Corona-News am Dienstag Merkel verteidigt Vorgehen beim Impfen

Zu wenig, zu langsam: Kanzlerin Merkel hat in der ARD die Impfstrategie gegen diese Kritik verteidigt. Und: In Berlin müssten auch Auto-Mitfahrer Maske tragen. Der Überblick am 2. Februar.
Gilt auch für die Kanzlerin: Maskenpflicht als Mitfahrerin

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Foto: Michael Kappeler / dpa

Das war das Update am Dienstag. Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

+++ Merkel verteidigt Impfstrategie +++

18.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen bei den Corona-Impfungen gegen Kritik verteidigt. Die Entscheidung, bei der Zulassung der Impfstoffe mit der notwendigen Gründlichkeit vorzugehen, sei »kein Fehler« gewesen, sagte Merkel in der ARD-Sendung »Farbe bekennen«.

»Wir können keinen starren Impfplan machen«, verteidigte Merkel das Vorgehen von Bund und Ländern. Die Hersteller hätten den Regierungschefs von Bund und Ländern beim Impfgipfel am Montag erläutert, dass die Impfstoffe unter Hochdruck produziert würden und exakte Voraussagen über die genauen Mengen nicht lange im Voraus getroffen werden könnten. Der Plan müsse dynamisch angepasst werden.

Bis zum Ende des Sommers solle jede und jeder ein Impfangebot erhalten, bekräftigte Merkel. Jeder solle dann zumindest die erste der zwei nötigen Impfungen bekommen können. Bisher sei im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen bei der Impfkampagne, so Merkel. Wenn weitere Impfstoffe zugelassen würden, könne sich dieses Datum nach vorne verschieben. Es gebe aber auch Risiken: Wenn eine Virus-Mutation ein Impfstoff unwirksam machen würde, »würde die Sache anders ausschauen«, so Merkel.

Sonderrechte für Geimpfte lehnte Merkel vorerst ab. Solange nicht klar sei, ob Geimpfte andere anstecken könnten, sei es nicht möglich, diese anders zu behandeln. Umgekehrt sei die Frage, wie man am Ende bei einem sehr großen Impfangebot trotz der Impf-Freiwilligkeit mit Personen verfahren solle, die sich nicht impfen lassen wollten, fügt Merkel hinzu. Dann stelle sich die Frage, ob man nicht Unterschiede machen müsse nach dem Motto: »OK, wer das nicht möchte, der kann vielleicht bestimmte Dinge nicht machen.«

Mit Blick auf die größeren Impffortschritte in anderen Ländern sagte Merkel, in Großbritannien habe es für den Impfstoff von AstraZeneca eine Notzulassung gegeben. In Europa sei der Impfstoff mit der Gründlichkeit der normalen Zulassung geprüft worden. »Das war kein Fehler, wir sind auf das Vertrauen angewiesen.« Die USA exportierten so gut wie keinen Impfstoff, sondern verwende das dort produzierte Serum nahezu komplett selbst. Deshalb seien die Europäer auf ihre eigene Produktion angewiesen.

Merkel erwähnte die »guten Daten« des russischen Impfstoffs Sputnik V, der laut einer Studie zu mehr als 90 Prozent wirksam ist. Jeder Impfstoff sei in der Europäischen Union willkommen, sagte die Kanzlerin. Es werde aber nur der von der europäischen Medizinagentur zugelassen, der auch die notwendigen Daten bringe.

Drosten: Bis Ostern nicht viel Bevölkerungsschutz durch Impfungen

21.37 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat erneut eindringlich vor zu frühen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt. »Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten«, sagte der Charité-Wissenschaftler im Podcast »Coronavirus-Update«  bei NDR-Info vom Dienstag. Im Vordergrund stehe der Schutz für die Risikogruppen. Auch wenn durch die Impfungen die Sterblichkeit sinke, bleibe das Verringern der Fallzahlen für ihn essenziell.

Wo und wie schnell man lockere, müsse man genau prüfen, so Drosten. Es gebe »einen großen Grund zur Sorge«. Er sprach von einem Szenario, in dem es zu zahlreichen schweren Krankheitsverläufen in der mehr als 23 Millionen Menschen umfassenden Gruppe der 40- bis 60-Jährigen kommen könnte – falls zu früh gelockert würde und diese Menschen noch nicht ausreichend geschützt seien, etwa durch Impfungen.

Über den in Aussicht gestellten Anstieg der Impfstoffdosen im Jahresverlauf zeigte sich Drosten nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern positiv überrascht: »Die Situation ist viel besser als ich das noch vor Tagen gedacht habe.«

US-Regierung liefert Bundesstaaten nochmals mehr Corona-Impfstoff

20.28 Uhr: Die USA erhöhen bei der Corona-Impfkampagne erneut das Tempo. Die Regierung wird den Bundesstaaten ab dieser Woche fünf Prozent mehr Impfstoff liefern, nämlich 10,5 Millionen Dosen, wie US-Präsident Joe Bidens Corona-Koordinator Jeff Zients am Dienstag sagte. Zudem sollen im Rahmen eines neuen Programms kommende Woche erstmals rund eine Million Dosen an Apotheken ausgeliefert werden. Zunächst würden nur 6500 Apotheken berücksichtigt, deren Zahl könne aber auf bis zu 40.000 steigen, sobald es mehr Impfstoff geben werde.

Die Regierung hatte bereits vergangene Woche erstmals angekündigt, den Bundesstaaten mehr Impfstoff zu schicken. Mit der weiteren Erhöhung sei die Liefermenge seit Bidens Amtsantritt am 20. Januar bereits um 22 Prozent angestiegen, teilte das Weiße Haus mit. Die Regierung verpflichte sich, für die nächsten drei Wochen mindestens diese Menge auszuliefern und werde mit Herstellern zusammenarbeiten, um das Angebot an Impfstoffen weiter auszubauen, hieß es.

Die US-Regierung hofft, bis Ende des Sommers genug Impfdosen zu haben, um der gesamten Bevölkerung ein Impfangebot machen zu können. Bislang kamen die Impfungen gegen das Coronavirus in den USA nicht im erhofften Tempo voran – aber schneller als in Deutschland. Bislang wurden in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern bereits 50 Millionen Dosen ausgeliefert, von denen 32 Millionen auch verabreicht wurden, wie Zahlen der Gesundheitsbehörde CDC zeigen. Darunter sind demnach sechs Millionen Menschen, die inzwischen schon die beiden nötigen Impfungen bekommen haben.

Von der Leyen wirbt für mehr EU-Investitionen in Impfstoffproduktion

20.25 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die aktuelle portugiesische EU-Ratspräsidentschaft werben angesichts der Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen für die Bereitstellung weiterer EU-Mittel. In einem Schreiben an die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten sprechen sie sich dafür aus, »alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um den europäischen Bedarf zu decken«. Als Beispiel werden zusätzliche Investitionen in den Ausbau oder die Umwidmung von Produktionsstätten genannt. Zudem könnten auch der Neubau von Werken und die Zusammenarbeit zwischen Herstellern gefördert werden.

Über den Brief, den neben der EU-Kommissionspräsidentin der portugiesische Ministerpräsident António Costa unterzeichnete, berichtete am Dienstag zunächst die »Süddeutsche Zeitung«. Der Deutschen Presse-Agentur lag er ebenfalls vor.

Niederlande verlängern und erleichtern Lockdown - Grundschulen öffnen

20.20 Uhr: Wegen der besorgniserregenden Ausbreitung der britischen Corona-Variante in den Niederlanden hat die Regierung in Den Haag die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens zum 2. März beschlossen. Inzwischen gingen zwei Drittel aller Neuinfektionen auf diese weit stärker ansteckende Variante zurück, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend zur Begründung. Ein dritte Corona-Welle sei unvermeidlich.

