Corona-News am Dienstag US-Bundesgericht verschiebt Exekutionen

Zwei zum Tode verurteilte Männer in den USA werden wegen ihrer Covid-19-Erkrankung vorerst nicht hingerichtet. Und: Der Lockdown in den Niederlanden wird bis zum 9. Februar verlängert. Der Überblick am 12. Januar.
Die Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas, USA (Symbolbild)

Die Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas, USA (Symbolbild)

Foto: Paul Buck/ dpa

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+++ US-Bundesgericht schiebt Hinrichtungen auf +++

21.55 Uhr: Wegen der Covid-19-Erkrankung von zwei zum Tode verurteilten Mördern hat ein US-Bundesgericht den Aufschub der Hinrichtungen angeordnet. Die Richterin begründet die Entscheidung damit, dass den zwei Männern die Gelegenheit zur Genesung gegeben werden sollte. Das Justizministerium sollte die Exekutionen deshalb bis mindestens 16. März aufschieben. Der Termin liegt nach der Amtseinführung des designierten Präsidenten Joe Biden, der die Todesstrafe ablehnt. Die Häftlinge sollten am Donnerstag und Freitag hingerichtet werden. Ihre Anwälte hatten geltend gemacht, dass die angegriffenen Lungen der beiden Männer ihnen unzumutbare Qualen bei der Verabreichung den tödlichen Injektionen verursachen würden.

Deutscher Ethikrat schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

22.59 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates hält eine Impfpflicht gegen das Coronavirus für bestimmte Gruppen für nicht ausgeschlossen. »Wir haben eine allgemeine Impfpflicht aus ethischen Gründen ausgeschlossen«, sagte Alena Buyx im Interview mit den ARD-Tagesthemen. Der Ethikrat habe aber auch erklärt, dass unter bestimmten Umständen über eine »bereichsbezogene Impfpflicht« nachzudenken sei.

Dabei ginge es etwa um die Versorgung von Patienten, die man nicht anders schützen kann, »als dass die Menschen, die sie versorgen, geimpft sind«, sagte Buyx. Die andere Bedingung für das Nachdenken über eine Impfpflicht sei, dass »wir noch sehr viel mehr Wissen bräuchten, dass die Impfung dafür sorgt, dass die geimpfte Person niemanden mehr anstecken kann«.

Zur von CSU-Chef Markus Söder ins Spiel gebrachten Impfpflicht für Pflegekräfte, sagte Buyx, »es wäre sehr sorgsam zu prüfen, ob eine Situation besteht, in der es keine andere Möglichkeit gibt, als über eine solche Impfpflicht nachzudenken«. Der Ethikrat habe das »nicht vollständig ausgeschlossen«, ergänzte Buyx.

Portugal meldet so viele Corona-Tote wie noch nie

20.14 Uhr: Portugal hat so viele Corona-Tote wie noch nie seit Beginn der Pandemie gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 155 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Damit wurde die am Vortag registrierte Höchstmarke von 122 deutlich übertroffen. Die Gesamtzahl kletterte auf 8080 Todesopfer. Innerhalb eines Tages seien zudem 7259 Infektionen gezählt worden, hieß es. Insgesamt gab es damit in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern bereits fast eine halbe Million Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2.

Am Mittwoch will die Regierung von Ministerpräsident António Costa nach einer Kabinettssitzung eine neue Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekannt geben. Costa hatte am Montag angekündigt, die neuen Einschränkungen würden dem Lockdown des Frühjahrs 2020 »sehr nahe« kommen. Damals war unter anderem im ganzen Land eine wochenlange Ausgangssperre verhängt worden. Zudem mussten unter anderem Restaurants, Bars und Cafés sowie alle Läden, die nicht den Grundbedarf decken, geschlossen bleiben.

Im Rahmen eines Ausnahmezustands herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals bereits strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.

Österreich führt Registrierungspflicht für Einreisende ein

20.02 Uhr: In Österreich gilt aufgrund der Corona-Pandemie ab Freitag eine digitale Registrierungspflicht. Das Gesundheitsministerium veröffentliche Dienstagabend eine entsprechende Verordnung. Ab Freitag müssen sich Reisende elektronisch registrieren, sobald sie nach Österreich reisen. Ausgenommen sind allerdings regelmäßige Pendler und Transitreisende. Ausnahmen gibt es auch für familiäre Notfallsituationen, wie etwa Begräbnisse.

Neben Name, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse muss ab Freitag auch die Wohn- sowie die Aufenthaltsadresse in Österreich angegeben werden. Vermerkt wird auch das Datum der Einreise und der geplanten Ausreise. Zudem muss angegeben werden, in welchen Ländern man sich in den vergangenen zehn Tagen aufgehalten hat. Das entsprechende Online-Formular soll ab Mittwoch verfügbar sein. Das Ministerium kündigte an, die Daten nach 28 Tagen zu löschen.

Die Niederlande verlängern Lockdown bis in den Februar

19.35 Uhr: Die Niederlande werden den Lockdown um weitere drei Wochen bis zum 9. Februar verlängern. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. »Wir haben keine Wahl«, sagte er Premier. Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar vier Wochen nach Verhängung des Lockdowns zurückgegangen. Doch es reiche bei Weitem nicht aus. Hinzu gebe es große Sorgen über die britische Virus-Mutation, sagte Rutte. »Die Bilder aus London sind sehr alarmierend.«

Die Regierung schließe auch verschärfende Maßnahmen, wie eine abendliche Ausgangssperre nicht aus. Bis März wird von Auslandsreisen dringend abgeraten. »Es ist noch nicht vorbei«, sagte der Premier und appellierte an die Bürger: »Halten Sie durch.«

Nur wenige Positiv-Tests an Sachsen-Anhalts Schulen

An Sachsen-Anhalts Schulen und Kitas haben sich Tausende Beschäftigte freiwillig auf das Coronavirus testen lassen, es wurden aber fast keine Infektionen nachgewiesen. Fast alle Kita-Träger hätten gemeldet, dass sich viele ihre Erzieherinnen beteiligt haben und alle negativ getestet worden seien, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag.

An den Schulen nutzten laut Bildungsminister Marco Tullner (CDU) rund 70 Prozent aller Beschäftigten die Testmöglichkeit. Seinem Ministerium zufolge gingen bis Dienstagnachmittag nur Meldungen über zwölf positive Schnelltests ein, von denen bisher nur einer von einem ergänzenden Labor-Test bestätigt werden konnte. Weitere Labor-Ergebnisse stünden noch aus, hieß es.

Das Land hatte jeweils rund 40.000 Tests an den Schulen sowie den Kitas verteilt, damit sich dort kurz vor Ende der Weihnachtsferien sämtliches Personal von den Pädagoginnen über die Hausmeister bis hin zu den Sekretärinnen selbst und freiwillig auf das Coronavirus testen konnten.

