Corona-News am Freitag Gericht stoppt Beherbergungsverbot auch für Brandenburg

In Brandenburg ist das Beherbergungsverbot vorläufig unwirksam. Und: Der niederländischer König Willem-Alexander ist trotz Lockdown in den Urlaub geflogen. Die Corona-Entwicklung vom Freitag zum Nachlesen.
Hotelzimmerschlüssel (Symbolfoto): Beherbungsverbot in Brandenburg vorläufig außer Vollzug

Hotelzimmerschlüssel (Symbolfoto): Beherbungsverbot in Brandenburg vorläufig außer Vollzug

Foto: Sven Hoppe / dpa

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NRW-SPD verschiebt Parteitag erneut

23.40 Uhr: Der eigentlich für den 14. November geplante Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD in Münster wird wegen der sich verschärfenden Corona-Pandemie abermals verschoben. Der Landesvorstand habe das einstimmig nach Vorschlag des Präsidiums so beschlossen, teilte die Partei mit.

"Die Gesundheit geht jetzt vor. Der Landesverband wird zügig Möglichkeiten prüfen, in welcher Form ein Landesparteitag beispielsweise in digitaler Form oder mit Unterstützung durch Briefwahl stattfinden kann", hieß es in einem gemeinsamen Statement des Landesvorsitzenden Sebastian Hartmann und des Vorsitzenden der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty.

Der Parteitag war wegen der ersten Pandemiewelle bereits im Frühling verschoben worden. Nach dem schlechten Abschneiden der SPD bei den NRW-Kommunalwahlen ist mittlerweile ein Kampf um die Parteiführung entbrannt.

Trump will Impfstoff zuerst an Rentner verteilen

23.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat amerikanischen Senioren versprochen, dass sie einen Coronavirus-Impfstoff als erste und kostenlos bekommen sollen. Seine Regierung wolle auch Kooperationen mit den Drogerieketten Walgreens und CVS eingehen, um Impfdosen direkt an Altenheime zu verteilen, sagte Trump bei einem Auftritt vor Senioren in Fort Myers im Bundesstaat Florida.

Er kündigte erneut an, dass die Impfstoffe bereits zum Jahresende verteilt werden sollen - während Experten seiner Regierung mit ihrer breiten Verfügbarkeit eher erst zu Mitte kommenden Jahres rechnen.

DER SPIEGEL

Trump räumte ein, dass die Senioren am schwersten von der Coronavirus-Epidemie getroffen wurden. Zugleich verteidigte er sein viel kritisiertes Vorgehen in der Krise und sagte, der Schutz der Älteren sei für ihn von Anfang an eine Priorität gewesen. Auf Bildern aus dem Saal war zu sehen, dass zwischen den Zuschauern zwar mehr Abstand war als bei vielen anderen Trump-Auftritten - viele von ihnen trugen aber keine Masken.

Beherbergungsverbot in Brandenburg vorläufig außer Vollzug

21.28 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat in zwei Eilverfahren das Brandenburger Beherbergungsverbot vorläufig außer Vollzug gesetzt. Ein Hotelbetrieb im Landkreis Dahme-Spree und eine Vermieterin von Ferienwohnungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatten in Eilanträgen unter anderem geltend gemacht, dass die genannte Regelung für sie zu erheblichen Einnahmeverlusten führe und ihre verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit verletze, teilt das Gericht mit.

Der 11. Senat des Gerichts sei dieser Argumentation im Ergebnis gefolgt. Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig. Das Maß, in dem es voraussichtlich zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitrage, stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu dem Gewicht der daraus folgenden Einschränkungen der Berufsfreiheit der Antragstellerinnen, aber auch der verfassungsrechtlich geschützten allgemeinen Handlungsfreiheit der Personen aus Risikogebieten, denen ein Übernachtungsaufenthalt oder Urlaub in Brandenburg verwehrt werde.

Belgien schließt Cafés und Restaurants für vier Wochen

21.05 Uhr: Angesichts steigender Corona-Zahlen werden in Belgien ab Montag Cafés und Restaurants für vier Wochen geschlossen. Das kündigte der stellvertretende Regierungschef Georges Gilkinet nach einem Treffen des Krisenstabs der belgischen Regierung an. Für die Brüsseler Stadtregion wurden ähnliche Maßnahmen bereits in der vergangenen Woche verhängt.

Kiosk in Brüssel: Alkoholverkauf nach 20 Uhr verboten

Kiosk in Brüssel: Alkoholverkauf nach 20 Uhr verboten

Foto: YVES HERMAN / REUTERS

Zudem gilt - zunächst ebenfalls für vier Wochen - eine nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr. Der Verkauf von Alkohol nach 20 Uhr wird verboten. Außerhalb von zu Hause dürfen die Belgier zudem nur noch mit maximal einer Person in nahen Kontakt treten. Zwei Woche nach Inkrafttreten sollen die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

Zuletzt waren in dem Land täglich rund 6000 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 11,5 Millionen Enwohnern bislang rund 192.000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, 10.327 kame mit Covid-19 ums Leben.

Joe Biden erneut negativ getestet

21 Uhr: Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden ist erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte sein Wahlkampfteam mit.

"Vizepräsident Biden hat heute einen PCR-Test auf Covid-19 gemacht und Covid-19 wurde nicht festgestellt", hieß es. Das Team von Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass zuletzt drei Personen aus dem Umfeld der Kampagne positiv getestet worden waren.

Zu den Infizierten hätten jedoch weder Biden noch Harris engeren Kontakt gehabt. Harris war zuletzt ebenfalls negativ getestet worden, hatte jedoch vorsorglich Wahlkampfveranstaltungen in Präsenz bis Sonntag abgesagt.

Auslandsreise von niederländischem König sorgt für Unmut

20.20 Uhr: Der niederländische König Willem-Alexander sieht sich mit heftiger Kritik konfrontiert, nachdem er trotz verschärfter Corona-Maßnahmen in seiner Heimat zu einer Urlaubsreise nach Griechenland aufgebrochen ist. Abgeordnete forderten am Freitag Ministerpräsident Mark Rutte auf, zur Flugreise des Königs und seiner Familie zu deren Ferienhaus auf dem Peloponnes Stellung zu nehmen.

