+++ Corona-News am Freitag +++ Sachsen beschließt Lockdown bis 7. Februar

Sachsen gehen die Maßnahmen der Bund-Länder-Schalte nicht weit genug und verlängert den Lockdown bis zum 7. Februar. Und: In Berlin wurde erstmals die hochansteckende Corona-Mutation festgestellt. Das waren die Corona-News am Freitag.
Maskenpflicht in Plauen, Sachsen

Maskenpflicht in Plauen, Sachsen

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Das waren die Corona-News des Tages.

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+++ Sachsen beschließt Lockdown bis 7. Februar +++

21.08 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin »besorgniserregenden Zahlen« im Freistaat. Die neue Verordnung gilt ab dem 11. Januar.

Ältere Bürger in Sachsen sollen öffentlichen Nahverkehr meiden

23.18 Uhr: Die sächsische Regierung hat angesichts hoher Corona-Infektionszahlen ältere Bürger gebeten, den öffentlichen Nahverkehr möglichst zu meiden. Gesundheitsministerin Petra Köpping und Wirtschaftsminister Martin Dulig (beide SPD) sprachen am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung von einer dringlichen Empfehlung. Nach Angaben von Dulig sind Busse und Bahnen wegen der Pandemie sachsenweit derzeit im Schnitt zu 40 Prozent ausgelastet. Die Verkehrsunternehmen wurden ersucht, die Taktung der Fahrzeuge besonders während der Rush-Hour nicht zu minimieren.

Griechenland verlängert Lockdown erneut

22.23 Uhr: Die griechische Regierung hat den Corona-Lockdown erneut verlängert. Er gilt nun bis zum 18. Januar, wie Zivilschutzminister Nikos Hardalias am Freitag mitteilte. Die Geschäfte, die eigentlich am Montag wieder öffnen sollten, bleiben damit weiter geschlossen. Kindergärten und Grundschulen, die seit Mitte November geschlossen sind, sollen dagegen wieder öffnen. Auch Gerichte sollen die Arbeit wieder aufnehmen.

»Der Kampf gegen die Pandemie ist hart«, sagte Hardalias. »Uns stehen noch einige schwierige Wochen bevor.« In der kommenden Woche will die Regierung die Infektionslage demnach erneut beraten. Das Ziel der Regierung sei, »eine dritte Infektionswelle zu verhindern«, sagte der Minister.

In Griechenland gelten seit November strikte Einschränkungen wie eine nächtliche Ausgangssperre, die nur über Weihnachten leicht gelockert wurden. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mehr als 5000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert, mehr als 4000 davon in den vergangenen zwei Monaten.

Medienbericht: Geimpfte sollen von Testpflicht für Reiserückkehrer befreit werden   

21.42 Uhr: Menschen, die gegen Corona geimpft sind, sollen laut einem Medienbericht von der Testpflicht für Reiserückkehrer befreit werden. Gleiches soll laut einem Bericht des Düsseldorfer »Handelsblatts«  (Samstagsausgabe) auch für diejenigen gelten, die eine Corona-Infektion bereits überstanden haben. Die Zeitung berief sich auf die vom Bundesinnen- und vom Gesundheitsministerium erarbeitete neue Musterverordnung, die zur Umsetzung an die Länder weitergeleitet worden sei.

Enthalten ist darin demnach auch die Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses vom Dienstag, wonach ein zusätzlicher Corona-Test bei der Einreise aus Risikogebieten verlangt wird. Dem Beschluss zufolge soll dieser Test entweder direkt bei der Ankunft oder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise erfolgen. Corona-Risikogebiete sind derzeit mit wenigen Ausnahmen fast alle europäischen Länder und Regionen sowie die weitaus meisten außereuropäischen Staaten.

Unabhängig davon gilt weiterhin für alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten die Pflicht, sich einer zehntägigen Quarantäne zu unterziehen. Diese kann durch einen weiteren Corona-Test frühestens fünf Tage nach der Rückkehr verkürzt werden.

Im Norden kein automatisches Bewegungslimit in Corona-Hotspots 

20.28 Uhr: In Schleswig-Holstein tritt in Hotspots mit besonders vielen Corona-Infektionen nicht automatisch eine Bewegungseinschränkung in Kraft. Dies machte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Freitag in Kiel deutlich. Bund und Länder hatten eine Begrenzung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer für den Fall beschlossen, dass in einer Region über 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Diese Regel wird laut Garg in den Maßnahmenkatalog eines bestehenden Erlasses aufgenommen, der für Kreise und kreisfreie Städte mit entsprechend hohen Werten vorgesehen ist.

Was von diesen Maßnahmen konkret umgesetzt werde, werde in enger Abstimmung mit dem Ministerium festgelegt. »Dabei spielt auch die Frage eine Rolle: Wodurch wurde die Grenze beispielsweise erreicht?«, sagte Garg. »Sind es zusätzliche singuläre Ausbruchsgeschehen oder ist die Viruszirkulation auf Bevölkerungsebene tatsächlich so hoch?« Das spiele bei der Bewertung eine Rolle, denn es handle sich hier um eine sehr drastische Einschränkung von Freiheitsrechten.

Armin Laschet: Lockdown bis Sommer hält Gesellschaft nicht aus

19.47 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hält einen Lockdown bis Sommer für unmöglich. Man müsse jetzt alles tun, um die Infektionszahlen zu senken. »Aber bis zum Sommer wird das Land das nicht aushalten«, sagt er in einer Fragerunde der drei CDU-Kandidaten für den Parteivorsitz.

Großbritannien verzeichnet Höchstzahl an Corona-Toten

19.26 Uhr: In Großbritannien hat die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1325 Todesfälle registriert, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Es ist die bislang höchste Zahl an Todesopfern, nachdem auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle am 21. April 1224 Corona-Tote gemeldet wurden. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag am Freitag bei 60.053.

Großbritannien ist mit insgesamt 79.833 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Derzeit kämpft die Regierung in London insbesondere gegen die rasante Ausbreitung eines mutierten Virus, das im Dezember erstmals im Südosten Englands entdeckt wurde. Erste Studien legen nahe, dass die Variante B.1.1.7 um bis zu 70 Prozent ansteckender sein könnte als die bisher bekannten Stämme.

Spahn bittet offenbar Pharmaindustrie um Hilfe bei Impfaktion

19.11 Uhr: Angesichts der anhaltenden Engpässe bei Versorgung mit Corona-Impfstoff hat das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) mehreren Medienberichten zufolge die Pharmaindustrie um Hilfe gebeten. Dabei geht es demnach um eine mögliche Ausweitung von Produktionskapazitäten, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sowie die »Welt« übereinstimmend berichteten. Begründet wurde dies mit der angespannten pandemischen Lage.

»Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob es in Ihrem Verband Unternehmen gibt, die zu einer Erhöhung der Produktion von COVID-19-Impfstoffen beitragen können oder sich bereits hierum bemühen«, heißt es den Berichten zufolge in dem Schreiben von Gesundheits-Staatssekretär Thomas Steffen an den Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und weitere Branchenverbände. Gebeten wurde demnach um »kurzfristige Rückmeldung«, denn es sei wichtig, schnell »gemeinsam tätig zu werden«.