Dritter US-Abgerodneter nach Kapitol-Sturm mit Corona infiziert

Nach der Erstürmung des US-Kapitols in der vergangenen Woche sind Tests auf das Coronavirus jetzt auch bei einem dritten Abgeordneten positiv ausgefallen. Die meisten Parlamentarier waren während des Angriffs in sichere Räume gebracht worden, wo sie stundenlang dicht beieinander sitzend ausharrten. »Mehrere republikanische Abgeordnete im Raum haben sich nachhaltig geweigert, eine Maske zu tragen«, schrieb der Demokrat Brad Schneider am Dienstag auf Twitter, als er seine Infektion bekanntgab. Er sei wütend über deren egozentrische und arrogante Haltung.

Am Montag hatten bereits die Abgeordneten Bonnie Watson Coleman und Pramila Jayapal erklärt, ein Corona-Test sei bei ihnen positiv ausgefallen. Mehrere Republikaner hätten sich nicht nur geweigert, eine Maske zu tragen, sondern sich auch über »Kollegen und Mitarbeiter lustig gemacht, die ihnen eine anboten«, erklärte Jayapal. Der medizinische Dienst im Kongress hatte die Abgeordneten aufgefordert, sich testen zu lassen, weil sie in den sicheren Räumen mit infizierten Kollegen in Kontakt gekommen sein könnten.

Kanada sichert sich weiter 20 Mio. Pfizer/Biontech-Impfdosen

17.49 Uhr: Kanada hat sich Ministerpräsident Justin Trudeau zufolge weitere 20 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs gesichert. Zuvor hatten sich die Provinzen des Landes über unzureichende Vorräte beschwert. Damit soll Kanada in diesem Jahr 80 Millionen Impfdosen von den beiden Unternehmen sowie Moderna erhalten bei einer Bevölkerung von knapp 38 Millionen Menschen.

Griechenland plädiert für EU-Impfpass

17.03 Uhr: Gegen Covid-19 geimpfte EU-Bürger sollen nach Ansicht der griechischen Regierung einen EU-weit gültigen Impfpass erhalten – dafür hat sich der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis in einem Brief an die EU-Kommission eingesetzt. Es sei dringend notwendig, ein gemeinsames Verständnis darüber zu etablieren, wie solch ein Impf-Zertifikat strukturiert sein müsse, sodass es von allen EU-Staaten akzeptiert werde, hieß es in dem Schreiben, das am Dienstag von der griechischen Tageszeitung »Kathimerini« veröffentlicht wurde.

Mitsotakis betonte, dass Griechenland die Impfung nicht zur Pflicht oder Voraussetzung für Reisen machen werde. Aber: »Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen.« Das könne auch ein positiver Anreiz sein, sich impfen zu lassen, was wiederum der einzige Weg sei, um zur Normalität zurückzukehren. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bereits bei ihrem Gipfel im Dezember darauf verständigt, dass »ein koordinierter Ansatz für Impfbescheinigungen« entwickelt werden solle.

Südafrikanische Virusmutation erstmals in Deutschland nachgewiesen

17.00 Uhr: Eine Familie aus Baden-Württemberg hat sich mit der hochansteckenden Corona-Mutation aus Südafrika angesteckt. Die Behörden versuchen nun, eine weitere Verbreitung zu verhindern. Lesen Sie hier mehr.

Lindner warnt vor Shutdown-Verlängerung

FDP-Chef Christian Lindner

FDP-Chef Christian Lindner 

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

16.58 Uhr: Gesetzlich versicherte Eltern können in diesem Jahr 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen. Der Anspruch bestehe auch für die Corona-bedingte Kinderbetreuung zu Hause, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Die erleichterte Regelung greife etwa dann, wenn Schulen und Kitas geschlossen seien, wenn die Präsenzpflicht an der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt sei.

Eine entsprechende Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen beschloss das Bundeskabinett am Dienstag im Umlaufverfahren, damit das Gesetz schneller im Bundestag beraten werden kann.

Eltern könnten das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten, teilte das Ministerium mit. Für Alleinerziehende erhöhe sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind und Elternteil. Die neue Regelung gelte rückwirkend ab 5. Januar.

16.58 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat vor einer deutlichen Verlängerung des Corona-Shutdowns in Deutschland gewarnt. »Eine Perspektive, die jetzige Situation bis zu zehn Wochen fortzusetzen, halten wir für nicht verantwortbar. Jeden Tag steigen die sozialen und wirtschaftlichen Schäden«, sagte Lindner vor einer Sitzung seiner Bundestagsfraktion.

Er forderte die Bundesregierung auf, einen Stufenplan zu erarbeiten, wie das Land Schritt für Schritt regional wieder hochgefahren werden könne. Nötig seien »innovative Maßnahmen« für den Schutz von besonders gefährdeten Gruppen. Lindner nannte Luftfilterung als Beispiel. »Wir können nicht auf Dauer in diesem Schließungszustand verbleiben«, warnte Lindner. »Acht bis zehn Wochen weiterer Lockdown ist keine Perspektive«, sagte er.

Covid-19-Dokumente nach Cyber-Attacke im Internet durchgesickert

16.35 Uhr: Nach der Cyber-Attacke auf die Europäische Arzneimittelbehörde Ema Ende vergangenen Jahres sind einige Dokumente im Zusammenhang mit Covid-19-Impfstoffen und -Medikamenten im Internet durchgesickert. Die Strafverfolgungsbehörden hätten die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, teilt die Ema mit. Die Behörde werde Unternehmen und Personen informieren, auf deren Dokumente und Daten möglicherweise unbefugt zugegriffen worden sei. Die Fristen für die Bewertung und Zulassung von Covid-19-Arzneimitteln und Impfstoffen seien nicht betroffen.

Britische Corona-Mutation in Wiener Pflegeheim festgestellt

15.47 Uhr: In einem Seniorenheim in Wien haben die Gesundheitsbehörden Fälle mit der zuerst in England entdeckten Coronavirus-Variante festgestellt. Wie die Heimleitung am Dienstag mitteilte, waren die Infektionen von der österreichischen Gesundheitsbehörde Ages untersucht worden. Es handle sich bei dem Erreger um die B.1.1.7-Mutation, die insbesondere in England grassiere und Anfang Januar erstmals in Österreich nachgewiesen worden sei.

In dem Altenheim waren nach den Feiertagen auffällig viele Corona-Infektionen registriert worden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Demnach erkrankten 42 von 101 Bewohnern an dem Virus.

So viele Tote in England und Wales wie zuletzt 1918

15.20 Uhr: In England und Wales sind im vergangenen Jahr so viele Menschen gestorben wie zuletzt im Jahr 1918, dem Jahr der Spanischen Grippe. Zwischen Januar und Dezember gab es in den Landesteilen 608.002 Todesfälle, wie aus vorläufigen Zahlen hervorgeht, die die britische Statistikbehörde am Dienstag veröffentlichte. Das sind mehr als in jedem Kalenderjahr seit 1918 – damals waren 611.861 Tote gezählt worden. Allerdings sind die Zahlen über so lange Zeiträume schwierig zu vergleichen, da sich die Größe und die Altersstruktur der Bevölkerung deutlich verändert haben.