Die griechische Region gilt bislang nicht als Gebiet mit erhöhtem Corona-Risiko, die Reise verstößt laut der Nachrichtenagentur Reuters auch nicht gegen die von der niederländischen Regierung verhängten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Die Reise des Königs am Freitag war durch Reporter bekanntgemacht worden.

"Wenn der König jetzt Urlaub macht, ist das wirklich das falsche Signal", sagte der Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Partei Grün-Links, Jesse Klaver, nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Joost Sneller von der Regierungspartei D66 nannte die Reise "unvernünftig und unbegreiflich".

Der Gesundheitsminister und stellvertretende Regierungschef Hugo de Jonge wurde demöffentlich-rechtlichen Sender NOS zufolge bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz von der Nachricht über die Urlaubsreise Willem-Alexanders überrascht. Er habe dann erklärt, Empfehlungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie würden für alle gelten, auch für den König.

In den Niederlanden sind gerade verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen verfügt worden. Unter anderem müssen Kneipen und Restaurants für vier Wochen schließen. Am Freitag meldeten die Behörden, seit Donnerstagmorgen seien fast 8000 neue Corona-Infektionen registriert worden; ein neuer Höchstwert.

Acht französische Senatoren positiv auf Corona getestet

20.08 Uhr: Im französischen Oberhaus sind acht Senatoren positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Wie der Senat am Freitagabend mitteilte, waren zuvor 125 Senatoren getestet worden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf übereinstimmende Quellen berichtete, befindet sich ein Abgeordneter im Krankenhaus. Alle Kontakte wurden den Senatsangaben zufolge über die positiven Tests informiert.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Am Freitag wurden 25.086 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert, die Gesamtzahl stieg damit auf 834.770. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 122 auf insgesamt 33.125 seit Beginn der Pandemie.

Spanien übertrifft bisherigen Höchstwert an Neuinfektionen erneut

19.50 Uhr: In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird.

Der vom Gesundheitsministerium in Madrid mitgeteilte Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über elf Prozent dennoch vergleichsweise hoch. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Freitag kamen 222 Tote hinzu, Donnerstag waren es noch 140 gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern damit inzwischen mehr als 920.000 Infektionen und über 33.500 Tote registriert.

Johnson will nationalen Lockdown unbedingt vermeiden

19.15 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut gegen einen nationalen Lockdown in England ausgesprochen. "Ein Lockdown für das ganze Land ergibt doch keinen Sinn, wenn sich die Infektionsrate innerhalb Großbritanniens so stark unterscheidet", sagte Johnson bei einer Pressekonferenz in London. Er könne aber nichts ausschließen.

Der wissenschaftliche Regierungsberater Patrick Vallance äußerte sich anders: Die Infektionen nehmen ihm zufolge "so ziemlich im ganzen Land" wieder deutlich zu. Auffallend sei dabei, dass sich nun wieder vor allem ältere Menschen ansteckten.

Der Oppositionsführer Keir Starmer und etliche Wissenschaftler hatten zuvor einen sogenannten Circuit Breaker für England gefordert - einen zwei- oder dreiwöchigen Lockdown, in dem das Land bis auf die Schulen heruntergefahren wird, um die Neuinfektionen nach unten zu drücken.

Erstmals über 10.000 Neuinfektionen in Italien

18.00 Uhr: Italien meldet erstmals mehr als 10.000 nachgewiesene Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden seien 10.010 Fälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das sind deutlich mehr als am Donnerstag mit rund 8800 neuen nachgewiesenen Ansteckungsfällen. Zudem seien 55 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Februar erlagen mehr als 36.400 Menschen in Italien dem Virus. Den Höhepunkt erreichten die Todeszahlen im März und April, als täglich mehr als 900 Menschen wegen der Epidemie verstarben.

Neue Einschränkungen in vielen Ländern

17.49 Uhr: Angesichts sprunghaft steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen führen viele Länder in Europa an diesem Samstag erneut strengere Beschränkungen des öffentlichen Lebens ein. Besonders dramatisch ist die Situation in Frankreich. Dort verhängt die Regierung erneut den Gesundheitsnotstand. In mehreren französischen Städten, darunter in Paris, gelten ab Samstag zudem von 21.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens Ausgangssperren.

In der britischen Hauptstadt London dürfen sich ab Samstag Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr treffen. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.

In Polen werden mehr als 150 Regionen im ganzen Land, darunter die Hauptstadt Warschau und mehrere andere Großstädte, zu sogenannten roten Zonen deklariert, in denen schärfere Auflagen gelten. Dort sind Hochzeitsfeiern künftig verboten, Schwimmbäder und Fitnessclubs werden geschlossen. In Tschechien beginnt die Armee am Samstag mit dem Aufbau eines Feldkrankenhauses. Es soll als Reserve mit einer Kapazität von bis zu 500 Betten gehalten werden, falls die Plätze in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen.

Corona-Politik in Tschechien - Erst Vorbild, jetzt Problemfall

17.34 Uhr: Mit strengen Maßnahmen hat Tschechien die Corona-Zahlen zu Beginn der Pandemie unter Kontrolle gebracht - und dann schnell die Regeln gelockert. Zu früh? Ministerpräsident Babis sagt: "Die Zahlen sind katastrophal."

Neue Sperrstunde in NRW: "Die Lage wird wieder ernst"

17.19 Uhr: Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat neue Regelungen für den Umgang mit dem Coronavirus verkündet. Sein Bundesland agiert damit zum Teil strenger, als es die Bundeslinie vorgibt.

Nürnberg überschreitet Warnschwelle

16.55 Uhr: Mit Nürnberg hat nach Augsburg und München nun auch die dritte bayerische Großstadt die Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sei am Freitag auf 51,9 gestiegen, teilte das städtische Gesundheitsamt mit. Insgesamt zählt Nürnberg bisher 2577 Infektionen, das sind 63 mehr als am Vortag. 398 Menschen befänden sich aktuell in Quarantäne. Die Zahl der in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen in Nürnberg beträgt 58.

Studie zu Corona in Kitas - "Kinder sind keine Infektionstreiber"

16.39 Uhr: Im Frühjahr machten die Kitas dicht - nun will Familienministerin Giffey einen zweiten Lockdown bei den Kleinsten vermeiden. Eine neue Studie zeigt, wie hoch die Ansteckungsgefahr in Kitas demnach ist.

