Corona-News am Freitag US-Gouverneure planen Notfall-Gipfel

In den nordöstlichen US-Bundesstaaten steigen die Corona-Fallzahlen rapide. Sechs Gouverneure wollen jetzt schnell handeln. Derweil: Die Erfolge bei der Impfstoff-Entwicklung beflügeln die Börsen. Der Überblick am 13. November.
Krankenhausmitarbeiter in New York City (Foto vom April 2020)

Krankenhausmitarbeiter in New York City (Foto vom April 2020)

Foto: BRYAN R. SMITH/ AFP

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US-Gouverneure planen Notfall-Gipfel wegen Corona-Lage

23.40 Uhr: Angesichts steigender Corona-Zahlen wollen die Gouverneure der nordöstlichen US-Bundesstaaten New York, New Jersey, Connecticut, Pennsylvania, Massachusetts, Rhode Island und Delaware am Wochenende bei einem "Notfall-Gipfel" über neue Maßnahmen beratschlagen.

"Wir wollen sicherstellen, dass unsere Maßnahmen auf gleicher Linie sind, oder wir zumindest wissen, was die anderen Staaten für Maßnahmen haben", sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo US-Medienberichten zufolge. "Wir glauben, dass wir zusätzliche Schritte gehen müssen."

Erst am Mittwoch hatte Cuomo für seinen Bundesstaat neue Maßnahmen angekündigt. Restaurants, Bars und Fitnessstudios müssen demnach seit Freitag um 22 Uhr schließen. Treffen in Privathäusern sind auf maximal zehn Personen beschränkt. Eine baldige Schließung der Schulen sowie der Innenräume von Bars, Restaurants und Cafés sei nicht ausgeschlossen.

Der Bundesstaat New York und die darin gelegene gleichnamige Metropole an der US-Ostküste waren im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Über den Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen dort stabilisiert, zuletzt hatte sich die Lage aber wieder angespannt. Auch in mehreren anderen Bundesstaaten im Nordosten hatte sich das Infektionsgeschehen zuletzt wieder deutlich beschleunigt.

Hoffnung auf Corona-Impfstoff treibt Börsenkurse

23.44 Uhr: Nach einer ohnehin bereits guten Börsenwoche hat sich der US-Aktienmarkt kurz vor dem Wochenende noch einmal von seiner starken Seite präsentiert. Der Dow Jones Industrial baute anfängliche Gewinne kontinuierlich aus und stieg am Ende um 1,4 Prozent auf 29.479 Punkte. Dank der Kurs-Rally vom Wochenbeginn verbuchte der US-Leitindex einen Wochengewinn von gut vier Prozent.

Am Montag war der Dow in der Spitze um fast sechs Prozent auf ein Rekordhoch geschnellt und hatte den Sprung über die 30.000er Marke nur knapp verpasst. "Die guten Ergebnisse der Impfstofftests wecken Hoffnungen, dass nach dem Winter die Wirtschaft wieder stark wächst", schrieb Ökonom Peter James Foley von der Investmentbank Credit Suisse. Zwar seien mit Blick auf die Herstellung und Verteilung von Impfstoffen noch viele Frage offen; eine Impfung auch nur der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen würde aber das Risiko eines neuerlichen Ausbruchs erheblich eindämmen.

Der Dax hatte den Handel am Freitag bereits früher am Abend nach einer starken Börsenwoche mit leichtem Plus beendet. Mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent und 13.076 Punkten ging der deutsche Leitindex über die Ziellinie und legte damit auf Wochensicht um 4,8 Prozent zu. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte rückte am Freitag um 0,6 Prozent auf 28.512 Zähler vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1 Prozent auf 3432 Punkte hoch und auch der französische Cac 40 schloss moderat höher.

Schweden auch in zweiter Welle ohne Lockdown

21.05 Uhr: Auch in der zweiten Welle hält Schweden an seinem Sonderweg ohne Lockdowns fest. "Nein, wir bleiben auf diesem Weg", sagt der Chef-Epidemiologe Anders Tegnell der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview. "So läuft das bei uns in Schweden."

Die freiwilligen Maßnahmen würden zum größten Teil umgesetzt. Schweden gab am Freitag 5990 Neuinfektionen bekannt, der höchste Wert seit dem Ausbruch der Pandemie. Die Zahl der Toten stieg um 42, der höchste Wert seit drei Monaten.