Vergleicht man die Todeszahlen von 2020 für England und Wales mit dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, so starben knapp 76.000 Menschen mehr. Zum Ende des Jahres standen fast die Hälfte aller Todesfälle in den Krankenhäusern von England und Wales in Zusammenhang mit dem Coronavirus. In ganz Großbritannien sind seit Beginn der Pandemie bereits mehr als 80.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben, damit gehört das Land zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen in Europa.

Zwei US-Abgeordnete während des Sturms auf das Kapitol mit Corona infiziert

Wütende Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump stürmten am vergangenen Mittwoch das Kapitol

Wütende Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump stürmten am vergangenen Mittwoch das Kapitol

 

Foto: LEAH MILLIS / REUTERS

14.23 Uhr: Während des Angriffs aufs Kapitol waren die US-Abgeordneten in Schutzräume geflohen. Zwei Demokratinnen haben sich dabei offenbar mit dem Coronavirus angesteckt. Sie machen republikanische Maskenverweigerer verantwortlich. Lesen Sie hier mehr.

Weltärztepräsident fordert Impfpflicht für Pflegepersonal

14.16 Uhr: Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery spricht sich für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. »Wer Umgang mit vulnerablen Gruppen hat, muss immunisiert sein«, sagt der Vorsitzende des Weltärztebundes den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das könne entweder durch eine überstandene Covid-19-Erkrankung geschehen oder durch eine Schutzimpfung.

»Für Pflegekräfte und medizinisches Personal ist eine berufsspezifische Impfpflicht gegen Corona sinnvoll.« Der Mediziner forderte zudem weitreichendere Schritte: »Auf Dauer brauchen wir eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona.« Dazu müssten jedoch genügend Erkenntnisse über langfristige Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe vorliegen und genug Impfstoffdosen bereitstehen, um allen ein Angebot machen zu können.

Bayern führt FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr und Supermarkt ein

13.53 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat in einer Pressekonferenz vor der Coronavirus-Mutation gewarnt. In Bayern muss man beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr künftig eine FFP2-Maske tragen. Lesen Sie hier mehr.

690.000 Menschen in Deutschland geimpft

13.51 Uhr: Das Robert Koch-Institut meldet einen Tagesrekord bei Impfungen. Demnach wurden am Montag 60.858 Spritzen verabreicht. Insgesamt wurden in Deutschland bislang 688.782 Menschen gegen das Virus immunisiert.

Israel will Schoa-Überlebende weltweit impfen

Impfung in Jerusalem: Israel hat sein Ziel von 150.000 Impfungen am Tag bereits überschritten (Symbolbild)

Impfung in Jerusalem: Israel hat sein Ziel von 150.000 Impfungen am Tag bereits überschritten (Symbolbild)

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Nir Alon / imago images/ZUMA Wire

13.50 Uhr:  Die israelische Regierung setzt sich für die Impfung aller Holocaust-Überlebenden weltweit gegen das Coronavirus ein. Die Ministerin für Diaspora-Angelegenheiten, Omer Jankelevich, kündigte am Dienstag ein entsprechendes Programm an. Details dazu werden noch ausgearbeitet. Vorgesehen ist einer Mitteilung zufolge aber in einem Entwurf, Impfzentren in bestimmten Ländern zu eröffnen.

Holocaust-Überlebende gehörten aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zur Hochrisikogruppe, hieß es. In manchen Ländern sei nicht gesichert, dass sie in Kürze geimpft würden. Wenn nötig, sollten Teams die Überlebenden an ihren Wohnorten impfen. Das Projekt soll kostenfrei sein. Dem Ministerium zufolge leben etwa 190.000 Holocaust-Überlebende in Israel und 130.000 weitere in aller Welt.

Finnland entwickelt Impfstoff für Nerze

Nerze in Käfigen auf einer Farm in Dänemark

Nerze in Käfigen auf einer Farm in Dänemark

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Mads Claus Rasmussen / dpa

13.49 Uhr: In Finnland wird ein Impfstoff entwickelt, der Zuchttiere wie Nerze und Marderhunde vor dem Coronavirus schützen soll. Der finnische Pelztierzüchterverband Fifur kooperiert bei der Entwicklung mit einem Forschungsteam der Universität Helsinki, wie der Verband mitteilte. Das Virus stelle nicht nur für die Gesundheit des Menschen eine Bedrohung dar, erklärte die Assistenzprofessorin Tarja Sironen dazu. Die Ausbreitung bei Tieren in der Landwirtschaft, Pelzindustrie und Tierwelt in Finnland müsse schnell und effektiv verhindert werden.

Auf finnischen Pelztierfarmen gibt es bislang keinen bekannten Corona-Fall bei Tieren. Das sah in anderen EU-Ländern wie den Niederlanden und Dänemark zuletzt anders aus: Die Dänen hatten sich nach Ausbrüchen unter Nerzen und Sorgen vor den Auswirkungen auf den Menschen gar dazu entschlossen, mehr als 15 Millionen Pelztiere zu töten und die Zucht bis Ende 2021 zu verbieten.

Industrie warnt vor komplettem Lockdown

12.55 Uhr: Die Industrie hat vor einem kompletten Herunterfahren der Wirtschaft in der Coronakrise gewarnt. Der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, sagte, es gebe keine Evidenz dafür, dass in Industrieunternehmen Hotspots entstünden. Falls die Produktion in der Industrie etwa für vier Wochen ganz heruntergefahren würde, dauere es weitere vier Wochen, um sie wieder hochzufahren. Dies würde dann nicht ohne Folgen für das Wirtschaftswachstum bleiben.

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sagte, es gebe keinen Grund, warum in der deutschen Automobilindustrie Werke geschlossen werden sollten. »Die Betriebe und die unserer Kunden haben sehr hohe Arbeitsschutzstandards und detaillierte Hygienekonzepte. Deshalb haben wir auch keine außergewöhnlichen Infektionsherde in der Automobilindustrie.« Eine Unterbrechung träfe Betriebe und Beschäftigte in anderen Staaten. »Die Lieferketten laufen durch ganz Europa und die Welt.«

Deutschland hat laut EU-Kommission keinen Vorrang bei Biontech-Impfstoff

12.50 Uhr: Deutschland hat nach Angaben der EU-Kommission keinen Vorrang bei der Belieferung mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. Sie wisse nichts von nationalen Absprachen mit Impfstoffherstellern, sagte die Generaldirektorin der Kommissionsabteilung für Gesundheit, Sandra Gallina, in einer Anhörung im EU-Parlament in Brüssel. »Und in jedem Fall ist klar, dass die Lieferungen an Europa Vorrang haben.«

Die 27 EU-Staaten hatten die Kommission im Juni damit beauftragt, für sie Impfstoffe vorzubestellen. Dies sollte einen Wettlauf zwischen den EU-Regierungen um die Präparate verhindern und zudem günstigere Einkaufskonditionen sichern. Das Bundesgesundheitsministerium hatte aber im Dezember mitgeteilt, dass Berlin neben den Bestellungen über die EU national nochmals 30 Millionen Dosen bei Biontech und seinem US-Partner Pfizer geordert habe.