Zugleich gab Rutte einige Erleichterungen des bereits seit dem 15. Dezember geltenden Lockdowns bekannt. So sollen Grundschulen und Kitas am kommenden Montag wieder öffnen. Der Regierungschef verwies auf die Einschätzung von Experten, dass Kinder in diesen Altersgruppen weniger zur Ausbreitung des Coronavirus beitragen als ältere Kinder oder Erwachsene. Die Grundschul- und Kita-Öffnung werde mit einem strengen Testregime einhergehen. Oberschulen sollen bis mindestens zum 1. März geschlossen bleiben.

Vom 10. Februar an dürfen alle Geschäfte ein Bestell- und Abholsystem anbieten. Kunden sollen Waren online oder telefonisch ordern und in einem zugeteilten Zeitfenster abholen dürfen. Bislang waren nur Lieferungen nach Hause möglich; Ausnahmen wurden auch vorher schon für Lebensmittelgeschäfte gemacht.

Rutte bereitete die Niederländer zudem darauf vor, dass die seit dem 23. Januar geltende – und teils heftig umstrittene – nächtliche Ausgangssperre möglicherweise verlängert wird. Bislang sei zwar weiterhin vorgesehen, sie am 10. Februar aufzuheben. Vor einer Entscheidung soll aber der Rat von Experten eingeholt und geprüft werden, wie sich das Ausgangsverbot zwischen 21.00 und 04.30 Uhr auf das Pandemiegeschehen ausgewirkt hat.

Britischer Teenager kommt nach Koma zu minimalem Bewusstsein – und weiß noch nichts von der Pandemie

19.00 Uhr: Die britische Tageszeitung »Guardian«  berichtete, ein 19-jähriger Brite sei nach zehn Monaten im Koma wieder bei Bewusstsein – aber wisse nicht, dass sich das Land und die Welt mitten in einer Pandemie befinden. Dabei hätte der Teenager während des Komas selbst gleich zweimal eine Corona-Infektion durchgestanden. Doch nach Angaben der Familie ist der 19-Jährige noch stark durch das Hirntrauma beeinträchtigt, das er sich bei einem Verkehrsunfall am 21. März 2020 zugezogen hat. So kann er sich bislang nur durch Blinzeln verständigen. Auch deshalb habe ihn seine Familie noch nicht über das volle Ausmaß der Corona-Pandemie aufgeklärt. Daher könne er auch noch nicht erfassen, weshalb die Familie ihn seit seinem Erwachen aus dem Koma nicht persönlich im Krankenhaus besucht habe.

»Wir sind sehr dankbar für jedermanns Unterstützung und Joseph macht fantastische Fortschritte«, hieß es auf der Instagramseite »Joseph's Journey«. Langsam trete Joseph von einem Koma der Stufe zwei in einen Zustand mit minimalem Bewusstsein. »Man kann oft sein schönes Lächeln sehen.«

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Merkel bittet Bürger »noch eine Weile durchzuhalten«

18.20 Uhr: Trotz sinkender Corona-Infektionszahlen macht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bürgern keine Hoffnung auf eine schnelle Lockerung der Beschränkungen. Sie bitte alle Menschen, »noch eine Weile durchzuhalten«, sagte Merkel am Dienstag in der ARD-Sendung »Farbe bekennen«. Zwar gebe es jetzt bundesweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. »Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter.«

Lockerungen werde es aber nicht erst geben, wenn alle Bürger geimpft seien. »Das ist nicht der Weg, den wir anstreben.« Die Kanzlerin rief die Menschen dazu auf, mit der Einstellung an das Problem heranzugehen, man könne das Virus besiegen, indem man ihm nicht die Bedingungen gebe, um Menschen zu infizieren. Das bedeute, Abstand zu halten und wirklich vorsichtig zu sein. »Wenn wir das noch eine Weile durchhalten, dann wird es besser werden.«

Spanien schränkt Einreise aus Brasilien und Südafrika ein

18.15 Uhr: Nach Deutschland und anderen Ländern Europas schränkt nun auch Spanien die Einreisen aus den Corona-Risikoländern Südafrika und Brasilien ein. Die Maßnahme trete am Mittwoch in Kraft und gelte zunächst für zwei Wochen, teilte eine Regierungssprecherin mit.

Von der Einreisesperre nicht betroffen sind demnach Staatsbürger von Spanien und Andorra sowie Menschen, die in Spanien oder Andorra ihren Hauptwohnsitz haben. Zudem dürfen Reisende, die auf einem spanischen Flughafen den internationalen Transitbereich nicht verlassen und deren Endreiseziel außerhalb des Schengen-Raums liegt, ebenfalls weiterhin Maschinen nach Spanien besteigen.

Britische Forscher entdecken Kombi-Mutante

18.05 Uhr: In Großbritannien sind erste Fälle der britischen Corona-Variante aufgetreten, die zusätzlich eine Genveränderung der Viruslinie aus Südafrika tragen. Experten sorgen sich um die Wirksamkeit bestehender Impfstoffe.

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Sorge wegen ansteckender Mutationen in Frankreich

17.52 Uhr: In Frankreich wächst die Sorge vor der Verbreitung der besonders ansteckenden Coronavirus-Varianten. Erste Untersuchungen im Großraum Paris seien »nicht gut«, warnte Rémy Salomon, Präsident der medizinischen Kommission beim Pariser Krankenhausbetreiber AP-HP, im Sender Franceinfo. Die bisher getroffenen Maßnahmen reichten wahrscheinlich nicht aus.

»Ich verstehe, dass das eine schwierige Entscheidung ist«, sagte Salomon mit Blick auf einen erneuten Lockdown. Aber er habe Angst vor einer Beschleunigung der Epidemie und warnte vor einem exponentiellen Anstieg. Salomon plädierte etwa für eine Verlängerung der Winterschulferien. Das Bildungsministerium hatte zuletzt die Regeln für Vorschulen verschärft, um die Verbreitung der Mutationen einzudämmen.

In Frankreich hatten Beobachter eigentlich einen neuen Lockdown erwartet. Stattdessen hatte Premier Jean Castex am Freitagabend verstärkte Kontrollen bei der Ausgangssperre ab 18 Uhr und strengere Reisebeschränkungen angekündigt. Auch bestimmte Geschäfte mussten nun wieder schließen. Ab 18 Uhr abends dürfen die Menschen im Land seit mehr als zwei Wochen nur noch in Ausnahmefällen das Haus verlassen. Einkaufen oder spazieren gehen gehören nicht dazu.

Frankreich empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

17.45 Uhr: In Frankreich empfiehlt die unabhängige Medizinaufsicht HAS, den Impfstoff von AstraZeneca nur Menschen unter 65 Jahren zu verabreichen. Die Behörde verwies – wie auch die deutsche Stiko – als Begründung auf fehlende Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen. Die HAS empfahl zudem, dass das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers auch von Apothekern und Hebammen verabreicht werden können soll.

Vorrangig sollte das Vakzin demnach in Frankreich Menschen im Alter von 50 bis 65 Jahren mit gesundheitlichen Vorbelastungen und medizinischem Personal verabreicht werden.

Corona-infizierter »Captain Tom« stirbt 100-jährig

17.25 Uhr: Der britische Rekord-Spendensammler Tom Moore ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Moore – genannt »Captain Tom« – hatte sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert und litt an Covid-19. Er konnte wegen anderer eingenommener Medikamente nicht geimpft werden.

Bekannt geworden war der Weltkriegsveteran Moore, als er im vergangenen Jahr mit einem Spendenlauf knapp 32,8 Millionen britische Pfund (etwa 37 Millionen Euro) für den Nationalen Gesundheitsdienst NHS in der Corona-Pandemie sammelte.