Schweden hat, anders als viele Länder, während der Pandemie Schulen, Restaurants und Geschäfte konstant offen gehalten. Das Land setzt auf freiwillige Maßnahmen - etwa Abstandhalten, verstärkte Hygienevorkehrungen oder das Arbeiten aus dem Homeoffice.

Secret-Service-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert

19.40 Uhr: Nach den Wahlkampfreisen von Präsident Donald Trump sind laut US-Medien Dutzende Secret-Service-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert oder in Quarantäne. Die Ausbreitung werde zumindest teilweise auf die Serie von Auftritten zurückgeführt, für die Trump vor der Präsidentenwahl quer durchs Land reiste, berichtete die "Washington Post" am Freitag  unter Berufung auf informierte Personen. Nach Angaben der Zeitung sind 130 Mitarbeiter betroffen - rund zehn Prozent des Kern-Sicherheitsteams.

Niederlande verbieten Silvester-Feuerwerk

19.22 Uhr: Die niederländische Regierung hat Feuerwerke an Silvester verboten. Damit solle verhindert werden, dass sich Ärzte und Krankenpfleger zusätzlich um Menschen kümmern müssten, die sich an Feuerwerkskörpern verletzen, teilte das Kabinett am Freitag mit. Der Jahreswechsel wird in den Niederlanden sonst besonders ausgelassen gefeiert.

In diesem Jahr seien nun aber sowohl der Verkauf als auch das Entzünden von Feuerwerkskörper verboten, erklärte die Regierung. "Damit soll zusätzlicher Druck auf bereits überlastete Pflegekräfte vermieden und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten werden." Wer sich nicht an das Verbot halte, müsse mit einer Geldstrafe von 100 Euro und einem Eintrag ins Strafregister rechnen, sagte der niederländische Justizminister Ferd Grapperhaus dem Sender NOS.

Mehr als 900 Tote in 24 Stunden in Frankreich – Zahl der Neuinfektionen sinkt deutlich

19.20 Uhr: In Frankreich sind in den vergangenen 24 Stunden 932 Menschen mit dem Virus gestorben. Am Vortag waren es noch 425 gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen ging dagegen deutlich zurück. Nach über 33.000 neu registrierten Ansteckungen am Donnerstag und teils über 60.000 täglichen Fällen in der Vorwoche, wurden am Freitag nur mehr 23.794 Neuinfektionen gemeldet.

Auch die Zahl der in Krankenhäuser eingewiesenen Personen nahm deutlich ab. Laut Behördendaten wurden am Freitag nur 24 Menschen neu eingewiesen, am Vortag waren es noch 737 gewesen. Die Zahl der wegen einer Covid-19-Erkrankung neu in intensivmedizinische Behandlung genommenen Menschen sank auf vier, nach 96 Neuaufnahmen auf den Intensivstationen am Donnerstag.

Frankreich befindet sich seit inzwischen zwei Wochen im Lockdown. Nur lebenswichtige Wirtschaftszweige, der öffentliche Dienst und Schulen bis zur Mittelstufe blieben geöffnet. Insgesamt haben sich in dem Land nach Daten der Johns-Hopkins-University bislang über 1,9 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, es ist eine der höchsten Zahlen weltweit.

Lockdown in Italien ausgeweitet

19.02 Uhr: Italien weitet angesichts neuer Rekordanstiege bei den Fallzahlen den Lockdown auf weitere Regionen aus. Das Gesundheitsministerium will nun auch die Toskana und Kampanien als "rote Zonen" einstufen. Das Land vermeldete 40.902 neue Positiv-Tests. In knapp einen Monat hat sich damit die Zahl der nachgewiesenen Fälle in Italien verdreifacht.

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Maskenpflicht für Grundschüler für rechtmäßig erklärt

18.37 Uhr: Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hat die Maskenpflicht für Grundschüler für rechtmäßig erklärt, wie die Funke Mediengruppe berichtet, zu der auch das "Hamburger Abendblatt" gehört.  Das Gericht habe den Antrag eines siebenjährigen Grundschülers abgelehnt, der die Vorschrift, dass auch Jüngere im Unterricht eine Maske tragen müssen, kippen wollte. "Dass auch jüngeren Kindern bei Einhaltung von Tragepausen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung grundsätzlich möglich ist und keinen durchgreifenden gesundheitlichen Bedenken unterliegt, lässt sich einer Reihe von (fach-)ärztlichen Stellungnahmen und Äußerungen entnehmen", wird aus dem Beschluss zitiert.