In Brüssel und in anderen Mitgliedstaaten sorgte dies für Empörung. Viele fühlten sich an deutsche Alleingänge zu Anfang der Corona-Pandemie erinnert, als Berlin etwa die Ausfuhr von Schutzausrüstung an die EU-Partner unterband. Verhandlungsführerin Gallina sagte nun: »Parallele Vereinbarungen sind nicht möglich.«

Viele Studierende beantragen Überbrückungshilfen

12.45 Uhr: Seit November gibt es für Studentinnen und Studenten, denen Einnahmen durch die Pandemie weggebrochen sind, wieder sogenannte Überbrückungshilfen des Bundesbildungsministeriums. Seither sind bei den Studentenwerken in Deutschland fast 83.000-mal Anträge auf finanzielle Nothilfe gestellt worden, wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) bekannt gab. Eine erste Hilfswelle war Ende September vor dem Hintergrund der Entspannung der Corona-Lage im Sommer zunächst ausgelaufen.

Von den im November gestellten Anträgen wurden 65 Prozent bewilligt, von den bisher aus dem Dezember abgearbeiteten Anträgen 74 Prozent. Rund 21 Millionen Euro seien ausgezahlt worden. Der Antrag muss jeden Monat neu gestellt werden. Die Leistung richtet sich an Studierende, die zum Beispiel durch einen wegbrechenden Nebenjob in eine finanzielle Notlage geraten sind. Abhängig vom Kontostand gibt es 100 bis maximal 500 Euro im Monat, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Hamburg ändert laut Gesundheitsbehörde die Impfstrategie doch nicht

12.35 Uhr: Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) widersprochen, wonach es einen Strategiewechsel bei der Corona-Impfung gebe. Es treffe nicht zu, dass die für einen vollständigen Impfschutz notwendige Zweitdosis nicht mehr sicherheitshalber im Lagerbestand zurückgehalten werde, sagte Behördensprecher Martin Helfrich.

Der KV-Vorstandsvorsitzende Walter Plasmann hatte dies am Montag beim Sender Hamburg 1 Fernsehen gesagt. Mit der Maßnahme solle kurzfristig mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, hieß es. »Wenn wir dann Ende Januar mit der zweiten Impfung beginnen, müssen wir hoffen, dass wir bis dahin neuen Impfstoff erhalten haben.« Die KV Hamburg betreibt das Impfzentrum in den Messehallen im Auftrag der Stadt.

Nun heißt es aus der Gesundheitsbehörde: Es sei zwar richtig, dass mit dem Vorhaben, die Impfung der Bewohner der Pflegeeinrichtungen bis Mitte Februar abzuschließen, der Lagerbestand an Impfstoff zurückgehen werde. »Es bleibt aber sichergestellt, dass die zweite Dosis auch an alle verimpft werden kann, die schon eine erste erhalten haben.« Derzeit seien die Lieferungen noch zu unregelmäßig. »Ärgerlich wäre ja, wenn wir aufgrund ausstehender Lieferung einen Impftermin nicht halten könnten.«

Agrarbranche kommt gut durchs Corona-Jahr

12.30 Uhr: Die Agrarbranche in Deutschland ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der Corona-Pandemie oder weggebrochenen Exportmärkten gut durch das vergangene Jahr gekommen. Einer gemeinsamen Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) und der Universität Göttingen zufolge schrumpfte der geschätzte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 1,7 Prozent auf 234 Milliarden Euro. Die Ernährungsbranche habe als größte Teilbranche mit geschätzten 186,3 Milliarden Euro sogar einen Rekordumsatz erzielt, heißt es in der in Hannover vorgestellten Studie. Zu diesem Bereich gehören unter anderem die Schlacht- und Fleischverarbeitung, die Molkereiwirtschaft oder die Getränkeindustrie.

EU-Kommission erwartet genug Impfstoff ab April

12.05 Uhr: Die Knappheit bei Corona-Impfstoffen dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission in wenigen Wochen nachlassen. »Im zweiten Quartal werden wir alle Impfstoffe bekommen, die wir haben wollen«, sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin Sandra Gallina in einer Anhörung des Europaparlaments. Die Liefermenge werde von April an deutlich zunehmen.

Gallina, Chefunterhändlerin der EU-Kommission mit den Pharmafirmen, wies die unter anderem in Deutschland geäußerte Kritik zurück, die Kommission habe zu wenig Impfstoffe bestellt. »Wir haben so viel Impfstoff gekauft, wie angeboten wurden«, sagte sie. Dabei hätten auch die Kriterien Preis und Lieferdatum eine Rolle gespielt. Es hätte wenig genützt, viel zu bestellen und dies erst zu einem späten Zeitpunkt zu bekommen. Zur Kritik an den bestellten Mengen einzelner Hersteller sagte sie: »Ich bin nicht sicher, warum diese Debatte geführt wird.«

Kanadierin führt Mann an der Leine aus

12.04 Uhr: Eine Frau in Kanada wollte die Corona-Ausgangssperre umgehen – mit einer unkonventionellen Lösung: Sie lief mit ihrem Partner an einer Leine durch die Stadt. Lesen Sie hier, welche Strafe ihr drohte.

Institut rechnet 2021 mit bis zu sieben weiteren Impfstoffanträgen

12.02 Uhr: Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, geht einem Medienbericht zufolge davon aus, dass 2021 noch sechs bis sieben weitere Impfstoffanträge gestellt werden können. Es bestünden »gute Aussichten, dass weitere Impfstoffprodukte im Laufe des Jahres auf den Markt kommen«, zitieren die Sender RTL und n-tv den Leiter des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

Britische Post liefert in 28 Regionen kaum noch aus

12.01 Uhr: Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie kann die britische Post landesweit in 28 Gegenden kaum noch Briefe und Pakete ausliefern. In diesen Regionen – 27 in England und einer in Nordirland – stehe zu wenig Personal zur Verfügung, weil viele Mitarbeiter krank seien oder sich in Selbstisolation befänden, teilte die Royal Mail mit. Betroffen sind unter anderem 13 Regionen in oder nahe bei London.

Mancherorts warten Menschen bereits seit mehr als einem Monat auf Sendungen, wie britische Medien am Dienstag berichteten. Nun wächst vor allem bei Älteren die Furcht, dass sie ihren Termin für eine Corona-Impfung nicht rechtzeitig erhalten. Die Gewerkschaft CWU und auch Parlamentsabgeordnete haben daher bereits dazu aufgefordert, Postbedienstete als systemrelevant einzustufen und damit schon bald gegen Corona zu impfen.

Kurz vor WM-Start: 18 US-Handballer positiv getestet

11.26 Uhr: Einen Tag vor Beginn der Handball-WM in Ägypten (13. bis 31. Januar) ist im Team der USA das Coronavirus ausgebrochen. Wie Nationaltrainer Robert Hedin der norwegischen Zeitung »Aftenposten« bestätigte, sind 18 Spieler an Covid-19 erkrankt. Auch er selbst habe sich infiziert.

