Corona-News am Dienstag Karl Lauterbach will sich mit Vakzin von AstraZeneca impfen lassen

Karl Lauterbach will sich mit dem viel diskutierten Impfstoff von AstraZeneca vor Covid-19 schützen. Und: Wer mit Mundschutz Auto fährt, darf in Sachsen weder Sonnenbrille noch Mütze tragen. Der Überblick am 16. Februar.
Karl Lauterbach will sich mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen

Karl Lauterbach will sich mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen

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+++ Karl Lauterbach will sich mit Vakzin von AstraZeneca impfen lassen +++

21.20 Uhr: Wegen seiner geringeren Wirksamkeit wird in Deutschland zurzeit über die Handhabung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca diskutiert. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert unter anderem eine Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen für medizinisches Personal. SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach hat nun auf Twitter angekündigt, sich mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers impfen zu lassen.

Der »Boykottaufruf« von Montgomery gegen sei völlig verantwortungslos. »Astra Impfstoff kann bei meisten Mutationen schwere Verläufe und Tod verhindern, vielleicht bei allen. Ich werde ab Ende Februar auch regelmässig als Impfarzt in Leverkusen mitarbeiten. Das gesamte Team, auch ich, werden uns mit dem Astra Impfstoff impfen. Wir vertrauen ihm«, schrieb Lauterbach weiter.

Südafrika bietet seine AstraZeneca-Impfdosen der Afrikanischen Union an

20.05 Uhr: Da es Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs bei der südafrikanischen Corona-Mutante gibt, hat Südafrika seine bereits von AstraZeneca gelieferten Impfdosen der Afrikanischen Union angeboten. Diese könnten an Länder verteilt werden, die dafür Interesse angemeldet hätten, so Gesundheitsminister Zweli Mkhize.

Südafrika wollte die Impfkampagne für seine knapp 58 Millionen Einwohner in der vergangenen Woche beginnen. Dafür waren eine Million Impfdosen von AstraZeneca vorgesehen. Die Ankunft des Vakzins war unter Anwesenheit von Präsident Cyril Ramaphosa groß gefeiert worden. Aber die Impfkampagne wurde gestoppt, nachdem eine Studie ergeben hatte, dass der Impfstoff gegen milde und mittlere Verlaufsformen von Corona nicht wirksam ist.

Südafrika setzt nun auf das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson, von dem neun Millionen Dosen bestellt wurden. Die Lieferung wird in der kommenden Woche erwartet. Dazu sollen 20 Millionen Impfdosen von Pfizer kommen.

NRW-Innenminister Reul offenbar mit britischer Virusmutation infiziert

19.12 Uhr: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich offenbar mit der britischen Mutation des Coronavirus infiziert. Das berichtete die »Rheinische Post« unter Berufung auf das Umfeld des Ministers. Zuvor hatte ein PCR-Test das positive Ergebnis eines Corona-Schnelltests vom Vortag bestätigt. Reul zeige »leichte Erkältungssymptome«, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Zeitung. Der 68-Jährige war nach dem positiven Schnelltest in eine zehntägige Quarantäne gegangen. Seine Amtsgeschäfte führt er von zu Hause aus.

Anlässlich des Tags des Europäischen Notrufs hatte der Innenminister am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) die Einsatzleitung der Kölner Feuerwehr besucht. Nach Bekanntwerden der Corona-Infektion des Ministers begab sich auch die Bürgermeisterin als Kontaktperson in Quarantäne.

Unterkühlter Transport: Mecklenburg-Vorpommern setzt AstraZeneca-Impfung aus

18.52 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern hat die Nutzung einer Lieferung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt. Als Grund nannte das Gesundheitsministerium in Schwerin mögliche Unterschreitungen der Lagertemperatur beim Transport. Bei der Anlieferung des Impfstoffs seien in Impfzentren des Landes Abweichungen vom vorgeschriebenen Temperaturbereich registriert worden. Die Spanne von 2 bis 8 Grad Celsius sei möglicherweise in einigen Fällen unterschritten worden, hieß es. An der Aufklärung der Ursache werde »mit Hochdruck« gearbeitet, versicherte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU).