Köln registriert bisher 136 Fälle von Corona-Mutationen

17.05 Uhr: Die Stadt Köln hat bisher 136 Fälle von Corona-Mutationen festgestellt. Das teilt der Leiter des Gesundheitsamtes, Johannes Nießen, mit. In 88 Fällen habe man die zuerst in Großbritannien festgestellte Mutation analysiert, in 48 Fällen die zunächst in Südafrika nachgewiesene Variante – davon allein 31 Fälle in einer Notunterkunft. Die Stadt Köln hat entschieden, alle Corona-Positiv-Proben auf Mutationen zu analysieren. Es sei aber sehr schwer festzustellen, wie weit sich die Mutanten bereits verbreitet hätten, sagt Nießen zu Berichten, dass sie an die zehn Prozent der Corona-Fälle in der Stadt ausmachen sollen. Denn die Gensequenzierung dauere mehrere Tage.

AfD unterliegt in Sachsen-Anhalt mit Klage gegen Corona-Verordnung

17.02 Uhr: Die AfD in Sachsen-Anhalt ist mit einer Klage gegen die Corona-Verordnung des Bundeslands vor dem Landesverfassungsgericht gescheitert. Das Gericht wies in Dessau einen Antrag zur vorläufigen Aussetzung diverser Regelungen in der seit Mitte Dezember geltenden Verordnung zurück.

Geklagt hatten die 21 Landtagsabgeordneten der AfD-Fraktion und ein fraktionsloser Parlamentarier. Sie halten unter anderem die strengen Kontaktbeschränkungen, die Schließung von Gaststätten und die Beschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort für verfassungswidrig.

Es ist nicht die erste Corona-Eindämmungsverordnung, gegen die die AfD in Sachsen-Anhalt klagt. Auch in anderen Bundesländern klagte die Partei bereits.

Russland will in diesem Jahr 700 Millionen Menschen mit Sputnik V impfen

15.58 Uhr: Russland will einem Medienbericht zufolge in der Lage sein, in diesem Jahr 700 Millionen Menschen mit dem Sputnik-V-Impfstoff zu impfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den Chef des russischen Staatsfonds RDIF, der die Forschung finanziert.

Spahn will Corona-Ausnahmezustand über den 31. März hinaus verlängern

15.58 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bittet den Bundestag, die Corona-Pandemie über den 31. März hinaus als »epidemische Lage von nationaler Tragweite« einzustufen. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf an den Bundestag hervor. »Die Pandemie wird Ende März nicht vorbei sein. Damit die zahlreichen finanziellen Hilfen und flexibilisierten Regelungen für Pflege und Gesundheit weiter bestehen können, müssen sie gesetzlich verlängert werden«, sagte der CDU-Politiker.

Diese Regelungen seien wie die Test- und die Impf-Verordnung an die Feststellung der epidemischen Lage geknüpft. »Daher haben wir auf Bitten der Koalitionsfraktionen einen entsprechenden Gesetzentwurf erarbeitet. In dem Gesetzentwurf wird deshalb nun eine befristete Verlängerung vorgeschlagen. »Der Deutsche Bundestag hat [...] bei entsprechender Lage mindestens alle drei Monate über die Fortdauer der epidemischen Lage von nationaler Tragweite erneut zu entscheiden«, heißt es in dem Entwurf. Auch die pandemiebedingten Sonderregelungen zugunsten von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und zugelassenen Pflegeeinrichtungen sollten um weitere drei Monate verlängert werden. Damit dies finanziert und der Pflegebeitrag stabil gehalten werden kann, schlägt Spahn einen einmaligen Zuschuss in Höhe von drei Milliarden Euro für die Pflegeversicherung aus dem Bundeshaushalt vor.

Fitnessstudio darf an einzelne Kunden vermieten

15.41 Uhr: Ein Fitnessstudio darf trotz der allgemeinen Corona-Schließung stundenweise an einzelne Kunden untervermietet werden. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied zugunsten der Betreiberin eines Studios, die ein solches Geschäftskonzept ausgearbeitet hatte. Ihrem Konzept nach soll das Studio für eine bestimmte Zeit nur von einer Person oder einem Haushalt genutzt werden. Zwischendurch werde gereinigt und desinfiziert. Das Fitnessstudio unterliege dann nicht mehr der Schließung gemäß der Corona-Verordnung, argumentierte sie. Es gelte vielmehr als Anlage für Individualsport, der erlaubt sei. Das Gericht folgte dieser Auffassung.

Eine Frau mit Mundschutz trainiert in einem Fitnessstudio.

Eine Frau mit Mundschutz trainiert in einem Fitnessstudio.

Foto: Marius Becker/ dpa

Der Gesetzgeber könne Fitnessstudios schließen, um die Zahl der Kontakte und das Infektionsrisiko zu senken. Das Risiko werde aber mit dem vorgelegten Hygienekonzept vermieden. Auch dürften andere Individualsportanlagen von mehreren Personen zugleich genutzt werden, zum Beispiel Tennishallen.

Mexiko kauft russischen Corona-Impfstoff Sputnik V

15.36 Uhr: Mexiko kauft den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Ein Vertrag über die Lieferung von 7,4 Millionen Dosen bis April sei unterzeichnet worden, teilt Vize-Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell mit. Weitere Lieferungen sollen im Mai folgen. Noch am Dienstag sei mit einer Notfallzulassung zu rechnen. Zudem schloss Mexiko eine Kaufvereinbarung für zwei Millionen Impfdosen mit dem indischen Hersteller Serum Institute of India zur Lieferung im Februar und März, wie Außenminister Marcelo Ebrard hinzufügt.

Maskenpflicht jetzt auch für Mitfahrer in Berlin

15.34 Uhr: Der Berliner Senat hat einige der Corona-Maßnahmen in einer heutigen Sitzung angepasst. So müssen zukünftig alle Mitfahrer in einem Auto eine Atemschutzmaske tragen. Ausgenommen davon ist der Fahrer. Bisher war die Verordnung hier noch allgemeiner gefasst gewesen. Es gibt aber Ausnahmen von der Maskenpflicht in Privatfahrzeugen. Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partner sowie Angehörige des eigenen Haushalts und Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht müssen keine Maske im Wagen tragen.

Pfizer erwartet Milliardengeschäft mit Covid-19-Impfstoff

15.21 Uhr: Der mit dem Mainzer Biotechunternehmen Biontech entwickelte Covid-19-Impfstoff sorgt beim US-Pharmakonzern Pfizer für einen Umsatzsprung. Alleine von dem Mittel erwartet Pfizer in diesem Jahr einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Für 2021 rechnet Pfizer insgesamt mit einem Umsatz von 59,4 bis 61,4 Milliarden Dollar – das wäre ein Zuwachs von bis zu 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr setzte Pfizer noch 41,9 Milliarden um, ein Plus von zwei Prozent. Der bereinigte Gewinn stieg um 16 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar.

Niedersachsen schlägt sechsstufigen Corona-Plan vor

15.14 Uhr: Das niedersächsische Kabinett hat einen »Stufenplan 2.0« beschlossen, der Öffnungs- und Verschärfungsschritte in der Coronakrise an bestimmte Schwellenwerte knüpfen soll. Eine Art erweitertes Ampelsystem sieht dafür sechs Stufen von einem geringen Infektionsgeschehen (eine Inzidenz unter 10) bis zu einem eskalierenden Infektionsgeschehen (Inzidenz über 200 und einem R-Wert über 1,2) vor. Niedersachsen will den Plan in die Bund-Länder-Abstimmung einbringen und argumentiert, dass der Stufenplan Bürgern mehr Orientierung und Transparenz geben könnte.

Impfstoff-Ausfuhr nach Großbritannien und Kanada genehmigt

14.50 Uhr: Über das neue EU-System zur Überwachung des Handels mit Corona-Impfstoffen sind in den ersten Tagen noch keine Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union verboten worden. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission mitteilte, wurden zunächst lediglich zwei Genehmigungen für Impfstofflieferungen nach Großbritannien und Kanada beantragt, die dann auch erteilt wurden.

