Corona-News am Donnerstag US-Seuchenbehörde meldet mehr als 46 Millionen Impfungen

Die Impfkampagne in den USA geht erfolgreich weiter – 46,4 Millionen Impfdosen sein bereits verabreicht. Und: Eltern in Bulgarien sind gegen Tests an Schulen. Der Überblick am 11. Februar.
Eine US-Bürgern erhält eine Impfung

Eine US-Bürgern erhält eine Impfung

Foto: Paul Hennessy / imago images/ZUMA Wire

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US-Seuchenbehörde meldet mehr als 46 Millionen Impfungen

22.08 Uhr: Bei der Corona-Impfkampagne vermeldet die Regierung der USA weiterhin Fortschritte. Die Seuchenbehörde CDC hat nach eigenen Angaben bislang 46,4 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt seien 68,3 Millionen Dosen ausgeliefert worden. Darunter sind demnach etwa zehn Millionen Menschen, die inzwischen schon die beiden nötigen Impfungen bekommen haben.

In Zukunft sollen Impfungen in den USA auch in Apotheken angeboten werden. Einige Impfdosen wurden am Donnerstag an landesweit zunächst 6500 Apotheken geschickt. Einige große Apotheken- und Drogerieketten haben angekündigt, am Freitag mit den Impfungen zu beginnen. Mittelfristig sollen in 40.000 Apotheken Corona-Impfungen angeboten werden. Damit soll das Tempo der Impfkampagne beschleunigt werden.

Impfungen in Apotheken sind in den USA nicht ungewöhnlich. So bieten viele Apotheken die jährlichen Grippeimpfungen an.

Biden: Vertrag für 200 Millionen zusätzliche Impfdosen perfekt

23.35 Uhr: Die US-Regierung hat mit den Impfstoffherstellern Moderna und Pfizer einen Vertrag über jeweils 100 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen unterschrieben. Damit habe sich die Regierung nun insgesamt 600 Millionen Dosen gesichert, die bis Ende Juli geliefert würden, sagte Präsident Joe Biden. Bis Ende Juli könnten daher alle Erwachsenen geimpft werden, sagte Biden bei einem Besuch des Nationalen Gesundheitsinstituts (NIH). Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Pro Kopf sind zwei Impfdosen nötig.

Biden hatte den Kauf der 200 Millionen zusätzlichen Dosen bereits Ende Januar angekündigt, etwa eine Woche nach dem Beginn seiner Amtszeit. Er sparte am Freitag nicht mit Kritik an seinem Vorgänger Donald Trump. »Er hat nicht genug Impfstoff bestellt«, sagte Biden. »Er hat seinen Job nicht gemacht, um für die massive Herausforderung vorbereitet zu sein, Hunderte Millionen Amerikaner zu impfen«, sagte der Demokrat weiter. »Amerika hatte keinen Plan, den Großteil des Landes zu impfen. Es war ein großes Durcheinander«, sagte Biden.

Trumps Regierung hat die Entwicklung der Impfstoffe aggressiv vorangetrieben und finanziert, was zuvor selbst Biden gelobt hatte. Die Planung der eigentlichen Impfungen, damit verbundene logistische Herausforderungen und Kosten überließ die Regierung allerdings weitestgehend den Bundesstaaten, Bezirken und Kommunen.

Biden erklärte, die Impfstoffhersteller Moderna und Pfizer hätten sich auch verpflichtet, die Lieferung von 100 Millionen bereits gekauften Dosen bis Ende Juni um einen Monat vorzuziehen. Der US-Pharmakonzern Pfizer arbeitet bei dem Impfstoff mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen.

Weltweit 107,5 Millionen Infizierte und mehr als 2,3 Millionen Tote

23.16 Uhr: Weltweit haben sich über 107,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,35 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 27,36 Millionen Infektionen und 471.927 Toten.

Tschechisches Parlament lehnt Verlängerung des Notstands ab

22.43 Uhr: Das tschechische Parlament hat einer Verlängerung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Notstands eine Absage erteilt. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis konnte sich nicht mit der Forderung durchsetzen, den Ausnahmezustand bis zum 16. März fortzusetzen. Auch Alternativvorschläge mit kürzeren Laufzeiten fanden keine Mehrheit. Der seit Oktober geltende Notstand läuft damit am Sonntag aus. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, flächendeckend Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen.

Die Präsidenten von fünf Verwaltungsregionen kündigten an, in die Bresche zu springen und selbst eine sogenannte »Gefahrenlage« auszurufen. In einer emotionalen Debatte hatten Regierungsvertreter vor einem Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt. »Wir gehen in die Geschichte ein als Staat, der mitten im Krieg seine Streitkräfte zurückzieht«, warnte Innenminister Jan Hamacek. »Das Virus ist aggressiv, es ist ein Killer«, sagte Babis. Der Vorsitzende der oppositionellen Piratenpartei, Ivan Bartos, entgegnete, viele Menschen seien verzweifelt und vertrauten der Regierung nicht mehr.

Tschechien ist besonders stark von der Corona-Krise betroffen. Die Behörden meldeten am Donnerstag 9446 neue Fälle binnen 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 17.772 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

59 Mitarbeiter in Husumer Schlachthof positiv getestet

22.13 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Husum (Schleswig-Holstein) hat nun der Kreis Nordfriesland mitgeteilt, dass bereits 59 der insgesamt 332 Mitarbeiter positiv getestet wurden. Betroffen seien neben der Stammbelegschaft mit rund 207 Beschäftigten auch ein externes Unternehmen mit insgesamt 105 Angestellten sowie 20 Mitarbeiter des Kreis-Veterinäramtes. 30 Prozent der Test-Ergebnisse stehen demnach noch aus.

Bereits am Dienstag, nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs in dem Betrieb, ordnete das Gesundheitsamt für alle Mitarbeiter Quarantäne an. Der Kreis prüfe nun, ob die Schließung des Betriebs bis zum 14. Februar angeordnet werden müsse, hieß es weiter.

Alle Ski-und Biathlon-Weltcups in Norwegen abgesagt

21.57 Uhr: Wegen der Einreisebeschränkungen im Rahmen der norwegischen Corona-Maßnahmen sind alle verbleibenden Ski-Weltcups der Saison 2020/21 in dem skandinavischen Land abgesagt worden. Der Weltverband FIS teilte mit, dass sich Norwegens Verband außer Stande sieht, die Wettbewerbe auszurichten. Auch das Weltcup-Finale im Biathlon kann nicht in Oslo stattfinden.

Betroffen sind der Alpin-Weltcup in Kvitfjell (4. bis 7. März), das Saisonfinale der Skilangläufer in Oslo (12. bis 14. März) und Lillehammer (19. bis 21. März), der Weltcup der Kombinierer in Oslo (13./14. März) sowie die komplette Raw-Air-Tour der Skispringer und Skispringerinnen vom 12. bis 21. März. Ob es Ausweich-Termine und -Ausrichter geben wird, ließ die FIS offen.

Im Biathlon hätte das Saisonfinale vom 16. bis 21. März am Holmenkollen stattfinden sollen. Der zuständige Weltverband IBU will nun andere Optionen prüfen und womöglich einen Ersatzausrichter benennen.

Norwegen hatte die Ende Januar verkündeten Einreisebeschränkungen, die zunächst für 14 Tage gelten sollten und bereits zu Absagen von Weltcups geführt hatten, am Mittwoch verlängert.

Schon im Vorjahr hatten sämtliche großen Weltcups während der ersten Welle der Corona-Pandemie ein vorzeitiges Ende gefunden - bei den Kombinierern in Schonach war allerdings Schneemangel der vornehmliche Grund für die Absage.

Mutationen in Frankreich - Ausbruch im Département Moselle

21.11 Uhr: Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien ist nach Schätzungen der Regierung aktuell für 20 bis 25 Prozent der Corona-Infektionen in Frankreich verantwortlich. Die südafrikanische und brasilianische Variante seien landesweit hingegen nur für etwa 4 bis 5 Prozent der Infektionen verantwortlich, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran. Besonders viele Fälle gebe es im Département Moselle an der deutschen Grenze. Dort seien innerhalb der vergangenen vier Tage rund 300 Fälle identifiziert worden, die auf die brasilianische und südafrikanische Variante zurückgehen. Véran wollte die Region am Freitag aufsuchen.

Premierminister Jean Castex kündigte unterdessen an, nach dem Ende der Ferien an Grundschulen zunächst rund 20. 000 Speicheltests pro Woche einzusetzen, um die Ausbreitung der Epidemie dort zu überwachen. Diese Speichel-PCR-Tests seien besonders geeignet, wenn Tests regelmäßig wiederholt werden müssten, hatte die Hohe Gesundheitsbehörde zuvor erklärt.

In Frankreich gilt seit einigen Wochen eine strenge Ausgangssperre ab 18 Uhr abends - aber es gibt keine generellen Ausgangsbeschränkungen am Tag. Der Einzelhandel und Schulen haben weitgehend geöffnet. Restaurants, Kultureinrichtungen oder Skilifte sind geschlossen. In den vergangenen 24 Stunden sind in Frankreich etwas mehr 21.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Seit Beginn der Epidemie sind mehr als 80.000 Menschen gestorben. Véran betonte, es gehe nun darum, zusammenzuhalten und Zeit zu gewinnen, um einen neuen Lockdown zu verhindern.

Eltern in Bulgarien gegen Tests an Schulen

20.21 Uhr: In Bulgarien verweigern Eltern massenhaft Corona-Tests für ihre Schulkinder trotz kontinuierlich steigender Fallzahlen. Nur knapp 15 Prozent der Eltern seien einverstanden, dass ihre Kinder an den Schulen mit Antigentests auf das Coronavirus getestet würden, wie aus einer Umfrage des Bildungsministeriums hervorging. Nach zwei Lockerungen des Corona-Lockdowns waren in Bulgarien Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien für den Präsenzunterricht stufenweise wieder geöffnet worden.

Gesundheitsminister Kostadin Angelow begründete die vom Bildungsministerium angestrebte Einführung von Corona-Tests an Schulen damit, dass damit der Präsenzunterricht länger aufrecht erhalten werde konnte. Eltern beklagten aber, dass ihre Kinder durch Antigentests, die an den Schulen nicht im Beisein der Eltern vorgenommen werden sollen, psychisch belastet werden könnten.

In Bulgarien nehmen die Corona-Neuansteckungen wieder schnell und kontinuierlich zu. Seit Jahresbeginn waren einige Einschränkungen des Teil-Lockdowns gelockert worden. Erst Anfang Februar durften Einkaufszentren, Fitnessstudios und Tanzschulen wieder öffnen. Restaurants und Cafés bleiben bis 1. März zu.

