Corona-News am Dienstag »Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Corona liegen noch vor uns, nicht hinter uns«

In einer Ansprache hat Biden die Amerikaner auf harte Zeiten eingeschworen. Und: Der US-Immunologe Anthony Fauci ließ sich öffentlich impfen, um das Vertrauen in den Impfstoff zu fördern. Der Überblick am 22. Dezember.
Der designierte US-Präsident Joe Biden sprach an das amerikanische Volk

Der designierte US-Präsident Joe Biden sprach an das amerikanische Volk

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Carolyn Kaster / dpa

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Biden schwört Amerikaner zu Weihnachten auf harte Corona-Zeit ein

21.42 Uhr: Der designierte US-Präsident Joe Biden hat die Bürger in den USA angesichts der anhaltend starken Corona-Pandemie auf harte Zeiten eingeschworen. »Hier ist die einfache Wahrheit: Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Corona liegen noch vor uns, nicht hinter uns«, sagte er bei einer Ansprache in Wilmington, Delaware. »Wir müssen uns darauf vorbereiten, unser Rückgrat zu stärken. So frustrierend das ist, wir werden Geduld brauchen, Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, um das Virus zu besiegen«, sagte Biden.

Der gewählte Präsident verwies darauf, dass es noch einige Monate dauern werden, bis die rund 330 Millionen Menschen in Amerika gegen Corona geimpft werden könnten. Daher sei es wichtig, über die Feiertage und darüber hinaus weiter alle Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um weitere Infektionen zu vermeiden. Dazu gehöre auch, Weihnachten in diesem Jahr nicht wie üblich mit vielen Familienmitgliedern zu feiern, sagte Biden.

Biden kündigte zudem an, dem Kongress nach seiner Amtsanführung am 20. Januar ein weiteres Corona-Hilfspaket vorzulegen. Mit der Verabschiedung eines zweiten milliardenschweren Maßnahmenpakets in dieser Woche habe das Parlament »seinen Job gemacht«, sagte er. Er könne und müsse die Abgeordneten bitten, »dies im nächsten Jahr wieder zu tun«.

Am Montag hatten die Abgeordneten im Repräsentantenhaus und dem Senat in Washington ein 900 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie verabschiedet. Der Einigung war ein monatelanger Streit zwischen den Parteien im Kongress vorausgegangen.

Lettland finanziert freiwillige Corona-Quarantäne in Hotels

21.05 Uhr: In Lettland sollen Hotels künftig zur Unterbringung von Menschen genutzt werden, die wegen einer Corona-Erkrankung oder als enge Kontaktperson in Quarantäne müssen. Auf Beschluss der Regierung in Riga wird der Staat 80 Prozent der Kosten für die Selbstisolierung von Privatpersonen in aufnahmebereiten Hotels übernehmen – mit einem Betrag von maximal 35 Euro pro Tag und für eine Dauer von zwei Wochen. Mit der freiwilligen Maßnahme sollen in dem baltischen EU-Land die Infektionen im häuslichen Umfeld reduziert werden.

Lettland registriert seit dem Herbst einen klaren Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Die neuen Corona-Fälle überstiegen am Dienstag mit 1004 zum dritten Mal die Tausender-Marke. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 32.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen verzeichnet.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Janis Vitenbergs wollen sich bislang 30 Hotels an dem Programm beteiligen, mit dem auch die von der Corona-Pandemie stark betroffene Hotellerie unterstützt werden soll. In den ersten neuen Monaten des Jahres gab es in Lettland rund 57 Prozent weniger ausländische Touristen als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl an einheimischen Gästen ging von Januar bis September nach offiziellen Daten um 16 Prozent zurück.

Prinz Charles dankt Armee für Einsatz in der Coronakrise

20.47 Uhr: In einer Weihnachtsbotschaft hat Prinz Charles den Einsatz der britischen Armeeangehörigen in der Coronakrise gelobt. Sie hätten die Fähigkeit der Nation bewiesen, sich durch Widrigkeiten zu vereinen, sagte der britische Thronfolger, wie es hieß. Er würdigte auch die Hingabe an die Pflicht und Opfer der Soldaten und deren Familien. Derzeit unterstützen knapp 1400 Armeeangehörige den Kampf gegen das Virus. Sie werden unter anderem bei Impfungen und Tests eingesetzt.

»Sie haben uns allen ein bemerkenswertes Beispiel gegeben, für das wir Ihnen große Dankbarkeit schulden«, sagte Prinz Charles. Er hatte sich im Frühling selbst mit dem Coronavirus infiziert, aber kaum Symptome gezeigt. Niemand im Land sei von der Krankheit unberührt geblieben. Fachleute und Rettungskräfte hätten das ganze Jahr über an vorderster Front gestanden im Kampf gegen die Pandemie, stets Schulter an Schulter mit der Armee, die wieder einmal in einer Krise »unerschütterliche Unterstützung« für das Land gezeigt habe.

Paris will Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern

20.24 Uhr: Frankreich will seine Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern. Flugzeuge, Schiffe und der von London aus fahrende Eurostar-Zug könnten ab Mittwochmorgen verkehren, twitterte der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari. Französische Staatsbürger, Menschen mit Wohnsitz in Frankreich und andere autorisierte Reisende müssten einen negativen Corona-Test haben.

Der britische Transportminister Grant Shapps sagte am Abend, dass französische Lkw-Fahrer ab Mittwoch getestet würden und bei einem negativen Ergebnis heimkehren dürften. Der Prozess würde zwei bis drei Tage dauern, sagte Shapps.

Interpol: »Wie alle Kriminellen haben Terroristen versucht, von Covid-19 zu profitieren«

19.39 Uhr: Terrorgruppen nutzen nach Einschätzung von Interpol die Coronavirus-Pandemie, um Macht und Einfluss zu stärken. »Wie alle Kriminellen haben Terroristen versucht, von Covid-19 zu profitieren – um Geld zu machen, ihre Basis zu stärken und Spaltung anzuheizen«, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock einer Mitteilung  zufolge.

Ein Bericht von Interpol solle Strafverfolgungsbehörden helfen, terroristische Bedrohungen zu erkennen. Interpol hatte schon zuvor deutlich vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen gewarnt. »Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören«, so Stock damals.

Interpol ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus und melden Entwicklungen im Bereich der organisierten Kriminalität.

Geimpfte in Deutschland können Verträglichkeit per App melden

18.46 Uhr: Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland können Menschen mögliche Nebenwirkungen über eine App melden. Nach Angaben des bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ist die Anwendung für Smartphones nun in App-Stores herunterzuladen.

Geimpfte können damit Auskunft geben, wie sie die Impfung vertragen haben. So könne man dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über Corona-Impfstoffe zu gewinnen. Teilnehmer sollen dazu in bestimmten Zeitabständen nach jeder Impfung über die App nach gesundheitlichen Beschwerden befragt werden. Gefragt werden soll auch, ob die Impfung vor einer Infektion geschützt hat oder noch eine Infektion auftrat.

