Corona-News am Donnerstag Weltgesundheitsorganisation kritisiert Verteilung der Impfstoffe

95 Prozent aller Impfungen gegen das Coronavirus wurden bisher in nur zehn Ländern verabreicht. Zu diesem Ergebnis kommt die WHO. Und: Portugal meldet Rekordzahl an Neuinfizierten. Der Überblick am 14. Januar.
Die WHO übt Kritik an der Verteilung der Impfdosen

Die WHO übt Kritik an der Verteilung der Impfdosen

Foto: - / AFP

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WHO: 95 Prozent aller Impfungen in zehn Ländern verabreicht

22.51 Uhr: Im Rennen um den Zugang zu Corona-Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert, dass bislang 95 Prozent aller Impfungen nur in zehn Ländern verabreicht wurden. Alle Länder, die in der Lage dazu seien, sollten sich für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe einsetzen, sagte der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge. Er forderte mehr Solidarität von Europa, ohne die Spitzenreiter bei den Impfungen zu nennen.

Einer Analyse der Website »Our World in Data« zufolge handelt es sich dabei unter anderem um Deutschland, Israel, Italien, Spanien, Großbritannien, die USA, China und Russland.

Kluge hob die »enormen Anstrengungen« der WHO und ihrer Partner hervor, um sicherzustellen, dass jedes Land Zugang zu Impfstoff erhalte. Er verwies unter anderem auf die Covax-Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Impfdosen für die 92 ärmsten Staaten der Welt bereitzustellen.

Obwohl die Impfkampagnen mittlerweile in zahlreichen Ländern gestartet sind, hat laut WHO die Geschwindigkeit der Ansteckungen zugenommen. Schuld daran seien unter anderem mutierte Formen des Coronavirus. "Die Situation ist alarmierend«, mahnte Kluge.

In Europa haben mittlerweile 31 Länder mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die Impfungen in den von der Covax-Initiative unterstützten Ländern starten voraussichtlich im Februar.

Weltweit mehr als 92 Millionen Infizierte und knapp zwei Millionen Tote

23.24 Uhr: Weltweit haben sich über 92,22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind 1,979 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 22,913 Millionen Infektionen und 384.481 Todesfällen.

Staat in Brasilien hat keinen Sauerstoff mehr

21.55 Uhr: Dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas geht angesichts eines erneuten Anstiegs der COVID-19-Todesfälle der Sauerstoff aus. Das teilte die Regierung mit, nachdem Nachrichten berichteten, dass Menschen mit Atemschutzmasken in Krankenhäusern an Erstickungsgefahr starben. Die Gesundheitsbehörden in der Landeshauptstadt Manaus sagten, in einigen Krankenhäusern sei der Sauerstoff ausgegangen und die Intensivstationen seien so voll, dass zahlreiche Patienten in sechs andere Bundesstaaten geflogen würden.

Gouverneur Nelson Lima kündigte landesweite Ausgangssperre zwischen 19 und 6 Uhr an, um die Ausbreitung des Coronavirus in einer verheerenden zweiten Welle zu stoppen. Brasilien ist die Heimat des zweittödlichsten Coronavirus-Ausbruchs der Welt nach den USA.

Schweden überschreitet Schwelle von 10.000 Toten

21.23 Uhr: In Schweden sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 10.000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Gesundheitsbehörden meldeten eine Höchstzahl von 351 Corona-Toten, womit die Gesamtzahl auf 10.185 Todesfälle stieg. Die Zahlen belaufen sich jedoch nicht zwingend auf die vergangenen 24 Stunden - sie können auch mehrere Tage alt sein.

Schweden ist derzeit eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa. Derzeit werden durchschnittlich täglich mehr als hundert Todesfälle gemeldet - weit mehr als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Experten befürchten, dass die täglichen Todeszahlen noch steigen werden.

Dafür blieb die Anzahl der Neuansteckungen zuletzt konstant. Am Donnerstag meldeten die Behörden 6580 neue Infektionen, seit Beginn der Pandemie wurden 518.783 Fälle registriert.

»Wir sehen keinen Anstieg, aber es gibt immer noch eine große Anzahl von Fällen, die in Schweden gemeldet werden«, sagte Karin Tegmark Wisell, die Leiterin der Abteilung für Mikrobiologie beim schwedischen Gesundheitsamt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern hatte Schweden im Kampf gegen die Corona-Pandemie lange eine Strategie ohne große Beschränkungen verfolgt. König Carl XVI. Gustaf erklärte dieses Vorgehen vor Weihnachten allerdings für »gescheitert«. Im Januar erhielt die Regierung Vollmachten, um einen Lockdown zu verhängen und Zwangsmaßnahmen beschließen.

Zwei Millionen Menschen in Israel haben erste Impfung erhalten

20.58 Uhr: In Israel haben inzwischen zwei Millionen Menschen eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus erhalten. Dies entspricht mehr als einem Fünftel der Gesamtbevölkerung. Eine Kinderkrankenschwester in Ramla nahe Tel Aviv wurde am Donnerstag im Beisein von Regierungschef Benjamin Netanjahu geimpft. »Ich bin die Zweimillionste«, war auf einem kleinen Schild zu lesen, das sie in der Hand hielt.

Israel werde das erste Land sein, dass die Corona-Krise überwinde, sagte Netanjahu, der sich mitten im Wahlkampf befindet. »Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.«

Die Impfkampagne in Israel war am 19. Dezember angelaufen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende Januar zwei Millionen Menschen vollständig zu immunisieren. Die nötige zweite Injektion erhielten bis Donnerstag aber erst rund 150.000 Menschen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Israel stieg zuletzt wieder an, derzeit werden täglich rund 9000 Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Die Regierung hofft auf eine Besserung der Lage vor der für den 23. März geplanten Parlamentswahl. Insgesamt infizierten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher mehr als 523.000 Menschen in Israel. Rund 3850 Erkrankte starben.

Portugal meldet Rekordzahl an Neuinfizierten

20.32 Uhr: Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10 698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit 10 556 erreicht worden. 148 Menschen starben innerhalb eines Tages mit Covid-19 - acht weniger als beim Höchstwert vom Mittwoch.

Der neue Lockdown ab Freitag ähnelt dem vom Frühjahr 2020. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen. "Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben", sagte Ministerpräsident António Costa.

Homeoffice ist ab Freitag in Portugal überall dort, wo möglich, obligatorisch. Gaststätten und Geschäfte - außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf - müssen schließen. Präsenzunterricht, Profifußball und Gottesdienste werden unterdessen - anders als im vergangenen Frühjahr - diesmal nicht verboten.

Immer besorgniserregender wird die Lage in den Krankenhäusern. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-Patienten stieg am Donnerstag um 15 und übertraf damit den Angaben zufolge mit insgesamt 611 erstmals seit Ausbruch der Pandemie die 600er-Marke.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal lange Zeit relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Insgesamt gibt es in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern bereits mehr als 517 000 Infektionen und 8384 Corona-Tote. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 901 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Nur vier der 30 erfassten Länder stehen schlechter da: Tschechien, Irland, Slowenien und Litauen. Für Deutschland betrug dieser Wert etwas mehr als 324.

101-jährige Überlebende der Spanischen Grippe gegen Corona geimpft

19.28 Uhr: Eine 101-jährige Schottin hat eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten, wie der Gesundheitsdienst NHS Greater Glasgow and Clyde mitteilte.

Für sie sei es »nur eine weitere Impfung«, sagte Emily Lawson aus Kirkintilloch, die 1919 zur Welt kam, als die letzte große Pandemie grassierte. Als Baby war sie an der Seite ihrer schwer an der Spanischen Grippe erkrankten Mutter gefunden, die sich nicht mehr um sie kümmern konnte. Der Spanischen Grippe fielen weltweit schätzungsweise 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Die britische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte Februar die 15 Millionen Angehörigen der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Land gegen das Coronavirus zu impfen. Bislang haben mehr als 3,2 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten.

Frankreich verhängt landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr

19.14 Uhr: Aus Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation verschärft Frankreich seine Maßnahmen. Das Land will die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen.

Die Regelung solle ab Samstag für mindestens 15 Tage gelten, kündigte Premierminister Jean Castex in Paris an. »Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen«, sagte der Politiker. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18 Uhr schließen.