5000 Euro für Soloselbstständige

18.22 Uhr: Die Bundesregierung will Soloselbstständigen etwa aus dem Kunst- und Kulturbereich in der Corona-Krise verstärkt helfen. Unter anderem sei eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 5000 Euro geplant, teilten Finanz- und Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Zuerst hatte das ARD Hauptstadtstudio darüber berichtet. Die "Neustarthilfe" soll für die Zeit von Dezember 2020 bis Ende Juni 2021 als eine einmalige Pauschale als steuerbarer Zuschuss gezahlt werden. Damit könnten Solo-Selbstständige, die bislang keine Fixkosten geltend machen konnten, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche hinnehmen mussten, im nächsten Jahr Unterstützung erhalten, hieß es.

Warschau rüstet Busse für Patiententransport aus

17.29 Uhr: Die Stadtverwaltung in Warschau hat zwei Linienbusse der örtlichen Verkehrsbetriebe für den Transport von Covid-19-Patienten ausgerüstet. Die mit Sauerstoffflaschen ausgerüsteten Busse sollen die Kranken in das Notlazarett bringen, das im Nationalstadion auf dem rechten Weichselufer errichtet wurde, sagte Warschaus Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski. Jeder Linienbus könne bis zu 22 Patienten transportieren. In dem Notkrankenhaus sollen bis zum Wochenende 500 Betten errichtet werden. Gegenwärtig werden dort 26 Erkrankte behandelt.

Biontech dementiert Hackerangriff mit Ransomware

17.10 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech, das an einem Covid-19-Impfstoff arbeitet, soll laut einem Medienbericht Opfer einer Cyberattacke geworden sein. Die Firma widerspricht.

"Gurgeltest" deckt Dunkelziffer an Schulen in Österreich auf

17.05 Uhr: An Schulen gibt es laut einer österreichischen Studie zwar verhältnismäßig wenige Corona-Fälle, aber ein Problem: Alle Infizierten zeigten zum Testzeitpunkt keinerlei Symptome.

Europa überschreitet Zehn-Millionen-Marke

16.50 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Infektionen steigt in Europa rasant an. In Frankreich wird aktuell jeder vierte Todesfall mit Covid-19 in Verbindung gebracht. Einen Überblick finden Sie hier.

Nach Massentests: Slowakei öffnet wieder Kirchen, Kinos und Theater

16.42 Uhr: Die Pandemiekommission der Slowakei hat eine Lockerung des Veranstaltungsverbots beschlossen. "Soeben wurden meine Vorschläge angenommen", verkündete der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic auf Facebook. Demnach dürfen ab der kommenden Woche wieder Kirchen, Kinos und Theater öffnen, aber nur für 50 Prozent ihrer Besucherkapazitäten.

Auch Fitnesszentren und Schwimmbäder dürfen zwar wieder öffnen, aber nur maximal sechs Besucher gleichzeitig einlassen – und auch dies nur, wenn pro Person mindestens 15 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Eine Lockerung gibt es auch für den Profisport. In den obersten Ligen fünf ausgewählter Mannschaftssportarten wie Fußball und Eishockey darf wieder gespielt werden, aber ohne Zuschauer.

Zuvor hatten Medien und Opposition kritisiert, dass die Regierung mit großem Aufwand international beispiellose Massentests durchgeführt, aber die im Gegenzug versprochenen Einschränkungen des täglichen Lebens nicht zurückgenommen habe. An den beiden vergangenen Wochenenden wurde ein Großteil der über zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Wer keinen negativen Test vorweisen kann, darf bis Ende dieser Woche nicht einmal zur Arbeit gehen.

Aufrecht bleibt weiterhin das Versammlungsverbot. Das betrifft auch mehrere Protestveranstaltungen gegen die Regierung und ihre Corona-Politik, zu denen verschiedene Organisatoren trotzdem für den Staatsfeiertag am kommenden Dienstag aufgerufen haben. Am Dienstag feiert die Slowakei wie Tschechien den Beginn der Samtenen Revolution am 17. November 1989, deshalb stehen die Protestaufrufe unter dem Slogan "Für Freiheit und Demokratie".