Erste Reaktionen bei den angeschriebenen Verbänden waren laut »Welt« zurückhaltend. Eine kurzfristige Umstellung der Produktion auf die benötigten Impfstoffe sei nicht ohne Weiteres möglich, dazu sei ein Vorlauf von Wochen nötig, hieß es demnach.

Corona-Impfungen: WHO sieht Gefahr einer Benachteiligung armer Länder

18.59 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet eine Benachteiligung ärmerer Länder bei den nun startenden Impfungen gegen das Coronavirus. Unter den 42 Staaten, die sichere und wirksame Impfstoffe spritzten, sei kein einziges armes Land, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Er appellierte an die reichen Länder, die sich viele Impfdosen gesichert hätten, sie auch über die internationale Corona-Impfinitiative Covax an die 92 angeschlossenen Länder zu verteilen. Die Nachbestellungen drohten, die Preise für die Impfstoffe hochzutreiben, kritisierte Tedros. »Ich bitte die Staaten und Hersteller dringend darum, diese bilateralen Deals auf Kosten von Covax zu stoppen.«

Die WHO-Experten machten darauf aufmerksam, dass die aktuelle Zahl der ausgelieferten Impfdosen noch keinen Effekt auf den Verlauf der Pandemie habe. Es gelte, weiterhin die üblichen Hygieneregeln einzuhalten.

Erstmals hochansteckende Virus-Mutation in Berlin festgestellt

18.55 Uhr: In Berlin ist erstmals die hochansteckende Virus-Mutation festgestellt worden. Die infizierte Person habe sich in Großbritannien aufgehalten und sei mittlerweile wieder genesen, teilt die Senatsverwaltung mit. Es werde dem Verdacht nachgegangen, dass sie vor ihrer Isolierung mit zwei Menschen Kontakt gehabt haben könnte.

Schlimmster Pandemie-Tag in Portugal: Rekord an Toten und Infektionen

18.41 Uhr: Portugal hat am Freitag seinen bisher schlimmsten Pandemie-Tag erlebt. Mit 10 176 Neuinfektionen und 118 Todesopfern meldeten die Gesundheitsbehörden in Lissabon die höchsten Zahlen seit Beginn der Corona-Krise. Die Neuinfektionen in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern hatten zuvor schon am Mittwoch mit einem Tageswert von 10 027 den bis dahin geltenden Rekord vom 31. Dezember (7627) deutlich übertroffen. Gesundheitsministerin Marta Temido hatte am Mittwoch ihre Landsleute gewarnt: »Die nächsten Tage werden sehr hart sein«. Die zuvor höchste Zahl an Toten mit Covid-19 an einem Tag war mit 98 am 13. Dezember registriert worden.

Infolge der kräftig anziehenden Zahlen wird auch die Lage in den Krankenhäusern immer angespannter. Die Zahl der stationär behandelten Covid-Patienten kletterte am Freitag um 118 auf den neuen absoluten Höchststand von 3451. Auf Intensivbetten lagen den amtlichen Angaben zufolge 536 Kranke – 22 mehr als am Vortag.

Dänemark will Einreisen weiter beschränken und rät von allen Reisen ab

17.40 Uhr: Dänemark will die Zahl der Ein- und Ausreisen wegen der angespannten Corona-Situation weiter reduzieren. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen bis zum 17. Januar Einreisen weiter beschränkt werden.

So soll etwa ein negativer Corona-Test verpflichtend sein, um ins Land zu gelangen. Auch müsse es einen triftigen Grund für die Einreise geben. Dazu zählten etwa der Besuche naher Angehöriger. Andere bislang als ausreichend betrachtete Gründe – etwa ein Studium oder Au-pair-Aufenthalt – werden vorübergehend gestrichen.

Nach Angaben des Senders DR wird zudem von allen Reisen in alle Länder auf der Welt abgeraten, zuletzt galt dies nur für Großbritannien und Südafrika. Auch von Dienstreisen solle man absehen, sagte Außenminister Jeppe Kofod auf einer Pressekonferenz. Die Botschaft sei ganz klar, dass man nicht ausreisen solle.

Italien führt erneut Zonensystem ein

17.30 Uhr:  Italien will ab kommender Woche das Land wieder in unterschiedliche Corona-Zonen einteilen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Damit werden in den Regionen – je nach Corona-Infektionsgeschehen – wieder unterschiedliche Regeln für die Menschen gelten. Nach Angaben seines Ministeriums wollte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza dazu am Freitag eine neue Verordnung unterzeichnen.

Danach fallen die nördlichen Regionen Emilia Romagna, die Lombardei und Venetien sowie Sizilien und Kalabrien im Süden ab Montag in die orangefarbene Zone. In ihnen gelten dann strengere Regeln als im Rest des Landes, der dann in die gelbe Zone eingeteilt werden soll.

Konkret bedeutet das für die Menschen in den orangefarbenen Zonen etwa, dass Bars und Restaurants geschlossen bleiben und nur Essen zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Der Bewegungsradius ist auf die Kommune beschränkt. Darüber hinaus hat die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern noch bis zum 15. Januar Reisen zwischen allen Regionen untersagt.

Die Pandemie-Situation hat sich landesweit zuletzt verschärft, sagte einer der Experten des Gesundheitsministeriums am Freitag. Die Fallzahlen, die im Dezember noch eher rückläufig waren, seien wieder schneller gestiegen. Am Freitag wurden 17.533 Neuinfektionen mit Sar-CoV-2 gemeldet, außerdem 620 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

Frankreichs Gesundheitsbehörde lässt Moderna-Impfstoff zu

17.10 Uhr: Frankreich hat den kürzlich von der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) zugelassenen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna genehmigt. »Frankreich hat nun zwei Impfstoffe, um die Bevölkerung weiter zu impfen«, teilte die Hohe Gesundheitsbehörde mit.

Der Impfstoff von Moderna habe eine Zulassung für Personen über 18 Jahre, der Impfstoff von Biontech/Pfizer ab 16 Jahren. Dieser Unterschied sei auf das Alter der Personen zurückzuführen, die an den jeweiligen klinischen Studien teilgenommen hätten. »Mit Ausnahme von jungen Erwachsenen wird die Wahl zwischen den beiden Impfstoffen daher in erster Linie von der Verfügbarkeit der Dosen und logistischen Einschränkungen abhängen«, so die Behörde.

In Frankreich hatte es zuletzt massive Kritik am schleppenden Impfstart gegeben , die Regierung in Paris versucht nun, etwa mit der Eröffnung Hunderter Impfzentren aufs Tempo zu drücken. Mehrere Zehntausend Menschen sind bisher in Frankreich geimpft worden. Nach einem Resümee der französischen Medikamentenbehörde ANSM in der zweiten Impfwoche wurden in Frankreich bisher keine schwerwiegenden unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet.

Bürovermietung in deutschen Großstädten bricht ein

17.00 Uhr: Im vergangenen Jahr ist der Büroflächenumsatz in deutschen Metropolen um 33 Prozent zurückgegangen. Angesichts der Corona-Pandemie dürfte es erst zur Jahresmitte wieder aufwärtsgehen, schätzt der Immobilienspezialist JLL.

