Corona-Update am Dienstag Virologe Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz

"Das ist schon jetzt sehr ermutigend", sagte Virologe Christian Drosten über den Impfstoff von Biontech und Pfizer. Und: Italien verschärft seine Maßnahmen in sechs weiteren Regionen. Der Tag im Überblick.
Christian Drosten

Christian Drosten

Foto: Christophe Gateau / dpa

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+++ Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz +++

18.00 Uhr: Die ersten Daten zu dem Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus stimmen den Virologen Christian Drosten optimistisch. Man sehe in der Zwischenbilanz im Moment einen beeindruckenden Schutz gegen die Infektion. Das sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update"  bei NDR-Info über den am Montag von den Firmen gemeldeten Schutz von 90 Prozent vor Covid-19.

"Wenn jetzt die Studie weiterläuft, kann sich diese Zahl natürlich auch korrigieren, auch durchaus nach unten korrigieren. Damit muss man rechnen", sagte Drosten. Aber prinzipiell habe der Impfstoff eine wirklich gute Schutzwirkung. Bei dieser Art von Impfstoffen, einer neuen Technik, habe man gar nicht gewusst, was man erwarten kann. "Das ist schon jetzt sehr ermutigend", sagte Drosten.

Der Virologe betonte aber auch, dass noch nicht mehr bekannt sei als eine Presseerklärung – auf wissenschaftlicher Ebene sei man auf weitere Veröffentlichungen gespannt. "Das, was wir jetzt in den Medien hatten, das ist eine Zwischenmeldung."

Laschet: NRW erwägt längere Winterferien

23.15 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Verlängerung der Winter-Schulferien im einwohnerstärksten Bundesland wegen der Corona-Pandemie ins Spiel gebracht – und im Gegenzug zwei schulfreie Tage weniger an Karneval. Dies sei eine "denkbare Möglichkeit", sagte Laschet am Dienstag im WDR Fernsehen zu Überlegungen, die Winterferien zwei Tage früher beginnen zu lassen.

Konkret würde das bedeuten, dass diese nicht erst am 23. Dezember, sondern schon am Montag, 21. Dezember, beginnen würden. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, sagte Laschet. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei Familienfeiern zu Weihnachten nicht zu Ansteckungen kommt.

Die zwei zusätzlichen Winterferientage könnten nach Plänen der Landesregierung dann Karneval wieder abgezogen werden. Normalerweise haben die Schüler in NRW rund um Rosenmontag unterrichtsfrei. Das Schulministerium denke über diese Ersatzlösung nach, sagte Laschet. "Denn eines ist klar: Karneval gibt es nächstes Jahr gar nicht." Und eigentlich sollte man in der Zeit auch nicht in Skiurlaub fahren, fügte er hinzu.

Corona-Wirtschaftskrise in Lateinamerika

23.05 Uhr: Hausangestellte sind besonders betroffen: Millionen Menschen in Lateinamerika haben durch die Coronakrise ihre Arbeit verloren oder verdienen deutlich weniger. Hier erzählen einige, wie ihr Leben jetzt aussieht. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Trotz hoher Todesopfer-Zahl: Spanien spricht von "Stabilisierung"

22.45 Uhr: In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit April nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 411 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit.

Mehr als 400 Todesopfer binnen 24 Stunden waren in Spanien zuletzt im April zu beklagen gewesen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg unterdessen um 17.395 auf knapp 1,4 Millionen. "Wir registrieren seit einigen Tagen eine deutliche Stabilisierung", besagte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón. Die Zahl der Todesfälle könne trotzdem in den nächsten Tagen weiter steigen, warnte er.

Frankreich meldet 22.180 Neuinfektionen

22.15 Uhr: Frankreich meldet 22.180 Neuinfektionen. Das teilt das Gesundheitsministerium des Landes mit. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen beträgt damit über 1,829 Millionen. Insgesamt hat die Zahl der Corona-Toten in Europa die Schwelle von 300.000 überschritten. Das ergibt eine Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters. In Europa leben zehn Prozent der Weltbevölkerung. Weltweit wurden bislang rund 1,2 Millionen Corona-Tote gezählt.

CDU-Vorsitzkandidat Röttgen warnt vor verfrühter Impfstoff-Euphorie

21.50 Uhr: Angesichts des vielversprechenden Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer hat CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen vor zu großer Euphorie gewarnt. "Es wäre eine tragische Ironie, wenn die guten Nachrichten über einen bald verfügbaren Impfstoff zu Nachlässigkeit führen würden", sagte er dem "Kölner Stadt-Angzeiger" (Mittwoch). Es wäre das Falscheste, was man tun könne. Stattdessen müssten sich die Menschen auf vier schwere Wintermonate einstellen, die ihnen höchste Anstrengungen und maximale Disziplin abverlangten.

Das Verteil-Problem beim Corona-Impfstoff

21.35 Uhr: Die Zwischenergebnisse der Biontech-Impfstudie wecken Hoffnung. Doch wer soll den Stoff zuerst bekommen? Statt die Risikogruppen schnell zu impfen, wird diskutiert, Jüngeren Vorrang zu gewähren. Was ist davon zu halten? Eine Analyse von SPIEGEL-Redakteurin Julia Merlot. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

"Allein in Deutschland bräuchten wir 100 Millionen Impf-Dosen"

21.30 Uhr: Die Nachricht über den Impfstoff BNT162b2 hat große Hoffnungen geweckt. Doch so groß die Freude auch ist – viele Fragen sind noch offen. Einschätzungen von SPIEGEL-Redakteurin Julia Köppe im Video.

Chef der UN-Friedensmissionen mit Coronavirus infiziert

21.20 Uhr: Der Chef der UN-Friedensmissionen, der französische Diplomat Jean-Pierre Lacroix, ist positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden. Er habe keine Symptome und arbeite aus der Quarantäne in Lissabon, teilte Lacroix am Dienstag per Twitter mit. Die Kontaktnachvollziehung laufe.

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Eilantrag gegen coronabedingte Schließung von Hamburger Fitnessstudios erfolgreich

21.00 Uhr: Mit genereller Kritik an der Gesetzeslage hat das Hamburger Verwaltungsgericht einem Eilantrag gegen die Schließung mehrerer Fitnessstudios stattgegeben. Die den aktuellen Corona-Maßnahmen zugrunde liegende Generalklausel in Paragraf 28 des Infektionsschutzgesetzes des Bundes genüge "für einen derart schwerwiegenden Grundrechtseingriff" nicht mehr, befand die zuständige Kammer am. Der Grundsatz des Gesetzesvorbehalts verpflichte den Gesetzgeber vielmehr, "in grundlegenden normativen Bereichen, zumal im Bereich der Grundrechtsausübung, alle wesentlichen Entscheidungen selbst zu treffen".

Die Kammer könne "nicht erkennen, dass der Gesetzgeber insoweit alle wesentlichen Entscheidungen, die es angesichts des im März dieses Jahres noch nicht vorhersehbaren, nun aber erwartbaren Infektionsgeschehens zu erlassen gelte, im Infektionsschutzgesetz getroffen habe", hieß es weiter. Dies gelte "vor allem hinsichtlich Maßnahmen, die – wie hier – gegenüber Nichtstörern getroffen würden". Anders als andere Gerichte sehe die Kammer "in dieser Situation keinen Raum für eine Folgenabwägung".