Spanien-Einreise ohne PCR-Test kann bis zu 6000 Euro kosten

16.23 Uhr: Wer ab dem 23. November aus Deutschland oder einem anderen Risikogebiet in Spanien einreist und keinen negativen PCR-Test vorlegen kann, riskiert eine schmerzhafte Geldstrafe. Verstöße könnten mit bis zu 6000 Euro geahndet werden, warnte die spanische Außenministerin Arancha González Laya im Fernsehsender "Antena 3".

Man empfehle deshalb den Airlines, dass schon vor Abflug geprüft werde, ob die Passagiere diese Auflage erfüllen. Wer in Spanien ohne PCR-Test eintreffe, müsse diesen neben der Geldstrafe nachholen. Die Vorschrift gilt für alle Besucher, die über einen Flughafen oder Hafen einreisen.

Gemäß der am Mittwoch erlassenen Verordnung der linken Regierung darf der Test bei Einreise nicht älter als 72 Stunden sein. Das Ergebnis muss auf Spanisch oder Englisch verfasst sein und kann sowohl in Papierform als auch digital vorgelegt werden. Zudem muss es in dem Formular angegeben werden, das Spanien-Besucher schon seit einiger Zeit vor der Einreise ausfüllen müssen. Eine Quarantänepflicht für Besucher gibt es in Spanien weiterhin nicht.

Auch Tschechien verlangt Test von Einreisenden aus Deutschland

16.22 Uhr: Deutschland wird für Tschechien zum Risikogebiet. Von Montag an werde die Bundesrepublik auf der sogenannten "Reise-Ampel" des EU-Mitgliedstaats rot markiert sein, teilte der tschechische Außenminister Tomas Petricek mit. Das bedeutet, dass Reiserückkehrer und Einreisende aus Deutschland einen aktuellen Testnachweis vorlegen oder einen Corona-PCR-Test machen müssen. Zudem muss vor der Ankunft online ein Einreiseformular ausgefüllt werden.

Ausgenommen sind unter anderem grenzüberschreitende Berufspendler und Transitreisende. Touristische Reisen nach Tschechien sind derzeit ohnehin nicht möglich. Aufgrund des geltenden Corona-Notstands dürfen Hotels nur Geschäftsreisende beherbergen. Die deutsche Bundesregierung hat Tschechien bereits seit dem 25. September als Risikogebiet eingestuft und eine Reisewarnung ausgesprochen.

Fehlende Corona-Tests in der Regionalliga West

In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung mit dem Fußballverband beschlossen, dass die Regionalliga trotz Shutdown weiterspielen darf – jetzt gibt es Ärger, weil die Spieler bislang nicht getestet werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Weihnachtsmarkt zum Durchfahren

Das Weihnachtsfest rückt näher und Deutschland steckt mitten im zweiten Shutdown. Vielerorts wurden die beliebten Weihnachtsmärkte schon abgesagt, doch im bayerischen Landshut gibt es einen Ersatz:

DER SPIEGEL

WHO: Situation in Tunesien "sehr besorgniserregend"

15.39 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Lage in Tunesien als "sehr besorgniserregend" bezeichnet. Grund dafür seien die stark steigenden Zahlen der Patienten vor allem in den Krankenhäusern und der Todesfälle, sagte der WHO-Vertreter in dem nordafrikanischen Land, Yves Souteyrand.

Das nordafrikanische Land mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern hatte in den vergangenen drei Tagen laut WHO jeweils rund 1400 bis 1600 Neuinfektionen pro Tag registriert. In Deutschland, das mehr als siebenmal so viele Einwohner hat, wurden im gleichen Zeitraum zwischen 18.500 und 23.500 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. In Tunesien wird allerdings deutlich weniger getestet. Viele Krankenhäuser sind bereits seit Wochen überlastet.

Wegen der kontinuierlich steigenden Infektionszahlen hat die tunesische Regierung, die das Land noch im Juni nach einer landesweiten Ausgangssperre für Coronafrei erklärt hatte, die Beschränkungen erst jüngst verschärft. Millionen Tunesier laufen zudem Gefahr, aufgrund der erneuten Einschränkungen ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Bereits vor der Pandemie hatte Tunesien unter einer Wirtschaftskrise gelitten, die sich weiter verschärft hat.