Die Aussetzung der Impfungen mit dem betroffenen Impfstoff sei eine Vorsorgemaßnahme. Krankenhäuser und Impfzentren seien informiert. Nach Angaben Glawes wird nun mit dem Hersteller und der zuständigen Stelle für Arzneimittelüberwachung geklärt, ob die 7200 am Montag angelieferten Dosen weiter verwendet werden können. Die Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna, die bei deutlich tieferen Temperaturen gelagert werden müssen, würden uneingeschränkt weiter verteilt und eingesetzt.

Mit Maske am Steuer auf Sonnenbrille und Mütze verzichten

18.30 Uhr: Wer mit einer Mund-Nasen-Bedeckung Auto fährt, darf nicht zusätzlich noch eine Sonnenbrille oder eine Mütze tragen. Das hat Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) bei einer Pressekonferenz noch einmal klargestellt. Hintergrund ist ein Passus in der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung, wonach im Auto eine Maske zu tragen ist, wenn mehr als ein Hausstand mitfährt. Wöller verwies auf die Straßenverkehrsordnung. Demnach dürfe sich ein Kraftfahrer sein Gesicht nicht so verhüllen, dass er nicht mehr erkennbar ist.

Die »Erkennbarkeit des Verkehrsteilnehmers« müsse bei Blitzern gewährleistet sein, sagte Wöller. Die Verhüllung und Verdeckung wesentlicher Gesichtsmerkmale sei nicht erlaubt. Bei Mund-Nasen-Schutz müssten die Augen und »generelle Gesichtszüge« noch zu sehen sein. Sonnenbrillen und Mützen würden zur Unkenntlichkeit beitragen. Nach Angaben des Innenministers sind die Bußgeldstellen auf eine Einzelfallprüfung hingewiesen. Es gebe derzeit keine Meldungen über Problemfälle in diesem Zusammenhang.

Nach Krankmeldungen: Impfungen mit AstraZeneca-Stoff teils gestoppt

18.15 Uhr: Nach Klagen von Klinikangestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca an zwei Orten gestoppt worden. Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben. Zunächst hatte die »Braunschweiger Zeitung« berichtet. Am Klinikum Emden galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem AstraZeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Landkreis Leer dafür aber wieder grünes Licht.

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen »Impfreaktionen« vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt – auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank. Daraufhin kündigte der Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. »Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden«, hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben.

US-Impfzeitplan verzögert sich

US-Seuchenberater Anthony Fauci

US-Seuchenberater Anthony Fauci

Foto: Susan Walsh / dpa

17.01 Uhr: Der US-Impfzeitplan wird sich einem Regierungsberater zufolge bis Ende Mai oder Anfang Juni verzögern. »Der kritische Punkt ist, dass die Nachfrage das Angebot weit übertrifft«, sagt der Wissenschaftler Anthony Fauci, Leiter des US-Corona-Programms. »Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass die Anzahl der Dosen, die wir frühzeitig von J&J erhalten, relativ gering ist«, sagt er unter Hinweis auf den US-Pharmakonzern Johnson & Johnson.

Hotel-Quarantäne: 10.000 Pfund Strafe für falsche Angaben

16.57 Uhr: In Großbritannien müssen vier Reiserückkehrer jeweils 10.000 Pfund Strafe zahlen, weil sie mit fehlenden Angaben der verpflichtenden Quarantäne im Hotel hatten entgehen wollen. Das entspricht umgerechnet rund 11.470 Euro. Die Passagiere hätten bei ihrer Landung am Flughafen Birmingham am Montag nicht angegeben, dass sie aus einem Land auf der sogenannten Roten Liste eingereist seien, hieß es von der West Midlands Polizei am Dienstag. Wo die Rückkehrer hergekommen waren, blieb unklar.

Seit Montag müssen Briten und Iren auf eigene Kosten in einem Hotel für zehn Tage in Quarantäne gehen, wenn sie aus einem von 33 Ländern einreisen, die wegen der Verbreitung von Virusvarianten als besonders gefährlich eingestuft worden sind.