Corona-Warn-App ermöglicht bald Angabe von Symptomen

16.24 Uhr: Mit einer neuen Funktion soll die Corona-Warn-App in wenigen Tagen erweitert werden. Das Gesundheitsministerium prüft nach SPIEGEL-Informationen außerdem weitere Funktionen, um die App attraktiver zu machen.

Pfizer kündigt Antrag auf US-Notfallgenehmigung für Corona-Impfung an 

16.13 Uhr: Das US-Pharmaunternehmen Pfizer könnte eigenen Angaben zufolge im November in den USA eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes beantragen. Die Voraussetzung sei, dass die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung positiv seien, schrieb Pfizer-Chef Albert Bourla am Freitag in einem offenen Brief.

Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung - zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen - auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden. Pfizer arbeitet bei der Entwicklung des Wirkstoffes BNT162b2 mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen.

Laut Pfizer benötige die FDA für eine Untersuchung die Daten von mindestens der Hälfte der Teilnehmer der laufenden Studien über eine Dauer von zwei Monaten nach der abgeschlossenen Impfung. Dieser Punkt könnte "in der dritten Novemberwoche" erreicht und die Genehmigung beantragt werden. Dann würden die FDA und ein unabhängiges Expertengremium den Fall untersuchen.

Der Impfstoff-Kandidat von Pfizer und Biontech gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten im Rennen. Anfang des Monats hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA bestätigt, dass der Wirkstoff in dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren für eine Zulassung in Europa geprüft werde.

Schule im Corona-Modus - Kultusminister setzen weiterhin auf Alleingänge der Länder

15.55 Uhr: Die Kultusminister bleiben ihrer Linie treu: Einig sind sie nur darin, dass die Schulen regional auf die Coronakrise reagieren sollen. Baden-Württemberg kündigt eine Maskenpflicht im Unterricht an.

NRW-Kliniken nehmen Covid-Patienten aus Niederlanden auf

15.35 Uhr: Kliniken in Nordrhein-Westfalen wollen erneut schwer kranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufnehmen. Noch am Freitag oder am Samstag rechne man mit dem oder den ersten Patienten für die Intensivstation der Uniklinik in Münster, sagte eine Sprecherin. Das Klinikum koordiniert die landesweite Hilfe.

Schon im Frühjahr waren 58 schwer kranke Patienten aus dem Nachbarland in NRW behandelt worden. Nun werden die Intensivbetten in den Niederlanden wieder knapp und NRW will erneut helfen. Überall im Land seien zahlreiche Kliniken bereit zur Aufnahme, schilderte die Sprecherin. Ende September habe die niederländische Regierung eine entsprechende Anfrage an das NRW-Gesundheitsministerium gerichtet.

In den Niederlanden steigt die Zahl der an Covid-19 Erkrankten deutlich an, mehr als 1500 Patienten werden dort bereits stationär behandelt. Das Land verfügt über sieben Intensivbetten pro 100.000 Einwohner, in Deutschland sind es 34 Betten.

Wie schlechte Gesundheit das Leben verkürzt - und das Corona-Risiko steigert

15.20 Uhr: Chronische Erkrankungen und gesundheitliche Risikofaktoren nehmen weltweit zu, zeigt eine große Studie. Forscher sehen die steigende Lebenserwartung deswegen an einem Wendepunkt.

Warum jetzt droht, was alle ausgeschlossen haben

15.10 Uhr: Albtraum Lockdown: Mit den steigenden Infektionszahlen droht ein zweiter Stillstand des Landes. Wie konnte es dazu kommen - und welche Maßnahmen helfen im Kampf gegen die Pandemie? Die SPIEGEL-Titelstory.

Fast 8000 Neuinfektionen in den Niederlanden

15.00 Uhr: In den Niederlanden hat die Zahl der Neuinfektionen mit fast 8000 erneut einen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden seien 7984 neue Ansteckungsfälle nachgewiesen worden, teilt das Nationale Institut für Öffentliche Gesundheit mit.

EU-Gipfel in Berlin abgesagt

14.40 Uhr: Die Europäische Union hat ihren für November geplanten Gipfel in Berlin zur China-Politik angesichts der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen abgesagt. "Im Sinne der Kontakte ist das, glaube ich, eine notwendige Botschaft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Brüssel.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollten sich am 16. November zu einem Sondergipfel zur China-Politik in Berlin treffen. Der Termin war erst beim letzten EU-Gipfel Anfang Oktober beschlossen worden.

Mehr als 1100 Bundespolizisten in Quarantäne

14.25 Uhr: Bei der Bundespolizei befinden sich aktuell 1127 Beamte in Quarantäne. Unter ihnen sind 94 mit dem Coronavirus infiziert, wie eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam am Freitag bestätigte. Zuvor hatte die Funke Mediengruppe über die Zahlen berichtet. Zu Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Bundespolizei durch die Ausfälle wollte die Sprecherin keine Auskunft geben.

Die Bundespolizei hat rund 51.000 Mitarbeiter und ist unter anderem für die Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen zuständig. Aktuell helfen Bundespolizisten vermehrt dabei, die Maskenpflicht in Zügen der Deutschen Bahn durchzusetzen.

Steigende Corona-Zahlen beim Giro: "Wir fühlen uns nicht sicher"

14.15 Uhr: Einige Fahrer sind verunsichert, ein Team fordert offenbar den Abbruch der Italienrundfahrt. Auch Thomas De Gendt würde lieber nicht mehr starten und stellt die Glaubwürdigkeit der Organisatoren infrage.

Corona-Folgen sind auch Thema beim Integrationsgipfel

13.44 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Montag mit Vertretern von rund 40 Migrantenverbänden über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Integration beraten. Die Teilnehmer des 12. Integrationsgipfels "werden Antworten auf die wichtige Frage erörtern, wie wir auch in Zeiten von Corona die Integration stärken können, da viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte besonders hart betroffen sind", sagte Vizeregierungssprecherin Fietz.

Eingeladen zu dem Gipfel, der digital abgehalten wird, seien etwa 130 Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Zivilgesellschaft und Migrantenorganisationen.

Hessen will Beherbergungsverbot abschaffen

13.34 Uhr: Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Das kündigte die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Freitag an. Die geplante Abschaffung stehe auf der Tagesordnung für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am kommenden Montag. Das Gremium der Landesregierung werde auch über die konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin diese Woche beraten.