Die Informationen werden den Angaben zufolge verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert und mit einer Zufallsnummer an das PEI übermittelt, sobald eine Online-Verbindung besteht. Auch auf der Website https://nebenwirkungen.bund.de  gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums eine Melde-Möglichkeit.

Bosnischer Serbenführer Milorad Dodik mit Covid-19 in Klinik

18.32 Uhr: Das serbische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, Milorad Dodik, liegt mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Ein Test im Universitätsklinikum in Banja Luka habe ergeben, dass der Politiker mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sei, berichtete das bosnisch-serbische Portal »nezavisne.com« unter Berufung auf das Klinikum.

Dodik war am Montag mit Atembeschwerden und Schmerzen im Magenbereich im Universitätsklinikum aufgenommen worden. Die Ärzte stellten eine beidseitige Lungenentzündung fest.

Der 61-Jährige ist der mächtigste Politiker im serbischen Landesteil von Bosnien. Er gehört seit 2018 dem dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium an.

US-Immunologe Fauci lässt sich öffentlich impfen

18.12 Uhr: Nach mehreren amerikanischen Politikern hat sich auch der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci vor laufenden Kameras gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten bekam am Dienstag in Bethesda unweit von Washington eine Dosis des Impfstoffes des Unternehmens Moderna verabreicht. Fauci sagte, er habe vollstes Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes und wolle alle, die die Möglichkeit dazu hätten, ermuntern, sich ebenfalls impfen zu lassen. Fauci ist in der Coronakrise zu Amerikas Gesicht im Kampf gegen die Pandemie geworden. Er genießt großes Vertrauen in der Bevölkerung.

Bei der Veranstaltung am Sitz des Nationalen Gesundheitsinstituts ließen sich auch der US-Gesundheitsminister Alex Azar und mehrere Mitarbeiter aus dem klinischen Bereich der Behörde öffentlich impfen.

Seit der vergangenen Woche werden in den USA Menschen mit dem Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech geimpft, der eine Notzulassung von der zuständigen Arzneimittelbehörde bekommen hat. Seit dieser Woche wird auch der Moderna-Impfstoff in den Vereinigten Staaten verabreicht. In der Bevölkerung ist jedoch Skepsis gegenüber den Impfstoffen verbreitet, die im Eiltempo entwickelt wurden. Daher mühen sich prominente Politiker und Wissenschaftler nach Kräften, Vertrauen der Bürger in die Sicherheit und Effektivität der Vakzine zu bilden.

In der vergangenen Woche hatte sich unter anderen US-Vizepräsident Mike Pence vor laufenden Kameras die Impfung geben lassen, am Montag auch der künftige US-Präsident Joe Biden.

Brinkhaus drängt auf weitere Mitsprache des Bundestags bei Corona-Politik

17.54 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat für die anstehenden Entscheidungen in der Corona-Politik ein weiteres Mitspracherecht des Parlaments angemahnt. Die Rolle des Parlaments sei im laufenden Jahr »beharrlich gestärkt« worden, und »diesen Kurs wollen wir auch 2021 fortsetzen«, schrieb Brinkhaus in einem Brief an die Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Dies solle »kritisch«, aber auch »in gutem Einvernehmen mit unserer Bundesregierung« geschehen.

Bei der Einbindung des Bundestags gehe es darum, »sich gegenseitig sinnvoll zu ergänzen und gemeinsam zu einem möglichst guten Ergebnis für das Land zu kommen«. In den vergangenen Monaten hatten Brinkhaus und andere Parlamentarier immer wieder kritisiert, dass wichtige Entscheidungen in der Corona-Politik in Spitzenrunden von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Regierungschefs der Länder getroffen wurden, ohne dass der Bundestag beteiligt gewesen sei.

Brinkhaus bekräftigte in dem Schreiben an die Abgeordneten auch seine Forderung nach einer Debatte über den Föderalismus. Die Pandemie habe gezeigt, dass die Bürger »sich mehr Einheitlichkeit beim Handeln wünschen«, schrieb er. »Hier sollten wir im Gespräch bleiben, an welchen Stellen der Föderalismus noch optimierungsfähig ist«.

Niederlande: Nur noch akute Behandlungen in Krankenhäusern

17.48 Uhr: Durch die steigende Anzahl von Covid-19-Patienten verschärft sich die Lage in niederländischen Krankenhäusern. Alle planbaren regulären Behandlungen wurden daher abgesagt, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Den Haag entschied. Dadurch sollen so viele Mitarbeiter wie möglich für die Versorgung von Corona-Patienten freigestellt werden. Die akute und nicht aufschiebbare medizinische Versorgung wie etwa für Krebspatienten solle gewährleistet bleiben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen auch erneut mehr Patienten auf Intensivstationen in deutschen Kliniken verlegt werden. Das war bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr geschehen. Zuletzt waren am Montag zwei Patienten in eine Klinik nach Dortmund transportiert worden.

Die Zahl der Intensiv-Betten soll um 300 auf 1450 landesweit erhöht werden. Zuletzt wurden etwa 12.000 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Rund 200 Corona-Patienten werden täglich in ein Krankenhaus eingeliefert. In Deutschland mit etwa fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 19.000 Infektionen registriert worden.

Verkauf von Silvesterfeuerwerk bundesweit verboten

17.40 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt. Die entsprechende Verordnung sei am Dienstag in Kraft getreten, teilte das Innenministerium in Berlin mit. Damit werde ein Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderregierungschefs und -chefinnen vom 13. Dezember umgesetzt.

»Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. Wir müssen darauf achten, dass wir nicht Böller anzünden und die Infektionszahlen explodieren. Das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk schützt unsere Krankenhäuser vor Überlastung«, sagte Seehofer der Mitteilung zufolge.

Ziel der Regelung sei es, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern, um die aufgrund der Pandemie ohnehin stark beanspruchten Krankenhäuser und Notfallambulanzen zu entlasten.

Betroffen von dem Verbot seien »die typischen, in anderen Jahren vom 29. bis 31. Dezember erhältlichen Gegenstände wie zum Beispiel Silvesterknaller und Raketen«, erläuterte das Innenministerium. Mit der neuen Verordnung bleibe die Abgabe im Jahr 2020 auch an diesen Tagen verboten. Auch bereits zuvor etwa über den Online-Handel getätigte Bestellungen dürften nicht mehr an den Endkunden ausgeliefert werden.

Grenzen zu wegen Corona: Britischer Verband spricht von »Autoritätsversagen«

17.37 Uhr: Ein wichtiger britischer Wirtschaftsverband hat der Regierung in London angesichts der Grenzschließungen und dem Lastwagen-Chaos am Ärmelkanal »Autoritätsversagen« vorgeworfen. »Die Regierung war sich der Macht ihrer Ankündigung bewusst«, sagte der Chef des Verbands der Lebensmittel- und Getränkehersteller FDF, Ian Wright, am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss in London. Es sei absehbar gewesen, dass Europa mit Grenzschließungen auf die Nachricht reagieren würde, dass sich eine neue Corona-Variante rasch ausbreite.