Johnson & Johnson beantragt Zulassung in der EU

16.45 Uhr: Der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson verhindert in 66 Prozent der Fälle eine Covid-19-Erkrankung. Nun prüft die Europäische Arzneimittelbehörde die Zulassung. Lesen Sie hier mehr.

Tausende Amazon-Beschäftigte irrtümlich in Quarantäne

16.28 Uhr: Wegen einer Panne im britischen Corona-Testsystem sind Tausende Amazon-Beschäftigte in Großbritannien zunächst fälschlicherweise in Quarantäne geschickt worden. Knapp 4000 Mitarbeiter seien nach Routinetests über ein positives Ergebnis benachrichtigt und zur Selbstisolation aufgefordert worden, obwohl sie eigentlich negativ auf das Coronavirus getestet worden seien, bestätigte das britische Gesundheitsministerium auf Nachfrage.

Russischer Impfstoff soll vor britischer Mutation schützen

16.12 Uhr: Die zwei bislang von Russland freigegebenen Corona-Impfstoffe schützen nach Darstellung der Behörden in Moskau auch vor der Virusvariante aus Großbritannien. Bei einer Vergleichsstudie sei gezeigt worden, dass die Antikörper, die nach einer Impfung mit Sputnik V und EpiVacCorona gebildet werden, auch vor der britischen Variante schützen, teilte die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor mit. Nicht getestet wurde, ob die zwei russischen Impfstoffe auch vor der Corona-Variante aus Südafrika schützen.

Israel verzeichnet vier Millionen Corona-Erstimpfungen

16.00 Uhr: Die Zahl der Erstimpfungen gegen das Coronavirus hat nach Regierungsangaben am Dienstag in Israel die Marke von vier Millionen erreicht. Damit bekamen nun etwa 43 Prozent der Gesamtbevölkerung eine erste Dosis verabreicht, die zweite Dosis erhielten bislang mehr als 2,6 Millionen Menschen. Rund 30 Prozent der Israelis sind jünger als 16 Jahre, diese Gruppe kann vorerst nicht geimpft werden.

Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 2,8 Millionen Menschen eine erste und rund 1,5 Millionen auch eine zweite Impfung.

Der sogenannte Grüne Ausweis soll in Israel Geimpften oder Genesenen eine schnellere Rückkehr in die Normalität gewähren und so als Impfanreiz dienen.

Sachsen erweitert Einreisemöglichkeit für Berufspendler

15.07 Uhr: Sachsen erweitert die Einreisemöglichkeiten für Berufspendler aus Tschechien. Über eine entsprechende Änderung der Quarantäneverordnung informierte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) nach der Kabinettssitzung in Dresden. Während bislang Beschäftigte in den Bereichen Medizin und Pflege sowie Nutztierhaltung und Güterverkehr trotz verschärfter Kontrollen bei der Einreise passieren konnten, betrifft das nun auch Pendler, die für die Funktionsfähigkeit anderer Branchen wichtig sind. Die Regelung soll bereits ab Mittwoch gelten.

Mexiko kündigt Beschwerde bei Uno wegen ungleichen Vakzinezugangs an

14.54 Uhr: Mexiko will beim Uno-Sicherheitsrat Beschwerde einlegen, weil die Länder weltweit einen ungleichen Zugang zu Corona-Impfstoffen hätten. Ein entsprechendes Schreiben seiner Regierung kündigt der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard für Mittwoch an.

Dänemark: Britische Variante in 45 Prozent der Positivtests

14.25 Uhr: In Dänemark weisen 45 Prozent der auf ihre Gensequenz hin untersuchten positiven Corona-Tests die britische Variante B.1.1.7 . des Virus auf. Dieser Wert ergebe sich für die zweite Februarwoche, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die britische Variante gilt als deutlich ansteckender als das bislang grassierende Coronavirus.