"Das bestehende und gut funktionierende hessische Eskalationsstufenkonzept soll dazu ergänzt und angepasst werden", teilte die Staatskanzlei mit. In Hessen gibt es seit Juli ein Beherbergungsverbot. Mehrere Länder hatten die Regel zuletzt gekippt.

Bundesregierung kann sich Abriegelung von Corona-Hotspots vorstellen

13.22 Uhr: Die Bundesregierung hält die von RKI-Chef Lothar Wieler ins Gespräch gebrachte Abriegelung von Gebieten mit hohen Corona-Zahlen grundsätzlich für ein mögliches Mittel im Kampf gegen die Pandemie. "Die Beschränkungen von Ein- und Ausreisen kann rein epidemiologisch gesehen eine Möglichkeit sein, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern", sagte Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Freitag vor Journalisten in Berlin auf eine entsprechende Frage.

Von konkreten Plänen in diese Richtung konnte Fietz aber nicht berichten. "Unser Ziel ist es, so viel wie möglich vom öffentlichen und privaten Leben aufrechtzuerhalten", sagte Fietz. "Deshalb ist es wichtig, dass wir die Maßnahmen entschieden einhalten und die Bevölkerung daran mitwirkt."

Vorlesestunde in der Kita: Regelbetrieb soll aufrechterhalten bleiben

Vorlesestunde in der Kita: Regelbetrieb soll aufrechterhalten bleiben

Foto: Monkey Business 2 / imago images/Shotshop

Giffey sieht keinen Grund für präventive Kitaschließungen

13.05 Uhr: Trotz bundesweit steigender Infektionszahlen sieht Bundesfamilienministerin Franziska Giffey keinen Grund für vorbeugende Schließungen von Kindertagesstätten. "Kinder sind keine Infektionsherde, Kinder sind keine Infektionstreiber", sagt die SPD-Politikerin in Berlin.

Bis zum 12. Oktober seien seit Beginn der Pandemie 79 Virusausbrüche in Kindertagesstätten und Horten gemeldet worden. Schließungen hätten weniger als ein Prozent der bundesweit über 56.000 Kitas betroffen. Der Regelbetrieb solle daher aufrechterhalten werden.

Neuansteckungen in der Schweiz erreichen neuen Höchststand

12.50 Uhr: In der Schweiz sind innerhalb eines Tages erstmals mehr als 3000 Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der Neuansteckungen klettert am Freitag auf 3105 von 2613 am Vortag, wie das Gesundheitsamt BAG mitteilt. Zudem starben fünf weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

In dem Land ist die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl in den vergangenen Tagen schneller gestiegen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Am Vortag hatte das deutsche Außenministerium weitere Kantone zu Risikogebieten erklärt, darunter Zürich, Zug und Schwyz.

Finnische Regierungschefin verlässt EU-Gipfel nach Corona-Kontakt 

12.35 Uhr: Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hat wegen eines Corona-Falls in ihrer Umgebung den EU-Gipfel in Brüssel verlassen. Sie kehre unverzüglich in ihr Heimatland zurück, lasse sich dort testen und werde sich in freiwillige Quarantäne begeben, teilte der finnische Staatsrat am Freitag mit.

Sanna Marin beim EU-Gipfel in Brüssel

Sanna Marin beim EU-Gipfel in Brüssel

Foto: JOHANNA GERON / REUTERS

Marin habe den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven gebeten, Finnland bei der Abschlusssitzung in Brüssel zu vertreten. Der Mitteilung zufolge war die 34 Jahre alte Regierungschefin Anfang der Woche im Parlament in der Nähe des Abgeordneten Tom Packalen gewesen, der positiv auf Corona getestet wurde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nach Angaben einer Regierungssprecherin weiter an dem EU-Gipfel teilnehmen und im Anschluss danach auch ihre geplante Pressekonferenz abhalten. Am Donnerstag musste bereits EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Beratungen verlassen und sich in Quarantäne begeben.

Corona-Positive besucht Tochter in Klinik - Anzeige erstattet

12.20 Uhr: Das Harzklinikum hat Anzeige gegen eine Corona-positive Frau erstattet, die trotz Symptomen und Quarantäne ihre operierte Tochter besucht hat. Auf der Erklärung, die alle Patienten und Besucher des Klinikums ausfüllen müssen, habe die Frau angegeben, keine Symptome zu haben, teilte das Harzklinikum am Freitag in Quedlinburg mit. Dabei habe sie kurz zuvor wegen solcher Symptome eine Fieberambulanz aufgesucht und sich testen lassen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses habe sie zu Hause bleiben sollen. Einen Tag nach dem Krankenbesuch habe das Gesundheitsamt dem Klinikum mitgeteilt, dass bei der Frau das Virus nachgewiesen wurde.

Das kommunale Klinikum hat die Frau nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern angezeigt, wie es hieß. Auch die falschen Angaben auf der Patienten- und Besuchererklärung würden ihr zur Last gelegt. Eine lange geplante Operation einer Patientin, die sich das Zimmer mit der Tochter der Besucherin geteilt hat, musste abgesagt werden.

RKI: Wieder mehr Corona-Ausbrüche in Altenheimen

12.10 Uhr: In Deutschland werden laut Robert Koch-Institut (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. "Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu", schreibt das RKI in seinem Lagebericht von Donnerstagabend. Im Frühjahr gab es mehrere große Corona-Ausbrüche in Altenheimen. Senioren gelten generell als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen insgesamt hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. So meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben vom Freitag 7334 neue Fälle binnen einem Tag.

Covid-19-Impfstoff für Probanden an Hamburger Uniklinik

12.05 Uhr: Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben erste Probanden bei einer klinischen Phase-I-Studie einen Impfstoff gegen Covid-19 erhalten. Bereits am vergangenen Freitag sei einer Frau der Impfstoff MVA-Sars-2-S injiziert worden, teilte das UKE am Freitag mit. Danach sei fünf weiteren Probandinnen und Probanden der sogenannte Vektor-Impfstoff verabreicht worden. Insgesamt nähmen 30 Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Studie teil. Der Impfstoff wurde den Angaben zufolge vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt und wird nun am UKE auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht.