In Bulgarien wurden aktuell nach Angaben des Corona-Krisenstabs 140 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen zwei Wochen verzeichnet. Allein binnen einer Woche sei dies ein Zuwachs um 32 Prozent. Erst bei 200 Neufällen auf 100.000 Menschen binnen zwei Wochen soll es wieder strengere Corona-Einschränkungen geben, sagte Angelow. In dem Balkanland mit einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen sind aktuell 22 236 mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben 9527 mit dem Coronavirus infizierte Menschen.

Corona gefährdet Kampf gegen Kinderarbeit in Lateinamerika und der Karibik

19.38 Uhr: Bis zu 300.000 Kinder könnten in Lateinamerika und der Karibik nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wegen der Coronavirus-Pandemie in die Kinderarbeit abrutschen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Gesundheitskrise könnten die Region in dieser Hinsicht um ein Jahrzehnt zurückwerfen, nach zuvor 25 Jahren des Fortschritts, warnte der Regionalchef der Uno-Agentur, Vinícius Pinheiro, in einer Online-Konferenz. Anlass war der Beginn des Internationalen Jahres für die Abschaffung der Kinderarbeit.

In der Region arbeiten rund 10,5 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 17 Jahren nach einem gemeinsamen Bericht der ILO und der Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vom vergangenen Juni. Nach Zahlen von 2016 war der Anteil der Arbeiter an allen Kindern in den vorherigen acht Jahren von 10,8 auf 7,3 Prozent gesunken. Nun könnten die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie, in Kombination mit dem Schließen von Schulen und anderen Faktoren, verheerende Konsequenzen für eine ganze Generation bedeuten, sagte der stellvertretende Unicef-Regionaldirektor, Youssouf Abdel-Jelil.

Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft kritisiert Corona-Strategie

19.01 Uhr: Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat Zweifel an der erneuten Verlängerung des Corona-Lockdowns geäußert. »Wir müssen die Debatte führen, ob die aktuelle Strategie die richtige ist, oder ob die Schäden, die sie anrichtet, nicht überwiegen«, sagte Hüther dem »Kölner Stadt-Anzeiger« . Es müsse die Tatsache berücksichtigt werden, »dass es Folgekosten wie gesundheitliche Schäden oder Existenzsorgen gibt«.

»Ich finde es aber falsch, bei der Gesundheit von schlimmen Schicksalen zu sprechen, bei wirtschaftlichen und finanziellen Sorgen nur von unbotmäßigem ökonomischem Denken«, sagte der Wirtschaftsforscher.

Hüther geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen deutlich stärker steigen werden als bislang erwartet. »Was Hotels, Handel und Gaststätten angeht, habe ich die Hoffnung, dass die versprochenen Hilfen jetzt schnell fließen und doch noch zur Stabilisierung beitragen«, sagte der IW-Direktor. »Dennoch werden wir viele Insolvenzen sehen, Freiberufler verschwinden einfach von der Bildfläche.«

Die Industrie sei schon jetzt schwer getroffen. »Wir müssen unbedingt dafür sorgen, dass sie nicht zu sehr leidet, da sie die Wirtschaft bis jetzt durch die Krise trägt«, sagte Hüther.

Portugal verlängert Lockdown bis Anfang März

18.51 Uhr: Portugal verlängert den landesweiten Lockdown um zwei Wochen bis zum 01. März. Die Krankenhäuser seien an ihrer Belastungsgrenze, hieß es von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa im Internet, bevor das Parlament einen entsprechenden Entwurf verabschiedete. »Daher gibt es keine Alternative, als die Zahl der Fälle zu reduzieren.«

»Nachwuchspolizistin« ruft zum Einhalten der Corona-Regeln auf

18.37 Uhr: Als Polizistin verkleidet hat Kinderdarstellerin Gracie Cochrane die Menschen in Großbritannien zur Einhaltung der Corona-Regeln aufgerufen. »Ich weiß, dass sich die große Mehrheit der Menschen in unserem Dorf an die Vorschriften hält«, sagte die Siebenjährige in dem einminütigen Film, den ihr Vater gedreht hatte.

»Aber eine winzige Minderheit von Menschen ist sehr ungezogen. Wirklich sehr ungezogen – indem sie keine Masken in Läden tragen und sich sogar mit Angehörigen anderer Haushalte treffen«, schimpfte das Mädchen aus dem englischen Dorf Bromham und forderte mit strenger Stimme: »Haltet Euch an die Regeln!« Zum Schluss sagte Gracie: »Denkt dran: Ich behalte Euch im Blick.«

In Großbritannien ist seit Wochen ein Lockdown mit weitreichenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Seit Beginn der Pandemie sind weit mehr als 110.000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben.

Slowenien weicht den harten Lockdown auf

17.39 Uhr: Das EU-Land Slowenien, das von der Corona-Pandemie schwer betroffen ist, zuletzt aber bessere Daten aufwies, weicht seinen harten Lockdown auf. Ab kommendem Montag dürfen sich die Bürger wieder uneingeschränkt zwischen den einzelnen Gemeinden und Regionen bewegen, teilte Innenminister Ales Hojs am Donnerstag in Ljubljana mit. Seit Oktober durfte man die eigene Gemeinde oder Region nur unter bestimmten Bedingungen verlassen, etwa aus beruflichen Gründen. Die Gemeindegrenze hinter sich lassen durfte auch, wer Erholung suchte oder sich sportlich betätigen wollte – allerdings nur innerhalb der eigenen Region.

Außerdem sollen ab Montag nach vier Monaten Pause wieder alle Grundschüler in die Schule gehen können. Auch für Abiturienten gibt es wieder Präsenzunterricht. In Geschäften und Läden, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, kann ab Montag gleichfalls wieder uneingeschränkt eingekauft werden. Bisher mussten die Kunden einen negativen Corona-Test vorweisen, weswegen viele Geschäfte gar nicht erst öffneten. Die Verpflichtung für das Verkaufspersonal, sich regelmäßig testen zu lassen, bleibt aufrecht. Weiter in Kraft bleibt die Ausgangssperre zwischen 21.00 und 06.00 Uhr früh. Auch Cafés, Pubs und Gaststätten dürfen noch nicht aufsperren.

Slowenien, ein Land mit 2,1 Millionen Einwohnern, litt noch vor einem Monat unter einem intensiven Infektionsgeschehen. Am Donnerstag betrug die Zahl der Ansteckungen der vergangenen sieben Tage 279 pro 100.000 Einwohner. Einen Monat zuvor hatte dieser Wert bei 675 gelegen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 starben in Slowenien 3677 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

SPIEGEL-Umfrage: Vertrauen in EU leidet unter langsamer Impfstoffbeschaffung

17.32 Uhr: In Deutschland läuft die Impfkampagne schleppend an, zuletzt hatte es wiederholt Probleme mit der Lieferungen der bestellten Impfmengen gegeben. Verantwortlich für die Beschaffung der Impfstoffe ist die Europäische Union unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL zeigt nun, wie massiv das Ansehen der EU in der Bevölkerung gelitten hat: Lesen Sie hier die Ergebnisse der Umfrage.

Israel betont: Keine Impfungen für Touristen

17.20 Uhr: Israel hat bei seiner Corona-Impfkampagne international die Nase vorn und weckt damit offenbar Begehrlichkeiten. So sah sich das Staatliche israelische Verkehrsbüro am Donnerstag gezwungen, Impftourismus eine klare Absage zu erteilen. »Aufgrund von zahlreichen Anfragen und veröffentlichten Presseberichten in den vergangenen Tagen« betonte die Direktorin des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Ella Zack Solomon, »dass es keine Möglichkeiten für Touristen in Israel gibt, sich impfen zu lassen«.

»Es werden keine Impfreisen angeboten«, hieß es in der von der Frankfurter PR-Agentur BZ.COMM verbreiteten Erklärung weiter. Impfungen erhielten »ausschließlich die Einwohner Israels«. »Wir hoffen weiter, dass Israel schnellstmöglich die Impfung der Bevölkerung abschließen kann und der Weg zu einer Normalität nicht mehr weit ist«, erklärte Zack Solomon. Nach ihren Angaben sind schon 3,6 Millionen der gut neun Millionen Einwohner Israels gegen das neuartige Coronavirus geimpft.

Mode-Einzelhändler wollen gegen verlängerten Lockdown vorgehen

17.11 Uhr: Der Unitex-Einkaufsverbund mit 800 angeschlossenen Mode-Einzelhändlern hat Eilanträge gegen den verlängerten Lockdown angekündigt. »Wir sind dabei, einen Eilantrag auf Wiedereröffnung des Einzelhandels in Bayern zu stellen«, sagte Unitex-Marketingchef Xaver Albrecht am Donnerstag in Neu-Ulm. »Bayern ist der erste Schritt, andere Länder werden folgen.«

Die Lockdown-Verfügungen sind Sache der Länder. Die Lockdowns seien unverhältnismäßig, denn es gebe keinen Beleg, dass die Geschäfte Corona-Hotspots seien, sagte Albrecht. Deshalb gehe Unitex jetzt mit der Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei Nieding+Barth dagegen vor. Die Klage werde von Unitex gemeinsam mit Händlern finanziert.

Kanzleramtschef Braun optimistisch für den Sommer

17.05 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat sich optimistisch geäußert, dass die Menschen in Deutschland im Sommer wieder im Biergarten sitzen können. Die Corona-Pandemie werde »im Laufe dieses Jahres ihren Schrecken verlieren«, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Live-Programm von »Bild« und fügte hinzu: »Und deshalb können wir im Sommer auch irgendwann wieder im Biergarten sitzen.« Ein genaues Datum lasse sich aber nicht nennen. Angesichts der Corona-Mutationen solle die Politik keine Versprechungen machen, die sie nicht halten könne. Der Herbst beginnt am 22. September.

Kanzleramtschef Helge Braun

Kanzleramtschef Helge Braun

Foto: HENNING SCHACHT/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Angesichts sinkender Infektionszahlen sagte Braun, die Bundesregierung gehe davon aus, dass in Deutschland in den nächsten zwei Wochen ein Wert von 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner erreicht werde. Wenn es so gut weiter gehe wie bisher, sei eine derartige Inzidenzzahl von 35 Mitte März erreichbar. Dann könne man den Einzelhandel mit der Regel wieder öffnen, dass ein Kunde je 20 Quadratmeter Fläche zugelassen würde.

