Corona-News am Freitag Spahn rechnet im Sommer mit Impfstoff für Kinder

Ein Vakzin für Kinder unter 16 Jahren gibt es noch nicht, es soll laut Gesundheitsminister Spahn nun kommen. Serbien impft in Europa am schnellsten. Athen verschärft die Maßnahmen. Der Überblick am 5. Februar.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Foto: Felix Zahn / photothek / imago images

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Spahn rechnet mit Corona-Impfstoff für Kinder für Sommer

21.41 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen für Kinder und Jugendliche geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus für diesen Sommer in Aussicht gestellt. Derzeit gebe es noch keinen für Kinder und Jugendliche zugelassenen Impfstoff, sagte Spahn, der als Gast bei der Jahresauftakt-Klausur der hessischen Union am Freitagabend online zugeschaltet war. Das Vakzin von Biontech /Pfizer sei ab 16 Jahren zugelassen, die beiden anderen Impfstoffe von Moderna und Astrazeneca ab 18 Jahre.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen sei dies ein Problem. Es gebe eine Reihe von Herstellern, bei denen Studien mit Kindern und Jugendlichen liefen, von drei oder vier Herstellern wisse er dies sicher. »Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann.«

Spahn räumte einen schwierigen Start der Impfkampagne Ende Dezember ein. »Es war irgendwie auch die Erwartung größer, im Nachhinein hätte man vielleicht noch stärker auch Erwartungsmanagement machen müssen«, sagte der Minister. »Ich hab' gedacht, nachdem wir sechs Wochen über Priorisierung, Knappheit, Ethikrat, Bundestag diskutiert haben im Dezember, dass irgendwie klar ist, das wird schwierig am Anfang.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach dem Impfstart sei angesichts der Pandemiemüdigkeit »die Erwartung auf einmal ganz, ganz groß« gewesen, »dass das jetzt ganz, ganz schnell geht«. Der Weg sei begonnen, »aber es ist noch ein Stück Weg«, sagte Spahn. Mindestens die nächsten neun bis zehn Wochen dürften nun noch von starker Impfstoff-Knappheit geprägt sein, »und dann im zweiten Quartal wird's sicher besser«, so Spahn.

Spanien will Impfstoff von Astrazeneca nicht an über 55-Jährige ausgeben

22.40 Uhr: Der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca soll in Spanien nur für Menschen genutzt werden, die jünger als 55 Jahre sind. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Auch in Italien dürfen die Menschen bei Impfungen mit diesem Vakzin nicht älter als 55 Jahre sein.

In Griechenland werde die Impfung mit dem Vakzin nur für Menschen von 18 bis 64 Jahre empfohlen, teilte das Gesundheitsministerium in Athen mit. Für eine Anwendung bei älteren Menschen gebe es nur »unzureichende« Daten. Mit ähnlichen Begründungen hatten in den vergangenen Tagen bereits andere Länder wie Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark, die Niederlande und Schweden diese Altersbeschränkung festgelegt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte in ihrer Zulassungs-Empfehlung dagegen keine Einschränkungen für Ältere gemacht. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns hatte vor einer Woche die Zulassung in der EU erhalten. An der Entwicklung war die Universität Oxford beteiligt.

Österreich bietet Portugal Aufnahme von zehn Patienten an

22.12 Uhr: Österreich will dem Corona-Hochrisikoland Portugal zehn Patienten aus überlasteten Kliniken abnehmen. Das Angebot gelte für fünf Covid-19-Patienten und fünf Menschen mit schweren Erkrankungen oder bevorstehenden Operationen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit. Es sei ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu agieren. »So wie wir bereits bisher Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen haben, wollen wir nun Portugal in dieser schwierigen Situation helfen«, sagte Kurz.

Diese Unterstützung könne »in einer Zeit, in der Portugal immer noch einem hohen Druck auf die Krankenhäuser ausgesetzt ist, von grundlegender Bedeutung sein«, teilte das portugiesische Gesundheitsministerium mit. Das Hilfsangebot aus Wien sei an die Behörde, die die Verteilung der Covid-Intensivpatienten in Portugal organisiert, zur Prüfung weitergeleitet worden. Man habe verschiedene Hilfsangebote erhalten, die alle überprüft würden.

Bisher hatte Gesundheitsministerin Marta Temido versichert, eine Entsendung von Covid-19- oder anderen Patienten ins Ausland werde vorerst nicht erwogen. Auch Ärzte sagen, es gebe innerhalb Portugals Regionen mit weniger ausgelasteten Kliniken, in die man Patienten aus den inländischen Hotspots schicken könne. Zudem sollen Privatkliniken stärker herangezogen werden. Mehr als 900 Covid-Kranke wurden zuletzt auf Intensivstationen behandelt. Im staatlichen System hat Portugal nach eigenen Angaben 1250 bis 1300 Intensivbetten, die aber auch für andere Fälle benötigt werden.

Serbien impft am schnellsten in Kontinentaleuropa

21.57 Uhr: Serbien ist in Relation zu seiner Einwohnerzahl Spitzenreiter bei Corona-Impfungen auf dem europäischen Festland. Der Balkanstaat habe bereits mehr als 450.000 seiner sieben Millionen Bürger geimpft, berichtete die wissenschaftliche Zeitschrift »Our World in Data«. Das sei mehr als jedes andere Land in Europa mit Ausnahme Großbritanniens.

Während die EU in den vergangenen Wochen mit Produktionsschwierigkeiten und Lieferengpässen bei Impfstoffherstellern zu kämpfen hatte, setzt Serbien besonders auf chinesische, aber auch russische Vakzine. Mitte Januar hatte der Balkanstaat, der selbst nicht zur EU gehört, eine Million Impfdosen aus China erhalten.

Auf die Frage, zu welchem Preis Serbien die chinesischen Impfstoffe gekauft habe, sagte Präsident Aleksandar Vucic laut serbischen Medien, er habe »einen guten Deal« gemacht. Belgrad, das seit einigen Jahren Beitrittsverhandlungen mit der EU führt, ist bereits wegen mehrerer Infrastrukturprojekte bei Peking verschuldet.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Athen verschärft erneut Maßnahmen

21.11 Uhr: Im Großraum Athen und in der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki wird das tägliche Ausgangsverbot an diesem Wochenende um drei Stunden verlängert. Die Ausgangsperre gilt demnach an diesem Samstag und Sonntag ab 18.00 Uhr und endet um 5.00 des nächsten Tages. Nur wer an diesem Wochenende zum Arzt oder für einen kurzen Gang mit seinem Haustier ab 18.00 Uhr auf die Straße muss, darf ausgehen und dies muss per Sms an den Zivilschutz gemeldet werden. Dies teilte die Regierung mit. Diese Verschärfung der Maßnahmen wird zunächst bis 15. Februar gelten, hieß es weiter.

Zudem dürfen alle Läden, die keine Lebensmittel oder Medikamente verkaufen, nur noch an Wochentagen öffnen und zusätzlich nur noch mit der Methode »Click away« Waren verkaufen – der Kunde bestellt online oder telefonisch und holt die Ware vor der Tür ab, teilte der Zivilschutz mit. An Wochentagen bleibt die bislang geltende Ausgangsperre zwischen 21.00 und 5.00 Uhr bestehen, teilte der Zivilschutz weiter mit.

Nach einer leichten Lockerung des Lockdowns vor drei Wochen waren die Fallzahlen in Griechenland konstant nach oben geschnellt. Am Freitag meldete die griechische Gesundheitsbehörde für die rund 11 Millionen Einwohner 1195 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 19 Menschen starben in Verbinding mit Corona. Vergangene Woche wurden im Durchschnitt 625 Fälle und vor 15 Tagen rund 500 Fälle in der Woche gemeldet. Griechenland bleibt – gemessen an seiner Bevölkerung – dennoch eins der Länder Europas mit den wenigsten Corona-Fällen, teilte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde mit.

Ende des Wildwuchses - Friseure in Belgien dürfen wieder öffnen

20.52 Uhr: Endlich wieder zum Friseur: Nach dreieinhalb Monaten wuchernden Haarwuchses dürfen Friseure in Belgien von kommender Woche Samstag an wieder öffnen. Es würden jedoch sehr strenge Hygieneregeln gelten, sagte der belgische Regierungschef Alexander De Croo nach Regierungsberatungen in Brüssel. Er betonte, dass die Corona-Situation in dem Königreich seit Dezember recht stabil sei. Die Maßnahmen gegen das Virus funktionierten gut, weil die Menschen sie berücksichtigten. De Croo sagte, man müsse weiter vorsichtig sein.