NRW öffnet Kitas wieder für alle

Ab dem 22. Februar öffnen Kitas in NRW wieder für alle (Symbolbild)

Ab dem 22. Februar öffnen Kitas in NRW wieder für alle (Symbolbild)

Foto: Monika Skolimowska/ dpa

14.22 Uhr: Nordrhein-Westfalen will die Kindertagesstätten schrittweise wieder für mehr Kinder öffnen. Bis zum Wochenende gelte noch der Appell an die Eltern, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, sagt Familienminister Joachim Stamp. Ab Montag seien alle Kinder wieder in die Kindertagesbetreuung eingeladen. An der strikten Gruppentrennung werde festgehalten, die Betreuungszeiten würden pro Woche um zehn Stunden gekürzt.

Ab 8. März solle bei gutem Verlauf auf lokaler Ebene entschieden werden, ob Stunden gekürzt würden. Die Kitamitarbeiter sollen sich zweimal die Woche testen lassen können. Auch Selbsttests sollen künftig möglich sein. Diese müssten aber erst noch zertifiziert werden. Stamp spricht sich dafür aus, die Impfreihenfolge zu ändern und Lehrer, Erzieher und Beschäftigte in den Kitas und der Tagespflege früher zu impfen. »Das wäre ein Befreiungsschlag.«

Corona-Pandemie verschärft Rechtsextremismus in Europa

14.21 Uhr: Eine Studie hat sich den Corona-Protest in acht europäischen Ländern näher angeschaut. Ergebnis: Antisemitische Verschwörungsmythen und rechtsextreme Agitation sind weitverbreitet – besonders in Deutschland. Lesen Sie hier mehr.

NRW-Innenminister Reul mit Corona infiziert

Ein PCR-Test bestätigte die Corona-Infektion bei Reul

Ein PCR-Test bestätigte die Corona-Infektion bei Reul

Foto: Marcel Kusch/ dpa

14.04 Uhr: Bei Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat ein PCR-Test den positiven Corona-Schnelltest bestätigt. Reul zeige »leichte Erkältungssymptome«, sagte ein Sprecher seines Ministeriums am Dienstag der »Rheinischen Post« aus Düsseldorf.

Der 68-Jährige war nach dem positiven Schnelltest am Montag in eine zehntägige Quarantäne gegangen. Seine Amtsgeschäfte führt er von zu Hause aus.

Weltärztepräsident Montgomery für Auswahl bei Impfstoffen

14.00 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen. »Ich habe Verständnis für medizinisches Personal, das sich nicht mit dem AstraZeneca-Vakzin impfen lassen will«, sagt Montgomery der »Rheinischen Post«. »Der Impfstoff ist zwar genauso sicher wie die anderen und hat nach aktueller Studienlage auch nicht mehr Nebenwirkungen. Doch die geringere Wirksamkeit lässt sich nicht wegdiskutieren.«

Arzt behandelte trotz Corona-Symptomen weiter

13.20 Uhr: Der Corona-Ausbruch im Landkreis Vechta geht nach Einschätzung des niedersächsischen Krisenstabs unter anderem auf einen infizierten Arzt zurück. Er soll trotz Symptomen rund 200 Patienten behandelt haben, sagte ein Sprecher des Landkreises Vechta. Ob er Menschen angesteckt habe und, wenn ja, wie viele, könne nicht gesagt werden: »Eine Kausalität ist nur schwer feststellbar.« Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat nun Ermittlungen aufgenommen. Der Landkreis hatte die Praxis bereits Ende Januar wegen Hygienemängeln vorübergehend geschlossen.

Es sei »offensichtlich bekannt, dass dieser Arzt auch zu denen gehört, die Corona leugnen und das alles nicht schlimm finden«, hatte in der vergangenen Woche die Vizeleiterin des Corona-Krisenstabs des Landes, Claudia Schröder, gesagt.

Die Praxis ist inzwischen wieder geöffnet, der Arzt sei auch nicht mehr in Quarantäne, hieß es vom Landkreis. Der Fall werde von der Behörde noch geprüft. Sollte es zu einem Strafverfahren mit einer Verurteilung kommen, könnte unter Umständen auch die Approbation des Arztes gefährdet sein.