Landtagswahl in Thüringen wegen Pandemie verschoben

19.01 Uhr: Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen haben sich Linke, SPD, Grüne und die CDU auf eine Verschiebung der ursprünglich für den 25. April geplanten Neuwahl des Thüringer Landtages verständigt. Sie soll jetzt zusammen mit der Bundestagswahl am 26. September organisiert werden, teilten die Spitzenpolitiker der vier Parteien in Erfurt mit.

An dem Termin wird auch der Bundestag, der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt. Thüringens Linke-Fraktions- und Landesparteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte, dies sei angesichts der pandemischen Situation der frühestmögliche Zeitpunkt.

In Thüringen regiert derzeit eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Sie ist auf eine Zusammenarbeit mit der oppositionellen CDU angewiesen. Die vier Parteien hatten sich auf die vorgezogene Landtagswahl verständigt – sie hoffen danach auf eindeutige Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Regulär würde in Thüringen erst 2024 gewählt.

Bundespräsident Steinmeier will zu mehr Homeoffice aufrufen

18.23 Uhr: Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum häufigeren Arbeiten von zu Hause aus aufrufen.

Einen gemeinsamen Appell zur stärkeren Nutzung des Homeoffices will das Staatsoberhaupt mit DGB-Chef Reiner Hoffmann und Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger an diesem Freitag vorstellen, wie das Bundespräsidialamt mitteilte .

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten die Wirtschaft bei ihren Beratungen Anfang Januar »dringend gebeten«, großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz »Wir bleiben zu Hause« umsetzen zu können.

Inzwischen gibt es aber eine Diskussion über zusätzliche Vorgaben, um dies stärker durchzusetzen – auch, um Gedränge in Bussen und Bahnen im Berufsverkehr zu vermeiden.

London stoppt Reiseverkehr aus Südamerika

18.01 Uhr: Wegen einer zuerst in Brasilien nachgewiesenen Coronavirus-Mutation verhängt die britische Regierung ein Einreiseverbot für Ankömmlinge aus Südamerika und Portugal. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. Die neue Regelung soll bereits am frühen Freitagmorgen in Kraft treten. Ausgenommen seien britische Staatsangehörige, irische Staatsbürger und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Großbritannien. Portugal falle wegen seiner engen Beziehungen zu Brasilien ebenfalls unter die Maßnahme.

Premierminister Boris Johnson hatte sich am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss besorgt über die neue Virusvariante gezeigt, die Ähnlichkeiten zu der in Südafrika auftretenden Mutation haben soll. Beide sollen sich sehr rasch in Gegenden ausbreiten, die von der bisher vorherrschenden Variante bereits stark betroffen waren. Experten wollen nun untersuchen, ob die Immunität von Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, durch die neuen Mutationen beeinträchtigt wird.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile - etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurde eine Variante des Coronavirus in Großbritannien nachgewiesen, die Analysen zufolge ansteckender sein könnte als die bisher kursierenden.

Längere Antragsfristen für Corona-Hilfen des Bundes

17.49 Uhr: Unternehmen können Anträge auf Corona-Hilfszahlungen des Bundes nun länger stellen als bislang geplant. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, wurde die Antragsfrist für die November- und die Dezemberhilfe bis 30. April verlängert. Bislang galt der 31. Januar für die Novemberhilfe als Enddatum, für die Dezemberhilfe war es der 31. März. Die Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann nun bis 31. März beantragt werden - bisher lief die Antragsfrist bis 31. Januar.

Mit der November- und Dezemberhilfe sollen Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen entschädigt werden, die von Schließungen betroffen sind. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November beziehungsweise Dezember 2019 - anteilig für die jeweilige Dauer der Schließungen. Mit den Überbrückungshilfen werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten erstattet.

Lockdown in Bergamo zu spät? Untersuchungen in italienischen Behörden

17.27 Uhr: Die Staatsanwaltschaft in Bergamo prüft Vorwürfe, ob während der ersten Welle der Pandemie der Lockdown in der von der Krankheit besonders betroffenen norditalienischen Stadt zu spät verhängt wurde. Dazu stellte die Polizei bei mehreren Gesundheitsbehörden Dokumente im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Pandemie-Plan der Regierung sicher. Die Dokumente sollen auch Aufschluss geben, warum es so viele Tote in den Altenheimen Bergamos gab. Zeitweise waren in Bergamo so viele Menschen gestorben, dass Militär-Lastwagen die Särge aus der Stadt bringen mussten.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verdacht, dass der nationale Pandemie-Plan nicht auf dem neusten Stand war. Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Bergamo bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Ansa. In Anhörungen hätten Experten der Weltgesundheitsorganisation die Ansicht vertreten, dass der seit 2020 geltende Pandemie-Plan nur die Kopie einer Arbeitshypothese aus dem Jahr 2006 gewesen sei, hieß es.

Die Vorwürfe kursieren schon länger. Eine Gruppe von Corona-Opfervertretern hatte Ende des vergangenen Jahres eine Klage gegen die Behörden landesweit und in den Regionen eingereicht. Die Gruppe warf den Behörden ebenfalls Versäumnisse in Bergamo vor. Italien verzeichnete seit Pandemiebeginn schon mehr als 80.000 Tote mit Sars-Cov-2 und mehr als 2,3 Millionen Corona-Infektionen.

Erste Dänen mit Moderna-Impfstoff geimpft

17.10 Uhr: Die ersten Dänen sind mit dem Impfstoff von Moderna gegen das Coronavirus geimpft worden. Der 75-jährige Andy Puggaard Thomsen erhielt die erste Dosis am Donnerstag in einem neuen Impfzentrum in Vejle rund 100 Kilometer nördlich von Flensburg, wie der dänische Rundfunksender DR berichtete.

»Das wird ein Vergnügen«, sagte der Mann aus Gørding demnach, ehe ihm eine Krankenschwester das Mittel in den Oberarm spritzte. Es fühle sich gut an, geimpft zu werden, weil ihm das dabei helfen werde, ein wenig mehr Bewegungsfreiheit zu erlangen. Der Senior wird in Vejle wegen einer Krebserkrankung behandelt und zählt damit zur Gruppe derjenigen, die im Falle einer Corona-Ansteckung schwer krank werden können.

Bis zum Nachmittag hatten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau knapp 100 Bürger die erste von zwei Impfdosen erhalten. Die zweite soll rund vier Wochen später verabreicht werden. Die ersten rund 5000 in Dänemark eingetroffenen Dosen hatte die Region Süddänemark erhalten, zu der Vejle gehört.

Das erste in der EU zugelassene Impfmittel - dasjenige der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer - war in Dänemark erstmals am 27. Dezember gespritzt worden. Seitdem haben mehr als 118.000 Menschen in Dänemark ihre erste Impfdosis erhalten, was etwas mehr als zwei Prozent der dänischen Bevölkerung entspricht. Regierungschefin Mette Frederiksen hatte vor wenigen Tagen stolz darauf hingewiesen, dass Dänemark auf die Einwohnerzahl gerechnet bisher so viele Menschen geimpft habe wie kein anderes EU-Land. Ziel der Dänen ist, bis Ende Juni 2021 alle Bürger geimpft zu haben, die dies wünschen.

Kriminalkommissar nach Redeauftritten bei Corona-Demos suspendiert

17.06 Uhr: Nach Redeauftritten bei Demonstrationen von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen hat das Polizeipräsidium Schwaben-Nord einen Kriminalhauptkommissar vom Dienst suspendiert. Der zuletzt zur Polizeiinspektion Dillingen abgeordnete ehemalige Angehörige der Kriminalpolizeiinspektion Augsburg trat in den vergangenen Monaten wiederholt bei entsprechenden Demonstrationen als Redner auf und stellte dabei öffentlich einen Bezug zu seiner Tätigkeit als Polizeibeamter her, wie die Polizeibehörde am Donnerstag mitteilte.

Mit seinen Auftritten bei verschiedenen Veranstaltungen habe der Beamte insbesondere auch gegen das beamtenrechtliche Gebot zur politischen Mäßigung und Zurückhaltung verstoßen, erklärte das Polizeipräsidium. Deshalb sei bereits Ende August ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet worden.

Bei einer Versammlung am 3. Januar in Nürnberg habe der Beamte nun behauptet, dass die Polizei seit März "zigtausende von rechtswidrigen Maßnahmen" treffe und diesen Sachverhalt mit Maßnahmen der damaligen DDR-Volkspolizei im Zusammenhang mit den Ereignissen im Wendejahr 1989 verglichen. Unter anderem wegen dieser Äußerungen sei dem Beamten nun mit sofortiger Wirkung die Führung der Dienstgeschäfte untersagt worden. Mit den Aussagen in Nürnberg habe der Suspendierte das Mäßigungsgebot sowie die beamtenrechtliche Neutralitätspflicht verletzt und dem Ansehen der bayerischen Polizei in der Öffentlichkeit geschadet, so die Polizeibehörde.

