Corona-News am Freitag Belgische Corona-Experten treten in "Schweigestreik"

Politiker verstecken sich angeblich nur hinter den Fachleuten, deshalb wollen belgische Virologen für mehrere Tage keine Interviews mehr geben. Und: In Berlin werden neue Kontaktbeschränkungen diskutiert. Der Überblick.
Belgischer Virologe Marc van Ranst: Aus Protest für ein Wochenende keine Interviews

Belgischer Virologe Marc van Ranst: Aus Protest für ein Wochenende keine Interviews

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ARIS OIKONOMOU / AFP

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Berlin womöglich vor neuen Kontaktbeschränkungen

21.50 Uhr: In Berlin könnte es bald wieder Kontaktbeschränkungen geben. Details dazu werde der Senat am Dienstag erörtern, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Sender RBB nach einem Treffen mit Bezirksvertretern.

Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci: Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erneut denkbar

Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci: Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erneut denkbar

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Der Senat hatte Ende Juni Kontaktbeschränkungen aufgehoben, nachdem die Zahl der Neuinfektionen gesunken war. Zur Hochphase der Corona-Pandemie durften Menschen in Berlin höchstens eine haushaltsfremde Person treffen.

Denkbar sei nun, dass sich wie bis Ende Juni erneut nur maximal fünf Menschen oder Personen aus zwei Haushalten treffen dürften, sagte Kalayci. Außerdem sei sie sich mit den Vertretern der Innenstadtbezirke einig gewesen, private Feiern einzuschränken. Hier könnte es eine Obergrenze von maximal 50 Personen im Freien und 25 Personen in geschlossenen Räumen geben.

Belgische Corona-Experten schweigen aus Protest

20.10 Uhr: Aus Protest gegen das Handeln der Politik in der Coronakrise gehen in Belgien mehrere Wissenschaftler in einen "Schweigestreik". Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den Sender VRT berichtet, wollen der prominente Virologe Marc van Ranst und einige Kollegen dieses Wochenende keine Interviews geben. Die Wissenschaftler beklagen demnach, dass Politiker sich zu oft hinter ihnen versteckten und sich weigerten, Interviews zur Corona-Politik zu geben.

Van Ranst betonte laut VRT ausdrücklich, dass der Protest sich nicht gegen die Medien richte. Vielmehr sei es ein Signal an die Politik. Der "Streik" solle bis zum Montag andauern. Belgien ist verhältnismäßig stark vom Coronavirus getroffen. In den vergangenen zwei Wochen wurden den Behörden zufolge rund 150 Infizierte pro 100.000 Einwohner gezählt. Für die Hauptstadt Brüssel hat das Auswärtige Amt derzeit eine Reisewarnung ausgesprochen.

Weitere Reiserückkehrer müssen in der Schweiz ab Montag in Quarantäne

20.00 Uhr: In der Schweiz müssen ab Montag Reiserückkehrer aus 15 weiteren Ländern in Quarantäne, darunter Rückkehrer aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit setzte am Freitag auch Dänemark, Irland, Island, Luxemburg, Portugal, Slowenien und Ungarn auf seine Corona-Risikoliste.

Als Risikogebiete wurden auch die Bretagne in Frankreich, Ligurien in Norditalien sowie die österreichischen Bundesländer Oberösterreich und Niederösterreich eingestuft. Auch Reiserückkehrer aus Ecuador, Jamaika, Marokko, Nepal und Oman müssen den Angaben zufolge ab Montag für zehn Tage in Quarantäne. Auf der Risikoliste standen zuvor bereits 44 Staaten, darunter auch Spanien und die USA.

In der Schweiz mit ihren rund 8,5 Millionen Einwohnern wurden bisher mehr als 51.700 Corona-Fälle registriert, 1777 Menschen starben.

Französischer Gesundheitsminister Véran verteidigt Schließung von Restaurants und Bars in der Region von Marseille

19.31 Uhr: Angesichts der Proteste gegen die Schließung von Restaurants und Bars in der Region von Marseille hat der französische Gesundheitsminister Olivier Véran den Kurs der Regierung verteidigt. Die neuen coronabedingten Maßnahmen seien nötig, "auch wenn sie unpopulär sind", erklärte Véran am Freitag via Twitter anlässlich seines Besuches in der Hafenmetropole am Mittelmeer. "Leben hängen davon ab", warnte er.

Ausgangssperren für mehrere Städte in Wales

19.29 Uhr: Erstmals seit dem landesweiten Lockdown in Großbritannien im Frühjahr sind in Wales am Freitag für mehrere Städte Ausgangssperren angeordnet worden. Der walisische Gesundheitsminister Vaughan Getting teilte mit, die Städte Cardiff und Swansea dürften nur für die Arbeit, den Schulbesuch und aus anderen triftigen Gründen betreten oder verlassen werden. Die Maßnahme trete am Sonntagabend in Kraft. Für die Stadt Llanelli gelte sie bereits ab Samstag.

Bundesregierung erklärt Tirol, ganz Tschechien und Luxemburg zu Risikogebieten

19.16 Uhr: Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde entsprechend aktualisiert.

Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

Niederlande weitet Schutzmaßnahmen aus

19.02 Uhr: Angesichts der stark zunehmenden Zahl von Corona-Infektionen sind die Schutzmaßnahmen in den Niederlanden ausgeweitet worden. Sie gelten nun in 14 von insgesamt 25 sogenannten Sicherheitsregionen - acht mehr als bisher, wie die Regierung am Freitag bekanntgab.

Dazu gehörten bereits große Städte wie Amsterdam und Rotterdam. Nun gelten die Vorschriften unter anderem auch in den Regionen Groningen sowie in Gelderland-Zuid und Brabant-Noord. In allen betroffenen Regionen müssen Gaststätten spätestens um 01.00 Uhr schließen, Zusammenkünfte von mehr als 50 Menschen sind verboten.

Eine Ausweitung der Maßnahmen auf das gesamte Land lehnte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag ab, wollte sie aber nicht ausschließen. Landesweit verschärfte Regeln würden die Wirtschaft viel härter treffen, als wenn Regionen je nach konkreter Lage entscheiden können, sagte Rutte nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP.

In den Niederlanden wurde am Freitag mit 2777 Neuansteckungen die seit langem höchste Infektionszahl innerhalb von 24 Stunden registriert.

Zahl der Corona-Toten könnte sich auf zwei Millionen verdoppeln

18.59 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten könnte sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch auf zwei Millionen verdoppeln, bis ein wirksamer Impfstoff in großem Stil eingesetzt werden kann. Ohne einen gemeinsamen und entschlossenen Kampf gegen die Pandemie könne es sogar noch viel mehr Todesopfer geben, warnt WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. Rund neun Monate nach der Identifizierung des neuartigen Corona-Virus in China nähert sich die Zahl der bestätigten Todesfälle zurzeit der Marke von einer Million.

Automesse beginnt trotz Corona in Peking

18.07 Uhr: Als erste große internationale Automesse seit mehr als einem halben Jahr öffnet die "Auto China 2020" an diesem Samstag in Peking die Pforten. Da China das Coronavirus weitgehend im Griff hat, wird die Automobilausstellung bis zum nächsten Wochenende stattfinden. Sie war im Frühjahr auf diesen Herbst verschoben worden.

In den Vorjahren hatte die abwechselnd in Shanghai und Peking stattfindende Messe Millionen Besucher aus dem In- und Ausland angezogen. Aus Angst vor dem Virus hat China aber strenge Einreisebeschränkungen mit zwei Wochen Quarantäne verordnet. Es gibt auch nur wenige internationale Flüge.