SPD attackiert Laschet wegen Distanzierung von gemeinsamer Corona-Politik

12.50 Uhr: Äußerungen von CDU-Chef Armin Laschet zum Corona-Krisenmanagement stoßen auf scharfe Kritik beim Koalitionspartner SPD. »Armin Laschet versucht offenbar, mit flotten Sprüchen bei den Anhängern von Friedrich Merz Punkte zu sammeln«, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, dem SPIEGEL. »Wenn sich die Corona-Krisenbekämpfung noch weiter zum Profilierungsthema für die Kanzlerkandidatur in der Union entwickelt, bekommt das Land ein zusätzliches Problem.«

Laschet warnte zudem vor einem zu einseitigen Fokus auf die Infektionszahlen: »Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet.« Schneider wies das mit Verweis auf die Bund-Länder-Runde vom 10. Februar zurück: Alle verantwortlichen Entscheidungsträger müssten an einem Strang ziehen und gemeinsame Beschlüsse auch gemeinsam vertreten, sagte der Sozialdemokrat. »Herr Laschet hat alle Möglichkeiten sich mit konstruktiven Beiträgen, auch zur Öffnungsstrategie, an verschiedenen Stellen einzubringen.«

Die Länderregierungschefs – darunter Laschet – und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten zuletzt vereinbart, den Shutdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – also Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – stabil unter 35 sinken, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden.

Bayerns Innenminister hält Osterurlaub für möglich

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Flughafen München

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Flughafen München

Foto: Matthias Balk / dpa

12:30 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält einen Osterurlaub trotz der Corona-Pandemie für realistisch. Inlandstourismus sei Anfang April »durchaus vorstellbar«, sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz des Tourismusverbands Franken. »Unser Ziel muss es sein, dass an Ostern Gaststätten und Hotels wieder geöffnet sind.«

In zahlreichen bayerischen Regionen seien die Corona-Infektionszahlen schon deutlich gesunken, sagte der Innenminister. Bis zu Ostern in sechs Wochen könnten die Zahlen noch weiter zurückgehen. Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, bei den nächsten Öffnungsschritten Gastronomie und Hotels mit in den Blick zu nehmen.

Spahn plant kostenlose Corona-Schnelltests ab März

11.48 Uhr: Schnelltests können die Gesundheitsämter entlasten und ein wichtiger Faktor auf dem Weg zur Öffnung werden. Nach SPIEGEL-Informationen will der Bund künftig die Kosten übernehmen – allerdings nicht für alle Testarten. Lesen Sie hier mehr.

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Arbeitgeber kritisieren Kontrollen an deutschen Grenzen

11.12 Uhr: Die neuen Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Tirol beeinträchtigen nach Darstellung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) stark die international eng verflochtenen Lieferketten. Für einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt seien Arbeitnehmerfreizügigkeit, reibungslose Transportwege, grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung und Dienstreisen unverzichtbar. Mit den Kontrollen »zeigt die deutsche Regierung, dass sie aus den anfänglichen Fehlern unkoordinierter Grenzschließungen aus dem Frühjahr 2020 leider nicht gelernt hat.«

Selbstständige können ab sofort neue Corona-Hilfen beantragen

11.09 Uhr: Laut Bundesfinanzministerium können jetzt auch Selbstständige die zuletzt angehobenen Corona-Hilfen beantragen. Sie können im Rahmen der sogenannten Überbrückungshilfe III für mehrere Monate eine Kostenpauschale von bis zu 7500 Euro bekommen.

Niederländisches Gericht kippt Corona-Ausgangssperre

11.05 Uhr: Die Maßnahme war äußerst umstritten: Um die Corona-Pandemie einzudämmen, verhängte die niederländische Regierung eine nächtliche Ausgangssperre. Zu Unrecht, wie nun ein Gericht entschied. Lesen Sie hier mehr.