Impfauftakt in der Türkei – auch Erdogan bereits geimpft

16:57 Uhr: In der Türkei haben die Impfungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac begonnen. Am ersten Tag nach der Notfallzulassung hätten über 250.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens den Impfstoff verabreicht bekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf seiner Website mit. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ sich am Donnerstag impfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Nach dem Gesundheitspersonal sollen Menschen über 65 Jahren geimpft werden, in einer zweiten Phase dann Mitarbeiter einiger Ministerien, Lehrpersonal sowie Gefangene.

Für Sinovac war am Mittwochabend eine Notfallzulassung in der Türkei erteilt worden. Tests hätten ergeben, dass der Impfstoff CoronaVac »ausreichend sicher« sei, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca, ohne Details zu nennen. Anschließend ließ sich Koca vor laufenden Kameras in einem Krankenhaus impfen.

Die Türkei hatte Ende Dezember drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs erhalten. Das Land mit etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit März rund 2,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und rund 23.000 Todesfälle registriert. Am Mittwoch wurden 9554 Neuinfektionen gemeldet.

Trotz Corona: Tausende Inder baden im Ganges

16.24 Uhr: Viele Tausend Menschen in Indien haben zum Auftakt eines hinduistischen Pilgerfests im für sie heiligen Fluss Ganges gebadet. Das mehrwöchige Kumbh Mela (Krugfest) gilt als größte friedliche Versammlung und größtes religiöses Fest der Welt. In den kommenden Wochen werden bei dem Fest in der Stadt Haridwar Millionen weitere Menschen erwartet, wie örtliche Medien schreiben. Demnach würden Organisatoren zufolge auch Corona-Richtlinien eingehalten. Trotzdem sieht man auf Bildern des Fests am Donnerstag viele Menschen ohne Masken.

Zahlreiche Inder feiern das Krugfest am Gangesufer

Zahlreiche Inder feiern das Krugfest am Gangesufer

Foto: MONEY SHARMA / AFP

Hindus glauben, dass das Waschritual der Pilgerreise ihre Seele von Sünden reinigt und ihnen den Weg zum Himmel öffnet. Das Fest basiert auf einem Mythos, wonach Götter und Dämonen um einen Krug (Kumbh) stritten, der mit Unsterblichkeitsnektar gefüllt war. Bei dem Streit fielen einige Tropfen an vier Orten auf die Erde: In Prayagraj, Haridwar, Ujjain und Nashik, wo das Fest in bestimmten Abständen abgehalten wird. Dieses Jahr findet das Fest in der Stadt Haridwar statt.

In Indien gibt es in absoluten Zahlen am zweitmeisten bekannte Corona-Fälle nach den USA - insgesamt mehr als 10,5 Millionen. Mehr als 151.000 Menschen sind mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Indien ist aber auch das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Frankreich plant Corona-Massentestungen von Kindern und Lehrkräften

16.14 Uhr: Angesichts sich häufender Fälle der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen Corona-Mutation will Frankreich massenweise Kinder auf das Virus testen lassen. »Wir haben ein Protokoll erstellt, das darauf abzielt, bis zu eine Million Kinder und Lehrkräfte im Monat zu testen, was enorm ist«, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Metz der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge. Das Virus scheine bei Kindern ansteckender zu sein. Überall dort, wo es sinnvoll sei, solle bereits ab einem Alter von sechs Jahren getestet werden.

Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der Virusvariante aufgetreten – etwa in Marseille und im Großraum Paris. Behörden hatten sich besorgt gezeigt und zu weiteren Maßnahmen aufgerufen.

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern ist schwer von der Pandemie getroffen. Etwa 69.000 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Infektion. Bei mehr als 2,8 Millionen Menschen wurde das Virus nachgewiesen.

Essener Seniorenpaar zieht vor Gericht, um früher geimpft zu werden

16.01 Uhr: Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen, die schnell gegen Corona geimpft werden wollen, haben das Oberverwaltungsgericht (OVG) eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin haben die beiden 84-Jährigen am Donnerstag Beschwerde gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen in der Vorinstanz eingelegt. Dort waren sie mit ihrem Wunsch gescheitert. Die Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Risiko ausgesetzt seien und dass es rechtswidrig sei, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden; auch die, die noch nicht 80 sind.

Das Verwaltungsgericht aber wies das zurück. Das Ehepaar müsse auf die Öffnung der Impfzentren und die Terminvergabe warten. Das Schutzbedürfnis in den Pflegeheimen sei ungleich höher. Dies entspreche den Erkenntnissen und Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Die Über-80-Jährigen, die noch in häuslicher Umgebung wohnten, seien deutlich weniger Kontakten ausgesetzt als Heimbewohner. Wann das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster in der Sache entscheidet, ist offen.

Tennisprofi Murray positiv getestet – Australian-Open-Start in Gefahr

15.40 Uhr: Wegen eines positiven Corona-Tests muss der frühere Tennis-Weltranglistenerste Andy Murray aus Schottland um seine Teilnahme an den Australian Open bangen. »Andy Murray hat uns mitgeteilt, dass er positiv auf Covid-19 getestet worden ist und sich daheim isoliert hat«, teilten die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison am Donnerstag mit. Zuvor hatten mehrere britische Medien darüber berichtet.

Durch den positiven Test kann der 33-Jährige nicht mit einer der von den Organisatoren bereitgestellten Chartermaschinen nach Australien reisen und sich dort wie alle Spielerinnen und Spieler für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Ob der fünfmalige Melbourne-Finalist zu einem späteren Zeitpunkt und nach einem dann negativ ausgefallenen Test nachreisen kann, ließen die Organisatoren offen.

Tennisprofi Andy Murray

Tennisprofi Andy Murray

Foto: SAEED KHAN / AFP

Murray, der seine Karriere 2019 in Melbourne eigentlich schon für beendet erklärt hatte, hatte für die diesjährige Veranstaltung eine Wildcard erhalten. Die Australian Open sollen am 8. Februar beginnen.

Auch die Amerikanerin Madison Keys informierte am Donnerstag über einen positiven Corona-Test. Sie habe sich in häusliche Isolation begeben und werde alle erforderlichen gesundheitlichen Maßnahmen ergreifen, schrieb die US-Open-Finalistin von 2017 bei Twitter.

WHO beruft Notfallsitzung wegen Corona-Mutationen ein

15.25 Uhr: Angesichts der dramatisch schnellen Ausbreitung neuer Corona-Mutationen ist das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorzeitig zu einer »dringenden« Sitzung zusammengekommen. Während das Gremium am Donnerstag in Genf beriet, startete in der chinesischen Metropole Wuhan eine WHO-Mission zur Erkundung der Corona-Ursprünge. Aus der Volksrepublik wurde das erste Todesopfer seit acht Monaten gemeldet.

Eigentlich hätte sich das Notfallkomitee erst in zwei Wochen wiedertreffen sollen. Die Sitzung wurde aber nach WHO-Angaben vorgezogen, um »Themen zu besprechen, die dringender Aufmerksamkeit bedürfen«. Dazu zählten »die jüngsten Virusvarianten sowie Überlegungen über den Umgang mit Impfungen und Testzertifikaten auf internationalen Reisen«.

Über den Verlauf der Beratungen wurde zunächst nichts bekannt. Über Twitter gab die WHO am Donnerstagnachmittag lediglich bekannt, dass die Sitzung begonnen habe. Weitere Details wurden nicht genannt.

Dresdner Drittligaspiel nach Infektion von Trainer Kauczinski verlegt

15.01 Uhr: Nach der Corona-Infektion von Trainer Markus Kauczinski und einer weiteren Person ist das nächste Spiel von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden abgesagt worden. Der DFB teilte am Donnerstag mit, dass die für Samstag geplante Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden an einem anderen Termin nachgeholt wird. Damit gab der DFB dem Antrag der Dresdner auf Spielverlegung statt.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich Kauczinski mit dem Coronavirus infiziert hatte. Das zuständige Gesundheitsamt hatte daraufhin das komplette Team bis einschließlich 17. Januar in Quarantäne geschickt. Über die weitere Dauer der Quarantäne wird das Amt nach weiteren Tests entscheiden.