Die Entscheidung gilt nur für die Antragstellerin, die in Hamburg mehrere Fitnessstudios betreibt.

Lage in Italien spitzt sich zu – Reiseverbote in sechs weiteren Regionen

20.54 Uhr: Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage hat Italiens Regierung in sechs weiteren Landesteilen striktere Einschränkungen für die Bürger verhängt. Die Provinz Bozen-Südtirol wurde offiziell zur Roten Zone erklärt, in der die Menschen möglichst zu Hause bleiben sollen. Außerdem stufte das Gesundheitsministerium die Regionen Ligurien im Nordwesten, die Abruzzen, die Toskana und Umbrien in Mittelitalien sowie die Basilikata im Süden in die mittlere Risikogruppe (orange) hoch. In Bozen war die Verschärfung bereits vorweggenommen worden.

Das Land mit seinen rund seinen 60 Millionen Einwohnern ist seit Kurzem in drei Corona-Risikozonen eingeteilt, wobei in den Roten Zonen die striktesten Maßnahmen gelten. In orangen Gebieten müssen Restaurants und Bars den ganzen Tag geschlossen bleiben. Außerdem ist es dort verboten, sich zwischen Regionen und Kommunen zu bewegen. Ausnahmen gelten für die Fahrt zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen. Einige der 20 Regionen waren schon seit der Vorwoche rot oder orange eingestuft.

Am Dienstag registrierten die Gesundheitsbehörden rund 35 100 Ansteckungsfälle in 24 Stunden. Es wurden 580 Tote gemeldet. Die Zahlen der Neuinfektionen fallen zu Wochenbeginn wegen weniger Tests am Wochenende oft niedriger aus. Am Samstag hatten die Behörden noch etwas mehr als 39.800 Fälle gemeldet.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Restaurants wirklich?

20.45 Uhr: Bars, Kneipen und Restaurants bleiben im November in Deutschland geschlossen, um Ansteckungen zu vermeiden. Auf welchen Zahlen beruht diese Entscheidung? Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Handballer Bitter positiv getestet - Liga-Spiel verlegt 

18:59 Uhr: Der Torhüter der Nationalmannschaft im Handball Johannes Bitter ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Rund 48 Stunden nach dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland fiel auch ein zweiter Test bei dem 38-Jährigen positiv aus. Das teilte sein Club TVB Stuttgart sowie der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Bitter ist frei von Symptomen und befindet sich bereits seit Montag in häuslicher Isolation, er wird den Stuttgartern damit mindestens in den kommenden beiden Bundesliga-Spielen beim HC Erlangen an diesem Mittwoch sowie gegen die TSV Hannover-Burgdorf am Samstag fehlen.

"Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist", sagte Bitter. "Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell."

Die Handball-Bundesliga wird aus diesem Grund das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Chef Frank Bohmann der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Nach dpa-Informationen waren zwei Göppinger Nationalspieler nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt. Ob weitere Partien verlegt werden, stand zunächst nicht fest.

Positive Tests werden immer häufiger per App geteilt

18.50 Uhr: Immer mehr Menschen teilen positive Testergebnisse über die Corona-App. Durchschnittlich warnten derzeit pro Tag rund 2200 App-Nutzer auf diese Weise andere Menschen, zu denen sie persönlichen Kontakt hatten, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Mitte Oktober waren dies etwa 500 Menschen gewesen.

Die Anwendung werde auch immer mehr dazu verwendet, Testresultate an Nutzer weiterzugeben. Allein in der vergangenen Woche sei dies in rund einer halben Million Fälle geschehen, insgesamt bisher in mehr als 3,3 Millionen Fällen. Die steigenden Zahlen dürften dabei auch mit der starken Zunahme der Neuinfektionen zusammenhängen.

Insgesamt wurde die Warnapp den Angaben zufolge inzwischen von 22,2 Millionen Nutzern aufs Smartphone heruntergeladen. In den kommenden Wochen sind demnach weitere Updates geplant, um die Funktionsweise der App zu verbessern. So sollen Warnmeldungen künftig mehrmals am Tag aktualisiert werden und nicht mehr wie bisher nur einmal in 24 Stunden.

Ausgebaut wird auch die wechselseitige Funktionstüchtigkeit der Warnapps in Europa. Bislang gibt es diese sogenannte Interoperabilität mit der deutschen App bereits für Italien, Irland, Spanien, Dänemark, Tschechien und Lettland, weitere europäische Staaten sollen noch im November folgen.

EU-Kommission kündigt Impfstoff-Liefervertrag mit Biontech und Pfizer an

18.31 Uhr: Kurz nach Bekanntgabe positiver Daten zur Wirksamkeit eines potenziellen Corona-Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für Mittwoch die Billigung eines Liefervertrags mit den beiden Unternehmen angekündigt. Der Vertragsabschluss über 300 Millionen Dosen für die EU werde am Mittwoch erfolgen, erklärte von der Leyen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet nach eigenen Worten mit bis zu 100 Millionen Dosen für Deutschland.

Die Firmen Biontech und Pfizer schlossen bislang Lieferverträge über 570 Millionen Impfstoffdosen mit Regierungen ab, dazu kommen noch Optionen für weitere 600 Millionen Dosen. Das teilte Biontech mit. Beide Firmen gingen demnach davon aus, im Fall eines erfolgreichen Abschlusses der Tests und einer Zulassung in diesem Jahr noch 50 Millionen Dosen und im nächsten Jahr bis zu 1,3 Milliarden Dosen ausliefern zu können. Pro Impfung werden zwei Dosen benötigt.

Die Gespräche über den formellen Kaufvertrag wurden laut EU-Kommission am Dienstag abgeschlossen. Es handele sich "um den bisher vielversprechendsten Impfstoff", erklärte von der Leyen. Es sei dann der vierte Vertrag der EU mit einem Pharmaunternehmen über den Kauf von Impfstoffen. "Und weitere werden folgen", kündigte die Kommissionschefin an.

Die EU-Kommission bekräftigte ferner, dass alle EU-Staaten gemäß ihrem Bevölkerungsanteil Impfstoff zugewiesen bekommen sollten. Rechnerisch wären dies für Deutschland bei dem Mittel von Pfizer und Biontech maximal 56 Millionen Dosen. Spahn sagte dagegen vor Journalisten in Berlin, er gehe davon aus, dass die Bundesrepublik "bis zu 100 Millionen" Impfdosen erhalten werde. Ein Sprecher der EU-Kommission bekräftigte in Brüssel auf AFP-Anfrage jedoch, dass bei der Verteilung des Impfstoffs weiterhin der Anteil an der EU-Bevölkerung einziges Kriterium sei.

