisieren zudem weitere Änderungen, durch die sie ihre Geschäfte gestört sehen.

Union veranstaltet digitale Weihnachtsfeier

18.18 Uhr: Die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU feiern per Schaltkonferenz eine Weihnachtsfeier. Erstmals in der Geschichte der Unionsfraktion werde es am Abend eine digitale Weihnachtsfeier geben, kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) vor einer ebenfalls virtuellen Sitzung der Fraktion an.

»Wir arbeiten mit Lebkuchen, und nicht mit Gänsekeulen. Und mit Christstollen«, sagte Brinkhaus auf die Frage, wie man sich eine solche Feier den vorzustellen habe. »Da muss sich das jeder dann irgendwie selber aufschneiden vor dem Schirm.«

Die virtuelle Weihnachtsfeier habe auch einen ernsten Hintergrund, sagte der Fraktionschef. Es gebe viele Menschen im Land, die Weihnachten in diesem Jahr nicht so feiern könnten, wie dies üblich sei. Er habe von vielen Menschen gehört, dass sie digital improvisieren würden – und beispielsweise jeweils zu Hause das Gleiche kochen und dann bei einer Schalte digital gemeinsam essen. »Ich finde das ganz klasse, wie viel Kreativität momentan in dem Land ist. Dass keiner alleine zu Hause bleibt und dass keiner Weihnachten vereinsamt.«

Polizei sucht vermisste Seniorin mit Corona-Infektion

17.55 Uhr: Die Polizei im nordrhein-westfälischen Oberhausen fahndet nach einer 87-jährigen dementen Seniorin, die mit dem Coronavirus infiziert ist. Sie war aus ihrem Pflegeheim verschwunden und ist laut Mitteilung orientierungslos. Die Polizei veröffentlichte ein Foto der Frau, um Hinweise zu bekommen – und wies ausdrücklich auf das Infektionsrisiko hin.

Große EU-Staaten wollen Impfstart koordinieren

17.53 Uhr: Deutschland, Frankreich, Italien und fünf andere europäische Staaten wollen den Start ihrer Corona-Impfkampagnen koordinieren. Das geben die Gesundheitsminister der Länder in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt. Zudem wollen sie Informationen über den Verlauf der Impfungen austauschen. Zu den Unterzeichnern gehören ferner Belgien, Luxemburg, Niederlande, Spanien sowie die Schweiz.

Großbritannien meldet mehr als 18.000 Neuinfektionen

17.30 Uhr: In Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden 18.450 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 506 Menschen sind 28 Tage nach der Infektion an Covid-19 gestorben.

EU gibt 500 Millionen Euro für Impfstoff in ärmeren Ländern

15:54 Uhr: Die Europäische Union stellt 500 Millionen Euro für die Versorgung ärmerer Länder mit Corona-Impfstoffen zur Verfügung. Damit könne eine Milliarde Impfdosen gekauft werden, teilte die diplomatische Vertretung der Europäischen Union in Genf mit. 400 Millionen Euro kommen von der Europäischen Investmentbank, 100 Millionen Euro von der EU-Kommission.

Das Geld geht an die Impfinitiative Covax der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Forschung an zahlreichen Impfstoffkandidaten fördert und eine faire Verteilung erfolgreicher Impfstoffe gewährleisten soll. Mehr als 180 Länder sind beteiligt, darunter neben den EU-Ländern auch China, nicht aber die USA. Mehr als 90 Länder finanzieren den Kauf von Impfstoffen selbst, 92 sollen dabei unterstützt werden.

Das sind die Corona-Regeln ab Mittwoch

15.50 Uhr: Die meisten Läden machen zu, zur Schule geht es nur in Ausnahmefällen: Ab Mittwoch wird das öffentliche Leben in Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus weiter heruntergefahren. Welche Regeln gelten? Erfahren Sie hier mehr.

Apotheken melden Ansturm auf FFP2-Masken

15.45 Uhr: Weil sie zu Risikogruppen zählen, haben Millionen Deutsche seit Dienstag im Prinzip Anspruch auf FFP2-Masken – allerdings waren die Lager vieler Apotheken bereits am Mittag leer. Lesen Sie hier mehr.

US-Virologe Fauci rät zur schnellen Impfung bei Joe Biden

Der gewählte US-Präsident Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris

Der gewählte US-Präsident Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris

Foto: Susan Walsh / AP

15.15 Uhr: Der US-Chefvirologe Anthony Fauci hat eine rasche Corona-Impfung des gewählten Präsidenten Joe Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris empfohlen. »Aus Sicherheitsgründen bin ich ganz klar der Meinung, dass wir sie impfen sollten, sobald wir können«, sagte Fauci in der Sendung »Good Morning America« des Senders ABC. Besonders beim 78-jährigen Biden wäre es wünschenswert, wenn er am 20. Januar mit vollem Schutz sein Amt antreten könnte.

Italien: »Zahl der Toten so hoch wie 1944«

15.14 Uhr: Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. »Dieses Jahr werden wir leider mit leichtem die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen«, sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, am Montag im Fernsehsender Rai 3. Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht – zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geburtenrate des Mittelmeerlandes sank von 420.000 in 2019 auf 400.000 in diesem Jahr.