Andere nichtmedizinische Berufe mit Körperkontakt - etwa Kosmetiker - müssen sich noch bis zum 1. März gedulden. Campingplätze dürfen bereits am Montag wieder öffnen, die Außenbereiche von Tierparks kommende Woche Samstag.

Die Corona-Fallzahlen in Belgien sind zuletzt leicht gestiegen. In der vergangenen Woche wurden täglich im Schnitt 2349 Neuinfektionen registriert - ein Plus um 5 Prozent. Ende Oktober lag der Wert zeitweise teils über 20.000. Mit strikten Kontaktbeschränkungen und einer zeitweisen Schließung aller nicht notwendigen Geschäfte wurden sie seither gedrückt. Seit Anfang Dezember sind die Geschäfte wieder geöffnet. Derzeit gilt jedoch ein Verbot aller nicht notwendigen Reisen aus und nach Belgien.

Lettland verlängert Notstand und beschränkt Einreise

20.17 Uhr: Lettlands Regierung hat den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstand um zwei weitere Monate verlängert. Das Kabinett in Riga beschloss am Freitag, den bereits im November ausgerufenen Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land bis zum 6. April fortzusetzen. Regierungschef Krisjanis Karins begründete den Schritt damit, dass die Corona-Situation in Lettland weiterhin ernst sei und es in den Krankenhäusern eine Krisenlage gebe.

Lettland verschärft zudem seine Einreiseregeln: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten dürfen von 11. Februar an für zwei Wochen nur noch Menschen ins Land, die einen triftigen Einreisegrund sowie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Ganz ausgesetzt wird der Passagierverkehr mit Großbritannien, Irland und Portugal.

Weiter wurden Änderungen an den geltenden Corona-Beschränkungen verabschiedet: Von Montag an dürfen in dem baltischen EU-Land wieder diejenigen Geschäfte aufmachen, deren Sortiment zu mindestens 70 Prozent aus Lebensmitteln oder aus Hygieneprodukten besteht. Auch Buchhandlungen dürfen wieder öffnen. Für den Einzelhandel gelten dabei strengere Regeln: So müssen nun in Geschäften für jeden Kunden 25 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern kämpft seit dem Herbst mit einer steigenden Zahl an Neuinfektionen. Angesichts der starken Zunahme hatte die Regierung im Dezember die Beschränkungen verschärft und das öffentliche Leben zurückgefahren - die meisten Geschäfte in Lettland sind seitdem dicht. Darüber regte sich in der Bevölkerung zuletzt vermehrt Unmut.

Ex-Football-Profi Vollmer 15 Kilo verloren

19.43 Uhr: Der frühere deutsche NFL-Profi Sebastian Vollmer hat eine Infektion mit dem Coronavirus und eine längere Covid-19-Erkrankung überstanden. »Ich war die letzten zwei Wochen krank mit Covid«, berichtete der 36-Jährige in einer Talkrunde mit aktuellen und früheren Footballspielern von NFL Deutschland. Er habe 15, 16 Kilogramm verloren und Fieber gehabt, sagte Vollmer weiter. Aktuell befinde er sich in Quarantäne. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung darüber berichtet. Vollmer war von 2009 bis 2016 in der National Football League für die New England Patriots aktiv und hatte dabei zweimal den Super Bowl gewonnen.

US-Regierung will Pfizer beim Ausbau der Impfstoffproduktion helfen

18.22 Uhr: Die US-Regierung wird dem Pharmakonzern Pfizer weitere Unterstützung zukommen lassen, um die Produktion des mit Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs noch schneller auszubauen. Die Regierung setzt ein Gesetz zur Militärproduktion ein, um sicherzustellen, dass Pfizer den ersten Zugriff auf Komponenten für die Herstellung und Abfüllung des Impfstoffs bekommt, wie der Corona-Logistik-Koordinator des Weißen Hauses, Tim Manning, am Freitag erklärte. Als Beispiel nannte er bestimmte Pumpen und Filter.

Der Schritt der Regierung werde Pfizer ermöglichen, die Produktion anzukurbeln »und die Ziele zu erfüllen, in den kommenden Monaten Hunderte Millionen Dosen auszuliefern«, sagte Manning. Das Gesetz zur Militärproduktion werde nun auch eingesetzt, um die Produktion von Corona-Schnelltests für zu Hause anzuschieben. Bis zum Spätsommer solle es demnach mindestens 61 Millionen solche Tests geben.

Zudem plane die Regierung, die heimische Produktion von Schutzkleidung, Masken und Handschuhen für das Gesundheitswesen anzuschieben, erklärte Manning. Die Regierung werde in Fabriken investieren, um eine Produktionskapazität von einer Milliarde Handschuhen im Monat aufzubauen. Es handelt sich dabei um Nitril-Gummi-Handschuhe wie sie in Krankenhäusern genutzt werden.

Die Ankündigungen stützen sich auf ein Gesetz aus der Zeit des Korea-Kriegs, den sogenannten Defense Production Act, das den Präsidenten mit weitreichenden Befugnissen ausstattet, im Interesse der nationalen Sicherheit in die Privatwirtschaft einzugreifen.

WHO-Chef Tedros: »Gebt Impfstoff ab!«

18.12 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an die reichen Länder appelliert, Corona-Impfstoffe abzugeben. »Es ist nötig, dass Länder Impfstoffdosen abgeben, wenn sie mit der Impfung ihres Pflegepersonals und der älteren Menschen durch sind«, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf.

Er kritisierte, dass in manchen Ländern bereits jüngere Menschen geimpft würden, die keine höheren Krankheitsrisiken hätten. »Dreiviertel der Impfungen haben in zehn Ländern stattgefunden, die zusammen 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen«, sagte Tedros. »In fast 130 Länder mit 2,5 Milliarden Einwohnern ist noch nicht eine einzige Impfdosis verabreicht worden«, sagte er.

Je länger es dauere, alle Menschen weltweit, die großen Ansteckungsrisiken ausgesetzt sind, zu impfen, desto größer werde die Gefahr, dass das Virus sich weiter verändere und die Impfung womöglich eines Tages nutzlos mache, sagte Tedros. »Wenn wir das Virus nicht überall unterdrücken, stehen wir vielleicht irgendwann wieder am Anfang«, warnte er.

USA setzen Hunderte Soldaten für Impfkampagne ein

17.44 Uhr: Die US-Streitkräfte werden sich mit mehr als 1000 Soldatinnen und Soldaten an der Corona-Impfkampagne beteiligen. Die ersten der zunächst 1100 Armeeangehörigen würden Mitte Februar an großen Impfstationen im westlichen Bundesstaat Kalifornien ihre Arbeit aufnehmen, sagte Andy Slavitt, ein ranghoher Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden.

»Die entscheidende Rolle des Militärs wird dabei helfen, jeden Tag Tausende Menschen zu impfen und sicherzustellen, dass jeder Amerikaner, der eine Impfung will, auch eine bekommen kann«, sagte er. Bislang wurde in den USA im Kampf gegen die Pandemie vor allem die von den Bundesstaaten befehligte Nationalgarde eingesetzt, nicht die Streitkräfte.

Köln verschärft Corona-Maßnahmen

17.23 Uhr: Nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Inzidenzzahlen innerhalb eines Tages hat die Stadt Köln die Pandemieschutzregeln verschärft.

Wie die Stadt mitteilte, dürfen sich ab Samstag in der Millionenstadt auch im privaten Raum maximal ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Damit überträgt Köln die in der Coronaschutzverordnung festgeschriebene Regelung zur Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum per Allgemeinverfügung nun auch auf Privaträume.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war in Köln nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 75,9 am Donnerstag auf 91,4 am Freitag gestiegen. Der Wert gibt die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche wieder. An den bevorstehenden Karnevalstagen gilt in Köln ein Alkoholverbot: Von Weiberfastnacht am kommenden Donnerstag bis zum frühen Morgen des Aschermittwochs ist der Konsum alkoholischer Getränke im gesamten Stadtgebiet verboten.

Großbritannien meldet Zunahme von Corona-Komplikationen bei Kindern

17.01 Uhr: In Großbritannien steigt die Zahl der Kinder, die wegen einer Corona-Komplikation behandelt werden. Wöchentlich kommen bis zu hundert Kinder mit dem Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem-Syndrom (PIMS) ins Krankenhaus.