Dänemark verlängert Corona-Beschränkungen

17.43 Uhr: Dänemark hat einen neuen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erreicht und weitet seine gegen die Virusausbreitung ergriffenen Beschränkungen aus. Die landesweit ergriffenen Maßnahmen werden nun um zwei Wochen bis zum 18. Oktober verlängert, wie der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke in Kopenhagen bekanntgab.

Ab Samstagmittag werde das Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern auch für private Veranstaltungen gelten, die zum Beispiel in einem Restaurant stattfinden, kündigte Heunicke an. Das dürfte unter anderem Hochzeiten und Konfirmationen betreffen, sofern sie nicht in Privathaushalten abgehalten werden. Feste würden beschränkt, damit der Rest der Gesellschaft so weit wie möglich offen bleiben könne, sagte Heunicke.

Seit einer Woche müssen Restaurants, Cafés und Kneipen in ganz Dänemark wegen der steigenden Corona-Zahlen bereits um 22 Uhr schließen. Zudem muss man seitdem in allen Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Arbeitnehmer werden zudem aufgefordert, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten, soziale Kontakte sollen die Dänen generell begrenzen und den öffentlichen Nahverkehr in Stoßzeiten meiden.

Zuvor hatte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Freitag den höchsten Stand an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie vermeldet. Demnach kamen innerhalb eines Tages 678 neue bestätigte Corona-Fälle hinzu. Es gab auch zwei neue Todesfälle, womit die Zahl der Toten in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung seit Beginn der Pandemie auf 647 anstieg.

Corona könnte millionenschweres Loch in die Kassen der Royals reißen

Den Royals fehlen Eintrittsgelder, zum Beispiel vom Buckingham-Palast

Den Royals fehlen Eintrittsgelder, zum Beispiel vom Buckingham-Palast

Foto: Monika Skolimowska / dpa

17.31 Uhr: Die Corona-Pandemie hinterlässt auch bei der königlichen Familie in Großbritannien deutliche finanzielle Spuren. Insgesamt könnten den Royals in den kommenden drei Jahren rund 35 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 38,2 Millionen Euro) entgehen, wie aus dem jährlichen Finanzbericht des Sovereign Court hervorgeht. Er bezieht sich auf das Jahr bis Ende März 2020, sodass die Auswirkungen der Pandemie bislang Schätzungen sind.

15 Millionen Pfund könnten demzufolge Corona-bedingt innerhalb von drei Jahren ausbleiben, weil Eintrittsgelder von Besuchern im Buckingham-Palast oder Schloss Windsor fehlen. Eine Lücke von weiteren 20 Millionen Pfund könnte es bei der Renovierung des Buckingham-Palastes geben, für den innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren insgesamt 369 Millionen Pfund veranschlagt wurden.

Die königliche Familie habe jedoch nicht die Absicht, die britischen Steuerzahler um weiteren Beiträge zu bitten, hieß es vom zuständigen Sprecher. Man werde eigene Maßnahmen ergreifen. So waren in den vergangenen Wochen bereits Stellenstreichungen beim Hofpersonal bekannt geworden.

Unterirdische Klinik in Israel öffnet für Corona-Patienten

17.20 Uhr: Nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen in Israel hat nach Angaben des Rambam-Krankenhauses in Haifa das größte Corona-Behandlungszentrum des Landes geöffnet. Wie die Klinik in der nördlichen Stadt mitteilte, werden Patienten künftig in seiner unterirdischen Notfalleinrichtung versorgt. Bereitgestellt werden dort demnach 700 Betten, davon 140 mit Beatmungsgeräten.

Dem Rambam-Krankenhaus zufolge wurde die Klinik erstmals seit seiner Fertigstellung im Jahr 2014 eingerichtet. Bislang dienten die Räumlichkeiten als unterirdisches Parkhaus. Im Frühjahr war mit der Umrüstung begonnen worden. Das Sammy Ofer Fortified Underground Emergency Hospital liegt 16,5 Meter unter der Erdoberfläche. Vorgesehen ist die Einrichtung für den Fall von Angriffen mit biologischen oder chemischen Waffen. Der Homepage des Krankenhauses zufolge können dort bis zu 2000 Betten aufgestellt werden.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte in Israel zuletzt Rekordwerte erreicht. Seit einer Woche gilt in dem Land ein landesweiter Lockdown, am Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. Die Regierung will so eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Maas bleibt bis zum 4. Oktober in Quarantäne, Altmaier beendet seine

17.07 Uhr: Außenminister Heiko Maas bleibt bis zum 4. Oktober in Corona-Quarantäne. Das gab eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bekannt. Der SPD-Politiker hatte sich am Mittwoch wegen der Infektion eines seiner Leibwächter selbst zu Hause isoliert. Ein erster Test war am Mittwoch aber negativ ausgefallen.

Die Quarantäne von Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist dagegen beendet, wie der CDU-Politiker am Nachmittag per Twitter mitteilte. Ein erneutes Testergebnis sei negativ gewesen, zudem habe die Prüfung der Umstände seines Kontaktes ergeben, dass keine Notwendigkeit zu weiterer Quarantäne bestehe. Bei Altmaier hatte ein Corona-infiziertes Delegationsmitglied beim EU-Handelsministertreffen für die Auszeit gesorgt.

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Uno warnen vor verheerenden Folgen der Corona-Pandemie im Jemen

16.50 Uhr: Das Coronavirus könnte im Bürgerkriegsland Jemen einer Warnung der Uno zufolge besonders verheerende Folgen haben. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Corona-Pandemie habe die Sterblichkeitsrate gemessen an den gemeldeten Fälle bei knapp 30 Prozent gelegen, sagte die Uno-Nothilfe-Koordinatorin für den Jemen der Nachrichtenagentur dpa. Das sei eine der höchsten weltweit, so Lise Grande. Die Uno warnten demnach, dass sich das Virus im Jemen weiter, schneller und mit schwereren Folgen verbreite als in den meisten anderen Ländern.

Im dem armen Land im Süden der arabischen Halbinsel tobt seit rund sechs Jahren ein Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen kämpfen dort gegen die Anhänger der international anerkannten Regierung. Rund 80 Prozent der Bevölkerung - mehr als 24 Millionen Menschen - benötigen nach Uno-Angaben eine Form humanitärer Hilfe. Die Corona-Pandemie hat die Lage akut verschärft. Der vom Krieg heimgesuchte Jemen müsse gleich mit mehreren Krisen kämpfen, sagte Grande. "Da gibt es die Cholera-Krise, mögliche Hungersnöte, Überschwemmungen - und jetzt Covid."

Die jemenitische Regierung hat bisher rund 2000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, mindestens 586 Menschen sind in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Aus den nördlichen Gebieten, die die Huthi-Rebellen kontrollieren, gibt es keine regelmäßigen Informationen zur Verbreitung des Virus.

Gladbacher Abwehrspieler Beyer positiv auf Corona-Virus getestet

16.31 Uhr: Wie bei Schalke gibt es auch beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach einen Corona-Fall: Abwehrspieler Jordan-Louis Beyer ist positiv auf das Virus getestet worden. Dies gab der Club am Freitag bekannt. Der 20-Jährige zählte bislang nicht zum Kader in den bisherigen Pflichtspielen und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

Die Austragung des Bundesligaspiels gegen Union Berlin am Samstag ist davon nicht betroffen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt müsse kein weiterer Spieler und kein Mitglied des Trainer- und Betreuerstabs in Quarantäne.

Umfrage: Knapp zwei Drittel der Firmen setzen auf staatliche Hilfen

16.22 Uhr: Knapp zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland setzen nach einer Studie in der Coronakrise auf staatliche Hilfen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter bundesweit mehr als 9500 Firmen verschiedener Größen und Branchen hervor, die die Universität Mannheim veröffentlicht hat. Nahezu jedes zweite derjenigen Unternehmen, die Hilfe bekommen oder beantragt haben, gab demnach an, dass die Mittel aus dem Konjunkturprogramm in der Krise überlebenswichtig seien.