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten am Dienstag 846 neue Todesopfer, am Montag waren es noch 491. Insgesamt infizierten sich 14.844 Menschen mit Covid-19 binnen eines Tages. 

Ema könnte Corona-Impfstoff am 21. Dezember zulassen

15.00 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde Ema will ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer noch vor Weihnachten vorlegen – acht Tage früher als zuletzt geplant. Lesen Sie hier mehr.

Trotz Lockdown kein Bundesliga-Abbruch

Leverkusen nach Sieg gegen Hoffenheim neuer Tabellenführer

Leverkusen nach Sieg gegen Hoffenheim neuer Tabellenführer

Foto: nph / Bratic / imago images/Nordphoto

14.42 Uhr: Der Profisport darf auch im Lockdown weitermachen. Für das Infektionsgeschehen in Deutschland insgesamt sei es nicht die Frage, ob und in welchen Stadien am Wochenende ohne Zuschauer gespielt werde, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Auch Corona-Tests seien nicht das Problem, die Verfügbarkeit von Schnelltests sei »sehr, sehr hoch« und auch PCR-Tests seien vorhanden.

Es gehe beim Profisport, der entsprechende Test- und Schutzkonzepte befolge, auch um Berufsausübung, sagte der Minister. Die Frage, welches Signal vom Weiterlaufen des Profifußballs im Shutdown ausgehe, werde gesellschaftlich unterschiedlich eingeordnet. Für viele Menschen sei der Sport als Stück Normalität von Bedeutung. »Für viele ist wichtig, dass noch ein paar Dinge jenseits von Corona da sind«, sagte Spahn.

Einreisende Nicht-EU-Bürger brauchen negativen Corona-Test für Bayern

14.03 Uhr: Für die Einreise nach Bayern müssen den Worten von Ministerpräsident Markus Söder zufolge alle Nicht-EU-Bürger einen negativen Corona-Test vorlegen. »Jetzt ist die Zeit für klare Regelungen und nicht für Ausnahmen«, sagte der CSU-Chef in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag. EU-Bürger müssten nach ihrer Einreise in Quarantäne und könnten sich frühestens nach fünf Tagen frei testen lassen. Verstöße gegen die Quarantänepflicht würden hart bestraft – der Bußgeldkatalog sieht dafür eine Zahlung von 5000 Euro vor.

RKI warnt vor möglicher »Zuspitzung über Weihnachten«

12:39 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Deutschland sehr besorgt über den weiteren Verlauf der Coronakrise geäußert. »Die Lage ist so ernst, wie sie noch nie war in dieser Pandemie«, sagte Wieler in Berlin. Die Zahlen der Infektionen und der Toten seien zu hoch.

»Im Moment infizieren sich viel zu viele Menschen«, sagt der RKI-Chef und fügt hinzu: »Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Situation über Weihnachten noch mal zuspitzen wird.« Deshalb appelliere er an die Bevölkerung, die Einschränkung der Kontakte einzuhalten und nach Möglichkeit die erlaubten Obergrenzen nicht auszureizen.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte, die Zahlen der Neuinfektionen seien weiterhin zu hoch. Mit Blick auf den am Mittwoch eintretenden Lockdown sagte der CDU-Politiker: »Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben.« 

Lufthansa stellt Schnelltests vorübergehend ein

14.02 Uhr: Die Lufthansa hat ihren Probelauf mit verpflichtenden Corona-Schnelltests vorübergehend eingestellt. Voraussichtlich Ende Januar werde das Verfahren wieder aufgenommen, sagte eine Sprecherin. Zuvor war der vorerst letzte Flug mit durchgängig auf das Coronavirus getesteten Passagieren in München gestartet. Auch die Lufthansa-Tochter Austrian hat ihre Testreihe auf der Verbindung Wien-Berlin zunächst beendet.

Söder: »Corona ist die Katastrophe unserer Zeit«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: »Die Folgen sind absolut dramatisch«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: »Die Folgen sind absolut dramatisch«

Foto: Sammy_Minkoff / imago images/Sammy Minkoff

13.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beschreibt die Corona-Pandemie in einer Regierungserklärung im Bayerischen Landtag mit dramatischen Worten. »Corona gerät außer Kontrolle«, sagt der CSU-Chef. »Die Folgen sind absolut dramatisch. Corona ist die Katastrophe unserer Zeit.« Es wird damit gerechnet, dass der Landtag bis zum Abend dem Lockdown zustimmt, den Bund und Länder am Wochenende vereinbart und den Söders Kabinett am Montag beschlossen hat.

Streit um Mund-Nasen-Schutz im Bus endet mit Steinwürfen

13.02 Uhr: Der Streit um die fehlende Mund-Nasen-Bedeckung eines jungen Mannes in einem Bus hat in Suhl mit Steinwürfen auf den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes geendet. Ein 24-Jährige weigerte sich eine Maske zu tragen und wurde aus diesem Grund des Busses verwiesen, teilte die Polizei mit.

