Corona-News am Donnerstag USA-Reisende müssen künftig in Quarantäne

Die USA verlangen künftig einen negativen Corona-Test und eine anschließende Quarantäne von Einreisenden. Und: Die Niederlande beschließen eine Ausgangssperre. Der Überblick am 21. Januar.
USA-Reisende müssen künftig in Quarantäne

USA-Reisende müssen künftig in Quarantäne

Foto: EMILY ELCONIN / REUTERS

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+++ USA-Reisende müssen künftig in Quarantäne +++

21.45 Uhr: Wer in die USA reist, muss sich wegen der Corona-Pandemie künftig nach der Ankunft in Quarantäne begeben. Das kündigte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag an. »Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt.«

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass ab dem 26. Januar vor Flugreisen in die USA ein negativer Corona-Test verlangt wird. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben – es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

Biden stellte am Donnerstag, einen Tag nach seinem Amtsantritt, eine nationale Strategie im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu im Weißen Haus zehn Direktiven, die eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten.

EU-Staaten wollen Reisen weiter ausbremsen – aber offene Grenzen

23.19 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die 27 EU-Staaten nicht notwendige Reisen weiter einschränken. Doch sollen die europäischen Grenzen für Waren und Pendler möglichst offen bleiben. Dies berichtete EU-Ratschef Charles Michel am Donnerstagabend nach einem EU-Videogipfel. Die neuen Virusvarianten sollen gezielter aufgespürt werden und die Impfkampagne besser in Schwung kommen. Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen.

Michel sagte, die Mitgliedstaaten seien sehr besorgt über die neuen, ansteckenderen Virusvarianten. Deshalb müssten die Beschränkungen aufrechterhalten und in einigen Fällen womöglich verschärft werden. Die Grenzen müssten jedoch offen bleiben, damit der Binnenmarkt weiter funktionieren könne, so Michel.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erläuterte, es solle eine neue Kategorie von »dunkelroten Zonen« eingeführt werden, wo das Coronavirus sehr verbreitet sei. Von Personen, die von diesen Zonen aus verreisen wollten, könnte vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft. »Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sollte dringend abgeraten werden, sowohl innerhalb eines Landes als auch grenzüberschreitend«, sagte von der Leyen.

Zu den in der EU erst langsam angelaufenen Impfungen sagte Michel, die Staats- und Regierungschefs wollten eine Beschleunigung. Es solle aber bei dem Prinzip bleiben, dass die Impfstoffe in der EU gleichzeitig und nach Bevölkerungsstärke verteilt werden.

Frankreich will bis Ende August gesamte Bevölkerung impfen können

22.58 Uhr: Frankreichs Regierung geht davon aus, bis Ende August die gesamte französische Bevölkerung impfen zu können. »Wir sind in der Lage, (...) 70 Millionen Menschen, die gesamte französische Bevölkerung, bis Ende August zu impfen (...), wenn alle bestellten Impfstoffe von den europäischen und weltweiten Gesundheitsbehörden genehmigt werden«, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend im Interview mit dem Sender TF1.

Er gehe davon aus, dass bis Ende Januar »wahrscheinlich« 1,3 bis 1,4 Millionen Menschen geimpft würden, Ende Februar würde die Zahl auf vier Millionen steigen. Bis zum Donnerstag wurden mehr als 800.000 Menschen in Frankreich geimpft. Der Impfstart im Land verlief zunächst schleppend. Nach massiver Kritik zog die Regierung dann nach, eröffnete Impfzentren und erweiterte die Personengruppe, die sich aktuell bereits impfen lassen kann. In Frankreich herrscht eine verhältnismäßig große Impfskepsis.

Nationaltorwart hat Corona – 25 positive Tests nach Spiel in Mexiko

22.28 Uhr: Nach einem Spiel der mexikanischen Fußball-Liga sind insgesamt 25 Beteiligte, darunter 14 Spieler, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zunächst war bei elf Spielern und acht Trainern und Mitarbeitern des Vereins Monterrey nach einem 1:0-Heimsieg gegen Club América am vergangenen Samstag eine Infektion festgestellt worden. Nun fielen auch bei drei Spielern, einem Trainer und zwei Mitarbeitern des Rekordmeisters América Tests positiv aus, wie die Liga am Donnerstag mitteilte. Darunter war Mexikos Nationaltorwart Guillermo Ochoa. Er habe leichte Beschwerden, es gehe ihm aber gut, schrieb der 35-Jährige bei Twitter.

América warf Monterrey in einer Mitteilung vor, nicht ausreichende Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben, nachdem schon vor dem Spiel einige derer Spieler positiv getestet worden seien. Die jeweils nächste Partie beider Klubs wurde verschoben. Die Liga kündigte an, nun alle zehn – statt bisher 15 – Tage die Spieler zu testen.

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Ab Montag Spezialmaskenpflicht in Nordrhein-Westfalen

21.38 Uhr: Ab Montag müssen in Nordrhein-Westfalen OP-Masken, FFP2-Masken oder KN95-Masken in Bussen und Bahnen, Supermärkten, Arztpraxen und Gottesdiensten getragen werden. Das geht aus der neuen Coronaschutz-Verordnung  des Landes hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

»Soweit Kinder unter 14 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske zu tragen«, heißt es in der neuen Verordnung. Kinder bis zum Grundschulalter sind weiter von der Maskenpflicht ausgenommen. Wo man keine OP- oder FFP2-Maske tragen muss, gelten weitgehend die bisherigen Regeln für normale Alltagsmasken. Die muss man zum Beispiel weiter auf Spielplätzen benutzen.

Gestrichen wurde das allgemeine Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Lediglich der Verkauf ist zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verboten. In Bayern war das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit vor wenigen Tagen gekippt worden. Auch in NRW hatte es nach Medienberichten rechtliche Bedenken gegeben.