Auf die Frage, wie viele Impfstoffdosen in die beiden Länder ausgeführt werden dürfen und von wem sie hergestellt wurden, gab es keine Antwort. Als Produzenten kommen vor allem die Unternehmen AstraZeneca, Moderna und die Allianz aus Pfizer und Biontech in Frage.

Thüringen verlängert Lockdown-Regeln bis 19. Februar

14.21 Uhr: Die Thüringer Landesregierung hat die im Freistaat geltenden Lockdown-Regeln um fünf Tage verlängert. Das Kabinett habe bei einer Sitzung beschlossen, die derzeit geltende Corona-Verordnung bis zum 19. Februar in Kraft zu lassen, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Erfurt. Eine Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums erklärte, dass damit alle derzeit geltenden Lockdown-Regeln bis mindestens zu diesem Tag in Kraft blieben.

Corona-Schutzmaske bewahrt Zugbegleiterin vor Bissverletzung

14.14 Uhr: Die in Zügen derzeit vorgeschriebenen Corona-Schutzmasken haben eine Fahrkartenkontrolleurin in Hessen womöglich vor einer Bisswunde durch einen Reisenden bewahrt. Der unbekannte Mann habe am Montagabend versucht, die 63-Jährige bei einer Kontrolle in den Arm zu beißen. Er vergaß laut Polizei jedoch, dass er eine Maske trug. »Die erschwerte das Beißen erheblich, was die Zugbegleiterin letztlich vor Verletzungen schützte«, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei in Frankfurt.

Die 63-Jährige hatte den Reisenden am Montagabend in einem Regionalexpress im Main-Kinzig-Kreis kontrollieren wollen. Dabei zeigte ihr der Mann zwar kurz sein Ticket, wollte es ihr aber nicht geben. Als sich die Frau den Fahrschein schnappte, ging der Mann auf sie los. Nach der Attacke flüchtete er unerkannt an einem Bahnhof.

Labore haben ersten Überblick über Corona-Varianten in Deutschland

14.01 Uhr: Die Labore in Deutschland haben nach Zehntausenden Testungen einen ersten Überblick über die Ausbreitung von Corona-Varianten hierzulande. »Was hier durchs Land schwirrt, ist im einstelligen Prozentbereich«, sagte der Laborbetreiber Evangelos Kotsopoulos. Er betonte aber, dass erst seit einer guten Woche gezielt getestet werde und die Zahlen bisher meist aus der Cluster-Nachverfolgung stammten. Sprich: Die Menschen in den Infektionsherden können sich gegenseitig mit mutierten Virus-Varianten infizieren, weswegen eine statistische Verzerrung wahrscheinlich ist.

Kretschmann dämpft Hoffnung auf Lockerung des Lockdowns

13.26 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Hoffnungen auf eine Lockerung des harten Corona-Lockdowns nach dem 14. Februar gedämpft. Öffnungen könne es nur geben, wenn der Inzidenzwert auf unter 50 falle, sagte der Regierungschef in Stuttgart. »Wenn wir in deren Nähe nicht kommen, wird das eher zu Verlängerungen führen.« Nächste Woche Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber sprechen, ob der seit dem 16. Dezember geltende Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb über den 14. Februar hinaus verlängert wird.

Labors verzeichnen weniger PCR-Tests

13.10 Uhr: Die Zahl der PCR-Tests in Deutschland ist in der Vorwoche nach Angaben des Medizinlabor-Verbandes ALM erneut gesunken. Es seien 981.404 PCR-Tests durchgeführt worden, teilt der Verband mit. In der Vorwoche seien es 993.304 gewesen. Die Positivrate sank auf 8,9 Prozent. Es sei aber eine Kapazität von 1,9 Millionen PCR-Tests vorhanden. Der Verband fordert deshalb mehr PCR-Tests, um einen vollständigeren Überblick über die Pandemie zu erhalten.

Viele Labors hatten in den vergangenen Monaten ihre Kapazitäten erweitert. Mittlerweile werden aber auch viele Schnelltests eingesetzt, deren Aussagekraft als nicht so verlässlich wie die von PCR-Tests gilt.

Boris Palmer fordert Notfallzulassung für Curevac-Impfstoff

13.04 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff des heimischen Biotechunternehmens Curevac. »Wenn man politisch eingreifen will, sollte man sich die Frage der Zulassung noch mal anschauen. Ich würde dafür plädieren, dass der Curevac-Impfstoff eine Notzulassung bekommt, dann haben wir ihn vier oder sechs Wochen früher zur Verfügung«, sagt der Grünenpolitiker dem TV-Sender Phoenix mit Blick auf das Mittel der Tübinger Firma, dass in der zulassungsrelevanten Studienphase ist.

Er verstehe nicht, wieso die Bundesregierung keine deutschen Notfallzulassungen wolle. Die Regierung setzt dagegen auf eine reguläre europäische Zulassung aller Corona-Impfstoffe.

Hunderte Verstöße gegen Corona-Einreiseregeln festgestellt

13.01 Uhr: Die Bundespolizei hat innerhalb weniger Tage mehrere Hundert Verstöße gegen die verschärften Corona-Einreiseregeln festgestellt. Zwischen dem 24. und dem 31. Januar seien bei 215 Flügen aus ausländischen Hochrisiko- und Virusvariantengebieten 802 Verstöße gegen die geltenden Regeln festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Den Angaben zufolge kamen 309 Passagiere an, die vorab keine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt hatten. In 493 Fällen fehlte der aktuelle negative Corona-Test.

Konkret geht es um Flüge aus Gebieten mit besonders hohen Inzidenzen, also Ansteckungsraten, und um Gebiete, in denen eine womöglich ansteckendere neue Variante des Coronavirus kursiert. Anders als bei Risikogebieten mit etwas weniger hohen Infektionsraten reicht ein Corona-Test nach der Einreise hier nicht aus.

Für die sogenannten Virusvariantengebiete gilt außerdem seit dem vergangenen Samstag ein Beförderungsverbot mit eng gefassten Ausnahmen. Fluggesellschaften dürfen seither im Prinzip nur noch deutsche Staatsbürger oder Ausländer, die hierzulande ihren Wohnsitz haben, nach Deutschland bringen. An den ersten beiden Tagen nach Inkrafttreten stellte die Bundespolizei laut Innenministerium acht Verstöße gegen die neue Corona-Schutzverordnung fest.

Polizei löst Hochzeitsfeier mit Pfefferspray auf

12.52 Uhr: Die Polizei hat eine Hochzeitsfeier in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg mit Pfefferspray aufgelöst. Die zehn Gäste im Alter zwischen 15 und 53 Jahren hätten die Corona-Schutzregeln missachtet. Offensichtlich wollten die Partygäste aber nicht freiwillig gehen: Es kam laut den Beamten zu Widerstand gegen die Einsatzkräfte, sodass Pfefferspray eingesetzt worden sei.

Sechs Gäste erlitten dadurch leichte Verletzungen, die von Rettungskräften vor Ort behandelt wurden. Eine Frau wollte sich dort nicht medizinisch versorgen lassen, sie kam in ein Krankenhaus. Sechs Einsatzkräfte wurden ebenfalls leicht verletzt, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Die Gäste wurden der Wohnung verwiesen.