Wegen Schneefällen: Athen stoppt Impfungen

Eingeschneite Akropolis

Eingeschneite Akropolis

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS / REUTERS

10.41 Uhr: Die Kältefront »Medea« hat mit starken Schneefällen chaotische Zustände in weiten Teilen Griechenlands verursacht. Sogar auf der Akropolis in Athen lag nach stundenlangen Schneeschauern am Dienstagmorgen eine etwa zehn Zentimeter dicke Schneedecke, wie das Staatsfernsehen ERT berichtete. Starke Schneefälle wurden auch von vielen Inseln gemeldet.

Sämtliche Busverbindungen und die Stadtbahn von Athen wurden eingestellt. Die wichtigste Verkehrsader des Landes, die Autobahn Athen-Thessaloniki, musste wegen vereister Fahrbahnen gesperrt werden, wie die Verkehrspolizei mitteilte. »Bitte gehen Sie nicht aus dem Haus«, rief der Zivilschutz die Bürger auf. Vielerorts fiel der Strom aus.

Weil die meisten Straßen auch im Zentrum Athens unpassierbar waren, sagte das Gesundheitsministerium alle Corona-Impfungen für den Vormittag ab. Das Winterwetter soll bis Mittwochabend andauern.

Japan beginnt am Mittwoch mit Impfung

10.40 Uhr: Japan beginnt am Mittwoch mit seinem Impfprogramm und verabreicht die Vakzine als Ersten rund 40.000 Beschäftigten im medizinischen Bereich. Die EU habe die zweite Lieferung von Impfstoffen nach Japan genehmigt, die voraussichtlich in der kommenden Woche eintreffen werde, sagt der Chef des Impfprogramms, Taro Kano. Japan ist damit die letzte der sieben führenden Industrienationen (G7), die ihr Impfprogramm beginnt. Am Sonntag hat die Regierung die Vakzine von Biontech/Pfizer genehmigt.

Nordkorea wollte mit Hackerangriff Pfizer-Impfstofftechnik stehlen

10.11 Uhr: Hacker aus Nordkorea haben nach südkoreanischen Angaben einen Cyberangriff auf das US-Pharmaunternehmen Pfizer verübt. Sie hätten versucht, Informationen über den Impfstoff und Behandlungsmethoden gegen das neuartige Coronavirus zu erbeuten, sagte der Abgeordnete Ha Tae-keung am Dienstag zu Reportern. Er berief sich auf Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes.

Der US-Pharmariese Pfizer hat zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech einen Corona-Impfstoff entwickelt, der seit Ende 2020 in der EU zugelassen ist. Der Impfstoff wird weltweit eingesetzt, auch in Deutschland. Derzeit gibt es noch zu wenig Impfstoff, weil die Produktionskapazitäten nicht ausreichen.

Reiseschlupfloch trotz Corona: Iren buchen Arzttermine im Ausland

10.05 Uhr: Trotz eines Urlaubsverbots wegen der Corona-Pandemie sind Medienberichten zufolge Tausende Iren ins Ausland geflogen. Dafür nutzen sie ein Schlupfloch in der Gesetzgebung: Reisen sind erlaubt, wenn sie gesundheitlich notwendig sind. Nun hätten zahlreiche Menschen Zahnarzttermine etwa in Spanien gebucht, berichtete das Internetportal »Politico«. Dem Sender RTÉ Radio sagte eine Zahnarzthelferin auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa, ihre Praxis erhalte täglich fünf bis sieben Terminanfragen von Iren, oft jungen Pärchen.

Normalerweise seien die Patienten ältere europäische Reisende, sagte sie. Diese Buchungswelle sei neu – und viele nähmen ihren Termin nicht wahr. »Da sie nicht auftauchen, haben wir begriffen, dass das nur eine Ausrede für einen Urlaub ist. Sie nehmen Menschen Termine weg, die sie brauchen und Schmerzen haben«, sagte sie. Wie »Politico« berichtete, lehnen mehrere Praxen auf den Kanaren mittlerweile irische Patienten ab oder verlangen Vorkasse.