Zu den Maßnahmen, die am häufigsten in Anspruch genommen wurden, zählten laut der Studie die Corona-Soforthilfe (49 Prozent), Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld (26 Prozent) sowie die Möglichkeit, Steuerzahlungen zu stunden (26 Prozent). Branchen, die von der Krise stärker betroffen waren, nahmen die Staatshilfen demnach eher in Anspruch. Dazu gehörten Reisebüros, Getränkehersteller, Gastronomen, Künstler, Kreative sowie die Unterhaltungs- und Erholungsbranche.

"Diese Daten belegen, dass die staatliche Förderung bei den Unternehmen angekommen ist, die sie auch gebraucht haben", sagte einer der Autor der Studie, Jannis Bischof von der Uni Mannheim. Fast alle Betriebe hätten neben den staatlichen Hilfen auch eigene Maßnahmen ergriffen, um durch die Krise zu kommen, sagte der Professor. Die meisten setzten demnach auf geringere Lohnsteigerungen oder weniger Bonuszahlungen. Auch zu Preiserhöhungen und dem Abbau von Arbeitsplätzen hätten sich Unternehmen entschlossen.

Mehrere EU-Staaten blockieren wichtige Entscheidung für Corona-Hilfen

16.05 Uhr: Wer trägt Verantwortung dafür, dass die Verhandlungen über den langfristigen EU-Haushalt noch immer nicht abgeschlossen sind? Die EU-Staaten und das Europaparlament schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Mehrere EU-Staaten blockieren eine für den Start des europäischen Corona-Konjunkturprogramms wichtige Entscheidung. Nach Angaben von Diplomaten machten rund ein Drittel der Mitgliedsländer in Brüssel deutlich, dass sie den Beschluss zur künftigen Finanzausstattung der EU vorerst nicht mittragen werden. Dieser Eigenmittelbeschluss regelt, woher das Geld kommen soll. Erst müsse Klarheit über den Gesamthaushalt für die kommenden sieben Jahre bestehen, hieß es.

Das von den Staats- und Regierungschefs bei einem Sondergipfel im Juli vereinbarte Paket besteht aus Corona-Hilfen im Umfang von 750 Milliarden Euro und aus Geldern für die EU-Haushalte von 2021 bis 2027 in Höhe von 1074 Milliarden Euro. Es kann allerdings nur in Kraft treten, wenn auch das EU-Parlament zustimmt. Nach derzeitigem Stand wollen die Abgeordneten dies nur tun, wenn es mehr Geld als geplant für EU-Programme wie Erasmus (Jugend & Bildung) und Horizon (Forschung) gibt.

Der jetzt von mehreren Mitgliedstaaten blockierte Eigenmittelbeschluss ist unter anderem Grundlage dafür, dass die EU-Kommission die für die Corona-Hilfen geplanten Gelder an den Finanzmärkten aufnehmen kann. Eile ist vor allem deswegen geboten, weil die Entscheidung bis Jahresende auch noch in den einzelnen Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss. Gelingt dies nicht, müsste vorerst mit einem Nothaushalt gearbeitet werden und die Corona-Hilfen könnten nicht anlaufen.

Covid-Beschränkungen in London: Ab 22 Uhr leere Pubs - dafür volle Straßen

15.50 Uhr: Premier Boris Johnson hat angesichts steigender Infektionen beschlossen, dass Bars eine Stunde früher schließen müssen. Das passt allerdings nicht mit den Trinkgewohnheiten der Briten zusammen. Sehen Sie hier das Video dazu.

Deutschland sitzt auf 1,2 Milliarden Masken

Produktion von FFP2-Schutzmasken

Produktion von FFP2-Schutzmasken

Foto: Britta Pedersen / dpa

15.41 Uhr: In Deutschland werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zur Zeit gut 1,2 Milliarden Schutzmasken gelagert. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus hervor, über die RTL und n-tv zuerst berichtet hatten. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurden und werden in diesem und im nächsten Jahr OP- und FFP2-Masken für insgesamt 5,9 Milliarden Euro beschafft. Voraussichtlich werden "nach jetzigem Kenntnis- und Prüfungsstand" mehr als 85 Prozent aller Masken "verkehrsfähig und damit für den Gesundheitssektor verwendbar sein", heißt es weiter.

"Das Ministerium ist noch immer dabei die Masken zu prüfen, das dauert einfach viel zu lange", sagte Aschenberg-Dugnus. Wenn die Haltbarkeit nur zwei Jahre betrage, frage man sich, wie viele nach Ende der Prüfung überhaupt noch nutzbar seien. "Es ist wichtig, in Zukunft die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung wieder nach Deutschland und Europa zurückzuholen, so dass wir die überhöhten Preise aus China nicht mehr zahlen müssen."

Zu Beginn der Corona-Pandemie waren Schutzmasken Mangelware. Die Regierung war nach Hilferufen aus Kliniken und Pflegeheimen in die zentrale Beschaffung eingestiegen. Für Organisation, Logistik, Einkauf und Verträge wurde die Unternehmensberatung Ernst & Young eingeschaltet. Die Bundesregierung zahlt dafür nach früheren Angaben fast zehn Millionen Euro.

DFB-Direktor Bierhoff befürchtet Geisterspiele bei EM 2021

Auch bei der Fußball-EM 2021 könnten die Zuschauerränge in den Stadien leer bleiben, befürchtet DFB-Direktor Oliver Bierhoff

Auch bei der Fußball-EM 2021 könnten die Zuschauerränge in den Stadien leer bleiben, befürchtet DFB-Direktor Oliver Bierhoff

Foto: Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto / imago images/Eibner

15.37 Uhr: Oliver Bierhoff befürchtet, dass die Fußball-EM 2021 wegen der Coronakrise zu einem Turnier mit Geisterspielen werden könnte. "Ich glaube, dass die Betreuung einer Mannschaft, wenn sie die ganze Zeit abgeschirmt in einer Art Blase ist, sehr gut möglich ist. Viel schwieriger und kritischer wird es leider bei der Zuschauerfrage: Da ist für mich die große Frage, ob diese EM ein Fanfest oder eben nur eine Fußball-Europameisterschaft mit Spielen wird", sagte der DFB-Direktor in einem Interview von ran.de .

Eine komplette Absage erwartet der 52-Jährige trotz derzeit wieder steigender Corona-Zahlen nicht. "Aber einen Spielbetrieb würde man - aus heutiger Sicht - wohl im nächsten Sommer hinbekommen", meinte Bierhoff. In der Gesamtabwägung von sportlichen und ökonomischen Kriterien müsse man für das Zwölf-Nationen-Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 eventuell einen Zuschauerausschluss in Kauf nehmen. "Wir haben bei der Champions League gesehen, dass es funktionieren kann. Auch, wenn sie am Ende natürlich nicht annähernd so war, wie wir sie kennen", sagte Bierhoff.

Schweiz setzt Großbritannien und andere Länder auf Corona-Risikoliste

15.22 Uhr: Großbritannien und mehrere andere Länder gelten wegen steigender Corona-Zahlen nun in der Schweiz als Risikogebiete. Betroffen sind von der neuen Einstufung unter anderem auch Portugal, Belgien, die Niederlande, Dänemark und Teile Österreichs, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte.

Ab Montag müssen sich Reisende aus diesen Ländern in der Schweiz in eine zehntägige Quarantäne begeben, die anders als in Deutschland auch nicht mit einem negativen Corona-Test abgekürzt werden kann. Auf der Liste stehen inzwischen rund 60 Länder. Teils sind nur bestimmte Regionen in Ländern erfasst. Gut 10.000 Menschen waren nach der Rückkehr aus Risikogebieten aktuell in Quarantäne.