Aida verlängert Kreuzfahrtpause

Aida-Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen

Aida-Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen

Foto: Chris Emil Janssen / imago images/Chris Emil Janßen

16.55 Uhr: Wegen der Verlängerung des Lockdowns und der Verschärfung der Maßnahmen gegen das Coronavirus unterbricht die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die Kreuzfahrtsaison länger als geplant. Man hoffe, diese »nach einer deutlichen Entspannung des Infektionsgeschehens in Deutschland« ab 6. März fortsetzen zu können, teilte das Unternehmen mit. Ursprünglich sollten Schiffe schon Mitte Januar wieder rund um die Kanarischen Inseln fahren.

Das sei wegen der neuen deutschen Corona-Bestimmungen nicht möglich, sagte eine Sprecherin nun. Auch andere Regionen könnten wegen der dortigen Situation derzeit nicht angefahren werden. Im März sollen dann Fahrten um die Kanaren, in Nordeuropa und im Mittelmeer den Auftakt machen. Gäste, deren Reisen nicht wie geplant durchgeführt werden können, würden umgehend informiert, hieß es. Aida biete Umbuchungen an.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben wieder per Telefon und E-Mail erreichbar. Es hatte zuletzt wegen erheblicher IT-Probleme sogar Kreuzfahrten absagen müssen. In Medien war über einen möglichen Hackerangriff spekuliert worden. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen übernommen. Aida wollte sich zu den Hintergründen nicht äußern.

Schweden macht Weg für schärfere Corona-Maßnahmen frei

16.48 Uhr: Die schwedische Regierung hat sich mit einem neuen Pandemiegesetz die Möglichkeit für weitreichendere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gesichert.

Der Reichstag in Stockholm stimmte für ein entsprechendes Gesetz, das zeitlich befristet ist. Es tritt am Sonntag in Kraft und bedeutet in der Praxis, dass die Regierung umfassendere Corona-Maßnahmen als bisher erlassen kann, wenn sie dies für notwendig erachtet.

Die schwedische Strategie hatte bisher auf verhältnismäßig freizügige Empfehlungen sowie Appelle an die Vernunft der Bürger gesetzt. Für umfassende Restriktionen fehlten bislang auch rechtliche Möglichkeiten.

Das neue Gesetz ermöglicht es der Regierung und den Behörden nun, zum Beispiel Geschäfte, Einkaufszentren, Fitnessstudios oder andere Einrichtungen zu schließen oder es Menschen zu verbieten, sich in größeren Gruppen zu versammeln. Das Gesetz gilt vorläufig bis September 2021.

Anzeigen von Maskengegnern in österreichischen Zeitungen sorgen für Kritik

16.30 Uhr: Die Veröffentlichung einer bezahlten Anzeige von Gegnern der Corona-Maßnahmen in zwei österreichischen Tageszeitungen sorgt im Netz für Empörung. In einem ganzseitigen »Offenen Brief an die Regierung«, den die beiden auflagenstarken Zeitungen »Kurier« und »Österreich« am Freitag abdruckten, steht unter anderem, dass Gesichtsmasken »nutzlos und gesundheitsschädlich« seien. Die Verfasser schreiben zudem von »Zwangsimpfungen«, die »nicht verantwortungsvoll geprüft« worden seien.

Der optisch seriös wirkende Brief bezieht sich auf angebliche »wissenschaftliche Untersuchungen«, ohne diese näher zu benennen. Die Verfasser bezeichnen sich selbst als »Außerparlamentarischer Corona Untersuchungsausschuss Austria«.

Kritik gab es von anderen österreichischen Medien. »Eine Zeitung ist keine Plattform für Verschwörungstheorien«, schrieb etwa der Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung »Falter«, Florian Klenk, auf Twitter.

»Während Facebook und Co. Corona-Leugnern das Schalten von Anzeigen erschweren, bieten ihnen ehemals stolze Printmedien eine Ausweichroute für ihre Desinformation«, kritisierte auch der Innsbrucker Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch.

Londons Bürgermeister ruft Großlage aus

15.20 Uhr: Wegen der dramatischen Situation in den Krankenhäusern von London hat der Bürgermeister der britischen Hauptstadt vor einem Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt. Angesichts des drastischen Anstiegs der Infektionen drohten in den Kliniken die Betten auszugehen, erklärte Sadiq Khan. »Die ungeschminkte Wahrheit ist, dass wir innerhalb weniger Wochen keine Betten mehr für Patienten haben, wenn die Virusausbreitung nicht drastisch gebremst wird.«

Angesichts beispiellos hoher Infektionszahlen rief Khan eine Großlage (major incident) aus. Er habe dies getan, »weil dieses Virus unsere Stadt an den Rand einer Notlage gebracht hat«, sagte Khan.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz in der britischen Hauptstadt liegt inzwischen bei mehr als 1000, in einigen Stadtteilen sogar noch deutlich höher. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gemeint.

Einer von 30 Londonern habe inzwischen Covid-19, momentan gingen bei den Rettungsdiensten in der Stadt 8000 Anrufe ein, sagte der Bürgermeister. An einem Tag mit hohem Aufkommen seien es sonst üblicherweise nur rund 5500 Anrufe. Würden nicht umgehend Maßnahmen ergriffen, werde das nationale Gesundheitssystem NHS überlastet. Dann würden mehr Menschen sterben, sagte Khan.

Nach Angaben der BBC  wurden major incidents in jüngerer Vergangenheit etwa nach dem Brand der Grenfell Towers im Juni 2017 oder nach den Terrorattacken an der Westminster und der London Bridge ausgerufen. Auslöser sind Ereignisse, die eine verstärkte Abstimmung zwischen den Notdiensten erfordern.

Ganz Großbritannien verzeichnete in den vergangenen Tagen sehr hohe Infektionszahlen. London ist besonders stark betroffen. Die Krankenhäuser sind bereits weitgehend ausgelastet. Verantwortlich machen die Regierung und Experten dafür auch eine neue, womöglich ansteckendere Virusvariante.

Am Donnerstag hatten britische Medien ein internes Papier des öffentlichen Gesundheitsdienstes NHS veröffentlicht, wonach bei einem Anhalten der jetzigen Entwicklung bereits am 19. Januar in London rund 1500 Krankenhausbetten fehlen könnten. Im schlimmsten Fall könnten es sogar 4400 fehlende Betten sein.

Brandenburg schränkt Bewegungsradius in extremen Corona-Hotspots ein

15.10 Uhr: Nach mehreren anderen Bundesländern schränkt auch Brandenburg die Bewegungsfreiheit der Bürger in extremen Corona-Hotspots deutlich ein. Für Bewohner von Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche seien touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um die Kommune künftig untersagt, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Kabinettssitzung in Potsdam.

»Dabei geht es insbesondere darum, Wintersportausflüge, wie wir sie in den vergangenen Tagen erlebt haben, zu vermeiden«, betonte Woidke. Diese Beschränkung gelte, wenn die hohe Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage lang bestehe. Einkäufe und Arztbesuche bleiben auch außerhalb dieses Radius weiter erlaubt.