 »Das ist unglaublich heftig«, sagte Hedin und ergänzte: »Wir schicken am Mittwoch zwölf Spieler nach Ägypten, aber wir haben keine Abwehr.« Die US-Handballer bereiten sich in Norwegen auf das Megaturnier am Nil vor. Wie es zum Corona-Ausbruch im Handballteam der USA kam, konnte Hedin nicht klar beantworten. »Wir wurden die ganze Zeit getestet. Am Montag haben wir noch einen Schnelltest absolviert, der war negativ«, berichtete der Schwede. Es gebe die Vermutung, dass ein aus den USA angereister Spieler das Virus mitgebracht habe.

WHO-Experten sollen am Donnerstag in Wuhan landen

11.17 Uhr: Mit tagelanger Verzögerung soll am Donnerstag die Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus in China beginnen. Das Expertenteam werde »nach derzeitiger Planung« am Donnerstag direkt in der chinesischen Metropole Wuhan landen, bestätigte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Den Termin hatte am Montag bereits Chinas Nationale Gesundheitskommission genannt. In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Corona-Infektionsherd festgestellt worden.

Slowakei startet diese Woche erneut Corona-Massentests

11.06 Uhr: Nach ersten Corona-Massentests Anfang November will die Slowakei diese Woche eine weitere Testkampagne starten. »Spätestens nächstes Wochenende starten wir jede Woche einen Massentest, bis wir die Lage im Griff haben«, kündigte Regierungschef Igor Matovič am Montagabend an. Die Corona-Tests sollten in den am stärksten von der Pandemie betroffenen Bezirken wöchentlich wiederholt werden. »Im derzeitigen Rhythmus wird es mit der Ausbreitung des Virus nicht besser, solange die Bevölkerung nicht geimpft ist«, erläuterte Matovič den Handlungsbedarf. 

Pflegekräfteverband lehnt Impfzwang ab

11.03 Uhr: Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBP) lehnt eine Impfpflicht für Pflegekräfte ab. »Wir sind gegen eine Impfpflicht und kritisieren auch die aktuelle Berichterstattung über die mangelnde Impfbereitschaft beruflicher Pfleger, da es bislang unserer Kenntnis nach keine repräsentativen Zahlen dazu gibt«, sagt die Vorsitzende des DBP, Christel Bienstein, zu Reuters. Man brauche eine bessere Datengrundlage und eine Informationskampagne für verschiedene Zielgruppen.

Sachsen bleibt Bundesland mit der höchsten Corona-Inzidenz

10.57 Uhr: Sachsen bleibt bei der Rate der Corona-Neuinfektionen weiterhin bundesweiter Negativ-Spitzenreiter. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat am Dienstag auf 341,9. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Menschen sich binnen einer Woche neu mit dem Virus infiziert haben. Am Vortag betrug dieser wichtige Kennwert 359,8; bundesweit lag die Inzidenz am Dienstag bei 164,5.

Unter den am stärksten betroffenen Landkreisen nehmen die sächsischen aber nicht mehr die höchste Position ein. Laut RKI meldete der thüringische Landkreis Saalfeld-Rudolstadt einen Wert von 595,9, gefolgt vom Landkreis Hildburghausen ebenfalls in Thüringen mit 526,9.

Ford schließt Werke in Brasilien – Rund 5000 Jobs betroffen

2020 ist der Autoabsatz in Brasilien um gut ein Viertel zurückgegangen

2020 ist der Autoabsatz in Brasilien um gut ein Viertel zurückgegangen

Foto: Andre M. Chang / dpa

10.37 Uhr: Ford schließt angesichts der schwachen Nachfrage seine drei Werke in Brasilien und nimmt dafür eine Abschreibung von 4,1 Milliarden Dollar in Kauf. Die Produktion in Camaçari, Taubaté und Belo Horizonte werde bis spätestens zum vierten Quartal eingestellt, teilte der US-Autobauer mit. Damit verlieren etwa 5000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Ford reagiert damit auf den Einbruch der Nachfrage im Zusammenhang mit der Pandemie.

Südafrika weitet Corona-Einschränkungen aus

10.35 Uhr: Angesichts drastisch steigender Corona-Infektionszahlen hat Südafrikas Regierung den landesweiten Lockdown verlängert und weitere Restriktionen beschlossen. Die meisten der seit Ende Dezember geltenden Beschränkungen würden nach einem Kabinettsbeschluss bis auf Weiteres beibehalten, sagte Staatschef Cyril Ramaphosa in einer Fernsehansprache am Montag. Zudem sollen demnach Einreisen nach Südafrika auf dem Landweg drastisch beschränkt werden.

Ramaphosa begründete den Schritt mit dem Auftreten einer mutierten Form des Coronavirus in Südafrika. Das mutierte Virus breite sich »viel schneller« aus und habe zu einem »massiven Anstieg der Infektionen« geführt. Bislang wurden in Südafrika mehr als 1,2 Millionen Corona-Fälle nachgewiesen. 33.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

»Corona-Diktatur« ist ein Unwort des Jahres 2020

10.17 Uhr: Die Corona-Pandemie war auch bei den Vorschlägen zum »Unwort des Jahres« bestimmendes Thema. Aber auch zur Migration gab es Einsendungen. Hier lesen sie mehr zur Entscheidung der Jury.

Mit diesen Maßnahmen will Spahn die Corona-Mutationen aussperren

Gesundheitsminister Jens Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Kay Nietfeld / dpa

10.07 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will die Verbreitung der neuen Corona-Mutationen bremsen. Neben einer Testpflicht vor jedem Abflug aus Risikogebieten nach Deutschland möchte sein Haus auch die Mobiltelefone der Passagiere nutzen. Lesen Sie hier mehr.

Bevölkerungszahl erstmals seit 2011 nicht gestiegen

9.35 Uhr: Die Bevölkerungszahl in Deutschland hat im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts erstmals seit 2011 nicht zugenommen. Ende 2020 lebten demnach weiterhin um die 83,2 Millionen Menschen in Deutschland. Aufgrund einer geringeren Zuwanderung und einer gestiegenen Sterbefallzahl bei voraussichtlich etwas weniger Geburten als im Vorjahr sei die Bevölkerungszahl damit konstant geblieben, teilte die Behörde am Dienstag in Wiesbaden mit.

»Die Zahl der Geburten dürfte 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen haben und die Zahl der Sterbefälle spürbar gestiegen sein«, hieß es. Ein Grund für die höheren Todeszahlen, besonders gegen Ende des Jahres, sei offenbar auch die Corona-Pandemie, sagte eine Expertin des Bundesamts.

Seit drei Jahrzehnten war die Bevölkerung hierzulande überwiegend gewachsen, mit Ausnahme der Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010. Ursache dafür ist den Angaben zufolge die Zuwanderung. Ohne diese würde die Bevölkerung demnach seit 1972 schrumpfen, da seither jedes Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden.