Im Schnitt seien die Kinder elf Jahre alt, zwei Drittel der Fälle betrafen Jungen. Die meisten Kinder seien zuvor gesund gewesen, hatten also keine Vorerkrankungen.

Dänemark schließt Massenkeulung von Nerzen ab

16.50 Uhr: Wenige Wochen nach dem Inkrafttreten eines entsprechenden Haltungsverbots bis Ende 2021 sind die letzten überlebenden Nerze in Betrieben in Dänemark getötet worden. Das bestätigte die zuständige Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen der Nachrichtenagentur dpa. Es kann demnach allerdings noch sein, dass es vereinzelte Pelztiere in Zoos und als Haustiere in Privathaushalten gibt.

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte Anfang November verkündet, dass alle Nerze im Land gekeult werden sollen. Begründet wurde der radikale Schritt damit, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Die Massenkeulung der mehr als 15 Millionen Nerze hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt, unter anderem, weil für die Tötung länger die Rechtsgrundlage gefehlt hatte. Die Regierung bekam dafür viel Kritik, Lebensmittelminister Mogens Jensen trat zurück. Die gesetzliche Grundlage wurde im Nachhinein geschaffen, die Nerzhaltung zudem bis zum 31. Dezember 2021 verboten. Die Züchter und weitere von den Pelztieren abhängige Betriebe werden mit einem Milliardenbetrag entschädigt.

Seehofer will Friseursalons öffnen

16.22 Uhr: Im Corona-Shutdown hat sich nach Ansicht von Innenminister Seehofer ein »Schwarzmarkt« beim Haareschneiden entwickelt. Nun fordert er im SPIEGEL, Friseursalons wieder zu öffnen – mit strengen Hygienekonzepten.

Aus: DER SPIEGEL 6/2021

Die Verführer von Aschheim

Vor mehr als sieben Monaten brach das Lügengebäude der Wirecard-Chefs zusammen. Vertrauliche Mails, Chats und Insiderberichte zeigen jetzt, wie Markus Braun und Jan Marsalek sich den Konzern untertan machten und die Welt täuschten.

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe

Polizeigewerkschaft will Corona-Infektionen als Dienstunfälle anerkennen lassen

16.19 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) möchte, dass Corona-Infektionen während der Arbeit als Dienstunfall behandelt werden. Mit einem Brief hat sich die Gewerkschaft deshalb an den Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), gewandt. Darin wird gefordert, diese »Lücke im Dienstunfallrecht« zu schließen.

Im täglichen Dienst sei es Polizeibeamten häufig unmöglich, den pandemiebedingt erforderlichen Mindestabstand zu anderen Personen einzuhalten, teilte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Dietmar Schilff mit. Auch lasse sich der direkte Kontakt zu anderen Menschen im Polizeivollzug naturgemäß nicht verhindern.

Die GdP kündigte zudem einen bundesweiten Musterprozess zur Anerkennung von Dienstunfällen im Falle einer Corona-Infektion an. In den vergangenen Monaten hätten sich bundesweit Fälle gehäuft, in denen sich Polizisten im Dienst mit dem Coronavirus angesteckt hätten. Anträge auf Anerkennung einer Infektion als Dienstunfall seien jedoch reihenweise abgelehnt worden.

Deutsche Olympioniken wollen nicht bevorzugt geimpft werden

16.01 Uhr: Deutschlands beste Athleten wollen nicht früher geimpft werden als in der derzeitigen Impfreihenfolge festgelegt. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) unter rund 1700 potenziellen Olympiateilnehmern hervor.

Von den 676 Athleten, die vollständig ausgefüllte Antworten abgaben, befürworten 73 Prozent die bislang festgelegte Impfreihenfolge. Lediglich 18 Prozent wünschen sich eine andere Priorisierung.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann zeigte sich angesichts der Befragung erfreut. Das Ergebnis beweise »ein vorbildliches Verantwortungsbewusstsein im Sinne der gesamten Gesellschaft« unter den Sportlerinnen und Sportlern.

Ins Spiel gebracht worden war die Bevorzugung von Topsportlern vom dienstältesten Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Richard Pound.

Auch in der deutschen Bevölkerung gibt es für diesen Plan keine Mehrheit. Laut einer Befragung sind 73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Meinung, der Vorschlag, an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmende Athleten bevorzugt zu impfen, gehe in die falsche Richtung.

Großbritannien sichert sich 50 Millionen zukünftige Curevac-Dosen

Foto:

Sebastian Gollnow / dpa

15.37 Uhr: Großbritannien will sich bereits jetzt gegen weitere Veränderungen des Coronavirus wappnen und hat dafür einen Vertrag mit dem deutschen Impfstoffhersteller Curevac abgeschlossen. Insgesamt sicherte sich das Land 50 Millionen Dosen eines zukünftigen Impfstoffs der deutschen Firma. Dieser soll auch gegen Virusvarianten wirken.

Das Tübinger Unternehmen werde mit der britischen Regierung zusammenarbeiten, um solche Impfstoffkandidaten zu entwickeln, teilte Curevac am Freitag mit. Die zukünftigen Curevac-Vakzinen sollen der Mitteilung zufolge teilweise in Großbritannien hergestellt und vertrieben werden.

Curevac kooperiert zur Herstellung seines aktuellen, noch in klinischen Tests befindlichen mRNA-Impfstoffs mit dem Unternehmen Bayer. Mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline läuft derzeit eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Vakzinen der nächsten Generation.

AstraZeneca-Impfstoff offenbar auch bei älteren Menschen und gegen britische Mutation wirksam

15.23 Uhr: Britischen Forschern zufolge ist der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca auch bei über 65-Jährigen wirksam. Im Vereinigten Königreich war der Impfstoff auch für Senioren zugelassen worden – in zahlreichen EU-Staaten wird er dagegen trotz einer Freigabe durch die EU-Behörde EMA oft nur jüngeren Menschen verabreicht, weil für eine vollständige Zulassung zu wenige Daten für die ältere Gruppe vorlagen.

Man habe die kleine Zahl der älteren Probanden in der Studie von AstraZeneca bei der Impfstoffzulassung durchaus bemerkt, sagte nun der Vorsitzende einer Expertengruppe für die Zulassung der Corona-Impfstoffe, Munir Pirmohamed.

Seit der Zulassung seien mehr Daten von AstraZeneca eingegangen, da mehr Menschen die Studie abschlössen, und es gebe keinen Hinweis auf eine mangelnde Wirksamkeit bei Älteren. Zuletzt hatte auch Griechenland angekündigt, Menschen über 65 Jahren vorerst nicht mit dem Mittel zu impfen (s. Eintrag um 14.45 Uhr).

Forscher der Universität Oxford teilten laut der Nachrichtenagentur Reuters indes mit, dass die Vakzine auch gegen die britische Virusmutation wirke. Sie gilt als ansteckender als die herkömmliche Virusvariante. Die Vakzine habe eine ähnliche Wirksamkeit gegen die derzeit in Großbritannien zirkulierende Variante »Kent« wie gegen die zuvor in Umlauf befindlichen Varianten, erklärte die Universität. Die Impfung führe zudem zu einer verringerten Übertragung des Virus.

Die Universität hatte den Impfstoff gemeinsam mit dem Hersteller AstraZeneca entwickelt.

Hamburg plant Erleichterungen für Abiturienten

15.05 Uhr: Hamburg will den durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern bei der Abiturprüfung unter die Arme greifen. Das berichtet der NDR . Wie Schulsenator Ties Rabe mitteilte, sollen Abitur-Prüflinge in diesem Jahr unter anderem 30 Minuten mehr Zeit bekommen. »Dadurch verlängern sich die Prüfungen auf viereinhalb bis sechs Stunden«, sagte Rabe. »Das entkrampft die Lage sehr.«

In Mathe-Prüfungen soll es zudem erstmals eine Auswahlmöglichkeit geben. Die jeweilige Lehrkraft können Aufgaben danach auswählen, wo die Vorbereitungen am besten gelaufen sind. Insgesamt werden die Prüfungen um eine Woche in Hamburg nach hinten verschoben.