Er und seine 25 und 30 Jahre alten Begleiter beleidigten erst den mitfahrenden Sicherheitsmitarbeiter und warfen beim Aussteigen anschließend mit einem Rucksack gegen den Kopf des Mitarbeiters. Die Täter flüchteten und warfen auf ihrer Flucht mit Steinen nach dem Mann, verfehlten ihn und trafen stattdessen den Bus. Das Trio erhielt daraufhin mehrere Anzeigen.

610 Millionen Euro bislang als November-Hilfen ausbezahlt

13.00 Uhr: Im Rahmen der November-Hilfen sind bislang Abschlagszahlungen im Umfang von rund 610 Millionen Euro ausbezahlt worden. Das gab eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums bekannt. Insgesamt seien bisher 203.708 Anträge eingegangen – rund ein Viertel davon von Selbstständigen. Vom Teil-Shutdown im November betroffene Unternehmen können einen Großteil ihrer Umsatzausfälle ersetzt bekommen. Insgesamt sind dafür rund 15 Milliarden Euro eingeplant.

Wirte verklagen Versicherung auf Millionensumme für Wiesn-Ausfall

12.57 Uhr: Sieben Wiesn-Wirte verklagen ihre Versicherung auf Zahlung ihrer Kosten für das wegen der Corona-Pandemie abgesagte Oktoberfest. Die ersten Klagen seien unterwegs zum Landgericht München I, teilten die Wirte mit. »Die Klagesumme liegt pro Zelt im Schnitt im mittleren sechsstelligen Bereich«, sagte Sebastian Kuffler vom Weinzelt. Die Ausgaben für die Wiesn summierten sich aus Mieten über Personal-, Büro- und Lagerkosten – und den teuren Versicherungsprämien.

Neue Corona-Mutation wirft Fragen zur Immunität auf

12.56 Uhr: Britische Behörden haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über eine in Großbritannien gefundene neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 informiert. Studien dazu liefen, wie eine Sprecherin der WHO in Genf sagte.

»Bislang wissen wir sehr wenig über diese Variante«, sagte der Physiker Richard Neher, der am Biozentrum der Universität Basel die Evolution von Viren und Bakterien erforscht, der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei etwa, ob eine der Mutationen mit einer reduzierten Erkennung durch das Immunsystem einhergehe. Die britischen Behörden erforschten dies zur Zeit, so die WHO.

Weil die neue Virusvariante in kurzer Zeit bei mehr als 1000 Menschen im Südosten Englands nachgewiesen wurde, prüfen die britischen Behörden auch, ob sie ansteckender ist als die bekannten Varianten. »Ob sich die Variante tatsächlich schneller ausbreitet, kann man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen«, meinte Neher. »Das plötzliche Auftreten könnte auch durch Superspreader-Anlässe zu erklären sein.«

Dänemark weitet Einschränkungen auf das ganze Land aus

12.50 Uhr: Die dänische Regierung will nach einem Bericht des Senders TV2 die Einschränkungen wegen der Pandemie auf das ganze Land ausweiten. Vergangene Woche mussten in Teilen Dänemarks unter anderem Kneipen, Restaurants und Museen schließen. Vorausgegangen war ein spürbarer Anstieg der Infektionen.

Schüler in Kambodscha bestehen Abschlussprüfung automatisch

12.46 Uhr: Jugendliche, die in Kambodscha vor dem Schulabschluss stehen, müssen wegen der Corona-Pandemie keine Abschlussprüfung machen – sie bestehen automatisch. »Alle Schüler des Schuljahres 2019/20 bestehen die Prüfung, ohne sie abzulegen«, sagte Ministerpräsident Hun Sen während einer vierstündigen Rede an die Nation, die live im Fernsehen übertragen wurde. An der Uni sollten sich die Jugendlichen dafür besonders anstrengen, zitierte die Nachrichtenagentur Agence Kampuchea Presse den Regierungschef.

Bundeswehr: Zentrales Lager für Impfstoff ist betriebsbereit

12.22 Uhr: Die Bundeswehr ist bereit für einen umfassenden Einsatz zur Unterstützung der Impfkampagne gegen Covid-19 in Deutschland. Inzwischen sei das zentrale Lager für die Verteilung betriebsbereit und aufnahmefähig für das Vakzin, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Für die weitere Unterstützung der Impfkampagne halte die Bundeswehr 26 stationäre Impfzentren mit eigenen Ärzten und Sanitätern bereit, was einer Kapazität von täglich 18.000 Impfungen entspreche, sagte Schelleis. Außerdem gebe es 13 mobile Impfteams, die eingesetzt werden könnten.

Frankreich lockert Maßnahmen mit abendlichen Einschränkungen

11.59 Uhr: In Frankreich sind die strengen Ausgangsbeschränkungen ein weiteres Stück gelockert worden. Seit Dienstag können sich die Menschen im Land tagsüber wieder ohne Formulare und Einschränkungen bewegen. Neu ist allerdings eine Art abendliche Ausgangssperre. Die Menschen dürfen zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens nur mit triftigem Grund auf die Straße – dazu zählen der Arbeitsweg, Kinderbetreuung oder medizinische Notfälle. Es ist außerdem erlaubt, Haustiere auszuführen. Anders als vorher ist es aber in diesem Zeitraum nun nicht mehr möglich, Sport zu treiben oder zu spazieren.