Keine Übersterblichkeit wegen Corona

15.25 Uhr: Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland liegt laut Statistischem Bundesamt weiterhin im Rahmen der üblichen Schwankung. Zwischen 1. und 18. Oktober 2020 sind nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 44.179 Menschen gestorben. Die Zahlen lägen "knapp über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019", wie das Amt berichtete, genau genommen um 0,7 Prozent.

In der 42. Kalenderwoche (12. bis 18. Oktober) wurden laut Sonderauswertung 17.189 Todesfälle gemeldet. Im Durchschnitt der letzten vier Jahre waren es in der betreffenden Kalenderwoche 17.251 Todesfälle. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte für die 42. Kalenderwoche 212 Covid-19-Tote genannt.

Das Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen in Europa meldete für Kalenderwoche 42 eine geringe Übersterblichkeit für England, Frankreich, Italien, Portugal und Slowenien und eine mäßige Übersterblichkeit für die Niederlande und Spanien. In anderen europäischen Ländern wurde keine Übersterblichkeit festgestellt.

Konzerthaus Berlin bietet freier Szene kostenlose Bühnen

15.14 Uhr: Freie Musikszene statt Sinfonieorchester – mit einem ungewöhnlichen Schritt öffnet sich das Konzerthaus Berlin für Musiker und Ensembles mit weniger etabliertem Hintergrund. Unter dem Motto "Freie Räume für Freie Szene" stellt der klassizistische Prachtbau auf dem Gendarmenmarkt im Herzen Berlins seine freien Bühnen für Vokal- und Instrumentalensembles aus klassischer und zeitgenössischer Musik, Jazz und Weltmusik mietfrei zur Verfügung. Die Lücken im Spielplan gehen auf Konzertabsagen in Folge der Pandemie zurück, hieß es.

Im Februar und März werden der freien Szene dafür Termine in drei Sälen angeboten. Allein im Februar geht es um zehn Termine. Über die Vergabe soll eine Fachjury entscheiden. "Die kulturelle Vielfalt unserer Stadt wird entscheidend von freien Musiker*innen und Ensembles mitgeprägt", sagte Intendant Sebastian Nordmann. Berlin brauche eine lebendige freie Szene ebenso wie große Spielstätten.

G20 bereiten Schuldenerleichterungen für arme Länder vor

14.27 Uhr: Die Finanzminister der G20-Staaten haben sich auf erste Schritte zu Schuldenerleichterungen für arme Länder in der Coronakrise verständigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte, dies sei ein "starkes Signal internationaler Solidarität". Damit sei die Grundlage für "weitreichende Schuldenerleichterungen" geschaffen. Der Beschluss fiel bei einem virtuellen Treffen der Finanzminister der G20, eines Kreises von Industrie- und Schwellenländern.

Angesichts der Dimension der Krise, der erheblichen Schuldenbelastung und sich verschlechternden Perspektiven in vielen einkommensschwachen Ländern könnten von Fall zu Fall weitere Entlastungen nötig werden – über den seit Mai geltenden vorübergehenden Zahlungsaufschub für die 77 ärmsten Länder hinaus, heißt es im aktuellen Beschluss der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20-Staaten. Seither wurde das zunächst bis Jahresende geplante Moratorium für Zins- und Tilgungszahlungen schon einmal verlängert, und zwar bis Ende Juni kommenden Jahres.

Umfrage: Fast die Hälfte zweifelt an Wirksamkeit des Shutdowns

13.50 Uhr: Nur eine knappe Mehrheit der Deutschen geht laut einer Umfrage davon aus, dass der Shutdown im November den Anstieg der Infektionszahlen wirksam begrenzt. 55 Prozent der Befragten glauben daran, 43 Prozent nicht, wie aus dem ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. Die derzeit geltenden Einschränkungen finden 58 Prozent der Befragten gerade richtig, 26 Prozent sind für noch weitergehende Maßnahmen, 14 Prozent halten sie für übertrieben.

Nur zehn Prozent der 1347 Befragten gaben an, von der Krise persönlich überhaupt nicht belastet zu sein. Der Rest gab an, "nicht so stark" (43 Prozent), "stark" (35 Prozent) oder "sehr stark" (12 Prozent) belastet zu sein. Finanzielle Sorgen spielen dabei offenbar nicht die Hauptrolle: Lediglich bei 8 Prozent hat sich die wirtschaftliche Situation "sehr stark" oder "stark" verschlechtert, bei 19 Prozent "nicht so stark", 72 Prozent beklagen überhaupt keine finanziellen Beeinträchtigungen.