Als Risikogebiete gelten in der Schweiz Länder und Regionen, die in den vergangenen 14 Tagen mehr als 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichneten. Dieser Grenzwert wird auch von einigen Kantonen überschritten, darunter Waadt und Genf in der Westschweiz. Innerhalb des Landes gibt es aber keine Reisebeschränkungen.

Erneut positiver Corona-Test bei Schalker Fußball-Profi

15.09 Uhr: Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 ist einen Tag vor dem Spiel gegen Werder Bremen am Samstag durch einen positiven Corona-Fall bei einem Lizenzspieler aufgeschreckt worden. Das gab der Verein bekannt. Der betroffene Spieler, dessen Name der Verein nicht veröffentlichte, befindet sich in häuslicher Quarantäne. Über das weitere Vorgehen ist der Verein mit den Gesundheitsbehörden im Austausch. Laut Trainer David Wagner steht das Spiel aber nicht auf der Kippe.

Der Verein selbst habe aus "den Vorkommnissen im Trainingslager den ein oder anderen Schluss gezogen", sagte Wagner. Schon in Österreich war ein Schalker Profi positiv auf Corona getestet worden. Seitdem halte er "jedes Mal die Luft an, dass alle negativ bleiben".

Firmen bekommen gefälschte Behördenschreiben mit Corona-Warnung

15.03 Uhr: Zwei Firmen in Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet haben gefälschte Behördenschreiben zu vermeintlich positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeitern bekommen. Die Briefe seien im Laufe der Woche per Einschreiben eingegangen, teilte die Polizei mit . "Darin heißt es, jeweils ein Mitarbeiter sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb müssten jetzt alle Mitarbeiter der jeweiligen Firma in häusliche Quarantäne." Nach Rücksprache mit den entsprechenden Stellen habe sich aber herausgestellt, dass die Schreiben gefälscht waren.

Hinweise auf den Verfasser liegen den Angaben zufolge noch nicht vor. "Zurzeit muss damit gerechnet werden, dass weitere Schreiben im Umlauf sind, oder in Umlauf gebracht werden", so die Polizei.

Lüften in der Schule: Gewerkschaften und Eltern sehen offene Fragen

Schüler mit Maske im Unterricht

Schüler mit Maske im Unterricht

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Action Pictures

14.51 Uhr: Bildungsgewerkschaften und der Bundeselternrat haben die Politik zu schnellen Hilfen beim Thema Frischluft in der Schule in Corona-Zeiten aufgefordert. "Die Schulen brauchen dringend Orientierung und Unterstützung, die kalte Jahreszeit beginnt jetzt. Die Lüftungsregelung 20-5-20 wird bei Regen und niedrigen Temperaturen eine riesige pädagogische Herausforderung", erklärten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat (BER) in einer gemeinsamen Mitteilung .

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte am Mittwoch Wissenschaftler aus Virologie, Hygiene und Strömungsmechanik zu dem Thema angehört. Wie die KMK danach mitteilte, hätten sich die Experten dafür ausgesprochen, Klassenzimmer im 20-Minuten-Takt für 3 bis 5 Minuten stoßzulüften und während der Pausen zusätzlich die Türen für Durchzug zu öffnen. Den Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte in Schulräumen halten die befragten Experten laut KMK grundsätzlich nicht für nötig, sofern sich dort die Fenster richtig öffnen lassen. Der Direktor im Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, sicherte bei dem Gespräch die Erarbeitung einer Handreichung zum Lüften für alle Schulen im Bundesgebiet zu.

Dies werde begrüßt, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme von Bundeselternrat, GEW und VBE. Dennoch seien bei dem Experten-Treffen, an dem auch die drei Organisationen teilnahmen, "viele Fragen offen geblieben". Die KMK müsse das Tempo beschleunigen und so schnell wie möglich einen klaren Zeitplan für die Umsetzung von Maßnahmen vorlegen.

Unerwartete Corona-Folgen: Lockdown lässt Sperlinge besser zwitschern

14.50 Uhr: Die Coronakrise hat unerwartete Folgen für das Tierreich. Weil sie nicht mehr gegen den Stadtlärm ansingen mussten, sind die Lockrufe von Sperling-Männchen attraktiver geworden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lufthansa-Chef erwartet grünes Licht für Flüge mit Corona-Tests

14.41 Uhr: Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet in den kommenden Wochen grünes Licht seitens der Regierungen für die geplanten Corona-Schnelltests auf Flügen zwischen Deutschland und Nordamerika. Die Tests seien der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken, sagte der Vorstandschef des Konzerns auf einer virtuellen Luftverkehrskonferenz. Ohne diese Tests werde der Transatlantik-Verkehr nicht in Schwung kommen.

Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden. Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreiseverboten befreien. Spohr kündigte erste Flüge unter diesen Bedingungen noch in diesem Jahr an, ein testbasiertes Verbindungsnetzwerk werde voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2021 entstehen. Man sei zu den Einreisebestimmungen in Verhandlungen mit den Regierungen der USA und Kanada.

Lufthansa will die Tests voraussichtlich nicht mit eigenem Personal durchführen. Schon bislang hat das Unternehmen bei den freiwilligen Tests am Frankfurter Flughafen auf die Dienste des Anbieters Centogene zurückgegriffen. Denkbar ist auch eine Verlagerung der Kosten auf die Passagiere.

Rekordzahl bei Campingübernachtungen im Juli

14.18 Uhr: Inmitten der Coronakrise haben Betreiber von Camping- und Wohnmobilstellplätzen in Deutschland im Juli dieses Jahres einen Gäste-Rekord verzeichnet. In dem Monat gab es mit 8,57 Millionen so viele Übernachtungen wie noch nie zuvor in einem Juli, wie der Bundesverband der Deutschen Campingwirtschaft (BVCD) mitteilte. Demnach lag die Zahl der Übernachtungen 0,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Während die Gästeübernachtungen von ausländischen Urlaubern zurückgingen, habe es vor allem deutsche Urlauber in der bisherigen Saison überdurchschnittlich viel auf die Plätze gezogen.

Der Juli-Rekordwert steht dem eigentlichen Trend während der Coronakrise in der Branche entgegen: Das gesamte Beherbergungswesen verzeichnete im Juli nach BVCD-Angaben einen Rückgang von 22,6 Prozent bei den Übernachtungen - und auch die Campingplätze selbst registrierten über die ersten sieben Monate insgesamt ein Minus von 20,6 Prozent. Noch sei unklar, ob die Verluste im Frühjahr im Jahresverlauf noch aufgeholt werden können, teilte der Branchenverband mit. Viele Campingplatzbetreiber seien aber aufgrund guter Buchungszahlen für August und September optimistisch.

Polizei beschlagnahmt Millionen von gefälschten Corona-Masken

13.46 Uhr: Bei einer europäischen Polizeiaktion gegen Produktpiraten hat die italienische Polizei rund 27 Millionen gefälschte und nicht normgerechte medizinische Gesichtsschutzmasken sichergestellt. Insgesamt seien bei der Operation "Aphrodite" 28 Millionen gefälschte Produkte beschlagnahmt worden, teilte die Polizeibehörde Europol mit, darunter auch rund 800.000 nachgemachte Kleidungsstücke.

Bei der von Europol koordinierten Operation, an der 21 Länder beteiligt waren, verhafteten Polizisten in Griechenland zehn Verdächtige. Gegen 37 weitere mutmaßliche Täter wurde in Griechenland, Italien und Portugal Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet. 123 Konten in sozialen Medien sowie 36 Websites, die unter anderem für den Vertrieb der illegalen Erzeugnisse benutzt wurden, seien stillgelegt worden, hieß es.