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Foto: Chris Emil Janssen/ imago images/Chris Emil Janßen

Rund um den Globus werden bereits mehr als 40 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Einige sind bereits in der entscheidenden Testphase III. Dabei wird an Tausenden Menschen untersucht, ob das Mittel tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Die Probandinnen und Probanden in Hamburg erhalten den Angaben zufolge zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und werden danach jeweils einige Stunden ärztlich überwacht. Im Anschluss müssen sie sich über sechs Monate immer wieder untersuchen lassen, um mögliche Nebenwirkungen sowie die Immunantwort anhand von Blutuntersuchungen und Befragungen festzustellen. Parallel dazu wird die Bildung von Antikörpern und T-Zellen im Körper gemessen und mit der Immunreaktion von genesenen Covid-19-Patienten verglichen.

Söder oder Laschet - wessen Corona-Strategie ist erfolgreicher?

12.00 Uhr: Der eine prescht vor, der andere wägt ab: Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren hat analysiert, wie sich die Maßnahmen in Bayern und NRW auf die Zahl der Erkrankten und die Wirtschaft auswirken.

Maskenpflicht ab Montag in Baden-Württemberg auch im Unterricht

11.45 Uhr: Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht dort an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. "Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35", teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. "Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommendem Montag zu beachten ist."

Gericht kippt Berliner Sperrstunde

11.40 Uhr: Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. In Bayern läuft indes das Beherbergungsverbot aus.

Höchststand seit August: mehr als 63.000 neue Corona-Fälle in USA

11.35 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA hat erneut einen Höchststand seit Mitte August erreicht. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 Neuinfektionen, rund 4000 mehr als am Vortag. Ähnlich hoch waren die Zahlen zuletzt am 14. August gewesen, als rund 64.600 neue Fälle gemeldet wurden.

Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der neuen Todesfälle blieb relativ stabil bei 904.

Die bislang höchste Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Universität am 16. Juli mit mehr als 77.300. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 7,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 217.700 starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Was Beherbergungsverbote für Reisende bedeuten

11.15 Uhr: Kann ich meinen Urlaub kostenlos stornieren, wenn mein Reiseziel ein Beherbergungsverbot ausspricht? Wenn der Heimatort zur Risikoregion wird, gibt es viele rechtliche Fragen. Ein Überblick.

Elf Corona-Fälle bei Schweizergarde - "Vorsicht im Umgang mit Papst" gefordert

10.50 Uhr: Elf Mitglieder der Schweizergarde sind an Covid-19 erkrankt und isoliert worden. Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte auch für den Papst gefährlich werden - er gehört zur Risikogruppe.

Weitere Corona-Fälle beim Verfassungsschutz

10.35 Uhr: Beim Bundesamt für Verfassungsschutz hat das Coronavirus die ganze Behördenspitze erfasst. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wurden neben dem Präsidenten Thomas Haldenwang inzwischen auch die beiden Vizechefs sowie einige wenige Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. 

Die komplette Führungsriege führt die Amtsgeschäfte nun aus dem Homeoffice. Außentermine nimmt ein erfahrener Abteilungsleiter wahr. Das Amt sei voll arbeitsfähig, versichert der Verfassungsschutz.

Deutschland stehe "am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle"

10.30 Uhr: Die Bundesregierung geht von einem weiteren Anwachsen der ohnehin schon hohen Corona-Infektionszahlen aus. "Wir erwarten nicht, dass die Zahlen morgen geringer werden, sondern dass sie weiter steigen", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Freitag den Sendern RTL und n-tv. Deutschland stehe "am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle", und diese Welle "müssen wir jetzt unterbrechen", sagte Braun.

Die Lage sei derzeit "deutlich ernster" als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr, sagte der Minister. "Jetzt merken wir, dass wir gerade in einem steilen Anstieg sind." Wie hoch die Zahlen noch stiegen, hänge von den Maßnahmen ab, die nun ergriffen würden. "Wir müssen jetzt sehr entschieden handeln, weil sonst steigen sie immer weiter."

Braun forderte Kommunal- und Landespolitiker auf, schnell zu reagieren. Das Motto müsse lauten: "Vorsicht sofort!" Wenn in einem Landkreis die Infektionszahlen deutlich stiegen, müsse umgehend gehandelt werden - und zwar schon bevor der Inzidenzwert die Schwelle von 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern übersteige.

In Sri Lanka droht Maskenverweigerern Gefängnis

10.25 Uhr: Maskenverweigerern droht im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka künftig eine Haftstrafe. Wer sich im Kampf gegen das Coronavirus in der Öffentlichkeit nicht an Abstandsregeln halte, könne ebenfalls mit bis zu sechs Monaten Haft sowie umgerechnet 46 Euro Geldbuße bestraft werden, teilten die Behörden am Freitag mit. "Die Gesetze sind ein Schutz für Gesundheitsmitarbeiter und für die Polizei bei der Umsetzung von Richtlinien zur Eindämmung des Virus", sagte der stellvertretende Polizeichef Ajith Rohana.

Mit den schärferen Regeln reagiert die Tropeninsel im Indischen Ozean auf die zweite Welle der Pandemie. Bislang hatte das Land mit seinen rund 22 Millionen Einwohnern nach offiziellen Zahlen vergleichsweise wenige Fälle: Etwa 3500 Corona-Infektionen und 13 Todesfällen wurden gemeldet.

Seit dem 3. Oktober seien aber knapp 1800 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, darunter etwa 1500 in einer Textilfabrik außerhalb Colombos. Landesweit wurden rund 10.000 Einwohner seither in Quarantänezentren untergebracht. Rund um die Hauptstadt gilt für 19 Gebiete eine Ausgangssperre.

Lehrer in Nordrhein-Westfalen für Maskenpflicht im Unterricht bis zum Frühjahr

10.00 Uhr: Der nordrhein-westfälische Lehrerverband fordert an den Schulen des einwohnerstärksten Bundeslands eine Maskenpflicht im Unterricht nach dem Beispiel Bayerns. "Es gibt ein probates Mittel, um einen verlässlichen Schulunterricht in den kommenden sechs Monaten anzubieten: die Maske", sagte Verbandspräsident Andreas Bartsch der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe).

Bartsch fügte hinzu, den Rückmeldungen bei dem Lehrerverband zufolge habe das Gros der Schüler "auch überhaupt kein Problem damit, Mund-Nasen-Schutz im Unterricht zu tragen. Das ist gelernt."

Der Verbandschef räumte zwar ein, dass es sich bei einer solchen Maskenpflicht um einen Grundrechtseingriff handele. "Aber es geht um eine Abwägung. Wir können doch kein Interesse daran haben, dass wir reihenweise die Schulen wieder schließen müssen. Und das wird ohne Maskenpflicht im Unterricht auf uns zukommen."