Spahn und die EU-Kommission verwiesen auch auf Unterschiede bei den Zulassungsverfahren in den USA und Europa. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA müsse noch weitere Tests an dem Wirkstoff von Biontech und Pfizer vornehmen, hieß es aus EU-Kreisen. Eine Zulassung in Europa sei daher frühestens Anfang kommenden Jahres realistisch. Spahn betonte, auch in Europa gebe es Möglichkeiten zur Beschleunigung der Zulassung. Vorgaben etwa zu potenziellen Nebenwirkungen von Impfstoffen würden dabei aber nicht abgesenkt.

Linke kritisiert Verzögerung bei Novemberhilfen für Gastwirte

17.45 Uhr: Die Linkspartei im Deutschen Bundestag hat Verzögerungen bei den "Novemberhilfen" für die vom Teil-Lockdown betroffenen Gastwirte und Betreiber von Freizeiteinrichtungen kritisiert. Zwei Wochen sei es her, dass Bund und Länder beschlossen haben, Restaurants und andere Unternehmen wegen rasant gestiegener Corona-Neuinfektionen im November zu schließen. "Dass die 'Novemberhilfen' immer noch nicht beantragt werden können, dass das Wirtschaftsministerium nicht einmal die entsprechende Homepage programmiert hat, ist völlig inakzeptabel", sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung endlich in die Puschen kommt und die Novemberhilfen nicht erst im Dezember kommen."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte vergangene Woche den Betrieben zugesagt, dass die Hilfen so schnell wie möglich fließen und Abschlagszahlungen möglichst bis Ende November erfolgen sollen. Die Anträge sollen über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden. Diese sollte noch entsprechend geändert werden. Am vergangenen Montag hieß es, an dem Portal werde gearbeitet. Die "Novemberhilfen" haben ein Volumen von voraussichtlich rund zehn Milliarden Euro.

Rheinland-Pfalz drängt auf schnelle Auszahlung der Corona-Hilfen

17.35 Uhr: Der Erfolg des Teil-Lockdowns hängt nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der schnellen Auszahlung der Novemberhilfen ab. "Die Einschränkungen waren für viele enttäuschend oder schwer zu schlucken", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag. Die Leute hielten sich aber gut daran. Gerade für die, die schließen mussten, sei es deswegen wichtig, dass die versprochenen Novemberhilfen fließen, so Dreyer: "Der Erfolg hängt davon ab, dass es die Bundesregierung schafft, die Hilfen schnell zugänglich zu machen."

Die Novemberhilfen bekommen vor allem Firmen, die wegen behördlicher Anordnungen schließen mussten – also direkt betroffen sind. Das sind Kneipen und Restaurants, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Hotels, die keine Touristen mehr aufnehmen dürfen und Soloselbstständige wie Künstler, die keine Aufträge mehr reinbekommen. Es sollen Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt werden. Für Soloselbstständige, Ein-Mann-Betriebe ohne Angestellte wie Künstler und junge Firmen gibt es Ausnahmen bei den Vergleichswerten.

Ungarn: Theater-Studenten beenden Besetzung wegen Lockdowns

17.25 Uhr: Die Studenten und Lehrer der Budapester Universität für Theater- und Filmkunst (SZFE) beenden wegen eines bevorstehenden Corona-Lockdowns ihre Besetzung der Hochschulgebäude. Die Einhaltung der staatlichen Pandemiemaßnahmen sei staatsbürgerliche Pflicht, sagte eine Studentenvertreterin am Dienstag vor der Presse. "Nachdem aber unsere Forderungen immer noch nicht erfüllt sind, geben wir die Besetzung nicht auf, sondern nehmen sie mit", fügte sie hinzu.

Mit der Besetzung ihrer Universität protestieren Studenten und Lehrkräfte seit Anfang September gegen den Entzug der Autonomie durch die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Ein mit regierungsloyalen Vertretern beschicktes, neues Kuratorium hatte die Leitungsbefugnisse des gewählten Senats übernommen. Studenten und Lehrkräfte nahmen dies nicht hin, besetzten die Gebäude der Universität und richteten einen alternativen Lehrbetrieb – eine sogenannte "Lehr-Republik" – ein.

Störmaßnahmen des neuen Kuratoriums wie das Kappen des Internetzugangs, der Austausch von Schlössern an den Theatersälen oder zuletzt die Annullierung des laufenden Semesters taten der Besetzung keinen Abbruch. Zugleich ließ die Orbán-Regierung keine Bereitschaft erkennen, bei der Forderung nach Wiederherstellung der Universitätsautonomie einzulenken.

Am Mittwoch null Uhr treten jedoch in Ungarn strenge Maßnahmen gegen die zuletzt massive Ausbreitung der Corona-Pandemie in Kraft. Unter anderen besteht eine nächtliche Ausgangssperre von 20.00 bis 05.00 Uhr früh, Schulen ab der 8. Schulstufe und Universitäten müssen vom Präsenz- zum Digital-Unterricht übergehen.

Protest an der Universität für Theater- und Filmkunst

Protest an der Universität für Theater- und Filmkunst

Foto: BERNADETT SZABO / REUTERS

Teil-Lockdown im Berchtesgadener Land zeigt offenbar Wirkung

17.20 Uhr: Der bundesweit erste Teil-Lockdown dieses Herbstes im Berchtesgadener Land zeigt nach drei Wochen offenbar Wirkung. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – sank laut Landratsamt  auf 157,65 – die Hälfte des Höchstwertes von 324 Ende Oktober.

Das Landratsamt hatte am Dienstag vor drei Wochen nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionen auf den damals deutschlandweit höchsten Stand strenge Beschränkungen angeordnet. Etwa war das Verlassen der eigenen Wohnung bis 2. November nur mit triftigem Grund erlaubt; Hotels und Gaststätten blieben geschlossen. Dagegen gab es mehrere Klagen, unter anderem von Hoteliers und Gastronomen sowie von Schülern, die ihre Schule außerhalb des Landkreises besuchen wollten. Entsprechende Eilanträge scheiterten aber vor dem Verwaltungsgericht München. Inzwischen herrschen auch im Berchtesgadener Land die Regelungen des allgemeinen Teil-Lockdowns.

Niederlande: Anti-Corona-Maßnahmen könnten gelockert werden

17.10 Uhr: Die Niederlande denken über eine Lockerung ihrer strengen Corona-Schutzmaßnahmen nach. Möglicherweise könnten in der kommenden Woche Kinos, Museen und Bibliotheken wieder öffnen, erklärte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Dienstag nach Angaben des Senders NOS. Regionale abendliche Ausgangssperren seien bis auf Weiteres vom Tisch; Gaststätten müssten allerdings voraussichtlich noch bis Mitte Dezember geschlossen bleiben.

Wie das niederländische Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag mitteilte, gingen die registrierten Corona-Infektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage um 32 Prozent auf 43.621 zurück. In der Woche davor sei nur ein Rückgang um fünf Prozent verzeichnet worden. Die Regierung in Den Haag hatte Mitte Oktober einen Teil-Lockdown angeordnet, der vor einer Woche durch die Schließung von Museen, Theatern, Schwimmbädern, Vergnügungsparks und Zoos noch verschärft wurde.