Quarantäne umgangen: Polizei hält Skitourengeher aus Österreich auf

15.05 Uhr: Rund 50 Skitourengeher aus Österreich hat die Polizei in den Weihnachtsferien aufgehalten, weil sie in Deutschland unterwegs waren, ohne sich vorher in Quarantäne zu begeben. »Der deutsche Tourengeher muss in Deutschland bleiben, der österreichische in Österreich«, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Wer die Grenze überschreite, müsse die Quarantäneregeln bei der Einreise beachten. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk  berichtet.

Die Skitourengeher aus Österreich müssen demnach mit einem Bußgeld von bis zu 2000 Euro rechnen. Die Polizei hatte die Freizeitsportler eigenen Angaben zufolge nach Hinweisen von Anwohnern auf deutscher und österreichischer Seite nahe der Grenze kontrolliert.

Belgien strebt Immunität seiner Bevölkerung im Spätsommer an

14.50 Uhr: Belgien will bis zum Spätsommer eine flächendeckende Immunität gegen das Coronavirus erreichen. Bis September sollen laut Impfplan 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden, wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf die zuständige Arbeitsgruppe für die Impfkampagne berichtete. »Das sind tolle Neuigkeiten auf dem Weg zurück in die Freiheit«, sagte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke.

Belgien hatte bereits zuvor eine Impfquote von 70 Prozent als Ziel festgelegt. Der Wert deckt sich mit der Einschätzung von Experten, nach der 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung einen Impfschutz erhalten müssen, um die Corona-Pandemie in einem Land zu stoppen.

Infektionsrekord auf den Balearen: Mallorca schließt Restaurants

14.45 Uhr: Die Urlaubsinsel Mallorca, die Region Madrid und weitere Teile Spaniens haben wegen anziehender Infektionszahlen eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Nach einem regionalen Infektionsrekord auf den Balearen müssen auf Mallorca ab Dienstag alle Restaurants, Bars und Cafés sowie auch alle Kaufhäuser, Einkaufs- und Fitnesszentren für zwei Wochen geschlossen bleiben, wie die balearische Regierungssprecherin Pilar Costa in Palma mitteilte.

Die Balearen sind eine der derzeit von Corona am schwersten betroffenen Regionen Spaniens. Besonders schlimm ist die Lage auf Mallorca, wo es innerhalb eines Tages 485 Neuinfektionen gab. Die sogenannte 14-Tage-Inzidenz liegt auf der Insel bei 608.

CSU-Generalsekretär will Wahlrecht wegen Pandemie ändern lassen

14.38 Uhr: CSU-Generalsekretär Markus Blume fordert, das Wahlrecht noch vor der Bundestagswahl im Herbst zu ändern, um es den Erfordernissen der Corona-Pandemie anzupassen. Unter anderem müsse es möglich werden, dass Parteien ihre Kandidaten für den Bundestag nicht ausschließlich per Präsenzwahl nominierten, sagte Blume der »Rheinischen Post«.

»Wenn die Pandemie noch länger andauert und, wie zu befürchten ist, sich aufgrund der Corona-Mutation weiter verschärft, müssen wir sicherstellen, dass die Vorbereitungen für die Bundestagswahl trotzdem ordnungsgemäß ablaufen können«, sagte der CSU-Generalsekretär. Aktuell gebe es noch keinen anderen Weg, als Kandidaten für den Bundestag in Präsenz zu nominieren, sagte Blume. Hybride Verfahren kombiniert mit Brief- oder Urnenwahlen seien nicht vorgesehen.

Er halte es für notwendig, dass der Bundestag gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium Abweichungen vom bisherigen Recht ermögliche. Das betreffe auch Regelungen zur Briefwahl.

Ukraine geht erneut in Shutdown

14.10 Uhr: In der Ukraine gilt seit heute erneut ein Shutdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Seit Freitag sind in dem osteuropäischen Land Restaurants, Bars, Kinos, Theater, Fitnessklubs und Schwimmhallen für zunächst gut zwei Wochen geschlossen.

Lediglich Supermärkte, Apotheken und Kindergärten bleiben laut einem Regierungsbeschluss geöffnet. In den Einrichtungen seien bislang nur wenige Kinder erkrankt, sagte Regierungschef Denis Schmygal. Schüler und Studenten müssen aber zu Hause lernen. »Die Quarantäne ist nicht so hart wie die im Frühjahr«, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Das Gesundheitsministerium rechnet wegen der Neujahrsfeiertage mit einem Anstieg der Infektionszahlen. Am Freitag wurden mehr als 5600 neue Fälle registriert. 83 Menschen starben innerhalb eines einzigen Tages im Zusammenhang mit Covid-19. Seit dem Frühjahr verzeichnet die Ex-Sowjetrepublik mehr als 1,1 Millionen Infektionen und 19.600 Tote.

NRW und Baden-Württemberg scheren bei Corona-Maßnahmen aus

13.57 Uhr: Einige Bundesländer setzen die am Dienstag vereinbarten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen nicht vollständig um. So findet sich in der ab Montag geltenden Verordnung für Nordrhein-Westfalen etwa kein Passus, der eine Begrenzung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer für Einwohner in extremen Corona-Hotspots vorschreibt. Das berichtet unter anderem der WDR . Das Verhängen weiterer Maßnahmen liegt demnach im Zuständigkeitsbereich der Kreise und kreisfreien Städte.

In Baden-Württemberg soll dagegen die von Bund und Ländern beschlossene Verschärfung der Kontaktregeln nicht wie besprochen umgesetzt werden. »Um familiäre Härten abzumildern, und insbesondere den Bedürfnissen von Familien mit kleinen Kindern oder Alleinerziehenden gerecht zu werden«, sollten Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) laut SWR  bei einer Rede im Landtag.

Zuvor hatte die Bundesregierung dazu aufgerufen, die mit den Bundesländern gemeinsam getroffenen Corona-Beschlüsse zur Verschärfung und Verlängerung des Shutdowns auch umzusetzen. »In der derzeitigen Situation ist aus unserer Sicht eine konsequente Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse auch mit Blick auf die noch ansteckendere Virusvariante ... unerlässlich und das gilt auch für die Beschlüsse zu den Schulen«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Seibert antwortete auf Nachfragen zum Vorgehen in den Ländern bei den Schulen. So hatte etwa der Berliner Senat beschlossen, ab 11. Januar schrittweise wieder Wechselunterricht an Schulen anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in den Schulen in kleinen Gruppen.

»Es sollte nach Ansicht der Bundesregierung jetzt eben nicht um eine möglichst weite, extensive Auslegung der Beschlüsse gehen, sondern darum, dass wir alles tun, um diese Beschlüsse durchzuhalten und ihren Zweck damit zu erreichen«, sagte Seibert.

16 Bundeswehrsoldaten im Ausland mit Corona infiziert

13.46 Uhr: Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr sind über den Jahreswechsel insgesamt 16 Soldaten positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Die Kontaktpersonen wurden identifiziert und entsprechende Isolationsmaßnahmen getroffen«, teilte das Einsatzführungskommando mit.

Die größte Zahl an Infektionen gab es im deutschen Kontingent des UN-Einsatzes in Mali (Minusma), wo zehn Fälle nachgewiesen wurden, sowie beim EU-Einsatz EUTM in dem westafrikanischen Land (drei Fälle). Die Infizierten sollten zeitnah zur weiteren Behandlung ausgeflogen werden oder hatten das Einsatzgebiet bereits auf diesem Weg verlassen. Zwei Soldaten blieben in Quarantäne in Einsatzgebieten.