Neuer Höchstwert auch in Russland

09.40 Uhr: Die russischen Behörden haben mitgeteilt, dass in den vergangenen 24 Stunden 15.150 neue Coronafälle im Land registriert wurden - ein neuer Höchstwert. Davon entfielen allein 5049 auf die Hauptstadt Moskau. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 1.369.313 in Russland registriert.

Die Zahl der Toten stieg um 232 auf 23.723.

7334 neue Corona-Infektionen in Deutschland

09.20 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag 4516 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet).

Olympische Spiele "um jeden Preis" austragen

09.05 Uhr: Japan setzt fest darauf, die wegen der Pandemie in das kommende Jahr verschobenen Olympischen Spiele dann auch auszutragen. Die Spiele sollten 2021 "um jeden Preis" stattfinden, sagt Ministerpräsident Yoshihide Suga. Dazu würden das Nationale Olympische Komitee seines Landes und das Internationale Olympische Komitee eng zusammenarbeiten. Eigentlich sollten die Spiele vom 24. Juli bis 9. August dieses Jahres in Tokio ausgetragen werden. Wegen der Pandemie waren sie aber im März verschoben worden. Jetzt soll es sie vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 geben.

Angst vor Corona-Ansteckung nimmt zu

08.25 Uhr: Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat laut einer Umfrage zugenommen. 43 Prozent der Menschen in Deutschland haben "sehr große" oder "eher große Angst"; im Juli waren es 40 Prozent gewesen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, keine Angst zu haben. Das geht aus dem aktuellen YouGov-Covid-19-Tracker hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

72 Prozent glauben zudem, dass die Coronavirus-Lage in Deutschland derzeit schlimmer wird. Auch die globale Krise sehen die meisten noch nicht beendet. 75 Prozent der Befragten glauben an eine Verschlechterung - gegenüber 66 Prozent Ende Juli.

Australien lockert Einreisebestimmungen für Neuseeland

7.39 Uhr: Neuseeländer aus von Corona unbelasteten Landesteilen dürfen erstmals wieder quarantänefrei ins Nachbarland Australien reisen. Ein Flugzeug aus Auckland mit 200 Passagieren an Bord landete am Freitag in Sydney. Es ist das erste Mal seit Ende März, dass internationale Gäste keine 14 Tage in Corona-Isolation müssen. Voraussetzung ist, dass sich die Besucher in den zwei Wochen zuvor nicht in einem Covid-19-Hotspot in ihrer Heimat aufgehalten haben. Zwei weitere Flüge sollten im Laufe des Tages landen.

In Australien können Neuseeländer nun die australischen Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und dem Badeort Byron Bay sowie das Northern Territory mit dem Berg Uluru (Ayers Rock) besuchen. Andere Regionen bleiben noch gesperrt.

Umgekehrt soll die Regel aber derzeit noch nicht gelten: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern betont, Reisen ohne jegliche Isolierung seien weiter zu risikoreich. Neuseeländer, die nach Australien reisen, müssen bei ihrer Rückkehr weiterhin in Quarantäne.

Finanzielle Situation: Deutsche unzufrieden, aber ohne Sorgen

7.00 Uhr: Trotz der Folgen der Corona-Pandemie sieht in Deutschland nicht einmal jeder zehnte Bürger Grund zur Sorge über seine Finanzen. Eine neue Erhebung im Rahmen des sogenannten Global Trends Report - The Economy zeigt, dass nur neun Prozent der Befragten hierzulande ihre finanzielle Situation pessimistisch oder sehr pessimistisch sehen. In europäischen Nachbarländern liegt dieser Wert höher: In Frankreich sind es 13 Prozent und in Großbritannien 12 Prozent der Befragten, die ihre finanzielle Situation derart schlecht einschätzen.

Gleichzeitig gaben 42 Prozent der deutschen Befragten an, die wirtschaftliche Lage allgemein als pessimistisch oder sehr pessimistisch zu sehen. In Frankreich liegt dieser Wert nur bei 36 Prozent und in Großbritannien bei 40 Prozent.

Die Studie, die nächste Woche veröffentlicht wird, basiert auf der Befragung von über 9500 Personen in neun Ländern weltweit - davon mehr als 1000 in Deutschland. Die Daten wurden Ende August und Anfang September in Onlineumfragen über das Marktforschungsunternehmen Dynata erhoben.

Söder verspricht Ende des Beherbergungsverbots

6.15 Uhr: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen wird nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder demnächst fallen. Die Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots seien im Kampf gegen die Seuche "in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen", sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

Das liege auch daran, dass Gerichte die Verbote teilweise kassieren. Söder sagte mit Blick auf Bayern: "Auch bei uns wird das so sein, dass wir das Stück für Stück auslaufen lassen" - Voraussetzung sei aber, dass die Menschen sich an die neuen, strengeren Beschränkungen hielten. Bisher dürften Touristen aus Gegenden mit besonders hohen Corona-Zahlen nur in ein Hotel, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Söder mahnte, Deutschland sei "mitten in der zweiten Welle". Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sage, es brauche harte Ansagen, um das "Unheil" abzuwenden, spreche sie die richtige Sprache. Es gehe nun um die Frage: "Wie schützen wir die Vernünftigen vor den wenigen Unvernünftigen." Bund und Länder hatten eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie beschlossen.

EU-Staaten versprechen sich intensivere Zusammenarbeit

6.06 Uhr: Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Europa haben die Staats- und Regierungschefs der EU eine intensivere Zusammenarbeit bei der Pandemiebekämpfung vereinbart. In einer Erklärung nach dem ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel sprachen sie sich in der Nacht zu Freitag für eine bessere Koordination bei den Quarantänevorschriften, der grenzüberschreitenden Kontaktverfolgung sowie bei Teststrategien, dem Aufbau von Impfkapazitäten und Reisebeschränkungen aus. Die derzeitige Situation sei "beispiellos" und gebe "Anlass zu ernsthafter Besorgnis".

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte nach den Beratungen, es gehe darum, ein ungebremstes Wachstum der Infektionszahlen zu verhindern. Deshalb werde es künftig regelmäßigere Konsultationen auch über Video geben. "Die Frage, wie wir aus dieser Pandemie herauskommen, die entscheidet über die Gesundheit von ganz vielen Menschen. Die entscheidet über die Frage: Wie viele Menschen müssen sterben? Und sie entscheidet auch über unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", betonte die CDU-Politikerin.