Dennoch sei die Regierung nicht vorbereitet gewesen. »Die Folge ist das Chaos, das wir in den vergangenen 24 Stunden erlebt haben.« Nun müsse die Regierung diejenigen entschädigen, die wegen dieses Versagens Verluste erlitten hätten, forderte Wright.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte vor dem Parlament in Edinburgh, vor allem Meeresfrüchte aus Schottland seien von dem Ausfuhrstopp über den Hafen Dover betroffen. »Dies ist die wichtigste Zeit des Jahres für den Export von Meeresfrüchten, und das Weihnachtsgeschäft ist ziemlich sicher verloren«, sagte Sturgeon. Sie habe bei einem Krisentreffen am Montag ebenfalls Entschädigungen gefordert. Die Politikerin forderte mit Nachdruck, die britische Regierung müsse sich mit Frankreich auf eine Regelung einigen.

Infizierte auf Forschungsstation: Corona erreicht Antarktis

17.31 Uhr: Das Coronavirus hat eine Forschungsstation in der Antarktis und damit nun alle Kontinente erreicht. Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station »Bernardo O'Higgins Riquelme« registriert worden. Bei den Infizierten handele es sich um 26 Mitglieder des Militärs und 10 zivile Personen einer Wartungsfirma, berichteten chilenische Medien am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf die Armee, die die Station betreibt.

Über Monate war der Südkontinent einer der letzten Orte gewesen, in denen man sich in geschlossenen Räumen beruhigt unter Leuten aufhalten konnte. Strenge Maßnahmen trugen dazu bei, einen Corona-Ausbruch zu vermeiden. Länder mit Forschungsstationen in der Antarktis sprachen schnell Verbote für Kreuzfahrtschiffe und andere Besucher aus, die keine lebenswichtigen Vorräte liefern. So verwandelte sich jede der Dutzenden Stationen in eine eigene Blase.

Die Zeitung »La Tercera« berichtete in der vergangenen Woche, dass die Crew des amphibischen Landungsschiffes »Sargento Aldea« nach einem Aufenthalt in der »Bernardo-O'Higgins-Station« wegen drei Corona-Fällen in Quarantäne gegangen sei. Das Schiff hatte Wartungspersonal und Material für die Station transportiert. Die Infizierten von der Forschungsstation wurden in die Stadt Punta Arenas in Patagonien gebracht, die als Ausgangspunkt für Antarktis-Expeditionen gilt.

Die Station »Bernardo O'Higgins Riquelme« liegt auf der nördlichsten Spitze der Antarktischen Halbinsel in der Westantarktis.

Pinguin und Forschungsstation (Archivbild): Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station »Bernardo O'Higgins Riquelme« registriert worden.

Pinguin und Forschungsstation (Archivbild): Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station »Bernardo O'Higgins Riquelme« registriert worden.

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A9999 Hans-Christian Wöste/ dpa

Impfszenario für Deutschland: Diese drei Faktoren entscheiden, wann wir Corona besiegen

17.30 Uhr: Mit der Impfung kommt die Normalität zurück – darauf hoffen viele. Doch wie schnell erreichen wir Herdenimmunität? Lesen Sie hier den Ausblick für 2021:

Söder muss nicht mehr in Quarantäne bleiben

16.48 Uhr: Nach einer Prüfung des zuständigen Gesundheitsamts muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr in Quarantäne bleiben. »Aus Vorsicht bleibe ich aber trotzdem im Homeoffice«, schrieb der CSU-Chef am Dienstag auf Twitter. Zugleich teilte er mit, dass ein am Dienstag durchgeführter Corona-Test bei ihm negativ ausgefallen sei.

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Hintergrund für das Ende der Quarantänepflicht nach nur einem Tag sind zwei Faktoren, die das Gesundheitsamt nach Angaben der Staatskanzlei feststellte: Söder habe bei dem Gespräch mit seinem nachweislich mit Corona infizierten Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die Abstandsregeln eingehalten, und zugleich sei das Büro in der Staatskanzlei mit einem Belüftungssystem ausgestattet gewesen. Deshalb sei Söder keine »Kontaktperson 1« und müsse auch nicht zwingend in Quarantäne.

Am Montagmittag war Herrmann positiv getestet worden und hatte sich daraufhin auch in Quarantäne begeben.

Branchenverband beklagt »untragbare Zustände« für Lkw-Fahrer in Großbritannien

16.38 Uhr: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hat die »untragbaren Zustände« für die gestrandeten Lkw-Fahrer im Verkehr mit Großbritannien beklagt. Derzeit säßen Tausende Fahrer, darunter auch viele Deutsche, in Großbritannien unter »weitgehend desolaten Umständen« fest – entweder auf der Autobahn oder auf Parkplätzen, erklärte der Verband am Dienstag.

Oft fehle es am Zugang zu sanitären Einrichtungen und Versorgungsmöglichkeiten. Außerdem sei vollkommen unsicher, wie es weitergehe. Pläne, Corona-Tests als Bedingung für die Weiterreise einzuführen, trügen nicht zur Beruhigung bei, da die Fahrer derzeit keinen Zugang zu Testmöglichkeiten hätten. Der BGL wandte sich nach eigenen Angaben an das Bundesverkehrsministerium und weitere Institutionen auf Bundes- und EU-Ebene, um auf eine Lösung zu dringen.

Bundesregierung startet Werbekampagne für Corona-Impfungen

16.03 Uhr: Das Gesundheitsministerium will für die anstehende Immunisierung gegen das Coronavirus werben. In der geplanten Kampagne geht es jedoch zuerst um Geduld – denn der Impfplan sieht eine klare Reihenfolge vor. Lesen Sie hier mehr dazu.

Intensivmediziner fordern gesetzliche Grundlage für Triage

15.40 Uhr: Auf den deutschen Intensivstationen wird es zunehmend eng. Spätestens in einem Monat erwarten Mediziner besorgniserregende Zustände – für ihre Arbeit brauchen sie Rechtssicherheit. Lesen Sie hier mehr dazu.

»Schnell und aggressiv«: Irland verschärft Corona-Regeln nach Weihnachten

15.34 Uhr: Um eine Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante zu verhindern, verschärft Irland nach Weihnachten seine Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie deutlich. Die Beschränkungen kommen einer Ausgangssperre gleich. Die Regierung handele »schnell und aggressiv« als Antwort auf steigende Infektionszahlen, sagte Ministerpräsident Micheál Martin am Dienstag. Die Maßnahmen seien unter der Vermutung getroffen worden, dass sich die hochansteckende Virusmutation bereits in Irland ausbreite.