Für viele Menschen im Land fühlt sich die neue Regelung daher teilweise gar nicht wie eine wirklich große Lockerung an. Die zuvor geltenden Ausgangsbeschränkungen waren in Paris zum Beispiel kaum noch kontrolliert worden. Auch sind die Lockerungen nun weniger weitgehend als zunächst angekündigt. Eigentlich sollten auch Kinos, Theater oder Museen wieder öffnen. Da die Zahl der Neuinfektionen aber nicht so stark gesunken ist wie erhofft, ist dies nun erst mal verschoben worden. Eventuell können sie ab dem 7. Januar öffnen.

Impfbeginn wohl noch vor dem Jahreswechsel

11.50 Uhr: Viele Länder haben mit den Corona-Impfungen begonnen, Deutschland musste bislang auf die europäische Lösung warten. Gesundheitsminister Spahn zeigt sich nun optimistisch: »Wir wollen noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen.« Lesen Sie hier mehr.

Schweden sagt Prüfungen im Frühjahr 2021 zum Großteil ab

11.48 Uhr: Schwedische Schüler müssen im kommenden Frühjahr zumeist nicht zu nationalen Prüfungen antreten. Diese werden zwischen dem 1. Januar und 30. Juni mit wenigen Ausnahmen abgesagt, wie Bildungsministerin Anna Ekström bekannt gab. Betroffen davon sind unter anderem die Grundschulen, die in Schweden bis zur neunten Klasse reichen, sowie die Gymnasien und auch die Erwachsenenbildung. Damit soll den Schulen mehr Zeit zum Unterrichten gegeben und die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte verringert werden.

RKI-Präsident: »Lage so ernst, wie noch nie in dieser Pandemie«

11.40 Uhr: RKI-Präsident Lothar Wieler äußert sich erneut besorgt über das Infektionsgeschehen: »Die Lage ist so ernst, wie sie noch nie war in dieser Pandemie.« Die Zahlen der Infektionen und der Toten seien zu hoch. »Im Moment infizieren sich viel zu viele Menschen«, sagt Wieler in Berlin und fügt hinzu: »Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Situation über Weihnachten noch mal zuspitzen wird.« Verfolgen Sie hier den Livestream.

Sharon Osbourne mit Coronavirus infiziert

Sharon Osbourne (l.) mit ihrem Ehemann Ozzy

Sharon Osbourne (l.) mit ihrem Ehemann Ozzy

Foto: Rich Fury/ AP

11.32 Uhr: Die britische Moderatorin Sharon Osbourne ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun hält die 68-Jährige Abstand zu ihrem Mann, dem an Parkinson erkrankten Hardrocksänger Ozzy Osbourne. Lesen Sie hier mehr.

Flixbus sagt Fahrten zwischen den Jahren ab

11.20 Uhr: Der Fernbusanbieter Flixbus will angesichts des neuerlichen Shutdowns doch keine Fahrten zwischen dem 17. Dezember und dem 11. Januar anbieten. Die Kunden, die bereits eine Reise gebucht haben, würden nun angeschrieben und bekämen ihr Geld zurück, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus erhielten sie einen Flixbus-Gutschein in Höhe von 15 Euro für eine Fahrt im kommenden Jahr.

Flixbus hatte seinen Betrieb bereits am 3. November wegen der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorübergehend eingestellt.

Merkel diskutiert mit Studenten über Corona-Probleme

10.50 Uhr: Wie funktioniert das Studium in der Pandemie? Wie kommen Studenten finanziell zurecht, nachdem viele Nebenjobs weggefallen sind? Verfolgen Sie hier die Bundeskanzlerin im digitalen Dialog im Livestream.

Merkel zu Corona-Leugnern – »Angriff auf unsere ganze Lebensweise«

10.37 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet der Umgang mit Corona-Leugnern und der sogenannten Querdenker-Bewegung Sorge. »Ich habe darauf die perfekte Antwort nicht«, sagt Merkel in einem Onlinebürgerdialog mit Studentinnen und Studenten. Es sei sehr schwer, jemanden aus einer Welt ohne Fakten zurückzuholen. Eine solche Denkweise sei ein »Angriff auf unsere ganze Lebensweise«, sagt die Kanzlerin.

»Das wird vielleicht auch eine Aufgabe für Psychologen sein.« Forschung zur Frage sei daher nötig: »Wie verabschiedet man sich eigentlich aus der Welt der Fakten und gerät in eine Welt, die sozusagen eine andere Sprache spricht und die wir mit unserer faktenbasierten Sprache gar nicht erreichen können?« Es gebe bei Anhängern solcher Denkmuster »eine richtige Diskussionsverweigerung«.