Die neue Coronaschutz-Verordnung stellt unterdessen strengere Regeln für Religionsgemeinschaften auf, was das Abhalten von Gottesdiensten angeht. Sie müssen den Behörden unter anderem gemeldet werden. Zuletzt hatte es immer wieder Ärger um Gottesdienste freikirchlicher Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gegeben.

Niederlande beschließen Ausgangssperre

21.10 Uhr: Um die schnelle Verbreitung von Virus-Mutationen zu stoppen, verhängen die Niederlande erstmals eine Ausgangssperre. Ab Samstag dürfen Bürger von 21 bis 4:30 Uhr ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Nach einer heftigen Debatte stimmte das Parlament am Donnerstagabend in Den Haag der Maßnahme zu. Seit Ausbruch der Pandemie hatte es nicht so eine schwerwiegende Maßnahme gegeben.

Die bisherigen Maßnahmen gegen die Pandemie sehen bereits eine Reduzierung von persönlichen Kontakten vor. Mitglieder eines Haushaltes dürfen pro Tag nur noch eine Person empfangen. Außerdem wurde ein Flugverbot aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika angeordnet. In den Regionen sollen die Virus-Mutationen besonders verbreitet sein.

Die Niederlande befinden sich bereits seit Mitte Dezember im Lockdown. Geschäfte, Schulen und Gaststätten sind bis zum 9. Februar geschlossen und persönliche Kontakte stark eingeschränkt. Das Ausgehverbot gilt vorerst ebenfalls bis zum 9. Februar.

ProSiebenSat.1 kommt besser als erwartet durch 2020

21.13 Uhr: Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat das vergangene Jahr besser abgeschlossen als erwartet. Der Umsatz sank von 4,13 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,04 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn von 872 auf 700 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in Unterföhring mitteilte.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Der Aktienkurs des Konzerns legte auf der Handelsplattform Tradegate um fast vier Prozent zu.

Im November hatte ProSiebenSat.1 noch schlechtere Zahlen erwartet, obwohl es bereits damals von der Rückkehr seiner Werbekunden profitierte und seinen Verlust vom zweiten Quartal schon ausgebügelt hatte. Trotz des erneuten Lockdowns konnte der Fernsehkonzern seine eigene Prognose aber übertreffen. ProSiebenSat.1 erwirtschaftet normalerweise 40 Prozent seines Jahresgewinns im letzten Quartal.

Gutes erstes Quartal für Siemens

20.15 Uhr: Siemens ist gut in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Vorläufigen Zahlen der Geschäftsbereiche zufolge, die der Konzern am Donnerstagabend veröffentlichte, entwickelten sich Umsatz, Auftragseingang und operatives Ergebnis im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal meist besser als erwartet. Dabei profitierte das Unternehmen unter anderem von Wachstum in China und durch die Corona-Pandemie niedrigeren Kosten, beispielsweise bei Reisen und Marketing.

Vor allem der Bereich Digital Industries übertraf die Ergebniserwartungen deutlich. Er profitierte laut Siemens von einer starken Entwicklung im Automatisierungs- und Softwaregeschäft.

Auch Smart Infrastructure schnitt besser als erwartet ab. Nur Mobility blieb bei Umsatz und Ergebnis minimal hinter den Erwartungen zurück. Der Konzern will nun seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr überprüfen. Die vollständigen Zahlen wird Siemens am 3. Februar vor seiner Hauptversammlung veröffentlichen.

Spanien meldet Höchststand an Neuinfektionen

20.02 Uhr: Spanien hat 44.357 Corona-Neuinfektionen gemeldet, so viele wie noch nie zuvor. Zudem stieg die über 14 Tage gemessene Inzidenz auf 796 Fälle je 100.000 Einwohner, ebenfalls der höchste jemals verzeichnete Wert.

Tschechien verlängert Corona-Notstand

19.58 Uhr: Das Parlament in Tschechien hat einer Verlängerung des Corona-Notstands bis zum 14. Februar zugestimmt. Dafür votierten am Donnerstagabend 53 Abgeordnete; dagegen waren 19. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen und Soldaten in Krankenhäusern einzusetzen. Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babiš hatte sich für eine Befristung bis zum 21. Februar starkgemacht. Gesundheitsminister Jan Blatny begründete dies unter anderem mit der Gefahr durch neue Virusvarianten. Zuletzt war erstmals die als ansteckender geltende britische Variante in Tschechien nachgewiesen worden.

Vakzin von Astrazeneca für Südafrika teurer als für europäische Länder

19.37 Uhr: Das stark von der Corona-Pandemie betroffene Südafrika muss offenbar vergleichsweise viel für den Impfstoff zahlen. Das Gesundheitsministerium in Johannesburg teilte mit, dass das Pharmaunternehmen Astrazeneca für seinen Impfstoff umgerechnet 4,30 Euro in Rechnung stelle. Das ist etwa zweieinhalb Mal soviel wie die 1,80 Euro, die laut Informationen einer belgischen Staatssekretärin von den Europäern verlangt werden.

Coronaverstöße in Großbritannien werden teurer

19.18 Uhr: Die britische Regierung vervierfacht die Strafen für Corona-Verstöße. Künftig sollen 800 Pfund (gut 900 Euro) statt 200 fällig werden, wenn Menschen trotz Verbots Partys besuchen, wie Innenministerin Priti Pate ankündigte. »Diese schweren Verstöße kosten Leben«, sagte sie. Die Strafe verdoppele sich bei jedem weiteren Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von 6400 Pfund.

Der ranghohe Polizist Martin Hewitt sagte, Partys seien »gefährlich, unverantwortlich und völlig inakzeptabel«. Die Polizei werde nicht ihre Zeit damit verschwenden, mit Menschen darüber zu argumentieren. Solche Leute gefährdeten die Leben anderer. 