Inzwischen sank den Behördenangaben zufolge der Reproduktionswert – das sogenannte Sieben-Tage-R - zum ersten Mal seit Mitte Juni unter 1 auf 0,91. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 91 weitere Menschen ansteckten. Liegt der R-Wert für längere Zeit unter eins, zeigt dies ein Abflauen des Infektionsgeschehens.

Ungarns Parlament billigt Corona-Notstand für 90 Tage

17.00 Uhr: Das ungarische Parlament hat am Dienstag wegen der Corona-Pandemie nahezu einstimmig die Verlängerung des Gefahrennotstands für 90 Tage gebilligt. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán hatte diesen vergangene Woche für zunächst 15 Tage verhängt, wie es die Verfassung erlaubt. Mit der Parlamentsentscheidung vom Dienstag erhält Orbán nun weitere 90 Tage freie Hand, um die sich ausbreitende Pandemie auf dem Verordnungsweg zu bekämpfen.

180 Abgeordnete der Regierungs- und der Oppositionsfraktionen stimmten für die Vorlage. Lediglich ein fraktionsloser Abgeordneter lehnte sie ab. Im Frühjahr hatte sich Orbán unbefristete Vollmachten für den Kampf gegen die Coronakrise geben lassen. Im In- und Ausland hatte er damit massive Kritik auf sich gezogen.

Bereits am Montag hatte Orbán einen neuen Lockdown angekündigt, der am Mittwoch um 00.00 Uhr (MEZ) in Kraft treten sollte. Die Maßnahmen umfassen eine nächtliche Ausgangssperre von 20.00 bis 05.00 Uhr, die Schließung von Gaststätten und Hotels und den Übergang vom Präsenz- zum Digitalunterricht ab der 8. Schulstufe.

Studie zu Corona-Antikörpern in Berlin-Mitte vor dem Start

16.45 Uhr: 2000 Menschen aus dem Berliner Bezirk Mitte sollen für eine Studie auf Coronavirus-Antikörper untersucht werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) wolle damit ab 17. November herausfinden, wie viele Menschen ohne Symptome infiziert waren, kündigte der Bezirk am Dienstag an. Bei den Studienteilnehmern handle es sich um vorab zufällig ausgewählte Menschen. Über Details wollen Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) und RKI-Experten am kommenden Montag informieren. Mitte ist seit Beginn der Pandemie der Bezirk mit den zweitmeisten erfassten Fällen (5861) in Berlin. Nur Neukölln kommt auf einen höheren Wert in Relation zur Einwohnerzahl.

In der RKI-Studie "Corona-Monitoring lokal"  werden vier besonders betroffene Regionen betrachtet und dort je 2000 Menschen untersucht. Neben Mitte sind dies Kupferzell (Baden-Württemberg), Bad Feilnbach und Straubing (beide Bayern). Aus zwei Orten sind nach Datenerhebung im Sommer bereits Ergebnisse auf der RKI-Webseite veröffentlicht: In Bad Feilnbach  wurden demnach 2,6-mal mehr Infektionen nachgewiesen als zuvor dort bekannt, in Kupferzell  3,9 mal mehr. Weil bei nachweislich mit Corona infizierten Menschen allerdings häufig keine Antikörper nachweisbar sind, liegt der tatsächliche Anteil der Menschen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren, allerdings merklich höher.

Coronakrise: Deutsche Post profitiert von Paketboom

16.30 Uhr: Weihnachten kommt noch, doch der wachsende Paketversand hat der Deutschen Post schon im dritten Quartal gute Zahlen beschert. Für die Verteilung eines Corona-Impfstoffs sieht sich der Konzern gerüstet.

Biontech: Liefervereinbarungen für 570 Millionen Corona-Impfdosen

16.17 Uhr: Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat nach eigenen Angaben mit seinem US-Partner Pfizer Liefervereinbarungen mit mehreren Ländern und der EU für insgesamt 570 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs für dieses und das nächste Jahr geschlossen. Darüber hinaus gebe es Kaufoptionen für weitere 600 Millionen Dosen, teilte Biontech am Dienstag mit. Alle Vereinbarungen sind den Angaben zufolge abhängig vom klinischen Erfolg und der Zulassung.

Neben der EU gibt es laut Biontech auch Liefervereinbarungen unter anderem mit den USA, Kanada und Japan. Biontech-Vorstandschef und -Mitgründer Ugur Sahin sprach am Dienstag mit Blick auf das am Montag präsentierte Zwischenergebnis einer 90-prozentigen Wirksamkeit des Impfstoffs von einem "Wendepunkt, sowohl für unser Unternehmen als auch für die Innovation in der Wissenschaft. Diese Daten bringen uns einer möglichen Lösung für die aktuelle globale Pandemie einen Schritt näher."

Auf der Grundlage von Lieferprognosen geht Biontech davon aus, dass in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert und im nächsten Jahr bis zu 1,3 Milliarden Dosen hergestellt werden. Eine wichtige Rolle bei der Herstellung soll die Produktionsanlage im hessischen Marburg spielen. Die Übernahme des Werks von dem Schweizer Pharmariesen Novartis wurde laut Biontech im Oktober abgeschlossen.

SPIEGEL-Spitzengespräch über Corona: "Es ist nicht Aufgabe der Regierung, mit Angst Politik zu machen"

16.00 Uhr: Droht ein Shutdown bis Weihnachten? Und sind die Impfstoff-Erfolgsmeldungen Grund zur Hoffnung? Diese Antworten gaben Karl Lauterbach, Wolfgang Kubicki und zwei Ärztinnen im SPIEGEL-Spitzengespräch.

Pariser Untersuchungsrichter prüfen mögliche Corona-Versäumnisse

15.41 Uhr: Die Ermittlungen um mögliche Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Pandemie in Frankreich gehen in die nächste Phase. Vier Untersuchungen seien an Ermittlungsrichter weitergeben worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Vorwürfe lauten demnach Unterlassung bei der Bekämpfung einer Gefahr, Gefährdung des Lebens anderer sowie fahrlässige Tötung und Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Sommer Voruntersuchungen eingeleitet, um eventuell begangene Straftaten aufzudecken. Dies ist nun der nächste Schritt in den Ermittlungen.

Die Untersuchungen fassen nach Angaben der Staatsanwaltschaft 253 der 328 seit März eingegangen Beschwerden zusammen. Nach früheren Angaben richten sich die Beschwerden meist gegen namentlich nicht genannte Personen und stammen von Einzelpersonen, Gewerkschaften oder Verbänden. Sie betreffen etwa Behörden, Ministerialabteilungen sowie Verwaltungsbeamte und öffentliche Entscheidungsträger. Untersucht werden nun mögliche Vergehen, die zum Schaden der Allgemeinheit, des Gesundheitspersonals, von Beamten sowie Kranken oder Verstorbenen begangen wurden.

In Frankreich hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kritik am Umgang der Regierung mit der Coronakrise gegeben. Kritiker sind der Ansicht, dass die Regierung sich nicht rechtzeitig um Schutzmasken oder ausreichend Tests gekümmert hat. Ausgenommen von der aktuellen Untersuchung sind aber Anzeigen gegen Regierungsmitglieder. Der Gerichtshof der Republik ist als einzige Institution in Frankreich in der Lage, Ministerinnen und Minister für Handlungen zu verurteilen, die in Ausübung ihres Amtes begangen wurden. Auch dort sind mehrere Klagen eingegangen. Im Oktober gab es in diesem Zusammenhang Hausdurchsuchungen beim französischen Ex-Premierministers Édouard Philippe, bei Gesundheitsminister Olivier Véran und dessen Amtsvorgängerin Agnès Buzyn.