Griechenland wird nur Menschen bis 65 Jahren mit AstraZeneca-Vakzine impfen

14.45 Uhr: In Griechenland soll der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca nicht an Menschen verabreicht werden, die älter als 65 Jahre sind. Dies teilte am Freitag der Chef der zuständigen Gesundheitsbehörde, Marios Themistokleous, im Staatsfernsehen (ERT) mit. Er begründete den Schritt damit, dass es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege gebe, ob der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns tatsächlich für ältere Menschen wirksam sei. Diese Einschätzung könne sich jedoch ändern, fügte er hinzu.

Die ersten AstraZeneca-Impfungen sollen in Griechenland am 12. Februar starten. Zunächst würden die 60- bis 64-Jährigen geimpft, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern wurden entsprechende Entscheidungen getroffen. So hatte die am Robert Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission die Vakzine für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen.

Rio verbietet sämtliche Karnevalsumzüge

14.35 Uhr: Nach der Absage des weltberühmten Karnevals hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro ein grundsätzliches Verbot von Umzügen zu der Zeit ausgesprochen.

Ein Dekret mit neuen Regeln sehe vor, dass es keine Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom und von Karnevalsgruppen in den Straßen wegen der Corona-Pandemie geben soll, berichtete das Nachrichtenportal »G1«. Demnach sollen etwa auch fliegende Händler, die für gewöhnlich die Karnevalsfans versorgen, vom 12. bis 22. Februar nicht genehmigt werden. Die Stadt wird für Touristenbusse gesperrt.

Eigentlich sollte der Karneval in Rio im Februar stattfinden. Angesichts der Pandemie hatte die Stadt zunächst den Straßenkarneval abgesagt. Vor kurzem wurden auch die berühmten Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom abgesagt. Dennoch bestand die Sorge, dass der Straßenkarneval spontan stattfinden könnte. »Das wird ein Katz und Maus-Spiel«, sagte Rios Bürgermeister Eduardo Paes »G1«. »Also werden wir hinterher sein müssen. Überwachen, bestrafen.«

Brasilien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder der Welt und hat erst kürzlich mit Impfungen begonnen. Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas fast 8,4 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind rund 229.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Rio hatte dabei erst am Donnerstag São Paulo als Stadt mit den meisten Todesfällen abgelöst.

Slowakei meldet dramatische Ausbreitung britischer Corona-Variante

14.22 Uhr: Gesundheitsbehörden und Experten in der Slowakei schlagen Alarm, dass sich die sogenannte britische Mutation des Coronavirus rasant ausbreite. Regierungschef Igor Matovic meldete am Freitag auf Facebook einen Anteil der Mutation von rund 71 Prozent aller positiven Testergebnisse vom Mittwoch. Regional wurden auch höhere Werte berichtet.

Die Universitätsklinik der zweitgrößten Stadt Kosice in der Ostslowakei gab am Freitag bekannt, dass der Anteil der Mutation an ihren zuletzt untersuchten Proben bereits auf mehr als 90 Prozent der positiven Testergebnisse angestiegen sei.

»Es scheint, dass der Anteil in der Slowakei höher als im Rest der Europäischen Union und auch höher als in Großbritannien ist«, erklärte Pavol Jarcuska, der Vorstand der zur Universität Kosice gehörenden Klinik für Infektiologie und Reisemedizin gegenüber der Nachrichtenagentur TASR.

Günther will sich für Lockerungen einsetzen

13.47 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will sich angesichts sinkender Infektionszahlen für baldige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen einsetzen. Das sagte der CDU-Politiker im ZDF-»Mittagsmagazin« mit Blick auf die nächste Konferenz von Bund und Ländern am kommenden Mittwoch.

Schleswig-Holstein hatte neben anderen Bundesländern zuletzt einen Stufenplan vorgelegt, der unter anderem vorsieht, ab einer sieben Tage lang stabil unter 100 liegenden Sieben-Tage-Inzidenz an Kitas den eingeschränkten Regelbetrieb zu starten und für die Schulklassen 1 bis 6 Wechselunterricht aufzunehmen. Zudem können Friseure wieder öffnen.

Beim letzten Bund-Länder-Gipfel sei das Erarbeiten eines Stufenplans verabredet worden, sagte Günther. »Was wir das letzte Mal beschlossen haben, gilt, und von daher wird ein Stufenplan definitiv auch kommen.« Der Kieler Planvorschlag sei aus seiner Sicht klug und austariert, sagte Günther. Er sei »sehr optimistisch, dass wir uns darauf auch verständigen können.«

US-Senat stimmt für Bidens Corona-Hilfspaket

13.00 Uhr: Der US-Senat hat mit den Stimmen der regierenden Demokraten einen Haushaltsplan gebilligt, mit dem das große Corona-Konjunkturpaket von Präsident Joe Biden durch den Kongress gebracht werden soll. US-Vizepräsidentin Kamala Harris gab mit ihrem Votum den Ausschlag, da sich ein Patt von 50 Stimmen für das Vorhaben und 50 Stimmen dagegen ergab.

Hatte die entscheidende Stimme bei einer Abstimmung über Joe Bidens milliardenschweres Corona-Hilfspaket: US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Hatte die entscheidende Stimme bei einer Abstimmung über Joe Bidens milliardenschweres Corona-Hilfspaket: US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Foto: Greg Nash / AP

Mit dem Senatsvotum ist die Grundlage dafür geschaffen, dass das Paket notfalls auch ohne Zustimmung republikanischer Kongressmitglieder in den kommenden Wochen das Parlament passieren kann. Die Vorlage muss noch vom Repräsentantenhaus gebilligt werden. Hier sind die Demokraten deutlich in der Mehrheit.

Flankierend müssen noch weitere Gesetzesvorhaben durch den Kongress gebracht werden, damit das große Konjunkturpaket Bidens umgesetzt werden kann. Der US-Präsident strebt ein Programm im Volumen von 1,9 Billionen Dollar an, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und der Wirtschaft neuen Schub zu verleihen. 

Polen will Hotels und Kinos wieder öffnen

12.50 Uhr: In Polen sollen Hotels, Kinos und Theater ab kommendem Freitag vorläufig wieder öffnen. Das Land habe bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen eine »fragile Stabilisierung« erreicht, erklärte Regierungschef Mateusz Morawiecki den Schritt.

Opern und Konzerthäuser sowie Sportanlagen unter freiem Himmel und Schwimmbäder sollen ebenfalls ab dem 12. Februar wieder ihren Betrieb aufnehmen, sagte Kulturminister Piotr Glinski. Die Hotels und die Kultureinrichtungen dürften vorerst aber nur mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent arbeiten.

Die Wiedereröffnung soll zwei Wochen lang getestet werden. Weitere Entscheidungen werde man vom Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig machen.

In den vergangenen Wochen sei das Infektionsgeschehen abgeflacht. Damit sei auch der Druck auf das Gesundheitswesen zurückgegangen, sagte Morawiecki. Die Zahl der Todesfälle sei aber weiterhin beunruhigend. Daher sei eine weitere Lockerung der Corona-Restriktionen vorerst nicht möglich. Restaurants und Fitnessstudios bleiben weiterhin geschlossen.

Nach offiziellen Angaben vom Freitag verzeichnete Polen zuletzt 6053 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im selben Zeitraum starben 368 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Pfizer zieht Zulassungsbewerbung in Indien zurück

12.40 Uhr: Der Pharmakonzern Pfizer hat seine Bewerbung für eine Notzulassung des mit dem deutschen Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs in Indien zurückgezogen.

Die Entscheidung sei nach einem Treffen mit der Arzneimittelaufsichtsbehörde des Landes gefallen, teilte das Unternehmen mit. »Basierend auf Überlegungen beim Treffen und unserem Verständnis, dass die Behörde möglicherweise zusätzliche Informationen braucht, hat sich die Firma entschieden, ihre Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt zurückzuziehen«, hieß es. Später, wenn die Zusatzinformationen zur Verfügung stünden, wolle sich das Unternehmen erneut um eine Zulassung bemühen.

Pfizer hatte seine Bewerbung zum Import und Verkauf des Impfstoffs in Indien Ende 2020 eingereicht, wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtete. Dabei habe sie sich auch für eine Befreiung beworben, um keine kleineren Studien des Impfstoffs an der indischen Bevölkerung machen zu müssen, die die Behörde verlangt habe.

In Indien, dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt, sind bislang zwei Impfstoffe zugelassen – der vom britisch-schwedischen Konzern AstraZeneca entwickelte sowie eine indische Eigenproduktion. Beide werden in Indien hergestellt. Um den einheimischen Impfstoff gab es eine Kontroverse, weil ihm die Regierung eine Zulassung erteilte, obwohl die klinischen Studien noch nicht abgeschlossen waren.