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Britische Apotheken unterstützen die Impfkampagne

14.52 Uhr: In Großbritannien bieten nun auch Apotheken Impfungen gegen das Coronavirus an. Der Schritt soll helfen, das Impftempo zu erhöhen. Die Regierung will bis Mitte Februar bis zu 15 Millionen Menschen aus den größten Risikogruppen impfen.

»Apotheken spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen Covid-19«, sagte Claire Anderson von der Apothekervereinigung Royal Pharmaceutical Society am Donnerstag. Mehrere Ketten wie Boots und Superdrug, aber auch unabhängige Apotheken erhielten die ersten Lieferungen. Ende Februar sollen »Hunderte« Geschäfte in der Lage sein, Menschen zu impfen.

Bisher haben nach Regierungsangaben landesweit mehr als 3,2 Millionen Menschen eine Dosis gegen das Virus erhalten. Angesichts der raschen Ausbreitung einer mutmaßlich deutlich ansteckenderen Virusvariante setzt die Regierung auf einen baldigen Effekt der Massenimpfung. Das Gesundheitssystem steht erheblich unter Druck, in den Kliniken werden nach Angaben von Premierminister Boris Johnson etwa 70 Prozent mehr Corona-Patienten behandelt als zum Höhepunkt der ersten Welle im April.

Neue Homeoffice-Regeln bei verschärfter Corona-Lage möglich

14.39 Uhr: Aus der Unionsfraktion kommt ein Vorstoß, bei einer Verschärfung der Corona-Pandemie strengere Vorgaben für Unternehmen zu mehr Homeoffice zu machen. Dies sieht ein Stufenplan des in der Unionsfraktion zuständigen Berichterstatters Thomas Heilmann (CDU) vor. Wie Heilmann am Donnerstag sagte, sollte bei einer Verschärfung der Corona-Lage je Unternehmen nur noch ein Viertel der Beschäftigten in Büros gehen dürfen.

Zunächst aber solle an Firmen appelliert werden, mehr Homeoffice zu ermöglichen. Außerdem sei die öffentliche Verwaltung gefordert, wo es bisher zu wenig Homeoffice gebe. In Betrieben wie Industriefabriken, in denen Homeoffice nicht möglich sei, solle es einen gestaffelten Schichtbeginn geben.

»Wir wollen mehr Schichtdienste, mehr Teststrategien und mehr Homeoffice«, sagte Heilmann. »Aber mit und nicht gegen die Wirtschaft. Wenn wir die gesamte Wirtschaft über Zwangsmaßnahmen abwürgen würden, dann wären die Folgen um ein Vielfaches gravierender als die Nachteile der jetzigen Maßnahmen.« Derzeit setzt die Bundesregierung beim Thema Homeoffice auf Freiwilligkeit.

Hessische Skigebiete sperren Pisten und Parkplätze

14.30 Uhr: Angesichts hoher Corona-Zahlen müssen Wintersportler und Ausflügler am kommenden Wochenende in den hessischen Mittelgebirgen erneut mit zum Teil deutlichen Einschränkungen rechnen. Im beliebten Skigebiet Willingen werden sämtliche Pisten und die dazugehörigen Parkplätze von Freitag bis einschließlich Sonntag gesperrt. Bei einem möglichen Besucherandrang sei es sonst nicht möglich, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu kontrollieren, begründete die Stadt am Donnerstag die Entscheidung.

Das Wetter in Willingen eignet sich für den Skisport, die Infektionszahlen nicht

Das Wetter in Willingen eignet sich für den Skisport, die Infektionszahlen nicht

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Auch Winterberg und Schmallenberg im angrenzenden Nordrhein-Westfalen halten die Betretungsverbote der Pisten und die Sperrung der Parkplätze am Wochenende aufrecht. In der Zeit nach Weihnachten und dem ersten Januarwochenende war es rund um Willingen zu einem hohen Anreiseverkehr in die Schneegebiete gekommen. Erst nach Sperrung der Straßen und Pisten am vergangenen Wochenende hatte sich die Situation beruhigt.

Jeder hundertste Deutsche bereits geimpft

14.20 Uhr: Ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis Donnerstagmittag einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sowie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Den RKI-Zahlen zufolge erhielten 842.455 Menschen den Impfstoff. Für einen vollständigen Impfschutz sind allerdings zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich.

Das RKI gab die Impfquote für die erste Impfung mit 1,01 Prozent an. Im Vergleich zum Vortag kamen demnach 78.116 neue Impfungen hinzu. Der Impfstoff wird bislang in erster Linie von dem deutschen Hersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer geliefert, in geringerem Umfang auch von dem US-Hersteller Moderna.

Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Um dieses Ziel wie angestrebt möglichst bald in der zweiten Jahreshälfte zu erreichen, müsste das Impftempo erheblich gesteigert werden. Bislang stehen die Impfstoffe aber nur in sehr begrenzter Menge zur Verfügung, zudem gibt es vielerorts noch organisatorische Probleme.

Köln: Kein dienstfrei zum Karneval

14.12 Uhr: Schicht statt schunkeln: Die Stadt Köln hat die Hochphasen des Karnevals 2021 für ihre Mitarbeiter zu regulären Arbeitstagen erklärt. Ein Grund: Wegen der Corona-Pandemie fallen größere Feierlichkeiten flach. »Ohne die Brauchtumsfeierlichkeiten an Rosenmontag entfällt der Grund für eine Dienstbefreiung bei der Stadtverwaltung«, erklärte die Kommune am Donnerstag. Als öffentliche Arbeitgeberin wolle man zudem den »Respekt gegenüber den massiven Einschränkungen, Einschnitten und Sorgen zum Ausdruck bringen, von denen Arbeitnehmende und Unternehmen in Köln betroffen sind.«

Betroffen von den Regelungen sind Weiberfastnacht (11. Februar), Rosenmontag (15. Februar) und Karnevalsdienstag (16. Februar). Um die Leistungen der Mitarbeiter in der Pandemie anzuerkennen, führe man aber Gespräche über einen Ausgleichstag, so die Stadt. Bereits am Dienstag hatte die Landesregierung entschieden, dass es in NRW-Landesbehörden an Rosenmontag kein dienstfrei geben wird.

»#ZeroCovid«-Initiative fordert Herunterfahren der Wirtschaft

13.55 Uhr: Eine Initiative von Wissenschaftlern, Aktivisten und Gesundheitspersonal fordert angesichts der Coronakrise ein europaweites Herunterfahren auch für die Wirtschaft. »Shutdown heißt: Wir schränken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein – und zwar auch am Arbeitsplatz!«, heißt es in dem Aufruf der Initiative »#ZeroCovid«. »Wie viele andere Menschen auch wollen wir nicht länger diesen ewigen Lockdown Light oder dieses ständige Hin und Her zwischen Verschärfungen und Lockerungen mittragen«, sagte Sprecher Oliver Kube am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher sei ein solidarischer »Shutdown aller nicht lebenswichtiger Bereiche, insbesondere der Wirtschaft« nötig.

Dabei sei es ihnen besonders wichtig, dass die Schwächeren und Schwächsten nicht auf der Strecke blieben, sagte Kube. Um das zu gewährleisten, fordert die Initiative europaweite Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen oder Unternehmensgewinne. Etwaige Lohnausfälle sollen durch ein breit aufgestelltes soziales Rettungspaket aufgefangen werden.

Zu den Erstunterzeichnern gehören nach Angaben der Initiative etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Autorinnen Margarete Stokowski und Teresa Bücker sowie der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer. Auch viele Wissenschaftler und Angestellte aus dem Gesundheitsbereich hätten demnach unterschrieben. Margarete Stokowski schrieb auf Instagram, sie wünsche sich, dass der Aufruf »einfach zack sofort umgesetzt wird«. Auch Luisa Neubauer rief auf Twitter dazu auf, unter dem Hashtag #ZeroCovid zu diskutieren.

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Die Kritik, ein solidarischer und umfangreicher Shutdown sei in Deutschland nicht möglich, hält der Sprecher für unberechtigt. »Wenn es mehrere andere Staaten gibt, die das bereits erfolgreich getan haben, dann ist das keine Frage der prinzipiellen Machbarkeit, sondern der machtpolitischen Durchsetzung.«

Bislang kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bei Corona-Impfstoff

13.30 Uhr: Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Bis Sonntag seien ihm 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das PEI am Donnerstag im hessischen Langen mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

Bis Sonntag waren in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) bereits mehr als 600.000 Impfungen verabreicht worden. »Bisher sehen wir kein neues Risikosignal«, sagte PEI-Expertin Brigitte Keller-Stanislawski am Donnerstag vor Journalisten. Sie betonte zugleich, dass es sich um Verdachtsfälle handle, bei denen ein kausaler Zusammenhang zur Impfung nicht belegt sei. PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass die Risiken der beiden zugelassenen Impfstoffe nach bisherigem Stand »sehr, sehr begrenzt« seien.

