Corona-News am Donnerstag EU will Impfstoff-Exporte notfalls verhindern

Unternehmen, die Corona-Impfstoffe in der EU herstellen, müssen sich eine Ausfuhr künftig genehmigen lassen. Hintergrund ist der Streit mit AstraZeneca. Und: Bisher wurden nur wenig schwere Impf-Nebenwirkungen gemeldet. Der Überblick am 28. Januar.
AstraZeneca und andere Hersteller von Corona-Impfstoffen müssen sich Exporte außerhalb der EU künftig genehmigen lassen

AstraZeneca und andere Hersteller von Corona-Impfstoffen müssen sich Exporte außerhalb der EU künftig genehmigen lassen

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Christopher Furlong/ Getty Images

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EU will Impfstoff-Exporte notfalls verhindern

20.45 Uhr: Die EU-Kommission will das angekündigte System zur Erfassung und Genehmigung der Ausfuhr von Corona-Impfstoffen am Freitag auf den Weg bringen. Sollte es sich um Vakzine handeln, die nach Rahmenverträgen mit Herstellern der Europäischen Union zustehen, könnten die Exporte notfalls untersagt werden, hieß es am Donnerstag aus Kommissionskreisen in Brüssel.

Hintergrund ist der Streit mit dem Pharmakonzern AstraZeneca, der zunächst weniger Impfstoff an die EU liefern will als vertraglich zugesichert. Es steht die Vermutung im Raum, dass in der EU produzierte Vakzine an Drittstaaten geliefert wurden. Die EU-Kommission hatte deshalb am Montag den »Transparenz-Mechanismus« angekündigt. Er sieht vor, dass alle Unternehmen, die Corona-Impfstoffe in der EU herstellen, sich Ausfuhren in Drittstaaten in Zukunft genehmigen lassen müssen.

Die EU-Kommission hat mit Pharmakonzernen sechs Verträge zur Lieferung von bis zu 2,3 Milliarden Dosen Impfstoff geschlossen. Teil der Vereinbarung waren Vorschüsse zur Entwicklung der Mittel und zum Aufbau von Produktionskapazität. Die Vereinbarungen seien mit dem Ziel geschlossen worden, Produktionskapazität für die EU zu reservieren, sagte ein EU-Beamter. Deshalb sei es legitim zu wissen, wohin die produzierten Mengen gingen. Wenn die Verträge erfüllt würden, gebe es kein Problem. Humanitäre Impfstoff-Lieferungen sollen von dem neuen System ausgenommen werden.

Wohl deutlich mehr Corona-Tote als bekannt in New Yorks Altenheimen

22.27 Uhr: In den Alten- und Pflegeheimen New Yorks könnten einem Bericht der Generalstaatsanwältin des Bundesstaats bis zu doppelt so viele Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein als bislang bekannt. Die von New York bislang in der Statistik angegebene Zahl von rund 8500 Todesfällen in Alten- und Pflegeheimen sei deutlich zu niedrig, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, dem eine aufwendige Untersuchung zugrunde liegt.

Der Bundesstaat New York und die gleichnamige Millionenmetropole waren im Frühjahr Epizentrum der Pandemie, inzwischen hat sich die Situation etwas abgemildert. Mehr als 42.000 Menschen starben in New York laut offiziellen Statistiken des Bundesstaats bislang nach einer Infektion mit dem Virus.

Restaurant in Nizza öffnet trotz Shutdowns

22.20 Uhr: Entgegen aller Corona-Beschränkungen hat ein Restaurant in Nizza am Mittwoch Dutzende Gäste zum Mittagessen empfangen. »Ich kann es nicht mehr ertragen, meine leere Terrasse zu sehen. Das ist mein Widerstand«, zitierte die Regionalzeitung »Nice Matin« den Betreiber.

Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie auf der überdachten Terrasse zahlreiche Menschen gemeinsam aßen. »Freiheit«, rief der Besitzer beim Servieren des Essens. »Es war eindeutig eine militante Aktion«, zitierte die Zeitung »Le Parisien« Benoit Huber, den Stabschef des Präfekten. Damit die Situation nicht eskaliere, habe die Polizei weitgehend nicht eingegriffen.

Die Präfektur kündigte jedoch an, dass alle, die identifiziert werden könnten, eine Geldstrafe zahlen müssten. Der Restaurantbetreiber wurde am Mittwochabend in Polizeigewahrsam genommen, ebenso wie ein Koch. Es handle sich um einen illegal dort arbeitender Ausländer, so die Präfektur. Berichten zufolge ist der Betreiber zunächst deswegen in Gewahrsam genommen worden.

US-Regierung will Ärzte im Ruhestand mobilisieren

22.05 Uhr: Zur Beschleunigung der Corona-Impfkampagne erlaubt die US-Regierung künftig Ärzten und Krankenschwestern im Ruhestand, sich daran zu beteiligen. Die Ausnahmeregelung gelte für alle, deren Zulassung in den vergangenen fünf Jahren ausgelaufen sei, erklärte das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Alle Ärzte und Krankenschwestern, die Impfungen verabreichen wollen, müssen zuvor ein Training der US-Gesundheitsbehörde CDC absolvieren, wie das Ministerium mitteilte. Wer aus dem Ruhestand zurückkommt, steht zunächst unter Beobachtung eines zugelassenen Kollegen.

Anders als in Deutschland hapert es bei der Impfkampagne in den USA weniger am Impfstoff, sondern an der Umsetzung der Impfungen vor Ort. Die Regierung hat bislang bereits mehr als 48 Millionen Dosen der beiden zugelassenen Impfstoffe ausgeliefert, aber nur 26 Millionen davon wurden bislang auch eingesetzt, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

Französische Justiz leitet nach Polizisten-Party Untersuchung ein

21.35 Uhr: Nach einer mutmaßlichen Party von Polizisten unter Missachtung der Corona-Regeln hat die französische Justiz eine Untersuchung eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft von Bobigny am Donnerstag mitteilte, wurden die Ermittlungen von der Generalinspektion der Nationalpolizei (IGPN) übernommen. Den Polizisten werde vorgeworfen, das Leben anderer in Gefahr gebracht zu haben, indem sie die nächtliche Ausgangssperre und Hygienemaßnahmen missachteten.

Mehrere Polizisten in Aubervilliers nördlich von Paris sollen am 22. Januar an der Abschiedsfeier eines Kollegen teilgenommen haben. Eine Aufnahme der Feier wurde dem Online-Nachrichtenportal »Loopsider« zugespielt. Auf dem Video sind mindestens ein Dutzend Menschen zu sehen, die ohne Mund-Nase-Bedeckungen dicht aneinandergedrängt tanzen und singen. Die Feier fand offenbar in einem Aufenthaltsraum der Polizeiwache statt.

Diese Reiseverbote könnten ab Samstag gelten

19.50 Uhr: Die Bundesregierung hat sich auf neue Einreisebeschränkungen aus Hochrisikoländern verständigt. Die Regeln könnten nach SPIEGEL-Informationen bereits am Wochenende in Kraft treten. Hier erfahren Sie mehr.

EU-Ratspräsident bringt Notmaßnahmen für schnelleres Impfen ins Spiel

19.08 Uhr: EU-Ratspräsident Charles Michel hat Notmaßnahmen ins Gespräch gebracht, um die Corona-Impfungen in Europa zu beschleunigen. Sollten keine befriedigenden Lösungen mit den Herstellern gefunden werden, »sollten wir alle Optionen prüfen und alle juristischen Mittel und Durchsetzungsmaßnahmen nutzen«, schrieb Michel in einem Brief an mehrere EU-Staats- und Regierungschefs.

Konkret bringt Michel Artikel 122 der EU-Verträge ins Spiel, der Notmaßnahmen bei Versorgungsengpässen ermöglicht. Die EU-Staaten könnten die EU-Kommission beauftragen, gezielte Maßnahmen zur Beschleunigung der Impfkampagne zu ergreifen, wie es aus EU-Kreisen hieß. Das könnten etwa Vorkehrungen sein, Impfstoffe bereits vor der Zulassung an die EU-Staaten zu verteilen. Es könnte aber auch bis hin zu Zwangslizenzen für Impfstoffe gehen, sodass Konkurrenten diese gegen Gebühr produzieren könnten, sagte ein EU-Vertreter.

Uno-Generalsekretär: Corona-Impfstoffe »großer moralischer Test«

18.59 Uhr: Die Verteilung der Corona-Impfstoffe rund um den Globus ist nach Ansicht von Uno-Generalsekretär António Guterres ein »großer moralischer Test« für die Welt. Die Bekämpfung der Pandemie müsse in diesem Jahr höchste Priorität haben, sagte Guterres vor der Uno-Vollversammlung in New York. Bisher sei die Verteilung jedoch nicht gerecht. »Die Impfstoffe erreichen einige Länder schnell, während die ärmsten Länder fast gar nichts haben. Die Wissenschaft hat Erfolg – aber die Solidarität scheitert.«

Die Impfstoffe müssten als »Allgemeingut« für alle zugänglich und erschwinglich sein, forderte Guterres. Das vergangene Jahr nannte der ehemalige portugiesische Ministerpräsident ein Jahr voller »Tod, Desaster und Verzweiflung«. Die Krise biete aber auch eine Chance. 2021 könne »ein Jahr voller Möglichkeiten und Hoffnung« werden.

Shutdown in Dänemark bis Ende Februar verlängert

18.47 Uhr: Dänemark wird auch den gesamten Februar im Shutdown ausharren müssen. Die strikten Corona-Maßnahmen wurden um weitere drei Wochen bis zum 28. Februar verlängert, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen bekannt gab. Damit bleiben Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants, Fitnessstudios und viele weitere Einrichtungen aufgrund der Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung von mutierten Coronavirus-Varianten geschlossen.