Vor dem Hintergrund des schleppenden Impfstarts betonte Braun, die Impfzentren würden schon bald sehr stark frequentiert. »Wir werden die Produktionskapazitäten auch in Deutschland und in Europa weit über unseren Bedarf hochfahren. Und wir werden ab April sehen, dass dann unsere Impfzentren auch voll sind«, sagte er.

Bündnis #AlarmstufeRot: Klage als letztes Mittel

16.49 Uhr: Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot sieht die Veranstaltungswirtschaft im Corona-Lockdown im Stich gelassen und schließt rechtliche Schritte nicht aus. »Ungewollt wird die Branche von der Regierung zum letzten Mittel gezwungen: die Entschädigungsklage«, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag. Eine Prozesswelle sei der einzige verbliebene Schritt, um 100.000 Betriebe und ihre Beschäftigten zu retten. Die Beschlüsse von Bund und Ländern am Mittwoch hätten klargemacht, dass es viele weitere Monate kein Veranstaltungsleben in Deutschland geben werde.

»Hierbei macht uns fassungslos, dass das Veranstaltungswesen von den politisch Verantwortlichen nicht einmal mehr erwähnt wird. Anders als alle anderen Teile des wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Lebens in Deutschland ist die Veranstaltungsbranche seit bald zwölf Monaten im totalen Lockdown«, erklärte Sandra Beckmann von #AlarmstufeRot. Die Branche sei ins künstliche Koma versetzt worden, und »die Ausrottung unserer Existenzen« werde in Kauf genommen. So würden die seit Monaten versprochenen Kompensationsprogramme nicht ankommen, sofern sie überhaupt schon beantragt werden könnten.

#AlarmstufeRot vertritt die Kultur- und Eventbranche, die besonders unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leidet. Demnach sind mehr als 3 Millionen Erwerbstätige betroffen.

Ungleichbehandlung im Lockdown: Bayerns Einzelhandel kündigt Klage an

16.18 Uhr: Der Handelsverband Bayern (HDE) hat die erneute Verlängerung des Lockdowns als »eine Bankrotterklärung der Politik« kritisiert und will dagegen vor Gericht gehen. Einem Buchhändler oder Floristen sei nicht zu erklären, »warum man sich zwar im Friseursalon zwei Stunden lang eine neue Dauerwelle legen lassen kann, die Händler aber wegen angeblich hoher Infektionsgefahr geschlossen bleiben müssen«, sagte HDE-Sprecher Bernd Ohlmann am Donnerstag. Der Handelsverband werde diese »abstrusen Regelungen gerichtlich überprüfen lassen« und rufe auch seine Mitglieder auf, zu klagen. »Wir wollen keine Extrawurst, sondern nur Chancengleichheit.« Die Klage würde sich gegen den Freistaat Bayern richten.

Bund und Länder hätten wieder einmal stundenlang getagt, »um dann in geübter Manier das Mindesthaltbarkeitsdatum des Lockdowns einfach zu verlängern«, kritisierte der HDE. Die Politiker hätten den monatelang hochgehaltenen Inzidenzwert für Lockerungen im Handstreich von 50 auf 35 gesenkt und ihre Versprechen gebrochen. Dieser Inzidenzwert sei erst in einigen Monaten erreichbar, weil die Politik beim Beschaffen von Impfstoff »grandios versagt hat«.

Der Einzelhandel sei »nicht nur enttäuscht, sondern empört über diese beispiellose Dreistigkeit«, sagte Ohlmann. Eine Öffnungsstrategie sei weiterhin nicht in Sicht. »Kein Einzelhändler könnte mit solch einer Perspektiv- und Mutlosigkeit sein Geschäft führen.« Der Handelsverband Bayern (HBE) vertritt die Interessen von 60.000 Einzelhandelsunternehmen mit 330.000 Beschäftigten und 67 Milliarden Euro Umsatz jährlich.

Sachsen-Anhalt bleibt bis zum 10. März im Shutdown

16.29 Uhr: Sachsen-Anhalt verlängert den Lockdown formal bis zum 10. März - und damit um drei Tage länger als von Bund und Ländern am Mittwoch vereinbart. Das teilten am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) mit. Das Land könne bei einer positiven Entwicklung der Infektionszahlen die Corona-Regeln aber auch früher anpassen, sagte Grimm-Benne.

Haseloff kündigte darüber hinaus eine langfristige Öffnungsstrategie noch in diesem Monat an. Bis zum 26. Februar werde das Land den »Sachsen-Anhalt-Plan 2021« entwickeln, sagte der Ministerpräsident. Jedes Ministerium soll bis dahin für seinen Bereich ein Szenario vorlegen, wie »die Rückkehr in die Normalität« aussehen könnte.

Am 2. März soll das Landeskabinett den Plan dann beraten, bevor sich am 3. März erneut Bund und Länder zu einer weiteren Beratung zusammenschalten. Am 4. März soll die Landesregierung den neuen »Sachsen-Anhalt-Plan« dann an die Bund-Länder-Beschlüsse vom Vortag anpassen und beschließen.

Alle Sars-CoV-2-Viren der Welt passen in eine halbe Coladose

15.53 Uhr: Alle derzeit kursierenden neuen Coronaviren passen Berechnungen eines britischen Mathematikers zufolge locker in eine Cola-Dose. Die zu einem einzigen aktuellen Zeitpunkt zirkulierenden Erreger Sars-CoV-2 hätten zusammengepfercht ein Volumen von rund 160 Millilitern und würden damit eine gängige Coladose, die in der Regel 330 Milliliter fasst, nicht einmal annähernd ausfüllen, schreibt Christian Yates von der Universität Bath im Online-Magazin «The Conversation».

Um zu diesem Schluss zu kommen, stellt Yates einen komplizierten Rechenweg auf, den er in seinem Gastbeitrag und in einem Video jedoch nachvollziehbar erklärt. Darin fließen die geschätzte Zahl der weltweit gleichzeitig Infizierten, die durchschnittliche Viruslast pro Infektion sowie die Größe des Virus mit ein. Den Durchmesser des Covid-19-Erregers berechnet er mit 100 Nanometern - milliardstel Meter.

«Dies ist eine Schätzung basierend auf den vernünftigsten Annahmen, aber ich gebe gerne zu, dass sie sicher an einzelnen Stellen verbessert werden kann», räumt Yates ein. Präziser als die Schätzung seiner Partnerin sei die Berechnung allemal: «Meine Frau hat vermutet, es sei entweder das Volumen eines olympischen Schwimmbeckens oder das eines Teelöffels», so der Mathematiker.

Gebauer: Präsenzunterricht in NRW zunächst für Grundschulen

15.44 Uhr: Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die weiteren Schritte bei den geplanten Schulöffnungen präzisiert. Wenn die Corona-Zahlen unter die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sänken, dann würden zuerst die Grundschulen wieder in den vollen Präsenzunterricht gehen, sagte Gebauer am Donnerstag in einer Sondersitzung des Landtags. Nächster Schritt sei dann, dass die anderen Jahrgänge in Wechselmodelle »oder gleich in den Präsenzunterricht« gingen. Das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 62,7 für NRW.

Am 22. Februar sollen in NRW zunächst nur die Grundschulen, Abschlussklassen und Förderschulen tageweise in einem Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurückkehren. Die Kinder sollten dann maximal fünf Tage zuhause unterrichtet werden. Dann muss es einen Wechsel geben. An den Grundschulen solle in der Präsenzzeit vorrangig Deutsch, Mathe und Sachkunde unterrichtet werden, sagte Gebauer. Es könnten aber auch andere Fächer unterrichtet werden.

Neben den Abschlussjahrgängen kommen laut Gebauer ab dem 22. Februar auch die Qualifikationsklassen (Q1) der gymnasialen Oberstufe wieder in den Wechselunterricht.

Covid-Patient löst in Spanien bei Fluchtversuch Krankenhausbrand aus

15.30 Uhr: Ein Covid-Patient hat in einem Krankenhaus der südspanischen Stadt Cádiz bei einem Fluchtversuch ein Feuer gelegt und Panik ausgelöst. Der 63 Jahre alte Mann habe am Mittwochabend in seinem Zimmer im sechsten Stock der Universitätsklinik Puerta del Mar seine Matratze in Brand gesetzt, berichtete die Zeitung »La Voz de Cádiz« unter Berufung auf die Behörden. Er habe ein Chaos auslösen und dieses ausnutzen wollen, um unbemerkt zu entkommen. Der Plan ging aber schief: Der mutmaßliche Brandstifter sei noch im Krankenhaus festgenommen worden. Er sei nun im Hochsicherheitstrakt eines anderen Krankenhauses in Cádiz untergebracht, hieß es.

Das vom Mann ausgelöste Chaos war beträchtlich: Die Flammen schossen aus einigen Fenstern und beunruhigten auch die Nachbarn des Krankenhauses. Den Medienberichten zufolge mussten neben dem sechsten auch der fünfte und der siebte Stock der Klinik komplett evakuiert werden. Das Feuer konnte aber relativ schnell gelöscht werden.

Altmaier vereinbart Treffen mit Wirtschaftsverbänden

15.28 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lädt Verbände auch angesichts schwerer Kritik aus der Wirtschaft an der schleppenden Umsetzung von Hilfen zu einem »Wirtschaftsgipfel« ein. Wie eine Sprecherin sagte, wird Altmaier am kommenden Dienstag mit mehr als 40 Verbänden über die aktuelle Lage der Wirtschaft, die Beschlüsse von Bund und Ländern, die Wirtschaftshilfen und mögliche Öffnungsperspektiven sprechen.

Wirtschaftsverbände hatten einen solchen »Gipfel« seit längerem gefordert. Die Beschlüsse von Bund und Ländern über eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März waren zum Teil heftig kritisiert worden.

Kontaktloses Weihwasser im Kölner Dom

15.05 Uhr: Im Kölner Dom können Gläubige kontaktlos an Weihwasser gelangen. Ein neuer Weihwasser-Spender im Eingangsbereich des Gotteshauses macht das möglich. Das Prinzip sei das gleiche wie bei Spendern für Desinfektionsmittel oder Seife, erklärten die Caritas Betriebs- und Werkstätten aus dem rheinischen Eschweiler, die den mannshohen Apparat entwickelt haben. »Hält jemand die Hand unter den Spender, kommt in einer kleinen Menge das Weihwasser heraus«, lautet die Beschreibung. Das Gerät besteht aus einem Glasbehälter und einer Stele aus Blaustein.