EU-Staats- und Regierungschefs beraten bei Videogipfel über Corona-Situation

18.26 Uhr: Die Beratungen der EU-Staats- und Regierungschef zur Coronakrise haben begonnen. Das teilte der Sprecher von Charles Michel auf Twitter mit.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen wollten sich bei ihrem Videogipfel zum Vorgehen gegen neue Varianten des Coronavirus abstimmen. Zudem soll es um ein gemeinsames EU-Impfzertifikat mit möglichen Vorteilen für Geimpfte etwa beim Reisen und die Beschleunigung der Impfkampagne in den 27 EU-Staaten gehen.

Nordirland verlängert Corona-Lockdown bis 5. März

17.57 Uhr: Die britische Provinz Nordirland verlängert den Lockdown wegen der Corona-Pandemie bis zum 5. März. Das entschied die Regionalregierung in Belfast am Donnerstag. »Wir haben Fortschritte gemacht, aber unser Krieg und Kampf gegen Covid ist noch nicht gewonnen«, sagte Regierungschefin Arlene Foster. Die hart erkämpften Gewinne dürften nicht durch voreilige Lockerungen riskiert werden.

Zu den Maßnahmen gehören die Schließung von Schulen und nicht lebensnotwendigen Geschäften sowie weitreichende Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Die Restriktionen sollen am 18. Februar überprüft werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie sogar bis Ostern in Kraft bleiben, wie die Zeitung »Belfast Telegraph« berichtete.

Spaniens Staatsanwaltschaft ermittelt in mehr als 200 Pflegeheim-Fällen

17.26 Uhr: Die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt in mehr als 200 Fällen mutmaßlichen kriminellen Fehlverhaltens in Pflegeheimen während der Pandemie. Fast die Hälfte davon befassten sich mit Totschlag durch Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht, teilt sie mit. Während der ersten Welle von März bis Mai starben in spanischen Pflegeheimen nach offiziellen Angaben fast 43.000 Menschen.

Weitere Nachweise der Corona-Varianten in Deutschland

17.18 Uhr: Im Zuge der verstärkten Suche nach den neuen Coronavirus-Varianten hat es in Deutschland weitere Treffer gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bislang (Stand 21.1., 0.00 Uhr) 28 Nachweise der Variante B.1.1.7  aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Ungarn lässt als erstes EU-Land Sputnik-Vakzin zu

16.57 Uhr: Als erstes EU-Land hat Ungarn grünes Licht für den russischen Anti-Corona-Impfstoff Sputnik V gegeben. Der Kabinettschef Gergely Gulyás, verknüpfte diese Ankündigung mit einer Kritik an der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die ihre Entscheidungen zur Eindämmung der Coronakrise »unglücklicherweise außerordentlich langsam« treffe. Ungarn will daher auch großflächig den Corona-Impfstoff einsetzen, der von dem chinesischen Pharma-Giganten Sinopharm angeboten wird.

KLM streicht weitere 1000 Stellen

16.48 Uhr: Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird weitere 800 bis 1000 Stellen streichen. Das teilte KLM in Amsterdam mit. Bereits im vergangenen Jahr waren 5000 Mitarbeiter entlassen worden. Das habe sich als nicht ausreichend erwiesen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in Amsterdam. Vor allem durch Reisebeschränkungen und internationale Maßnahmen dauere die Erholung vor allem auf den Langstrecken länger als erwartet. Die Fluggesellschaft bekam bislang 3,4 Milliarden Euro staatliche Unterstützung in der Coronakrise.

Mutation breitet sich in Portugal aus

16.08 Uhr: Die Coronakrise spitzt sich in Portugal drastisch zu. Aufgrund der stark anziehenden Zahlen kam die Regierung am Donnerstag in Lissabon zu einer außerordentlichen Kabinettssitzung zusammen, um über eine Schließung aller Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten zu beraten. Diese Maßnahme soll nach Medienberichten gegebenenfalls schon am Freitag in Kraft treten. Etwa 20 Prozent aller neuen Infektionsfälle gingen auf diese Variante zurück, sagte Gesundheitsministerin Marta Temido dem Sender RTP am späten Mittwochabend. Der Anteil könne bereits nächste Woche auf 60 Prozent steigen. 

Wegen der schlimmen Lage werden Forderungen nach einer Verlegung der für Sonntag angesetzten Präsidentenwahl laut. Die Zahlen Portugals seien »besonders dramatisch«, sagte Ministerpräsident António Costa. Das Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern hatte am Mittwoch einen neuen Höchstwert an Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die 14.647 neuen Fälle würden, umgerechnet auf Deutschland, das etwa achtmal so viele Einwohner hat, knapp 120.000 Ansteckungen an einem einzigen Tag bedeuten. Am Donnerstag wurden 13.544 Neuinfektionen gemeldet.

Gefundene Virusvariante in Garmisch ist entschlüsselt

15:11 Uhr: Bei der nach einem Corona-Ausbruch im Klinikum Garmisch-Partenkirchen gefundenen Virusvariante handelt es sich um keine gänzlich neue. Vielmehr handele sich um eine bereits zuvor identifizierte Variante, teilte das Klinikum am Donnerstag mit. Das habe eine Untersuchung der Charité in Berlin ergeben. Die Variante sei bereits zuvor in 102 Patientenproben weltweit festgestellt worden – erstmals Ende März 2020. Den letzten Nachweis vor dem Fund im Klinikum Garmisch-Partenkirchen habe es Mitte September vergangenen Jahres gegeben.

Zur klinischen Relevanz der Variante könnten aufgrund der geringen Datenlage keine Angaben gemacht werden. Dem Bericht der Charité zufolge gibt es bisher keinen Hinweis auf einen veränderten Phänotyp, es seien also keine Auswirkungen der Mutation auf Eigenschaften des Virus bekannt. Das Klinikum hatte bereits zu Wochenbeginn Entwarnung gegeben, dass es sich nicht um eine der ansteckenderen britischen, südafrikanischen oder brasilianischen Varianten handelt, ihr Ursprung sei aber noch nicht bekannt. Von dem Ausbruchsgeschehen an der Covid-19-Schwerpunktklinik sind gegenwärtig 53 Patienten und 45 Mitarbeiter betroffen, die Abweichung wurde bei 66 Personen festgestellt. 