Restaurants und Pubs müssen vom 24. Dezember an schließen. Nach Weihnachten sind nicht zwingend notwendige Reisen außerhalb der eigenen Heimatregion (County) untersagt, von Neujahr an sind keine privaten Besuche mehr gestattet. Zu Hochzeiten und Beerdigungen sind deutlich weniger Teilnehmer zugelassen. Der öffentliche Nahverkehr wird auf ein Viertel heruntergefahren. Das Einreiseverbot für Flüge aus Großbritannien wurde zunächst bis zum 31. Dezember verlängert.

Irland mit gut 4,9 Millionen Einwohnern hat – Stand 21. Dezember – etwas mehr als 80.000 Corona-Infektionen gemeldet, 2158 Menschen sind gestorben.

Bayern verhängt strenge Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

15.29 Uhr: Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Bayern zurückkehrt, muss sich künftig innerhalb kurzer Zeit auf das Virus testen lassen. Auch Tests aus dem Ausland sind zulässig. Lesen Sie hier mehr dazu.

Illegale Corona-Schnelltests: Bezirksregierung kontaktiert Käufer

15.22 Uhr: Nach einer Durchsuchung bei einer Firma in Frechen kontaktiert die Bezirksregierung Köln nun alle Käufer von bundesweit illegal in den Handel gelangten Corona-Schnelltests. Die sichergestellte Kundenliste des Unternehmens werde noch ausgewertet, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Sie enthalte allerdings etwa 5700 Kunden, von denen zwischen 4000 und 4500 den Schnelltest nicht hätten erhalten dürfen. »Die Kunden werden gerade alle durch die Bezirksregierung kontaktiert und aufgefordert, die Schnelltests umgehend aus dem Verkauf zu nehmen und vorhandene Lagerbestände an die Bezirksregierung zurückzusenden«, sagte die Sprecherin.

In dem Fall geht es um Corona-Schnelltests, die nach Behörden-Angaben durch die Firma unter anderem bei Tankstellen, in Supermärkten, Tierarztpraxen und Brauereien in Umlauf gebracht worden waren. Der Kreis, an den derartige Tests abgegeben werden dürfen, ist aber strikt eingegrenzt. Ärzte zählen zum Beispiel dazu. Die Abgabe außerhalb des erlaubten Personenkreises ist nach Angaben der Bezirksregierung eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro sanktioniert werden.

Bei dem Geschäftsführer des Unternehmens hatte die Bezirksregierung zusammen mit der Polizei und dem Ordnungsamt Wohnung und Firma durchsucht. Sie warnte vor einer vermeintlichen Sicherheit durch falsche negative Tests, wenn diese von Laien durchgeführt würden. Die Schnelltests selbst sollen allerdings korrekt zugelassen und nicht zu beanstanden sein.

Mehr zu den Hintergründen können Sie hier nachlesen.

Niederlande wollen Reisende aus Großbritannien wieder zulassen

15.13 Uhr: Die Niederlande wollen Reisende aus Großbritannien und Südafrika in Kürze wieder ins Land lassen. Voraussetzung sei, dass sie ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen könnten, sagte die Ministerin für Transport, Cora van Nieuwenhuizen, am Dienstag in Den Haag dem TV-Sender NOS. Reisende müssten dann noch für zehn Tage in Heimquarantäne.

Zurzeit werde mit Fluggesellschaften und Reedern geklärt, wie die Kontrolle der Tests zu regeln sei. Die Ministerin konnte nicht zusagen, dass die Wiederaufnahme des Passagierverkehrs noch vor Weihnachten möglich sei.

Am vergangenen Wochenende hatten die Niederlande ein Einreiseverbot für Passagiere aus Großbritannien verhängt. Damit sollte die Verbreitung der dort aufgetretenen Virusvariante verhindert werden. Am Montag war auch ein Einreiseverbot für Passagiere aus Südafrika verhängt worden. In Südafrika ist eine ähnliche Variante aufgetaucht, die aber unabhängig von der britischen entstanden ist.

NRW-Vizeregierungschef Stamp: »Verzicht auf Präsenzgottesdienste ist diesmal ein Akt der Nächstenliebe«

14.42 Uhr: Nordrhein-Westfalens Vizeministerpräsident Stamp appelliert an die Kirchen, über die Festtage auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Hier begründet der FDP-Politiker seinen Vorstoß. Lesen Sie hier das SPIEGEL-Interview.

Mecklenburg-Vorpommern nimmt Corona-Patienten aus Sachsen auf

14.41 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Sachsen nimmt Mecklenburg-Vorpommern bis zu zehn Intensivpatienten aus dem Freistaat auf. Es sei eine Anfrage aus Sachsen mit der Bitte um Unterstützung gekommen, teilte der Schweriner Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe (CDU), am Dienstag mit. Die Patienten würden in den kommenden Tagen in Rostock und Greifswald erwartet, ein Erkrankter sei bereits angekommen.

Es gehe darum, Krankenhauskapazitäten und insbesondere Beatmungsplätze in Regionen mit starkem Infektionsgeschehen in Sachsen zu entlasten, sagte Glawe. »Die Lage vor allem in Ostsachsen ist ernst.«

Zwischen den Bundesländern und innerhalb der einzelnen Länder bestünden erhebliche Unterschiede in der Auslastung, sagte der Minister. Durch die täglich ansteigenden Fallzahlen könne es zu lokalen und regionalen Überlastungen und Engpässen in der intensivmedizinischen Versorgung kommen.

Sachsen hat mit einem Wert von mehr als 400 die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner unter allen Bundesländern. Zahlreiche Landkreise liegen deutlich über 500.

Brüssel fordert Ende von strikten Reiseverboten für Großbritannien

14.40 Uhr: Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, die wegen der mutierten Variante des Coronavirus erlassenen strikten Reiseverbote von und nach Großbritannien zurückzunehmen. »Verbote von Flug- und Zugreisen sollten angesichts der Notwendigkeit, essenzielle Reisen zu gewährleisten und Unterbrechungen der Versorgungskette zu vermeiden, ausgesetzt werden«, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag. Von nicht unbedingt notwendigen Reisen solle aber »abgeraten« werden.

Zehn Millionen Euro für Berliner Filmbranche in der Coronakrise

14.20 Uhr: Der Berliner Senat will die Filmbranche mit zehn Millionen Euro unterstützen. Damit können Corona-bedingte Schadensfälle bei Dreharbeiten rückwirkend bis zum 1. November 2020 abgefedert werden, wie der Senat am Dienstag nach seiner Sitzung mitteilte. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte dazu, ohne den Ausfallfonds wäre das Risiko von Dreharbeiten in Zeiten der Pandemie für Produzenten und Produzentinnen unüberschaubar.