Widerstand gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich

Gastwirte und Barbesitzer protestieren in Marseille

Gastwirte und Barbesitzer protestieren in Marseille

Foto: NICOLAS TUCAT / AFP

13.45 Uhr: Unter dem Motto "Rettet unsere Bars und Restaurants!" sind der französischen Stadt Marseille hunderte Gastwirte gegen die wegen der Corona-Pandemie angekündigte Schließung ihrer Lokale auf die Straße gegangen. "Rettet unsere Arbeitsplätze, rettet unsere Unternehmen", war auf einem Banner zu lesen. Der regionale Arbeitgeberverband warnte in einer Erklärung vor einem "wirtschaftlichen Lockdown".

Auch in anderen Landesteilen gibt es scharfe Proteste gegen die neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die rund ein Dutzend Großstädte betreffen, darunter auch Paris. Dort sind ab Montag etwa Versammlungen von mehr als zehn Menschen verboten sowie Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Für Bars und Restaurants gilt ab 22 Uhr eine Sperrstunde.

Eine Reihe von Gastronomen haben angekündigt, sich der Anordnung der Pariser Zentralregierung zu widersetzen. In Online-Netzwerken verbreiteten sich Aufrufe unter dem Hashtag #RESISTANCE, auf Deutsch: Widerstand. Regierungschef Jean Castex appellierte im Fernsehen an die gemeinsame "Verantwortung" der Franzosen. Er argumentierte, durch die verschärften Maßnahmen könne ein weiterer Lockdown vermieden werden. In Frankreich ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit gut 16.000 auf einen neuen Höchststand gestiegen.

Sieben-Tage-Wert klettert in Hamm auf 99,9

13.16 Uhr: In der nach einer Großhochzeit von vielen Corona-Neuinfektionen betroffenen Stadt Hamm ist der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz-Wert nach Zählung der Kommune auf 99,9 gestiegen. Dies teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Der Wert mit Stand Freitag, 12 Uhr, gibt an, wie viele Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Derzeit gebe es 207 akut Infizierte. Mehr als 150 Fälle stünden in Zusammenhang mit der Hochzeit. Wie schon am Donnerstag wurden den Angaben zufolge 13 Personen in Krankenhäusern behandelt. Davon gebe es bei sieben einen Zusammenhang mit der Hochzeit. Unter diesen sieben sei auch eine Frau, die intensivmedizinisch behandelt werde.

Das Robert Koch-Institut, das die Zahlen mit zeitlichem Verzug veröffentlicht, wies am Freitagmorgen einen Wert von 96,0 aus. Hamm verzeichnete damit den höchsten Wert bundesweit.

Als Hauptursachen für die Corona-Welle im westfälischen Hamm gelten eine Großhochzeit mit mehreren Hundert Gästen und damit verbundene weitere Feste. Seit einigen Tagen gibt es in der 180.000-Einwohner-Stadt Einschränkungen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. So müssen private Feiern mit mehr als 24 Personen bei den Behörden angemeldet, ab 51 Personen genehmigt werden. Vier Veranstaltungen sind nach Angaben des Sprechers bereits untersagt worden: drei Junggesellinnenabschiede und eine Verlobungsfeier.

Madrid kündigt Teil-Abriegelung acht weiterer Wohngebiete an

Bewohner eines abgeriegelten Wohngebiets protestieren in Madrid

Bewohner eines abgeriegelten Wohngebiets protestieren in Madrid

Foto: Bernat Armangue / AP

13.02 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die spanische Hauptstadt Madrid die teilweise Abriegelung acht weiterer Wohngebiete mit besonders hohen Infektionszahlen angekündigt. Es gehe darum, die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen, sagte der regionale Vize-Gesundheitsminister Antonio Zapatero bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Damit steigt die Zahl der von solchen Maßnahmen betroffenen Stadtgebiete Madrids auf 45. In den Gebieten, in denen mehr als eine Millionen Menschen leben, wurden in den vergangenen 14 Tagen mehr als 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. In Deutschland liegt diese Zahl derzeit auf sieben Tage gerechnet bei 13.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa brachte unterdessen in einer zeitgleich abgehaltenen Pressekonferenz das Missfallen der linken Zentralregierung an den Maßnahmen zum Ausdruck. Wegen der weiter steigenden Infektionszahlen hat die spanische Regierung einen vollständigen Lockdown in Madrid empfohlen. Die Regierung habe der Stadt geraten, alle Wohngebiete abzuriegeln, in denen die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 500 Neuinfektionen, also der Hälfte, liege, sagte Illa. Diesem Rat wollte die Stadt offensichtlich nicht folgen. Die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hat einen Lockdown für den gesamten Hauptstadtbereich, in dem mit dem Umland insgesamt 6,6 Millionen Menschen leben, wegen der befürchteten verheerenden Auswirkungen auf die Wirtschaft bisher abgelehnt.

Spanien ist das in Westeuropa im Hinblick auf die absoluten Infektionszahlen das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Bis Donnerstag wurden mehr als 700.000 Corona-Infektionen und mehr als 31.000 Todesopfer gezählt.

WHO: Pflegepersonal und ältere Menschen sollten bei Grippeimpfstoff Priorität haben

12.27 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt wegen der großen Nachfrage nach Grippeimpfstoff vor möglichen Engpässen. Länder, die nicht genug Impfstoff bestellt haben, sollten Prioritäten setzen und zuerst Pflegepersonal und ältere Menschen impfen, geht aus einer neuen WHO-Empfehlung hervor.

Ein höherer Bedarf habe sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie im April abgezeichnet, sagte die Leiterin des WHO-Impfprogramms, Ann Moen, in Genf. Der Impfstoff schütze zwar nicht vor der durch das Virus ausgelösten Covid-19-Krankheit. Mit umfangreichen Grippeschutzimpfungen wollten Regierungen aber möglichst viele schwere Grippeverläufe verhindern, um in Krankenhäusern Betten für Covid-19-Patienten bereitzuhalten.

Einen Lichtblick gab es von der Südhalbkugel: In der dortigen Grippesaison erkrankten deutlich weniger Menschen als in Vorjahren. Während in normalen Jahren zehn bis 30 Prozent der untersuchten Patientenabstriche Influenza-Infektionen aufwiesen, sei es in der abgelaufenen Saison weniger als ein Prozent gewesen, sagte Moen. Geholfen haben dürften die Coronaschutzmaßnahmen wie Abstand halten, Handhygiene und Maskentragen, die auch vor Grippe schützten.

Grippeimpfstoff müsse neun bis zwölf Monate vor Beginn der Saison bestellt werden - das sei vor der Coronavirus-Pandemie gewesen. Einige Hersteller hätten ihre Kapazitäten ausgebaut. In Deutschland sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts bislang mehr als 17 Millionen Dosen Grippe-Impfstoff freigegeben.

Bei Verstößen gegen Maskenpflicht: Verkehrsbetriebe müssen kein Bußgeld eintreiben

12.10 Uhr: Eigentlich sollten die Betreiber von Bussen und Bahnen Verstöße gegen die Maskenpflicht ahnden. Doch die meisten Verkehrsminister der Länder setzen den Plan nach SPIEGEL-Informationen nicht um. Lesen Sie hier mehr dazu.

Nothilfe für Studenten läuft aus - 60 Millionen Euro gezahlt

12.08 Uhr: Der Staat hat in den vergangenen Monaten insgesamt rund 60 Millionen Euro sogenannter Überbrückungshilfen an Studenten gezahlt, die wegen Corona in eine finanzielle Notlage geraten sind. Diese Zahl gaben das Bundesbildungsministerium und das Deutsche Studentenwerk (DSW) bekannt. 135.000 Anträge auf Nothilfe wurden demnach positiv beschieden, 80.000 abgelehnt. Noch bis Ende des Monats können die Gelder beantragt werden. Die Überbrückungshilfe war als befristetes Instrument auf die Monate Juni, Juli, August und September beschränkt.