Macron verspricht Studierenden Unterstützung

15:01 Uhr: Nach Protesten wegen der Corona-Situation geht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen Schritt auf Studierende zu. Sie sollen künftig Zugang zu zwei Mahlzeiten pro Tag zum Preis von jeweils einem Euro haben, versicherte Macron in einem Gespräch mit Studierenden an der Universität Paris-Saclay. Außerdem sollen sie die Möglichkeit haben, an einem Tag in der Woche zum Präsenzunterricht an der Universität zurückzukehren, sofern sie das möchten.

Am Mittwoch waren zahlreiche junge Menschen im ganzen Land auf die Straße gegangen. Die Studentinnen und Studenten fordern unter anderem die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Viele fühlen sich ungerecht behandelt, weil es – anders als an Schulen – an Frankreichs Universitäten aktuell größtenteils keinen Präsenzunterricht gibt. Geklagt wird auch über psychische und finanzielle Probleme – vor allem, weil viele Studentenjobs derzeit wegfallen.

Größter Impfstoffhersteller der Welt meldet Fabrikbrand

14.24 Uhr: In einem Gebäude des weltgrößten Impfstoffproduzenten in Indien, das auch den Corona-Impfstoff von AstraZeneca herstellt, ist ein Feuer ausgebrochen. Laut Firmenangaben soll das Feuer aber keine Folgen für die Produktion haben. Lesen Sie hier mehr.

Glastonbury Festival zum zweiten Mal abgesagt

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Auf dem Glastonbury Festival 2019 feierten Tausende Menschen

Ein Bild aus einer anderen Zeit: Auf dem Glastonbury Festival 2019 feierten Tausende Menschen

Foto: HENRY NICHOLLS / REUTERS

14.05 Uhr: Das britische Glastonbury Festival, das weltweit größte Musikfestival auf der Grünen Wiese, ist zum zweiten Mal wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. »Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass das diesjährige Glastonbury Festival nicht stattfinden wird«, teilen die Organisatoren auf Twitter  mit. Karten für dieses Jahr seien im kommenden Jahr gültig. Bereits das im vergangenen Jahr geplante Festival war wegen der Pandemie gestrichen worden. Es findet in der Regel Ende Juni statt.

Geldgeber will Biontech zum Pharmariesen formen

13.30 Uhr: Hauptinvestor Thomas Strüngmann will den Mainzer Impfstoffentwickler zum »eigenständigen, voll integrierten Pharmakonzern aus Deutschland« machen. Einen Verkauf schließt er laut manager magazin langfristig aus. Lesen Sie hier mehr.

Frankreichs Parlament stimmt für Gesundheitsnotstand bis 1. Juni

13.13 Uhr: Der Gesundheitsnotstand in Frankreich soll bis zum 1. Juni verlängert werden: Die französische Nationalversammlung billigte am Mittwochabend fortgesetzte Sondervollmachten für die Regierung in der Corona-Pandemie. Auf ihnen fußen die derzeit gültigen Schutzmaßnahmen wie die landesweite nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr und die fortgesetzte Schließung aller Skilifte in den Alpen und den Pyrenäen.

Die Nationalversammlung billigte die Gesetzesvorlage mit der Regierungsmehrheit von 113 zu 43 Stimmen. Gesundheitsminister Olivier Véran nannte den Notstand ein wichtiges »Werkzeug zur Bekämpfung des Virus«. Abgeordnete der Konservativen und aus dem linken Lager kritisierten, die Demokratie nehme durch die Einschränkung der Freiheitsrechte Schaden.

Corona-Fallzahlen in England sinken trotz Lockdown nicht

12.31 Uhr: Trotz des Lockdowns in Großbritannien nimmt die Zahl der Corona-Infektionen einer neuen Studie zufolge nicht ab, sondern hat zuletzt sogar noch zugelegt. Demnach wurde im größten Landesteil Englands zwischen dem 6. und 15. Januar jeder 63. Mensch positiv getestet, wie die Forscher des Imperial College London am Donnerstag mitteilten. Das waren 50 Prozent mehr als Anfang Dezember. Die Wissenschaftler werteten nach eigenen Angaben Abstriche von etwa 143.000 Menschen aus.

»Während der ersten zehn Tage des dritten Covid-Lockdowns in England im Januar 2021 war die Verbreitung von Sars-CoV-2 ohne Anzeichen eines Rückgangs sehr hoch«, betonten die Forscher. Der Infektiologe Steven Riley sagte dem Sender Sky News zufolge, der Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen sei offenbar nicht so wirkungsvoll wie noch im Frühjahr 2020. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass die in Großbritannien entdeckte Virusvariante schneller übertragen werde.

Bach: IOC hat »keinen Plan B« für Tokio-Spiele

12.21 Uhr: IOC-Chef Thomas Bach sieht trotz des Corona-Notstands in Japan keinen Grund für eine Absage der Sommerspiele in Tokio. »Wir haben zurzeit überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli im Olympiastadion von Tokio eröffnet werden«, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Bach bekräftigte, es gebe »keinen Plan B« für die Austragung der Spiele. »Wir wollen diese Spiele sicher und erfolgreich machen«, sagte der 67-Jährige.

Merkel sieht bei Öffnungen Priorität bei Kitas und Schulen

11.59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht bei möglichen Öffnungen nach dem derzeitigen harten Corona-Lockdown einen Vorrang für Kitas und Schulen. Es könne auch am 15. Februar nicht alles geöffnet werden, deshalb müssten Prioritäten gesetzt werden, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Zuerst müssten dann Kitas und Schulen wieder geöffnet werden.

Corona-Todesrate in Afrika nun höher als weltweite Rate

11.30 Uhr: In Afrika ist die Todesrate im Zusammenhang mit dem Coronavirus mit 2,5 Prozent inzwischen höher als die weltweite Rate von 2,2 Prozent. Dies sei sehr besorgniserregend, sagt der Leiter afrikanische Seuchenbehörde CDC, John Nkengasong. Immer mehr afrikanische Staaten verzeichneten eine überdurchschnittliche Todesrate.