Neue Lockerungen in Israel

9.54 Uhr: Das Corona-Kabinett in Israel hat weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Das Gremium verständigte sich am Montagabend im Grundsatz auf neue Öffnungsschritte aus dem Lockdown. So sollen Schüler der Klassen 5 und 6 sowie 11 und 12 in Orten mit niedrigen Infektionszahlen ab Sonntag wieder in die Schule gehen dürfen. Darüber hinaus dürfen demnach von dem Tag an Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Märkte wieder für Ungeimpfte öffnen. Geimpfte und Genesene sollen zudem Fitnessstudios, Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen und Schwimmbäder besuchen dürfen.

Datenanalysen in dem Land hatten dem Biontech/Pfizer-Impfstoff zuletzt eine hohe Wirksamkeit gegen das Coronavirus bescheinigt. In Israel erhielten nach offiziellen Angaben bislang knapp vier Millionen Menschen eine erste Impfung. Dies entspricht etwa 43 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 30 Prozent der israelischen Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre, diese Gruppe wird vorerst nicht geimpft.

Spahn will Einreiseverbot aus Mutationsgebieten verlängern

9.49 Uhr: Mit straffen Einreiseregeln will die Bundesregierung die gefährlichen Corona-Mutationen bremsen. Die Verordnung, die auch Österreich und Tschechien betrifft, soll nach SPIEGEL-Informationen bis Anfang März verlängert werden. Lesen Sie hier mehr.

»Die Glaubwürdigkeit des Fußballs wird mit Füßen getreten«

9.31 Uhr: Vorstandschef Rummenigge prescht beim Thema Impfen vor, Trainer Flick kritisiert »sogenannte Experten«: Die Bayern entfachen die Debatte über die Sonderrolle des Fußballs in der Pandemie neu. Warum schweigt die Liga? Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

Corona lässt die Deutschen schlechter schlafen

9.20 Uhr: Rund ein Jahr nach Beginn der Pandemie haben mittlerweile 64 Prozent der Deutschen Corona-bedingt ihr Schlafverhalten verändert, wie aus einer Umfrage der mhplus Krankenkasse hervorgeht. Denn weniger Fahrten zur Arbeit, Homeschooling sowie Medienkonsum bis spät in den Abend bringen demnach nicht nur den Tagesrhythmus vieler Menschen durcheinander, sondern auch deren Nachtruhe.

Die Folge: Mehr als jeder Zweite hat abends Probleme einzuschlafen und wacht morgens wie gerädert auf. Jeder Dritte geht mittlerweile später zu Bett. Zudem nutzten 30 Prozent der Bevölkerung verstärkt TV, Streaming-Portale, Internet und Smartphone.

Britische Virusmutation in Hamm nachgewiesen

9.15 Uhr: Der Nachweis der britischen Mutation des Coronavirus hat in Hamm zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. Eine Hundertschaft sei seit Montagabend im Einsatz, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen.

Nach Angaben der Stadt war ein Bauarbeiter auf Montage positiv auf die Variante B.1.1.7 getestet worden. Sie gilt als ansteckender. Daraufhin seien vier Wohnhäuser unter Quarantäne gestellt worden. Die Bewohner werden nun getestet.

Die Beamten überwachten unter anderem die Einhaltung der Quarantäne. Zunächst hatten die »Bild«-Zeitung berichtet.

Polizei schließt Klub mit 150 Gästen in England

9.03 Uhr: Bei der Schließung eines illegalen Klubs mit etwa 150 Gästen in England sind Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Ein Beamter wurde leicht verletzt, als Feiernde flüchteten, wie die Polizei in Birmingham am Dienstag mitteilte. Dutzende Menschen seien entkommen, aber gegen etwa 70 Gäste seien noch an Ort und Stelle Geldbußen von je 200 Pfund (230 Euro) verhängt worden. Dem DJ droht eine Strafe von 10.000 Pfund. Wegen der Corona-Pandemie sind in Großbritannien strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Kraft.