Tschechien verlegt Covid-Kranke mit Krankenwagenkolonne

12.30 Uhr: Die Corona-Lage im tschechischen Grenzgebiet zu Bayern und Sachsen spitzt sich weiter zu. Wie eine Sprecherin des Rettungsdienstes mitteilte, wurden nun erstmals Covid-19-Patienten mit einer Krankenwagenkolonne in weniger betroffene Landesteile gebracht. Zum Einsatz kamen ein Großraumrettungswagen auf Lastwagenbasis mit Platz für bis zu 12 Personen sowie ein Dutzend kleinere Krankenwagen. Die Polizei begleitete die Kolonne.

Transport eines Corona-Patienten in Prag (Archivbild)

Transport eines Corona-Patienten in Prag (Archivbild)

Foto: Petr David Josek / AP

Ziel ist es, die überforderten Krankenhäuser in Cheb und Sokolov zu entlasten. Binnen einem Tag kamen dort 40 neue Patienten hinzu.

Bereits seit Längerem sind Rettungshubschrauber rund um die Uhr unterwegs, um Patienten über weite Entfernungen zu verlegen. Hilfsangebote aus Sachsen und Bayern, Corona-Intensivpatienten in Deutschland zu behandeln, hatte der tschechische Gesundheitsminister Jan Blatny am Donnerstag abermals ausgeschlagen.

Am Freitag meldeten die Behörden landesweit 8032 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million nachgewiesene Infektionen und 16.976 Todesfälle. Tschechien hat rund 10,6 Millionen Einwohner.

Österreich nimmt Corona-Patienten aus Portugal auf

12.10 Uhr: Österreich will Portugal zehn Patienten aus überlasteten Kliniken abnehmen. Das Angebot gelte für fünf Covid-19-Patienten und fünf Menschen mit schweren Erkrankungen oder bevorstehenden Operationen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit.

Es sei ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu agieren. »So wie wir bereits bisher Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen haben, wollen wir nun Portugal in dieser schwierigen Situation helfen«, sagte Kurz.

Deutschland unterstützt Portugal mit einem Team der Bundeswehr aus Ärzten und Sanitätern. Die 26 Soldatinnen und Soldaten sind in einer Klinik in Lissabon im Einsatz. Das Bundeswehrteam hatte unter anderem Beatmungsgeräte und Infusionsgeräte für schwer kranke Corona-Patienten dabei. Portugal ist besonders stark von der als höher ansteckend geltenden Virusvariante betroffen, die zunächst in Großbritannien aufgefallen war.

Italienische Skigebiete bereiten sich auf Öffnung vor

12.06 Uhr: In Italien bereiten sich viele Skiregionen nach der Corona-Sperre auf eine erwartete Öffnung ihrer Wintersportgebiete ab 15. Februar vor. In Südtirol beschloss die Landesregierung am Donnerstagabend allerdings eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Für Skifahrer in Italien bleibt auch bei gesunkenen Fallzahlen weiter einiges im Unklaren

Für Skifahrer in Italien bleibt auch bei gesunkenen Fallzahlen weiter einiges im Unklaren

Foto: GIULIANO BERTI / REUTERS

Das für den italienischen Gesundheitsschutz zuständige Expertenkomitee der Regierung in Rom hatte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa zuletzt dafür gestimmt, das Skifahren in allen sogenannten gelben Risikozonen des Landes wieder zu erlauben.

Gelbe Zonen sind Gebiete mit moderatem Corona-Risiko. In roten und orangen Zonen dagegen sollten die Lifte weiter stillstehen. Daraufhin jubelte der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, bereits auf Twitter: »Ein toller erster Schritt für die gesamten Unternehmen in unseren Bergen, die seit fast einem Jahr geschlossen sind.«

Ob der Skitourismus in Italien tatsächlich bald wieder Fahrt aufnehmen kann, ist dagegen noch unsicher. Laut Ansa stehen weitere Entscheidungen für den bedingten Neustart aus. Unklar ist etwa, ob ein Verbot für Fahrten über Regionalgrenzen hinaus aufgehoben wird. Die meisten Regionen Italiens waren am Freitag gelbe Zonen, auch Venetien und das Gebiet Trentino.

In der Autonomen Provinz Südtirol-Bozen, von Rom als Orange Zone eingestuft, gelten nach einem Erlass der Landesregierung ab Montag (8. Februar) für drei Wochen wieder verschärfte Corona-Beschränkungen. Die Menschen dürfen ihre Gemeinden dann nur noch für die Arbeit oder für andere dringende Dinge verlassen. Bars und Restaurants bleiben weiter geschlossen, Touristen dürfen nicht beherbergt werden.

Bundesregierung einigt sich auf Corona-Hilfe für Schauspielerinnen und Schauspieler

11.50 Uhr: Nach langem Ringen hat sich die Bundesregierung auf Hilfen für kurzzeitig Beschäftigte in der Kulturszene verständigt. Neben den Soloselbstständigen und den unselbstständig Beschäftigten sollen auch die »kurz befristet Beschäftigten in den darstellenden Künsten« Hilfen von bis zu 7500 Euro für Januar bis Juni 2021 beantragen können, heißt es in einer Mitteilung.

Damit werden nicht fest angestellte Schauspielerinnen und Schauspieler unterstützt. Sie waren bei den Hilfsprogrammen bisher nicht berücksichtigt worden, weil sie jeweils nur für Gastspiele an Theatern oder für Filme beschäftigt sind. Daraus ergibt sich wegen kurzer Beschäftigungszeiten kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld. Gleichzeitig haben sie in der Pandemie weitgehend keine Beschäftigungsmöglichkeiten.

»Wir dürfen in dieser Krise unsere kulturelle Identität nicht preisgeben und müssen die Menschen unterstützen, die sie verkörpern«, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich erfreut, »dass wir auch für die von der Pandemie hart getroffenen Schauspielerinnen und Schauspieler zielgerichtet finanzielle Hilfe zur Verfügung stellen können«.

Aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erhalten nun »auch diejenigen in der Kulturbranche ein faires und großzügiges Angebot, die unter der Pandemie persönlich und wirtschaftlich mit am stärksten leiden«.

Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) bringt indes einen Neustart der Kultur ab März ins Spiel. Bei entsprechend niedrigen Infektionszahlen könnten Kultureinrichtungen schrittweise wieder öffnen, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Theater bräuchten dabei längeren Planungsvorlauf, sagte Klepsch. Ob der Zugang zur Kultur tatsächlich ab 1. März möglich ist, entscheide sich nächste Woche. Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung für den Freistaat bleiben Museen und Theater bis zum 28. Februar geschlossen.

Mehrheit gegen bevorzugte Impfungen für Spitzensportler

11.36 Uhr: Eine mögliche Sonderbehandlung für Spitzensportler bei Corona-Impfungen stößt laut einer Umfrage auf geringen gesellschaftlichen Zuspruch.

Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins »Sport inside« lehnen knapp drei Viertel der Deutschen die Bevorzugung von Spitzensportlern bei den Impfungen ab. 73 Prozent sind demnach der Meinung, der Vorschlag, an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmende Athleten bevorzugt zu impfen, gehe in die falsche Richtung.

Bei Frauen (78 Prozent) ist diese Ablehnung höher als unter Männern (67 Prozent). Etwa ein Viertel (24 Prozent) der Befragten sprach sich dafür aus, wie aus den von der ARD-»Sportschau« am Freitag veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

Ausgelöst hatte die Diskussion Anfang Januar das dienstälteste IOC-Mitglied, der Kanadier Richard Pound. Seiner Meinung nach sollten die Athleten bei der Impfung Vorrang haben. Er glaube nicht, dass die verhältnismäßig sehr wenigen für die Sportler benötigten Impfdosen für einen öffentlichen Aufschrei sorgen würden, sagte der 78-Jährige, der seit 1978 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Alfons Hörmann, sprach sich gegen eine Bevorzugung von Athletinnen und Athleten aus.

Polizei löst Geburtstagsfeier mit 22 Personen auf

11.20 Uhr: Bei einer illegalen Geburtstagsfeier in Mannheim hat die Polizei 22 Menschen angetroffen. Wie die Polizei mitteilte , wurden in einer Dreizimmerwohnung 19 Erwachsene und drei Kinder aus neun unterschiedlichen Haushalten entdeckt.