Das Christkind bekommt 2020 auch Corona-Briefe

12.55 Uhr: Das Christkind bekommt es in diesem Jahr in den Wunschzetteln von Kindern auch mit Bitten rund um die Pandemie zu tun. Zu dieser Erkenntnis kommt die Post nach Sichtung der ersten Zuschriften in der nun offiziell eröffneten Weihnachtspostfiliale in Engelskirchen im Bergischen Land. "Mach das Virus weg", wünscht sich etwa Noah, dessen Oma den Text geschrieben hat. Ein weiterer Noah hofft, "dass wir trotz Corona mit der Familie feiern dürfen". Ein Samuel nimmt die Sache abgeklärt: "Ich weiß, dass auch dieses Jahr viel zu tun hast, besonders 2020. Wegen dem Coronavirus schreibe ich Dir jetzt schon."

In der Weihnachtspostfiliale sollen alle Zuschriften beantwortet werden, die Kinder bis zum 21. Dezember schicken. Das Christkind bekommt dafür Unterstützung von 16 Helferinnen. Engelskirchen ist eine von mehreren sogenannten Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Im vergangenen Jahr trudelten etwa 130.000 Zuschriften aus mehr als 50 Ländern ein. Auch am Donnerstag lagen bereits wieder rund 10.000 vor.

Die Post ist da: In Engelskirchen öffnet die Weihnachtspostfiliale

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Foto:

Oliver Berg / dpa

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Bundesregierung stuft Schweden und Kanada als Risikogebiete ein

12.46 Uhr: Die Bundesregierung hat ganz Schweden und ganz Kanada ab Sonntag als Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland, Estland und ein französisches Überseegebiet auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste  gesetzt. Eine Region in Finnland wurde dagegen wieder gestrichen. Das skandinavische Land ist damit das einzige in Europa ohne Risikogebiet.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn Ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise davon vorzeitig befreien lassen.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Auch ein Großteil Deutschlands ist nach diesen Kriterien Risikogebiet.

Bundesregierung erweitert Förderung für Buchläden und Verlage

12.42 Uhr: Auch größere Buchhandlungen sollen unterstützt werden, Verlage bei Produktionskosten entlastet: Die Bundesregierung hat neue Fördermaßnahmen für Verlagswesen und Buchhandel beschlossen.

Berliner Bürgermeister verteidigt strenge Regeln

12.15 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält die geltenden Einschränkungen für "bitter und schmerzhaft", aber weiterhin für "nötig". "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir zwar vorsichtig optimistisch sein", sagte Müller der "Rheinischen Post" zur aktuellen Lage. "Aber es gibt keine Entwarnung."

Als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz hoffe er zwar auf eine Bestätigung der positiven Tendenz. Die strengen Maßnahmen hält er aber weiterhin für angebracht. "Vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Auslastung der Krankenhäuser und der Belegung der Intensivbetten sehen wir aktuell, wie enorm wichtig es war, dass die Länder gemeinsam mit der Bundeskanzlerin diese Maßnahmen beschlossen haben."

Intensivmediziner warnen vor Remdesivir

11.50 Uhr: Europas führende Intensivmediziner warnen vor dem Einsatz des Mittels Remdesivir des US-Biotechkonzerns Gilead. Es sollte nicht routinemäßig bei Covid-19-Patienten angewendet werden, sagt der Präsident der Europäischen Intensivmedizin-Vereinigung ESICM, Jozef Kesecioglu, im Gespräch mit Reuters.

Aus einer Mitte Oktober veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht hervor, dass das Mittel keinen substanziellen Einfluss auf die Genesung hat. Die Ergebnisse der WHO-Studie stehen in Kontrast zu einer US-Studie, wonach Remdesivir positive Wirkung hatte.

Keine Lockerung zu erwarten – Schulen sollen offen bleiben

11.41 Uhr: Bei ihrer Videokonferenz am Montag werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder nach Einschätzung von Regierungssprecher Steffen Seibert an den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie festhalten. Beim Stand der Dinge seien für Montag "keine Lockerungen zu erwarten", sagt Seibert. "Die kann es nicht geben."