Großbritannien meldet Rekordzahl an Entlassungen

15.25 Uhr: Mehr als 310.000 Briten haben zwischen Juli und September dieses Jahres ihren Job verloren. Damit habe die Zahl der Entlassungen in Großbritannien ein Rekordhoch erreicht, teilte das Office for National Statistics am Dienstag in London mit. Im Quartal zuvor, in das der erste Teil-Lockdown gefallen war, lag die Zahl bei 181.000 Entlassungen.

Die Arbeitslosenquote erreichte im Sommerquartal einen Stand von 4,8 Prozent - sie liegt damit knapp ein Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt haben der Behörde zufolge seit Beginn der Pandemie rund 780.000 Briten ihre Arbeit verloren.

Die Regierung hat mit der Ankündigung eines zweiten Teil-Lockdowns für England das staatliche, dem deutschen Kurzarbeitergeld ähnliche Unterstützungsprogramm bis März 2021 verlängert. Der im November geltende Teil-Lockdown ist erneut mit vielen Schließungen verbunden. Zudem sorgen die unklaren Brexit-Aussichten für weitere wirtschaftliche Unsicherheit.

Lauterbach vs. Kubicki: "Auf keinen Fall Weihnachten und Silvester feiern wie sonst!"

15.05 Uhr: Hat die deutsche Politik im Corona-Krisenmanagement richtig gehandelt? Und was steht uns noch bevor? Darüber diskutieren Karl Lauterbach, Wolfgang Kubicki und zwei Ärztinnen in unserem Studiotalk.

Karliczek über Corona-Impfstoff: "Halten uns an unsere hohen Qualitätsstandards"

14.45 Uhr: Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat Bedenken widersprochen, ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte vorschnell genehmigt werden. "Wir halten uns an unsere hohen Qualitätsstandards im Zulassungsverfahren", sagte sie: "Darauf sollen die Menschen sich verlassen können." Ein Corona-Impfstoff müsse die gleichen hohen Standards erfüllen wie andere Impfstoffe auch. "Deshalb wäre auch eine Zulassung in diesem Jahr ein ganz, ganz, ganz enormer Erfolg", sagte die Ministerin.

Die Pharmafirmen Biontech und Pfizer hatten am Montag bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Laut Karliczek wurde das deutsche Unternehmen Biontech vom Bund mit 375 Millionen Euro zur Impfstoffentwicklung gefördert. Ein wirksames Mittel könne der Wellenbrecher sein, auf den alle warteten, sagte die CDU-Politikerin. Die von Biontech und Pfizer entwickelte Technologie mache es möglich, relativ zügig große Mengen von Impfstoff zu produzieren, sodass alle geimpft werden könnten, die das wollten. Entscheidend sei, wie das Mittel in die Fläche gebracht werde, damit es möglichst viele Menschen erreiche.

Moskau fährt das öffentliche Leben runter

14.31 Uhr: Russlands Hauptstadt Moskau hat wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen für zwei Monate die Schließung von Restaurants, Bars und Nachtklubs zwischen 23.00 und 6.00 Uhr angeordnet. Bis 15. Januar seien auch alle Massenveranstaltungen verboten, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstag mit.

Die Schritte seien nötig, um den Anstieg der Zahlen zu stoppen, sagte er. Studenten von Hochschulen und Colleges müssen demnach zum Onlineunterricht übergehen. Die Zahlen in der russischen Hauptstadt stiegen zuletzt um etwa 6000 neue Fälle täglich. Einen Lockdown wollten die Behörden in Moskau aber weiter vermeiden.

Theater, Kinos und Konzertsäle dürfen nur maximal 25 Prozent der verfügbaren Plätze besetzen. Sobjanin hatte bereits angewiesen, dass 30 Prozent der Werktätigen von zu Hause aus arbeiten müssten. Auch Schüler ab der sechsten Klasse lernen im Onlineunterricht.

Zudem sollen Menschen im Alter von über 65 Jahren ihre Wohnungen nicht verlassen. Diese Regelung galt zunächst bis Ende November. In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Einkaufszentren und an anderen Orten mit Menschenansammlungen ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes vorgeschrieben. Auch Handschuhe müssen vielerorts getragen werden.

Insgesamt wurden in Russland am Dienstag 20.977 neue Fälle registriert. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Russland mehr als 1,8 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. 31.161 starben mit dem Virus nach offiziellen russischen Angaben. Aktuell gibt es landesweit 435.000 aktive Fälle. 1,35 Millionen Menschen galten als genesen.

Corona-Mutationen: Keine rechtliche Grundlage für Nerz-Massentötung in Dänemark

14.10 Uhr: In Dänemark hat die Regierung wegen Corona-Mutationen die Massenkeulung aller Nerze im Land veranlasst. Doch da gibt es ein Problem: Für die Tötung von gesunden Pelztieren außerhalb bestimmter Risikozonen gibt es nämlich noch keine rechtliche Grundlage. Das räumte Lebensmittelminister Mogens Jensen nun ein.

"Wir haben einen Fehler begangen. Es gibt keine gesetzliche Befugnis, um Nerzzüchter außerhalb der 7,8-Kilometer-Zonen zu bitten, ihre Nerze zu schlachten", sagte Jensen am Dienstag dem Sender TV2 . Dies habe er bei der Bekanntgabe nicht gewusst, ändere aber nichts daran, dass durch die Nerzzucht in Dänemark in Corona-Zeiten ein Risiko bestehe. Die Züchter sollten mit Blick auf die Volksgesundheit damit weitermachen, die Tiere zu töten.

Regierungschefin Mette Frederiksen hatte bei der Ankündigung der Maßnahme am vergangenen Mittwoch davon gesprochen, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollten, um so sicherzustellen, dass eine bei den Nerzen aufgetretene Coronavirus-Mutation eingedämmt werde. Auch in einer Mitteilung des Umwelt- und Lebensmittelministeriums hieß es: "Die Regierung hat auf Grundlage einer neuen Risikobewertung der Gesundheitsbehörden beschlossen, alle dänischen Nerzbestände zu schlachten."

Den Pelztierzüchtern wurde eine Bonuszahlung in Aussicht gestellt, wenn sie ihre Tiere innerhalb weniger Tage keulten. In einem neuen Brief  der Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen an die dänischen Nerzzüchter hieß es nun am Dienstag, man bedauere, dass aus einem vorherigen Schreiben vom Freitag nicht hervorgegangen sei, dass es sich um eine "Aufforderung" der schnellstmöglichen Tötung gesunder Bestände außerhalb der 7,8-Kilometer-Zonen gehandelt habe.