Derzeit liege sie in 21 Ländern bei über drei Prozent, darunter Ägypten, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan. Die Zahl der Infektionen auf dem Kontinent liege bei 3,3 Millionen, 81.000 Menschen seien gestorben. In der vergangenen Woche seien 207.000 Neuinfektionen registriert worden, rund die Hälfte davon allein in Südafrika.

Sachsen meldet Höchstwert bei Todesfällen

11.25 Uhr: Mit der Corona-Pandemie hat Sachsen eine Höchstzahl an Todesfällen binnen eines Monats verzeichnet. Fast 9700 Menschen seien im Dezember in dem Bundesland gestorben, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz mit. Das seien so viele wie noch nie in einem Monat in den vergangenen 40 Jahren und fast doppelt so viele wie im Dezember 2019.

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Monatsdaten zu Sterbefällen liegen in Sachsen seit 1980 elektronisch vor. Sachsen gehört zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Deutschland. Inwieweit andere Faktoren zu dem Höchstwert beigetragen haben, konnten die Fachleute noch nicht sagen. Die abschließende Statistik zu den Todesursachen liege voraussichtlich im Sommer vor, hieß es.

Insgesamt starben den Angaben nach 2020 fast 61.800 Menschen in Sachsen (2019: knapp 55.000), im Schnitt 169 pro Tag (2019: 151). 4 von 5 Verstorbenen seien 75 Jahre und älter gewesen.

Biden schiebt mit Maskenpflicht Corona-Bekämpfung an

11.08 Uhr: Der neue US-Präsident Joe Biden wird nach Angaben von Regierungsvertretern im Laufe des Tages zehn Erlasse unterzeichnen, die die Bekämpfung der Corona-Pandemie voranbringen sollen. Dazu zähle etwa eine Maskenpflicht in Flughäfen und weiten Teilen des öffentlichen Verkehrs, etwa bestimmten Zügen, Langstreckenbussen und Flugzeugen.

Merkel spricht von »gespaltenen Bild« der Pandemie in Deutschland

11.07 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor der Bundespressekonferenz in Berlin von einem »gespaltenen Bild« der Pandemie in Deutschland. »Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Phase.« Die Zahl der Neuinfektionen und auch die der Intensivpatienten gehe zurück, »das ist eine gute Nachricht«. Die harten Einschnitte der vergangenen Monate zeigten Wirkung. Aber die Gefahr der mutierten Viren müsse man »sehr ernst nehmen«, sagt Merkel. Es gehe jetzt um Vorbeugung.

Spanien dringt auf Corona-Impfpass zur Erleichterung von Reisen

11.05 Uhr: Spanien drängt die EU und die OECD zur Einführung eines Corona-Impfpasses, um Reisen zu erleichtern. »Es wird ein sehr wichtiges Element sein, um eine sichere Rückkehr zur Mobilität zu gewährleisten«, sagt Außenministerin Arancha González dem Hörfunksender RNE. Die Ausstellung eines solchen Impfpasses solle auf EU-Ebene oder gar auf globaler Ebene koordiniert werden.

In Spanien spielt der Tourismus eine große Rolle, er hat einen Anteil an der Wirtschaftsleistung von etwa zwölf Prozent. Normalerweise besuchen jedes Jahr mehr als 80 Millionen Ausländer vor allem aus Europa das Land. Wegen der Reisebeschränkungen ist der Tourismus aber eingebrochen.

Belgischer Regierungschef wirbt für Verbot touristischer Reisen

11.04 Uhr: Lässt sich die Verbreitung der mutierten Virusvariante noch aufhalten? Vor Beginn des EU-Gipfels wirbt Belgiens Regierung für ein striktes Verbot von touristischen Reisen – alle Appelle an die Bürger hätten nicht gefruchtet. Lesen Sie hier mehr.

53 Infektionen bei Massentest in St. Moritz entdeckt

10.35 Uhr: Bei einem Massentest im Schweizer Urlaubsort St. Moritz sind 53 Corona-Infektionen entdeckt worden, wie die Behörden mitteilen. 31 davon gingen auf eine ansteckendere Virusmutation zurück. Zwei Luxushotels, das Badrutt's Palace Hotel und das Grand Hotel Des Bains Kempinski, waren unter Quarantäne gestellt worden, 3200 Personen wurden diese Woche getestet.

Die 31 Infektionen mit der Virus-Variante seien bei dem Personal der Hotels festgestellt worden. »Es gab keine Übertragung an Hotelgäste«, erklärten die Behörden. Der Ort mit 5200 Einwohnern hat aus Angst vor einer schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Varianten Schulen und Ski-Schulen geschlossen, in der Öffentlichkeit müssen Masken getragen werden.

USA beteiligen sich am Covax-Programm

10.30 Uhr: Die neue US-Regierung will sich nach Angaben ihres medizinischen Chefberaters Anthony Fauci an dem Covax-Programm beteiligen, das einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen garantieren soll. Präsident Joe Biden werde dazu noch im Laufe des Tages einen entsprechenden Erlass unterzeichnen, teilt Fauci der Weltgesundheitsorganisation WHO mit.

Er unterstreicht zugleich, dass die USA ein Mitglied der WHO bleiben würden. Biden hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen am Mittwoch den von seinem Vorgänger Donald Trump veranlassten Rückzug der USA aus der UN-Behörde rückgängig gemacht.