Johnson macht chinesische Medizin für Corona-Ausbruch verantwortlich

9.33 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die traditionelle chinesische Medizin für den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich gemacht. Britische Medien wiesen in der Nacht zum Dienstag auf seine Aussagen hin, die womöglich Ärger mit China auslösen könnten. »Es stammt von Fledermäusen oder Schuppentieren, von dem irrsinnigen Glauben, dass man an Potenz gewinnt, oder was auch immer die Leute glauben, wenn man die Schuppen eines Schuppentieres zermahlt«, sagte Johnson beim Klimagipfel One Planet Summit am Montag. »Es entsteht aus dieser Kollision zwischen der Menschheit und der Natur, und wir müssen dies stoppen.«

Internationale Forscher vermuten Fledermäuse aus Südchina als Ursprung des Virus. In der traditionellen chinesischen Medizin werden auch Extrakte von gefährdeten Tierarten genutzt. Abgeleitet davon folgen viele Menschen einem Aberglauben, einer Art Volksmedizin, wonach Teile von Tieren wie Schuppentieren, Fledermäusen oder Tigern die Gesundheit oder die Potenz steigern können.

AstraZeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU

9.32 Uhr: Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt . Über den Antrag auf bedingte Marktzulassung könne voraussichtlich bereits Ende Januar entschieden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam mit. Sie hat bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna für den europäischen Markt zugelassen.

Als erstes Land der Welt hatte Ende 2020 Großbritannien dem AstraZeneca-Impfstoff eine Genehmigung erteilt. Zugelassen ist die Vakzine bereits auch in IndienMexiko und Argentinien.

Der Vektorvirenimpfstoff ist laut vorläufigen Daten etwas weniger wirksam als die neuartigen mRNA-Wirkstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Dafür ist er einfacher zu nutzen, da er sich bei normalen Kühlschranktemperaturen lagern lässt.

Mehr als 200.000 Neuinfektionen – über 1700 Tote in den USA

9.22 Uhr: In den USA sind an einem Tag 204.652 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervor. Der bislang höchste Wert wurde am 2. Januar mit 302.506 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der erfassten infizierten Toten binnen 24 Stunden lag am Montag bei 1731. Der Höchstwert war am Donnerstag vergangener Woche mit 4194 Toten registriert worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 22,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 376.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Heil lehnt Impfpflicht für Pflegekräfte ab

9.04 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen ab. »Im Moment über eine Impfpflicht zu spekulieren, verbietet sich«, sagte Heil in der Sendung »Frühstart« von RTL und n-tv. Die bisherige Entscheidung gegen eine Impfpflicht halte er für richtig. »Ich will vor allem Impfakzeptanz. Jetzt geht es darum aufzuklären, dass Impfen wichtig ist«, sagte Heil. Man müsse bei Pflegekräften und Medizinern dafür werben.

Hunderte Restaurants in Mexiko-Stadt öffnen trotz Verbot

Ein Kellner mit Maske misst die Temperatur von Gästen und bittet sie, die Hände zu desinfizieren

Ein Kellner mit Maske misst die Temperatur von Gästen und bittet sie, die Hände zu desinfizieren

Foto: Rebecca Blackwell / AP

9.01 Uhr: In Mexiko-Stadt müssen wie vielerorts auf der Welt die Restaurants wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen bleiben – doch in der mexikanischen Hauptstadt haben am Montag mehr als 500 von ihnen dennoch ihre Türen für Gäste geöffnet. »Das ist kein Akt der Rebellion«, sondern ein Akt der Verzweiflung, sagt Guilliano Lopresti, Eigentümer des Quebracho im Innenstadtviertel Cuauhtémoc: »Wir öffnen, denn die einzig andere Option ist der Tod.«

Seit dem 18. Dezember müssen die Restaurants in der Neun-Millionen-Metropole geschlossen bleiben. Die Stadtverwaltung lässt sich nicht erweichen. Vertreter Alfonso Suarez del Real sagte im Sender Radio Formula, er habe zwar Verständnis für die Restaurantbetreiber – gleichzeitig aber müsse die Stadt an die Familien denken, »deren Angehörige im Krankenhaus liegen«. Das seien im Großraum Mexiko-Stadt etwas mehr als 6000 Menschen.

Russland verlängert Sperre für Flugzeuge von und nach Großbritannien

8.50 Uhr: Russland lässt Flugzeuge aus Großbritannien bis mindestens 1. Februar nicht einfliegen, Flugzeuge aus Russland dürfen weiterhin nicht nach Großbritannien fliegen. Die Flugsperre gilt seit dem 22. Dezember und wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters jetzt verlängert. Russland möchte so die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutation unterbinden. In dem Land wurde bereits ein Fall gemeldet.

Britische Polizei soll härter gegen Lockdown-Verstöße vorgehen

8.49 Uhr: Die britische Polizei wird härter gegen Verstöße gegen die Lockdown-Auflagen vorgehen. Zudem könnten die Beschränkungen des öffentlichen Lebens verschärft werden, wenn sich dies als notwendig erweise, sagt Polizeiminister Kit Malthouse. Die Chefin der Londoner Polizei und ranghöchste Polizeibeamtin des Landes, Cressida Dick, schreibt in einem Gastbeitrag für die »Times«, es sei klar, dass diejenigen, die gegen die Auflagen verstießen, verstärkt mit Geldstrafen rechnen müssten.

Portugals Präsident kurz vor der Wahl positiv auf Corona getestet

8.45 Uhr: Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa ist nur knapp zwei Wochen vor der Wahl eines neuen Staatschefs positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 72-Jährige tritt bei der Wahl wieder an. Der Politiker der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) leide unter keinen Symptomen, aber die Infektion bringe den Wahlkampf durcheinander, meldete die Nachrichtenagentur Lusa am Dienstag.

Die Wiederwahl des als volksnah und beliebt geltenden Rebelo de Sousa bei der Abstimmung am 24. Januar gilt als wahrscheinlich. Von den insgesamt sieben Kandidaten für das höchste Staatsamt hätten drei ihren Wahlkampf aus Sicherheitsgründen unterbrochen, schrieb die Agentur weiter. Ob und wie eine geplante Diskussionsrunde der Kandidaten stattfinden könne, sei zurzeit offen.

Die Abstimmung am 24. Januar wird die zehnte Präsidentenwahl in Portugal seit der sogenannten Nelkenrevolution sein, bei der linke Militärs 1974 mit großer Unterstützung der Bevölkerung ein autoritäres Regime stürzten und das Land in der Folge zur Demokratie zurückkehrte.

Israel meldet neuen Höchststand bei Corona-Infektionen

8.38 Uhr: Ungeachtet eines dritten Corona-Lockdowns sind die Infektionszahlen in Israel auf einem neuen Höchststand. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 9589 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Insgesamt überschritt die Zahl der bisher Infizierten im Land die Marke von einer halben Million. Der Anteil der positiven Tests lag bei 7,6 Prozent.

In Israel läuft seit mehr als drei Wochen eine intensive Impfkampagne. Mit 1,8 Millionen sind bereits mehr als 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Israel hofft darauf, dass die Zahl von 1027 Schwerkranken wegen der Beschränkungen und der Impfkampagne in Kürze sinkt. Mehr als zwei Drittel der über 60-Jährigen im Land haben bereits die erste Impfdosis erhalten. In dieser Woche sollen außerdem alle Lehrkräfte geimpft werden. In keinem anderen Land wird nach Informationen von Oxford-Forschern so schnell gegen Corona geimpft wie in Israel. 