»Trotzdem sind wir ein tolerantes Land«, sagte Merkel. Auch diese Menschen seien seine Bürgerinnen und Bürger. Doch sie wieder in die Welt des gegenseitigen Zuhörens zu führen, werde sehr schwer. Dazu gehöre auch mehr Verständnis für die Rolle sozialer Medien. Hier gebe es Räume, in denen Betroffene nur bestätigt würden.

Österreich meldet über 2600 Neuinfektionen

10.30 Uhr: Österreich meldet innerhalb der vergangenen 24 Stunden 2628 bestätigte neue Corona-Fälle. Das sind etwas mehr als am Vortag, als 2588 Neuinfektionen gezählt wurden. Derzeit werden 3524 Personen im Zusammenhang mit dem Virus im Krankenhaus behandelt, davon 573 auf Intensivstationen, teilt das Innenministerium mit. Binnen Tagesfrist wurden 118 neue Todesfälle verzeichnet.

Damit sind in Österreich seit Beginn der Pandemie 4648 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Vor gut einer Woche wurde der harte Lockdown gelockert und Schulen und Handel wieder geöffnet. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurden landesweit kostenlose Schnelltests angeboten. Das Interesse der Bevölkerung war aber niedriger als erwartet.

NRW gegen vorgezogene Notzulassung von Impfstoff

10.25 Uhr: Nordrhein-Westfalen lehnt eine vorgezogene Notzulassung eines Corona-Impfstoffs ab. Ihm sei eine gründliche Prüfung lieber als ein Schnellschuss, sagt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. »Da sind halt die USA und Großbritannien ein paar Tage schneller.« In beiden Ländern sind nach einer Notzulassung Impfkampagnen angelaufen. Die für die Zulassung in Deutschland zuständige EU-Behörde hat zugesagt bis zum 31.12. über die Zulassung eines ersten Impfstoffes zu entscheiden.

Laschet ruft zum Verzicht auf Onlinekauf von Weihnachtsgeschenken auf

10.20 Uhr: NRW-Regierungschef Armin Laschet ruft dazu auf, nach Möglichkeit auf das Bestellen von Geschenken bei Onlinehändlern zu verzichten. Stattdessen solle man einen Gutschein ausstellen, der im kommenden Jahr eingelöst werden könne. Er verweist auf mittelständische Geschäfte, denen das überlebenswichtige Weihnachtsgeschäft entgehe. Stattdessen würden die Geschenke jetzt online bestellt, bei Konzernen, »die in Europa keinen Cent Steuern zahlen«.

Giffey: Kitas und Schulen zuerst vollständig öffnen

Franziska Giffey: »Wir sind ein Stück weiter als im Frühling«

Franziska Giffey: »Wir sind ein Stück weiter als im Frühling«

Foto: Christophe Gateau / dpa

08.46 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert, Kitas und Schulen vorrangig zu behandeln, wenn es wieder zu Lockerungen der Corona-Beschränkungen kommt. »Wenn wir wieder Schritte der Lockerung nehmen können, dann muss es wieder zu einem vollständigen Angebot in Kitas und Schulen kommen. Das ist die oberste Priorität«, sagte die SPD-Politikerin im ZDF-»Morgenmagazin«.

Giffey appellierte angesichts des bevorstehenden Lockdowns in Deutschland erneut an die Arbeitgeber, Familien zu unterstützen. Die Ministerin sagte, die Ausstattung für das Lernen von Schülern zu Hause sei »ausbaufähig« Im Vergleich zum Frühjahr gebe es aber an vielen Stellen eine Weiterentwicklung. »Wir sind ein Stück weiter als im Frühling.«

Jeder dritte Unternehmensgründer gibt wegen Coronakrise seine Pläne auf

08.36 Uhr: Deutschland droht nach der Coronakrise ein nachhaltiger Aderlass an selbstständigen Unternehmern und Freiberuflern. Diese Langzeitfolge der Pandemie ergibt sich aus der repräsentativen Befragung von mehr als 3600 Berufstätigen in Deutschland, die von HDI zusammen mit dem Institut YouGov durchgeführt wurde.

  • So will mehr als ein Drittel der Angestellten (38 Prozent), die vor der Corona-Zeit Pläne für eine berufliche Selbstständigkeit hatten, diese jetzt nicht mehr weiterverfolgen.

  • Unter allen Angestellten in Deutschland ist zudem fast die Hälfte (47 Prozent) überzeugt, dass es nach der Corona-Zeit hierzulande weniger Selbstständige als zuvor geben wird.

Tatsächlich ergibt die gleichzeitige Befragung von bereits Selbstständigen im Rahmen der HDI-Untersuchung auch dafür Belege: Fast jeder sechste Selbstständige gibt demnach an, dass er bei passender Gelegenheit »jetzt lieber in ein Angestelltenverhältnis wechseln möchte, wenn ich die Gelegenheit hätte«. Jeder siebte Selbstständige sagt zudem, dass »ich meinen Kindern durch die Erfahrungen der Corona-Zeit nicht mehr zur beruflichen Selbstständigkeit raten könnte«.