Die Polizei war auf die Party aufmerksam geworden, weil zahlreiche Taxis Menschen in der Gegend abgesetzt hatten. Daraufhin verschafften sich die Beamten in der Nacht zum Sonntag Zugang zu dem Gebäude und fanden Partygäste auf zwei Etagen – es gab einen Barbereich, ein Tanzzimmer sowie ein Fitnessstudio. »Obwohl es viel Hoffnung gibt wegen der Corona-Impfungen, müssen die Menschen daran denken, dass wir noch immer im Lockdown sind und das Virus sich weiterhin ausbreitet und eine echte Gefahr für alle ist«, sagte der stellvertretende Polizeichef der Region West Midlands.

3856 Corona-Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle in Deutschland

8.42 Uhr: In Deutschland sind binnen einem Tag 3856 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter weiter mitteilte, stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie damit auf 2.342.843. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug 59.

Nach Angaben des RKI wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 528 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 65.604.

Die Sieben-Tage-Inzidenz blieb im Vergleich zum Vortag etwa unverändert. Der Wert von 59 lag allerdings erneut etwas höher als am Wochenende. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

Berlin erwägt Impfung von Lehrkräften direkt in den Schulen

8.15 Uhr: Der Berliner Senat prüft, Lehrerinnen und Lehrer durch Ärzte direkt in den Schulen impfen zu lassen. Das erfuhr der »Tagesspiegel«  aus informierten Kreisen. Demnach sollen mobile Impfteams die Schulen besuchen, um dort vor oder nach dem Unterricht die Lehrer zu impfen. Über den Plan beraten Beamte aus Gesundheits- und Bildungsverwaltung in diesen Tagen mit den Kassenärzten.

Der Ablauf könnte so dem in den Berliner Pflegeheimen ähneln, die seit sechs Wochen von mobilen Teams besucht werden. Inzwischen sind dort die meisten Bewohner und Mitarbeiter gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 geimpft.

Corona-Ausbruch in Eisfabrik – knapp 850 Menschen in Quarantäne

Das Eiscreme-Werk "Froneri" in Osnabrück bleibt mindestens bis zum 26. Februar geschlossen

Das Eiscreme-Werk "Froneri" in Osnabrück bleibt mindestens bis zum 26. Februar geschlossen

Foto: osnapix / Kaisen / imago images/osnapix

7.54 Uhr: Rund 200 Menschen wurden nach einem Corona-Ausbruch in Osnabrück bereits positiv getestet. Einige weisen die britische Mutante auf. Lesen Sie hier mehr.

Deutsche Industrie warnt vor gefährlichen Lieferstaus

6.50 Uhr: Die Grenzschließungen zu Tschechien und Tirol könnten dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) zufolge schwerwiegende Folgen haben. »Die Gefahr ist groß, dass in den nächsten Tagen überall in Europa Lieferketten abreißen«, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang den Funke-Zeitungen. Grenzschließungen und Reisebeschränkungen im nationalen Alleingang beeinträchtigten auch den internationalen Güterverkehr und schadeten der deutschen Industrie massiv.

Lang rief die Bundesregierung dazu auf, die von der EU empfohlene Regelung der »Green Lanes« zur Aufrechterhaltung des freien Güterverkehrs zu befolgen. »Grenzübergänge sollten weiterhin für alle Frachtfahrzeuge mit Gütern offen bleiben«, forderte er. Seit Sonntag finden an den Grenzen zu Tschechien und Tirol in Österreich strenge Kontrollen statt. Die Einreise für Berufspendler etwa im Gesundheits- und Pflegebereich bleibt aber weiter möglich, doch Hunderte Lkw stehen im Stau.

Australien genehmigt Impfstoff von AstraZeneca

2.43 Uhr: Australien erteilt nach Angaben der Gesundheitsbehörde TGA dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca die vorläufige Zulassung. Es ist der zweite in Australien zugelassene Impfstoff. Die Aufsichtsbehörde hatte im vergangenen Monat die Vakzine von Biontech/Pfizer genehmigt. Ab dem 22. Februar startet das Impfprogramm.

svs/rai/mrc/mjm/dpa/afp/rtr
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