Krankenhausärzte-Präsident warnt vor Gefahren durch Coronavirus-Mutationen

10.11 Uhr: Deutschlands Krankenhausärzte fürchten bei einer Ausbreitung neuer Coronavirus-Mutationen auch in Deutschland deutliche Verschärfungen der bestehenden Corona-Maßnahmen. »Wenn die Mutation so schlimm ist, wie Angaben aus England es vermuten lassen, dann Gnade uns Gott«, sagte der Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), Michael Weber, der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Dann könnte es sein, dass wir alles noch mal neu bedenken müssen.«

Moskau lockert Corona-Beschränkungen

Menschen in Moskau stehen an, um sich mit dem russischen Vakzine »Sputnik V« impfen zu lassen

Menschen in Moskau stehen an, um sich mit dem russischen Vakzine »Sputnik V« impfen zu lassen

Foto: Pavel Golovkin / AP

10.06 Uhr: Angesichts gesunkener Infektionszahlen lockert die russische Hauptstadt Moskau einige Corona-Beschränkungen. So dürften in Kinos, Theatern und Konzertsälen von diesem Freitag an die Hälfte aller Plätze belegt werden, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin in seinem Blog. Bislang galt eine maximale Auslastung von 25 Prozent. Zudem dürfen Museen, Bibliotheken und Zentren für Kinder wieder öffnen, wenn 50 Prozent der zulässigen Besucherzahl nicht überschritten wird.

Spahn fordert EU-weite Corona-Tests für Grenzpendler

09.10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert EU-weit abgestimmte Corona-Tests für Grenzpendler. Man stehe vor einem Dilemma, sagt der CDU-Politiker vor dem EU-Gipfel im SWR. Es gebe etwa eine »schwierige Situation« an der Grenze von Bayern und Sachsen zu Tschechien, »das schaukelt sich immer wieder über die Grenze hoch«. Dort gebe es jeden Tag 30.000 bis 40.000 Grenzpendler vor allem in das Gesundheitswesen, das diese Mitarbeiter brauche.

Man sei bereits mit den Regierungen in Tschechien und auch Polen sowie den betroffenen Bundesländern im Gespräch, damit Tests entweder im Ausland oder in Deutschland oder im Wechsel regelmäßig stattfinden könnten. Es müsse auch nicht »per se an der Grenze« direkt sein, aber Tests müssten mehrmals pro Woche stattfinden.

Schweden verlängert Distanzunterricht

09.00 Uhr: Die Schweden dürfen in der Coronakrise zwar weiter ins Restaurant gehen, in Lokalen am späteren Abend aber weiter keinen Alkohol trinken. Das Ausschankverbot für alkoholische Getränke nach 20.00 Uhr wird um zwei Wochen bis zum 7. Februar verlängert, wie Regierungschef Stefan Löfven am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Stockholm sagte.

Schwedische Gymnasien, denen bislang der Distanzunterricht ans Herz gelegt worden ist, dürfen zudem ab Montag bestimmten Unterricht teils wieder vor Ort in der Schule geben. Er solle eine Kombination aus Fern- und Präsenzunterricht darstellen, sagte Ausbildungsministerin Anna Ekström. Voraussetzung ist, dass die Infektionslage in der jeweiligen Region dies zulässt. Die Empfehlung zum Arbeiten im Homeoffice wird ebenso verlängert wie diejenige zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Stoßzeiten im öffentlichen Nahverkehr.

Reisebranche erleidet in Corona-Pandemie massive Umsatzeinbrüche

08.32 Uhr: In der Corona-Pandemie sind der Reisebranche die Umsätze weggebrochen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, lagen der Erlös der Reisebüros, -veranstalter und Reservierungsdienstleister von Januar bis September 2020 um 61 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums.

  • Besonders groß war der Umsatzeinbruch im zweiten Quartal 2020, in das ein großer Teil des ersten Corona-bedingten Lockdowns fiel: Von April bis Juni 2020 fiel der Umsatz der Branche um 91 Prozent.

  • Im 3. Quartal hat sich der Rückgang etwas abgeschwächt: Von Juli bis September setzten die Reiseanbieter aber immer noch 75 Prozent weniger um als von Juli bis September 2019.

Wie stark sich die Coronakrise auf den Tourismus auswirkt, zeigt auch die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland im für den Sektor besonders wichtigen Sommerhalbjahr. Von Mai bis Oktober 2020 gab es in den Beherbergungsbetrieben hierzulande insgesamt 209,6 Millionen Gästeübernachtungen; das waren 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Mehr Corona-Tote in den USA als im Weltkrieg gestorbene US-Soldaten

06.48 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist inzwischen höher als jene der während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gefallenen oder auf andere Weise gestorbenen US-Soldaten. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis zum späten Mittwochabend rund 406.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Nach Angaben des US-Veteranenministeriums waren im Zweiten Weltkrieg insgesamt 405.399 Soldaten der US-Streitkräfte gestorben.

Die symbolische Marke wurde an dem Tag überschritten, als der neue US-Präsident Joe Biden sein Amt antrat. Er hat die Bekämpfung der Pandemie, welche die USA auch in eine verheerende Wirtschaftskrise gestürzt hat, zur Priorität seiner ersten Amtsmonate erklärt. Seinem Vorgänger Donald Trump wird von seinen Kritikern vorgeworfen, die Pandemie verharmlost und damit zur massiven Ausbreitung des neuartigen Virus beigetragen zu haben.

Am Abend vor ihrer Vereidigung hatten Joe Biden und Kamala Harris mit einer Gedenkzeremonie an die Hunderttausenden Corona-Toten im Land erinnert. »Um zu heilen, müssen wir uns erinnern«, sagte Biden bei der kurzen Zeremonie am Lincoln Memorial in Washington. »Es ist wichtig, das als Nation zu tun.«

Am Mittwoch hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Toten den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Mit 4231 Toten lag die Zahl nur knapp unter dem am 12. Januar verzeichneten Höchstwert von 4462, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Coronakrise reißt Löcher in die Kassen der Kommunen

06.30 Uhr: Viele größere Städte und Gemeinden in Deutschland werden einer Umfrage zufolge noch lange mit den finanziellen Folgen der Coronakrise zu kämpfen haben. Laut »Kommunenstudie 2020/21« des Beratungsunternehmens EY rechnen sie mit sinkenden Einnahmen und steigenden Schulden – und nicht wenige wollen mit höheren Steuern und Gebühren darauf reagieren.