Großbritannien: Arbeitslosigkeit steigt weiter an

08.30 Uhr: Die Arbeitslosenquote in Großbritannien erhöhte sich in den drei Monaten bis Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent, wie das Statistikamt ONS mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2016. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlicheren Anstieg auf 5,1 Prozent gerechnet.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt sind mittlerweile klar sichtbar. Die Arbeitslosenquote liegt 1,2 Prozentpunkte höher als noch vor einem Jahr. Umgekehrt ist die Erwerbsquote auf Jahressicht um 0,9 Punkte auf 75,2 Prozent gefallen.

Italien: Neue Maßnahmen sollen dritte Welle verhindern

08.06 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte will mit neuen Beschränkungen über die Weihnachtszeit die Corona-Pandemie eindämmen. »Wir müssen um jeden Preis eine dritte Welle verhindern, denn das wäre verheerend, auch im Hinblick auf den Verlust von Menschenleben«, sagte Conte der Zeitung »La Stampa«. Italien ist das europäische Land mit der höchsten Zahl an Covid-19-Toten: Mehr als 65.000 Menschen starben seit dem Ausbruch der Krankheit im Februar.

Die Regierungskoalition erwägt nun strengere landesweite Regeln für die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Am Wochenende waren Menschenmassen in die Stadtzentren geströmt, nachdem zuvor einige Beschränkungen gelockert worden waren.

US-Verteidigungsminister gegen Coronavirus geimpft

06.47 Uhr: Der kommissarische US-Verteidigungsminister Christopher Miller hat als einer der ersten Bürger des Landes den zugelassenen Corona-Impfstoff gespritzt bekommen. Vor laufenden Kameras wurde Miller am Montag im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington mit dem vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer entwickelten Vakzine geimpft.

»Das ist alles? Ach, wirklich? Das hat überhaupt nicht wehgetan«, witzelte der 55-Jährige, nachdem er die Spritze verpasst bekommen hatte. Das Pentagon hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass Miller und Spitzenmilitärs zu einem frühen Zeitpunkt freiwillig und öffentlich gegen das neuartige Coronavirus geimpft werden sollten, um der Öffentlichkeit die Wirksamkeit und Sicherheit der Vakzine zu vermitteln.

Die Impfkampagne war am Montag in den USA angelaufen. Als erster Mensch im Land wurde eine New Yorker Krankenschwester mit dem Stoff von Biontech und Pfizer geimpft. 

Geschlossene Läden, Distanzunterricht und kein Feuerwerksverkauf

06.02 Uhr: Angesichts der verschärften Corona-Lage haben sich Bund und Länder auf einen harten Lockdown verständigt, der ab Mittwoch gelten soll. Es folgt ein Überblick über die gemeinsamen Regeln – wobei es in einzelnen Bundesländern Ausnahmen im Detail geben kann.

  • Kontaktbeschränkungen und Weihnachtsregeln

Grundsätzlich gilt für private Treffen weiter eine Obergrenze von fünf Menschen aus zwei Haushalten, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden. Für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember sollen Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Menschen möglich sein. Allerdings soll dies auf den engsten Familienkreis beschränkt sein: Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige. Zudem gilt der Appell, Kontakte in der Woche davor auf ein Minimum zu beschränken.

  • Silvester und Neujahr

An beiden Tagen gilt bundesweit ein An- und Versammlungsverbot. Die Kommunen sollen festlegen, wo das Zünden von Feuerwerk verboten ist. De facto soll das Böllern allerdings generell unterbunden werden, indem der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester verboten wird. Wo dies doch verfügbar sein sollte, wird vom Zünden von Feuerwerk dringend abgeraten.

  • Einzelhandel und Dienstleistungen

Generell wird der Einzelhandel vom Mittwoch bis zum 10. Januar geschlossen. Ausnahmen gelten etwa für Lebensmittelmärkte, Abhol- und Lieferdienste auch der Gastronomie, Apotheken, Drogerien, Optiker, Tankstellen, Autowerkstätten, Banken, Post, Reinigungen und Weihnachtsbaumhändler. Der Verkauf von Produkten abseits von Lebensmitteln in Märkten kann eingeschränkt werden. Friseure, Kosmetikstudios und ähnliche Betriebe bleiben geschlossen, sofern sie nicht medizinisch notwendige Behandlungen vornehmen. Für den gesamten Lockdown gilt ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Raum.

  • Schule und Arbeit

Kinder sollen von Mittwoch bis zum 10. Januar »wann immer möglich zu Hause betreut werden«. Die Schulen werden geschlossen oder die Präsenzpflicht ausgesetzt, wobei es eine Notfallbetreuung, Distanzunterricht und Möglichkeiten für bezahlten Urlaub der Eltern geben soll. Die Regelungen sollen auch für Kindergärten gelten. Arbeitgeber werden aufgerufen, Betriebsferien auszurufen oder Homeoffice zu ermöglichen, damit die Menschen bundesweit grundsätzlich zu Hause bleiben können.