Britische Corona-Variante immer häufiger in Paris nachgewiesen

12.16 Uhr: Bis zu einem Fünftel der Infektionen im Großraum Paris ist nach Krankenhausangaben inzwischen auf die zuerst in Großbritannien aufgetauchte hochansteckende Variante des Coronavirus zurückzuführen. »Wir haben erste Ergebnisse der Pariser Region, und sie sind nicht gut«, sagt Remi Salomon, einer der führenden Vertreter des Klinikverbunds AP-HP, dem Radiosender France Info. »Wir waren bei sechs bis sieben Prozent am 7. Januar. Letzte Woche haben wir 15 bis 20 Prozent erreicht.« Striktere Einschränkungen seien notwendig, um die Pandemie einzudämmen.

Krankschreibungen wegen Grippe in Corona-Pandemie halbiert

12.09 Uhr: In der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Krankschreibungen wegen Grippe mehr als halbiert. Das geht aus einer Auswertung der Krankenkasse Barmer hervor. Danach waren zwischen November und Weihnachten des vergangenen Jahres pro Woche durchschnittlich nur 661 Versicherte wegen Influenza krankgeschrieben. In den Jahren 2018 und 2019 lagen die Zahlen im Schnitt bei 923 bis 1721 pro Woche.

Teilweise lagen die wöchentlichen Rückgänge sogar bei mehr als 60 Prozent, wie die Barmer nach Auswertung von Versichertendaten berichtete. Die Daten bestätigen auch die Beobachtungen etwa des Robert Koch-Instituts. Die Abstand- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona senkten offensichtlich auch das Influenzarisiko, erklärte Barmer-Expertin Ursula Marschall. Dies sei ein positiver und immens wichtiger Effekt. Denn je weniger schwere Grippefälle es gebe, desto mehr Kapazitäten blieben den Krankenhäusern, um Corona-Kranke zu versorgen.

Gefälschter Impfstoff aus China offenbar auch ins Ausland gelangt

12.00 Uhr: Gefälschte Impfstoffe aus China sind offenbar auch in andere Länder verkauft worden. Nach der Entdeckung eines Fälscherrings und 80 Festnahmen berichtete Außenamtssprecher Wang Wenbin, dass nach seinem Verständnis »betreffende Länder« über die Lage unterrichtet worden seien. Konkreter wurde er nicht. »Die Zusammenarbeit in der Strafverfolgung mit den entsprechenden Ländern wird verstärkt, um die Verbreitung solch krimineller Aktivitäten zu verhindern.«

Am Vortag war in China ein »größerer Fall« berichtet worden, bei dem gefälschte Covid-19-Impfstoffe produziert und verkauft worden waren. Seit September 2020 hätten die Fälscher unwirksame Kochsalzlösung abgefüllt, um sie als Impfstoff zu verkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Insgesamt seien 3000 Dosen beschlagnahmt worden. Die Polizeiaktion sei an mehreren Orten in Peking und den Provinz Shandong und Jiangsu erfolgt. Der Umlauf der gefälschten Impfstoffe durch die Bande sei gestoppt worden.

Nächster Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 10. Februar

11.45 Uhr: Bund und Länder wollen am 10. Februar über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Das aktuelle Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlin, bestätigte den Termin am Dienstag. Im Mittelpunkt der Schaltkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Frage stehen, ob der seit 16. Dezember 2020 geltende harte Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb über den 14. Februar hinaus verlängert wird. Zudem soll bis zu dem Treffen ein »nationaler Impfplan« vorliegen, um mehr Berechenbarkeit und Verlässlichkeit bei den Impfstofflieferungen zu erreichen.

Bundeswehr fliegt zum Corona-Einsatz nach Portugal

11.40 Uhr: Die Bundeswehr will die Nothilfe für das von der Corona-Pandemie schwer getroffene Portugal am Mittwoch mit zwei Flugzeugen nach Lissabon fliegen. Die Maschinen – ein Airbus A310 für die 26 Männer und Frauen des Hilfsteams sowie ein Transportflugzeug A400M für das Material – sollen vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen aus starten. Unter den Soldaten sind acht Ärzte, wie die Bundeswehr mitteilte. »Wir helfen unseren Freunden in Portugal, die in einer besonders dramatischen Lage sind, mit deutschem sanitätsdienstlichem Personal und medizinischer Ausrüstung«, hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag erklärt.

Das Hilfsteam war beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst im ostfriesischen Leer zusammengezogen worden. Es wird begleitet durch den Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner. Im Laderaum des A400M werden 50 Beatmungsgeräte, 150 Infusionsgeräte, 150 Krankenbetten und weiteres Material nach Portugal geflogen. Die erste Kontingent soll für 21 Tage im Einsatz sein.

KfW-Fördervolumen steigt wegen Coronakrise auf Rekordniveau

10.50 Uhr: Die staatliche Förderbank KfW hat im vergangenen Jahr so viel Kredite vergeben wie noch nie. »Das Jahr 2020 war für die KfW ein ganz besonderes Jahr. Nie zuvor waren wir als Förderbank auf diese Weise gefordert«, sagte Vorstandschef Günther Bräunig. Das Volumen der ausgereichten Darlehen stieg um 75 Prozent auf 135 Milliarden Euro. Fast 60 Milliarden Euro davon entfielen auf Förderkredite, die zur Abfederung der Coronakrise im In- und Ausland vergeben worden seien. Auch die IT-Systeme der KfW seien stabil gelaufen, obwohl man viel mehr Anträge abgewickelt habe als vor der Pandemie.

Allein in Deutschland habe die KfW im vergangenen Jahr rund eine Million an Krediten, Zuschüssen und anderen Finanzierungen in Höhe von 106 Milliarden Euro zugesagt, sagte Bräunig. Zu dem Wachstum hätten auch Darlehen für energieeffizientes Bauen und Kredite für private Ladestationen für E-Autos beigetragen. Auch das laufende Jahr werde noch von der Coronakrise geprägt sein, so Bräunig. »Die angelaufenen Impfungen stimmen zuversichtlich, dennoch wird uns die Pandemie auch im neuen Jahr sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand weiter beschäftigen.«

Scholz gegen deutschen Sonderweg bei Impfstoffbeschaffung

10.45 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist gegen einen Sonderweg Deutschlands bei der Impfstoffbeschaffung. Trotz Fehlern der EU-Kommission beim Einkauf sei es richtig, sich die Impfstoffe nicht gegenseitig in Europa wegzuschnappen. »Europa wird diese Krise nur gemeinsam bewältigen«, sagt der SPD-Kanzlerkandidat bei einer virtuellen Veranstaltung mehrerer Zeitungen. »Es hätte wohl mehr bestellt werden müssen.« Wichtig sei nun aber, aus Fehlern zu lernen und vor allem die bestehenden Kapazitäten rasch auszuweiten.

Rund 131.000 Corona-Neuinfektionen in den USA

10.30 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden rund 131.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gezählt worden. Das sind rund 20.000 weniger als am gleichen Tag der Vorwoche, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorging.

Zudem starben am selben Tag 1881 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert war am 12. Januar mit 4466 Toten binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der bisherige Tagesrekord an Neuinfektionen wurde am 2. Januar mit 300.282 neuen Fällen gemeldet. In dem Land mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 26,3 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 443.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Österreich verschärft Einreisebestimmungen – kein Freitesten mehr

10.30 Uhr: Österreich verschärft aus Sorge vor der Verbreitung der Coronavirusmutationen die Einreiseregeln. Künftig müssten alle Einreisenden, für die keine Ausnahme gelte, beim Grenzübertritt einen negativen Corona-Test vorlegen. Obendrein sei eine zehntägige Quarantäne einzuhalten, ein Freitesten nach fünf Tagen sei nicht mehr möglich, sagte Innenminister Karl Nehammer in Wien.

Pendler müssten sich wie andere Einreisende nun auch online registrieren und einmal in der Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Seit Beginn der Grenzkontrollen im Dezember seien drei Millionen Menschen überprüft worden, 200.000 seien in Quarantäne geschickt worden.