Auch die Schulen im nördlichsten deutschen Nachbarland bleiben zu. Es bestehe aber Hoffnung, dass die jüngeren Schüler bis zur vierten Klasse bereits vor dem 28. Februar in ihre Klassenräume zurückkehren könnten, kündigte Frederiksen an.

Meldungen über schwere Impf-Nebenwirkungen liegen unter ein Promille

18.39 Uhr: Bei den Impfungen gegen das Coronavirus treten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nur wenige unerwünschte Reaktionen auf. Im ersten Monat seit Beginn der Impfungen (27.12.2020 bis 24.1.2021) wurden dem Institut in Langen 1232 Verdachtsfälle mit insgesamt 3404 unerwünschten Reaktionen gemeldet, wie die Behörde berichtete. 182 Fälle wurden als schwerwiegend eingestuft.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Impfungen sind das laut PEI 0,7 Meldungen pro 1000 Impfdosen, für schwerwiegende Nebenwirkungen 0,1 Meldungen pro 1000 Impfdosen. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Müdigkeit.

Hochrisikogebiet Portugal schließt Grenze zu Spanien

18.22 Uhr: Die portugiesische Regierung hat wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Spanien ab Freitag angeordnet. Für zunächst zwei Wochen darf die Grenze demnach nur noch in Notfallsituationen überschritten werden, wie Innenminister Eduardo Cabrita laut Medien in Lissabon mitteilte. Schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr vergangenen Jahres war die gemeinsame Grenze monatelang geschlossen. Erst am 1. Juli wurde sie wegen damals stark rückläufiger Corona-Zahlen wieder geöffnet.

Die Corona-Lage ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa »sehr schlimm«. Am Donnerstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 16.423 Neuinfektionen und 303 weitere Corona-Tote registriert. Das war ein Höchststand seit Beginn der Pandemie.

Virus-Mutation aus Südafrika erstmals in den USA nachgewiesen

18.06 Uhr: Die zunächst in Südafrika identifizierte Mutation des Coronavirus ist erstmals in den USA nachgewiesen worden. Die Variante wurde in South Carolina unabhängig voneinander bei zwei Erwachsenen nachgewiesen, erklärte die zuständige Gesundheitsbehörde des Bundesstaats. Die beiden Personen seien zuvor nicht verreist gewesen, hieß es. Damit scheint bestätigt, dass sich die Variante zumindest in begrenztem Ausmaß bereits vor Ort im Umlauf befindet. »Es sind die ersten beiden Fälle mit dieser Variante in den Vereinigten Staaten«, erklärte die Behörde.

US-Experten vermuten, dass die bereits zugelassenen Corona-Impfungen gegenüber der Mutation aus Südafrika, bekannt als B.1.351, etwas weniger wirksam sind. Sie sollen ausreichenden Schutz bieten, allerdings womöglich weniger langfristig. Zudem sollen Antikörper-Behandlungen gegenüber der Variante weniger effektiv sein. Die Erkenntnisse stützen sich bislang aber nur auf vorläufige Daten. Auch in Deutschland wurde die Variante bereits nachgewiesen.

Moderna warnt Schweiz vor Impfstoff-Lieferverzögerungen

18.00 Uhr: Der US-Biotechnologiekonzern Moderna hat die Schweiz vor Lieferverzögerungen bei seinem Corona-Impfstoff gewarnt. »Im Februar werden in der Schweiz voraussichtlich weniger Impfdosen eintreffen«, erklärt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). »Diese Menge wird im März kompensiert.« Die Behörde zeigt sich zuversichtlich, dass die Schweiz im ersten Quartal die zugesagte Impfstoffmenge erhalten werde. Bislang seien insgesamt knapp 532.000 Impfdosen von Moderna sowie den Partnern Biontech und Pfizer geliefert worden.

Ungarn verlängert Notstand um 90 Tage

17.58 Uhr: Die ungarische Regierung hat den am 8. Februar auslaufenden Corona-Notstand um 90 Tage verlängert. Auch die Einschränkungen wegen der Pandemie würden bis zum 1. März fortgeführt, sagte der Leiter des Büros von Ministerpräsident Viktor Orbán, Gergely Gulyas, am Donnerstag. Die seit Anfang November geltenden Beschränkungen, darunter eine nächtliche Ausgangssperre ab 20.00 Uhr und Versammlungsverbote, bleiben damit vorerst bestehen. Ziel ist es laut Gulyas, eine dritte Infektionswelle zu verhindern.

Zugleich will die Regierung die Impfkampagne beschleunigen. Deshalb werde in Ungarn künftig jedes Vakzin eine Zulassung bekommen, das bereits mehr als eine Million Mal verimpft wurde. Ein entsprechendes Dekret sei in Vorbereitung, sagte Gulyas.

Vergangene Woche hatte Ungarn eine vorläufige Notfallzulassung für den russischen Impfstoff Sputnik V herausgegeben und zwei Millionen Dosen davon bestellt. Laut Gulyas wird das Land zudem 500.000 Impfdosen des chinesischen Herstellers Sinopharm bestellen. Eine behördliche Zulassung dafür steht jedoch noch aus.

SPD wirft von der Leyen Versagen beim Impfstart vor

17.54 Uhr: »Bei all dem Beschaffungschaos kann sich die Kommissionspräsidentin nicht länger wegducken«: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erhebt im Impfstreit schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Corona-Impfpass: EU-Experten einig über Eckpunkte

17.50 Uhr: Die Europäische Union treibt die Einführung von Corona-Impfpässen voran. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, haben sich die EU-Staaten auf Empfehlungen geeinigt, welche Informationen solche Dokumente enthalten sollen. Ziel ist die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung in den 27 Staaten.

Impfnachweise sollen demnach sowohl in Papier- als auch in elektronischer Form möglich sein. Neben Basisinformationen etwa zu Personalien, dem verwendeten Impfstoff und der ausstellenden Behörden soll es eine Art elektronisches Siegel geben, etwa einen QR-Code oder eine Registrierung. Ziel sei, den Impfstatus einer Person rasch und eindeutig festzustellen, heißt es in den Richtlinien. Später könnten damit auch weitere Informationen verlinkt werden.

Die Richtlinien werden nun weiter beraten und ausgearbeitet. Wann die vergleichbaren Impfzertifikate eingeführt werden, blieb offen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte: »Gegenseitig anerkannte Impfnachweise werden ein wichtiges Instrument für die Bürger während der Pandemie, aber auch, nachdem wir sie überwunden haben.«

Kretschmann verzichtet auf frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen

17.47 Uhr: Die Grundschulen und Kindertagesstätten in Baden-Württemberg bleiben geschlossen. Das Auftreten der in Südafrika entdeckten Virus-Mutation habe die Pläne für eine schrittweise Öffnung in der kommenden Woche durchkreuzt, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

»Für die Schulen und die Kitas gelten die bisherigen Maßnahmen bis zum 15. Februar fort. Da ab dem 15. Februar an den meisten Schulen aufgrund der beweglichen Ferientage Fastnachtsferien sein werden, gelten die Maßnahmen faktisch bis zum 21. Februar«, so Kretschmann

In einer Freiburger Kita waren 25 Personen positiv auf Corona getestet worden. Mittlerweile stehe fest, dass 18 davon mit der südafrikanischen Variante infiziert seien, bei den übrigen Personen stünden die Testergebnisse noch aus, sagte der Ministerpräsident. »Die Diskussionen um weitere Lockerungen sind erst einmal gegenstandslos worden.« Aktuellen Daten zufolge seien schon zwei bis drei Prozent der festgestellten Infektionen auf Corona-Mutationen zurückzuführen.

Arzneimittelrechtliche Erlaubnis für Biontech-Werk in Marburg erteilt

17.40 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech hat auch die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt am Donnerstag mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen – in dem Fall war das RP Gießen zuständig.

Nach Angaben eines Sprechers der Darmstädter Behörde steht noch ein weiterer formaler Schritt an: Um den in Marburg hergestellten Impfstoff in der Europäischen Union vermarkten zu können, sei noch eine Genehmigung der EU-Arzneimittelagentur EMA nötig.

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an. In Marburg sollen drei der vier nötigen Produktionsschritte erfolgen. Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen.

Biontech plant – so die letzte Ankündigung – im Februar mit dem Produktionsstart in Marburg. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen.

Mehr Kulanz bei Steuererklärungen und Insolvenzanträgen

17.35 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie bekommen Steuerberater mehr Zeit, um die Steuererklärungen ihrer Mandanten für das Jahr 2019 einzureichen. Der Bundestag verlängerte am Donnerstag die Abgabefrist um ein halbes Jahr. Statt bis zum 28. Februar dieses Jahres muss die Jahressteuererklärung 2019 damit erst bis zum 31. August abgegeben werden – allerdings nur in den Fällen, in denen ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein eingeschaltet wurde. Wer seine Steuererklärung selber macht, musste sie bereits im vergangenen Juli abgeben.

Gleichzeitig beschlossen die Abgeordneten, dass die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wegen der Corona-Krise weiterhin ausgesetzt bleibt – zumindest für Firmen, bei denen die Auszahlung staatlicher Corona-Hilfen noch aussteht. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden. Statt bis Ende Januar – wie bisher – bleibt diese Pflicht für überschuldete Firmen nun bis Ende April ausgesetzt, falls bis 28. Februar entsprechende Staatshilfen beantragt werden.

Portugal meldet höchste Werte bei Infektionen und Todeszahlen

17.25 Uhr: Die Infektionsraten in Portugal sind dramatisch, das Gesundheitssystem an ersten Stellen zusammengebrochen. Am Donnerstag meldete das Land 16.432 neue Corona-Infektionen und 303 Todesfälle – so viele wie nie seit Beginn der Pandemie. Portugal hat rund 10 Millionen Einwohner. Insgesamt haben sich 685.383 Menschen mit dem Virus infiziert, 11.608 sind gestorben.