Sechs Millionen Euro gehen demnach in den sogenannten Ausfallfonds I für Ausfälle bei Kino- und Serienproduktionen in Berlin, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert werden. Vier Millionen Euro im Ausfallfonds II sollen TV- und Streaming-Projekte von Berliner Produzenten absichern. Die Film- und Fernsehbranche gilt für die Hauptstadtregion als wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Paketrekord in der ersten Shutdown-Woche

14.13 Uhr: In der ersten Shutdown-Woche hat die Deutsche Post ihren gerade zwei Wochen alten Paketrekord überboten: Mehr als 61 Millionen Pakete habe man sortiert, gab das Unternehmen bekannt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gastgewerbe dringend auf Hilfen angewiesen

13.37 Uhr: Im Gastgewerbe stehen offenbar viele Betriebe vor dem Aus, da aus Sicht des Branchenverbands Dehoga zugesagte Finanzhilfen »zu spät und nicht im zugesagten Umfang ankommen«. Die Unternehmen seien seit dem 2. November im Lockdown. »Dass sie fast zwei Monate danach immer noch auf die versprochenen Hilfen warten, schafft bei den Betroffenen eine verzweifelte Lage und zerstört Vertrauen«, so Dehoga-Präsident Guido Zöllick. »Nicht nur die Öffnungsperspektiven für unsere Betriebe sind derzeit völlig unklar.« Auch für die vom Bund in Aussicht gestellte ›Überbrückungshilfe 3‹ seien bisher keine Detailregelungen veröffentlicht worden.

Kretschmer: »Vor uns liegen die zehn härtesten Wochen der Pandemie«

13.30 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) befürchtet eine dritte Corona-Infektionswelle nach Weihnachten und Silvester. »Vor uns liegen die zehn härtesten Wochen der Pandemie«, sagte er bei einer Online-Pressekonferenz.

Die dritte Welle könnte in der Zeit vom 10. bis 15. Januar beginnen. »Wie groß die Welle wird und welchen Schaden sie anrichtet, haben die Menschen in Sachsen und in Deutschland selbst in der Hand.« Die Abstandsregel müsse in Fleisch und Blut übergehen. Er habe den Eindruck, dass der Respekt vor der Erkrankung auch aus persönlichem Erleben wachse. Es sei zu hoffen, dass alle diese Einsicht haben.

Sechs Corona-Infizierte aus Großbritannien in Dortmund-Flieger

13.23 Uhr: Von den mehr als hundert bislang letzten Flugreisenden aus Großbritannien zum Flughafen Dortmund am Sonntag sind sechs positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Dortmund von Dienstag handele es sich nicht um Einwohner der Stadt, sodass die entsprechenden Gesundheitsbehörden im In- und Ausland über die Infektionen informiert wurden. Ein Testergebnis stand am Dienstag noch aus.

Alle Reisenden seien weiterhin in häuslicher Quarantäne. Auch diejenigen mit negativen Testergebnissen müssen zunächst isoliert bleiben, sagte die Sprecherin. »Um herauszufinden, an welcher Variante die Infizierten erkrankt sind, müsste ein weiterer Test vorgenommen werden, den wir hier nicht vorgenommen haben«, hieß es. Ob weitergehende Analysen durchgeführt würden, obliege jeweils den Gesundheitsbehörden an den Wohnorten der Betroffenen.

Wegen einer gefürchteten Mutation des Coronavirus war der Flugverkehr aus Großbritannien und Südafrika am Sonntag untersagt worden. Nordrhein-Westfalen hatte für beide die Quarantäneverordnung wieder in Kraft gesetzt. Demnach gilt für Einreisende von dort eine Corona-Testpflicht.

Debatte über Impfgesetz in Frankreich

13.20 Uhr: Ein geplantes Impfgesetz stößt in Frankreich auf Widerstand in der Opposition: Konservative und Rechtspopulisten sprechen von einer Einschränkung der Grundrechte.

In dem Gesetzesvorschlag heißt es, dass der französische Premierminister »Reisen von Personen, ihren Zugang zu Transportmitteln oder bestimmten Orten und die Ausübung bestimmter Tätigkeiten« von der Vorlage eines negativen Testergebnisses oder »der Verabreichung eines Impfstoffes« abhängig machen kann.

In Frankreich soll die Impfkampagne wie in Deutschland und anderen EU-Ländern am Sonntag beginnen. Präsident Emmanuel Macron hatte mehrfach versichert, es werde keine Impfpflicht geben. Die Kritiker des Gesetzentwurfs argumentieren, die Vorgabe komme de facto einer solchen Pflicht gleich.

Prozess wegen Betrugs mit einer Million Corona-Masken begonnen

12.55 Uhr: Wegen mutmaßlichen Betrugs mit rund einer Million Corona-Schutzmasken steht seit Dienstag ein 26-Jähriger vor dem Landgericht Koblenz. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der rund 150-seitigen Anklage zufolge war der Mann im April während der ersten Corona-Welle mit zwei Komplizen am Abschluss von Kaufverträgen über die Lieferung von FFP2-Masken für mehr als drei Millionen Euro, anscheinend auch an eine überregionale Supermarktkette, beteiligt. Der junge Mann habe gewusst, dass die Masken den hohen FFP2-Standard nicht erfüllten – es seien nur einfache Mund-Nasen-Bedeckungen gewesen. Tatorte sollen unter anderem Sinzig im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie Mainz gewesen sein.

Der Angeklagte soll sich außerdem mit falschen Angaben eine Corona-Soforthilfe von 9000 Euro erschlichen haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Seine beiden mutmaßlichen Komplizen sind in dem Verfahren nicht Angeklagte.

FFP2-Masken schützen besser vor einer Corona-Infektion als Stoffmasken. Beim Ausbruch der Pandemie im Frühling herrschte in Deutschland vielerorts großer Mangel an FFP2-Masken.

Curevac erwartet keine geringere Impfstoff-Wirksamkeit wegen neuer Virusvariante

12.50 Uhr: Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac erwartet derzeit keine geringere Wirksamkeit seines Covid-19-Impfstoffkandidaten aufgrund der neuen Virusvariante. »Wir untersuchen ständig Varianten, da sie häufig vorkommen, und prüfen auch deren Auswirkungen, wenn wir sie für relevant halten«, sagte ein Sprecher des Unternehmens. »Grundsätzlich eignet sich die mRNA-Plattform gut, um schnell und flexibel auf Virusausbrüche reagieren zu können.« Dies gelte für neue Viren, könne aber auch im Falle einer Mutation eines bekannten Virus angewendet werden.

Curevac hatte diesen Monat die zulassungsrelevante Studie mit seinem Impfstoff gestartet.