Schwarze US-Bürger vergleichsweise seltener geimpft

10.30 Uhr: Eine neue Auswertung von Impfdaten durch die US-Gesundheitsbehörde CDC legt eine ungerechte Verteilung der Corona-Vakzine zwischen Schwarzen und Weißen in dem Land nahe. Zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar erhielten in den USA fast 13 Millionen Menschen mindestens eine Impfung, wie die Behörde mitteilte. Von den rund 6,7 Millionen Menschen, deren Angaben über ethnische Zugehörigkeit vorlagen, bezeichneten sich nur 5,4 Prozent als Schwarze. 60,4 Prozent bezeichneten sich dagegen als Weiße.

Weitere 11,5 Prozent gaben demnach an, lateinamerikanischer oder asiatischer Abstammung zu sein. Zugleich mahnte die CDC zu Zurückhaltung bei der Bewertung der Studie, denn 14 Prozent der befragten Geimpften bezeichneten ihre Zugehörigkeit als »vielfältig« oder sahen sich einer anderen Ethnie zugehörig. In den Vereinigten Staaten hatte es zuletzt die Sorge gegeben, dass Schwarze in der Impfkampagne benachteiligt würden. In einigen Regionen stehen die Impfzentren in vor allem von Weißen bewohnten Gegenden. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass erkrankte Afroamerikaner an Covid-19 sterben, mehr als zweimal höher als im Durchschnitt.

Japan verlängert Notstand für Großraum Tokio

10.01 Uhr: Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga will den Corona-Notstand für den Großraum Tokio und weitere Präfekturen um einen Monat verlängern. Der zunächst bis 7. Februar verhängte Notstand für Tokio und die umliegenden Präfekturen Kanagawa, Chiba und Saitama sowie für die Präfekturen Aichi, Gifu, Osaka, Kyoto, Hyogo und Fukuoka solle bis zum 7. März dauern, kündigte Suga – keine sechs Monate vor den in Tokio geplanten Olympischen Spielen – laut Medien im Parlament an. Nur in Tochigi wird er am 7. Februar aufgehoben.

Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt gesunken, doch die Lage in den Krankenhäusern bleibt wegen der weiterhin hohen Zahl an schwer Erkrankten angespannt. Zu Wochenbeginn lagen 975 Patienten auf den Intensivstationen, 133 allein in Tokio. Ein Lockdown ist der Notstand nicht: Restaurants und Bars sollen ab 19.00 Uhr keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Die Bürger sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20.00 Uhr auszugehen.

Zahl der Fluggäste bricht 2020 um fast 75 Prozent ein

09.53 Uhr: Die Zahl der Fluggäste ist 2020 auf ein historisches Tief gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starteten oder landeten rund 57,8 Millionen Passagierinnen und Passagiere auf den 24 größten Verkehrsflughäfen in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Einbruch um fast drei Viertel (74,5 Prozent). 2019 war mit 226,7 Millionen Fluggästen noch ein Rekord bei den Passagierzahlen verzeichnet worden.

Zugleich bedeuten die Fluggastzahlen im Jahr 2020 den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. 1991 waren laut Statistischem Bundesamt rund 63 Millionen Fluggäste verzeichnet worden. Maßgeblich geprägt war das vergangene Jahr von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, wobei der Inlandsflugverkehr schon vor den ersten größeren Einschränkungen deutlich unter den Vorjahreswerten lag (im Januar minus neun Prozent, im Februar minus 15 Prozent).

»Lockdown« ist der »Anglizismus des Jahres«

09.43 Uhr: Der in der Coronakrise gebräuchliche Begriff »Lockdown« ist zum »Anglizismus des Jahres« 2020 gekürt worden. »Überzeugt hat die Jury am Wort Lockdown neben der zentralen Rolle, die es in der Diskussion um die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie spielt, seine schnelle Integration in den Wortschatz des Deutschen«, teilte das Gremium rund um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mit.

Das Wort führe schon ein Eigenleben und werde auch zusammengesetzt benutzt – etwa in Lockdown-Verstöße. Die Initiative »Anglizismus des Jahres« würdigt seit 2010 jährlich »den positiven Beitrag des Englischen« zur deutschen Sprache. Frühere ausgezeichnete Begriffe waren etwa »Influencer« und »Shitstorm«.

RKI meldet 6114 Neuinfektionen und 861 weitere Todesfälle

09.34 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6114 Neuinfektionen binnen einem Tag gemeldet. Das sind rund 300 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche. Möglicherweise sind in den Zahlen allerdings Nachmeldungen enthalten, da für die Daten am Vortag keine Zahlen aus Sachsen-Anhalt vorgelegen hatten. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 90 von zuletzt 91.

Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Ziel der Bundesregierung ist ein Wert von 50. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Ansteckung gestorben sind, stieg um 861, wie das RKI weiter mitteilte.

Großbritannien beginnt mit Tür-zu-Tür-Tests von 80.000 Menschen

09.25 Uhr: In mehreren Regionen Englands sollen sich insgesamt Zehntausende Menschen Corona-Schnelltests unterziehen. Zuvor waren einige weitere Fälle der Virusmutation aus Südafrika aufgetaucht. In London, im Südosten sowie Nordwesten von England und im Westen der Midlands sollen nun in den nächsten Tagen mobile Teams mit Heimtests durch die Viertel ziehen und bis zu 80.000 Bürger zu Schnelltests auffordern – egal, ob sie Symptome haben oder nicht.

Davon erhofft man sich, mögliche weitere Fälle schnell zu entdecken, Infektionsketten nachvollziehen zu können und die weitere Ausbreitung der Variante zu verhindern.

Olympia in Tokio soll unabhängig von der Pandemiesituation stattfinden

08.59 Uhr: Der Präsident von Tokio 2020, Yoshiro Mori, sagte am Dienstag, dass Japan die Olympischen Sommerspiele unabhängig von der Situation der Corona-Pandemie abhalten werde. Sein Land arbeite eng mit dem Internationalen Olympischen Komitee zusammen, um die Spiele stattfinden zu lassen. Mori sprach zu Beginn eines Treffens mit Japans Sportforschungskommission.

Habeck zu Impfterminvergabe: Kann nicht sein, dass 80-Jährige in stundenlange Telefonschleifen geschickt werden

08.11 Uhr: Nach dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern hat sich der Grünenvorsitzende Robert Habeck enttäuscht von den Ergebnissen gezeigt. »Das Erwartungsmanagement ist in den Keller gefahren worden«, sagte Habeck im ARD-»Morgenmagazin« am Dienstag. Der Gipfel am Montag hätte eine »Strategie erklären« sollen – es sei aber nur bei der Ankündigung einer Strategie geblieben.

Habeck forderte, die »Fakten auf den Tisch zu legen«, und er warf Bund und Ländern bei dem Treffen »handwerkliche Fehler« vor. Zudem drängte er erneut auf eine Änderung der Vergabe von Impfterminen per Anschreiben. Es könne nicht sein, dass 80-Jährige in Telefonschleifen geschickt würden und dort stundenlang ausharren müssten.

Bund und Länder hatten sich am Montag auf einen nationalen Impfplan verständigt, der geplante Lieferungen verzeichnen und – wo das nicht möglich ist – Lieferszenarien modellieren soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hielt außerdem an ihrer Zusage fest, bis zum Ende des Sommers jedem erwachsenen Bürger ein Impfangebot machen zu wollen.

WHO-Team besucht Tierseuchenzentrum in Wuhan

07.58 Uhr: Im Zuge ihrer Untersuchung über die Ursprünge der Coronaviruspandemie besuchten Experten der Weltgesundheitsorganisation am Dienstag ein Tierseuchenzentrum in der chinesischen Stadt Wuhan.

Dabei hätten sie »exzellente Einrichtungen, ein sehr informatives Treffen« gehabt, sagte Teammitglied Peter Daszak später. Das Team habe sich mit Mitarbeitern getroffen, die für die Gesundheit des Viehbestands in der Provinz Hubei zuständig sind, habe Labors besichtigt und eine »vertiefende« Diskussion gehabt.