Das Land befindet sich nach den Worten von Ministerpräsident Antonio Costa in der schwersten Phase der Pandemie. »Wir werden diesen schlimmsten Moment noch für ein paar weitere Wochen haben, das ist sicher«, sagte Costa dem Sender TVI am Donnerstag. Portugal gehört zu den Ländern, in denen sich eine gefürchtete mutierte Form des Virus derzeit am schnellsten verbreitet.

Die portugiesische Regierung hat bei den EU-Partnern bereits um Hilfe gebeten,  darunter auch bei Deutschland. Allerdings braucht das Land vor allem Ärzte und Pflegepersonal. Dazu sei Deutschland derzeit aber nicht in der Lage, sagte Costa.

Versäumnisse in der Corona-Politik: Flucht aus der Verantwortung

17.08 Uhr: Jens Spahn sagt, die Regierung hätte im Herbst schneller handeln müssen – aber auch die Bürger hätten die Wucht der zweiten Welle nicht wahrhaben wollen. Er ist nicht der Einzige, der sich so aus der Verantwortung stiehlt. Lesen Sie hier die Analyse.

Impfgipfel soll am Montag stattfinden

17.05 Uhr: Angesichts der Corona-Impfmisere planen Bund und Länder ein Spitzentreffen am kommenden Montag. Der Termin für einen sogenannten Impfgipfel wurde der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Kreisen der Länder und des Bundes bestätigt, nachdem zunächst das Wirtschaftsmagazin »Business Insider« berichtet hatte. Weil es bei den Impfstofflieferungen seit Wochen ruckelt und Hersteller wiederholt geringere Mengen in Aussicht stellten, als zunächst geplant, hatten mehrere SPD-Politiker einen Impfgipfel gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuletzt offen für eine solche Runde gezeigt, an der voraussichtlich auch die Impfstoff-Hersteller teilnehmen sollen.

Wissenschaftler werben für europaweite »No Covid«-Strategie

17.00 Uhr: Renommierte Forscher aus Medizin und Wirtschaft fordern einen europaweiten Aktionsplan. Dabei geht es um eine koordinierte Überwachung des Infektionsgeschehens – nicht um zusätzliche Verbote. Lesen Sie hier mehr dazu.

AstraZeneca will Impfstoffvertrag mit der EU veröffentlichen

16.58 Uhr: Im Impfstoffstreit soll der Vertrag der EU-Kommission mit dem Hersteller AstraZeneca rasch in redigierter Form veröffentlicht werden. Dem habe das Unternehmen grundsätzlich zugestimmt, bestätigten Kommissionskreise am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel. Es werde nun besprochen, welche Teile aus Gründen der Vertraulichkeit geschwärzt würden. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« darüber berichtet. 

Die Zeitung berichtete auch, dass AstraZeneca-Chef Pascal Soriot einen Teil der angekündigten Lieferkürzung zurücknehmen wolle. Nach Angaben von EU-Politikern hatte die Firma vorige Woche erklärt, statt 80 Millionen Impfdosen im ersten Qurartal nur 31 Millionen an die EU zu liefern. Jetzt zitiert das Blatt einen EU-Vertreter mit den Worten: »Es ist nicht wahrscheinlich, dass wir am Ende doch noch auf 80 Millionen kommen. Aber es sollten doch deutlich mehr werden als 31.«

Die EU-Kommission und Vertreter der 27 Mitgliedstaaten hatten am Mittwochabend ein Krisengespräch mit Soriot geführt. Sie sind empört über die angekündigte Kürzung und pochen auf fristgerechte Erfüllung des Liefervertrags über insgesamt bis zu 400 Millionen Impfdosen.

EMA empfiehlt Abstand von drei Wochen bei Biontech-Impfung

16.50 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat klargestellt, dass die zweite Dosis des Covid-19-Impfstoffs von Biontech/Pfizer drei Wochen nach der ersten Impfung verabreicht werden sollte. Zuvor war ein Abstand von "mindestens 21 Tagen" genannt worden. Die Behörde wies darauf hin, dass gut 93 Prozent der Studienteilnehmer ihre zweite Dosis nach 19 bis 21 Tagen erhalten hätten. "Derzeit liegen keine klinischen Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei Verabreichung über die in der klinischen Studie verwendeten Intervalle hinaus vor." Einzelne Länder, darunter auch Deutschland, hatten zeitweilig erwogen, den Abstand zu verlängern, um mehr Erstimpfungen mit den vorhandenen Dosen zu ermöglichen. Davon hatte aber etwa in Deutschland die Ständige Impfkommission abgeraten.

0,04 Prozent der Corona-Geimpften in Israel trotzdem positiv getestet

16.34 Uhr: Israel hat nach der Impfung von Hunderttausenden Menschen ermutigende Daten zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs veröffentlicht. Von 715.425 Israelis, die zwei Dosen des Biontech-Pfizer-Präparats erhalten hatten, sind danach 371 positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies sind 0,04 Prozent der zweifach Geimpften. 16 Erkrankte mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben von Pfizer hat der Impfstoff eine Woche nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent.

In Israel läuft seit dem 19. Dezember eine intensive Impfkampagne. 2,8 Millionen Bürger haben nach offiziellen Angaben die erste und rund 1,5 Millionen Bürger bereits die zweite Impfdosis erhalten. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Israel impft nach Informationen von Oxford-Forschern schneller als jedes andere Land auf der Welt. Laut einer Grafik auf der Webseite «Our World in Data» führt Israel mit 49,13 Impfdosen pro 100 Einwohner. In absoluten Zahlen gerechnet führen allerdings die USA, China und Großbritannien.

Krisenkommunikation in der Pandemie: Es gibt keinen Grund zur Dankbarkeit

16.14 Uhr: PolitikerInnen fordern immer wieder, wir sollten doch ein bisschen zufriedener sein, weil es in der Pandemie noch viel schlechter laufen könnte. Aber wir dürfen meckern. Das ist Demokratie! Lesen Sie hier die gesamte Kolumne:

WHO hofft auf Impfstart in den meisten Ländern Afrikas bis März

16.10 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft, dass die meisten afrikanischen Länder bis März ihre Corona-Impfkampagnen starten werden. Bislang haben nur einige wenige Länder Afrikas mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen, darunter Guinea, die Seychellen, Mauritius und Marokko. Viele der anderen Länder sind bei der Beschaffung der Impfstoffe auf internationale Initiativen wie die von der WHO und Gavi geführte Covax und die von der Afrikanischen Union gegründete Avatt angewiesen. »Unsere Hoffnung ist, dass die meisten Länder bis März mit dem Impfen der Hochrisikogruppen begonnen haben«, sagte am Donnerstag Richard Mihigo, der Leiter des Impfprogramms bei der WHO Afrika.

Afrika hat bislang knapp 3,5 Millionen Corona-Fälle verzeichnet, am härtesten ist Südafrika mit 1,4 Millionen Fällen betroffen. Die dort erstmals aufgetretene Variante B.1.351 sei inzwischen auch in anderen afrikanischen Ländern festgestellt worden, sagte WHO-Afrikachefin Matshidiso Moeti. Diese sowie die aus Großbritannien stammende Variante seien ansteckender, und es gebe auch zunehmend Andeutungen dafür, dass sie zu einem schweren Krankheitsverlauf führten. Dies müsse aber noch weiter erforscht werden, sagte Moeti.

Schweizer machen Bodenseeschiff zu schwimmendem Impfzentrum

15.45 Uhr: Auf dem Schweizer Teil des Bodensees gibt es ab kommender Woche ein schwimmendes Impfzentrum. An Bord der MS »Thurgau« können sich Anwohner gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Fachstab Pandemie im Kanton Thurgau habe die Idee gehabt, ein Boot einzusetzen, das im Winter ohnehin nicht im regulären Einsatz sei, sagte Thomas Walliser von der Staatskanzlei der Nachrichtenagentur dpa: »Das Geniale am System Schiff ist, dass man mit derselben Infrastruktur mehrere Orte bedienen kann.« Das Schiff geht ab 2. Februar abwechselnd in Romanshorn, Kreuzlingen und Arbon vor Anker und fährt die Route im März für die zweite Impfdosis ab.

Das 50 Meter lange Motorschiff MS »Thurgau« verkehrt im Sommer als Kursschiff auf dem Bodensee. Der Oldtimer – Jahrgang 1932 – bietet eigentlich Platz für 500 Passagiere. Jetzt wurden im unteren Deck mit Trennwänden zwei Impfzimmer eingerichtet, im hinteren Bereich ein Warteraum. Nach Angaben von Walliser können jeden Tag 168 Menschen geimpft werden, insgesamt gut 3300. Die Nachfrage nach Impfterminen sei rege. Ob nach Verabreichung der zweiten Dosis weitere Fahrten organisiert werden, hänge davon ab, ob man genügend Impfstoff bekomme, sagte Walliser.

Weil der Impfstoff noch knapp ist, gilt das Angebot in der ersten Runde vorerst für Menschen, die älter als 75 sind oder wegen chronischer Krankheiten bei einer Corona-Infektion einen schweren Krankheitsverlauf befürchten müssten. Sie müssen sich anmelden. Für deutsche Interessenten gebe es leider keine Impfdosen, so Walliser.

Mehrere Fälle von britischer Virusmutation in Kölner Kita

15.40 Uhr: In Köln sind mehrere Fälle der britischen Corona-Variante in einer Kita aufgetreten. Laut Bericht des »Kölner Stadt-Anzeigers«  vom Donnerstag sind von dem Ausbruch zwei Erzieher und drei Kinder betroffen, die Stadt bestätigte einen Ausbruch mit mehreren Fällen. Aufgefallen seien die Virusmutationen im Stadtteil Deutz, nachdem ein Elternteil eines Kindes positiv auf die Variante getestet worden sei, erklärte die Stadt gegenüber der Zeitung.