Zuvor waren die Beamten wegen Ruhestörung zu der Wohnung im Stadtteil Neckarstadt gerufen worden. Die Partyteilnehmer erhielten Platzverweise. Gegen sie seien Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung eingeleitet worden, hieß es.

Verbände fordern, Büroflächen in Wohnraum umzuwandeln

11.10 Uhr: Ein Verbändebündnis fordert, die wegen der Corona-Pandemie und der verstärkten Arbeit aus dem Homeoffice nicht mehr ausgelasteten Büroflächen anderweitig zu nutzen.

Etwa 235.000 Wohnungen in innerstädtischen Bereichen könnten bis 2025 aus bisherigen Büroflächen entstehen, hat das schleswig-holsteinische Bau-Beratungsinstitut Arge errechnet. Die Ergebnisse stellte das Bündnis »Soziales Wohnen« vor. Es fordert eine Umwidmung von Büroflächen in Wohnraum.

»Auch nach dem Ende der Corona-Pandemie werden viele Menschen und Unternehmen zumindest für einen Teil der Arbeitszeit auf das Homeoffice umstellen«, sagte der Vorstand des Pestel Instituts, Matthias Günther, der Nachrichtenagentur dpa.

Für neu entstehende Wohnungen müsse es dabei aber eine »Sozialquote« für bezahlbare Wohnungen geben, verlangte das Bündnis »Soziales Wohnen«. Die Umwidmung von Büroflächen könne helfen, die »entscheidenden Fehler in der Wohnungsbaupolitik« von Bund und Ländern auszubügeln, so das Bündnis.

RKI-Chef Wieler: »Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle«

RKI-Chef Lothar Wieler

RKI-Chef Lothar Wieler

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

10.49 Uhr: Trotz sinkender Infektionszahlen sehen Bundesregierung und Robert Koch-Institut (RKI) keinen Anlass zur Entspannung. »Die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle«, sagte RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek.  

Besorgniserregend sei vor allem die Virusvariante, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde, sagte Wieler. Sie sei ansteckender und verursache wohl schwerere Krankheitsverläufe. Sie habe eine Verbreitung von etwa sechs Prozent in Deutschland erreicht.

Das bedeute aber, dass sie sich noch erheblich verbreiten könne. »Sars-Cov-2 ist insgesamt gefährlicher geworden«, sagte Wieler. »Das Virus ist noch nicht müde, es hat gerade erst einen Boost erhalten.«

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, erstmals seit drei Monaten gebe es wieder weniger als 200.000 akut Infizierte. »Wir sind auf dem Weg raus aus der Pandemie. Diesen Weg gehen wir entschlossen, aber vorsichtig.«

Virologin Brinkmann warnt vor Corona-Lockerungen

10.43 Uhr: Die Virologin Melanie Brinkmann beklagt das zögerliche Handeln der Politik gegen das mutierte Coronavirus. Die Virologin fordert eine konsequente Eindämmungsstrategie, um einen Dauer-Shutdown zu vermeiden.

Keine weiteren Corona-Fälle bei der Australian Open

10.40 Uhr: Eigentlich sollten die Australian Open ohne nennenswerte Corona-Einschränkungen stattfinden: Der Kontinent gilt seit Wochen als beinahe komplett Corona-frei. Umso größer war der Schock für die Veranstalter nach einem positiven Corona-Testergebnis in einem Hotel in Melbourne: Ein Hotelmitarbeiter war infiziert, 500 bis 600 Personen mussten in Quarantäne – teils erneut. 72 Spielerinnen und Spieler aus dem Ausland hatten sich bereits vor dem Turnier vorsorglich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen.

Nun steht fest: Einen größeren Corona-Ausbruch hat es offenbar nicht gegeben. Wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten, habe es bei den Tennisprofis keine weiteren positiven Tests gegeben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Alle Tests, die gestern bei AO-Quarantäneteilnehmern durchgeführt wurden, haben negative Ergebnisse gebracht«, schrieben sie.

Fleischproduktion sinkt trotz Schließungen von Schlachthöfen nur leicht

10.32 Uhr: Die vorübergehende Schließung von Schlachtbetrieben wegen Corona-Ausbrüchen hat die gesamtdeutsche Fleischproduktion offenbar nur leicht beeinträchtigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden lag die Fleischerzeugung 2020 bei 7,8 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 1,6 Prozent im Vergleich zu 2019.

Der Rückgang sei vergleichbar mit dem Jahr 2019, damals war die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurückgegangen, teilten die Statistiker am Freitag mit. Die Ergebnisse legten nahe, dass die durch Betriebsschließungen entstandenen Kapazitätsengpässe »von anderen Betrieben aufgefangen werden konnten«.

Beim Schweine- und beim Rindfleisch ging die Schlachtmenge dem Amt zufolge um 2,4 beziehungsweise um 2,8 Prozent zurück, beim Geflügel gab es einen Anstieg um 1,9 Prozent. Mehrere Corona-Ausbrüche, unter anderem beim Fleischproduzenten Tönnies hatten im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ursache für die Massenansteckungen in den Betrieben war die Unterbringung von Angestellten in Gemeinschaftsunterkünften und mangelnde Abstände in den Fabriken. Für das zeitweise geschlossene Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück meldete der Konzern bereits im November, dass wieder 100 Prozent der Schlachtkapazitäten erreicht worden seien.

Kinderkrankengeld wird stark nachgefragt

10.20 Uhr: Das coronabedingt ausgeweitete Kinderkrankengeld wird nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) stark nachgefragt. Wie eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte, gab es im Januar mehr als 6000 Anträge wegen Einschränkungen an Kitas und Schulen. Die Zahl der Anrufe von Versicherten wegen des Themas lag bei über 30.000. Im Dezember wandten sich demnach noch weniger als 5000 Versicherte mit Fragen zum Kinderkrankengeld an die Kasse.

Die sogenannten Kinderkrankentage waren für das laufende Jahr verdoppelt worden: Pro Elternteil gibt es nun 10 statt 20, Alleinerziehende bekommen 40 statt der üblichen 20 Tage. Neu ist, dass die Leistung nicht nur genutzt werden kann, wenn ein Kind krank ist, sondern auch, wenn Kita oder Schule wegen Corona-Maßnahmen geschlossen oder nur im eingeschränkten Betrieb sind. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

RKI-Chef Wieler und Spahn im Livestream

10.14 Uhr: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt laut RKI am Freitagmorgen bei 79,9. Sehen Sie die Statements von Jens Spahn und Lothar Wieler live.

CDU-Fraktionsvize Linnemann: Corona »wie eine Dampfwalze« für Einzelhandel

10.08 Uhr: Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Carsten Linnemann (CDU) hat die dramatische Situation des Einzelhandels beklagt – und nimmt auch die Parteikollegen im Kabinett in die Pflicht.

»Wir haben ein dramatisches Problem im Einzelhandel«, sagte Linnemann am Freitag im ARD-»Morgenmagazin«. Corona sei »wie eine Dampfwalze«, die über den deutschen Einzelhandel gekommen sei. Über die Großen werde geredet – »aber die Kleinen, die rufen nicht an. Und die sterben leise.«

Die Geschäfte hätten seit Mitte Dezember geschlossen und bis heute keinen Cent gesehen, beklagte Linnemann. »Das sind acht Wochen – das geht nicht.« Linnemann sprach von einem »Verwaltungsversagen«.

Der Staat müsse schnell handeln und er erwarte, dass am Montag klar sei, wann die Abschlagszahlungen für die Unternehmen kommen. Das sei Aufgabe der Regierung, nicht des Parlaments.

Impfpanne sorgt in Großbritannien für Ärger

09.55 Uhr: In Großbritannien sind bereits Lehrer zu Impfterminen eingeladen worden, obwohl sie eigentlich noch gar nicht an der Reihe sind. Hunderte Lehrer hätten Links zur Impfterminvergabe weitergeleitet bekommen, die eigentlich für medizinische Beschäftigte reserviert gewesen seien, berichtete der Sender BBC . Einige seien daraufhin auch geimpft worden.

Von der Regierung hieß es, es sei »absolut entscheidend«, dass Impfstoffe in der festgelegten Reihenfolge vergeben würden. Der Gesundheitsdienst wollte die Sicherheit seines Buchungssystems überprüfen. Derzeit werden vor allem über 70-Jährige sowie Angehörige medizinischer Berufe geimpft. Rund jeder fünfte Erwachsene in Großbritannien hat bereits eine erste Impfdosis erhalten.