Freibug-Trainer Streich: Corona-Bekämpfung wichtiger als Bundesliga

6.03 Uhr: Bundesliga-Trainer Christian Streich vom SC Freiburg hält Zwangspausen in der Fußball-Bundesliga aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie nicht für ausgeschlossen. "Ich habe schon Befürchtungen, dass es während der Saison zu Unterbrechungen kommt", sagte der 55-Jährige, um gleich deutlich zu machen, dass die Bundesliga aus seiner Sicht derzeit nicht die höchste Priorität besitzt.

"Aber mehr Sorgen mache ich mir um die Kinder, wenn wieder Schulen zugehen müssen. Das wären dann verlorene Jahre und Monate für die Kleinen. Ich habe schon öfter gesagt, dass Corona uns noch lange beschäftigen wird", sagte der dienstälteste Bundesliga-Trainer: "Wir sind dabei erst mal zweitrangig."

Gesundheitssenatorin in Berlin für Ausweitung der Maskenpflicht

5.45 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat sich nach den Bund-Länder-Beschlüssen für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf bestimmte Orte im öffentlichen Raum ausgesprochen. "Es gibt Plätze und Straßen in Berlin, wo wir wissen, dass es einfach eng wird", sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

An solchen Stellen mache das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Freien Sinn: "Unser Grundprinzip bei allen Maßnahmen ist ja, dass dort, wo Abstand halten nicht möglich ist, die Maske eingesetzt werden muss." Sie begrüße es, dass es sich um eine differenzierte, also zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahme handle - das sei weniger hart als in manchen anderen Ländern, wo eine Mund-Nase-Bedeckung generell im Freien getragen werden müsse.

Kalayci kündigte an, die Maßnahme bei der Senatssitzung am kommenden Dienstag vorzuschlagen. Eine Liste mit Orten, die für eine Maskenpflicht infrage kommen, könne man im Fall eines Beschlusses mit den Bezirken erstellen. Die Senatorin nannte als Beispiel etwa die Schloßstraße in Steglitz, wo sich ältere Menschen und Familien drängten. Eine Maskenpflicht gilt in Berlin unter anderem schon in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen sowie in Büros - ausgenommen am eigenen Schreibtisch.

Die Entwicklung der Pandemie wertete Kalayci als "sehr, sehr dynamisch". "Wir sind jetzt in einer kritischen Phase, wo wir tatsächlich nicht wissen, wie die Maßnahmen, die wir zuletzt getroffen haben, wirken", sagte sie. Da sich Erfolge erst mit Verzögerung von rund 14 Tagen in den Fallzahlen niederschlagen könnten, werde mit besonderem Interesse auf die gemeldeten Neuinfektionen ab dem nächsten und übernächsten Wochenende geblickt, schilderte die Senatorin.

Laut den Bund-Länder-Beschlüssen vom Mittwoch soll bei steigenden Infektionszahlen und spätestens ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum überall dort gelten, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. In Berlin lag der Wert mit Stand Donnerstag bei 78,3.

Nukleartransport-Begleitung und verstärkter Infektionsschutz "nicht vereinbar": Polizeigewerkschaft

5:00 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, den geplanten Castortransport von der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield ins südhessische Zwischenlager Biblis abzusagen. "Wenn nun von der Polizei erwartet wird, dass sie die Corona-Auflagen und den Gesundheitsschutz stärker durchsetzen soll, dann ist es aus unserer Sicht nicht vereinbar, dass Anfang November ein Nukleartransport von der Polizei quer durch Deutschland begleitet werden soll", sagte GdP-Vize Jörg Radek der Nachrichtenagentur dpa. "Dafür gibt es keinen zwingenden Grund." Polizeikräfte, die dann zur Sicherung des Castortransportes im Einsatz wären, könne man nicht zeitgleich für den Infektionsschutz abstellen, sagte der GdP-Vize.

Neben den Ordnungsämtern hilft auch die Polizei bei der Durchsetzung der Corona-Regeln. Bund und Länder wollen nach ihrem Beschluss vom Mittwoch zudem die Bundespolizei beim Gesundheitsschutz einsetzen. Der Transport der sechs Behälter mit hochradioaktivem Müll aus dem britischen Sellafield war zunächst für das Frühjahr geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er im März aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Bundesinnenministerium hielt den notwendigen Polizeieinsatz nicht für verantwortbar. Atomkraftgegner rechnen damit, dass der Transport etwa Anfang November im Hafen im niedersächsischen Nordenham ankommen wird.

Bei vergangenen Castortransporten waren Tausende Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Radek erwartet, das dies auch beim nächsten Transport wieder der Fall wäre. Er forderte eine Absage und betonte, der Gesundheitsschutz müsse Priorität haben - schließlich seien auch Polizistinnen und Polizisten von Ansteckung bedroht.

Wann genau die Castoren nach Südhessen gebracht werden sollen, ist nicht bekannt. Die beauftragte Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) hatte Ende September mitgeteilt, die Vorbereitungen für den Transport aus Großbritannien seien wiederaufgenommen worden. Die Transportgenehmigung für die Castoren gilt nach Angaben einer Sprecherin des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bis 31. Dezember 2020. Das Amt ist dem Bundesumweltministerium unterstellt, das die Federführung hat.

Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein bleibt bestehen

04.30 Uhr: Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt. Eine Familie aus dem Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen), die ab Freitag auf Sylt Urlaub machen wollte, hatte den Antrag gestellt, wie das Gericht am Donnerstagabend mitteilte.

Würde der Vollzug des Beherbergungsverbotes jetzt ausgesetzt, könnten Menschen aus inländischen Risikogebieten zu touristischen Zwecken unkontrolliert nach Schleswig-Holstein kommen, hieß es in der Begründung der Richter. In Anbetracht der am Donnerstag veröffentlichten Zahlen über den Anstieg der Neuinfektionen könne dies zu Gefährdungen für das öffentliche Gesundheitswesen führen, "zumal eine Weiterverbreitung des Coronavirus oft unentdeckt und schwer kontrollierbar erfolge".

In Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten Verwaltungsrichter das Verbot am Donnerstag für rechtswidrig erklärt.