Alle Kontaktpersonen wurden laut Bericht frühzeitig isoliert. Mittlerweile liege der letzte nachgewiesene Fall 14 Tage zurück. Ein weiterer Ausbruch der hoch ansteckenden Virusvariante in einer Kita war am Mittwoch in Freiburg nachgewiesen worden. Die Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen wurde in Baden-Württemberg deswegen verschoben.

Thailand: Offenbar mehr als 100 Partygänger auf Koh Phangan festgenommen

15.30 Uhr: Auf der thailändischen Urlaubsinsel Koh Phangan sind offenbar mehr als 100 Teilnehmer einer illegalen Party festgenommen worden. Sie hätten gegen die geltenden Corona-Beschränkungen verstoßen, berichteten örtliche Medien. Unter den Inhaftierten seien 89 Ausländer aus verschiedenen Ländern und 20 Thais. Ob auch Deutsche dazu gehörten, war zunächst unklar.

Die überwiegend jungen Leute waren einer Einladung der Three Sixty Bar in sozialen Netzwerken zu der Jubiläumsparty am Dienstag gefolgt. »Trotz der schwierigen Zeiten und weil wir alle ein bisschen Veränderung brauchen, feiern wir jetzt unser fünfjähriges Bestehen«, hieß es. Jedoch war die Sause schon am Abend vorbei, als Beamte den Klub räumten, wie die Zeitung »Bangkok Post« berichtete.

Den Teilnehmern werde vorgeworfen, gegen das Notstandsgesetz zur Eindämmung des Coronavirus verstoßen zu haben. Zudem seien auch der Besitzer des Klubs und der Veranstalter der Party festgenommen worden. Alle wurden zur Polizeistation der Insel gebracht.

Koh Phangan im Golf von Thailand ist nicht nur für schöne Strände bekannt, sondern gilt auch als Partyinsel Thailands. Fast jeden Tag fand vor der Pandemie ein großes Tanzevent oder ein Technofestival statt. Wegen extrem strikter Maßnahmen ist das südostasiatische Land bislang sehr glimpflich durch die Krise gekommen.

Koh Phangan: Legendär sind auch die »Full Moon Partys« am Strand von Haad Rin

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Adam Schreck / AP

EU-Kommission verlängert Corona-Ausnahme für Staatsbeihilfen bis Jahresende

15.20 Uhr: Die EU-Kommission verlängert die Ausnahmeregelungen für staatliche Hilfen in der Coronakrise bis Ende des Jahres. Gleichzeitig werden die Obergrenzen für die Unterstützung deutlich angehoben, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Firmen mit hohen Fixkosten können damit bis zu zwölf Millionen Euro erhalten. Zudem wird die Umwandlung rückzahlbarer Darlehen oder Vorschüsse in direkte Zuschüsse zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht. Dies soll bis Ende 2022 gelten.

Die Pandemie halte länger an als erhofft, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Deshalb müsse sichergestellt werden, »dass die Mitgliedstaaten den Unternehmen die notwendige Unterstützung bieten können, um die Krise zu überstehen«.

Die EU-Kommission hatte Mitte März vergangenen Jahres wegen der weitreichenden Folgen der Pandemie für die Wirtschaft die Vorgaben für Staatsbeihilfen deutlich gelockert. Seitdem hat die Behörde fast alle wegen der Krise beantragten Maßnahmen aus den Mitgliedstaaten genehmigt. Nach bisherigem Stand wäre die Regelung in den meisten Bereichen bis Ende Juni ausgelaufen.

Opernhaus in London bietet Atemübungen für Langzeit-Corona-Patienten

15.10 Uhr: Wer langfristig unter Covid-19 leidet, für den bietet die English National Opera nun Atemübungen an. »Das Programm vereint musikalisches und medizinisches Fachwissen, um dem zunehmenden Bedarf an Unterstützung für Menschen mit lang andauernden Covid-Symptomen entgegenzuwirken«, teilte das Opernhaus am Donnerstag in London mit. Dabei werde in einer Onlineschulung auf Techniken von Sängern aufgebaut. Eine Versuchsphase sei erfolgreich abgeschlossen worden, nun sollen in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) landesweit bis zu 1000 Patienten erreicht werden.

»Das Programm konzentriert sich auf die Umschulung der Atmung durch Singen, wobei Schlaflieder als musikalischer Ausgangspunkt dienen«, betonte das Opernhaus. »Traditionelle Schlaflieder überschreiten kulturelle Grenzen, sind für alle zugänglich und dienen vor allem der Beruhigung.« Für Singen sei eine körperliche Koordination notwendig, die auf emotionale Verbindung und Bilder setze. Professionelle Gesangslehrer würden die Teilnehmer dabei anleiten.

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas, täglich werden noch immer Zehntausende Neuinfektionen gemeldet. Zusätzlich müsse sich auch um die Patienten gekümmert werden, die noch lange nach ihrer ersten Erkrankung an Covid-19-Symptomen litten, sagte NHS-Expertin Sarah Elkin. »Andauernde Atemnot schwächt und kann beängstigend sein. Wir hoffen, dass dieses Programm die Menschen dabei unterstützt, ihre Symptome zu verbessern und zu lindern.«

Französischer Minister: Ausgangssperre konnte Virus nicht bremsen

14.59 Uhr: In Frankreich hat die Anfang des Monats verschärfte Ausgangssperre laut Gesundheitsminister Olivier Veran nicht ausgereicht, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Das Virus breite sich trotz der Maßnahme Woche für Woche schneller aus, sagt Veran. Auch die Belastungen der Krankenhäuser nähmen weiter zu.

Grundsicherungsempfänger sollen je zehn FFP2-Masken erhalten

14.57 Uhr: Die Bundesregierung will fünf Millionen Bedürftige mit FFP2-Masken ausstatten. Außerdem sollen Kinder von Grundsicherungsempfängern mit der nötigen Technik für den Heimunterricht ausgestattet werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Corona-Kinderkrankentage: So kommen Sie an Ihr Geld

14.56 Uhr: Eltern dürfen dieses Jahr deutlich mehr Tage freinehmen, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Wie viele stehen wem zu, wer kann sie beantragen, und wer zahlt den Verdienstausfall? Hier die wichtigsten Antworten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Chinas Behörden stoppen Neujahrsfest-Reisepläne von Millionen Menschen

14.54 Uhr: Millionen Chinesen sehen derzeit ihre Reisepläne zum chinesischen Neujahrsfest gestoppt: Zu Beginn der wichtigsten Reisezeit des Jahres wurden vor allem in Peking am Donnerstag Flüge und Zugverbindungen gestrichen. Die Gesundheitsbehörden in der Hauptstadt warnten vor einer »komplexen Covid-19-Situation« und veröffentlichten den »Ratschlag«, zu Hause zu bleiben.

Das Neujahrsfest ist für die meisten Chinesen die einzige Gelegenheit des Jahres für Verwandtenbesuche. Hunderte Millionen Menschen reisen zu diesem Anlass quer durchs Land. Doch angesichts eines leichten Anstiegs der Corona-Infektionen – der allerdings nur einem Bruchteil der Zahlen in den USA, Großbritannien und der EU entspricht – haben die Behörden die Bewegungsmöglichkeiten landesweit mit einer Reihe von Maßnahmen eingeengt. Dazu gehören örtliche Lockdowns, Virustests, Transportbeschränkungen und vage formulierte Reiseempfehlungen.

Eine ausdrückliche Anordnung, zu Hause zu bleiben, gab es bislang nicht. Aber vor allem in Peking, wo im März der Kongress der Kommunistischen Partei ansteht, wird an die Bevölkerung appelliert, »unnötige Ausflüge und Versammlungen zu vermeiden«, wie es am Donnerstag im täglichen Corona-Update hieß. Hunderte Starts und Landungen von Flugzeugen wurden gestrichen, wie dem Flugtracker Variflight zu entnehmen war.

Die Stadt Yiwu im Osten des Landes bot der Bevölkerung Gutscheine, kostenlose Ferienlager für Kinder und Telefonguthaben an, um den Verzicht aufs Reisen zu erleichtern. Zudem appellierten die Behörden an Streamingdienste, kostenlose Filme sowie Fernseh- und Sportereignisse auszustrahlen, um für Unterhaltung zu Hause zu sorgen.

Ausbruch mit Corona-Mutanten in Schweizer Skiort

14.30 Uhr: Im Schweizer Wintersportort Arosa gilt nach dem Auftauchen der neuen Coronavirus-Varianten ab sofort Maskenpflicht auf dem gesamten besiedelten Gemeindegebiet. Das Skigebiet bleibt zwar offen, aber die Skischulen werden vorerst geschlossen, und die Verbindung zum Skigebiet Lenzerheide wurde gesperrt, wie der Kanton am Mittwochabend mitteilte.

Mindestens 14 Personen in der Ortsschule hatten sich demnach mit einem mutierten Virus infiziert. Um welche der Virusvarianten es sich konkret handelte, teilten die Behörden nicht mit. In der Schweiz waren bis Mitte der Woche 654 Fälle der in Großbritannien zuerst aufgetauchten Variante entdeckt worden. Es dürften aber deutlich mehr sein, sagte das Bundesamt für Gesundheit der Nachrichtenagentur dpa. In manchen Kantonen werde nur sehr wenig Material sequenziert. Schweizer Experten befürchten eine Verdoppelung der Zahl der Infizierten jede Woche.

In Arosa sollen Freitag und Samstag nun PCR-Massentests durchgeführt werden. »Das Gesundheitsamt empfiehlt der Bevölkerung und den Gästen von Arosa dringend, an diesem Test teilzunehmen«, hieß es. Schulen und Kindertagesstätten wurden bis 6. Februar geschlossen.