  • Kirchen und Gottesdienste

Zusammenkünfte in Gotteshäusern sollen nur bei Einhaltung des Mindestabstands von eineinhalb Metern erlaubt sein. Es gilt zudem eine Maskenpflicht auch am Platz, das Singen ist verboten. Wenn hohe Besucherzahlen zu erwarten sind, müssen die Gemeinden ein Anmeldesystem einführen. Weitere Details sollen mit den Religionsgemeinschaften besprochen werden.

  • Altenheime und Pflegedienste

Es sollen »besondere Schutzmaßnahmen« getroffen werden. So soll der Bund medizinische Schutzmasken zur Verfügung stellen und die Kosten für Schnelltests übernehmen. Das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen soll mehrmals pro Woche verpflichtend getestet werden. Entsprechende Tests soll es möglichst auch bei mobilen Pflegediensten geben. In Regionen mit hohen Fallzahlen sollen Besucher im Heimen aktuelle negative Coronatests vorlegen müssen.

  • Hotspots

In allen Hotspots ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche, derzeit also im Großteil des Bundesgebiets, sollen zusätzliche Einschränkungen gelten, spätestens ab einem Inzidenzwert von 200 sollen zusätzliche Ausgangsbeschränkungen geprüft werden.

  • Reisen

Es gilt ein Appell, bis zum 10. Januar auf alle nicht zwingend notwendigen Reisen zu verzichten, verboten werden diese jedoch nicht. Quarantänepflichten bei der Rückkehr aus ausländischen Risikogebieten werden bekräftigt.

  • Wirtschaft und Unternehmen

Vom Lockdown betroffene Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler sollen vom Bund weiter finanziell unterstützt werden. Die sogenannte Überbrückungshilfe III, die Zuschüsse zu den Fixkosten vorsieht, soll verbessert werden. Vorgesehen ist etwa ein höherer monatlicher Zuschuss von bis zu einer halben Million Euro. Wertverluste von Waren und anderen Wirtschaftsgütern sollen mit der Möglichkeit unbürokratischer und schneller Teilabschreibungen aufgefangen werden.

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Krankenhausgesellschaft drängt auf Impfstoff-Notzulassung 

05.40 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Notfallzulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus. »Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffes zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen«, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen.«

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich bereits mehrmals gegen eine Notfallzulassung für Deutschland ausgesprochen. Man habe sich von Anfang an für eine ordentliche Zulassung auf europäischer Ebene entschieden, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-»heute journal«. »Das ist wichtig fürs Vertrauen aus meiner Sicht.« Er wundere sich über manche auch sehr nationale Töne dieser Tage – man habe entschieden, es europäisch gemeinsam zu machen.

14.432 Neuinfektionen und 500 weitere Todesfälle

05.36 Uhr: Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 22.475.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz – die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – ging leicht zurück. Sie lag am Montag bei einem Höchststand von 176,4. Am Dienstag ging dieser Wert zurück auf 173,7.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.351.510 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland

Japans berühmtes Schneefestival in Sapporo fällt wegen Corona aus

0.56 Uhr: Wegen der andauernden Corona-Pandemie fällt Japans weltberühmtes Schneefestival von Sapporo im hohen Norden des Landes erstmals aus. Wie die Organisatoren am Dienstag auf ihrer Internetseite mitteilten, plane man stattdessen, online über das für Sapporo so wichtige Ereignis zu informieren. Normalerweise zieht das um Februar herum stattfindende Festival mit seinen zahlreichen imposanten Skulpturen aus Schnee und Eis jährlich mehr als zwei Millionen Menschen an.

Das »Sapporo Yukimatsuri« gehört neben dem Eis- und Schneefestival im chinesischen Harbin zu den größten Schneefestivals der Welt und fand erstmals 1950 statt. Doch die Corona-Pandemie zwang die Veranstalter, das Festival nun erstmals abzusagen. Die Infektionszahlen sind in Japan jüngst wieder deutlich gestiegen. Sapporo auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido gehört dabei zu den Regionen, die besonders stark betroffen.

WHO: Weihnachtsmann ist »immun« gegen Coronavirus und darf reisen

05.18 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine beruhigende Weihnachtsbotschaft an die Kinder ausgesandt: Der Weihnachtsmann kann trotz der Corona-Pandemie um den Globus reisen, um seine Geschenke zu verteilen. Sie verstehe die Sorgen um den Weihnachtsmann, da dieser von »höherem Alter« sei, sagte die für die Bekämpfung der Pandemie zuständige WHO-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag bei einem Pressebriefing in Genf. Doch sei der Weihnachtsmann »immun« gegen das neuartige Virus.

Sie und ihre WHO-Kollegen hätten kurz mit dem Weihnachtsmann gesprochen – ihm und seiner Frau gehe es »sehr gut«, sie seien derzeit »sehr beschäftigt«, erzählte Van Kerkhove.