"Damit konnte vielen Studierenden geholfen werden, die infolge der Pandemie ihre Studentenjobs verloren hatten oder deren familiäre Unterstützung nicht mehr erbracht werden konnte", teilte Forschungsstaatssekretär Michael Meister (CDU) mit. Zwei Drittel der Studierenden sei mit der Höchstsumme von 500 Euro unterstützt worden. Unklar bleibt, wie viele Studenten tatsächlich die Hilfe in Anspruch genommen haben, da sie für jeden Monat neu beantragt werden musste und viele Betroffene entsprechend mehrmals einen Antrag gestellt haben dürften.

Die Wirtschaftslage habe sich mittlerweile wieder entspannt, womit sich auch das Beschäftigungsangebot für Studierende verbessere, sagte Meister. "Dies hat dazu geführt, dass die Zahl der Anträge zurückgegangen ist oder die pandemiebedingte Notlage bei Antragsstellung in immer weniger Fällen nachgewiesen werden kann." Die von Beginn an befristete Überbrückungshilfe habe damit ihren Zweck erfüllt.

Finnland schränkt Einreise für deutsche Urlauber ein

11.44 Uhr: Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen hat Finnland Einreisebeschränkungen für deutsche Urlauber verhängt. Ab Montag seien "nicht notwendige, touristische Reisen" nach Finnland nicht mehr gestattet, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Finnland mache die Einreiseerlaubnis davon abhängig, dass in den Herkunftsländern der Reisenden der Grenzwert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschritten werden dürfe. Dieser Grenzwert sei für Deutschland aber überschritten.

Deutsche Staatsbürger, die dennoch nach Finnland einreisen dürfen, müssen sich ab Montag in eine 14-tägige Quarantäne begeben, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Quarantäne-Dauer könne durch negative Corona-Tests verkürzt werden.

Bund fördert neuen Corona-Schnelltest

11.35 Uhr: Der Bund fördert einen neuen Corona-Schnelltest, bei dem in 39 Minuten ein Ergebnis vorliegen soll. "Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben", erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in Berlin. Es geht um einen neuen so genannten PCR-basierten Test, den die Firma Bosch entwickelt hat. Für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), auf der dieser Test beruht, werden Abstriche aus Mund, Rachen oder Nase oder Bronchien genommen und chemisch untersucht.

An einer weiteren Beschleunigung des neuen Tests wird nach Angaben des Ministeriums bereits gearbeitet. Der Test ermöglicht den dezentralen Einsatz vor Ort, ohne Probentransport zu Speziallabors. "Wir werden gerade in den nächsten Monaten vor der besonderen Herausforderung stehen, Menschen vermehrt testen zu müssen", erklärte Karliczek. "Bei dieser komplexen Aufgabe kann das von Bosch mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums weiterentwickelte Testverfahren eine große Hilfe sein."

Der neue Schnelltest ist nach Angaben der Firma Bosch unter anderem geeignet für den dezentralen Einsatz in mobilen Testzentren an Autobahn-Raststätten oder Flughäfen. Getestete Menschen können unmittelbar am Ort der Probenentnahme ein zuverlässiges Ergebnis erhalten.

Deutscher Filmball fällt 2021 aus

11.24 Uhr: Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Deutsche Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar".

Der Deutsche Filmball gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen der deutschen Filmbranche. 2021 sollte er zum 48. Mal stattfinden. Die Veranstalter hoffen nun darauf, im Jahr 2022 wieder im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof tanzen zu können.

Polen meldet Rekordanstieg bei Corona-Infektionen

11.13 Uhr: Auch Polen verzeichnet mit 1587 neuen Infektionen einen Rekordanstieg an Corona-Fällen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Das Land mit seinen insgesamt 38 Millionen Einwohnern hat insgesamt 84.396 Infektionen und 2392 Tote bestätigt. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 295 Fällen in der Region um Warschau, aber auch Kleinpolen im Süden des Landes und Kujawien-Pommern im Norden waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert von 1136 Neuinfektionen wurde einen Tag zuvor erfasst.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, es gebe keine großen lokalen Epidemieherde. "Das ist ein Effekt unserer Rückkehr zur Normalität." Viele Ausbrüche seien auf private Feiern zurückzuführen, auch in Pflegeheimen nehme die Zahl der Infizierten zu.

Über 80 Prozent der Briten halten sich bei Selbstisolation nicht an die Regeln

10.50 Uhr: Mehr als 80 Prozent der Briten halten sich einer Studie zufolge nicht an die Regeln zur Selbstisolation, wenn Sie Covid-19-Symptome aufweisen oder Kontakt mit einem Infizierten hatten. Eine Mehrheit der Befragten war zudem nicht in der Lage, die Anzeichen der Erkrankung wie Husten, Fieber oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns zu identifizieren.

Die Studie vom vom King's College London ergab, dass nur 18,2 Prozent der Personen, die angaben, in den letzten sieben Tagen Symptome zu haben, das Haus nicht verlassen hatten, und sich nur 11,9 Prozent um einen Test bemühten. Die Forscher stellten fest, dass nur 10,9 Prozent der Personen, die von den britische Gesundheitsbehörden angewiesen wurden, sich nach engem Kontakt mit einem Corona-Infizierten selbst zu isolieren, dies 14 Tage lang getan hatten.

Die Forschung wirft die Frage auf, wie wirksam das englische Test-and-Trace-Programm ist, mit dem Premierminister Boris Johnson versucht, die steigenden Infektionszahlen zu begrenzen. Die Regierung führte am Sonntag hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäneregeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss künftig zwingend in Quarantäne. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Geldstrafen. Das Bußgeld reicht bis zu mehreren Tausend Euro.

Konjunktur-Erholung im nächsten Jahr - falls Lockdown ausbleibt

10.36 Uhr: Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland werden sich laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im kommenden Jahr vom Corona-Schock erholen - allerdings nur, wenn eine Insolvenzwelle ausbleibt und es nicht zu einem zweiten Shutdown kommt. Das an die Bundesagentur für Arbeit angegliederte Institut ermittelte in seiner Herbstprognose für das laufende Jahr einen Corona-bedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresschnitt um 440.000 zunehmen.

Im kommenden Jahr könnte der Prognose zufolge die Wirtschaftsleistung wieder um 3,2 Prozent zulegen, die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um 100.000 sinken. "Der Arbeitsmarkt geriet massiv unter Druck, die Verschlechterung blieb angesichts des immensen wirtschaftlichen Schocks jedoch vergleichsweise begrenzt. Der Arbeitsmarkt stürzte auch aufgrund der Stabilisierungsmaßnahmen nicht ins Bodenlose", sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen".

Noch keine Erholungseffekte sagen die Experten im nächsten Jahr für das Gastgewerbe und den Einzelhandel voraus. Dort werde sich der Arbeitsmarkt auf dem Niveau von 2020, wofür ein Verlust von 230.000 Arbeitsplätze in der Branche geschätzt wird, stabilisieren, die im laufenden Jahr erlittenen Verluste aber nicht ausgleichen können. Gleiches gelte für den Bereich "sonstige Dienstleistungen", wozu die Ausrichtung von Sport- und Kulturevents zählt - hier wird für das laufende Jahr ein Verlust von 110.000 Arbeitsplätzen prognostiziert. Im verarbeitenden Gewerbe, insbesondere in der Automobilbranche und bei deren Zulieferern, fallen der IAB-Prognose zufolge im laufenden Jahr 160.000 Arbeitsplätze weg, im nächsten Jahr noch einmal 60.000.