Disneyland wird zum Impfzentrum in Kalifornien

Seit März geschlossen: Disneyland

Seit März geschlossen: Disneyland

Foto: DAVID MCNEW / AFP

8.25 Uhr: Disneyland, das seit März geschlossen ist, wird der erste große Standort werden, der Covid-19-Impfungen in Orange County, Kalifornien, anbietet wird. Das teilten Regierungsbeamte am späten Montag mit.

US-Abgeordnete nach Sturm aufs Kapitol positiv auf Corona getestet

7.50 Uhr: Pramila Jayapal, Abgeordnete der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, wurde nach dem Sturm auf das Kapitol positiv auf das Coronavirus getestet. In einer Stellungnahme erklärte sie, sie habe während der Attacke auf das Kapitol stundenlang mit republikanischen Abgeordneten in einem Raum ausharren müssen. Von ihnen hätten viele keine Maske getragen.

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»Zu viele Republikaner weigern sich, die Pandemie und das Virus ernst zu nehmen«, sagte sie. So hätten die Republikaner während dem Sturm auf das Kapitol ein »Superspreader-Event« kreiert. Auf Twitter schrieb sie, Republikaner hätten sich über Kollegen lustig gemacht, die ihnen Masken angeboten hätten. Nach eigenen Angaben hat sich Jayapal nach den Ereignissen sofort in Quarantäne begeben.

China weitet Ausgangssperren aus

6.55 Uhr: Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten haben die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings ausgeweitet. Nach den 18 Millionen Einwohnern der Metropolen Shijiazhuang und Xingtai sollen auch die fünf Millionen Bewohner des Verwaltungsbezirks von Langfang südlich der chinesischen Hauptstadt für sieben Tage nicht vor die Tür, wie die Stadtregierung am Montag verkündete.

Nachdem China das Virus seit dem Sommer nach offiziellen Angaben weitgehend im Griff und das Leben sich längst normalisiert hatte, sind die Behörden höchst alarmiert. Bisher wurden rund 500 Infektionen in der Provinz Hebei nachgewiesen, die Peking umschließt. Die Gesundheitskommission berichtete dort am Dienstag von 40 neuen Fällen. Am Vortag waren es 82 Infektionen in Hebei gewesen und 103 landesweit – die höchste Tageszahl in China seit Juli.

Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu anderen Ländern gering sind, reagieren die Behörden sofort mit strikten Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben: Ausgangssperren, Massentests, Unterbrechung der Transportverbindungen, Quarantäne und Kontaktverfolgung. Auch gelten durchgehend strenge Einreisebeschränkungen. Wegen des Ausbruchs wurde auch die Jahrestagung des Provinzparlaments von Hebei verschoben, die am 25. Januar stattfinden sollte.

Boris Johnson wegen Radausflug unter Druck

6.00 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen eines möglichen Bruchs der Corona-Regeln unter Druck geraten. Der konservative Politiker war am Wochenende mit seinem Fahrrad im Olympiapark im Osten der britischen Hauptstadt gesichtet worden – mehr als elf Kilometer von seiner Dienstwohnung in der Downing Street entfernt. Nach den Lockdown-Regeln soll man sich jedoch nur im lokalen Umfeld bewegen. Für Johnson kommt die Debatte zur Unzeit: Angesichts hoher Fallzahlen versucht die Regierung gerade alles, um die Menschen zu besserer Einhaltung der Regeln zu bewegen.

Gesundheitsminister Matt Hancock führte bei einer Pressekonferenz am Montagabend aus, ein ausgedehnter Spaziergang über elf Kilometer sei in Ordnung. Die Regierung wollte sich jedoch zunächst nicht dazu äußern, ob Johnson mit dem Rad von seinem Wohnsitz aus zum Olympiapark gefahren war oder mit dem Auto dorthin gebracht wurde.

Wie weit man sich im Lockdown mit dem Auto von der eigenen Wohnung entfernen darf, war in den vergangenen Tagen Thema erbitterter Diskussionen in dem Land gewesen. Anlass war ein Vorfall, bei dem zwei Frauen mehrere Hundert Euro Strafe zahlen sollten, weil sie mit dem Auto acht Kilometer weit gefahren waren, bevor sie einen Spaziergang machten.

In Großbritannien breitet sich derzeit mit großer Geschwindigkeit eine neue Variante des Coronavirus aus, die deutlich ansteckender sein soll als die bislang vorherrschende. Vor allem in London ist die Lage in den Krankenhäusern stark angespannt.

12.802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle in Deutschland 

5.43 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag gemeldet. 891 neue Todesfälle wurden innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. »In den letzten Tagen sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Ob sich dieser Trend über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus weiter fortsetzt, wird sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen«, hatte das RKI am Wochenende mitgeteilt.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 164,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 341,9 und Thüringen mit 325,7. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 86,3. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Montag bei 1,14 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 114 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Strenge Regeln für Reiserückkehrer: So will Spahn die Corona-Mutationen aussperren

5.11 Uhr: Gesundheitsminister Spahn will die Verbreitung der neuen Corona-Mutationen bremsen. Neben einer Testpflicht vor jedem Abflug aus Risikogebieten nach Deutschland möchte sein Haus auch die Mobiltelefone der Passagiere nutzen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Mexiko erwägt Kauf von russischem Impfstoff »Sputnik V«

4.30 Uhr: Mexiko erwägt den Kauf des russischen Impfstoffs »Sputnik V«. »Wir denken, dass wir bis zu 24 Millionen Dosen des Impfstoffs brauchen könnten, für zwölf Millionen Menschen«, sagt der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo López-Gatell. Das Mittel muss pro Person zwei Mal gespritzt werden. Außerdem rechne Mexiko, das stark unter der Pandemie leidet, spätestens am Dienstag mit ersten Lieferungen des AstraZeneca-Impfstoffs, der in Argentinien hergestellt werde.

Einreise nach England nur noch mit Corona-Test und Pflichtquarantäne 

3.57 Uhr: Einreisen nach England sind bald nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die neue Regel soll am Freitagmorgen (vier Uhr Ortszeit; fünf Uhr MEZ) in Kraft treten und auch für britische Staatsbürger gelten, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte. Der Test darf demnach bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein und muss bereits vor Abreise von der Airline, Bahngesellschaft oder dem Schiffsbetreiber kontrolliert werden.

Unabhängig vom Testergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne begeben. Ausnahmen von der Testpflicht gelten unter anderen für Kinder bis zehn Jahre und Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen. Britischen Staatsbürgern, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist eine Heimreise ausdrücklich verboten.

Britische Grenzbeamte sollen dem Ministerium zufolge stichprobenartig kontrollieren, ob die Testregeln eingehalten werden. Bei Verstößen werden demnach mindestens 500 Pfund (umgerechnet 550 Euro) Geldstrafe fällig, zudem sollen auch Transportunternehmen zur Kasse gebeten werden. Medienberichten zufolge ist damit zu rechnen, dass andere Landesteile in den kommenden Tagen ebenfalls ihre Einreiseregeln verschärfen werden.