Wegen der Corona-Pandemie sind die Einsätze weitgehend heruntergefahren worden und mit zusätzlichen Regeln belegt. Kontakte sind aber zu Verbündeten sowie zu zivilen Mitarbeitern nötig.

Grüne fordern besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz und Homeoffice-Förderung

12.54 Uhr: Die Grünen drängen auf mehr Infektionsschutz in Büros und werfen der Bundesregierung vor, nicht genug für die Förderung des Homeoffice zu tun. »Vor allem Großraumbüros sind Risikogebiete«, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) müsse deshalb »ein deutliches Signal an uneinsichtige Arbeitgeber« senden. Die bisherige »halbherzige Bitte« der Bundesregierung an die Arbeitgeber, Homeoffice zu ermöglichen, reiche nicht aus.

Kritik kommt indes auch aus Heils eigener Partei: Die neue Juso-Chefin Jessica Rosenthal forderte Bund und Länder auf, Arbeitgeber in der Coronakrise stärker in die Pflicht zu nehmen. »Es ist doch ein Armutszeugnis, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, mehr zu formulieren als eine freundliche Bitte, doch Homeoffice möglich zu machen«, sagte Rosenthal.

Ema erlaubt Entnahme von sechs Dosen pro Biontech-Ampulle

12.45 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat der Entnahme von sechs Impfdosen pro Ampulle des Impfstoffs der Hersteller Pfizer und Biontech in der EU zugestimmt. Bisher waren nur fünf Dosen erlaubt.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums könnten so kurzfristig etwa 20 Prozent mehr Menschen geimpft werden. Ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde kündigte bereits an, man werde nun beginnen, »die verfügbare sechste Dosis zu verwenden, um keine Impfstoffmengen zu verschwenden«.

Die Ema wies darauf hin, dass bei Nutzung der Ampulle für sechs Impfdosen spezielle Spritzen verwendet werden müssten. Andernfalls könnten möglicherweise nur fünf volle Dosen gewonnen werden. Der Rest des Fläschcheninhalts müsse in diesem Fall vernichtet werden.

Oberhof zum Start des Biathlon-Weltcups abgesperrt

Polizei an einer gesperrten Zufahrtsstraße zum Grenzadler in Oberhof

Polizei an einer gesperrten Zufahrtsstraße zum Grenzadler in Oberhof

Foto: Bodo Schackow / dpa

12.38 Uhr: Mit dem Beginn des Biathlon-Weltcups ist der Wintersportort Oberhof in Thüringen weitgehend abgeriegelt. »Nach den vergangenen Wochen mussten wir einen Bremshebel haben und den Ansturm auf die Stadt unterbinden«, sagte Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz (Freie Wähler). Seit dem Morgen sind die Zufahrten zur Stadt abgesperrt, die Polizei kontrolliert, wer mit berechtigtem Grund ins Zentrum fahren darf.

Dort kontrolliert der Ordnungsdienst, ob die Autofahrer sich an die Parkregeln halten. Die öffentlichen Parkplätze wurden komplett gesperrt. In den zurückliegenden Tagen hatte es in Oberhof und weiteren Thüringer Wintersportgebieten einen regelrechten Ansturm von Ausflüglern gegeben, was zu teilweise chaotischen Verhältnissen geführt hatte.

Der Weltcup findet in diesem Jahr pandemiebedingt ohne Zuschauer statt, normalerweise kommen Zehntausende Fans.

Deutscher Biologika-Impfstoff »unter Erwartungen«

12.20 Uhr: Der von dem Unternehmen IDT Biologika GmbH und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung entwickelte potenzielle Corona-Impfstoff hat die in ihn gesetzten Erwartungen in einer ersten klinischen Prüfung vorerst verfehlt.

Die Immunreaktionen lägen »in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen«, teilte das an der Entwicklung beteiligte Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE) mit. Die klinische Erprobung des Wirkstoffs werde nun ausgesetzt, um die Ursachen dafür zu finden.

Nach Angaben der Klinik waren die Impfungen nach gemeinsamen Untersuchungen mit der Philipps-Universität Marburg zwar gut verträglich und führten lediglich zu geringen Nebenwirkungen. Zugleich aktivierten sie das körpereigene Immunsystem der 30 Studienteilnehmer aber weniger, als nach den ermutigenden Ergebnissen der vorherigen Tests zu erwarten gewesen wäre.

»Die bisher ausgewerteten Daten zeigen, dass Immunantworten zwar nachweisbar sind, aber nicht im erwarteten Ausmaß generiert wurden«, sagte die UKE-Expertin Marylyn Addo im Namen aller an dem Projekt beteiligten Partner. Es werde nun an einer Optimierung des Impfstoffs gearbeitet, so Addo.

Der von dem Dessau-Rosslauer Unternehmen IDT Biologika GmbH und dem DZIF gemeinsam entwickelte Kandidat ist eines von drei deutschen Impfstoffprojekten. Der Wirkstoff der Mainzer Pharmafirma Biontech und ihres US-Partners Pfizer ist bereits zugelassen und wird verimpft. Der Kandidat des Tübinger Unternehmens Curevac befindet sich ebenfalls noch in der klinischen Prüfung.

Netanyahu-Prozess wegen Corona-Lockdown verschoben

11.56 Uhr: Benjamin Netanyahu ist in Israel wegen Korruption angeklagt. Im Prozess gegen den israelischen Ministerpräsidenten kommt es nun zu Verzögerungen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist eine für kommenden Mittwoch geplante Anhörung verschoben worden.

Reisewarnung für Madeira, Korsika und Bretagne

11.53 Uhr: Die Bundesregierung rät wegen steigender Corona-Infektionszahlen von Reisen in mehrere beliebte Urlaubsgebiete in Europa ab. Ab Samstag wird die portugiesische Urlaubsinsel Madeira ab Samstag als Risikogebiet eingestuft, auch Korsika und die Bretagne stehen dann wieder auf der vom RKI erstellten Liste.

Damit gilt wieder für den gesamten europäischen Teil Frankreichs eine Reisewarnung, nur einige Überseegebiete sind noch davon ausgenommen, wie das RKI auf seiner Internetseite mitteilte.

Madeira war bis zuletzt eins der letzten europäischen Winterreiseziele, für das bisher noch keine Corona-Reisewarnung galt. Jetzt bleiben nur noch einige griechische Inseln übrig. Mit der Neubewertung des RKI werden ab Samstag zudem ganz Irland, die dänischen Färöer Inseln und zwei weitere Regionen Norwegens wieder Risikogebiet.

Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Urlauber können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise vorzeitig befreien lassen.

IOC-Mitglied »nicht sicher« wegen Olympia in Tokio

11.30 Uhr: Das dienstälteste IOC-Mitglied Richard Pound hat Zweifel an einer Austragung der auf dieses Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio. »Ich kann mir nicht sicher sein, weil die Wellen des Virus immer noch wie ein Elefant im Raum stehen«, wird der Kanadier von der britischen BBC zitiert.