Wie TV2 berichtete, deckt die Gesetzlage nur infizierte Nerzfarmen sowie Bestände in einem bestimmten Umkreis ab - besagte 7,8 Kilometer. Die Regierung will nun im Schnellverfahren die gesetzliche Grundlage schaffen, dass auch gesunde Nerze getötet werden dürfen.

Elektronikhandel macht im Corona-Jahr gute Geschäfte

13.55 Uhr: Der Elektronikhandel macht im Corona-Jahr 2020 in Deutschland gute Geschäfte. Insgesamt rechne die Branche in diesem Jahr mit Umsätzen von 63,6 Milliarden Euro. Das bedeute ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik  (BVT), Steffen Kahnt, am Dienstag in Köln.

"Zwei Lockdowns und Homeoffice sorgen dafür, dass die Deutschen ihr Urlaubsgeld innerhalb der eigenen vier Wände investieren", beschrieb Kahnt die Auswirkungen der Pandemie auf die Branche. Vom Laptop bis zum Oled-Fernseher, vom Kaffeevollautomaten bis zum Staubsaugerroboter: Gekauft werde zurzeit alles, was das Leben und Arbeiten zu Hause angenehmer mache.

Estlands Präsidentin vorsorglich in Selbstisolation

13.30 Uhr: Estlands Staatspräsident Kersti Kaljulaid hat sich vorsorglich in Quarantäne begeben, nachdem sie Ende vergangener Woche möglicherweise Kontakt mit einem Corona-Infizierten gehabt hatte. "Ich werde als enger Kontakt angesehen und bin daher bis Montag gemäß den Anweisungen der Gesundheitsbehörde in Selbstisolation", schrieb Kaljulaid am Dienstag auf Facebook . Alle für diese Woche geplanten physischen Termine seien abgesagt worden. "Ich fühle mich derzeit gut und es gibt keine Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten, aber wir werden heute auch Tests durchführen".

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 6376 bestätigte Corona-Infektionen und 76 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Der Baltenstaat gehört nach Angaben der EU-Behörde ECDC trotz steigender Fallzahlen zu den aktuell weniger stark betroffenen Ländern in Europa.

Kersti Kaljulaid (Archivbild)

Kersti Kaljulaid (Archivbild)

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Lucas Jackson/ REUTERS

Adidas kann Corona-Einbußen ausgleichen – Gewinn im dritten Quartal 

13.05 Uhr: Dank eines strikten Sparkurses und erheblicher Steigerungen beim Onlinehandel ist der Sportartikelhersteller Adidas wieder stabil in der Gewinnzone. Trotz erheblicher Verluste im ersten Halbjahr stand nach neun Monaten unter dem Strich ein Gewinn aus fortgeführten Geschäften von 291 Millionen Euro. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatte Adidas 1,737 Milliarden Euro verdient.

Im dritten Quartal habe es dank eines strikten Sparkurses etwa bei Marketingausgaben, vorsichtigerer Vorratshaltung und guter Onlineerlöse eine deutliche Erholung gegeben, teilte Adidas am Dienstag in Herzogenaurach mit. Umsatz und Gewinn lägen fast wieder auf Vorjahresniveau. Unterm Strich blieben Adidas 578 Millionen Euro.

Trotz der Erholung im Herbst hat die Corona-Pandemie Adidas schwer zu schaffen gemacht. Der Umsatz sei in den ersten neun Monaten auf währungsbereinigter Basis um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 14,297 Milliarden Euro zurückgegangen.

KMK-Präsidentin Hubig hält Maskenpflicht für Grundschüler nicht für notwendig

12.45 Uhr: Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig, hält eine Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht derzeit nicht für notwendig. Kleine Kinder seien nicht die Überträger der Corona-Infektionen, sagte die SPD-Politikerin. Für kleinere Kinder sei das dauerhafte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht eine höhere Belastung als für ältere Schüler. Im Grundschulunterricht müsse zudem viel miteinander gesprochen und es müssten auch Laute geübt werden.

Allerdings sei die Maskenpflicht im Unterricht der Grundschulen "auch nicht generell und für immer ausgeschlossen", betonte Hubig. Die Maßnahmen müssten ständig an die Entwicklung der Infektionen angepasst werden. Dabei gelte: "Der Präsenzunterricht ist das A und O." Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse müssen seit Anfang November in Rheinland-Pfalz auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

An den Grundschulen seien zum Infektionsschutz feste Lerngruppen gebildet worden, sagte Hubig. Die Grundschullehrer könnten zudem über ihrem Nasen-Mund-Schutz noch sogenannte Faceshields tragen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte hingegen am Dienstag der "Rheinischen Post" : "Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist." Das Maskentragen sei für sie das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen.

Hamburger Grundschüler in ihrer Klasse

Hamburger Grundschüler in ihrer Klasse

Foto: Christian Charisius / dpa

EU-Vertrag für Corona-Impfstoff ausgehandelt

12.27 Uhr: 200 Millionen Impfdosen für Europa: Die EU-Kommission will in Kürze die Bestellung des vielversprechenden Impfstoffs von Biontech festzurren. "Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen", hieß es aus Kommissionskreisen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. "Der Vertrag ist in trockenen Tüchern." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Mehr als 5000 Corona-Tote in Tschechien

12.05 Uhr: In Tschechien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 5000 überschritten. Insgesamt seien 5074 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag in Prag mit. Bei den täglichen Neuansteckungen zeichnete sich indes eine Entspannung ab. Im Laufe des Montags wurden 6048 neue Fälle registriert, die geringste Zahl an einem Werktag seit knapp einem Monat.

Tschechien hatte drastische Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie wieder in den Griff zu bekommen wie eine nächtliche Ausgangssperre sowie die Schließung von Schulen und Restaurants. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Nahostkonflikt: Palästinensischer Chefunterhändler Erekat stirbt an Corona-Infektion

11.55 Uhr: Jahrzehntelang nahm Saeb Erekat an Nahost-Verhandlungen mit Israel teil. Jetzt ist der palästinensische Chefunterhändler an einer Corona-Infektion gestorben. Israelische Ärzte hatten zuvor wochenlang um sein Leben gekämpft.

Schülerin scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen

11.45 Uhr: Eine Brandenburger Schülerin ist vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit dem Versuch gescheitert, gegen die Maskenpflicht an Schulen vorzugehen. Die Richter wiesen einen Eilantrag ab, die nach der Corona-Eindämmungsverordnung für Schüler der gymnasialen Oberstufe geltende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb der Schulgebäude vorläufig außer Vollzug zu setzen (OVG 11 S 114/20).

Der 11. Senat argumentierte am Montagabend, dass bei ungehindertem Fortgang des Infektionsgeschehens das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit einer Vielzahl von Menschen in massiver Weise gefährdet sei. Die angegriffene Vorschrift sei voraussichtlich rechtmäßig, insbesondere verhältnismäßig.

Die Schülerin, die vor am Dienstag abgehaltenen Abiturprüfungen stand, hatte argumentiert, dass sie während der Prüfzeit mit Maske keine Möglichkeit habe, etwas zu essen und zu trinken. Das Tragen einer Maske während der gesamten Klausurbearbeitung, die bis zu 270 Minuten betragen könne, sei arbeitsschutzrechtlich unzulässig. Dem war der Senat nicht gefolgt.