Der schnelle Fortschritt beim Impfprogramm sowie sinkende Infektionszahlen führten zu Forderungen, die Corona-Beschränkungen bald zu lockern. Berichten zufolge wird in Regierungskreisen mit weitreichenden Lockerungen im Mai gerechnet. Im März könnten bereits die Schulen wieder öffnen, danach könnten private Treffen draußen und Outdoor-Sport wieder erlaubt werden. Derzeit gilt in allen Teilen des Landes noch ein Lockdown: Geschäfte, Schulen und die Gastronomie sind geschlossen, es gelten harte Kontaktbeschränkungen.

In Deutschland hatte am Donnerstag ebenfalls eine Missachtung der vorgegebenen Impfreihenfolge für Ärger gesorgt. Der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt hatte außer der Reihe mehr als 300 Polizisten geimpft.

Mexikos Präsident nach Corona-Infektion negativ getestet

09.45 Uhr: Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat seine Covid-19-Erkrankung offenbar fast überstanden. Laut einer Mitteilung der Regierung fiel ein Corona-Test bei dem 67-Jährigen keine zwei Wochen nach seinem ersten positiven Ergebnis nun negativ aus.

»Ich bin bereits bei guter Gesundheit, ich erhole mich«, teilte López Obrador in einer Videobotschaft mit. »Wir müssen weiter vorankommen in dieser Krise, dieser Gesundheitskrise, der Pandemie und der wirtschaftlichen Krise«, sagte der Präsident. »Wir werden das gut schaffen«, gab sich López Obrador optimistisch.

Der Staatschef kann nach Angaben der Nachrichtenagentur AP durchaus als Corona-Risikopatient angesehen werden. Bis zu einem Herzinfarkt im Jahr 2013 war der Politiker starker Raucher. Seit seiner nachgewiesenen Corona-Infektion am 24. Januar hatte López Obrador aber nur leichte Covid-19-Symptome gezeigt.

Streit um Abschottung Tirols geht weiter

09.25 Uhr: Die Debatte über die Isolation des österreichischen Bundeslandes Tirol wegen der vermehrt aufgetretenen südafrikanischen Mutation des Coronavirus dauert an. Die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck bekräftigte ihre Forderung nach einer Quarantäne zumindest für die wohl besonders betroffenen Teile Tirols zwischen Innsbruck und der deutschen Grenze.

Das Bundesland hatte bereits am Donnerstag heftig gegen die geplante Abschottung protestiert. Einen solchen gravierenden Schritt gebe die Datenlage nicht her, sagte Landeschef Günther Platter.

Die Regierung in Wien verzichtete am Donnerstag zunächst auf direkte Maßnahmen. Die Situation sei zwar »akut und ernst« – nach Angaben von Gesundheitsminister Rudolf Anschober soll eine Entscheidung jedoch erst am Sonntag getroffen werden. Dann sei »Tag der Bilanz«, so Anschober.

Die Virologin von Laer forderte dagegen im ORF, es müsse intensiv daran gearbeitet werden, die Verbreitung der Variante auf fast null zu bringen. »Vor einem Jahr hat die Quarantäne wahnsinnig gut geholfen«, erinnerte sie an die Einschränkungen für alle 279 Tiroler Gemeinden im Frühjahr 2020.

Ein solch rigides Vorgehen ist auch unter anderen Experten nicht unumstritten. Der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Günter Weiss, sprach sich dagegen aus. Die Mutation habe sich bereits ausgebreitet, sagte Weiss.

Corona-Kinderbonus laut Familienverband zu niedrig

09.17 Uhr: Der Deutsche Familienverband hält den für dieses Jahr geplanten Corona-Kinderbonus für zu niedrig. »Beim ersten Lockdown betrug der Kinderbonus 300 Euro. Es ist schwer einzusehen, weshalb es jetzt nur noch die Hälfte sein soll«, sagte Verbandspräsident Klaus Zeh der »Passauer Neuen Presse«. Es wäre gut, »wenn die Länder zusagen würden, den geplanten Kinderbonus aus ihren Mitteln auf eine angemessene Höhe von 300 Euro aufzustocken.«

Außerdem forderte Zeh von der nächsten Bund-Länder-Runde am kommenden Mittwoch einen nachvollziehbaren Plan, ab wann Schulen und Kitas wieder aufmachen dürfen. Es müsse »mit klaren Regeln ein Signal ausgesendet« werden, ab wann »eine Öffnung von Kitas und Schulen möglich sein könnte«. Familien bräuchten eine gewisse Planbarkeit. »Und diese Regeln müssten landesweit gelten, denn das Virus verhält sich überall immer gleich«, forderte Zeh.

Merck will Biontech schneller mit Lipiden für Corona-Vakzin beliefern

08.59 Uhr: Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck und der Corona-Impfstoffhersteller Biontech erweitern ihre Zusammenarbeit. Merck will die Lieferung der von Biontech dringend benötigten Lipide erheblich beschleunigen und die Liefermengen bis Jahresende steigern, wie das Dax-Unternehmen mitteilte.

Lipide kommen bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffes BNT162b2 zum Einsatz, den Biontech zusammen mit seinem US-Partner Pfizer unter dem Namen Comirnaty vertreibt. Dabei wird der Botenstoff des mRNA-Vakzins in eine Art Hülle verpackt, die aus Lipiden besteht. Diese fettartigen Moleküle sind wichtig, damit die Wirkstoffe des mRNA-Vakzins freigesetzt werden und die Impfung ihre Wirkung entfalten kann.

Bundesregierung erwartet Reiseboom ab Sommer

08.15 Uhr: Die Bundesregierung geht ab Sommer von einem deutlich verbesserten Geschäft der krisengebeutelten Tourismusbranche aus. Ostern werde vermutlich noch schwach ausfallen, aber Pfingsten dürfte es wieder größere Freiheiten geben, sagte der Tourismusbeauftragte der Regierung, Thomas Bareiß, der Nachrichtenagentur Reuters. »Ich glaube aber, dass im Sommer schon ein Boom entstehen wird.«

Teilweise könne die Branche dann Einbußen aus dem Winter und Frühjahr aufholen, so Bareiß. Eine Pleitewelle befürchtet er nach eigener Aussage wegen der umfangreichen staatlichen Corona-Hilfen nicht. Mit zunehmenden Impfungen und mehr Schnelltests könne Reisen Schritt für Schritt wieder möglich werden.

Ungarn will kommende Woche erstmals russisches Vakzin verimpfen

08.02 Uhr: In Ungarn kann womöglich in der kommenden Woche damit begonnen werden, den russischen Impfstoff Sputnik V zu verabreichen. Das kündigt Ministerpräsident Viktor Orbán im staatlichen Hörfunk an. Ungarn hat anders als die EU-Kommission dem russischen Impfstoff die Notfallzulassung erteilt und ist damit das erste EU-Land.

Russland liefert laut Vereinbarung in den kommenden drei Monaten zwei Millionen Impfdosen an Ungarn. Die ersten 40.000 Sputnik-V-Dosen hat Ungarn bereits vergangene Woche erhalten.

Australien will trotz Impfungen vorerst an Corona-Quarantäne festhalten

07.38 Uhr: Trotz Impfungen gegen das Coronavirus hält Australien an seiner zweiwöchigen Quarantäne bei der Einreise ins Land fest. Die Grenzkontrollen könnten noch nicht abgeschafft werden, da unklar sei, ob sich das Virus auch mit Impfung überträgt, sagte Australiens leitender Mediziner Paul Kelly. Die verpflichtende Quarantäne in Hotels bleibe daher »unabhängig von der Impfung bestehen«.

Australien hat sich seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr durch eine strikte Einreisepolitik de facto von der Welt abgeschottet. Jeder der ins Land einreist, muss sich einer zweiwöchigen, selbst bezahlten Hotelquarantäne unterziehen. Der Impfstart soll noch diesen Monat erfolgen.