Bei der Entwicklung der Infektionszahlen könne von einer Wende noch nicht die Rede sein. Es gebe seit einigen Tagen zwar vorsichtig gute Nachrichten. Der Anstieg der Zahlen habe sich abgeflacht, aber die Zahlen stiegen immer noch an.

Die Schulen indes trotz vieler Schüler und Lehrer in Quarantäne offen bleiben. "Wir wollen – so es irgend möglich ist – die Schulen offen halten und Präsenzunterricht ermöglichen", sagt Seibert. Nach Medienberichten seien 300.000 Schüler und 30.000 Lehrer in Quarantäne. Das sei bei elf Millionen Schülern und 800.000 Lehrkräften eine nennenswerte Zahl, gleichwohl aber "ein geringer Prozentsatz".

Französische Regierung will wegen Corona Regionalwahlen verschieben

11.33 Uhr: Frankreichs Ministerpräsident Jean Castex will die im März geplanten Regionalwahlen wegen der Pandemie um drei Monate verschieben. Castex werde eine Verlegung auf Juni vorschlagen, teilt sein Büro mit. In Frankreich sind die Infektionszahlen zuletzt massiv gestiegen. Das Land ist in einem zweiten Lockdown und weist mittlerweile weltweit die viertmeisten bestätigten Ansteckungen auf – nach den USA, Indien und Brasilien.

Ausbruch auf Luxusjacht

11.50 Uhr: Der Sea Dream Yacht Club hat eine Kreuzfahrt in der Karibik gestoppt, nachdem mehrere Passagiere positiv getestet wurden. Das teilte das Unternehmen mit. Die Luxusjacht "Sea Dream I" sei in den Hafen von Barbados zurückgekehrt.

"Das medizinische Personal des Schiffes hat alle Besatzungsmitglieder getestet und alle Ergebnisse waren negativ, Sea Dream testet derzeit alle Gäste erneut", heißt es in der Erklärung. Alle Gäste und nicht notwendiges Personal seien zudem angewiesen, in ihren Kabinen zu bleiben.

Es hätte die erste Karibik-Reise aus den USA seit dem Shutdown im März sein soll.

Stau-Sorge: Briten wollen Impfstoff notfalls einfliegen lassen

10.36 Uhr: Aus Sorge vor Verzögerungen durch Brexit-Staus will Großbritannien den möglichen Impfstoff notfalls einfliegen lassen. "Wir haben einen Plan für den Impfstoff, der in Belgien produziert wird", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstagabend dem Sender BBC. Zum Jahreswechsel, wenn die Brexit-Übergangsphase endet, werden an den britischen Grenzen lange Staus erwartet. "Wenn nötig, können wir den Impfstoff einfliegen lassen, um diese Probleme zu vermeiden", sagte Hancock.

Wie der Rest der Welt setzt das schwer von der Pandemie getroffene Großbritannien große Hoffnungen auf den vielversprechenden Impfstoff-Kandidaten der Unternehmen Biontech und Pfizer. Wirtschaftsminister Alok Sharma war zuvor am Donnerstag auf einer Pressekonferenz Fragen ausgewichen, ob die erwarteten Staus an den Grenzen für Verzögerungen beim Impfstoff sorgen könnten.

Großbritannien hat die Europäische Union zwar schon Ende Januar verlassen, befindet sich bis zum Ende des Jahres aber noch in einer Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln gelten wie zuvor. Zum Jahreswechsel verliert das Land den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion. Derzeit ringen London und Brüssel noch um einen Handelspakt. Doch selbst wenn ein solches Abkommen noch zustande kommt, werden neue Kontrollen und Abwicklungsprozesse an der Grenze nötig, die die Abläufe erheblich verzögern werden.

Sperrstunde für Bars und Restaurants in New York

10.05 Uhr: Angesicht drastisch steigender Infektionszahlen gilt in der US-Metropole New York ab sofort eine Sperrstunde für Bars und Restaurants. Alle Einrichtungen, die eine Lizenz zum Verkauf von Alkohol haben, müssen ab Freitagabend bereits um 22 Uhr schließen, wie der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verkündete. Zudem sind Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen verboten.