Spahn erwartet Impfstoffvertrag mit Biontech "in den nächsten Tagen"

10.41 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die EU in Kürze einen Vertrag mit den Pharmafirmen Biontech und Pfizer über die Lieferung des von ihnen entwickelten Impfstoffs abschließen wird. "Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen zum finalen Vertragsschluss kommen", sagte er am Dienstag in Berlin. Die Firmen hatten am Montag erklärt, ihr Impfstoff sei zu über 90 Prozent wirksam.

Es gebe bereits Vorverträge mit Biontech und Pfizer, sagte Spahn. Demnach seien mindestens 200 Millionen Impfdosen für Europa gesichert. Er gehe davon aus, dass Deutschland "bis zu 100 Millionen" Dosen erhalten werde. Bereits am Montag hatte Spahn im ZDF gesagt: "Ich könnte es als deutscher Gesundheitsminister jedenfalls schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller verimpft würde als in Deutschland selbst."

Die "Bild"  berichtete derweil mit Verweis auf Kommissionskreise, die Europäische Kommission werde den Vertrag mit Biontech am Mittwoch abschließen. Der Vertrag sei bereits ausgehandelt.

Noch ist der Impfstoff allerdings nicht behördlich zugelassen. Biontech und Pfizer hatten erklärt, sie wollten bereits in der kommenden Woche in den USA die beschleunigte Genehmigung beantragen. Spahn sagte dazu, die Zulassungsverfahren in den USA und in der EU seien unterschiedlich. Auch in Europa gebe es aber Möglichkeiten der Beschleunigung. Gleichzeitig würden Vorgaben etwa zu potenziellen Nebenwirkungen von Impfstoffen nicht abgesenkt, betonte der Minister.

Nach Spahns Angaben gibt es bereits fertige Verträge der EU mit den Pharmaunternehmen Astra Zeneca und Sanofi, die ebenfalls an Corona-Impfstoffen arbeiten. Ein Vertrag mit dem Unternehmen Johnson & Johnson sei "im Grunde" ebenfalls schon abgeschlossen.

Berliner Verwaltungsgericht bestätigt Schließung von Gaststätten 

11.31 Uhr: Mehrere Berliner Gastronomen sind mit Eilanträgen gegen die Schließung ihrer Lokale im November vorerst gescheitert. Das Verwaltungsgericht wies die Anträge nach Angaben der Senatsverwaltung sowie der Beschwerdeführer am Dienstag ab. "Wir werden uns das in Ruhe ansehen und überlegen, ob wir Rechtsmittel zum Oberverwaltungsgericht einlegen", teilte Anwalt Niko Härting am Dienstag mit. Er hatte 22 Gastronomen vertreten. Mit der entsprechenden Verordnung will der Senat die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

Insgesamt waren dagegen rund 100 Eilanträge eingegangen, knapp 80 davon von Gastronomen. Beschwerden kamen auch von einem Fitnessstudio und vom Schlosspark-Theater des Kabarettisten Dieter Hallervorden. Das Gericht kündigte eine eigene Mitteilung zu dem Beschluss an.

Betrugsverdacht bei Coronatests: Lazio Rom soll Positivergebnisse verschwiegen haben

11.13 Uhr: Das Trainingsgelände durchsucht, Unterlagen zu Corona-Tests beschlagnahmt: Lazio Rom bekommt Ärger mit der italienischen Justiz. Der Fußballklub wird verdächtigt, Testergebnisse seiner Spieler manipuliert zu haben.

Umfrage: Corona-Maßnahmen belasten Depressive stärker

10.30 Uhr: In Deutschland sind Menschen mit Depressionen nach einer neuen Studie stärker von den Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen als die Allgemeinbevölkerung. So haben sie zum Beispiel den Lockdown im Frühjahr als deutlich belastender erlebt, heißt es im neuen "Deutschland-Barometer Depression". Für diese Untersuchung lässt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe jährlich rund 5000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten repräsentativ online befragen, zuletzt im Juni und Juli.

Danach empfanden rund drei Viertel der Menschen mit Depressionen (74 Prozent) den Lockdown im Frühjahr als bedrückend. In der Allgemeinbevölkerung seien es 59 Prozent gewesen, heißt es in der Analyse. Menschen mit Depressionen hätten zum Beispiel fast doppelt so häufig unter einer fehlenden Tagesstruktur und Grübelei gelitten. Im Vergleich zur Bevölkerung insgesamt vermissten sie auch noch häufiger den Kontakt zu anderen.

Nach Angaben der Stiftung sind in Deutschland rund fünf Millionen Menschen depressiv erkrankt.

Keine Flaute am Bau trotz Coronakrise

10.15 Uhr: Der Bau in Deutschland trotzt weiterhin der Coronakrise. Zwar sank der Umsatz im Bauhauptgewerbe im August um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei sei aber das sehr hohe Niveau des Vorjahres zu beachten, teilte das Statistische Bundesamt  mit. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,4 Prozent. Von Januar bis August 2020 kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter legte um 1,5 Prozent zu. Wesentliche Effekte der Coronakrise auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe konnten nicht beobachtet werden, teilte die Behörde weiter mit.

Weniger Übernachtungen in Deutschland auch im September

10.05 Uhr: Die Coronakrise hat auch im Reisemonat September tiefe Spuren beim Tourismus in Deutschland hinterlassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag wurden 41,2 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland gezählt. Das waren 13,7 Prozent weniger als im September 2019. Vor allem Reisende aus dem Ausland fehlten. Die Zahl der Übernachtungen brach hier um 57,7 Prozent auf 3,4 Millionen ein.

Auch wenn viele Menschen wegen der Pandemie in diesem Jahr Urlaub in Deutschland machten, sank die Zahl der Übernachtungen von Inländern um 4,7 Prozent auf 37,8 Millionen. Hier konnten fehlende Geschäftsreisen nicht ausgeglichen werden.

In den ersten neun Monaten verbuchten Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten insgesamt 253,4 Millionen Übernachtungen. Das waren 34,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Corona-Pandemie hat nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes ein Milliardenloch in die Kassen von Gastronomie- und Unterkunftsbetrieben, Veranstaltern sowie von Kultur- und Freizeiteinrichtungen gerissen. Der Verband schätzt die Umsatzeinbußen für den Zeitraum von März bis August auf etwa 46,6 Milliarden Euro. Durch den Shutdown im November könnten weitere 10,2 Milliarden Euro hinzukommen.

Corona-Impfstoff: Erfolgsmeldung mit Lücken

09.55 Uhr: Laut einer ersten Zwischenprüfung ist der Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Unternehmens Pfizer deutlich wirksamer als erhofft. Doch wichtige Fragen bleiben offen. Der Überblick.

SPD-Chefin Esken für wechselnden Unterricht in kleineren Gruppen

09.40 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat sich dafür ausgesprochen, in Schulen nur noch kleinere Gruppen im Wechsel zu unterrichten. "Es kommt wirklich darauf an, dass wir Präsenzunterricht auch weiterhin aufrechterhalten", sagte Esken am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, ihre Lehrer und Mitschüler regelmäßig zu treffen. Deshalb müssten die Schulen offen gehalten werden. "Auf der anderen Seite ist Infektionsschutz natürlich sehr wichtig. Und deswegen sind kleinere Gruppen auch sinnvoll."