Bundeswehr soll beim Impfen helfen

12.30 Uhr: Die Bundeswehr bereitet sich wegen der geplanten bundesweiten Impfungen gegen das Coronavirus auf einen Großeinsatz vor. Laut einem aktuellen Lagebericht für die Leitung des Verteidigungsressorts, der dem SPIEGEL vorliegt, rechnen die Militärs damit, dass in den verschiedenen Impfzentren und mobilen Teams insgesamt 6500 Soldaten und Soldatinnen zum Einsatz kommen werden.

5000 davon werden laut den internen Planungen als Unterstützung in den zivilen Zentren eingesetzt und sollen dort vor allem die Logistik organisieren.

Schwerpunkt des Einsatzes wird Bayern, dort sollen laut den internen Planungen fast 1500 Bundeswehrangehörige beim Impfen helfen. Daneben haben auch Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz jeweils mehrere Hundert Soldaten und Soldatinnen im Zuge der Amtshilfe eingefordert.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Bundeswehrkontingent für die Corona-Hilfe bereits vor einigen Wochen von 15.000 auf 20.000 Soldaten erhöht, damit es keine personellen Engpässe gibt. Aktuell wurde auch die Bereitschaftszeit von einer Woche auf 48 Stunden verkürzt, um flexibler zu sein. Derzeit sind bereits rund 8700 Soldatinnen und Soldaten vor allem zur Unterstützung der lokalen Gesundheitsämter eingesetzt.

Britische Regierung erwägt Corona-Tests für gestrandete Lkw-Fahrer

12.21 Uhr: Die britische Regierung erwägt die Einführung von Corona-Tests für Lkw-Fahrer, um den Warenverkehr mit Frankreich wieder aufnehmen zu können. Entsprechende Nachweise seien »absolut Teil der Diskussionen«, sagte Innenministerin Priti Patel am Dienstag dem Sender Sky News. »Wir müssen alles tun, was wir können.« Derzeit liefen die Gespräche mit den französischen Behörden über eine Wiederaufnahme des Warenverkehrs und es werde »eine Lösung gefunden«.

In Großbritannien war kürzlich eine offenbar besonders ansteckende Mutation des Coronavirus aufgetaucht, woraufhin zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, den Reiseverkehr mit Großbritannien beschränkten. Frankreich schloss auch die Grenzen für den Frachtverkehr.

Nach Angaben der britischen Innenministerin sind derzeit rund 650 Lkw auf der Autobahn zwischen London und dem Hafen von Dover gestrandet, weil von dort aus der Verkehr nach Frankreich eingestellt wurde. Auf einem stillgelegten Flughafen warten noch einmal etwa 800 Laster.

Laschet: Kann nicht für reguläres Abitur 2021 garantieren

12.15 Uhr: Angesichts der weiter grassierenden Corona-Pandemie ist nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch nicht klar, ob es 2021 ein reguläres Abitur geben kann. Das Abitur 2021 gehöre zu den »Unwägbarkeiten« der Pandemie, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf. Prognosen, die über den 10. Januar hinausgingen, seien nicht möglich.

Laschet verwies aber darauf, dass im ablaufenden Jahr 2020 trotz der Corona-Pandemie deutschlandweit ein reguläres Abitur ermöglicht worden sei. »Wir tun alles, dass das nächstes Jahr auch möglich wird«, betonte Laschet. »Aber garantieren kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht.«

WHO beruft Europa-Krisentreffen zu neuer Coronavirus-Mutation ein

11.58 Uhr: Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa hat eine Krisensitzung seiner Mitgliedstaaten zu der neuen Coronavirus-Variante aus Großbritannien einberufen. Regionaldirektor Hans Kluge schrieb am Dienstag im Onlinedienst Twitter, das WHO-Regionalbüro verfolge die Informationen über die Mutation genau und wolle als Reaktion darauf mit seinen Mitgliedstaaten über Strategien für Virustests, eine Eindämmung der Übertragung und »Kommunikationsrisiken« beraten.

Kluge fügte hinzu, er halte es angesichts der noch unklaren Lage für »klug«, den Reiseverkehr einzuschränken. Lieferketten für lebensnotwendige Güter und notwendige Reisen sollten aber weiter möglich bleiben.

Krankenkassen-Hotline informiert über Corona-Impfung

11.43 Uhr: Die Krankenkasse Barmer informiert ab sofort in ihrer Corona-Hotline auch über Covid-19-Impfungen, und zwar nicht nur die eigenen Versicherten. »Anrufende können ab sofort alle zentralen Informationen zur Immunisierung und dem verfügbaren Impfstoff bei den Medizinexpertinnen und -experten erfragen«, teilte die Krankenkasse am Dienstag mit. Dabei gehe es nicht nur darum, wer wann und wo geimpft wird, sondern auch wie sicher die Impfung ist oder wer die Kosten übernimmt. Das kostenlose Angebot steht allen Interessierten unter der Telefonnummer 0800 84 84 111 zur Verfügung.

Spahn: Wir hätten früher Masken besorgen sollen

11.32 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn räumt Versäumnisse im Kampf gegen die Corona-Pandemie ein. Auf die Frage, für welche Fehler er 2020 um Verzeihung bitten müsse, sagt der CDU-Politiker der Wochenzeitung »Die Zeit« laut Vorabbericht: »Wir hätten als Bundesregierung früher beginnen sollen, Masken zu besorgen. Und ich hätte das als Gesundheitsminister früher anstoßen sollen.« Eine Pflegekraft, der im Frühjahr FFP2-Masken fehlten, könne er nur um Verständnis bitten.

Taiwan meldet erste Corona-Ansteckung seit April – Pilot droht hohe Geldstrafe

11.15 Uhr: Taiwan hat zum ersten Mal seit April eine Ansteckung mit dem Coronavirus im eigenen Land festgestellt. Wie die taiwanischen Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, wurde nach 253 Tagen ohne lokale Übertragung eine etwa 30-jährige Frau positiv auf das Virus getestet. Sie steckte sich demnach bei einem neuseeländischen Piloten an, der für eine taiwanische Fluggesellschaft arbeitet.

Gesundheitsminister Chen Shih-chung sagte, der infizierte Pilot habe die Behörden nicht »wahrheitsgemäß« über seine Kontakte und Aktivitäten informiert. Behördenangaben zufolge war der Mann unter anderem noch in einem Kaufhaus. Ihm droht nun eine Geldstrafe von umgerechnet 8600 Euro.

Taiwan war es durch rigorose Grenzkontrollen und die konsequente Nachverfolgung von Infektionsketten schon im Frühjahr gelungen, eine starke Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Bisher wurden auf der Insel nur 770 Infektions- und sieben Todesfälle verzeichnet.

Der letzte einheimische Infektionsfall war am 12. April registriert worden. Positiv getestet wurden seitdem nur noch Reisende, etwa aus dem Ausland zurückgekehrte Taiwaner oder Geschäftsreisende. In Taiwan müssen alle Einreisenden für 14 Tage in Quarantäne und einen negativen Virustest vorweisen. Für Piloten gelten allerdings weniger strenge Regeln.