Der Kölner Dom wird ein Stück Corona-konformer

Der Kölner Dom wird ein Stück Corona-konformer

Foto: Oliver Berg / dpa

Im Eingangsbereich des Doms stehen traditionell Becken mit Weihwasser, in die Gläubige mit dem Finger tauchen und sich damit bekreuzigen. Allerdings sind die Becken wegen der Coronavirus-Pandemie schon seit Monaten leer. Seit dem vergangenen Sommer kann man im Dom auch kontaktlos spenden. Im Eingangsbereich der Kathedrale ist ein digitaler Opferstock aufgestellt. Spendenwillige halten dort ihre EC- oder Kreditkarte vor einen Sensor und lassen den gewünschten Betrag abbuchen.

Grüne fordern umfassendere Corona-Hilfen für Unternehmen

14.55 Uhr: Führende Grünen-Politiker fordern eine Ausweitung der Corona-Hilfen für die Wirtschaft. »Bei der Vielzahl der Hilfsprogramme blickt kaum noch jemand durch. Und zu viele Unternehmen sind bei zu hohen Zugangshürden durchs Raster gefallen«, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Papier mit dem Titel »Für Wirtschaftshilfen, die endlich helfen!«. Zu den elf Unterzeichnern gehören die Bundestags-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter sowie die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Die Grünen warnen in dem Papier vor einer »erheblichen Insolvenzwelle im Handel, in der Gastronomie, der Kultur und bei vielen weiteren betroffenen Unternehmen«. Umsatzausfälle müssten voll erstattet werden können. Die Deckelung auf 90 Prozent müsse für Beihilfen bis 1,8 Millionen Euro fallen. Soloselbständige sollten einen »Unternehmerlohn« erhalten, bei Hilfen müsse also ein existenzsichernder Anteil für Lebenshaltungskosten abrechenbar sein, ebenso wie Krankenkassenkosten. Unternehmen mit erheblichen Umsatzausfällen sollen mehr als die bisher erlaubten 20 Prozent ihrer Personalkosten bei der Berechnung von Hilfen veranschlagen können.

Abschlagszahlungen, also Vorauszahlungen von Hilfen, sollen nach Vorstellungen der Grünen von 50 auf 75 Prozent steigen. Unternehmer, die Gewerberäume gekauft und über Kredite finanziert haben, sollen die Tilgungsraten aus Hilfen finanzieren dürfen und die Beträge langfristig zinsfrei zurückzahlen können. Für niedrige Einkommen müsse das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent steigen. Zudem soll es ein Mindestkurzarbeitergeld geben.

Der Zeitraum für den Verlustrücktrag - also die Verrechnung von Einbußen in der Steuererklärung mit Gewinnen der Vorjahre - sollte bei Rückträgen bis 5 Millionen Euro bis maximal 2016 verlängert werden. Derzeit geht das nur für das jeweilige Vorjahr. Die geplante reine Erhöhung auf 10 Millionen reiche nicht aus. Wer im vergangenen Jahr auf ein neues oder größeres Ladenlokal expandiert hat, soll bei den Hilfen nicht benachteiligt werden

Linke-Politikerin fordert kostenlose Schnelltests für alle

14.42 Uhr: Thüringens Linke-Landespartei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow hat kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger gefordert. »Wer sich testen lassen will, soll nach dem Willen der Bundesregierung den Test aus eigner Tasche zahlen. Damit wird der Infektionsschutz zu einer Frage des Geldbeutels«, sagte Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Hintergrund ist eine geplante Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach Corona-Schnelltests künftig auch in Apotheken an Privatleute verkauft werden sollen. Bisher durften die Antigen-Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen und Bildungseinrichtungen abgegeben werden.

Hennig-Wellsow sagte, dass Menschen mit geringem Einkommen sich die Tests nicht werden leisten können. Dies sei aus ihrer Sicht sozial ungerecht und »kontraproduktiv für die Eindämmung der Pandemie«. »Der Bund kann kostenlose Schnelltest für alle finanzieren und er sollte es umgehend tun«, betonte die 43-Jährige.

Susanne Hennig-Wellsow kandidiert zusammen mit der hessischen Linke-Fraktionschefin Janine Wissler als neue Bundesspitze der Linken. Die Wahl ist bei einem dezentralen Parteitag in gut zwei Wochen geplant.

Ungarn plant Immunpass für Geimpfte und Genesene

14.41 Uhr: Ungarns Regierung plant die Einführung eines Corona-Immunpasses. Einen solchen bekämen Bürger ausgestellt, die gegen Covid-19 geimpft seien oder nachweislich eine Ansteckung mit dem Coronavirus überstanden hätten, erklärte Kanzleramtsminister Gergely Gulyas am Donnerstag. Welche Vorteile die Inhaber eines solchen Passes haben werden, sei aber noch nicht festgelegt.

Demnach sind in Ungarn bislang rund 300.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft worden, 117.000 davon zum zweiten Mal. Im Zehn-Millionen-Einwohner-Land werden derzeit die Vakzine von Biontech-Pfizer und Moderna verabreicht. In den kommenden Wochen will das Land nach einer Notzulassung auch als bisher einziges EU-Land den russischen Impfstoff Sputnik V und das chinesische Sinopharm einsetzen.

Mobilitätsforscher halten Inzidenzwert von 35 bis Anfang März für realistisch

14.33 Uhr: Die von Bund und Ländern angepeilte bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 35 ist Modellrechnungen aus Berlin zufolge bis etwa Anfang März erreichbar. »Die Voraussetzung ist, dass die Menschen ihr jetziges Verhalten beibehalten«, sagte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. In ihrem jüngsten Bericht schrieben die Forscher, derzeit hielten die Menschen die Kontaktbeschränkungen diszipliniert ein. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

In die Modelle fließen auch Kennzahlen zum Virus und Aspekte wie die Temperatur und die davon abhängigen Freizeitaktivitäten ein. Berücksichtigt sind auch die ansteckenderen Corona-Varianten. Diese würden laut dem Modell ab Anfang April dominierend, sagte Nagel.

Der Mobilitätsforscher betonte, nach seinen Berechnungen sei im Frühjahr 2020 der Frühling entscheidend beim Drücken der Infektionszahlen zu Hilfe gekommen. »Ohne den Beginn der warmen Witterung hätten wir das nicht geschafft.« Nagel appellierte, dass man sich derzeit wenn nötig im Freien und nicht in geschlossen Räumen mit anderen Menschen treffen sollte. Dort sei das Ansteckungsrisiko geringer.

Angesichts der noch unklaren Entscheidungen der Länder zum Thema Schulöffnung sei es noch schwer zu beurteilen, inwieweit dies einen Unterschied für die Entwicklung der Inzidenz mache, schilderte der Wissenschaftler. Bei vorsichtigen schrittweisen Öffnungen gehe er von geringen Einflüssen in der Zeit bis Anfang März aus. Weniger gut sähe es demnach aus, kehrten die Länder beispielsweise zu Präsenzunterricht ohne Mund-Nasen-Schutz zurück.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche an. Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass weitere Öffnungen durch die Länder erst erfolgen sollen, wenn eine »stabile« Inzidenz von höchstens 35 erreicht ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstag mit 64,2 an.

Sachsen will Pendler-Verkehr nach Tschechien einschränken

14.13 Uhr: Sachsen will angesichts drastischer Corona-Inzidenzen in Tschechien den Pendler-Verkehr deutlich einschränken. Das Abschotten bestimmter Hotspots sei dringend erforderlich, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag in Dresden. Die Lage im Nachbarland spitze sich zu, in zwei Regionen gebe es eine Inzidenz von mehr als 1000. Die britische Mutation des Virus sei dort auf dem Vormarsch. Kretschmer bedauerte die Entwicklung. Er habe Ministerpräsident Andrej Babiš erneut Hilfe angeboten. Die Entscheidung dafür müsse aber vor Ort getroffen werden.

Ausnahmen vom Pendler-Stopp soll es im Bereich der Krankenhäuser und Pflegeheime sowie in der Landwirtschaft geben – und da vor allem bei der Versorgung von Tieren. »Darüber hinaus werden wir keine Ausnahmen machen können«, sagte Kretschmer. Tägliche Tests sollen zur Pflicht werden. Zudem ist an eine Art Pendler-Quarantäne gedacht, Betroffene sollen sich dann nach Rückkehr von der Arbeit zu Hause aufhalten. Die Möglichkeiten, das zu kontrollieren, seien aber begrenzt, hieß es.

Blumenläden in Niedersachsen ab Samstag wieder geöffnet

14.10 Uhr: Blumenläden und Gartencenter dürfen in Niedersachsen von Samstag an wieder öffnen. Das hat die Staatskanzlei am Donnerstag vor der Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung bestätigt. Für die Floristen kommt die Lockerung damit gerade noch rechtzeitig vor dem für die Branche wichtigen Valentinstag am 14. Februar. Offiziell vorgestellt werden sollen die neuen Corona-Regeln des Landes am Freitag. Einen Tag später treten sie in Kraft.

Pünktlich zum Valentinstag dürfen Blumenläden in Niedersachsen auf die Wiedereröffnung hoffen

Pünktlich zum Valentinstag dürfen Blumenläden in Niedersachsen auf die Wiedereröffnung hoffen

Foto: Matt Crossick / dpa

Ein Entwurf der überarbeiteten Verordnung sah neben der Öffnung der Blumenläden auch eine Lockerung der Kontaktregel für Kinder vor. Künftig sollen demnach zum Haushalt gehörende Kinder bis sechs Jahre nicht mehr von der Kontaktbeschränkung erfasst werden. Bisher gilt diese Ausnahme nur für Kinder bis drei Jahre. Außerdem sollten auch Autohändler wieder öffnen dürfen, allerdings nur für Probefahrten.

Schulöffnung in weiten Teilen Deutschlands ab dem 22. Februar

14.08 Uhr: Viele Grundschulen und Kitas in Deutschland sollen vom 22. Februar an wieder schrittweise ihren Betrieb aufnehmen. Nach den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Coronakrise plant eine Mehrzahl der Bundesländer mit der Rückkehr von Kindern und Grundschülern ab diesem Datum. Dazu zählen etwa Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Geknüpft wird die Rückkehr teilweise auch an bestimmte Inzidenzzahlen.

Sachsen hat angekündigt, seine Einrichtungen schon am Montag wieder zu öffnen. Sachsen-Anhalt will bisher an seinem Plan festhalten, die Schulen vom 1. März an schrittweise wieder zu öffnen. In Niedersachsen sind Grundschüler bereits seit Januar wieder im sogenannten Wechselbetrieb. Darum geht es nun überwiegend auch in den anderen Ländern. Das heißt, Klassen werden geteilt und besuchen abwechselnd die Schule.