Wegen Corona: So viele Eilanträge in Karlsruhe wie noch nie

3.54 Uhr: Im vergangenen Jahr hat das Bundesverfassungsgericht einen Rekord an Eilanträgen verzeichnet. Insgesamt gingen 271 reine Eilanträge in Karlsruhe ein, davon 72 zu Corona, wie das Gericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Dazu kamen 239 Verfassungsbeschwerden wegen der Grundrechtseinschränkungen in der Pandemie, von denen noch einmal 169 mit einem Eilantrag verbunden waren. Von allen Corona-Eilanträgen hatten bisher allerdings nur drei Erfolg. Auch die meisten Verfassungsklagen wurden abgewiesen, 45 sind noch anhängig.

Der bisherige Höchstwert an eigenständigen Eilanträgen lag bei 213 im Jahr 2018. Die Zahlen werden erst seit 1997 elektronisch erfasst. Weil früher insgesamt weniger Eilanträge eingingen, geht das Gericht aber davon aus, dass es auch davor keinen höheren Wert gab.

Impfkommission warnt vor Verschiebung von zweiter Corona-Spritze

2.48 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, lehnt eine Verschiebung der zweiten Impfspritze gegen das Coronavirus nach dem Beispiel Großbritanniens nachdrücklich ab. »Durch nur eine Impfung können rascher gefährliche Mutationen Verbreitung finden«, warnte der Virologe in der Düsseldorfer »Rheinischen Post« vom Dienstag. Aus anderen Virussystemen sei bekannt, dass eine Teilimmunität unter Umständen rascher zu Mutationen führen könne, »bei denen der Impfstoff unwirksam wird«.

Zudem könne der Impfschutz bei nur einer Dosis rasch verloren gehen, vor allem bei älteren Menschen, sagte der Chef der beim Robert Koch-Institut (RKI) ansässigen Impfkommission. Dies sei aufgrund der bisherigen Daten zu vermuten.

In Großbritannien soll angesichts der Impfstoffknappheit die Verabreichung der zweiten Dosis in zunehmendem Maße verschoben werden, um mehr Menschen mit einer ersten Dosis versorgen zu können.

Krankenhausgesellschaft warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems

2.13 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. »Mit circa 6000 intensivbehandlungsbedürftigen Patienten, deren Versorgung deutlich höhere Personalressourcen bündelt, ist ein hoher Belastungsgrad im System insgesamt erreicht, in vielen Kliniken vor Ort zum Teil bereits überschritten«, sagte Hauptgeschäftsführer Georg Braun der »Rheinischen Post«. Um die Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu sichern, seien Lockdowns und Begegnungsbegrenzungen weiterhin notwendig.

US-Abgeordnete nach Sturm auf das Kapitol positiv auf Corona getestet

0.40 Uhr: Eine 75-jährige US-Abgeordnete hat nach dem Sturm auf das Kapitol einen positiven Corona-Test bekannt gegeben. Bonnie Watson Coleman aus New Jersey erklärte am Montag, sie habe sich vermutlich angesteckt, als sie vor der Menschenmenge über Stunden in einem gesicherten Raum verschanzt war. Unter den 200 Menschen dort waren auch Republikaner, die keine Masken trugen.

Die Demokratin aus dem Repräsentantenhaus hat nach eigener Darstellung bereits die erste Impfung gegen das Virus erhalten. Bei Twitter teilte sie mit, sie habe leichte Symptome entwickelt und befinde sich auf Anraten ihres Arztes auf dem Weg in ein lokales Krankenhaus, um sich einer sogenannten monoklonalen Antikörpertherapie zu unterziehen.

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Vertreter der Gesundheitsbehörden und andere Experten haben in den vergangenen Tagen erklärt, die Ereignisse in der vergangenen Woche könnten ein »superspreader event« darstellen, bei dem sehr viele Menschen angesteckt werden. 

Abgeordnete bereiteten sich darauf vor, Masken und Gasmasken im Repräsentantenhaus aufzusetzen, während Demonstranten das US-Kapitol betraten

Abgeordnete bereiteten sich darauf vor, Masken und Gasmasken im Repräsentantenhaus aufzusetzen, während Demonstranten das US-Kapitol betraten

Foto:

Andrew Harnik / dpa

Weltweit mehr als 90 Millionen Infizierte und 1,9 Millionen Tote

0.26 Uhr: Weltweit haben sich über 90,37 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind 1,939 Millionen, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 22,237 Millionen Infektionen und 374.157 Todesfällen.

Zwei Gorillas im Zoo von San Diego haben Corona

0.02 Uhr: Im Zoo von San Diego im US-Staat Kalifornien sind Gorillas positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mittels Stuhlprobentests sei die Infektion bei zwei Tieren, die gehustet hätten, festgestellt worden, teilte der Zoo mit. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Tiere in der Gruppe infiziert seien, hieß es. Ein drittes zeige ebenfalls Symptome, teilte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom mit.

Die Gorillas befinden sich gemeinsam in Quarantäne. Sie würden essen und trinken, und es gehe ihnen abgesehen von Husten und leichten Beschwerden gut, sagte Zooleiterin Lisa Peterson in einer Mitteilung: »Wir hoffen auf eine vollständige Genesung.«

Es wird vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt haben. Die Einrichtung ist seit Anfang Dezember für Besucher geschlossen.

Künftiger US-Präsident Biden bekommt zweite Dosis der Corona-Impfung

Joe Biden bei seiner zweiten Corona-Impfung

Joe Biden bei seiner zweiten Corona-Impfung

Foto: Susan Walsh / dpa

0.01 Uhr: Der künftige US-Präsident Joe Biden hat die zweite Dosis seiner Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Biden ließ sich das Präparat in Newark in seinem Heimatbundesstaat Delaware vor laufenden Kameras verabreichen.

Der Demokrat hatte sich bereits die erste Dosis der Impfung Ende Dezember öffentlich geben lassen, um für Vertrauen in die Impfstoffe zu werben. Seine oberste Priorität im neuen Amt werde sein, die Impfungen im Land voranzutreiben, sagte Biden am Montag. Am 20. Januar wird der Demokrat als neuer US-Präsident vereidigt werden.

Seit Mitte Dezember werden in den USA Menschen mit dem Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech geimpft. Kurz darauf folgte der Impfstoff des Unternehmens Moderna, der inzwischen ebenfalls in den Vereinigten Staaten verabreicht wird.

In der Bevölkerung ist jedoch Skepsis gegenüber den Impfstoffen verbreitet, die im Eiltempo entwickelt wurden. Daher mühen sich prominente Politiker und Wissenschaftler nach Kräften, Vertrauen der Bürger in die Sicherheit und Effektivität der Vakzine zu bilden – unter anderem dadurch, dass sie sich öffentlich selbst impfen lassen.

ngo/höh/mjm/apr/svs/Reuters/dpa/AFP/sid/AP