Die Richter in Schleswig betonten, angesichts des bundesweit rasanten Anstiegs der Infektionen sei die Landesregierung nicht gehalten, zu warten, bis sich die Situation in Schleswig-Holstein in ähnlicher Weise entwickele wie in den inländischen Risikogebieten. Bei einer Gesamtbetrachtung überwiege das Interesse der Gesamtbevölkerung am Schutz vor einer Weiterverbreitung des Coronavirus gegenüber den Interessen der antragstellenden Familie an einer touristischen Reise. Denn diese habe es in der Hand, durch einen negativen Corona-Test den Urlaub auf Sylt "zeitnah zu realisieren". Der Testung sei finanziell zumutbar, so die Richter des 3. Senats.

Studie der WHO zu Remdesivir: Kein substanzieller Einfluss auf die Heilung von Covid-19-Patienten

02.24 Uhr: Das Medikament Remdesivir des US-Konzerns Gilead Sciences hat laut Ergebnissen aus der Solidarity-Studie  der Weltgesundheitsorganisation WHO keinen substanziellen Einfluss auf die Heilung von Covid-19-Patienten. Die klinische Studie befasste sich neben Remdesivir auch mit den Hydroxychloroquin-, Lopinavir- und Interferon-Therapien.

Diese "schienen nur geringe oder keine Auswirkungen auf Covid-19 im Krankenhaus zu haben, was durch die Gesamtmortalität, den Beginn der Beatmung und die Dauer des Krankenhausaufenthalts angezeigt wird", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichen Bericht . Für die vier ehemals erfolgversprechendsten Substanzen hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März eine groß angelegte Studienreihe unter dem Namen "Solidarity" in Gang gesetzt, an der Ärztinnen und Ärzte weltweit mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand teilnehmen können.

Unter anderem US-Präsident Donald Trump war nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus mit Remdesivir behandelt worden. Nach einer Anfang dieses Monats veröffentlichten US-Studie verkürzt Remdesivir die Genesung von Covid-19-Patienten im fünf Tage im Vergleich zu Erkrankten, die die Arznei nicht bekommen haben.

Das US-Unternehmen Gilead kritisierte die Studienergebnisse in einer Pressemitteilung  als nicht "schlüssig", da sie nicht nach einem Peer-Review-Verfahren - der Prüfung von Fachartikeln durch unabhängige Gutachter - in einem akademischen Journal veröffentlicht wurden.

USA verzeichnen mehr als acht Millionen Corona-Fälle

01.50 Uhr: In den Vereinigten Staaten haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als acht Millionen Menschen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Die Marke wurde überschritten, nachdem am Mittwoch weitere 60.000 Fälle hinzukamen, berichteten die Nachrichtenagentur Reuters und die "New York Times" übereinstimmend unter Berufung auf eigene Zählungen.

Es war laut Reuters der höchste tägliche Wert seit dem 14. August. Besonders betroffen ist derzeit der Mittlere Westen - auf die Region gingen allein 22.000 Neuinfektionen zurück.

Warteschlange vor einer Corona-Teststelle in Wisconsin, wo allein am Mittwoch 4000 neue Fälle registriert wurden

Warteschlange vor einer Corona-Teststelle in Wisconsin, wo allein am Mittwoch 4000 neue Fälle registriert wurden

Foto: ALEX WROBLEWSKI / REUTERS

Seit Beginn der Pandemie kamen in den USA bislang mehr als 217.000 Menschen mit Covid-19 ums Leben. Zuletzt kamen täglich mehrere Hundert Todesfälle hinzu.

Trump verbreitet weitere Falschaussagen zu Masken

00.10 Uhr: Auch nach seiner inzwischen überstandenen Covid-19-Erkrankung zieht US-Präsident Donald Trump den Sinn von Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Zweifel - mit falschen Aussagen. "85 Prozent der Menschen, die eine Maske tragen, fangen es sich ein", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Greenville im US-Bundesstaat North Carolina.

Er verwies dabei fälschlicherweise auf Daten der Gesundheitsbehörde CDC. Tatsächlich hatten nach einer CDC-Untersuchung 85 Prozent einer Gruppe von Coronavirus-Infizierten im Juli angegeben, sie hätten in den 14 Tagen zuvor oft oder immer eine Maske getragen.

Stoffmasken schützen nach Einschätzung von Experten andere Personen vor infizierten Trägern eines Mund-Nasen-Schutzes - nicht die Träger selbst. Beim Auftritt in Greenville trugen Trump und die große Mehrheit seiner Anhänger keinen Mund-Nasen-Schutz. "Masken, keine Masken, Sie können alles tun, was sie wollen, aber sie brauchen trotzdem die Hilfe vom Boss", sagte der Präsident, der dabei in Richtung Himmel zeigte und sich offensichtlich auf Gott bezog.

Trump verwies auf Aussagen des führenden US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci, der zu Beginn der Pandemie nicht zum Tragen von Masken geraten hatte. Als Trump Faucis Namen nannte, kam es zu vereinzelten Buh-Rufen. "Aber er ist ein netter Kerl, also behalte ich ihn in meiner Umgebung", sagte der Präsident.

Daimler meldet positives vorläufiges Quartalsergebnis

0.00 Uhr: Der Autokonzern Daimler hat trotz der Corona-Krise für das dritte Quartal 2020 ein positives vorläufiges Ergebnis gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liege bei 3,07 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit.

Die Zahlen lägen über den Markterwartungen und sogar über dem Ergebnis vom Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal hatte Daimler aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie einen Verlust von 1,68 Milliarden Euro hinnehmen müssen.

Mercedes-Benz-Modell bei einem Daimler-Event (Archivbild)

Mercedes-Benz-Modell bei einem Daimler-Event (Archivbild)

Foto: Michaela Rehle/ REUTERS

"Die Resultate des dritten Quartals reflektieren eine sehr starke Leistung und beweisen, dass wir bei der Absenkung der Gewinnschwelle auf dem richtigen Weg sind", sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm laut Mitteilung. Das Unternehmen erwartet demnach, "dass diese positive Dynamik auch im vierten Quartal anhält". Endgültige Zahlen legt Daimler am Freitag kommender Woche vor - zusammen mit einer aktualisierten Prognose für das Gesamtjahr 2020, wie der Konzern ankündigte.

bbr/mfu/mik/fek/jak/Reuters/dpa/AFP/sid
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