  • Nur ein knappes Drittel der Kommunen geht davon aus, 2021 wieder im selben Umfang Gewerbesteuern einnehmen zu können wie vor der Coronakrise.

  • Fast zwei Drittel der befragten Städte und Gemeinden wollen Steuern und Abgaben erhöhen.

Dass die Kommunen finanziell bisher weitgehend unbeschadet durch die Krise gekommen seien, liege an umfassenden Hilfen von Bund und Ländern, heißt es in der Studie, die auf einer Umfrage unter 300 deutschen Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern im November beruht.

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FDP-Politikerin Beer: Corona-Auflagen für Geimpfte aufheben

06.12 Uhr: Die FDP-Europapolitikerin Nicola Beer fordert für Geimpfte eine möglichst rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Voraussetzung sei, dass es ausreichend Impfstoffe für alle gebe und Geimpfte andere nicht mehr anstecken könnten, sagte die Vizepräsidentin des Europaparlaments der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. »Für Bürger, die sich für das Impfen entscheiden, sollte unter diesen Bedingungen schnellstmöglich wieder das selbstbestimmte Leben ohne staatliche Einschränkung gelten.«

Die FDP-Politikerin argumentiert damit ähnlich wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Die Einführung eines einheitlichen europäischen Corona-Impfnachweises und womöglich damit verbundenen Vorteilen beim Reisen sind am Donnerstagabend Thema eines Videogipfels der EU-Staats- und Regierungschefs.

»Impfen sollten wir als Chance auf eine schrittweise Rückkehr in eine gewisse Normalität begreifen«, sagte Beer. »Es handelt sich hier nicht um Vorrechte, sondern um unveräußerliche Freiheitsrechte der Bürger, deren Ausübung in Abwägung der Risiken für sich und andere eingeschränkt wurde.« Falle das Risiko weg, sei auch die Einschränkung nicht mehr gerechtfertigt. Sie nannte Reisefreiheit oder Besuche im Restaurant oder Museum.

Bundeswehr-Forscher suchen nach weiteren Corona-Mutationen

06.01 Uhr: Wissenschaftler der Bundeswehr beteiligen sich an der Suche nach Mutationen des Coronavirus. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München leiste einen Beitrag zur Genomsequenzierung und werde damit intensiver in die wissenschaftliche und operative Arbeit bei der Bewältigung der Pandemie eingebunden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Genomsequenzierung diene dazu, Übertragbarkeit, Entwicklung von Krankheitsverläufen, diagnostische Verfahren und die Wirksamkeit von Impfstoffen »zeitgerecht« zu bewerten, sagte der Sprecher. Die spezielle Sequenzierung von Coronaviren sei deutschlandweit bislang nur in wenigen Laboren möglich.

Dem Institut für Mikrobiologie gelang nach Angaben des Verteidigungsministeriums am 22. Dezember vergangenen Jahres einer der ersten Nachweise der neuen Variante B.1.1.7 bei einem aus Großbritannien eingereisten Menschen. Auftrag des Institutes ist die Entwicklung von Verfahren und Maßnahmen zum Schutz von Soldaten vor Krankheiten, die durch biologische Kampfstoffe und andere gefährliche Krankheitserreger verursacht werden.

Nach massiver Kritik will die Bundesregierung Labore jetzt dazu verpflichten, gezielt nach hochansteckenden Virusmutationen zu suchen. Dafür sollen 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen und rund tausend Todesopfer

06.00 Uhr: In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 20.398 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.088.400.

Nach den Angaben des RKI wurden zudem 1013 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 49.783. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung durch das Virus verstarben, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI am Donnerstag mit rund 1.762.200. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 119,0. Sie war damit zwar leicht niedriger als am Vortag, lag aber immer noch weit über der von der Bundesregierung gesetzten Zielmarke von unter 50. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Bundesagentur für Arbeit: Längerer Lockdown hat geringe Auswirkungen auf Jobmarkt

05.59 Uhr: Die Verlängerung des Lockdowns hat nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) nur geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. »Die Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest – wahrscheinlich, weil sie fürchten, dass sie sie im Sommer nicht wiederbekommen, wenn sie ihre Leute jetzt entlassen würden«, sagte BA-Chef Detlef Scheele dem Nachrichtenportal T-Online. Zurzeit sehe er keine »Abbruchkante« durch die Corona-Maßnahmen. Die Arbeitgeber blickten nach seinem Eidruck derzeit relativ optimistisch in die Zukunft.

Der im Dezember verhängte harte Lockdown habe bislang zu keinem neuerlichen, erhöhten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt – »und es deutet aktuell auch nichts darauf hin, dass es so kommt«, sagte Scheele. »Wir sehen derzeit lediglich den üblichen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit.« Dieser finde aber auf deutlich erhöhtem Niveau statt, denn bereits zu Beginn der Krise habe der Arbeitsmarkt einen erheblichen Einbruch erlitten. Grund zur Entwarnung gebe es deshalb nicht.

Lehrerverband: Freiwillige Wiederholung des Schuljahres anbieten

05.48 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband fordert, lernschwachen Schülerinnen und Schülern bundesweit anzubieten, das Schuljahr wegen der Corona-Pandemie freiwillig zu wiederholen – ohne dass sie als »Sitzenbleiber« gelten. »Es gibt eine Schülergruppe, die braucht ein Jahr zusätzlich«, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem »Tagesspiegel« . Spätestens bei den Abschlussprüfungen oder im Abitur würden diese Jugendlichen sonst scheitern.