Die meisten älteren Schüler werden voraussichtlich erst im März ihre Einrichtung wieder von innen sehen, mit Ausnahme von Abschlussklassen, für die auch bisher schon Präsenzunterricht möglich war.

Bund und Länder hatten bei ihren Beratungen am Mittwoch festgehalten, dass die Länder eigenständig über das weitere Vorgehen an Schulen und Kitas entscheiden sollen. Eine ähnliche Vereinbarung hatten sie auch schon im Frühjahr nach der ersten Corona-Welle getroffen.

Söder knüpft Ausgangssperre an Inzidenzwert

13.56 Uhr: Die Ausgangssperre in Bayern bleibt in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz in Kraft. Ministerpräsident Markus Söder sagt, in den Gebieten mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelte sie auch künftig für die Zeit von 22.00 bis 5.00 Uhr. Unterhalb dieser Schwelle entfalle diese Einschränkung dagegen ab kommender Woche. »Die Ausgangssperre hat sich als extrem wirksam erwiesen«, sagt der CSU-Chef. Es wäre deswegen unverantwortlich, sie in den besonders von Corona betroffenen Regionen einfach abzuschaffen.

CSU-Chef Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder

Foto: Matthias Balk / dpa

Mehr als 20 Millionen registrierte Coronafälle in der EU

13.38 Uhr: In der Europäischen Union sind mittlerweile mehr als 20 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Das geht aus den am Donnerstag aktualisierten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervor.

Die in Stockholm ansässige Behörde kommt in ihrer Auflistung für das Ende der Vorwoche auf insgesamt knapp 20,5 Millionen Infektionen, rechnet darin aber auch die drei Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit – Norwegen, Island und Liechtenstein. Zieht man diese ab, kommt man für die 27 EU-Mitgliedstaaten immer noch auf mehr als 20,4 Millionen Fälle. Eine Woche zuvor waren es für die EU, in der etwa 450 Millionen Menschen leben, rund 19,7 Millionen Infektionen gewesen. Deutschland hat dabei als bevölkerungsreichster EU-Staat weiter die viertmeisten Corona-Fälle nach Frankreich, Spanien und Italien verzeichnet.

Mittlerweile sind zudem fast eine halbe Million Menschen in der EU im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben: Das ECDC registrierte bisher rund 495.000 solcher Todesfälle in den 27 EU-Staaten, das sind etwa 23.000 mehr als vor einer Woche.

Die tatsächlichen Zahlen dürften höher sein: Zum einen sammelt das ECDC für ihre jeweils am Donnerstag veröffentlichten Zahlen bereits zwischen Montag und Mittwoch die nationalen Daten der vorangegangenen Woche, zum anderen werden bei Weitem nicht alle Infektionen in den Ländern nachgewiesen und registriert. Die Werte unterscheiden sich zudem von denen der WHO Europa, die zur europäischen Region 53 Länder zählt, darunter Russland und die Türkei. In dieser Region hat die WHO bis Donnerstag mehr als 36 Millionen Infektionen sowie fast 800.000 damit in Verbindung stehende Todesfälle erfasst.

AstraZeneca will neue Impfstoffversion im Herbst ausrollen

13.01 Uhr: Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will bereits im kommenden Herbst die nächste Generation seines Corona-Impfstoffes ausrollen, der noch besser vor kursierenden Virusvarianten schützen soll. Im Frühjahr sollten klinische Tests mit diesen Impfungen beginnen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. In sechs bis neun Monaten könne dann voraussichtlich die Massenproduktion starten.

Auch der derzeit bereits in der EU, Großbritannien und vielen anderen Ländern eingesetzte AstraZeneca-Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, soll prinzipiell wirksam gegen Varianten sein. Allerdings belegte eine Studie kürzlich, dass er bei der zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schütze. Bei anderen Corona-Varianten ist zudem teilweise noch ungeklärt, inwieweit sie sich der Wirkung bereits verfügbarer Impfstoffe entziehen können.

Giffey erwartet frühere Impfung für Lehrpersonal

12.57 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich optimistisch gezeigt, dass Kitapersonal und Lehrkräfte an Grundschulen früher als bisher geplant gegen Corona geimpft werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwochabend »sehr deutlich« artikuliert, dass sie das begrüßen würde. Sie schließe sich dem an und halte das für einen sehr guten Weg, sagte Giffey am Donnerstag in Berlin. Es sei sehr gut, dass dieses Signal gesetzt werde. »Das ist eine Bitte, die ständig an mich herangetragen wird.«

Foto: Christophe Gateau / dpa

Beschlossen ist allerdings noch nichts. Bund und Länder hatten am Mittwoch zunächst vereinbart, zu prüfen, ob Erzieherinnen und Erzieher und Grundschullehrer in der »Kategorie zwei mit hoher Priorität« geimpft werden könnten. In der Impfverordnung zählen sie bisher zur Gruppe drei – zusammen mit über 60-Jährigen. Derzeit laufen Impfungen der Gruppe eins, zu der über 80-Jährige, Personal und Bewohner in Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal mit höchstem Ansteckungsrisiko zählen. »Immer dann, wenn man sagt, jemand soll höhergestuft werden, muss man gleichzeitig auch sagen: Wer tritt dann ein Stückchen zurück und muss etwas warten«, sagte Giffey. Das müsse sehr verantwortungsvoll geschehen.

Schleswig-Holstein: Zoos und Blumenläden dürfen zum 1. März öffnen

12.55 Uhr: Zoos, Wildparks, Gartenbaucenter und Blumenläden sollen in Schleswig-Holstein zum 1. März öffnen können. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Landtag an. Gleiches gelte für bestimmte Sportmöglichkeiten auch innen sowie neben Friseursalons auch für Nagelstudios.

Generell hatten Bund und Länder am Mittwoch die Verlängerung des Corona-Lockdowns mit geschlossenen Geschäften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen bis 7. März beschlossen. Länder haben aber auch eigene Regelungsmöglichkeiten. So sollen Grundschulen und Kitas in Schleswig-Holstein am 22. Februar in den regulären Präsenzbetrieb zurückkehren. Dies soll einhergehen mit einer erweiterten Teststrategie des Landes. Lehrkräfte und andere an Schulen und in Kitas Beschäftigte sollen sich regelmäßig testen lassen können.

Schleswig-Holstein lag mit Stand Mittwochabend bei 60,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das war im Länderranking der sechste Platz.

WHO Europa sieht Rückgang von Corona-Zahlen – »Immer noch zu hoch«

12.20 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht positive Entwicklungen bei den Corona-Zahlen in Europa. Auch wenn wöchentlich mehr als eine Million neue Fälle gemeldet würden, gingen die Neuinfektionszahlen in der europäischen WHO-Region insgesamt seit vier Wochen in Serie zurück, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Auch die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen habe sich zwei Wochen nacheinander verringert. Dennoch machte Kluge klar: »Die Zahlen, die wir sehen, sind immer noch zu hoch.«

Kluge wies darauf hin, dass diese Rückgänge eine zunehmende Anzahl an Ausbrüchen von besorgniserregenden Virusvarianten verdeckten. Voreilige Entschlüsse müssten deshalb vermieden werden. Die meisten europäischen Länder blieben weiterhin gefährdet.

»Im Moment ist da ein schmaler Grat zwischen der Hoffnung eines Impfstoffes und einem falschen Gefühl der Sicherheit«, sagte Kluge. Zu häufig habe man gesehen, dass Staaten ihre Corona-Maßnahmen zu früh gelockert und man damit hart erarbeitete Errungenschaften wieder verloren habe. Angesichts der neuen Virusvarianten müsse man alles daran setzen, Übertragungen zu verringern und zu verzögern.

Die WHO Europa zählt insgesamt 53 Länder zur europäischen Region, darunter die Türkei, Russland und andere Staaten östlich der EU. In dieser Region werde momentan in 37 Ländern geimpft, aus 29 davon gebe es bisher Informationen zum Fortschritt der Impfkampagnen, berichtete Kluge. In diesen 29 Staaten hätten bislang 7,8 Millionen Menschen ihren gesamten Impfprozess abgeschlossen, was lediglich 1,5 Prozent der dortigen Bevölkerung entspreche.

Aber es gebe gute Nachrichten, sagte Kluge: »Die Anzahl der verabreichten Impfdosen hat die Zahl der gemeldeten Fälle in der Region überschritten: Rund 41 Millionen Dosen wurden verabreicht gegenüber 36 Millionen gemeldeten Fällen.« Er mahnte jedoch Geduld an: »Die Impfung von Prioritätsgruppen rettet schon jetzt Leben. Aber das schiere Ausmaß der Bereitstellung der Covid-19-Impfstoffe ist enorm - und die Impfungen werden einige Zeit brauchen.«

Organisationen: Impf-Know-how soll öffentliches Gut werden

12.12 Uhr: Ein Bündnis von Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen fordert die deutschen Pharmafirmen Biontech und Curevac auf, schnell den Weg für eine weltweite Produktion ihrer Corona-Impfstoffe zu ebnen. So sollten die Unternehmen während der Pandemie auf ihre geistigen Eigentumsrechte verzichten und Technologien und Know-how anderen Firmen zugänglich machen, heißt es in einem offenen Brief unter anderem von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam und Transparency International. Zudem sollten sie einen Teil der Impfstoffe für ärmere Länder bereitstellen.

Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen erklärte am Donnerstag: »Es darf nicht sein, dass ärmere Länder mit dem Schutz ihrer Risikogruppen noch Jahre warten müssen, während reiche Länder wie Deutschland schon die breite Masse impfen.«

Die gut 20 Organisationen weisen darauf hin, dass beide Firmen Fördergelder von jeweils mehreren Hundert Millionen Euro allein durch die Bundesregierung erhalten hätten. Dadurch stünden sie in der Verantwortung, Menschen weltweit Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu gewähren.

Massute erklärte, die Zeit dränge. »Unsere Teams sehen derzeit drastisch ansteigende Infektionszahlen in Projektstandorten etwa in Malawi, Mosambik, Afghanistan und Brasilien und die besorgniserregende Ausbreitung von Virusmutationen.«

Sorge vor Mutationen: Lettland schließt die Grenzen

11.53 Uhr: Lettland macht für zwei Wochen die Grenzen dicht: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten dürfen von Donnerstag an nur noch Menschen in das baltische EU-Land einreisen, die einen triftigen Grund sowie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die Regelung gilt zunächst bis zum 25. Februar. Ganz ausgesetzt wird bis auf Weiteres der Passagierverkehr mit Großbritannien, Irland und Portugal. Die verschärften Einreiseregeln waren von der Regierung in Riga in der Vorwoche beschlossen worden. Bei Ankunft in Lettland besteht zudem unverändert eine Registrierungs- und Quarantänepflicht.