Mutiertes Coronavirus: Schweiz sucht 10.000 eingereiste Briten

11.00 Uhr: Wegen der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien läuft in der Schweiz die Suche nach einigen Tausend jüngst angereisten Briten. Am Montag hatten die Behörden rückwirkend Quarantäne angeordnet, um die Ausbreitung der neuen Variante in der Schweiz möglichst zu verhindern. Jeder, der seit dem 14. Dezember aus Großbritannien eingereist ist, muss bis zum 10. Tag nach der Ankunft in Quarantäne. Das betrifft auch Tausende Skiurlauber.

Nach Angaben der Behörden kamen vom 14. Dezember bis zur Einstellung der Flüge am Sonntagabend 92 Flugzeuge aus Großbritannien an. Allein am Genfer Flughafen waren es am vergangenen Wochenende etwa 3500 Passagiere. Die Behörden gehen von etwa 10.000 Fluggästen seit dem 14. Dezember aus.

Für die Suche nach den Gästen sind die Gesundheitsbehörden der Kantone zuständig, die auch sonst die Kontaktverfolgung bei Infizierten übernehmen. Das Bundesamt für Gesundheit hat von den Fluggesellschaften sämtliche Passagierlisten angefordert. Ankommende müssen wegen der Corona-Pandemie seit Langem jeweils ein Formular ausfüllen und ihre Adresse in der Schweiz angeben.

Trotz Drucks aus dem Ausland haben nur einige Schweizer Kantone ihre Skigebiete über die Feiertage geschlossen. Die mit den größten Stationen, das Wallis mit Zermatt, Saas Fee und Crans Montana und Graubünden mit Davos-Klosters und Engadin-St. Moritz sind offen.

Superstau in England: Hunderte Lkw-Fahrer gestrandet

10.53 Uhr: Die Coronakrise gibt einen Vorgeschmack auf ein mögliches Brexit-Chaos an den britischen Grenzen. Es drohen Versorgungsengpässe – und viele Lkw-Fahrer kommen nicht rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause. Sehen Sie hier das Video.

RKI-Briefing vor Weihnachten: »Uns stehen schwere Wochen bevor«

10.51 Uhr: Das RKI hat dazu aufgerufen, Weihnachten nur im kleinen Kreis zu verbringen. Man wisse noch nicht, welche Rolle die Mutation aus Großbritannien spielen könnte, sagte Lothar Wieler. Daher sei erst recht Vorsicht geboten. Lesen Sie hier mehr.

Weltärztepräsident erwartet längere Ausgangsbeschränkungen in Deutschland

10.44 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery rechnet mit einer Verlängerung des Lockdowns in Deutschland. »Momentan sind wir ganz weit weg von den berühmten 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern«, sagt er dem SWR. Es erscheine ihm daher »völlig schleierhaft«, wie in zweieinhalb Wochen bis zum 10. Januar der angepeilte Wert erreicht werden solle. »Deswegen gehe ich persönlich davon aus, dass man den Lockdown wird verlängern müssen.«

Dass sich die EU von Großbritannien wegen der dort aufgetretenen Mutation des Coronavirus abgeschottet hat, hält er für richtig. Er sei aber auch der Auffassung, dass die Mutation den Kontinent bereits erreicht hat. Dann reichten Flugverbote nicht aus.

Beförderungsverbot für Großbritannien, Nordirland und Südafrika erlassen

10.00 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat wegen der Coronavirus-Mutation ab Dienstag ein generelles Beförderungsverbot für Reisende aus Großbritannien, Nordirland und Südafrika verhängt. Mit der Rechtsverordnung solle eine Ausbreitung nach Kontinentaleuropa verhindert werden, erklärte das Ministerium. Ab dem 1. Januar 2021 dürfen demnach nach vorheriger Genehmigung durch das Bundesinnenministerium Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland befördert werden.

Trotz Coronakrise steigt die Zahl der Börsengänge weltweit

09.44 Uhr: Trotz der Coronakrise haben in diesem Jahr einer Studie zufolge weltweit mehr Unternehmen den Gang an den Aktienmarkt gewagt als 2019. Die Zahl der Börsengänge stieg um 15 Prozent auf 1322, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht. Das weltweite Emissionsvolumen kletterte um 26 Prozent auf 263 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Wert seit 2010. Allerdings trauten sich lediglich 12 deutsche Firmen aufs Börsenparkett.

»Auf den ersten Blick erscheint es widersinnig, dass in einem so schwierigen Jahr wie 2020 Börsengänge derartig boomen«, sagte EY-Experte Martin Steinbach. Ein wichtiger Treiber sei aber weiterhin die »enorm hohe Liquidität, die im Markt ist und nach Anlagemöglichkeiten sucht.« Die Pandemie führte zudem zu einem Digitalisierungsschub, von dem gerade Börsengänge von Technologieunternehmen profitiert hätten.

Den Angaben zufolge entfielen 33 Prozent der weltweiten Emissionserlöse auf Börsengänge von Technologieunternehmen, die 24 Prozent aller Transaktionen ausmachten. An zweiter Stelle standen IPOs (Initial Public Offering – Erstangebot von Aktien) von Unternehmen aus dem Gesundheitssektor. Aufbruchstimmung herrschte vor allem in den USA und China.

Mehr als 19.000 Neuinfektionen in Deutschland

09.30 Uhr: Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 19.528 neue Fälle und 731 Todesfälle binnen eines Tages registriert. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.432 Neuinfektionen und 500 Todesfälle gemeldet worden – allerdings fehlten damals Daten aus Sachsen, die später nachgemeldet wurden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Der bisherige Höchststand bei den Todesfällen war am vergangenen Mittwoch mit 952 erreicht worden.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist jedoch nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Coronatests angepasst hat, wer noch getestet werden soll.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Dienstag mit 197,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 426,8, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgen Thüringen mit einem Wert von 299,4 und Bayern mit 215,9. Der niedrigste Wert wird in Schleswig-Holstein mit 93,6 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,98 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

EU-Länder erhalten Impfstoffdosen in nächsten fünf Tagen

09.20 Uhr: Ein Vorstandsmitglied des Impfstoffproduzenten Biontech sagte, dass alle Länder in der EU, die Impfstoffdosen angefordert haben, diese in den kommenden fünf Tagen erhielten. Weitere Lieferungen würden folgen. In Deutschland werde der Impfstoff an 25 Verteilzentren ausgeliefert. Von dort aus werde er weiter verteilt.

Steuereinnahmen von Bund und Ländern sinken im November stark

09.15 Uhr: Die November-Schließungen haben neben Unternehmen auch die Steuereinnahmen belastet. Dabei gibt der Staat in der Coronakrise auch noch deutlich mehr aus als sonst. Lesen Sie hier mehr dazu.