Laut PEI wurden bis Donnerstag zehn Todesfälle nach Impfungen gemeldet. Die Fachbehörde ging aber nicht davon aus, dass ein Zusammenhang bestand. Es habe sich um Patienten mit »gravierenden Grunderkrankungen« gehandelt, die sich teilweise sogar bereits in Palliativbehandlung befunden hätten, sagte Keller-Stanislawski. Das PEI gehe aufgrund aller bislang vorliegenden Informationen davon aus, dass diese Menschen »an ihren Grunderkrankungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung« verstorben seien.

Französische Datenschützer kritisieren Drohneneinsatz

13.20 Uhr: In Frankreich wurden Drohnen eingesetzt, um die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie zu überwachen. Datenschützer kritisierten dieses Vorgehen nun scharf: Auch das Innenministerium habe sich an Gesetze zu halten. Lesen Sie hier mehr zum Thema.

Papst Franziskus und emeritierter Papst Benedikt XVI. geimpft

12.55 Uhr: Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt haben ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das teilte der Heilige Stuhl am Donnerstag mit. Die beiden seien im Vatikan geimpft worden, hieß es.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte bereits angekündigt, sich impfen zu lassen. »Man muss das machen«, hatte der 84-jährige Franziskus unlängst in einem Fernsehinterview gesagt. Man spiele sonst nicht nur mit seiner Gesundheit und seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.

Bislang war jedoch unklar, wann der Papst die Impfung erhalten sollte. Am Mittwoch hatte der Vatikan mit Corona-Impfungen begonnen. In dem katholischen Kirchenstaat wurden laut einem Bericht der Medienplattform »Vatican News« zunächst die Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und das Sicherheitspersonal sowie ältere Menschen und Personal geimpft, das viel Kontakt mit der Öffentlichkeit hat. Auch weitere Mitarbeiter sowie Familienangehörige könnten die Spritzen bekommen.

Österreich verzeichnet 2020 deutlich mehr Todesfälle als in den Vorjahen

12.21 Uhr: In Österreich sind im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Berechnungen der Statistikbehörde Statistik Austria vom Donnerstag gab es rund 90.000 Todesfälle – ein Anstieg von knapp elf Prozent im Vergleich zu den Durchschnittswerten der vorigen fünf Jahre. Die sogenannte Übersterblichkeit sei deutlich ausgeprägter als in Jahren mit starken Grippewellen. Ein besonders starkes Plus – aufgrund einer Grippewelle im Winter und zugleich eines heißen Sommers – sei 2015 mit 6,3 Prozent verzeichnet worden.

Zugleich sank die Lebenserwartung gegenüber 2019 um ein halbes Jahr: Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren. »Mit einer starken Verbreitung der Impfungen und nach Bewältigung der Pandemie ist anzunehmen, dass die Lebenserwartung mittelfristig wieder auf den Wachstumstrend einschwenken wird. Ähnliches zeigen die Erfahrungen aus stärkeren Grippejahren«, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

RKI: Rechenmodelle sprechen für härteren Lockdown

12.12 Uhr: Das Robert Koch-Institut hält eine weitere Verschärfung der Lockdown-Regelungen in Deutschland auf Basis von Rechenmodellen für sinnvoll. Aus der Modellierung ergebe sich, dass die Regeln, die zu weniger Kontakten führen, verschärft werden müssten, sagte Dirk Brockmann, Epidemiologe am RKI, am Donnerstag in Berlin. »Alle Modelle sind sich einig, dass das massiver und effektiver passieren muss«, ergänzte er. »Damit wir in eine Phase kommen, dass die Inzidenz substanziell und schnell runtergeht. Das ist das Fazit, das man aus den Fakten ziehen muss.« RKI-Präsident Lothar Wieler sprach mit Blick auf strengere Ausgangsbeschränkungen von einer »Option«.

Ärzte: Höhepunkt auf Intensivstationen vielleicht überschritten

11.40 Uhr: Die deutschen Intensiv- und Notfallmediziner blicken mit vorsichtigem Optimismus auf die Entwicklung der Corona-Patientenzahlen auf den Intensivstationen. »Es sieht also so aus, als hätten wir den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten«, sagte Gernot Marx, neuer Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Donnerstag der »Rheinischen Post«.

Momentan sehe es so aus, als ob der befürchtete »Zusatz-Peak« durch die Feiertage ausbleibe, sagte Marx. »Meine Hoffnung ist, dass wir den tatsächlich nicht mehr sehen – es sei denn, die neue Mutation des Virus macht uns einen Strich durch die Rechnung.« Wenn das so weitergehe, deute das darauf hin, dass der Lockdown eine gewisse Effizienz zeige. Der Zeitpunkt der kommenden Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 25. Januar sei klug gewählt, sagte Marx. »Dann kann man tatsächlich gut beurteilen, was die richtigen Maßnahmen sind.«

55 Corona-Fälle in Frechener Fleischbetrieb

11.27 Uhr: In einem Fleisch verarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte mit Corona infiziert. Am 28. Dezember sei bei einer der Mitarbeiterinnen eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis am Donnerstag mit. Daraufhin seien die Mitbewohner in einer Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls getestet worden. Bisher sei bei 55 Beschäftigten eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin.

Vor der Infektion seien die überwiegend ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in Risikogebiete gereist. Der Betrieb sei nach der Corona-Fleischwirtschaftsverordnung an strenge Hygienevorgaben gebunden. Das Gesundheitsamt habe für alle in der Produktion arbeitenden Beschäftigten eine Quarantäne angeordnet.

Kretschmann geht von Verlängerung des Lockdowns in Baden-Württemberg aus

11.12 Uhr: Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden. »Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen«, sagte der Grünenpolitiker am Donnerstag in Stuttgart. Er werde sich für »weitere und schärfere Maßnahmen« einsetzen. Dabei plädierte Kretschmann, die ursprünglich für den 25. Januar angesetzten Bund-Länder-Beratungen auf die kommende Woche vorzuziehen.

Marburger Bund spricht sich gegen Lockerungen aus

11.00 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund lehnt Lockerungen der Corona-Regeln zum jetzigen Zeitpunkt strikt ab. »Ich halte Lockerungsszenarien im Moment für überhaupt nicht denkbar«, sagte die Vorsitzende Susanne Johna am Donnerstag im SWR2-»Tagesgespräch«. Es schockiere sie als Ärztin, wie manche darüber diskutierten – als gehe es nur darum, die älteren Mitbürger richtig zu schützen, und alles andere könne so weitergehen. »Ich gebe zu bedenken, dass wir schon mehr als 11.000 Tote in der Altersgruppe zwischen 60 und 79 zu betrauern haben.«

Die neue Virusvariante mache ihr erhebliche Sorgen, weil sie sich schneller ausbreite, sagte Johna. »Das bedingt, dass wir uns noch besser schützen müssen und die Maßnahmen damit noch strikter sein müssten.« In Deutschland würden positive Corona-Abstriche derzeit zu selten genau untersucht. Es sei möglich, dass die Virusmutation aus Großbritannien auch hier schon viel weiter verbreitet sei. »Deswegen ist es gut, dass Herr Spahn einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht hat, der zumindest die Finanzierung dieser Sequenzierung sicherstellt.«

Britische Studie: Erneute Infektion binnen fünf Monaten unwahrscheinlich

10.51 Uhr: Die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer Coronavirus-Infektion erneut anzustecken, ist laut einer neuen Studie aus Großbritannien zumindest binnen fünf Monaten äußerst gering. Für die Studie untersuchten Wissenschaftler der Gesundheitsbehörde Public Health England 6614 Beschäftigte im Gesundheitswesen, die zwischen Juni und November positiv auf Corona-Antikörper getestet worden waren. Nur bei 44 Probanden wurde innerhalb dieses Fünf-Monats-Zeitraums eine Neuinfektion festgestellt. 83 Prozent der Studienteilnehmer waren also für mindestens fünf Monate immun.

Die Studie wurde bisher nur in vorläufiger Form veröffentlicht und noch nicht von Fachkollegen begutachtet. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass erste Ergebnisse aus der nächsten Studienphase darauf hindeuten, dass einige der erneut Infizierten wieder eine hohe Viruslast aufweisen und auch andere anstecken können.