Pound forderte indes erneut, Olympioniken bei den Corona-Impfungen zu bevorzugen. »Athleten sind wichtige Vorbilder. Indem sie sich impfen lassen, senden sie eine kraftvolle Botschaft, dass es bei Impfungen nicht nur um die eigene Gesundheit geht, sondern auch um Solidarität und die Rücksicht auf das Wohlbefinden von anderen in ihrem Umfeld«, sagte Pound.

Gastgeber Japan und das Internationale Olympische Komitee hatten noch am Donnerstag bekräftigt, an ihren Plänen für »sichere und geschützte Spiele« im Juli und August festhalten zu wollen. Wegen der Corona-Pandemie waren die eigentlich für das Vorjahr geplanten Tokio-Spiele um ein Jahr verschoben worden. Eine erneute Verzögerung wäre für die Organisatoren wohl ein weiteres wirtschaftliches Fiasko – bereits die Verlegung soll Kosten in Höhe von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro verursacht haben.

China riegelt nach Virusausbruch Millionenstädte ab

11.20 Uhr: Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten ergreifen die Behörden in China strikte Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der betroffenen Provinz Hebei, die die Hauptstadt Peking umschließt, wurde am Freitag außer der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang auch die Sieben-Millionen-Metropole Xingtai abgeriegelt. Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt.

Die Pekinger Stadtregierung untersagte alle größeren Versammlungen zum chinesischen Neujahrsfest, das am 12. Februar gefeiert wird. Die Zentralregierung und örtliche Behörden riefen dazu auf, zu dem wichtigsten Familienfest nicht wie sonst üblich in ihre Heimatdörfer zu reisen.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Hebei stieg indes auf rund 300, wie die örtliche Gesundheitskommission mitteilte. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits getestet.

NRW will Lehrer mit täglich zwei FFP2-Masken ausstatten

Lehrerin mit Maske (Symbolfoto)

Lehrerin mit Maske (Symbolfoto)

Foto: Matthias Balk / dpa

10.50 Uhr: Nordrhein-Westfalen will jeden Lehrer im Präsenzunterricht mit zwei FFP2-Masken pro Tag ausstatten. Es würden entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt, um das bis zu den Osterferien zu gewährleisten, teilte das Bildungsministerium in einem Schreiben  an alle Schulen mit. Dies gelte auch für das weitere Landespersonal an den Schulen, sofern in Präsenz gearbeitet werde.

In dem Schreiben wurde zudem klargestellt, dass die angekündigten Gratis-Corona-Tests für Lehrer bis Ende Januar nur in Anspruch genommen werden können, wenn die Personen »in dieser Zeit tatsächlich einen Präsenzdienst in den Schulen leisten.«

Grundsätzlich gibt es bis zum Ende des Monats Distanzunterricht. Es gibt aber Notbetreuungsangebote für Schüler der Klassen 1 bis 6, die nicht zu Hause betreut werden können oder bei denen nach Ansicht des Jugendamts eine Kindeswohlgefährdung vorliegen könnte.

Lehrer, die in dieser Zeit in den Schulen sind, können sich bereits kostenfrei auf Corona testen lassen. Für alle anderen Beschäftigten soll es von Februar bis zu Beginn der Osterferien die Möglichkeit zu sechs anlasslosen Tests geben.

Ministerpräsident Hans: »Noch ein langer, schwieriger Weg«

10.24 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Bürger im Kampf gegen Corona auf weiter harte Zeiten eingestimmt. »Trotz begonnener Impfungen sind wir ganz weit davon entfernt, Entwarnung geben zu können«, sagte Hans in einer Regierungserklärung im Landtag. Dennoch gebe es Zuversicht, dass die Corona-Pandemie noch dieses Jahr bewältigt werden könne. »Dies ist jedoch noch ein langer, schwieriger Weg.«

Es bestehe die Gefahr, dass die neue Corona-Variante B.1.1.7, die bereits in Deutschland angekommen und in Luxemburg nachgewiesen worden sei, die Pandemiesituation erheblich verschärfe, sagte Hans. »Damit müssen wir rechnen.«

Angesichts der »ernsten Situation« sei eine Verlängerung des Shutdowns bis Ende Januar mitsamt einer teilweisen Verschärfung der Maßnahmen beschlossen worden. Hans appellierte an die Saarländer: »Suchen Sie bitte nicht nach Schlupflöchern in unseren aktuellen Regelungen! Reduzieren Sie freiwillig Ihre Kontakte auf ein absolutes Minimum! Bleiben Sie, wenn es irgend geht, zu Hause!«

Hans sagte, er wolle »keine Regelungen erlassen, die noch härter sind als die jetzigen. Ich möchte keine Ausgehverbote wie etwa bei unserem Nachbarn Frankreich oder andernorts. Ich möchte so wenig staatlichen Zwang wie möglich«.

EU bestellt Millionen Impfdosen bei Biontech/Pfizer nach

10.11 Uhr: Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel.

Ausnahmezustand in Tokio – mögliche Ausweitung

10.10 Uhr: Japan erwägt laut der Nachrichtenagentur Reuters, den bereits in Teilen des Landes geltenden Ausnahmezustand auszuweiten. Man erwäge in Absprache mit den Präfekturen, ob der Ausnahmezustand auch in anderen Regionen verhängt werden sollte, sagte Premierminister Yoshihide Suga.

In der Hauptstadt Tokio und drei umliegenden Präfekturen gilt der Zustand bereits seit heute. Nach Angaben der Associated Press lief das Leben in der Millionenmetropole aber zunächst ohne merkliche Unterschiede weiter, in den Pendlerzügen am Morgen standen die Menschen demnach dicht gedrängt. Der Notstand gilt bis zum 7. Februar, Restaurants und Bars müssen bis dahin um acht Uhr schließen.

Mit Maske, aber ohne Möglichkeit zum Abstandhalten: Menschen am Bahnhof Shinagawa in der Präfektur Tokio

Mit Maske, aber ohne Möglichkeit zum Abstandhalten: Menschen am Bahnhof Shinagawa in der Präfektur Tokio

Foto: KIM KYUNG-HOON / REUTERS

Japan kämpft derzeit mit steigenden Corona-Infektionszahlen. Am Freitag wurden mehr als 7500 neue Fälle gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt ist das Land mit seinen knapp 127 Millionen Einwohnern jedoch relativ glimpflich durch das vergangene Jahr gekommen: Knapp 270.000 Corona-Infektionen und 3.675 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus wurden registriert.

Irans Ajatollah blockiert Import US-amerikanischer und britischer Impfstoffe

9.40 Uhr: Irans Führung hat die Einfuhr westlicher Corona-Impfstoffe untersagt. »Importe US-amerikanischer und britischer Vakzine ins Land sind verboten. Ich habe dies bereits den Verantwortlichen gesagt und sage es jetzt öffentlich«, sagte der oberste Führer Ajatollah Ali Khamenei in einer Rede.

Die Begründung für das Importverbot lieferte Khamenei gleich mit. »Wenn die Amerikaner in der Lage wären, einen Impfstoff zu entwickeln, hätten sie mit dem Coronavirus nicht so ein Fiasko im eigenen Land«, so Khamenei.