In Lettland waren bereits zu Wochenbeginn Änderungen an den Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Die mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen einhergehenden Lockerungen für den Einzelhandel führen Medienberichten zufolge aber besonders zu Stoßzeiten teils zu langen Warteschlangen vor Geschäften.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern kämpft seit dem Herbst mit einer steigenden Zahl an Neuinfektionen. Angesichts der starken Zunahme hatte die Regierung im Dezember die Beschränkungen verschärft und das öffentliche Leben zurückgefahren – die meisten Geschäfte waren seitdem dicht.

Seit Montag dürfen wieder Geschäfte aufmachen, deren Sortiment zu mindestens 70 Prozent aus Lebensmitteln oder aus Hygieneprodukten besteht. Auch Buchhandlungen dürfen wieder öffnen. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass für jeden Kunden eine Fläche von 25 Quadratmetern zur Verfügung steht.

In Lettland wurden seit Beginn der Pandemie gut 74.000 Corona-Fälle erfasst, über 1400 Infizierte starben. Aufgrund der strengen Corona-Beschränkungen hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt. Die Entwicklung ist gegenwärtig schlechter als in Deutschland.

Instagram sperrt Schlagersänger Wendler wegen Verschwörungsmythen

11.44 Uhr: Der umstrittene Schlagersänger Michael Wendler (48, »Egal«) kann künftig keine Verschwörungserzählungen mehr über Instagram verbreiten. Der Kanal des 48-Jährigen war am Donnerstag nicht mehr zu erreichen – das soziale Netzwerk hatte ihn gesperrt. »Wir haben den Instagram-Account entfernt, da er wiederholt gegen unsere Richtlinien verstoßen hat«, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns Facebook der Deutschen Presse-Agentur.

In den Richtlinien von Instagram heißt es, dass Verletzungen der Regeln dazu führen können, dass Inhalte gelöscht, Konten gesperrt oder andere Beschränkungen vorgenommen werden. »Wir entfernen alle Inhalte, die glaubhafte Bedrohungen oder Hassrede enthalten.« Ernsthafte Bedrohungen der öffentlichen oder persönlichen Sicherheit seien ebenfalls nicht zulässig.

Auf Wendlers Instagram-Kanal waren nach Ausbruch der Coronakrise unter anderem Begriffe wie »Fake Pandemie« und »Medienzensur« zu lesen gewesen. Auch hatte er das Netzwerk genutzt, um per Video seinen Job in der RTL-Castingshow »Deutschland sucht den Superstar« aufzukündigen. Die Äußerungen hatten im Oktober 2020 einen Eklat ausgelöst, weil der in Florida lebende Schlagerbarde der Bundesregierung »grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung« in der Coronakrise vor. Zudem beschuldigte er Fernsehsender – darunter seinen damaligen Haussender RTL – »gleichgeschaltet« zu sein. RTL distanzierte sich sofort und nannte Wendler einen Verschwörungstheoretiker. Es kam zum Bruch.

Darüber hinaus hatte Wendler Instagram als Forum gewählt, um weitere Skandaläußerungen zu verteidigen, die er auf Telegram – einem anderen Netzwerk – gepostet hatte. Dort hatte Wendler Deutschland wegen der Anti-Corona-Maßnahmen als »KZ« bezeichnet. Angeblich sei »KZ« eine Abkürzung für »Krisen Zentrum« gewesen, behauptete er später auf Instagram. In der breiten Öffentlichkeit waren die Buchstaben jedoch als Synonym für »Konzentrationslager« wahrgenommen worden.

Nach dem Vorfall verbannte RTL den Schlagersänger endgültig vom Bildschirm und schnitt ihn auch aus »Deutschland sucht den Superstar«-Material, das bereits aufgezeichnet vorlag. Wendlers wenige verbliebene Szenen waren fortan nur noch verpixelt und ohne Ton zu sehen.

Grüne im Bundestag fordern mehr Weitblick in Coronakrise

11.12 Uhr: Die Grünen im Bundestag kritisieren nach den Corona-Krisenberatungen von Bund und Ländern fehlende Perspektiven und Strategien für das Land. Es gehe nicht ums Öffnen, sondern darum, worauf jetzt hingearbeitet werde. »Das haben Sie gestern nicht geliefert«, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Donnerstag in der Debatte zur Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. »Ich gönne jedem und jeder hier und anderswo eine Frisur. Ich gönne auch übrigens den Friseurinnen die Einnahmen«, sagte sie weiter. »Das ist aber keine Strategie.«

Scharf kritisierte sie die schleppende Umsetzung der Corona-Wirtschaftshilfen. »Diese Wirtschaftshilfen, das ist ein riesiges Versagen der Bundesregierung, ein Hin- und Herschieben zwischen Wirtschaftsminister und Finanzminister.« Mit Blick auf Schulen und Kitas forderte Göring-Eckart ein Luftfilterprogramm, ein Programm für benachteiligte Schüler und schlug erneut die Nutzung von Kirchen und Gemeindehäusern für Unterricht vor.

Bestandteil des Biontech/Pfizer-Impfstoffs: Evonik baut Lipid-Produktion aus

11.10 Uhr: Wegen des aktuell hohen Bedarfs an Stoffen für die Herstellung von Corona-Vakzinen baut der Essener Spezialchemiekonzern Evonik seine Lipid-Produktion aus. Laut einer Mitteilung vom Donnerstag soll dazu Geld in die Standorte Hanau und Dossenheim gesteckt werden. Bereits in der zweiten Jahreshälfte will Evonik dort im Rahmen einer Partnerschaft mit Biontech kommerzielle Mengen produzieren.

Die Lipide kommen bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffes BNT162b2 zum Einsatz, den Biontech zusammen mit seinem US-Partner Pfizer unter dem Namen Comirnaty vermarktet. Dabei wird der Botenstoff der mRNA-Vakzine in eine Art Hülle verpackt, die aus Lipiden besteht. Diese fettartigen Moleküle sind wichtig, damit die Wirkstoffe der mRNA-Vakzine freigesetzt werden und die Impfung ihre Wirkung entfalten kann.

Die Impfkampagne in Deutschland war zuletzt wegen Lieferschwierigkeiten der Hersteller ins Stocken geraten. Wie nach dem »Impfgipfel« jüngst verlautete, liegt dies unter anderem bei mRNA-Vakzinen an der Belieferung mit Lipiden. Nur wenige Unternehmen in Deutschland könnten diese herstellen, hieß es aus der Branche. Auch der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA versorgt Biontech mit Lipiden und hatte kürzlich angekündigt, seine Liefermengen bis Jahresende zu steigern.

1200 Einsatzkräfte kontrollieren die Ausreise aus Tirol

11.04 Uhr: Im österreichischen Bundesland Tirol werden rund 1200 Polizisten und Soldaten für die Ausreisekontrollen wegen der Coronavirus-Mutante eingesetzt. Derzeit werde noch an der Infrastruktur für die Kontrollstellen gearbeitet, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Tirol am Donnerstag mit. Für die Ausreise aus dem Bundesland ist von Freitag an für zunächst zehn Tage ein negativer Corona-Test nötig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind nach bisherigen Angaben Kinder sowie der Güterverkehr und die Durchreise ohne Zwischenstopp. Der Schritt soll helfen, die Verbreitung der in Tirol vermehrt aufgetretenen Südafrika-Variante des Coronavirus einzudämmen.

Nach jüngsten Auswertungen ist nach Angaben des Bundeslands in Tirol von derzeit 139 aktiven Fällen der als höher ansteckend geltenden Mutante auszugehen.

Tirol intensiviert unterdessen die Suche nach Infektionsfällen. So sollen neben dem ohnehin schon erweiterten Testangebot alle 84.000 Einwohner des besonders betroffenen Bezirks Schwaz einen PCR-Gurgeltest nach Hause bekommen. Allen Betrieben des Bezirks Schwaz würden gratis Testungen der Mitarbeiter angeboten, hieß es vonseiten des Landes. Aktuell sinkt die Zahl der aktiv positiven Fälle von Corona-Infizierten in Tirol weiter. Am Donnerstag wurden 1050 Fälle gemeldet, nach 1088 am Vortag.

Bartsch kritisiert Impfpolitik der Regierung

10:56 Uhr: Der Linke-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch hat der Bundesregierung massive Versäumnisse in der Coronakrise vorgehalten. »Vom Pandemieweltmeister im Frühjahr sind wir abgestiegen in den Impfkeller Europas«, sagte er am Donnerstag im Bundestag. Impfzentren stünden leer, verzweifelte Bürger steckten in Hotlines fest. Bartsch machte auch Fehler bei den Impfstoffbestellungen auf EU-Ebene unter deutscher Ratspräsidentschaft für das »Impfdebakel« verantwortlich, bei denen um Preise gefeilscht worden sei. »Andere Staaten haben nicht geknausert, als es um das Leben ihrer Bürger ging.«

Bartsch forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Selbstkritik auf. Deren »Papst-Attitüde der Unfehlbarkeit« sei in dieser Situation unangebracht. Es sei ein Skandal, dass Novemberhilfen für Firmen teils noch nicht ausgezahlt worden seien. Zudem sei es inakzeptabel, dass der Bundestag erneut erst nach Beschlüssen von Bund und Ländern für einen längeren Lockdown darüber debattiere und nicht vorher.

Iranischer Kleriker verknüpft Corona-Vakzine mit Homosexualität – Ministerium empört

10.41 Uhr: Das iranische Gesundheitsministerium geht gegen einen Kleriker vor, der einen angeblichen Zusammenhang zwischen Corona-Impfstoffen und Homosexualität propagiert und generell von Impfungen abrät. »Das sind nicht nur abergläubische und blödsinnige Ansichten, sondern auch eine illegale Einmischung in die gesundheitspolitischen Angelegenheiten des Landes«, sagte Presseleiter Kianusch Dschahanpur laut Medienberichten vom Dienstag. Diese Art von Stimmungsmache dürfe nicht ohne juristische Konsequenzen bleiben.

Der 68 Jahre alte Kleriker Abbas Tabrisian ist in Iran nicht nur als »islamischer Medizinmann«, sondern auch als Verschwörungstheoretiker bekannt. Er lehnt die moderne Medizin strikt ab und bezeichnet sie als »ein Projekt der Zionisten, Amerikaner und des Imperialismus« gegen Muslime. Er glaubt auch, dass viele Krankheiten durch einfaches Beten und ohne Ärzte und Medizin geheilt werden können. Zu seinen bevorzugten Heilmethoden gehören Kamelurin und Honig-Bandagen.