»Wir wissen jetzt, dass die meisten, die sich mit dem Virus infiziert und Antikörper entwickelt haben, vor einer Reinfektion geschützt sind«, erklärte die Hauptautorin Susan Hopkins. Der Schutz sei aber nicht vollständig und es sei auch noch unklar, wie lange die Immunität nach einer überstandenen Corona-Infektion insgesamt anhält. Auch die Erkenntnis, dass erneut Infizierte das Virus wieder übertragen könnten, sei äußerst wichtig.

Eine im Dezember im Fachmagazin »New England Journal of Medicine« veröffentlichte Studie der Universität Oxford, die ebenfalls Beschäftigte des Gesundheitswesens untersuchte, hatte eine Immunität von mindestens sechs Monate bei den meisten Probanden ermittelt.

Pandemie laut Robert Koch-Institut wohl »am Ende des Jahres« unter Kontrolle

10.35 Uhr: Das Robert Koch-Institut hält eine massive Verringerung der Corona-Fallzahlen für geboten. Zurzeit müssten die Maßnahmen zur Kontaktreduktion »mit aller Konsequenz« genutzt werden, um die Infektionszahlen zu drücken, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Danach müssten die Zahlen auf einem niedrigen Niveau gehalten werden – es gebe keinen anderen Weg. »Am Ende dieses Jahres werden wir diese Pandemie kontrolliert haben«, stellte Wieler in Aussicht.

Der RKI-Chef verwies auf die hohe Arbeitsbelastung im Gesundheitswesen, insbesondere auf den Intensivstationen. Dort liege das Durchschnittsalter der Patienten teilweise unter 60 Jahren. Wegen der hohen Infektionszahlen seien immer mehr Jüngere betroffen. Die bestmögliche Versorgung der Erkrankten könne aber nicht mehr flächendeckend gewährleistet werden.

»Bitte bleiben Sie zu Hause, wenn immer möglich«, appellierte Wieler. Es gelte, sich immer und überall an die Regeln zu Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften zu halten.

RKI-Präsident Wieler nimmt Arbeitgeber in die Pflicht

10.22 Uhr: Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen hat das Robert Koch-Institut (RKI) an Arbeitgeber appelliert, Beschäftigten mehr Homeoffice zu ermöglichen. »Jetzt schützt die Heimarbeit die Gesundheit von uns allen – dazu brauchen wir noch mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Heimarbeit brauche Digitalisierung und Vertrauen – beides bleibe auch nach der Pandemie zentral.

Neben vorbildlichen Arbeitgebern, die Homeoffice ermöglicht hätten, gebe es Betriebe, deren Mitarbeiter noch ins Büro fahren oder in denen sogar persönliche Treffen mit mehreren Teilnehmern abgehalten werden, obwohl Arbeit von zu Hause dort grundsätzlich möglich wäre. Wieler betonte, jede Infektion sei eine zu viel. »Die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland war wahrscheinlich noch nie so ausgelastet wie heute.«

Bei den gemeldeten Corona-Todesfällen ist nach den RKI-Zahlen von Donnerstag erneut ein Tageshöchststand von 1244 erreicht worden. Zudem wurden innerhalb eines Tages weitere 25.164 Neuinfektionen erfasst. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt bei 151,2 (22. Dezember: 197,6). Die Meldedaten gelten derzeit noch als schwer zu interpretieren, weil Corona-Fälle über Weihnachten und den Jahreswechsel laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Pandemiebilanz 2020: Konjunktur bricht ein, Staatshaushalt rutscht ins Minus

10.06 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Corona-Krisenjahr 2020 massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 war das BIP um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Der deutsche Staat hat 2020 deutlich weniger Geld eingenommen als ausgegeben. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im vergangenen Jahr bei 4,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

»Weiße Zonen«: Italien legt Bedingungen für Lockerungen fest

09.40 Uhr: Italiens Regierung will im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiterhin auf strenge Regeln setzen – mit einer möglichen Aussicht auf mehr Normalität. Bis zum 15. Februar seien Reisen zwischen den Regionen weiter untersagt, teilte die Regierung in der Nacht zu Donnerstag nach einer Sitzung des Ministerrates mit. Ausnahmen gelten wie zuvor etwa in Zusammenhang mit dem Beruf, der Gesundheit oder einem Notfall. Der Ministerrat beschloss zudem, den Corona-Notstand bis zum 30. April zu verlängern. Auch die nächtliche Ausgangssperre bleibt bestehen.

Vom 16. Januar an dürfen die Menschen in Italien bis zum 5. März nur noch einmal am Tag zu zweit einen anderen Haushalt besuchen. Kinder bis 14 Jahre oder Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, werden nicht mit eingerechnet. Darüber hinaus gelten im Corona-Farbsystem verschiedene Regeln für die Bewegungsfreiheit. In der Gelben Zone mit den lockersten Beschränkungen können die Menschen innerhalb der Region frei unterwegs sein. In den Orangen und Roten Zonen ist das nur auf die Kommune beschränkt.

Ein Lichtblick ist die neue Weiße Zone. Viele Beschränkungen würden dann entfallen. Das bedeutet, dass dann Theater, Kinos und Fitnessstudios wieder öffnen könnten. Die Regierung behielt es sich jedoch vor, gewisse Maßnahmen aus den Dekreten anzuwenden. Die Weiße Zone gilt, wenn in einer Region in drei aufeinanderfolgenden Wochen maximal 50 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner auftreten.

Italien verzeichnete bislang mehr als 80.000 Tote mit Sars-CoV-2 und mehr als 2,319 Millionen Corona-Infektionen. Stand Mittwochnacht wurden bislang knapp 886.000 Corona-Impfungen verabreicht.

Südafrikanische Corona-Mutante in Hamburg nachgewiesen

09.39 Uhr: Erstmals ist in Hamburg die südafrikanische Sars-CoV-2-Mutante nachgewiesen worden. Das Virus mit der Bezeichnung Sars-CoV-2-Variante Y501.V2 sei bei einer Person festgestellt worden, die Mitte Dezember aus Südafrika zurückgekehrt sei, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Person sei am 17. Dezember nach Hamburg zurückgekehrt und in Quarantäne geschickt worden. Drei Tage später hätten sich Symptome eingestellt. »Vor Anordnung der Quarantäne bestanden offenbar keine engen Kontakte«, sagte Helfrich.

»Die südafrikanische Mutante wurde im Rahmen einer Genomsequenzanalyse im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nachgewiesen, deren Ergebnis nun vorliegt.« Hamburg plane, künftig bei etwa fünf Prozent aller positiv auf Corona Getesteten eine solche Sequenzierung durchzuführen, um mögliche Varianten des Virus festzustellen. Auch das in Großbritannien grassierende Virus wurde in Hamburg bereits nachgewiesen. »Wir gehen bisher von Einzelfällen aus«, sagte Helfrich.

Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen der Kontakte

09.04 Uhr: Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. »An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen«, sagte Brockmann am Donnerstag im ZDF-»Morgenmagazin«. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten.

Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. »Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen«, sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. »Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1000 Menschen sterben«, sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

CNN: Neues US-Corona-Hilfspaket im Volumen von 2 Billionen Dollar

08.57 Uhr: Der designierte US-Präsident Joe Biden will einem Bericht zufolge weitere Billionen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise einsetzen. Berater von Biden hätten Mitgliedern des Kongresses mitgeteilt, dass sie Maßnahmen im Volumen von rund zwei Billionen US-Dollar erwarten könnten, berichtete der Nachrichtensender CNN. Biden werde die Einzelheiten des Plans an diesem Donnerstag bekannt geben, hieß es weiter.

CNN berichtet, dass der Plan von Biden beträchtliche Direktzahlungen an Familien vorsieht. Die staatlichen Maßnahmen sollen demnach auch Geld für Behörden für die Verteilung von Corona-Impfstoffen vorsehen.

Ende Dezember hatten sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress nach monatelangem Streit auf ein Corona-Konjunkturpaket verständigt. Es hat einen Umfang von rund 900 Milliarden Dollar (rund 738,74 Mrd. Euro). Es soll etwa finanziell strauchelnden Bürgern helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und Geld für den Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen.

Ärzteverband: Debatte über Lockerungen derzeit fehl am Platz

08.44 Uhr: Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, hält Debatten über mögliche Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen derzeit nicht für angemessen. Lockerungsszenarien seien im Moment überhaupt nicht denkbar, sagte Johna am Donnerstag dem Sender SWR2. Sie forderte zudem mehr Tests – vor allem auch auf die neuen mutierten Varianten des Coronavirus.