Dem WHO-Besuch in Wuhan waren intensive Verhandlungen über den Zugang zu Informationen über das Virus und seinen vermuteten Ursprung in der Stadt Wuhan vorausgegangen. Am Montag wiesen WHO-Beamte in Genf Behauptungen zurück, die internationalen Experten bekämen nicht genug Zugang zu Daten.

Bayer hofft Anfang 2022 auf erste Curevac-Impfdosen

07.54 Uhr: Der Pharmariese Bayer rechnet damit, den von Kooperationspartner Curevac entwickelten Impfstoff ungefähr Anfang 2022 auf den Markt bringen zu können. Wenn alles gut laufe, könne es gelingen, »in etwa einem Jahr oder sogar schneller« das Vakzin zur Verfügung zu stellen, sagt Bayer-Vorstandsmitglied Stefan Oelrich im ARD Morgenmagazin. Der Curevac-Impfstoff ist noch nicht zugelassen – ebenso wenig wie das Bayer-Werk in Wuppertal, in dem das Vakzin produziert werden soll.

Sozialverbände pochen auf mehr Hilfe für die Ärmsten in der Krise

07.30 Uhr: Hilfe gefordert für die Ärmeren: Sozialverbände fordern von der Koalition, die Probleme der Benachteiligten in der Pandemie stärker zu berücksichtigen. Sie sehen die Ärmeren stärker von einer Corona-Infektion bedroht, warnen vor einer Zweiklassengesellschaft beim Impfen und fordern mehr finanzielle Unterstützung der Betroffenen. »Ein finanzieller Zuschuss für alle, die Grundsicherung beziehen, ist überfällig«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider.

Auch der Sozialverband VdK drückt in der Debatte umüber einen Corona-Zuschuss für Menschen in Grundsicherung aufs Tempo. »Wir begrüßen, dass Minister Heil angekündigt hat, endlich einen Corona-Mehrbedarf zu gewähren«, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. »Wir fordern die Politik auf, jetzt zu handeln, nicht erst nach der Wahl.«

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte Vorschläge für einen Corona-Zuschuss für ärmere Menschen angekündigt. SPD-Chefin Saskia Esken hatte daraufhin die Erwartung an die Union ausgedrückt, beim anstehenden Koalitionsausschuss grünes Licht für ein solches Vorhaben zu geben. Die Spitzen von Union und SPD wollen voraussichtlich an diesem Mittwoch über nun anstehende Projekte beraten. Mit dabei soll voraussichtlich erstmals der neue CDU-Chef Armin Laschet sein. Sozialverbände hatten zuletzt einen Zuschuss von monatlich 100 Euro gefordert.

China: Mehr als 80 Verdächtige wegen gefälschten Corona-Impfdosen festgenommen

07.02 Uhr: Die chinesische Polizei hat eine kriminelle Bande zerschlagen, die gefälschte Impfstoffe gegen das Coronavirus hergestellt hat. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag berichtete, wurden mehr als 80 Verdächtige festgenommen. Bei Razzien in der Hauptstadt Peking sowie in mehreren Städten der östlichen Provinzen Jiangsu and Shandong wurden demnach insgesamt mehr als 3000 gefälschte Impfdosen beschlagnahmt.

Die Bande hatte laut Xinhua Salzwasser in Ampullen gefüllt und diese als Impfdosen verkauft. Die chinesischen Staatsmedien machten keine Angaben dazu, wieviele der falschen Impfampullen verkauft wurden.

Das chinesische Staatsunternehmen Sinopharm hat ein Vakzin gegen das Coronavirus entwickelt, das im Dezember von den Behörden des Landes zur allgemeinen Verabreichung an die Bevölkerung zugelassen worden war.

Bis zum chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar sollen in der Volksrepublik 50 Millionen Menschen gegen die von dem Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 geimpft werden. Rund um den Neujahrstag reisen normalerweise Millionen von Chinesen zu Familienbesuchen durch das Land. In diesem Jahr appellieren die Behörden wegen der Pandemie jedoch an die Menschen, auf solche Reisen zu verzichten.

WHO-Expertin: Bei Corona-Forschung Langzeitfolgen nicht aus dem Blick verlieren

05.30 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie liegt derzeit das Hauptaugenmerk auf Impfstoffen und der Erforschung neuer Virusvarianten. Doch nach Einschätzung der WHO-Expertin Janet Diaz sind Forschungen über die langfristigen Folgen mancher Corona-Infektionen, die unter dem Schlagwort »Long Covid« zusammengefasst werden, genauso wichtig. »Wir haben immer noch nicht vollständig ergründet, was Long Covid ist«, sagte Diaz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Es gebe »da noch einiges zu lernen«, sagte die Long-Covid-Beauftragte im WHO-Notfallprogramm für die Corona-Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation richtet daher am 9. Februar das erste globale Long-Covid-Seminar mit Wissenschaftlern und Ärzten aus. Danach soll der Austausch zu dem Thema in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.

Bezeichnenderweise gibt es noch keinen offiziellen Namen für das Auftreten von Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion – obwohl Millionen Menschen unter ihnen leiden, chronisch müde sind beispielsweise oder rasch die Puste verlieren. Die WHO spricht vorerst von einer »Post-Covid-Verfassung«, aber auch Begriffe wie post-akutes Covid-Syndrom werden verwendet.

Mittlerweile gibt es laut Diaz einen intensiven Austausch zwischen den Betroffenen sowie mehrere Studien, für die Covid-19-Patienten über einen längeren Zeitraum beobachtet wurden. Außerdem hätten Wissenschaftler begonnen, sich mit den zugrundelegenden Faktoren zu befassen. »Jetzt haben wir wahrscheinlich genügend Anschauungsmaterial und Daten, um damit zu beginnen, das alles zusammenzubringen«, sagte Diaz mit Blick auf die geplante Fachtagung kommende Woche.

Dort soll eine Definition und ein offizieller Name für die Corona-Langzeitfolgen gefunden und Standards für die Erhebung von Daten dazu festgelegt werden. Außerdem soll die Teilnahme von Geldgebern an der Veranstaltung der Long-Covid-Forschung einen Schub geben.

Für Betroffene hat Diaz eine ermutigende Nachricht: »Es kann lange dauern, aber letzten Endes werden sie wieder ganz gesund.«

Nachfrage nach Ferienimmobilien steigt in der Coronakrise

05.20 Uhr: Ferienimmobilien in Deutschland sind in der Coronakrise begehrt. Noch mehr Menschen als vor der Pandemie schätzten eigene Zweitwohnungen oder -Häuser für den Urlaub oder als Rückzugsort, berichten Immobilienmakler. »Die Nachfrage nach Ferienimmobilien ist definitiv höher als vor der Krise«, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter beim Makler von Poll Immobilien. »Der Wunsch, aus der Stadt in die Natur zu entfliehen und Kontakten aus dem Weg gehen zu können, hat sich noch verstärkt«.

Die Preise beispielsweise für die begehrten Ferienwohnungen auf den Nordseeinseln, die schon vor der Pandemie 10.000 Euro je Quadratmeter und mehr kosteten, seien 2020 nochmals um rund 20 Prozent gestiegen. Im Vordergrund stehe die Eigennutzung, nicht das Vermieten.

Die Nachfrage balle sich unverändert in den Urlaubsregionen wie Nord- und Ostsee, Alpen und Schwarzwald, sagt Ritter. »In der Coronakrise werden aber auch Regionen beliebter, die im Schatten der Top-Ziele stehen, zum Beispiel Eifel, Mosel, Spreewald und Mecklenburgische Seenplatte.« Sie profitierten davon, dass sie nahe an Metropolen wie Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Berlin liegen. Die Pandemie stärke den deutschen Markt.