Firmenfeier zum runden Geburtstag des Chefs aufgelöst

14.20 Uhr: Eine anlässlich des runden Geburtstags des Chefs veranstaltete Firmenfeier ist in Nürnberg aufgelöst worden. Etwa 20 Personen hielten sich nach Angaben der Polizei vom Donnerstag in der Büroküche auf – allesamt ohne Mund-Nasen-Schutz. Für die Party am Mittwochnachmittag hatten sie ein Buffet vorbereitet, diversen Alkohol besorgt und einen Tisch mit Geschenken aufgebaut. Die Polizei habe einen anonymen Hinweis erhalten. Wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln muss der Chef als Veranstalter mit einem Bußgeld von 5000 Euro rechnen.

CDU-Politiker wettert gegen Drosten und »Zentralkomitee Merkel«

14.19 Uhr: Er fordert »Freiheit statt Merkel«, will SPD, Grüne und Linke vor einem politischen Gericht sehen. In Magdeburg sorgt ein CDU-Kommunalpolitiker für Aufregung. Linke und Grüne in Sachsen-Anhalt sind entsetzt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Wegen Corona: 39 Milliarden Schulessen weltweit ausgefallen

14.10 Uhr: Die Vereinten Nationen warnen wegen der Corona-bedingten Schulschließungen vor einer weltweiten Ernährungskrise. Millionen Kinder seien dringend auf die tägliche Mahlzeit in der Schule angewiesen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Impfkommission empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

14.01 Uhr: Der AstraZeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden. In der am Donnerstag veröffentlichten Empfehlung heißt es, »zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor«. Zuvor hatte es Berichte über eine geringere Wirksamkeit des Präparats gegeben.

Scholz dringt auf schnellere Impfung – Pharmahersteller zuschalten

13.08 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) dringt auf eine schnellere Impfung gegen das Coronavirus und will dafür bei einem Impfgipfel von Bund und Ländern auch Pharmaunternehmen zuschalten. »Ziel dieser Runde muss es sein, eine gemeinsame nationale Anstrengung auf den Weg zu bringen, die Produktion und Verteilung von Impfstoff in Deutschland zu beschleunigen«, sagte der Finanzminister. Dabei sollten die Pharmafirmen mitsprechen.

Parallel müssten überall Kapazitäten geschaffen werden, damit in kurzer Zeit so viele Bürger wie möglich geimpft werden könnten. Die Impfung sei »der Ausweg aus der Pandemie«, deshalb müsse sie »nun endlich oberste Priorität haben«, forderte Scholz.

Mehrere SPD-Politiker und auch die FDP hatten angesichts der schleppend anlaufenden Impfkampagne einen Impfgipfel angeregt. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür offen gezeigt. Der CDU-Politiker schlug am Donnerstag ein gesondertes Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder vor. Auch Spahn hatte bereits angeregt, Vertreter der Pharmahersteller könnten teilnehmen.

Falsch verbunden: Lkw-Fahrer tröstet Impfhotline-Anrufer

12.55 Uhr: Weil seine Handynummer in acht Ziffern gleich mit den Impfhotlines für NRW ist, bekommt Lkw-Fahrer Michael S. aus Dortmund seit Montag zahlreiche Anrufe – und ist zu einem Trostspender für viele ältere Menschen geworden.

»Um acht Uhr morgens fing das am Montag plötzlich an«, sagte Michael S. der Nachrichtenagentur dpa. Es seien inzwischen »unendlich viele« Anrufe bei ihm eingegangen: »Einmal hatte ich 63 Anrufe in Abwesenheit. Der späteste war um 21.20 Uhr.« Der Dortmunder ging – so weit es die Arbeit zuließ – auch ran und sprach mit den Senioren oder deren Kindern, die für die Eltern einen Termin zur Corona-Schutzimpfung ausmachen wollten.

»Die älteren Menschen waren wirklich verzweifelt«, so der Lkw-Fahrer. »Ein 80-Jähriger sagte mir, dass er seit zehn Stunden versucht, einen Termin zu kriegen.« Michael S. spendete Trost: »Ich habe versucht, die älteren Herrschaften zu beruhigen. Und ihnen gesagt, dass sie ganz bestimmt auch noch einen Termin kriegen.«

Erste Corona-Impfungen in britischem Supermarkt

12.51 Uhr: In Großbritannien sind Menschen erstmals in einem Supermarkt gegen das Coronavirus geimpft worden. Ausgebildetes Personal könne täglich 240 Dosen in der Filiale in dem Ort Smethwick nahe Birmingham verabreichen, teilte die Handelskette Asda am Donnerstag mit. Die Region ist eine der besonders schwer von Corona betroffenen des Landes. In einigen Bezirken waren zuletzt bis zu 1200 Menschen je 100.000 Einwohnern infiziert.

»Viele der Menschen, die heute in den Laden kommen, sind seit Monaten zu Hause geblieben, und wir hoffen, dass der Erhalt des Impfstoffs der erste Schritt zur Rückkehr zur Normalität für sie ist«, sagte der Chefapotheker von Asda, Faisal Tuddy. Ein zweites, größeres Impfzentrum solle bald in einem Geschäft in Watford eröffnen.

5000 FFP2-Masken aus Krankenhaus in Bergisch Gladbach gestohlen

12.40 Uhr: Unbekannte haben aus einem Krankenhaus in Bergisch Gladbach rund 5000 Schutzmasken gestohlen. Aus einem Lagerraum der Klinik seien fünf Kartons mit FFP2-Masken im Wert von etwa 5000 Euro verschwunden, die für den Krankenhausbetrieb notwendig seien, teilte die Polizei am Donnerstag mit.  Bei der Überprüfung des Lagerbestands am 18. Januar seien die Kartons noch da gewesen – eine Woche später waren sie weg. Das Krankenhaus habe Strafanzeige wegen Diebstahls erstattet.

Arbeitsagentur erhält rund 3800 Hinweise auf Missbrauch von Kurzarbeit

12.39 Uhr: Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind im Zuge der Corona-Krise bisher 3811 Hinweise auf Missbrauch bei der Kurzarbeit eingegangen. Diese kämen »zum Beispiel von Menschen, die sagen: Ich bin in Kurzarbeit, muss aber länger arbeiten. Oder das bei Kollegen beobachten«, sagte BA-Chef Detlef Scheele der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Die Arbeitsagenturen haben demnach in der Coronakrise bisher mehr als 22 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Scheele sagte der Zeitung, nicht immer handle es sich bei den Hinweisen auch tatsächlich um Missbrauch. Lediglich 271 Fälle seien ans Hauptzollamt abgegeben worden und 37 an die Staatsanwaltschaft.

WHO warnt Europa vor zu frühen Lockerungen

12.39 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt Europa vor verfrühten Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus. Die Ansteckungsraten seien noch zu hoch und die Gesundheitssysteme noch immer stark belastet, sagt WHO-Europadirektor Hans Kluge. Es sei zu früh, um nachzulassen. Um die Übertragungsraten zu senken, seien nachhaltige und konsequente Anstrengungen erforderlich. »Wir haben harte Lektionen gelernt – das schnelle Öffnen, Schließen und Wiederöffnen ist eine schlechte Strategie«, sagt er. »Wir müssen geduldig sein, es wird Zeit brauchen, um zu impfen.«

Ungarn verlängert Lockdown bis zum 1. März

12.30 Uhr: Ungarn verlängert den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown bis zum 1. März. Damit bleiben die eigentlich bis Montag befristeten Schutzmaßnahmen wie die nächtliche Ausgangssperre und die Schließung von weiterführenden Schulen und Restaurants bestehen, wie der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orbán mitteilt. Die Maßnahmen hätten zwar geholfen, die Virusausbreitung zu verlangsamen und unter Kontrolle zu halten, sagt Stabschef Gergely Gulyás. Wegen des Impfstoffmangels würde aber derzeit eine Lockerung zu einer neuen Corona-Welle und schließlich zu drastischeren Einschränkungen führen.

Berlin will eigene Impfstoffproduktion aufbauen

12.17 Uhr: In Zusammenarbeit mit dem privaten Pharmaunternehmen Berlin-Chemie will Berlin eine eigene Impfstoffproduktion aufbauen. »Berlin steht bereit, auch was die Impfstoffproduktion angeht, mitzuhelfen«, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Gesundheitsverwaltung befinde sich diesbezüglich in Gesprächen mit Berlin-Chemie.

Das Unternehmen sei bereit, in Berlin eine eigene Impfstoffproduktion aufzubauen, sagte Kalayci. Demnach stünden die nötigen Ressourcen zur Verfügung, »um eine Impfstoffproduktion aufzubauen und schnell auszubauen«. Laut Gesundheitssenatorin verfügt das Unternehmen sowohl über eine geeignete Produktionshalle als auch über das nötige Personal für die Herstellung von Impfstoff.

Derzeit werde in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung geprüft, wo es welche Kapazitäten zur Impfstoffproduktion gebe. »Wir können sagen, in Berlin hätten wir diese Kapazitäten«, sagte Kalayci.

Norwegens Staatsfonds wächst im Coronajahr um 100 Milliarden Euro

12.10 Uhr: Norwegens riesiger Staatsfonds hat im Corona-Jahr weiter kräftig zugelegt: Der Wert stieg 2020 umgerechnet um mehr als 100 Milliarden Euro auf über eine Billion Euro, wie die norwegische Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Norwegen legt seit den Neunzigerjahren einen Teil der Öleinnahmen für künftige Generationen an, vor allem in Aktien.

Im ersten Halbjahr 2020 hatte der Fonds noch Verlust gemacht, nun steht unter dem Strich des vergangenen Jahres ein sattes Plus. Die Einnahmen aus Aktien – vor allem von Unternehmen in der Technologiebranche – steigerten den Wert des Fonds um 10,9 Prozent im Vorjahresvergleich; absolut wuchs das Vermögen um 1,07 Billionen Kronen (101,5 Milliarden Euro) auf 1,035 Billionen Euro.

Zwar habe die Corona-Pandemie das Jahr 2020 geprägt, doch für den Staatsfonds sei es erneut »ein gutes Jahr« gewesen, erklärte Zentralbankpräsident Øystein Olsen. Allerdings habe die Entwicklung gezeigt, dass der Wert des Fonds sehr stark schwanken könne. Das Geld der Norweger ist zu 72,8 Prozent in Aktien angelegt. Der Fonds ist so an rund 9200 Unternehmen weltweit beteiligt.