Es schockiere sie als Ärztin, wie manche über Lockerungen diskutierten, so als ob es nur darum gehen müsste, die älteren Mitbürger richtig zu schützen und dann könne alles so weitergehen wie vor Corona, sagte Johna. In der Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren seien bereits 11.000 Menschen gestorben. Als Ärztin tue es ihr weh, diese Schicksale in Kauf zu nehmen. Außerdem werde viel zu wenig über die Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion gesprochen.

Johna reagierte damit unter anderem auf Äußerungen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. Dieser hatte am Mittwoch im Bundestag gefordert, über Lockerungsszenarien nachzudenken, denn der derzeitige Lockdown könne schließlich nicht ewig dauern.

Sehr besorgt äußerte sich Johna über das Auftreten der neuen Virusmutationen. Da in Deutschland zu wenige Viren sequenziert, also genauer analysiert würden, wisse man bislang überhaupt nicht, wie stark sich die aus Großbritannien kommende Virusvariante hierzulande bereits ausbreite. Die Gesundheitsämter könnten aber erst dann Infektionsketten gezielt durchbrechen, wenn sie wüssten, wo die neue Virusvariante sei. Auch generell seien wieder mehr Corona-Tests erforderlich.

Linkenchef fordert langfristige Corona-Strategie

08.31 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat von der Bundesregierung eine langfristige Strategie gegen das Coronavirus gefordert. »Ich wünsche mir, dass in der Bundesregierung nicht so viel geredet wird«, sagte Bartsch im Deutschlandfunk. Gesundheitsminister Jens Spahn habe in seiner Regierungserklärung am Mittwoch im Bundestag viel Wichtiges gesagt, aber auch viele Allgemeinplätze. Danach habe es eine Auseinandersetzung mit der SPD gegeben, kritisierte Bartsch.

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

»Dazu kommt das Problem, dass in der CDU bei einigen nicht das Bekämpfen der Pandemie dominiert, sondern das Rennen um die Kanzlerkandidatur«, sagte Bartsch. Einige Ministerpräsidenten der Union wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein würden zwar durchaus durch Zurückhaltung und Engagement auffallen. »Mich stört, dass jetzt vor allem diejenigen aktiv sind, die beim Thema Kanzlerkandidatur unterwegs sind.« Vorstöße wie die des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen sorgten vor allem für Verunsicherung.

Mehr als 25.000 Neuinfektionen in Deutschland – 1244 Tote

08.12 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut  binnen 24 Stunden 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 1244 Menschen sind nach RKI-Angaben an dem Virus gestorben. Der bisherige Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag gemeldet worden. Die Interpretation der Daten ist momentan noch schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 151,2 an. Die Kenngröße liegt deutlich über der Zielmarke von Bund und Ländern, die 50 beträgt. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden.

Mehr als 9000 Neuinfektionen in Israel

08.07 Uhr: In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele.

Experten rechnen mit baldigen Effekten der vor knapp einem Monat angelaufenen Impfkampagne. Bislang wurden in Israel mehr als 1,9 Millionen Menschen geimpft. Die Regierung will bis Ende März allen Bewohnern, die älter als 16 Jahre sind, eine Impfung anbieten. Für den 23. März ist eine Neuwahl geplant.

Motel-One-Chef äußert scharfe Kritik an Hilfen für Mittelständler

07.38 Uhr: Der Chef und Gründer der Hotelgruppe Motel One, Dieter Müller, zeigt sich enttäuscht von den Novemberhilfen der Politik. »Wir haben bislang 50.000 Euro als Abschlagszahlung erhalten. Für die gesamte Gruppe mit 75 Hotels. Das ist ein Witz«, sagt er dem Magazin »WirtschaftsWoche«. Besonders bitter stoße ihm auf, dass in der Öffentlichkeit suggeriert werde, dass seine Branche großzügig mit Staatsmilliarden beschenkt werde. »Man hat den Eindruck, dass die Bundesregierung die Mittelständler um ihre Existenz bringen will«, kritisiert Müller. Als »Wettbewerbsverzerrung« bezeichnet er, dass die Überbrückungshilfen bis zum vergangenen Herbst nur für kleine und mittlere Unternehmen gegolten hätten.

Bildungsgewerkschaft: Kein Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr

07.12 Uhr: Schulzeugnisse und Abschlussprüfungen sollten in diesem Jahr aus Sicht von Lehrerverbänden die erschwerten Umstände der Corona-Pandemie berücksichtigen. »Eine Ausnahmesituation wie die Coronakrise verlangt besondere Regelungen: In diesem Schuljahr darf niemand sitzen bleiben«, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Abitur und Mittlerer Abschluss müssten auch ohne Prüfung auf Basis von Vorleistungen abgelegt werden können.

So sieht der Schwarzmarkt für Covid-19-Impfstoffe aus

06.01 Uhr: 750 Dollar pro Person – so viel verlangen Betrüger im Darknet für angebliche Covid-19-Impfstoffe. Das Sicherheitsunternehmen Check Point hat es auf einen Versuch ankommen lassen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Habeck kritisiert Söders Rolle in ersten Monaten der Pandemie

05.55 Uhr: In seinem neuen Buch kritisiert Grünenchef Robert Habeck Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für dessen Rolle in den ersten Monaten der Corona-Pandemie. »Vorsitz heißt, sich zurückzunehmen und zusammenzuführen«, schreibt Habeck in seinem an diesem Donnerstag erscheinenden Buch »Von hier an anders. Eine politische Skizze«. Bis zum 30. September hatte Bayern den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder inne.

Wenn man wolle, dass »lauter vor Selbstbewusstsein strotzende Ministerpräsident*innen« zu einer gemeinsamen Linie fänden, müsse man mit gutem Beispiel vorangehen und sich zurückhalten, so Habeck. »Markus Söder hingegen preschte permanent mit eigenen Teststrategien, eigenen Verboten, eigenen Regeln vor – freilich ohne damit die hohen Infektionszahlen in Bayern in den Griff zu bekommen.« Er habe seine Kolleginnen und Kollegen regelmäßig vorgeführt, sodass diese sich auf eigene Strategien verlegt hätten. Die Konsequenz: »Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenzen reichten an die Dramatik des Infektionsgeschehens nicht heran.«

Zugleich warnte Habeck vor einer überzogenen Sparpolitik nach dem Ende der Pandemie. »Die ökonomische Krise darf nicht verlängert und verschärft werden, indem man mitten in der Krise zu einer einseitigen Sparpolitik zurückgekehrt.«

Studie: Anteil von Paketretouren sinkt in Coronakrise

05.33 Uhr: Obwohl Onlinehändler in der Coronakrise deutlich mehr Bestellungen verschickt haben, kamen nach einer Studie der Universität Bamberg verhältnismäßig weniger Pakete wieder zurück. Bundesweit stieg die Zahl der online bestellten und versendeten Pakete 2020 um mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine erste Schätzung der Forscher nach Befragung von 103 Onlinehändlern in Deutschland ergab. Allein von März bis August 2020 wurden demnach 17,4 Prozent mehr Sendungen verschickt als noch im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig habe sich die Retourenquote von 17,8 auf 15,9 Prozent reduziert. Absolut gesehen bleibt die Zahl der Retouren aber hoch.

Die Kunden hätten sich vorab besser informiert und nach Bedarf bestellt, sagte der Leiter der Forschungsgruppe, Björn Asdecker. Gerade ältere Kunden, die normalerweise lieber vor Ort einkauften, hätten außerdem selten ein Paket zurückgeschickt. Weil die Zahl der Bestellungen laut der Studie aber so stark stieg, waren es absolut gesehen trotzdem mehr Retouren: 315 Millionen Pakete schickten die Kunden nach vorläufiger Schätzung in Deutschland vergangenes Jahr zurück, 2019 waren es noch 301 Millionen. Die für die Studie befragten Onlinehändler decken nur ein Teil des Branchenumsatzes ab.

WHO-Mission zur Erkundung der Corona-Ursprünge in Wuhan eingetroffen

05.26 Uhr: Nach tagelanger Verzögerung ist ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen, um die Ursprünge des neuartigen Coronavirus zu erforschen. Aufnahmen des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CGTN zeigten am Donnerstag, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den WHO-Experten in Wuhan landete.