Auch der Makler Engel & Völkers verzeichnet ein verstärktes Interesse an Ferienimmobilien in Deutschland. »Die Nachfrage an der Nord- und Ostseeküste sowie in den Alpenregionen und an den süddeutschen Seen ist infolge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen«, sagt Vorstandsmitglied Kai Enders. Höhere Preise im Verkauf und in der Vermietung bestätigten das. »Durch den Boom des Inlandsurlaubs suchen mehr Kaufinteressenten Objekte für die Eigennutzung oder Vermietung.«

Kein Durchbruch bei Gespräch Bidens mit Republikanern über neue Corona-Hilfen

04.05 Uhr: Ein Treffen des neuen US-Präsidenten Joe Biden mit Senatoren der oppositionellen Republikaner zu neuen Hilfsmaßnahmen gegen die Coronakrise hat keinen Durchbruch gebracht. Die Senatorin Susan Collins sprach nach dem zweistündigen Treffen im Weißen Haus zwar von einem »sehr guten Meinungsaustausch«. Jedoch sei keine Einigung auf ein Hilfspaket erreicht worden.

Nach Angaben der Senatorin soll es weitere Gespräche geben. Sie erwarte, dass noch eine parteiübergreifende Vereinbarung über ein neues Maßnahmenbündel gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie getroffen werden könne, sagte Collins, die zum moderaten Parteiflügel der Republikaner gehört. Biden äußerte sich zunächst nicht zum Verlauf des Treffens.

Zweite Corona-Welle in Brasilien: das Rätsel um die verschwundene Herdenimmunität

03.45 Uhr: Im brasilianischen Manaus sollen sich laut einer Studie bereits 76 Prozent der Bevölkerung mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Dennoch erlebt die Stadt eine heftige zweite Welle. Wie kann das sein – und was hat es zu bedeuten? Lesen Sie hier  mehr.

NBA-Profi über Corona: »Empfehle dringend, nicht krank zu werden«

03.30 Uhr: Basketball-Nationalspieler Moritz Wagner hat erstmals über seine Corona-Infektion gesprochen und die Zeit in Quarantäne im Januar als ziemlich unangenehm empfunden. »Ich empfehle dringend, nicht krank zu werden, weil es nervt. Die erste Woche ist offensichtlich hart, weil du krank bist, und dann hast du das hinter dir und versuchst einfach irgendwie aus dem Haus zu kommen«, berichtete der NBA-Profi der Washington Wizards. »Ich bin ein Typ, der sich bewegen muss. Also bin ich tatsächlich aufs Dach und dort Runden gerannt wie ein Verrückter, einfach nur, um etwas Bewegung zu bekommen.«

Wagner war einer von mehreren Profis bei den Wizards, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zwischen dem 13. und 22. Januar mussten wegen der Kontaktverfolgung im Team und der dadurch unterschrittenen Mindestzahl von acht einsatzfähigen Spielern sechs Partien der Wizards abgesagt werden. »Es nervt, du fühlst dich nicht schuldig, aber komisch, weil all die Spiele abgesagt sind und niemand spielen kann«, sagte Wagner.

Wagner hatte beim 143:141-Sieg in letzter Sekunde am Sonntag gegen die Brooklyn Nets sein bislang bestes Saisonspiel hingelegt und kam auf 17 Punkte. »Wir saßen ziemlich lange auf drei Siegen. Diesen Sieg zu holen, hat es offensichtlich zu etwas Besonderem gemacht«, sagte er. Körperlich gehe es ihm gut.

Spahn schwört Deutsche auf »harte Wochen der Knappheit« bei Impfstoff ein

03.15 Uhr: Trotz des angekündigten Nachschubs der Hersteller sieht Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine schnelle Entspannung bei den Corona-Impfstoffen. Beim »Impfstoff-Gipfel« sei allen Teilnehmern klar geworden, dass es in diesem ersten Quartal bis in den April hinein noch »harte Wochen der Knappheit« geben werde, sagte Spahn am Montagabend in den ARD-»Tagesthemen«. »Das lässt sich nicht schneller beschleunigen, übrigens auch mit Geld nicht«, hätten die Hersteller klargemacht. Geld sei nicht der begrenzende Faktor. Erst im zweiten Quartal werde es nennenswert mehr Impfstoff geben.

Die Hersteller produzierten gerade von der Hand in den Mund. »Die Rohstoffe kommen an, sie werden produziert, es geht direkt in die Auslieferung. Da ist kein Lagerbestand«, sagte Spahn. In einer solchen Phase könne jede kleine Pumpe, die ausfalle, gleich zu einer Verzögerung führen, die die Bürger sehr schmerzhaft erlebten, wenn Impftermine nicht angeboten werden könnten. Der Gesundheitsminister sagte, dass jeder, der geimpft werden wolle, im Sommer seine erste Impfung bekommen solle. Spahn erinnerte daran, dass etwa beim AstraZeneca-Impfstoff neun bis zwölf Wochen bis zur zweiten Impfung vergehen sollen.

Der Minister machte deutlich, dass er wenig von einer erzwungenen Zusammenarbeit von Herstellern hält, um Impfstoff-Mengen zu steigern. »Es wird ja viel kooperiert und immer mehr kooperiert.« Freiwillige Kooperationen und Technologie-Transfers seien besser als jeder Zwang. »Zwang in aller Regel kann nur so viel erreichen wie gute Kooperation«, sagte Spahn weiter.

Biontech-Chef Uğur Şahin sagte in den »Tagesthemen«, die Hersteller seien in einer Ausnahmesituation. »Wir sind selbst davon abhängig, dass die Zulieferer uns Materialien liefern«, sagte er. »Wir haben auch keine vollen Lagerstätten. Alles, was wir produzieren, wird de facto sofort ausgeliefert.« Wenn es zu einer Verzögerung komme wegen eines Problems, schlage das sofort durch. »Dementsprechend können wir gar nicht anders, als dass wir kurzfristige Veränderungen auch nur kurzfristig kommunizieren können.«

Städtetag pocht nach Impfgipfel auf mehr Planungssicherheit

03.06 Uhr: Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, fordert nach dem Impfgipfel mehr Verlässlichkeit bei der Planung von Impfungen. »Nach dem Treffen gibt es mehr Informationen über Impfstofflieferungen in den nächsten Monaten«, sagt Dedy der »Rheinischen Post«. »Wir hoffen sehr, dass sich dadurch auch mehr Planungssicherheit für die Kommunen ergibt, die die Impfzentren betreiben.« Man müsse vor Ort besser einschätzen können, wann wie viele Impfdosen kommen. Die kommenden Wochen würden noch von Engpässen bestimmt sein, die Zahl der Impfdosen werde erst im zweiten und dritten Quartal deutlich wachsen. »Wir werden alle gemeinsam in den nächsten Wochen noch viel Geduld haben müssen.«

Warum es so schwierig ist, Menschen in Heimen zu schützen

02.20 Uhr: Die Pandemie währt fast ein Jahr, und Alten- und Pflegeheime sind immer noch Hotspots. Warum es fast unmöglich ist, sie sicherer zu machen, selbst wenn sich alle an die Regeln halten, lesen Sie hier .

Aufgestockte Lieferpläne: Impfstoff für 50 Millionen bis Ende Juni

0.45 Uhr: Ein Impfangebot für alle bis zum Sommer? Dank zusätzlicher Lieferungen der Hersteller könnte es tatsächlich klappen. Sollten alle Dosen wie geplant eintreffen, gäbe es bis Ende Juni in Deutschland Impfstoff für 50 Millionen Menschen. Lesen Sie hier mehr.

ros/fdi/mas/cop/caw/ptz/dpa/AFP/Reuters/AP
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