Wirtschaftliche Lage der Flughäfen spitzt sich zu

Weniger Passagiere wegen Corona auch am Flughafen Frankfurt

Weniger Passagiere wegen Corona auch am Flughafen Frankfurt

Foto: Arne Dedert / dpa

10.32 Uhr: Die wirtschaftliche Lage der deutschen Flughäfen spitzt sich nach Einschätzung ihres Verbandes ADV weiter zu. Die Betreiber rechnen auch für die kommenden Jahre mit hohen Verlusten, wie Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin anlässlich des Welttourismustages erklärte. Für die Flughäfen setze sich der Lockdown faktisch fort, wenn weiterhin nur rund 20 Prozent der Vorjahrespassagiere unterwegs seien. Jeder zweite der rund 1,1 Millionen Jobs in der deutschen Luftverkehrswirtschaft sei bedroht.

Beisel bezifferte den erwarteten Einnahmerückgang der Flughäfen auf bis zu 4 Milliarden Euro im laufenden und bis zu 2 Milliarden Euro im kommenden Jahr bei einem Gesamtumsatz von 6,5 Milliarden Euro im coronafreien Vorjahr 2019. Ohne Zugang zu frischem Kapital drohe zahlreichen Flughäfen die Insolvenz, warnte der Verband. Die Erstattung der in der Krise aufgelaufenen Vorhaltekosten sei daher das Mindeste, was an staatlicher Unterstützung erwartet werde.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat ein Konzept für die Regionalflughäfen angekündigt, um die Infrastruktur zu erhalten. Dabei hatte er ausdrücklich die Vorhaltekosten für die offen gehaltenen Flughäfen anerkannt, die allein für die drei Lockdown-Monate rund 700 Millionen Euro betragen hätten.

Umfrage zu Corona: Die Impfbereitschaft nimmt ab, das Händewaschen wird wieder seltener

10.25 Uhr: Der Gesundheitsökonom Jonas Schreyögg hat Umfragedaten aus Deutschland und weiteren sechs EU-Staaten ausgewertet. Die Ergebnisse, die dem SPIEGEL vorliegen, sind beunruhigend. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Dritter Rekordtagesanstieg bei Corona-Infektionen in Slowakei

10.11 Uhr: Die Slowakei verzeichnet mit 419 neuen Corona-Infektionen den dritten Rekordtagesanstieg in Folge. Dies teilt Ministerpräsident Igor Matovic auf Facebook mit.

Auch das Nachbarland Tschechien meldet mit 2913 Neuinfektionen den zweithöchsten Tagesanstieg bisher. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt damit bei 58.374 in dem Land mit 10,7 Millionen Einwohnern.

Moskau verhängt Ausgangssperre für Senioren

Moskau Besucher mit Maske

Moskau Besucher mit Maske

Foto: Valery Sharifulin/ TASS/ DPA

09.50 Uhr: Angesichts stark steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus hat Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eine Ausgangssperre für Senioren verordnet. Ab kommenden Montag sollten Einwohner über 65 Jahren zu Hause bleiben und so selten wie möglich Einkaufen gehen, erklärte Sobjanin. Spaziergänge bleiben jedoch erlaubt. Zudem rief der Bürgermeister Arbeitgeber auf, ihren Angestellten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen.

Am Dienstag hatte Moskau mit mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden den höchsten Anstieg seit Ende Juni gemeldet. Es gebe eine "ernste" Zunahme der Krankenhauseinweisungen, sagte Sobjanin. Angesichts des nahenden Winters warnte der Bürgermeister, für ältere und chronisch kranke Menschen sei es besonders gefährlich, wenn sie sich gleichzeitig mit einer normalen Erkältung und dem Coronavirus infizierten. Daher solle diese Bevölkerungsgruppe zu Hause bleiben.

Sobjanin mahnte die Moskauer, beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr Schutzmasken und Handschuhe zu tragen - eine Vorschrift, die bisher häufig nicht befolgt wird.

Gericht erlaubt größere Fridays-for-Future-Demo in Hamburg

09.25 Uhr: In Hamburg dürfen an diesem Freitag deutlich mehr Anhänger der Klimaschutzbewegung Fridays for Future auf die Straße gehen als zunächst von den Behörden erlaubt. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat einem Eilantrag der Klimaschützer am Morgen stattgegeben, wie die Aktivisten mitteilten. "Die Versammlungen dürfen weitgehend wie geplant stattfinden", sagte ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Damit können am Nachmittag drei Demozüge mit jeweils maximal 3500 Teilnehmern durch die Innenstadt ziehen.

Die Hamburger Demos im Rahmen des sechsten globalen Klimastreiks mit dem Motto "Kein Grad weiter!" sollen um 14 Uhr starten. Es besteht allerdings auch noch die Möglichkeit für beide Parteien, das Oberverwaltungsgericht anzurufen.

Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

08.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin" . In den Reisehinweisen der Regierung für Risikogebiete heiße es, man solle auf "unnötige Reisen" verzichten und das seien nun mal Urlaubsreisen. Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. "Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen", sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

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Müller will Berliner Partyszene strenger kontrollieren

08.34 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat strengere Kontrollen für Feiernde in Berlin ins Spiel gebracht. "Es gibt natürlich auch illegale Partys und dann muss man mit Polizeieinsatz da natürlich auch gegen vorgehen", sagte er in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" am Donnerstagabend. "Wir machen das auch schon, aber das muss mit Sicherheit auch verschärft werden." In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen schössen die Infektionszahlen derzeit nach oben, sagte Müller. "Da haben wir nun mal die Situation, dass die sehr mobil sind, dass die in der Stadt viel unterwegs sind, dass die reisen, dass die eben auch feiern, auch vor den Gaststätten feiern. Darauf muss man eben reagieren und ich glaube auch mehr als wir es bisher getan haben."

Auch in Berlin waren die Fallzahlen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Müller forderte daher ein vorausschauendes Vorgehen mit Blick auf die kommenden Monate, in denen sich die Situation noch verschärfen könnte. "Alle sagen uns, ihr müsst damit rechnen, dass es im Oktober, November, Dezember noch ganz anders kommen kann", sagte er. Es gehe darum, "sehr zielgerichtet vielleicht auch schon einen Vorratsbeschluss im Senat zu treffen, um dann sehr schnell reagieren zu können."

Zahl der Corona-Neuinfektionen schnellt in Israel auf Rekordwert

07.42 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel erstmals die Marke von 7500 Fällen überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag unmittelbar vor Beginn eines verschärften landesweiten Lockdowns mitteilte, wurden am Vortag 7527 neue Infektionen registriert. Der bisherige Rekordwert stammt mit 7131 Fällen vom Mittwoch. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel, dort wurden zuletzt 2153 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert.

Am Freitagnachmittag sollte in Israel eine Verschärfung des seit einer Woche geltenden Lockdowns in Kraft treten. Die Bevölkerung muss sich dann mit weiteren Einschränkungen arrangieren. So ist es nur noch Menschen aus Berufen, die als systemrelevant gelten, erlaubt, ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. Der öffentliche Nahverkehr wird eingeschränkt. Nur in Ausnahmefällen dürfen sich die Menschen weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause bewegen. Die Regierung will mit dem Lockdown eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Die Pandemie verlief in Israel zunächst glimpflich, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Zahlen jedoch in die Höhe.