Es ist besser, jetzt Druck wegzunehmen, zu sagen, das Schuljahr ist so nicht zu schaffen, ihr braucht und bekommt mehr Zeit.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

»Der Schüler geht dann mit weniger Rüstzeug von der Schule – und hat im weiteren Leben schlechtere Chancen«, warnte Meidinger. In einem Wiederholungsjahr könnten die Schüler gezielt Lernstoff nachholen und gefördert werden. Ideen wie automatische Versetzungen, ein halbes Extra-Schuljahr oder einen generellen Verzicht auf Sitzenbleiben und Noten wies er zurück. »Es ist besser, jetzt Druck wegzunehmen, zu sagen, das Schuljahr ist so nicht zu schaffen, ihr braucht und bekommt mehr Zeit.«

Das freiwillige Wiederholen eines Schuljahres ist auch heute schon möglich. Mancherorts wird dies allerdings als Wiederholung wegen Nichtversetzung gewertet. Das bedeutet, dass ein Jugendlicher unter Umständen die Schule verlassen muss, wenn er eine Klasse freiwillig wiederholt und am Ende des Schuljahres nicht versetzt wird.

Schwarzenegger hat sich gegen Covid-19 impfen lassen

04.29 Uhr: Arnold Schwarzenegger hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Dazu veröffentlichte der 73-jährige Hollywood-Star am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter ein Video, in dem er – offenbar in einem Corona-Impfzentrum – in einem Auto sitzend zu sehen ist, bevor er von einer jungen Frau einen Piks in seinen Arm bekommt. Er habe gerade sein Vakzin bekommen, das könne er jedem empfehlen, sagt der frühere Gouverneur von Kalifornien. Und schreibt dazu: »Heute war ein guter Tag. Ich war noch nie so glücklich, in einer Schlange zu warten. Wenn Du berechtigt bist, schließe Dich mir an und melde Dich an, um Deinen Impfstoff zu bekommen. Komm mit mir, wenn Du leben willst!«

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Der Republikaner Schwarzenegger war von 2003 bis 2011 Kaliforniens Gouverneur. Er hatte bereits im Sommer in einem Video mit vier seiner Amtsvorgänger und -nachfolger zum Tragen einer Maske in der Coronakrise aufgerufen. »Eine Maske zu tragen, schützt die Leute in Ihrem Umfeld. Es ist nicht politisch. Es ist nicht schwach«, hatte der frühere Bodybuilder mitgeteilt.

Stiftung: Corona-Todesfälle durch Sepsis oft zu verhindern

03.35 Uhr: Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Ein solcher Verlauf könne durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung oft verhindert werden. Nach wie vor gebe es eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, sagte der Stiftungs-Vorsitzende Konrad Reinhart dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

»Ein großes Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht«, so Reinhart. »Wer Anzeichen wie ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, Fieber, einen hohen Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost bemerkt, sollte auf keinen Fall abwarten und sofort ein Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen.«

Bei einer Sepsis – allgemein Blutvergiftung genannt – handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Diese schädigt Organe und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Sepsis spielt nach Angaben des Intensivmediziners Reinhart nicht nur bei Corona eine entscheidende Rolle, sondern auch bei Ebola, Grippe oder jeder zukünftigen Pandemie, unabhängig vom Erreger. Daher fordert er einen Nationalen Sepsisplan.

Nach Angaben der Sepsis-Stiftung sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten nach Darstellung der Stiftung gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden würde.

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Wie kriegt man die Corona-Zahlen endlich runter?

03.10 Uhr: Irland und Großbritannien konnten die Fallzahlen zuletzt drücken – trotz Winter und Mutante. Was Deutschland daraus lernen kann. Lesen Sie hier  mehr.

Hausärzteverband fordert Festpreise für OP- und FFP2-Masken

02.15 Uhr: Der Deutsche Hausärzteverband hat vor überhöhten Preisen für OP- und FFP2-Masken im Onlinehandel gewarnt und Festpreise gefordert. »Sinnvoll wäre, sicherzustellen, dass die Masken zu fairen Preisen verkauft werden«, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Es müsse verhindert werden, dass es – wie beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr bei Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier – zu Wucherpreisen komme. »Hierzu könnte beispielsweise ein Festpreis festgelegt werden, der nicht überschritten werden darf«, sagte Weigeldt.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass in Bussen, Bahnen und Geschäften künftig Masken getragen werden müssen, die besser schützen als Alltagsmasken aus Stoff. Das können OP-Masken sein, FFP2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen vergleichbaren Standard haben.

Minister Müller richtet Impfstoff-Appell an US-Techkonzerne

02.05 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat global agierende Unternehmen dazu aufgerufen, arme Länder bei der Beschaffung von mehr Corona-Impfstoffen zu unterstützen. »Mein Appell richtet sich insbesondere an die Coronakrisengewinner wie Amazon, Facebook, Google: Engagiert Euch für mehr Impfstoff für die Ärmsten!«, sagte Müller der »Rheinischen Post«.

Die Pandemie treffe die Ärmsten der Armen am härtesten. Dagegen bleibe die weltweite Krisenreaktion noch weit hinter dem Notwendigen zurück. »Es geht – beispielsweise in der Sahelzone – um die Gefahr, dass wegen der Coronakrise staatliche Strukturen zusammenbrechen. Das kann zu unkontrollierten Flüchtlingsbewegungen führen«, warnte der CSU-Politiker.

Während sich 14 Prozent der Weltbevölkerung 50 Prozent der bestellbaren Impfstoffdosen gesichert hätten, könnten die Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres im Idealfall nur 20 Prozent ihrer Bevölkerung ein Impfangebot machen. Mehr für den Schutz der Menschen in armen Ländern zu tun, sei im eigenen Interesse der Europäer. »Wir werden die Pandemie nur weltweit besiegen können oder gar nicht. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zurück«, sagte Müller.

Impfstoffstreit zwischen Berlin und Brüssel: Wer wusste wann vom Lieferengpass?

01.55 Uhr: Biontech und Pfizer liefern vorübergehend weniger Corona-Impfstoff. Bund und Länder behaupten: Die EU-Kommission habe darüber zu spät informiert. Jetzt ist der Ärger groß. Lesen Sie hier mehr.

bbr/cop/oka/mjm/ptz/dpa/AFP/Reuters/AP
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