EU warnt Deutschland vor »zu drastischen« Corona-Maßnahmen im Reiseverkehr

12.04 Uhr: Die EU hat die Bundesregierung bei den geplanten Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zur Zurückhaltung aufgefordert. Auch die EU-Kommission habe empfohlen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, sagte Innenkommissarin Ylva Johansson am Donnerstag vor Journalisten in Brüssel. »Aber ich denke auch, dass wir nicht zu drastische Maßnahmen ergreifen sollten.«

Die Bundesregierung plant derzeit Einreiseverbote für Länder mit einem starken Vorkommen der mutierten Coronavirus-Varianten. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) würden diese vorerst Großbritannien, Südafrika, Brasilien und das EU-Land Portugal treffen. Weitere Länder könnten aber je nach Entwicklung hinzukommen. Ausnahmen bei der Einreise sollte es aus Seehofers Sicht nur für Deutsche geben und Menschen, die im Güterverkehr arbeiten.

Reisebeschränkungen dürften nicht »die wirtschaftliche Erholung und die Bedeutung eines gut funktionierenden Gesundheitssystems behindern«, warnte Johansson vor Beratungen der EU-Innenminister in einer Videokonferenz. Menschen müssten zudem die Möglichkeit haben, »ihre Angehörigen zu treffen«.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Donnerstag vergangener Woche bei einer Videokonferenz auf striktere Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie verständigt. Von nicht unbedingt notwendigen Reisen sollte demnach nachdrücklich abgeraten werden, die Grenzen aber grundsätzlich für Grenzpendler und den Warenverkehr offen bleiben. Die EU-Kommission stellte danach am Montag einen Vorschlag zur Umsetzung der Beschlüsse vor. Reisende aus Hochrisikogebieten sollten demnach vor der Abreise einen Test machen und sich bei der Ankunft in Quarantäne begeben. Ausnahmen sollte es für Grenzpendler oder für die Pflege von Angehörigen geben.

Studie: Neuseeland hat bestes Corona-Management

11.54 Uhr: Neuseeland hat einem australischen Thinktank zufolge das weltweit beste Management der Coronakrise bewiesen. Gefolgt wird der Pazifikstaat von den asiatischen Ländern Vietnam, Taiwan und Thailand. Deutschland rangiert in der Liste nur auf Platz 55.

Das 2003 gegründete Lowy Institute mit Sitz in Sydney hatte zuvor 98 Länder bezüglich ihres Umgangs mit der Pandemie analysiert. Speziell ging es um die 36 Wochen, nachdem in einem Land der einhundertste Infektionsfall bestätigt worden war.

Die USA stehen auf Platz 94, während Brasilien das Schlusslicht bildet. Auch afrikanische Staaten wie Ruanda (Platz 6) und Togo (Platz 15) liegen weit vor den meisten EU-Ländern.

Die Denkfabrik hatte unter anderem die Infektionszahlen, die Zahl der Todesopfer und die Corona-Tests pro 1000 Einwohner untersucht. Besonders Länder in der Asien-Pazifik-Region waren demnach sehr erfolgreich im Kampf gegen das Virus. China wurde »wegen des Fehlens öffentlich verfügbarer Testdaten« nicht in das Ranking aufgenommen.

Influencerinnen müssen Bali verlassen: Abgeschoben aus dem Paradies

11.24 Uhr: Sie verletzten Visaregeln und Corona-Auflagen. Die Wut der Einheimischen zogen die Social-Media-Stars auf sich, weil sie die Insel Bali als ein Paradies romantisieren, das mit der Realität nichts zu tun hat. Lesen Sie hier mehr dazu:

Taiwan bittet Deutschland um Impfstoff – im Austausch für elektronische Chips?

11.13 Uhr: Die Regierung Taiwans bittet Deutschland um Hilfe bei der Versorgung mit Covid-19-Impfstoff. Zuvor hatte die Bundesregierung Taiwan um Unterstützung gebeten, bei dem derzeitigen Chipmangel in der Autobranche zu helfen.

Taiwans Wirtschaftsministerin sagt, sie habe die Impfstoffbitte bei einem Treffen mit dem deutschen Vertreter in Taipeh übermittelt, der ihr wiederum einen Brief mit der Bitte um Hilfe bei dem Chip-Problem überreicht habe. Sie habe dabei erklärt, dass sie hoffe, Deutschland könne Taiwan bei der »Beschaffung von Impfstoff in einem machbaren Bereich« unterstützen. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Institut: Einreisesperren ohne größere Folgen für Konjunktur

11.12 Uhr: Die von der Bundesregierung erwogenen Einreisesperren wegen der Corona-Mutation fallen dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge konjunkturell kaum ins Gewicht. »Eine Beschränkung des Personenverkehrs aus Großbritannien, Brasilien oder Südafrika dürfte für sich genommen die gesamtwirtschaftliche Aktivität Deutschlands nicht weiter beeinträchtigen«, sagte der IfW- Forschungsdirektor Konjunktur und Wachstum, Stefan Kooths, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Wertschöpfungsausfall sei daher zu vernachlässigen – vorausgesetzt der Warenverkehr fließe weiter ungehindert.

Auch die indirekten Effekte würden nicht ins Gewicht fallen. Geschäftstreffen – so sie denn überhaupt noch physisch stattfinden – dürften dann vollends über Videokonferenzen ablaufen. Einreisesperren gegenüber kontinentalen Nachbarländern hätten gegenwärtig gesamtwirtschaftlich ebenfalls kaum weitreichendere Folgen. »Einzelne Regionen dürften eine Beschränkung der Pendlerströme allerdings negativ spüren«, schränkte der Experte ein.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hofft auf einen Beschluss zu Einreisesperren bis Freitag. Dabei stünden Großbritannien, Portugal, Südafrika und Brasilien als Mutationsgebiete auf der Liste, sagte Seehofer in Berlin. Die entsprechende Vorlage des Bundesinnenministeriums befinde sich derzeit in der Ressortabstimmung. Ziel sei, die Einschleppung von gefährlichen mutierten Formen des Coronavirus einzudämmen.

IG Metall verliert im Corona-Jahr zwei Prozent ihrer Mitglieder

10.55 Uhr: Die IG Metall hat im vergangenen Jahr zwei Prozent ihrer Mitglieder verloren. Der erste Vorsitzende Jörg Hofmann nannte am Donnerstag den Abbau von 120.000 Jobs in der Metall- und Elektroindustrie und Zehntausender Zeitarbeitsstellen in der Coronakrise als wichtigste Gründe für den Mitgliederschwund. Zum Jahresende zählte Deutschlands größte Gewerkschaft noch 2,2 Millionen Mitglieder und damit knapp 48.000 weniger als ein Jahr zuvor. Der Großteil der Beschäftigung sei trotz starker Produktionseinbrüche aber gehalten worden. Die meisten Mitglieder hätten einen funktionsfähigen Sozialstaat erlebt, zu dem die IG Metall zahlreiche Beiträge geleistet habe.

Altmaier: Tun alles für schnelle Auszahlung von Corona-Hilfen

10.52 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat betroffenen Firmen zugesichert, alles dafür zu tun, dass Corona-Hilfen so schnell wie möglich ankommen. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag im Bundestag bei einer Debatte über den Jahreswirtschaftsbericht: »Ich kann allen Betroffenen, die auf diese Hilfen warten, versichern von dieser Stelle aus, dass wir alles tun, damit es so schnell wie möglich und so wirksam wie möglich bei den Menschen ankommt.«

Altmaier verwies außerdem auf Pläne der schwarz-roten Koalition, die Insolvenzantragspflicht für diejenigen Unternehmen weiter auszusetzen, die noch keine Hilfen bekommen haben. »Das ist die klare Botschaft: Niemand, der 8 oder 14 Tage länger auf seine Hilfszahlungen warten muss, muss deshalb Insolvenz anmelden.« Damit sollten Unternehmen geschützt werden.

Der Wirtschaftsminister steht seit Längerem in der Kritik von Verbänden. Sie werfen ihm eine schleppende Umsetzung der staatlichen Milliardenhilfen für Unternehmen und zu viel Bürokratie vor. Die Bundesregierung hatte Nachbesserungen angekündigt. Altmaier sagte, er verstehe die Unzufriedenheit der Betroffenen. »Wir sind allerdings auch dem Steuerzahler verpflichtet.« Missbräuche müssten nach Möglichkeit vermieden werden. Von den beantragten Novemberhilfen sei rund die Hälfte ausgezahlt worden.

Rheinland-Pfalz: Ministerium stoppt Wechselunterricht an Grundschulen

10.33 Uhr: Nach dem Auftreten von Coronavirus-Mutationen im benachbarten Baden-Württemberg hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium den für Montag geplanten Start des Wechselunterrichts an Grundschulen gestoppt. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit Experten der Universitätsmedizin Mainz getroffen worden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Die Landesregierung hatte in Änderung der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen, ab kommender Woche für die ersten vier Klassen einen Wechselunterricht mit Lernen daheim und in der Schule zu praktizieren. Die Präsenzpflicht sollte weiter ausgesetzt bleiben.

Das Bildungsministerium habe am Donnerstag alle Schulen sowie Eltern schriftlich darüber informiert, dass der Beginn des Wechselunterrichts zurückgestellt werde, teilte das Ministerium mit. »Ich bedaure sehr, dass wir am Montag nicht, wie geplant, mit dem Wechselunterricht an den Grundschulen starten können«, erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Mehr als 3900 Corona-Tote an einem Tag in den USA

10.14 Uhr: In den USA sind binnen einem Tag mehr als 3900 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3943 Tote, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit 4466 Toten verzeichnet.

Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen blieb am selben Tag mit 152.478 vergleichsweise niedrig. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 300.282 neuen Fällen gemeldet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 25,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 429.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Bund berät über Einreisesperre auch für Großbritannien

10.05 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat Pläne für die Vorbereitung von Einreisesperren für Großbritannien, Brasilien und Südafrika bestätigt. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit in der Bundesregierung abgestimmt, sagte ein Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund ist, dass in diesen Ländern hochansteckende Virusmutationen festgestellt wurden. Die Bundesregierung hatte vor einer Ausbreitung auch in Deutschland gewarnt. Denkbar ist, dass es Einreisesperren für weitere Länder geben könnte, in denen sich die Mutationen bereits stärker ausgebreitet haben. Dies könnte etwa die Niederlande oder Dänemark betreffen. »Bild« schrieb, dass die Einreisesperren bereits kommende Woche in Kraft treten sollten.

Kanzlerin Angela Merkel hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass sie den Reiseverkehr nicht komplett stoppen, touristische Reisen aber wegen der Sorge vor einer Ausbreitung der Mutationen möglichst stark reduzieren wolle. Zuvor hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer Überlegungen für zusätzliche Maßnahmen vorgestellt. Als Beispiele hatte er schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, und die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf »nahezu null« genannt. Dagegen gab es Kritik aus der Wirtschaft, der Opposition und von Verbraucherschützern.

Der Warenverkehr soll nicht betroffen sein, sagte eine Regierungssprecherin. Auch auf EU-Ebene sind Verschärfungen für sogenannte dunkelrote Zonen mit hohen Corona-Infektionszahlen in Arbeit. Anders als in Deutschland steigt in etlichen EU-Staaten die Zahl der Ansteckungen wieder.

Spahn plädiert für Gipfeltreffen zur Impfkampagne

10.00 Uhr: Gesundheitsminister Spahn will bei einem Gipfeltreffen mit Ländern und Herstellern über den schleppenden Impfstart sprechen. Er erwartet wegen der Vakzine-Knappheit noch »mindestens zehn harte Wochen«. Lesen Sie hier mehr dazu.

Biontech: Impfstoff gegen wichtigste britische und südafrikanische Virusmutanten wirksam

09.43 Uhr: Der Impfstoff von Biontech ist gegen die wichtigsten in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Coronavirus-Mutanten wirksam. In-vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten des Coronavirus nicht notwendig sei, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Virusvarianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenzen gegen den Impfstoff beobachtet.

Die Unternehmen untersuchten demnach verschiedene Coronavirus-Varianten mit unterschiedlichen Mutationen. Bei der Neutralisierung der südafrikanischen Variante mit drei Mutationen traten im Vergleich zu den anderen untersuchten Varianten »geringe Unterschiede« auf. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass diese »zu einer signifikanten Verringerung der Wirksamkeit« des Impfstoffs führten, teilten die Unternehmen mit.

Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mittwoch wurde die zunächst in Großbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Sie ist Wissenschaftlern zufolge ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein größeres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31.

Britische Virusvariante für zehn Prozent der Fälle in Frankreich verantwortlich

09.38 Uhr: In Frankreich gehen nach Regierungsangaben zehn Prozent aller Ansteckungsfälle auf die zuerst in England entdeckte Variante des Coronavirus zurück. Regierungssprecher Gabriel Attal bekräftigt im Hörfunksender France Inter, eine Verschärfung des Lockdowns bleibe eine Option für die Regierung. Details nennt er nicht. Am Mittwoch verzeichneten die Behörden fast 27.000 bestätigte Neuinfektionen. Das ist der höchste Anstieg binnen 24 Stunden seit Mitte November, als das Land im zweiten vollständigen Lockdown war. Das lässt darauf schließen, dass die gegenwärtigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Verbreitung der ansteckenderen englischen Variante einzudämmen.

RKI meldet 17.553 Corona-Neuinfektionen und mehr als 900 neue Todesfälle

09.14 Uhr: Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100. So wurden in Deutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten – die Sieben-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 – in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI 17.553 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag. Außerdem wurden innerhalb von 24 Stunden 941 neue Todesfälle verzeichnet. Vergangenen Donnerstag hatte das RKI 20.398 Neuinfektionen und 1013 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab von Bund und Ländern für die Verhängung und Lockerung von Corona-Restriktionen. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Zuletzt unter 50 gelegen hatte der Wert am 20. Oktober.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen an einem Tag war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Covid-Patient verlässt Krankenhaus und geht einkaufen

08.17 Uhr: Ein Covid-19-Patient ist trotz seiner Erkrankung mit dem öffentlichen Nahverkehr von Wiesbaden nach Mainz gefahren und dort im Supermarkt einkaufen gegangen. Wie die Bundespolizei  am Donnerstag mitteilte , habe sich der Mann verbotenerweise aus der stationären Behandlung entfernt.

Der 21-Jährige habe sich späten Dienstagabend am Mainzer Hauptbahnhof an Sicherheitskräfte gewandt und erklärt, er habe Corona und benötige medizinische Hilfe. Zuvor hatte er allerdings in einem Rewe eingekauft. Ein Rettungswagen brachte ihn in die Mainzer Uniklinik.

Der Supermarkt, den der Mann besucht hatte, wurde von Beamten abgesperrt, hieß es. Gegen den Mann wurde ein Straf- und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

WHO-Experten beginnen in Wuhan mit Erkundung der Corona-Ursprünge

08.30 Uhr: Mit dem Ende der Quarantäne-Zeit nach der Ankunft vor zwei Wochen hat ein Team der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Erkundung der Ursprünge der Corona-Pandemie in China begonnen. Die WHO-Experten verließen am Donnerstag ihr Quarantäne-Hotel in der zentralchinesischen Provinzhauptstadt Wuhan, wo das neuartige Coronavirus Ende 2019 erstmals festgestellt worden war. Sie bestiegen einen Bus, um zu ihren ersten Erkundungsorten gebracht zu werden. Früheren Angaben zufolge war zunächst geplant, Menschen aus Forschungsinstituten, Krankenhäusern und von dem Tier- und Fleischmarkt in Wuhan zu befragen, wo der neue Erreger vermutlich erstmals aufgetaucht ist. Es wird vermutet, dass das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen wurde.

Geleitet wird die WHO-Delegation von Peter Ben Embarek, einem Experten für Tierkrankheiten, die auf andere Spezies übergehen. International wird von der Führung in Peking verlangt, eine transparente Untersuchung zu ermöglichen. Vor allem die USA haben China vorgeworfen, das Ausmaß des ersten Ausbruchs vertuscht und damit zu der weltweiten Verbreitung des Virus beigetragen zu haben. Kritisiert wird auch, dass chinesische Experten die erste Phase der Untersuchung durchgeführt haben. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Gheybreyesus hatte sich zudem »sehr enttäuscht« gezeigt, weil sich die Einreiseerlaubnis für das Team zu dem lang erwarteten Einsatz verzögert hatte.

Vietnam befürchtet erstmals seit Monaten größeren Corona-Ausbruch

08.08 Uhr: Vietnam befürchtet steigende Covid-19-Zahlen. Am Donnerstag seien 82 Neuinfektionen bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Es handele sich um die ersten lokalen Übertragungen des Virus nach 55 Tagen.

70 Infektionen stehen den Angaben zufolge in Verbindung mit einer großen Fabrik in Hai Duong City in der Nähe von Hanoi. Eine der positiv getesteten Personen sei zuvor in der Region herumgereist und habe sich mit rund 200 Menschen getroffen, so die Behörden. Diese sollen nun alle kontaktiert und getestet werden.

Viele sorgen sich um einen der wichtigsten Feiertage in dem südostasiatischen Land: In zwei Wochen feiert Vietnam das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, bei dem die Bürger traditionell quer durch das Land reisen und Familienfeiern abhalten. Bislang ist Vietnam dank strikter Maßnahmen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Es wurden nur rund 1600 Fälle gemeldet, 35 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

SPD fordert Plan für schnellere Impfungen

06.47 Uhr: Die Sozialdemokraten dringen auf eine Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland. »Wir brauchen einen klaren Plan, wie wir das Impfen in Deutschland schneller hinbekommen«, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Dafür müssten alle Ebenen zusammenkommen.

Hintergrund ist unter anderem der Streit der Europäischen Union mit dem Pharmakonzern AstraZeneca. Der Impfstoff des Herstellers wird voraussichtlich zunächst in weit geringeren Mengen nach Deutschland und andere Länder geliefert als erwartet. In der EU wird das Vakzin voraussichtlich am Freitag zugelassen.

Bei einem Krisentreffen am Mittwochabend hatte das Unternehmen keine zusätzlichen Lieferungen zugesagt. Auch die Hersteller Biontech und Pfizer, deren Präparat bereits eingesetzt wird, hatten zwischenzeitlich Produktionsprobleme.

»Es gibt gerade einen Rückschlag nach dem anderen«, sagte Klingbeil. Er sagte, man brauche jetzt Transparenz über die Verträge und über Nachbestellungen von Impfstoffen.

Diebstähle knapp gewordener Sauerstoffflaschen häufen sich in Mexiko

05.15 Uhr: In Mexiko häufen sich Diebstähle von in der Coronavirus-Pandemie immer knapper werdenden Sauerstoffflaschen. Seit dem 3. Januar seien bereits 14 solcher Fälle von Diebstahl oder Betrug registriert worden, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit mit. Ermittlungen hätten bislang zur Beschlagnahmung von 36 gestohlenen Sauerstoffflaschen und zu acht Festnahmen geführt. Zweck der Diebstähle der Behältnisse für medizinischen Sauerstoff war demnach der Weiterverkauf auf dem Schwarzmarkt.