Iran ist schwer von der Pandemie betroffen, nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität wurden in dem Land bislang mehr als 1,27 Millionen Corona-Infektionen gemeldet, fast 56.000 Menschen starben an oder mit dem Virus. Tatsächlich könnten die Zahlen noch deutlich höher liegen, bereits während der ersten Pandemiewelle im vergangenen Jahr kamen Zweifel an den offiziellen Angaben auf.

Ärmste Länder der Welt sollen ab Ende Januar ersten Impfstoff erhalten

9.08 Uhr: Die ärmsten Länder der Welt sollen zwischen Ende Januar und Mitte Februar die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs erhalten. Die im Rahmen der Covax-Initiative beschafften Impfdosen sollen in den kommenden Wochen verteilt werden, kündigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Insgesamt habe Covax Zugang zu zwei Milliarden Dosen Impfstoff.

Das internationale Covax-Programm, das von der WHO mit Unterstützung des Impfbündnisses Gavi ins Leben gerufen wurde, soll dabei helfen, einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen zu gewährleisten. Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres genügend Dosen bereitzustellen, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative teilnehmenden Ländern zu impfen. Die Finanzierung ist für die 92 ärmsten Staaten der Welt gesichert.

Bau weiterhin von Coronakrise unbeeindruckt

8.49 Uhr: Der Bau in Deutschland trotzt weiterhin den wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Pandemie. Im Oktober stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 1,3 Prozent.

In den ersten zehn Monaten des Jahres verbuchten die Betriebe sogar ein Umsatzplus von 3,2 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten überstieg den Vorjahreswert in diesem Zeitraum um 1,5 Prozent. »Wesentliche Effekte der Coronakrise auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe konnten nicht beobachtet werden«, erläuterte die Behörde.

Export arbeitet sich weiter aus Corona-Tief 

8.17 Uhr: Die deutschen Exporte sind im November ungeachtet der zweiten Corona-Welle bei vielen Handelspartnern bereits den siebten Monat in Folge gewachsen. Sie stiegen um unerwartet kräftige 2,2 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Trotz der Aufholjagd blieben die Ausfuhren um 4,7 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 – dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass sich das Auslandsgeschäft weiter belebt. Die exportabhängige Industrie sammelte sieben Monate in Folge mehr Aufträge aus dem In- und Ausland ein, wobei die Nachfrage aus der Eurozone zuletzt besonders deutlich zulegte. Die von vielen Experten vorausgesagte Erholung der Weltwirtschaft vom Rezessionsjahr 2020 dürfte den Exporteuren ebenfalls in die Karten spielen. Die Importe wuchsen im November um 4,7 Prozent und liegen nur noch um 0,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Februar.

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Unbekannte randalieren am Impfzentrum Rostock – Täter flüchtig 

8.06 Uhr: Unbekannte haben am Impfzentrum in Rostock randaliert und Schäden in noch unbekannter Höhe verursacht. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, wurden nach einer ersten Übersicht unter anderem mehrere mobile Heizgeräte umgeworfen. Da diese wohl nicht mit Kraftstoff befüllt waren, sei zum Glück kein Feuer ausgebrochen. Die Geräte standen in einem Zelt, das vor den festen Räumen des Impfzentrums in den Messeräumen aufgebaut ist. Der Fall sei einer Polizeistreife kurz nach Mitternacht aufgefallen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Pfizer-Studie: Impfstoff wirkt offenbar auch gegen Mutationen aus Großbritannien und Südafrika

6.45 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer scheint auch gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virusmutationen zu wirken. Das teilte Pfizer mit und berief sich dabei auf eine selbst durchgeführte Studie, die allerdings noch nicht unabhängig überprüft worden ist. »Wir haben jetzt 16 verschiedene Mutationen getestet, von denen keine wirklich signifikante Auswirkungen hatte. Das sind die guten Nachrichten«, sagte einer der führenden Wissenschaftler für virale Impfstoffe bei Pfizer. »Das heißt aber nicht, dass die 17. keine Auswirkungen haben wird.«

Die Studie von Pfizer und Wissenschaftlern der medizinischen Abteilung der Universität Texas zeige, dass der Impfstoff das Virus auch bei einer Veränderung am sogenannten Spike-Protein wirksam neutralisiere, hieß es.

Biontech liefert neue Impfstoffdosen

6.30 Uhr: Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine neue Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech erhalten. Sie sollen insgesamt knapp 668.000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt vom Hersteller Biontech an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden.

Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag (Stand 11 Uhr) mitgeteilt hatte. 201.000 Menschen erhielten den Impfstoff aus beruflichen Gründen. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln.

Erstmals über 4000 Corona-Tote an einem Tag in den USA gemeldet 

6.15 Uhr: In den USA ist die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle erstmals über die Marke von 4000 gestiegen. Dies geht aus Daten des Covid Tracking Project hervor. Demnach starben am Donnerstag 4033 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Zudem wurden 266.197 Neuinfektionen verzeichnet.

Das Covid Tracking Project wurde im vergangenen Frühjahr beim Magazin »The Atlantic« begonnen und sammelt Daten zur Corona-Pandemie in den USA. Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore lagen am Freitagmorgen zunächst noch nicht vor. Für Mittwoch hatte die JHU 3865 Tote im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet, der bis dahin höchste Wert innerhalb von 24 Stunden.

Der bislang höchste Wert an Neuinfektionen war laut JHU am Samstag mit 297.491 binnen 24 Stunden verzeichnet worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 21,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 365.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet liegt rund ein Dutzend Länder höher als die USA.

RKI meldet 31.849 Neuinfektionen und 1188 Todesfälle

5.45 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI)  1188 neue Todesfälle. Das geht aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervor. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet.

Der bisherige Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. »Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.«

Auch die Angaben für die Sieben-Tage-Inzidenz sind mit Vorsicht zu bewerten – so lange, bis belastbare Zahlen sieben einzelner Tage vorliegen. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche oder Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 136,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 297,6 und Thüringen mit 256,9. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,5.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.866.887 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 08.01., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 38.795. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.494.100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,92 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Göring-Eckardt: Regierung muss mehr gegen Infektionen bei der Arbeit tun

5.15 Uhr: Grünenfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat an die Bundesregierung appelliert, mehr zur Verhinderung von Corona-Infektionen am Arbeitsplatz zu unternehmen. »Vor allem Großraumbüros sind Risikogebiete«, sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) müsse deshalb »ein deutliches Signal an uneinsichtige Arbeitgeber« senden, die ohne dringende Notwendigkeit das Arbeiten von zu Hause aus verweigerten.

Die bisherige »halbherzige Bitte« der Bundesregierung an die Arbeitgeber, Homeoffice zu ermöglichen, reiche nicht aus: »Es muss endlich klargemacht werden, dass – wo immer es möglich ist – ein Recht auf Homeoffice gilt«, so die Grünenpolitikerin. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Arbeiten daheim ohne dringenden Grund verweigerten, verletzten die Fürsorgepflicht und den Arbeitsschutz und riskierten ein Bußgeld.