Ursprünglich war der Beginn der Mission bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten den Start jedoch. Die zehn WHO-Experten, darunter Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, müssen sich wegen der strikten chinesischen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

In der zentral chinesischen Millionenmetropole Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des neuartigen Erregers festgestellt worden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

Klinikbetreiber: Weniger Krebsbehandlungen im und nach erstem Shutdown 2020

04.19 Uhr: Im und nach dem ersten Shutdown 2020 hat es nach Daten eines großen deutschen Klinikbetreibers weniger Krebsbehandlungen gegeben als in der gleichen Zeit 2019. Der Rückgang der stationären Aufnahmen für Diagnostik und/oder Therapien betrage im Schnitt zehn bis 20 Prozent, heißt es in einer Studie von Autoren um den Mediziner Peter Reichardt vom Helios-Klinikum Berlin-Buch. Besonders betroffen seien Patienten über 75 Jahre, bei denen im Schnitt ein Fünftel weniger Behandlungen durchgeführt worden seien.

Für die Studie wurden rund 69.000 Fälle von 75 Helios-Kliniken in 13 Bundesländern analysiert. Die Autoren halten die Ergebnisse für repräsentativ für Deutschland. Betrachtet wurden Krankenhausaufnahmen zwischen Mitte März und Ende April sowie der Zeit unmittelbar danach bis Mitte Juni 2020 – im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen 2019. Helios ist nach eigenen Angaben Europas größter privater Klinikbetreiber.

Wie der Ex-Chef des Technischen Hilfswerks Impfzentren plante: »Ich habe zu Hause erst mal ein Modell gebaut, aus Lego«

03.00 Uhr: Eigentlich wollte ich meine Rente genießen. Doch als die Gesundheitssenatorin anrief, war es mit dem Ruhestand vorbei. Lesen Sie hier den ganzen Text von Albrecht Broemme:

Neuinfektionen in China mit höchstem Anstieg seit zehn Monaten

02.25 Uhr: In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit über zehn Monaten nicht mehr. Binnen 24 Stunden wurden 138 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde am Donnerstag in Peking mitteilte. Tags zuvor waren es noch 115, es ist der größte Anstieg an Neuinfektionen seit dem 5. März 2020. Der Nationale Gesundheitskommission zufolge handelt es sich bei 124 der neuen Fälle um lokale Infektionen, von denen 81 in der Provinz Hebei rund um die Hauptstadt Peking und 43 in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet wurden.

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 87.844. Die Zahl der Todesfälle legte um einen auf 4635 zu. Zuletzt war in China nach offiziellen Angaben ein Mensch Mitte Mai an dem Coronavirus verstorben. Die Behörden haben im Januar mehr als 28 Millionen Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Die Regierung rechnet bislang nicht damit, dass die Infektionen im Zuge des traditionellen Neujahrsfestes stark zunehmen. Wenn die Kontrollen und die Vorsorgemaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt würden, sei ein massives Wiederaufleben der Pandemie unwahrscheinlich, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC zuletzt. Die Neujahrsfeiertage beginnen am 11. Februar und sind üblicherweise eine Hauptreisezeit in China.

Deutsche Tourismuswirtschaft lehnt Bevorzugung von Corona-Geimpften ab

02.19 Uhr: Die deutsche Tourismuswirtschaft lehnt Reiseprivilegien für gegen das Coronavirus geimpfte Menschen derzeit ab. Das Reisen generell zu einem Privileg für Geimpfte zu machen, sei der »falsche politische Weg – insbesondere, solange Impfungen nicht für alle verfügbar sind«, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

Im schlimmsten Fall würde ein »Freifahrtschein per Gesundheitspass für Geimpfte ein Reiseverbot für Nicht-Geimpfte nach sich ziehen«, warnte Frenzel.

Der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, bezeichnete die Frage nach möglichen Vorteilen für bereits Geimpfte zum jetzigen Zeitpunkt als »sehr theoretisch«. Zum einen werde es noch dauern, bis alle Impfwilligen auch geimpft werden konnten. Zum anderen sei noch nicht geklärt, ob Geimpfte nicht eventuell andere Menschen anstecken könnten, sagte Fiebig den Funke-Blättern.

In Deutschland waren die Corona-Impfungen kurz nach Weihnachten angelaufen. Inzwischen wurde hierzulande nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mehr als eine halbe Million Menschen geimpft.

Laschet schließt längeren Lockdown nicht aus

01.20 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) stimmt die Bevölkerung auf einen längeren Corona-Lockdown ein. »Völlig klar: Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen«, sagte der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz dem »Kölner Stadt-Anzeiger« (Donnerstag) auf die Frage, ob die Einschränkungen schlimmstenfalls bis Ostern gelten. Frühestens ab Sonntag (17. Januar) werde es ein »realistisches Bild« von den Corona-Infektionszahlen geben, womit auch das Geschehen der Feiertage abgebildet werde. Derzeit sei auch noch nicht bekannt, wie sich das mutierte Virus aus Großbritannien auf die Infektionslage auswirke.

Bund und Länder hatten Schulschließungen und strengeren Kontaktbeschränkungen bis zunächst 31. Januar beschlossen. Am 25. Januar wollen die Ministerpräsidenten erneut beraten.

Laschet appellierte zugleich an das Personal von Kliniken und Pflegeheimen, sich impfen zu lassen. »Die Impfbereitschaft gerade bei Pflegekräften ist noch zu niedrig. Das muss deutlich besser werden.«

Sieben Menschen berichten über ihre Arbeit im Homeoffice: »Mir geht es gerade so gut wie lange nicht«

00.37 Uhr: Die einen fluchen, dass sie nicht konzentriert arbeiten können, die anderen wollen nicht mehr ins Büro. Lesen Sie hier sieben Protokolle über Schwierigkeiten, Chancen und unerwartete Erkenntnisse:

Spahn kündigt verstärkte Überwachung von Corona-Mutationen an

00.21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eingeräumt, dass in Deutschland zu wenige Laboruntersuchungen auf neue Coronavirus-Varianten überprüft werden. Es sei tatsächlich so, dass in zu vielen Ländern in Europa nicht ausreichend sequenziert werde, sagte Spahn am Mittwochabend in der ARD-Sendung »Maischberger«: »Auch Deutschland gehört dazu«. In anderen Ländern, etwa in Großbritannien oder Dänemark, werde traditionell mehr sequenziert.

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Nach aktuellem Kenntnisstand scheine die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Mutation B.1.1.7 in Deutschland noch nicht allzu stark verbreitet zu sein, sagte Spahn. Um das zu überprüfen, würden die Genomsequenzen nun nachträglich ausgewertet. »Wir werden auch rückwirkend – die Proben sind ja noch da – sequenzieren«, sagte Spahn. Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Mutation deutlich ansteckungsfähiger sei, »dann würde das natürlich einen Riesenunterschied machen für uns im Umgang mit diesem Virus«.

Mehr als zehn Millionen Menschen in den USA gegen Corona geimpft

00.03 Uhr: In den USA sind seit dem Start der Impfkampagne mehr als zehn Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft worden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mitteilte, wurden rund 10,3 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht. Damit erhielten rund 3,1 Prozent aller 330 Millionen Menschen in den USA bislang ihre erste Impfdosis. Insgesamt wurden den Angaben zufolge rund 29,4 Millionen Dosen der beiden Impfstoffe an die Bundesstaaten verteilt.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio forderte dringend weitere Impfstofflieferungen von den Bundesbehörden. Andernfalls könne in der Metropole bereits Ende nächster Woche der Impfstoff knapp werden, schrieb de Blasio bei Twitter. Die USA sind weltweit das am schwersten von der Pandemie getroffene Land. Die Zahl der Corona-Toten lag zuletzt bei 382.000.

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Weltweit wurden binnen 36 Tagen rund 28 Millionen Impfdosen verabreicht, wie der Direktor für medizinische Notfälle bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Mittwoch mitteilte. Impfungen erfolgten demnach zunächst in 46 Ländern. Angesichts der in einigen Ländern zuletzt massiv beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus warnte Ryan vor einem »noch härteren« zweiten Jahr der Pandemie.

Schweiz schließt Geschäfte und macht Homeoffice verpflichtend

00.02 Uhr: Neue Corona-Mutationen machen der Schweizer Regierung sorgen. Um eine dritte Welle zu verhindern, werden die Gegenmaßnahmen nun noch einmal verschärft. Lesen Sie hier mehr dazu.

svv/bbr/cev/ngo/Reuters/dpa/AFP/sid/AP
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