16 infizierte Fußballer bei Brasiliens Meisterteam - keine Spielverlegung

07.32 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch bei Brasiliens Fußballmeister CR Flamengo wird zu einem Possenspiel. Der Topklub aus Rio de Janeiro schaltete angesichts mindestens 16 infizierter Spieler den Obersten Sportgerichtshof (STJD) ein, um die Ligapartie am Sonntag bei SE Palmeiras wegen einer "absoluten Ausnahmesituation" zu verschieben. Doch sowohl der Gegner aus São Paulo als auch der nationale Verband CBF wollen von einer Absage partout nichts wissen.

Nach einer Videokonferenz mit den Profiklubs legte der Verband am Donnerstag fest: Stehen 13 gesunde Spieler mit negativem Coronavirus-Test zur Verfügung, findet die Partie statt. Flamengo hingegen machte geltend, dass von den ursprünglich im Kader stehenden 34 Spielern neben den 16 Virus-Erkrankten drei verletzt und drei an anderen Klubs abgegeben worden seien. Dass die damit verbliebenen zwölf Spieler mit den Infizierten bis zuletzt in engem Kontakt standen und damit auch eine Ansteckungsgefahr einhergeht, ignoriert aber auch der Gegner. Ebenfalls am Donnerstag bekräftigten die Palmeiras-Spieler in einem Kommuniqué: "Wir verspüren im Zusammenhang mit der angesprochenen Partie in keiner Weise irgendeine Gefahr für unsere Gesundheit."

Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

06.49 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

"Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Britische Forscher erwägen zu Testzwecken offenbar gezielte Corona-Infektionen

06.17 Uhr: In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstofftests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Beteiligte eines Forschungsprojekts.

Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen demnach im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantänebedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von Human-Challenge-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Human-Challenge-Trials - so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoffs unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. Kritiker verweisen jedoch auf ethische Bedenken und enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem noch relativ neuartigen wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über eine US-Organisation sollen sich indes bereits Hunderte Freiwillige für das Projekt gefunden haben.

RKI meldet erneut mehr als 2000 tägliche Neuinfektionen

05.40 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2153 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Am Samstag war mit 2297 neuen bekannten Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings lag damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger. Am Donnerstag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2143 gelegen.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen mindestens 280.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 25.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt laut RKI bei 9443. Das sind 15 mehr als am Vortag. Rund 248.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000.

Rio verschiebt Karneval bis auf Weiteres

04.15 Uhr: Der Karneval in Rio de Janeiro wird im kommenden Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Die Sambaschulen in der brasilianischen Küstenstadt einigten sich darauf, die eigentlich für den kommenden Februar geplanten Paraden zunächst auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AP.

"Es wird zunehmend schwerer, den Karneval ohne einen Impfstoff stattfinden lassen", sagte Jorge Castanheira, Präsident der Liga der Sambaschulen (Liesa). Ohne Sicherheit könne der Karneval jedoch nicht stattfinden. Sollte der Karneval für das kommende Jahr stattfinden, müsse dies spätestens bis Januar 2022 geschehen, sagte Castanheira. Ansonsten kollidiere der Termin mit den für 2022 geplanten Paraden.

Laut AP wurde der Karneval in Rio zuletzt vor über hundert Jahren ausgesetzt - 1912. Anlass war demnach der Tod des Außenministers. Rios Bürgermeisters hatte die Feierlichkeiten daraufhin um zwei Monate verschoben - viele Einwohner Rios hätten aber trotzdem gefeiert.

Deutscher Reiseverband kritisiert Bundesregierung

03.10 Uhr: Angesichts weiterer Reisewarnungen in der Coronakrise sieht die deutsche Tourismusbranche ihr Überleben in Gefahr. "Die Situation in der Reisewirtschaft ist existenzbedrohend", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel der Vorjahreserlöse. Eine Besserung sei nicht in Sicht. "Knapp 70 Prozent der von uns jüngst befragten Reisebüros sehen sich massiv in ihrer Existenz bedroht, bei den Reiseveranstaltern sind es mehr als die Hälfte", sagte Fiebig.

Durch das Ausrufen neuer Reisewarnungen steuere die Bundesregierung die Reisewirtschaft "in einen zweiten sektoralen Lockdown", sagte der DRV-Präsident. In Spanien gäbe es etwa zahlreiche Inseln wie Lanzarote, Formentera und Menorca, auf denen es keinen einzigen Corona-Hotspot gäbe, trotzdem würden sie als Risikogebiet geführt. "Finca-Urlaub ist in keiner Weise gefährlicher als eine S-Bahn-Fahrt in Berlin", so Fiebig.

DIHK-Präsident plädiert für "Beschränkungen mit Augenmaß"

0.40 Uhr: Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, hat angesichts steigender Infektionszahlen vor weiteren Produktions- und Geschäftsausfälle gewarnt. Das sagte Schweitzer der "Rheinischen Post".

Die Politik rief er zu "Beschränkungen mit Augenmaß" auf. Viele Betriebe stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen hätten seit März tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. "Ausbleibende Umsätze sorgen vielfach weiterhin für Finanzierungsprobleme", sagte Schweitzer. Das gelte für besonders betroffene Branchen wie Veranstalter oder Messebauer, aber auch für Betriebe im stationären Einzelhandel oder in der Industrie, die unter Nachfrageeinbrüchen litten.

Buchungen bei Ryanair weiter deutlich unter Vorjahresniveau

0.15 Uhr: Der Billigflieger Ryanair hat angesichts der Reisebeschränkungen in der Coronakrise erst rund ein Viertel der saisonal üblichen Flugbuchungen zu Beginn des Winterflugplans hereinbekommen. Airline-Chef Michael O'Leary bezifferte gegenüber dem TV-Sender Sky News das Buchungsniveau auf 20 bis 30 Prozent des Vorjahresniveaus.

Europas größte Billigairline bietet derweil weiter Flüge in Regionen Spaniens an, die die Bundesregierung als Corona-Risikogebiet einstuft und für die eine Reisewarnung gilt. Rückkehrer müssen damit nach der geplanten Regel ab Mitte Oktober in Deutschland für mindestens fünf Tage in Quarantäne.

New Yorks Gouverneur plant eigene Impfstofftests

0.05 Uhr: Offenbar aus Sorge um die Sicherheit eines möglicherweise voreilig von der Trump-Regierung zugelassenen Impfstoffs plant der US-Bundesstaat New York eine eigene Untersuchung eines potenziellen Wirkstoffs. "Wie die Bundesregierung mit dem Impfstoff umgegangen ist, gibt es jetzt ernsthafte Fragen, ob der Impfstoff politisiert worden ist oder nicht", sagte der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo.

Es gebe ein politisches Motiv des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump, so schnell wie möglich vor der Wahl ein Mittel anzukündigen, sagte Cuomo. Er würde der Meinung der Bundesregierung nicht vertrauen, sagte der Gouverneur mit Blick auf eine mögliche Zulassung eines Stoffes. Das würde er auch New Yorkern nicht empfehlen.

Ein potenziell freigegebener Impfstoff würde zunächst von einer unabhängigen New Yorker Expertenkommission geprüft, bevor er verteilt werden dürfte. Cuomo und Trump waren bereits im März aneinandergeraten, als die erste Welle der Pandemie New York schwer getroffen hatte.

Trump-Kritiker fürchten, der Präsident wolle eine Zulassung für eine Impfung noch vor der Wahl am 3. November erzwingen - selbst wenn der Stoff noch nicht ausreichend erprobt sein sollte. Trump könnte die rasche Zulassung als Erfolg verbuchen. Zuletzt hatte der Präsident den Chef der US-Gesundheitsbehörde als "verwirrt" bezeichnet, weil dieser gesagt hatte, mit einer Impfung der amerikanischen Bevölkerung sei frühestens im Sommer 2021 zu rechnen. Trump selbst rechnet mit einer Zulassung bereits in den kommenden Wochen.

fek/kfr/fok/kha/Reuters/AP