Seit dieser Woche wird im Iran geimpft - mit dem russichen Impfstoff Sputnik V.

Seit dieser Woche wird im Iran geimpft - mit dem russichen Impfstoff Sputnik V.

Foto: Abedin Taherkenareh/ EPA-EFE/ REX

Auf seinem Kanal in der Messenger-App Telegram propagiert der Kleriker außerdem, dass die Impfstoffe zu einer Reduzierung des islamischen Glaubens führen und homosexuellen Neigungen auslösen. Im Islam – und somit auch in Iran – gilt Homosexualität als eine »krankhafte Perversion«, die auch hart bestraft werden kann.

Das Gesundheitsministerium reagierte empört und auch besorgt. Besonders bei dieser lebensgefährlichen Pandemie sollten Kleriker nicht im Namen der Religion mit Menschenleben spielen, so das Ministerium. In den vergangenen zwölf Monaten wurden in Iran im Zusammenhang mit dem Virus mehr als 58.000 Todesfälle und mehr als 1,4 Millionen Infektionen erfasst. Trotz strenger Lockdowns werden weiterhin bis zu 70 Corona-Tote und 7000 Neuinfektionen pro Tag registriert.

Lindner fordert verstärkten Einsatz von Schnelltests zur Pandemiebekämpfung

10.40 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die neuen Corona-Beschlüsse scharf kritisiert und einen verstärkten Einsatz von Technologien gegen die Ausbreitung des Virus gefordert. Angesichts der großen Erschöpfung in der Gesellschaft seien die Erwartungen an die Runde groß gewesen, sagte Lindner am Donnerstag im Bundestag nach einer Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). »Diese Hoffnungen sind enttäuscht worden, denn viele Menschen haben sich mehr erwartet als einen frischen Haarschnitt«, so Lindner.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Auch nach einem Jahr bleibe der wesentliche Grundsatz: »Wir bleiben zu Hause«, so Lindner. »Das ist bestenfalls einfallslos. Mit Sicherheit, Frau Merkel, ist das nicht alternativlos«, sagte Lindner. Die FDP habe kein Verständnis dafür, dass vorhandene Technologien nicht genutzt würden, beispielsweise im großen Stil Schnelltests einzusetzen oder die Corona-Warn-App zu erweitern.

Dies sei auch nötig mit Blick darauf, dass es künftig Mutationen geben könne, gegen die bisherige Impfungen womöglich nicht mehr wirksam seien. Lindner: »Also brauchen wir jetzt Methoden und eine Infrastruktur, mit der wir die Pandemie besser ausbalancieren, mit dem Gesundheitsschutz, der notwendig ist, aber der Freiheit, die die Menschen auch leben müssen.«

CDU-Wirtschaftsrat kritisiert unklaren Weg aus dem Lockdown

10.22 Uhr: Der Wirtschaftsrat der CDU hat die Beschlüsse von Bund und Ländern in der Coronakrise massiv kritisiert. Präsidentin Astrid Hamker sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, es fehle völlig eine »Normalisierungsperspektive« für besonders vom Lockdown betroffene Wirtschaftszweige wie den Einzelhandel und die Gastronomie. Dies führe zu Resignation und Hilflosigkeit. Spätestens bis zu den nächsten Beratungen von Bund und Ländern am 3. März müsse ein klares Öffnungskonzept für die deutsche Wirtschaft vorgelegt werden.

»Unser Land braucht dringend einen Fahrplan für das Wiederhochfahren von Wirtschaft und öffentlichem Leben«, so Hamker. »Dabei geht es weder um die vorschnelle Aufgabe aller Beschränkungen noch um immer neue Inzidenzwerte und Termine für ein Ende des Lockdowns, die dann doch wieder kassiert werden. Vielmehr muss ein verbindlicher Fahrplan definiert werden, der Wirtschaft wie Bürgern Orientierung und Perspektiven gibt.« Essentiell wäre zudem, dass ein solches Öffnungskonzept bundesweit einheitlich gelte.

Die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stellten gerade kleine und mittlere Unternehmen vor existenzielle Probleme. »Gerade in diesen Tagen erreichen uns von vielen Mitgliedern Hilferufe, dass aufgrund der von der Politik verfügten Einschränkungen ein Großteil der finanziellen Reserven aufgebraucht ist.« Ein immer wieder verlängerter Dauer-Lockdown ohne jede Perspektive könne nicht die Lösung sein.

Die Bundesregierung habe im Sommer keine Schutzkonzepte für Risikogruppen entwickelt, im Herbst den Impfstart verstolpert und im Winter noch nicht einmal alle für November zugesagten Hilfen an die Wirtschaft ausgezahlt, so Hamker: »Jetzt wird erneut versucht, mit dem brachialen Mittel des flächendeckenden Lockdowns das Gesundheitswesen zu entlasten. Damit gefährden wir Unternehmen, Arbeitsplätze und nicht zuletzt unseren Wohlstand.«

SPD-Fraktionschef Mützenich mahnt zur Vorsicht

10.09 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die Verlängerung des Corona-Lockdowns verteidigt und für vorsichtige nächste Schritte geworben. »Die Erfolge sind sichtbar, aber zerbrechlich«, sagte er am Donnerstag im Bundestag mit Blick auf sinkende Infektionszahlen und neue, ansteckendere Virusvarianten. »Die Rückkehr zu einem weniger beschränkten Alltag muss anhand dynamischer und nachvollziehbarer Kriterien nach und nach entstehen.« Angesichts der sozialen Bedeutung müssten zuerst Kinder und Jugendliche davon profitieren.

SPD-Politiker Mützenich

SPD-Politiker Mützenich

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

Mützenich betonte, dass Nachwirkungen der Pandemie bestehen bleiben würden. Dabei sei eine Erkenntnis der vergangenen Monate, dass nur ein starker und sozialer Staat die Herausforderungen bewältigen könne. Mit großen finanziellen Hilfen komme die deutsche Wirtschaft besser durch die Krise als andere Volkswirtschaften. Konkrete Hilfen müssten nun aber auch endlich ankommen. Genügend Geld stehe bereit.

Tschechien isoliert drei Grenzgebiete wegen hoher Infektionszahlen

10.02 Uhr: Wegen massiver Infektionszahlen schottet Tschechien drei Grenzbezirke von der Außenwelt ab. Wer dort wohne, dürfe den jeweiligen Bezirk nicht mehr verlassen, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Donnerstag in Prag. Leute von außerhalb würden nicht hereingelassen. Betroffen sind die Bezirke Cheb (Eger) und Sokolov (Falkenau) an der Grenze zu Bayern sowie Trutnov (Trautenau) im Dreiländereck zu Polen und Sachsen. Dort liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner drei- bis viermal so hoch wie in anderen Landesteilen. Die Maßnahmen sollten in der Nacht zu Freitag in Kraft treten.

Die Bezirke in Tschechien entsprechen in etwa den deutschen Landkreisen. Die Polizei werde an den Zufahrtsstraßen kontrollieren, kündigte der Gesundheitsminister an. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte. Dafür sind schriftliche Nachweise vorzulegen. Der Transit ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt. In den betroffenen Bezirken sollen eine Million Atemschutzmasken kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden.

Im Bezirk Trutnov hatte sich zuletzt die ansteckendere britische Variante besonders stark ausgebreitet. Tschechien ist stark von der Corona-Krise betroffen. Landesweit meldeten die Behörden am Donnerstag 9446 neue Fälle. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 17.772 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Corona-Zahlen in den USA sinken weiter

09.51 Uhr: In den USA ist die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig. Mit 93.166 neuen Fällen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 28.000 weniger als am selben Tag der Vorwoche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen hervorging. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 300.282 neuen Fällen gemeldet.

Am Mittwoch verzeichneten die Behörden zudem 3219 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion. Am selben Tag in der Vorwoche waren es noch 3912. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit 4432 Toten registriert.

Angesichts sinkender Zahlen haben einige Bundesstaaten Lockerungen ihrer Corona-Auflagen angekündigt. Der Bundesstaat New York wird nach Angaben von Gouverneur Andrew Cuomo seine Stadien ab Ende Februar wieder für Großveranstaltungen öffnen. Grundlage dafür sei, dass die individuellen Pläne der Veranstalter zur Vermeidung von Infektionen von der zuständigen Gesundheitsbehörde abgesegnet würden.

Da sich mutierte Varianten des Coronavirus weiter im Land ausbreiten, warnen einige Experten jedoch vor einer neuen Welle. Landesweit sind nach jüngsten Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC zwischen ein und vier Prozent der Fälle auf die zunächst in Großbritannien gefundene Variante B.1.1.7 zurückzuführen. CDC-Direktorin Rochelle Walensky riet zuletzt von jeglicher Lockerung von Corona-Maßnahmen ab.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 27,2 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 471.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert.

Mutierte Viren laut Expertin »noch in zehn Jahren« ein Thema

09.41 Uhr: Die Mikrobiologin Sharon Peacock geht davon aus, dass Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 die Welt auch noch Anfang der 2030er-Jahre beschäftigen werden. »Sobald wir das Virus unter Kontrolle haben oder es selbst so mutiert, dass es nicht mehr virulent ist und eine Krankheit hervorruft, können wir aufhören, uns zu sorgen«, sagte Peacock, die das britische Programm zur Sequenzierung von Coronavirus-Proben leitet, im BBC-»Newscast«. »Aber wenn ich in die Zukunft schaue, denke ich, dass wir das [Sequenzieren] noch Jahre machen werden. Wir werden das meiner Meinung nach auch noch in zehn Jahren machen.«

Es sei normal und in den meisten Fällen unbedenklich, dass Viren Mutationen entwickeln. Nur sehr wenige riefen spezielle Eigenschaften hervor, die den Erreger etwa ansteckender machen oder die Immunantwort auf das Virus einschränken könnten. Diese gelte es zu beobachten und früh zu erkennen.

Die Biologin der Universität Cambridge geht zudem davon aus, dass die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 schon bald die dominante Variante nicht nur im Vereinigten Königreich sein wird. »Sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch die ganze Welt schwappen.« Schon jetzt ist die ansteckendere Variante in mehr als 50 Ländern nachgewiesen worden.