Die Ankündigung ist ein Schlag für die Tourismusindustrie, die praktisch zum Erliegen gekommen ist. Australien hat es dank seiner strikten Regelungen bislang geschafft, die Corona-Fallzahlen vergleichsweise sehr niedrig zu halten. Das Land registrierte knapp 29.000 Infektionsfälle und weniger als tausend Tote in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Fast 123.000 Neuinfektionen und mehr als 3600 Tote in USA

06.45 Uhr: In den USA steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um mindestens 122.809 auf über 26,75 Millionen. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Demnach wurden binnen 24 Stunden 3628 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Insgesamt starben bislang 456.280 Menschen. Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

Fast 13.000 Neuinfektionen und 855 Todesfälle in Deutschland

05.30 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI)  12.908 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 855 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 14.022 Neuinfektionen und 839 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 79,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tage-Inzidenzen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.264.909 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 05.02., 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 60.597. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.008.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,89 (Vortag 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

»Maybrit Illner« zu Corona-Impfungen: »Alle Gewehr bei Fuß, und dann ging es sehr, sehr spärlich los«

04.50 Uhr: Maybrit Illner lässt über die verzögerte Lieferung des Impfstoffs diskutieren – und moderiert den alten Streit darüber, ob und wann denn die Maßnahmen gegen die Pandemie gelockert werden können. Lesen Sie hier mehr.

Gewerkschaften: »Generation Corona« in der Ausbildung verhindern

04.45 Uhr: Verbände und Gewerkschaften machen sich angesichts der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt Sorgen um die Zukunft der Jugendlichen und Betriebe. Wenn nicht weiter konsequent etwas getan werde, habe das in Zukunft massive Auswirkungen, sagte die zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, der dpa. »Am Ausbildungsmarkt muss eine Corona-Generation unbedingt verhindert werden. Junge Menschen brauchen eine Chance.«

»Eine gute Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, die Coronakrise geht jetzt ins zweite Jahr«, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack. Viele Jugendliche hätten deshalb bereits jetzt gut die Hälfte ihrer Ausbildung im Ausnahmezustand gelernt. Dazu kommt zeitweiser Distanzunterricht in den Berufsschulen.

Nach Ansicht der DGB-Vize sollten die Auszubildenden vor ihrer Prüfung für zusätzliche Lerntage von ihren Betrieben freigestellt werden. »Es ist auch im Interesse der Unternehmen, wenn ihre Auszubildenden die Prüfungen gut bestehen.«

Ende Januar hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einen neuen Schutzschirm für Auszubildende ins Spiel gebracht. Danach sollen etwa Ausbildungsprämien Anreize schaffen, einen hohen Ausbildungsstand in Betrieben zu halten – oder auch zusätzliche junge Leute auszubilden.

Corona-Genesene sollen nun auch geimpft werden

03.05 Uhr: Bislang galt: Wer Covid-19 überstanden hat, braucht keine Impfung mehr. Nun plädieren Experten allerdings doch dafür. Lesen Sie hier , warum.

London: Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen in Hotelquarantäne

02.45 Uhr: Um die Verbreitung neuer Coronavirus-Varianten zu verhindern, verpflichtet Großbritannien Einreisende aus mehr als 30 Ländern vom 15. Februar an zu zehn Tagen Quarantäne in Hotels. Es handele sich um Ankünfte aus Staaten, die als Hochrisikogebiete eingestuft werden, teilte das Gesundheitsministerium in London mit.

Deutschland ist nicht betroffen, dafür Portugal, alle Staaten Südamerikas und des südlichen Afrikas sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Alle anderen Einreisenden müssen sich wie bisher für zehn Tage selbst isolieren.

Die neue Maßnahme zielt vor allem auf britische Reiserückkehrer. Für Menschen ohne Wohnsitz in Großbritannien ist die Einreise aus diesen Ländern bereits verboten.

Premierminister Boris Johnson hatte den Schritt bereits seit Längerem angekündigt. Ein konkretes Datum war bisher aber nicht genannt worden. Die größte Oppositionspartei Labour nannte es »völlig unverständlich«, dass die Regierung noch so lange warte und den Schritt nicht sofort vollziehe.

Das Ministerium nannte organisatorische Gründe. Es werde mit Macht daran gearbeitet, die benötigten Einrichtungen zu sichern. Die Hotelbranche hatte sich zur Zusammenarbeit bereit erklärt, die Luftfahrtindustrie hatte das Vorhaben scharf kritisiert. In der kommenden Woche soll bekannt gegeben werden, wie Reisende die Unterkünfte buchen können.

Johnson & Johnson beantragt US-Notfallzulassung für Corona-Impfstoff

01.50 Uhr: Der US-Konzern Johnson & Johnson hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff beantragt. Die entsprechenden Dokumente seien der FDA übergeben worden, teilte der Konzern mit. Der Antrag auf Notfallzulassung bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA solle »in den kommenden Wochen« folgen. Es wäre der Erste in den USA und der EU zugelassene Impfstoff, der nur einmal gespritzt werden muss.

In der vergangenen Woche hatte Johnson & Johnson ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bekannt gegeben, demzufolge der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19- Krankheitsverläufen biete. Die Wirksamkeit gegenüber schweren Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe.

Im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und von Moderna handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden kann. Bei den Konkurrenzprodukten, die in der EU bereits eingesetzt werden und im Abstand von mehreren Wochen zweimal gespritzt werden, ist die Wirksamkeit nach Studienergebnissen allerdings deutlich höher.

Nach weiteren Coronafällen: NHL verschärft Corona-Protokoll

01.15 Uhr: Die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL hat auf die steigende Zahl der Corona-Fälle reagiert und das Protokoll verschärft. Zu den neuen Maßnahmen gehört die Entfernung von Glas hinter den Mannschaftsbänken in den Arenen, um eine bessere Luftzirkulation zu schaffen. Die Klubs wurden zudem aufgefordert, tragbare Luftreiniger hinter den Bänken zu installieren. Neuester positiver Corona-Fall ist Ralph Krueger, deutsch-kanadischer Coach der Buffalo Sabres.

Die NHL teilte außerdem mit, dass Spieler und Staff nicht früher als eine Stunde und 45 Minuten vor Bully in die Arenen dürfen, ausgenommen sind Behandlungen von Verletzungen. In den Kabinen müssen die Spieler mindestens einen Abstand von sechs Fuß (1,82 Meter) zwischen ihrem Platz und Teamkollegen einhalten. Alle Team-Meetings an Spieltagen und spielfreien Tagen werden virtuell durchgeführt.

Seit Beginn der Spielzeit am 13. Januar wurden fast zwei Dutzend Spiele verlegt und fast 90 Spieler auf die Covid-19-Liste gesetzt. Insgesamt befinden sich derzeit 40 Spieler auf der Covid-19-Liste. Die Saison der New Jersey Devils, Minnesota Wild, Sabres und Vegas Golden Knights ist momentan aufgrund von Coronafällen unterbrochen. Vegas soll am Freitag auf das Eis zurückkehren.

Frankreichs Regierungschef will keinen weiteren Lockdown

0.40 Uhr: Die französische Regierung will angesichts stabiler Neuinfektionszahlen und Fortschritten bei den Impfungen zunächst keinen weiteren Lockdown. Die Zahl der Toten während der zweiten Infektionswelle sei wegen der Verschärfung der Maßnahmen im vergangenen Monat eine der niedrigsten in Europa, sagte Regierungschef Jean Castex. Nach Corona-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika wurden nun auch erste Fälle einer brasilianischen Variante in Frankreich entdeckt.

Vor einem dritten Lockdown müssten die möglichen Vorteile genau den »wirtschaftlichen, sozialen, menschlichen und manchmal sogar gesundheitlichen« Folgen gegenübergestellt werden, sagte Castex. »Eine neue Ausgangssperre darf daher nur als letztes Mittel gelten.« Sollte sich die Situation jedoch verschlechtern, werde die Regierung »tun, was nötig ist«.

Es sei jedoch auch nicht die Zeit, geltende Beschränkungen aufzuheben, etwa für Restaurants und Cafés oder bei der Einreise. Castex zeigte sich zufrieden mit dem Fortschritt der Impfkampagne. Frankreich habe später begonnen als andere Länder, bis Ende der Woche sollten aber alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen ein Impfangebot bekommen haben.

Auch in Frankreich breiten sich derweil Corona-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika weiter aus, die als ansteckender als die bekannte Variante gelten. So wurden bei den positiven Fällen Anfang Januar noch rund drei Prozent der britischen Mutante zugeschrieben, Ende Januar waren es bereits 14 Prozent, sagte der Virologe Bruno Lina. Gesundheitsminister Olivier Véran teilte mit, dass nun auch vier Fälle einer brasilianischen Variante entdeckt worden seien, die mit einer aus dem brasilianischen Manaus eingereisten Frau in Verbindung stünden.

svv/bah/fek/cop/wit/dpa/AFP/Reuters/AP/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.