»Es ist brandgefährlich, dass die Bundesregierung sich nicht traut, mehr zur Verhinderung von Infektionen am Arbeitsplatz zu unternehmen«, sagte Göring-Eckardt. Es dürfe nicht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern überlassen werden, sich das Recht auf die Arbeit von zu Hause aus »mühsam zu erkämpfen«.

Australien verschärft Einreise- und Lockdown-Maßnahmen

4.50 Uhr: Zur Eindämmung der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante des Coronavirus verschärft Australien die Einreise- und Lockdown-Bestimmungen. Vor Antritt eines Flugs nach Australien müssten Reisende nun einen negativen Corona-Test vorweisen, so Regierungschef Scott Morrison. Die Obergrenze für Einreisende werde in einigen Staaten bis zum 15. Februar um die Hälfte reduziert.

In Australiens drittgrößter Stadt, Brisbane, herrscht ab Freitagabend 18 Uhr eine dreitägige Ausgangssperre, wie die Ministerpräsidentin des Bundesstaats Queensland, Annastacia Palaszczuk, bekannt gab. Ein Mitarbeiter eines Quarantänehotels in Brisbane wurde zuvor positiv auf die britische Variante getestet.

Montgomery kritisiert Länder wegen Organisation der Corona-Impfung

4.40 Uhr: Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery hat die Bundesländer wegen der Corona-Impfungen kritisiert und zugleich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gelobt. »Die Bundesländer haben völlig unterschiedliche Regelungen, wie die Impfberechtigten zu einem Termin kommen«, sagte Montgomery der »Rheinischen Post«. Das sorge für Verwirrung und Ärger. »Ich halte die Terminvergabe über die allgemeine Nummer 116117 für schlecht geregelt«, sagte Montgomery und forderte ein einheitliches Vorgehen.

Es hätte von vornherein einen bundesweit identischen Weg über Telefon und eine Internetplattform zu Impfterminen geben müssen, fügte der Ärztefunktionär hinzu. Das hätten die Länder nicht gut organisiert, wie sich jetzt herausstelle.

Zugleich verteidigte Montgomery den Bundesgesundheitsminister gegen anhaltende Kritik. »Jens Spahn trifft keine Schuld am Mangel des Impfstoffs«, sagte Montgomery. »Für sein bisheriges Agieren in der Coronakrise bekommt er von mir eine glatte Eins.«

Die EU habe vielleicht im Rückblick mehr Impfdosen von Biontech bestellen können. Zum Zeitpunkt der Verhandlungen sei der Vorsprung der Firma aber nicht erkennbar gewesen, sagte Montgomery. Den Fragenkatalog der SPD an Spahn kritisierte er. »Es wird der SPD noch auf die Füße fallen, dass sie sich so scharf gegen Jens Spahn wendet. Man kann nicht gleichzeitig die Arbeit von Regierung und Opposition machen.«

Der von Bundesfinanzmister Olaf Scholz (SPD) vorgelegte Fragenkatalog zur Impfstoffbeschaffung hatte auch in der CDU für Verärgerung gesorgt. Spahn wird dafür kritisiert, dass die EU im vergangenen Jahr nicht mehr Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer bestellt hat.

Ver.di ruft Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Corona-Impfung auf

4.13 Uhr: Die Gewerkschaft Ver.di ruft die Beschäftigten im Gesundheitswesen auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie sollten dies »so bald wie möglich« tun, sagte Ver.di-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler der »Rheinischen Post«. Analysen zeigten ein erhöhtes berufliches Corona-Infektionsrisiko im Klinik- und Pflegebereich, sagte sie.

»Nach Abwägung aller Chancen und Risiken ist es schon aus Gründen des Selbstschutzes und des Schutzes der eigenen Familie angeraten, sich impfen zu lassen, sofern nicht ernste gesundheitliche Gründe dagegensprechen«, so Bühler. Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen dürfe es hingegen nicht geben.

Für die Impfmaßnahmen müsse »deutlich mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden«, forderte Bühler. Politik und Arbeitgeber im Gesundheitswesen müssten »aktiv und transparent über alle Aspekte der Impfung aufklären, um Misstrauen und Gerüchten die Grundlage zu entziehen«.

England verlangt von Einreisenden negativen Corona-Test

3.22 Uhr: Für Einreisen nach England ist von kommender Woche an ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Alle Reisenden, die mit dem Flugzeug, Zug oder Schiff eintreffen, müssen einen entsprechenden Nachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps in der Nacht zum Freitag mitteilte. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung neuer Corona-Varianten unterbunden werden.

Wer keinen Test nachweisen kann, muss auf der Stelle 500 Pfund Strafe zahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer, Kinder unter elf Jahren und Einreisen aus Irland. Die Ankündigung betrifft nur England, aber ähnliche Maßnahmen für die anderen Landesteile Wales, Schottland und Nordirland sollen folgen.

»Wir haben bereits bedeutende Maßnahmen getroffen, um importierte Fälle von Covid-19 zu verhindern, aber angesichts der internationalen Verbreitung neuer Virusstämme müssen wir weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen«, sagte Shapps. Tests vor der Abreise seien eine weitere Abwehrmaßnahme, zusätzlich zur verpflichtenden Selbstisolation nach der Einreise aus einem anderen Land.

Wegen des Lockdowns in Großbritannien gibt es derzeit ohnehin nur wenig internationalen Reiseverkehr. Viele andere Länder verlangen bereits seit Längerem einen negativen Corona-Test als Voraussetzung für eine Einreise.

Mehr als 200.000 Corona-Tote in Brasilien

1.18 Uhr: In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 200.000 überschritten. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Donnerstag hervor. Im Vergleich zum Vortag wurden 1524 neue Todesfälle registriert, womit die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie auf 200.498 stieg. Es kamen zudem 87.843 Neuinfektionen hinzu – seit dem ersten bestätigten Fall in Brasilien Ende Februar steckten sich laut Ministerium damit 7.961.673 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 an.

Nur in den USA wurden bislang mehr Tote als in Brasilien registriert, nach den USA und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika die meisten Infektionen. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien könnten noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig 24 Mal so groß wie Deutschland. Die Zahlen der Todesfälle und der Neuinfektionen waren zwischenzeitlich zurückgegangen und Corona-Maßnahmen gelockert worden.

Schärfere Corona-Regeln in Hamburg in Kraft getreten

0.02 Uhr: Als erstes Bundesland hat Hamburg um Mitternacht eine verschärfte Corona-Verordnung in Kraft gesetzt. Die Gesundheitsbehörde veröffentlichte die geänderten Regeln am Donnerstagabend im Internet. Demnach müssen die Hamburger ab Freitag ihre Kontakte weiter einschränken. So dürfen Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts zusammentreffen. Bisher waren Kontakte auf fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt. Für Kinder gibt es anders als bisher keine Ausnahme mehr. Im benachbarten Niedersachsen soll die Kontaktbeschränkung auf zwei Personen erst ab Sonntag, in Schleswig-Holstein ab Montag gelten.

Der verschärfte Lockdown ist bis Ende Januar befristet. Die Länder setzen mit den neuen Verordnungen die Beschlüsse der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Dienstag in Landesrecht um. Ziel ist es, die weiter hohen Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

kim/bah/lmd/fek/oka/ptz/cop/dpa/AFP/Reuters/AP/sid