Israels Fallzahlen steigen, Corona-Kabinett beschließt strenge Einreiseregeln

09.10 Uhr: Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat erstmals seit Oktober wieder 3500 überstiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 3594 neue Fälle gemeldet worden. Insgesamt wurden in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn der Pandemie 380.095 Ansteckungen registriert. Die Zahl der Toten liegt bei 3111.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in Israel. Dort meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben vom Dienstag 19.528 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden.

Israel hat angesichts der Ausbreitung einer neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Variante des Coronavirus seine Einreisebeschränkungen verschärft. Das Corona-Kabinett entschied am Montag, Ausländern aus allen Ländern die Einreise zu verbieten. Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte, es gebe Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa bei Diplomaten.

Lateinamerikanische Länder verschärfen Maßnahmen wegen Virusvariante

07.35 Uhr: Wegen hoher Corona-Zahlen und der neuen Variante des Virus haben weitere lateinamerikanische Länder wie Paraguay die Einreise von Besuchern aus Großbritannien gestoppt, andere ihre Corona-Maßnahmen erneut verschärft. So kündigte Ecuadors Präsident Lenín Moreno im ecuadorianischen Fernsehen einen neuerlichen Lockdown für 30 Tage und eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 4 Uhr an.

Die peruanische Regierung weitete die Ausgangssperre in der Hauptstadt Lima aus und sperrte die Strände. Uruguay machte seine Grenzen zu Wasser, zu Lande und in der Luft mit Ausnahmen für humanitäre Hilfe und Frachttransporte dicht. Am Sonntag hatten bereits Argentinien, Kolumbien, Chile und Peru Flüge nach und aus dem Vereinigten Königreich ausgesetzt.

Drosten sagt, erste Erkenntnisse über Virusmutation sähen »nicht gut aus«

07.25 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat in einem Tweet eine Aussage über die neue Variante des Corona-Virus getroffen. »Das sieht leider nicht gut aus«, schrieb er und verwies auf neue Daten einer Expertengruppe der britischen Regierung.

Die Gruppe schrieb in einer Zusammenfassung ihrer Ergebnisse, dass sie der »mittelfesten Überzeugung« seien, dass die Variante eine »wesentliche Erhöhung der Übertragbarkeit« im Vergleich zu anderen Varianten zeige. Noch keine Angaben konnte die Gruppe zu der Schwere der Krankheitsverläufe machen.

Drosten schrieb es sei »positiv«, dass »Fälle mit der Mutante bisher nur in Gebieten zunahmen, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war«. In der Zusammenfassung der Expertengruppe wird darauf verwiesen, dass die Ausbreitung der Variante ein exponentielles Wachstum zeigte, während bereits Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von Covid-19 getroffen worden waren.

Experten erwarten massive Corona-Folgen für britischen Arbeitsmarkt

05.15 Uhr: Ökonomen erwarten im kommenden Jahr einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Großbritannien. Das der deutschen Kurzarbeit ähnelnde Furlough-Programm sorge zumindest bis zum Frühjahr für mehr Sicherheit bei den Konsumenten und Firmen, sagte der britische Ökonom Andrew Lee von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg der dpa. »Ich erwarte danach eine Zunahme der Arbeitslosigkeit gepaart mit scharfer Kritik am Furlough.«

Das sogenannte »Furlough«-Programm, das dem Modell der Kurzarbeit nachempfunden ist, läuft nach einer Verlängerung noch bis Ende April 2021. »Viele Entlassungen werden dadurch verschoben«, sagte der Ökonom Stefan Legge von der Universität Sankt Gallen. Die verheerende Wirkung der Pandemie dürfte sich daher erst im Frühjahr vollständig auf dem Arbeitsmarkt entfalten.

Die Aufsichtsbehörde Office for Budget Responsibility geht in ihrer aktuellen Prognose von 7,5 Prozent Arbeitslosen in Großbritannien Mitte des kommenden Jahres aus – vorausgesetzt, schnelle Impfungen leiten den Anfang vom Ende der Corona-Ära ein. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei knapp fünf, zu Beginn der Pandemie noch bei unter vier Prozent.

Wie der Winter auch verläuft: 2021 dürfte es im Vereinigten Königreich so viele Arbeitslose geben wie seit langer Zeit nicht mehr. Wirtschaftsexperte Legge sieht darin ein Muster: »Die strukturellen Probleme werden in einer solchen Krise besonders sichtbar. In Ländern wie Großbritannien oder Italien zeigt sich dann, wie dünn die Struktur ist.«

Intensivmediziner für »ganz ruhiges Weihnachtsfest«

04.55 Uhr: Die Intensivmediziner in Deutschland appellieren angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen an die Bürger, an Weihnachten auf Treffen im größeren Kreis zu verzichten. »Wir würden uns wünschen, dass die Menschen sich dieses Jahr auf sich selber zurückbesinnen, ein ganz ruhiges Weihnachtsfest im aller-, allerengsten Familienkreis feiern«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der dpa. Das wäre eine große Hilfe für alle Pflegekräfte auf den Intensivstationen, die an Weihnachten arbeiten würden und Angst hätten, dass 14 Tage später alles noch schlimmer werde.

In den Krankenhäusern zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Nach Angaben der Divi vom Montag werden derzeit 5167 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt – das sind etwa 500 mehr als in der Vorwoche, als 4670 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen versorgt wurden. 2690 der Patienten werden aktuell invasiv beatmet.

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Ifo-Chef Fuest kritisiert EU-Krisenmanagement

04.45 Uhr: Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, mahnt zu mehr europäischer Geschlossenheit in der Bekämpfung des Coronavirus und kritisiert die Einreiseverbote aus Großbritannien. »Die Symbolwirkung der Abschottung zum jetzigen Zeitpunkt könnte deutlicher nicht sein, auch wenn sie durch die Pandemie bedingt ist«, sagte Fuest der Zeitung »Handelsblatt«. Es werde einmal mehr deutlich, dass das Krisenmanagement in der Pandemie von Entscheidungen der Nationalstaaten geprägt ist. Die französische Regierung werde vornehmlich die Interessen der eigenen Bevölkerung berücksichtigen, dies gelte natürlich auch für andere Regierungen. »Wir brauchen hier mehr europäische Zusammenarbeit.«

Malaysia sichert sich Impfstoffkandidat von AstraZeneca

04.25 Uhr: Malaysia sichert sich nach Angaben von Premierminister Muhyiddin Yassin 6,4 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs des schwedisch-britischen Pharmaherstellers AstraZeneca.

Für zusätzliche Impfdosen stehe die Regierung in Verhandlungen mit den chinesischen Biotech-Unternehmen Sinovac und CanSino sowie dem russischen Gamaleya-Institut, sagte Muhyiddin bei einer Fernsehansprache. Malaysia rechne damit, genügend Dosen zur Impfung von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung zu beschaffen.

bbr/cop/höh/mgb/ngo/hba/AFP/dpa/Reuters
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