Mehr als 300.000 Corona-Tote in den USA

05.15 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie in den USA sind mehr als 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montag (Ortszeit) aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Die Marke wurde am selben Tag überschritten, an dem in den USA die Impfungen gegen Covid-19 begonnen haben. In keinem anderen Land der Welt sind – in absoluten Zahlen – so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer in Italien, Spanien, Großbritannien und Argentinien höher als in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben. In Italien kommen laut Johns-Hopkins-Universität 107 Tote auf 100.000 Einwohner, in Spanien 102. In den USA waren es bislang 91 pro 100.000 Einwohner. In Deutschland kommen 27 Todesfälle auf 100.000 Einwohner.

Die USA sind auch das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, betrachtet man die absoluten Zahlen. Der JHU zufolge sind es mehr als 16,3 Millionen, in Indien sind 9,8 Millionen und in Brasilien mehr als 6,9 Millionen Infektionen erfasst worden.

FDP fordert schnelle Liquiditätshilfen für Unternehmen

04.30 Uhr: Die FDP im Bundestag hat angesichts des harten Lockdowns eine schleppende Umsetzung der Corona-Hilfen kritisiert. »Viele Betriebe haben von den versprochenen Hilfen noch keinen Cent gesehen«, sagte Fraktionsvize Christian Dürr der Deutschen Presse-Agentur. Er nahm Bezug auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP. Demnach wird das Antragsverfahren zur Dezemberhilfe derzeit programmiert. Möglichst noch im Dezember, spätestens Anfang Januar, sollten Abschlagszahlungen möglich seien.

Zur Überbrückungshilfe III hieß es, die Programmierung des Antragsverfahrens werde nach einer endgültigen Verständigung auf Einzelheiten des Programms mit den Ländern im Januar beginnen. Bei der Überbrückungshilfe III werden betriebliche Fixkosten ersetzt. Mit den November- und Dezemberhilfen wiederum werden Firmen etwa aus der Gastronomie unterstützt, die ihren Betrieb dicht machen mussten. Erstattet werden Umsatzausfälle. Für die Novemberhilfen sind bereits Abschlagszahlungen ausgezahlt worden.

Dürr kritisierte eine langsame Umsetzung der Hilfen und sprach von einer Farce. »Viel sinnvoller wären schnelle Liquiditätshilfen, die über die Finanzämter ausgezahlt werden, denn hier gibt es bereits einen funktionierenden Kanal zu den Unternehmen. Dazu braucht es endlich eine deutlich erweiterte Verlustverrechnung, wie die FDP sie vorgeschlagen hat.«

Die Wirtschaft läuft wieder: Fabrik für Klimaanlagen in Wuhan

Die Wirtschaft läuft wieder: Fabrik für Klimaanlagen in Wuhan

Foto: STR / AFP

Nach Corona-Schock: Chinas Wirtschaftsaufschwung setzt sich fort

03.45 Uhr: In China hellt sich die Lage der Wirtschaft nach dem Corona-Schock weiter auf. Drei wichtige Indikatoren, die das Pekinger Statistikamt am Dienstag veröffentlichte, belegen den anhaltenden Aufwärtstrend. So legte die Produktion in den Industriebetrieben im November im Vorjahresvergleich um 7 Prozent zu, womit das Wachstum aus dem Vormonat (6,9 Prozent) noch leicht übertroffen werden konnte.

Einen erneuten Sprung machten auch die Einzelhandelsumsätze, die nach einem Plus von 4,3 Prozent im Oktober im November um 5 Prozent zulegten. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen derweil im Zeitraum von Januar bis Ende November um 2,6 Prozent. Alle Daten lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

Infolge der Corona-Pandemie hatte China im Frühjahr mit einem Einbruch der Wirtschaft um 6,8 Prozent das erste negative Wachstum seit dem Jahr 1992 hinnehmen müssen. Doch weil das bevölkerungsreichste Land das Virus in den Griff bekommen zu haben scheint, nimmt die Wirtschaft bereits seit Monaten wieder Fahrt auf.

Mehrheit der Japaner gegen Olympische Spiele 2021

01.55 Uhr: Eine Mehrheit der Japaner findet einer Umfrage zufolge, dass die wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele und Paralympics in Tokio abgesagt werden sollten. Wie aus der am Dienstag veröffentlichten landesweiten Telefonumfrage des japanischen Fernsehsenders NHK hervorgeht, sprachen sich 32 Prozent der Befragten für eine Absage der Spiele aus. Nach Meinung von 31 Prozent der Umfrageteilnehmer sollten die Spiele nochmals verschoben werden. 27 Prozent finden, dass die Spiele wie geplant stattfinden sollten. An der vom 11. bis 13. Dezember durchgeführten Umfrage hatten sich 1249 Personen im Alter von über 18 Jahren beteiligt.

Erst kürzlich hatte IOC-Präsident Thomas Bach den Willen zur Austragung der Spiele 2021 in Tokio bekräftigt. »Überall gibt es große Entschlossenheit, diese Olympischen Spiele zu einem großartigen Erfolg zu machen und zum Licht am Ende des Corona-Tunnels, in dem wir uns leider noch befinden«, sagte der deutsche Chef des Internationalen Olympischen Komitees kürzlich in einer Videobotschaft.

bbr/beb/oka/mjm/ngo/AFP/dpa/Reuters
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