Konzepte mit einem sogenannten hybriden Wechselunterricht – sprich abwechselnd im Präsenz- und im Fernunterricht – seien sehr hilfreich. Mindestens in der Oberstufe könnten sie nach Auffassung der SPD-Chefin auch durchgängig eingesetzt werden. Man habe mittlerweile ein Infektionsgeschehen, das es nicht zulasse, nur an einzelnen Orten zu reagieren. "Deswegen würde ich mir wünschen, dass die Kultusminister sich jetzt auf den Weg machen, solche Modelle eben auch flächendeckend einzusetzen, um Bildung zu gewährleisten.

Scholz erwartet längere wirtschaftliche Folgen der Coronakrise

09.33 Uhr: Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie werden nach Einschätzung von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) noch über Jahre spürbar sein. "Die Bundeshaushalte 2020 und 2021 stehen im Zeichen des Kampfes gegen die Corona-Pandemie", sagte Scholz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland : "Die gesundheitlichen Folgen der Pandemie haben wir hoffentlich im nächsten Jahr überstanden, doch die wirtschaftlichen Folgen werden viel länger zu spüren sein – das muss die Finanzplanung beachten."

Der Wert eines guten Gesundheitswesens, eines starken Sozialstaats und eines leistungsfähigen Gemeinwesens sei allen gerade sehr bewusst geworden. "All das muss nachhaltig finanziert sein", sagte er auch mit Blick auf Rufe nach höheren deutschen Verteidigungsausgaben.

Polizei Köln am 11.11. mit mehreren Hundertschaften im Einsatz

09.15 Uhr: Die Kölner Polizei will am Mittwoch zum traditionellen Karnevalsbeginn mit mehreren Hundertschaften im Einsatz sein. "Für uns steht diesmal am 11.11. der Gesundheitsschutz des Einzelnen wie auch der Öffentlichkeit im Vordergrund", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Normalerweise wird Köln am 11.11. von Hunderttausenden Karnevalstouristen besucht. Diesmal sind jedoch alle Feiern abgesagt, und es gilt ein Alkoholverbot, auch auf der Straße.

"Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, die Regeln einzuhalten und zu erkennen, dass es dieses Jahr nicht anders geht", sagte der Polizeisprecher: "Anders als in den Vorjahren wird für uns die Zielrichtung sein, auch kleine Gruppen und Einzelpersonen anzusprechen." Man wolle verhindern, dass es zu Gruppenbildungen komme.

Angemeldet sind für Mittwoch auch zwei Kundgebungen gegen die Corona-Schutzbestimmungen. Die eine findet am rechten Rheinufer auf der Deutzer Werft statt, die andere auf dem Ebertplatz in der Innenstadt. Man werde diese Versammlungen im Auge behalten, sagte der Polizeisprecher. Corona-bedingt gelte in Köln generell eine Höchstgrenze von 100 Personen für Demonstrationen.

Karliczek für Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen

08.41 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält eine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen für sinnvoll – auch an Grundschulen. "Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist", sagte die CDU-Politikerin der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Das Maskentragen ist aber für mich das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen."

Karliczek sprach sich ferner dafür aus, dass Schulen auf andere Räume – etwa in Pfarrzentren und Museen – ausweichen, um mehr physischen Abstand zu erreichen. Flexibilität forderte die Ministerin auch beim Lüften in Klassenräumen ein: "Regelmäßiges Stoßlüften hilft, auch wenn es mal kalt wird in den Räumen." In der derzeitigen Lage sei es Schülern zuzumuten, "einen dickeren Pullover anzuziehen".

Lage in Italien spitzt sich zu

08.21 Uhr: Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage will Italien in einigen Landesteilen striktere Einschränkungen verhängen. Die Region Ligurien im Nordwesten und die Abruzzen in Mittelitalien sollen am Mittwoch zu sogenannten orangen Zonen erklärt werden, wie die dortigen Präsidenten auf Twitter schrieben. Auch die beliebte Urlaubsregion Toskana soll dem Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, zufolge in diese Kategorie fallen. Die Nachrichtenagentur Ansa nannte zudem die Basilikata und Umbrien als weitere Kandidaten.

Das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist in drei Corona-Zonen eingeteilt, wobei in den roten Zonen die striktesten Maßnahmen gelten. Orange ist die mittlere, gelb die niedrigste Stufe. In orangen Gebieten müssen Restaurants und Bars den ganzen Tag über geschlossen bleiben. Außerdem ist es verboten, sich zwischen verschiedenen Regionen und Kommunen zu bewegen. Ausnahmen gelten für die Fahrt zur Arbeit oder Reisen aus gesundheitlichen Gründen.

Mehr als 125.000 neue Fälle in den USA 

07.05 Uhr: In den USA haben die Behörden mindestens 125.390 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich demnach bislang rund 10,14 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um mindestens 665 auf 238.427. Die USA sind sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

RKI meldet 15.332 Neuinfektionen und 154 weitere Todesfälle

06.40 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.332 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 2000 Fälle mehr als am Montag, wie aus Angaben des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Dienstag vergangener Woche ist der Wert nahezu identisch. Damals waren 15.352 Neuinfektionen gemeldet worden.

Der bisherige Höchststand wurde am Samstag mit 23.399 registrierten Fällen erreicht. Sonntags und montags sind die täglich vermeldeten Fallzahlen in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Rekordniveau an Covid-19-Patienten in den USA

05.43 Uhr: Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters befinden sich in den USA mehr Patienten als jemals zuvor wegen einer Infektion mit dem Virus in stationärer Behandlung. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte ist in den vergangenen 30 Tagen um 73 Prozent auf mindestens 58.982 gestiegen – ein Rekordniveau, das den bisherigen Höchststand von 58.370 Patienten am 22. Juli übertrifft. Die Vereinigten Staaten verzeichneten am Montag zum sechsten Mal in Folge mehr als 100.000 Neuinfektionen.

Chinesische Impfstoffstudie wegen schwerer Nebenwirkung gestoppt

02.32 Uhr: Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa setzt die klinische Studien für den Coronavirus-Impfstoff des chinesischen Pharmaherstellers Sinovac aufgrund einer "schwerwiegenden Nebenwirkung" vom 29. Oktober aus. Weitere Details gibt die Behörde zunächst nicht bekannt.

Erfolg für Pharmaunternehmen Eli Lilly

01.03 Uhr: Die Antikörperbehandlungsmethode des Pharmakonzerns Eli Lilly ist von der US-Gesundheitsbehörde FDA für die Notfallanwendung zugelassen. Die Genehmigung basiere laut FDA auf klinischen Studien, die zeigten, dass eine Behandlung mit dem Mittel "Bamlanivimab" die Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten bei Covid-19-Patienten verringere. Es könne zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern über zwölf Jahren angewendet werden, so die FDA.

wit/ptz/dpa/Reuters/AFP/sid
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