Merkel: Zögerliches Handeln mitverantwortlich für zweite Welle

09:36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Fehleinschätzungen und Fehler bei der zweiten Corona-Welle eingeräumt. Die erste Welle im vergangenen Frühjahr habe Deutschland weit weniger getroffen als andere Staaten, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. »Dann waren wir nicht vorsichtig genug und nicht schnell genug.« Das Vorgehen sei zum Ende des Sommers und Beginn des Herbstes zu zögerlich gewesen. Deutschland habe nicht rechtzeitig und konsequent genug das öffentliche Leben wieder heruntergefahren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Merkel erläuterte im Bundestag die am Vortag mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossenen Maßnahmen zum weiteren Vorgehen in der Pandemie. Beschlossen wurde eine weitgehende Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März. »Die allermeisten der beschlossenen Maßnahmen müssen konsequent beibehalten werden«, sagte Merkel in der Regierungserklärung (hier im Video). Das Beschlossene sei »geeignet, erforderlich und verhältnismäßig«.

Landkreistag fordert schnellen Abbau der Kontaktbeschränkungen

09.20 Uhr: Der Deutsche Landkreistag spricht sich dafür aus, möglichst bald die strengen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu lockern. »Der fortgesetzte Lockdown ist an die Akzeptanz und das Vertrauen der Menschen gekoppelt«, sagte der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Donnerstag. »Deshalb sollten wir neben der Öffnung der Schulen und der Friseure die ganz enge Kontaktbeschränkung auf eine Person außerhalb des eigenen Haushalts so schnell wie möglich aufgeben.«

»Der erkennbare Rückgang bei den Infektionszahlen eröffnet perspektivisch die Spielräume, um zu Lockerungen zu gelangen«, fügte Sager hinzu. »Dafür ist es wichtig, dass Bund und Länder zügig weitere Öffnungsschritte abstimmen.«

Die fortdauernden Belastungen durch den Lockdown seien nur vermittelbar, »wenn der Plan mit realistischen, erreichbaren Zahlen unterlegt wird, anhand derer man abschätzen kann, was ab welchem Wert wieder geöffnet werden kann«, führte Sager aus. Die bereits vorgelegten Stufenpläne einzelner Bundesländer wiesen dabei in die richtige Richtung.

Erste Kindergärten und Schulen in Israel öffnen nach Corona-Lockdown

08.58 Uhr: Nach wochenlanger Schließung in der Coronakrise haben in Israel erste Kindergärten und Schulen seit Donnerstag wieder geöffnet. Zunächst dürfen Kindergärten sowie erste bis vierte Schulklassen in Orten mit niedrigen Infektionszahlen wieder den Präsenzunterricht aufnehmen. Schrittweise sollen ältere Schüler folgen. Orientiert wird sich dabei neben den lokalen Infektionszahlen auch an der Impfdichte. Die Regierung hatte am Sonntag mit dem Ausstieg aus einem seit Ende Dezember geltenden Lockdown begonnen.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land läuft eine massive Impfkampagne. Bislang erhielten rund 3,7 Millionen Menschen eine Erstimpfung, davon bekamen etwa 2,3 Millionen auch die zweite Dosis. Die Regierung bemüht sich, der Kampagne nach einem Rückgang der Impfbereitschaft neuen Schwung zu verleihen.

Die Impfkampagne fiel lange zusammen mit hohen Neuinfektionszahlen. In den vergangenen Tagen zeichnete sich hier aber ein Rückgang ab. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag betrug die Zahl der neuen Fälle binnen 24 Stunden zuletzt 5540. Das waren fast 2000 weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Schwerkranken lag allerdings weiterhin oberhalb der 1000er-Marke.

Grundschulen in Rheinland-Pfalz öffnen am 22. Februar

8.31 Uhr: Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollen am 22. Februar wieder öffnen. »Es ist klar, dass mit Schulen und Kitas die ersten Schritte gemacht werden müssen«, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Ältestenrat des Landtags in Mainz. Die Landesregierung habe nach den Bund-Länder-Beratungen beschlossen, »nach der Fastnachtswoche durchzustarten mit Wechselunterricht in der Grundschule«.

Dann sollen die Klassen in Gruppen geteilt werden, die abwechselnd zu Hause und in der Schule lernen. Die Präsenzpflicht an den Schulen war wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen am 16. Dezember aufgehoben worden.

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Walter-Borjans kritisiert Altmaier

7.58 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans stellt sich hinter die Beschlüsse zur erneuten Verlängerung des Corona-Shutdowns. Die Entwicklung der Infektionszahlen zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei, sagte Walter-Borjans im Deutschlandfunk.

Er kritisierte allerdings Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wegen der Verzögerungen bei der Auszahlung der Wirtschaftshilfen. Was man gerade bei den Hilfen für Betriebe im Einzelhandel und in der Gastronomie sehe, sei nicht Folge mangelnden Geldes, sondern Folge mangelnder Umsetzung. »Der Bundeswirtschaftsminister muss an dieser Stelle in die Puschen kommen.«

Scholz zu Wirtschaftshilfen: »Das kann jetzt ganz schnell gehen«

7.46 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz verteidigt nach dem Bund-Länder-Gipfel den Kurs in der Corona-Politik. »Wir müssen Stück für Stück vorgehen«, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Sender NTV. »Wir müssen runterkommen bei den Werten und da bleiben«, ergänzte er mit Blick auf die Corona-Fallzahlen. Den von der Krise betroffenen Firmen stellte der Finanzminister eine raschere Auszahlung staatlicher Hilfen in Aussicht. »Das kann jetzt ganz schnell gehen«, sagte er.

DIW-Chef: Bundesregierung muss weiteres Wirtschaftsprogramm auflegen

7.25 Uhr: Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert weitere Wirtschaftshilfen in der Coronakrise. »Die Bundesregierung wird in den kommenden Monaten ein weiteres Wirtschaftsprogramm auflegen müssen«, sagte er im ZDF. Das Geld, das der Staat jetzt ausgebe, sei bestens investiert. Davon dürfe er sich auch nicht von einer »unsinnigen Schuldenbremse« abhalten lassen.

Fratzscher kritisierte zugleich, dass viele der aktuellen Hilfen zu langsam und nicht ausreichend seien. Er nennt hier zum Beispiel Soloselbständige und Minijobber. »Es fallen noch zu viele hinten runter«, betonte der DIW-Chef, vor allem die sozial Schwächsten.

Weil verteidigt Shutdown-Verlängerung

6.20 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wirbt für die neuerliche Shutdown-Verlängerung. »Wir können mit Hinblick auf die Mutationen niemandem schnelle Öffnungen versprechen, sosehr ich den Druck und das Leiden nachvollziehen kann«, sagte Weil dem Magazin »WirtschaftsWoche«.

»Eines haben wir doch alle schmerzlich gelernt: Der Anstieg kann schnell und plötzlich kommen, ein Abstieg hingegen ist mühsam und schwierig. Für die Betriebe und Firmen wäre es also hochschädlich, wenn wir nach dem mühsamen Kampf der vergangenen Monate in eine dritte Welle hineinlaufen würden. Das wäre der Worst Case.«

RKI meldet 10.237 Neuinfektionen

5.35 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.237 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 666 neue Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte das RKI 14.211 Neuinfektionen und 786 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 64,2. Vor vier Wochen, am 13. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 155 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tage-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.310.233 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.087.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg demnach auf 63.635.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,82 (Vortag 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Marburger Bund will mehr Tests

3.02 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert für die Zeit nach dem Shutdown eine deutliche Ausweitung der Testungen auf das Coronavirus. »Wir müssen nicht nur massenhaft testen und bei positiven Ergebnissen die Isolierung anordnen, sondern diese dann auch konsequent durchsetzen«, sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, der »Rheinischen Post«.

Aus der Zeit nach der ersten Welle und auch aus den Erfahrungen anderer Länder wisse man, wie wichtig ein »lückenloses Testregime« für die Kontrolle des Infektionsgeschehens sei. Wer Kontakt zu einer nachweislich positiv getesteten Person habe, müsse bis zu einem negativen Ergebnis in Quarantäne bleiben. »Wenn wir das nicht beherzigen, ist die nächste Infektionswelle schon vorprogrammiert.«

Intensivmediziner kritisieren Regelungen zu Kitas und Schulen

2.14 Uhr: Die Intensivmediziner begrüßen die Verlängerung des Shutdowns bis zum 7. März, kritisieren aber das uneinheitliche Vorgehen der Länder bei Schulen und Kitas. »Die Fortsetzung des Lockdowns ist aus meiner Sicht des Intensivmediziners richtig und vernünftig«, sagte Uwe Janssens, Ex-Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der »Rheinischen Post«.

Homeschooling, Wechselunterricht? Die Öffnung des Schulbetriebs ist Ländersache

Homeschooling, Wechselunterricht? Die Öffnung des Schulbetriebs ist Ländersache

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Er begrüße den neuen Richtwert, eine Inzidenz von 35. Bei den Beschlüssen zur Öffnung der Schulen hätte er sich allerdings ein einheitliches Vorgehen sehr gewünscht. Er sei enttäuscht, dass es wieder »16 individuelle Regelungen geben wird«, sagte der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. »Es ist mutig, in einem Zeitraum über Öffnungen zu sprechen, in dem wir Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf der Mutationen noch nicht wirklich gut kennen.«

Altmaier will Impfstoffhersteller unterstützen

1.24 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bietet führenden Impfstoffherstellern seine Unterstützung an, um Engpässe bei den Impfstofflieferketten zu beseitigen. Es gelte jetzt, »etwaige Schwachstellen und Engpässe bei den Lieferketten zur Impfstoffherstellung und Impfstoffproduktion frühzeitig zu erkennen, um Problemen vorzubeugen und gemeinsam an Lösungsoptionen zu arbeiten«, sagte Altmaier laut einem Schreiben an die Vorstandsvorsitzenden von neun Impfstoffherstellern, aus dem die Zeitungen der »Funke Mediengruppe« zitieren. Altmaier bittet demnach die Hersteller, »den Status der Versorgung« mit dem Impfstoff zu beschreiben und auf sich abzeichnende Engpässe hinzuweisen.

Wirtschaft bemängelt Planungssicherheit

1.01 Uhr: Die deutsche Wirtschaft bemängelt nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz zur Verlängerung des Shutdowns fehlende Planungssicherheit für das Hochfahren der Betriebe. »Für einen erfolgreichen Neustart brauchen wir im Großhandel einen verlässlichen Vorlauf, um unsere Partner aus Gastronomie und Hotellerie, aber auch Großküchen und Kantinen rechtzeitig und umfänglich ausrüsten und beliefern zu können«, sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), den Zeitungen der »Funke Mediengruppe«. Die Öffnungspläne von Bund und Ländern seien trotz der Verständigung auf einen ersten Schwellenwert zu vage, hier sei dringend eine weitere Konkretisierung nötig.

svv/bbr/cev/wit/dpa/Reuters/AFP