Wegen »exponentiell« gestiegener Nachfrage angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen hatte Mexikos Regierung vergangene Woche zur Abgabe nicht benötigter Sauerstoffflaschen aufgerufen. Viele Krankenhäuser in dem nordamerikanischen Land sind derzeit voll. Auch wegen weitverbreiteten Misstrauens gegenüber dem chronisch unterfinanzierten Gesundheitssystem bleiben zahlreiche Covid-19-Kranke zu Hause. Dort werden sie von Angehörigen mit Sauerstoff versorgt. Vielerorts bilden sich lange Schlangen vor Stellen, wo die Flaschen aufgefüllt werden.

Mexiko – mit knapp 130 Millionen Einwohnern an zehnter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder – hat bislang weltweit die viertmeisten Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung registriert. Mit 153.639 Toten liegt es nur noch knapp hinter Indien auf dem dritten Platz. Weil in Mexiko äußerst wenig getestet wird und die sogenannte Übersterblichkeit besonders hoch ist, gehen Experten davon aus, dass die wahre Zahl dort noch viel höher ist.

In den vergangenen Wochen wurden besonders viele Todesopfer gemeldet – der bisherige Höchststand liegt bei 1803 innerhalb von 24 Stunden, zuletzt kamen am Mittwoch 1623 hinzu. Auch Mexikos Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador wird seit Sonntag nach eigenen Angaben wegen leichter Covid-19-Symptome behandelt.

Australien setzt quarantänefreie Einreise aus Neuseeland weiter aus

04.30 Uhr: Australien setzt die Regelung zur quarantänefreien Einreise aus Neuseeland für weitere 72 Stunden aus. Es handle sich um eine Maßnahme zum Schutz der australischen Bevölkerung, begründen die Behörden den Schritt. In Neuseeland waren kürzlich zwei Menschen positiv auf die südafrikanische Variante des Coronavirus getestet worden.

Friseursalons und Fitnessstudios fordern klare Perspektive für Wiedereröffnung

03.05 Uhr: Angesichts der in den vergangenen Wochen gesunkenen Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland fordern das Friseurhandwerk und die Fitnessbranche klare Perspektiven für die Wiedereröffnung ihrer Betriebe. »In einer ersten Stufe sollten Kitas und Schulen wieder öffnen. In der nächsten Stufe sollten die Friseure wieder öffnen können«, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Als Voraussetzung nannte Esser, dass die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 liege und sich die Reproduktionszahl ebenfalls stabil unter der kritischen Marke von 1,0 bewege. Zum Infektionsschutz in den Friseursalons plädierte Esser dafür, dass Mitarbeiter wie Kunden zum Tragen medizinischer Masken verpflichtet werden.

Die Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, Birgit Schwarze, forderte in den Funke-Zeitungen einen Stufenplan für die Wiedereröffnung der Betriebe ihrer Branche. Sobald sich die Situation entspanne, müsse die Politik »eine Strategie zu schrittweisen Lockerungen vorlegen«. Die Fitnessstudios hätten im vergangenen Jahr umfassende Hygienekonzepte erarbeitet, die »gut funktioniert« hätten, so Schwarze. Vielen Betrieben drohe nun der Ruin, nachdem sie erst in Hygienemaßnahmen investiert hätten, danach schließen mussten »und jetzt die versprochenen Hilfszahlungen nicht erhalten«, kritisierte sie.

Der Städte- und Gemeindebund warnte allerdings davor, falsche Schlüsse aus den sinkenden Corona-Infektionszahlen zu ziehen. Lockerungen sollten erst vorgesehen werden, wenn »die Zahl der Gesundheitsämter mit niedrigen Inzidenzen weiter deutlich zunimmt und zu einer flächendeckenden Entwicklung führt«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Funke-Zeitungen. Bisher hätten von 412 Gesundheitsamtsbezirken weniger als 30 eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 erreicht.

Warum Kinder die Herdenimmunität erschweren

02.15 Uhr: Für unter 16-Jährige sind die Corona-Impfstoffe nicht zugelassen. Was bedeutet das für den weiteren Verlauf der Pandemie? Lesen Sie hier  mehr.

Erneut heftige Ausschreitungen im Libanon bei Protesten gegen Corona-Auflagen

01.30 Uhr: Im Libanon ist es am dritten Abend in Folge bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Hafenstadt Tripolis im Norden des Landes lieferten sich Demonstranten am Mittwoch Straßenschlachten mit der Polizei. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden dabei 226 Menschen verletzt.

Demonstranten bewarfen die Sicherheitskräfte mit Molotowcocktails und Steinen, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Einige der Protestierenden versuchten, in den Sitz der Regionalregierung einzudringen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Mindestens 66 der Verletzten wurden laut NNA in Krankenhäuser eingeliefert. Die Sicherheitskräfte teilten über den Onlinedienst Twitter mit, in ihren Reihen habe es neun Verletzte gegeben.

Bereits an den vorherigen Abenden waren bei den Konfrontationen Dutzende Menschen verletzt worden. Tripolis gehörte bereits vor der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu den ärmsten Gegenden des Landes. Seit die Regierung Anfang des Monats einen landesweiten Lockdown verhängt hat, haben viele Einwohner der Stadt kein Einkommen mehr. »Wir sind hier, um Nahrungsmittel zu verlangen. Die Menschen haben Hunger«, sagte der 20-jährige Demonstrant Mohamad Essedin.

Ein ursprünglich bis zum 25. Januar angesetzter Lockdown im Libanon war zuletzt bis zum 8. Februar verlängert worden. In dem Mittelmeerstaat mit sechs Millionen Einwohnern breitet sich das Coronavirus derzeit stark aus. Seit Pandemiebeginn wurden mehr als 285.000 Infektionen nachgewiesen, mehr als 2400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der Libanon steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das libanesische Pfund befindet sich seit dem Sommer im freien Fall. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt nach Angaben der Uno unter der Armutsgrenze.

Niedersachsen hat offenbar einen Lockerungsplan

01.20 Uhr: Die niedersächsische Landesregierung hat einem Medienbericht zufolge einen Plan zur Lockerung der Corona-Beschränkungen erarbeitet – allerdings nur als grobe Leitlinie und für den Fall weiter sinkender Infektionszahlen. Der Plan reicht von Stufe 1 (geringes Infektionsgeschehen), wo fast alles wieder möglich ist, bis zur Stufe 6 (eskalierendes Infektionsgeschehen), in der so gut wie gar nichts mehr geht, wie die »Neue Osnabrücker Zeitung« berichtete.

Öffentliche und private Zusammenkünfte ohne Personenbegrenzungen, Abstand und Masken wären demnach erst wieder möglich, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – also die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – unter zehn liegt.

Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen will das Land dem Bericht zufolge aber erst nach der nächsten Ministerpräsidentenrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Februar treffen.

Dreyer fordert einheitliche Regeln für Lockerung des Lockdowns

0.40 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat einheitliche Regeln für eine Lockerung des Corona-Lockdowns gefordert: »Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir uns in Deutschland auf die gleichen ›Wenn-dann-Regeln‹ einigen«, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Wir brauchen ein Einvernehmen darüber, in welchen Inzidenz-Korridoren bestimmte Bereiche gelockert werden können oder wieder verschärft werden müssen.« Ein Zukunftsplan, der den Familien, der Wirtschaft und der Kultur Perspektiven vermittelt, sei »absolut notwendig«.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich zurückhaltender. Er forderte, sich bei den Szenarien für Lockerungen nicht allein an der Zahl der Neuinfektionen zu orientieren. »Der Inzidenzwert ist eine wichtige Maßzahl – aber nicht die Einzige. Wir müssen auch andere Aspekte, wie die Ausbreitung der Mutationen und die Auslastung in den Intensivstationen, im Blick haben«, sagte der SPD-Politiker. Schule und Kitas müssten bei der Lockerung ganz vorn stehen. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

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Fast drei Millionen Menschen bei slowakischen Massentests

0.30 Uhr: Die Slowakei hat erneut einen großen Teil der über zehn Jahre alten Bevölkerung einem Corona-Massentest unterzogen. Wie der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovič am Mittwoch bilanzierte, nahmen 2,95 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Einwohner an den Antigen-Schnelltests teil. Von den Testergebnissen seien 1,24 Prozent positiv gewesen.

Die innerhalb von neun Tagen vom 18. bis 26. Januar im ganzen Land durchgeführten Testungen waren zwar formell freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf bis 7. Februar nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Sogar für Spaziergänge in der Natur ist ein negativer Test nachzuweisen. Die Polizei hatte schon im Voraus strenge Kontrollen ab Mittwoch angekündigt.

Matovič rechtfertigte die Massentests vor Journalisten als einzige objektive Möglichkeit, die reale Verbreitung der Pandemie festzustellen. Der Städte- und Gemeindeverband kritisierte hingegen, den Kommunen sei ohne angemessene Entschädigung die Hauptlast der Organisation aufgebürdet worden. Vor weiteren Massentests sollten erst Experten befragt werden, ob der enorme Aufwand an personellen und materiellen Ressourcen nicht zu groß sei im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen.

Davor hatten bereits die Ärztekammer und andere Gesundheitsorganisationen kritisiert, durch landesweite Tests an größtenteils gesunden Menschen würden Kapazitäten des kurz vor dem Kollaps stehenden Gesundheitssystems ineffizient eingesetzt. Besser wäre es, nur Risikogruppen und Hotspots zu testen, sich dafür aber stärker auf die Vorbereitung von Corona-Impfungen zu konzentrieren.

Die Slowakei hatte schon im Oktober/November 2020 mit Massentests für internationales Aufsehen gesorgt. Während Österreich und andere Länder dieses Experiment nachahmten, war es in der Slowakei selbst stets umstritten.

Portugal ruft die Bundeswehr zu Hilfe

0.15 Uhr: Die Infektionsraten in Portugal sind dramatisch, das Gesundheitssystem an ersten Stellen zusammengebrochen. Deutschland hat ein Expertenteam geschickt. Lesen Sie hier  mehr.

cop/jpz/ngo/wit/svs/dpa/AFP/Reuters/AP