Söder: Verfassungsschutz sollte "Querdenker" unter die Lupe nehmen

9.41 Uhr: Der Verfassungsschutz sollte sich aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) intensiver mit den "Querdenker"-Demonstranten beschäftigen. "Wir haben in Deutschland anfangs die Reichsbürger unterschätzt und dann erlebt, wie aus einer völlig absurden Idee eine ernsthafte Gefahr für den Staat und das Leben entstehen kann", sagte er dem "Münchner Merkur". "Ich habe ein ungutes Gefühl, dass sich bei einem Teil der Querdenker Ähnliches anbahnt." Sogenannte Reichsbürger sprechen dem Grundgesetz und den deutschen Behörden die Legitimität ab. Teilweise gelten sie als gewaltbereit.

Für den Regierungschef entwickelt sich die Bewegung um die Gegner der Corona-Maßnahmen "zunehmend sektenartig", mit einer "Abschottung von Argumenten" und einer "Radikalisierung in Blasen". "Jeder sollte genau hinschauen, mit wem man demonstriert", warnte Söder. "Es entwickelt sich ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern, die der Politik sogar Satanismus vorwerfen."

In Hinblick auf das Weihnachtsfest will Söder kein Ende der Corona-Beschränkungen versprechen. Auf die Frage, wie man Weihnachten feiern werde, sagt der CSU-Chef dem "Münchner Merkur": "Ehrlich gesagt, kann es keiner zu hundert Prozent garantieren. Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Bürger, jetzt konsequent mitzumachen." Das Ziel des aktuellen Teil-Lockdowns müsse sein, die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu senken. "Ich wünsche mir ein Weihnachten mit Familie und Freunden."

Höchstwert in den USA: Mehr als 150.000 Neuinfektionen an einem Tag

9.35 Uhr: Die USA haben einen weiteren Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Donnerstag wurden 153.496 Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Vortag. Damit verzeichneten die USA die höchste Fallzahl für Ansteckungen mit dem Virus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 10,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 242.400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden Zahlen – auch die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden – zuletzt auch nachträglich korrigiert.

Auch Russland meldet mit 21.983 Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert. Allein knapp 6000 neue Ansteckungen seien binnen 24 Stunden in der Hauptstadt Moskau nachgewiesen worden, teilten die Behörden mit. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen auf über 1,880 Millionen. Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhte sich um 411 auf 32.443. Russland weist nach den USA, Indien, Brasilien und Frankreich weltweit die meisten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf.

Spahn: Für Debatte über Zukunft der Maßnahmen ist es zu früh

8.44 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch keine Prognose dazu abgeben, ob die für November verhängten härteren Corona-Auflagen im Dezember tatsächlich gelockert werden können. "Eigentlich ist es zu früh, das jetzt schon zu bewerten", sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Das Coronavirus habe eine "lange Bremsspur", sodass sich neue Maßnahmen immer erst "sehr zeitverzögert" niederschlügen.

Ob der derzeitige Teil-Lockdown einen Unterschied mache, werde sich erst "in den nächsten Tagen" zeigen, sagte Spahn. Die Steigerung der Corona-Neuinfektionen sei zwar "stark zurückgegangen". Allerdings stiegen die Infektionszahlen weiterhin – "aber wir müssen runter. Da sind wir eben noch nicht", mahnte Spahn. Wenige Stunden zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) einen neuen Rekord von 23.542 neuen Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages gemeldet.

Spahn betonte, auch bei einer guten Entwicklung der Neuinfektionszahlen könne im Dezember nicht alles wieder so sein wie früher. Beispielsweise müsse weiterhin auf Geburtstags- und Hochzeitsfeiern verzichtet werden, ebenso auf betriebliche Weihnachtsfeiern. "Das werden wir im Winter sicher durchhalten müssen", sagte er voraus.

Über die Wirksamkeit des Teil-Lockdowns und das weitere Vorgehen beraten am Montag die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Infektionen in Tschechien gehen weiter runter

8.05 Uhr: In Tschechien flacht sich die Kurve bei den Neuinfektionen weiter ab. Das Gesundheitsministerium meldet am Freitag 7874 nachgewiesene Ansteckungen binnen 24 Stunden. Das sind 5358 weniger als vor einer Woche. Die Gesamtzahl der Coronavirus-Infektionen stieg damit auf 446.675. Das Land mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern weist die höchste Pro-Kopf-Infektionsrate in Europa auf. Die Zahl der Todesfälle stieg einschließlich Nachmeldungen um 185 auf 5755.

Zahl der Neuinfektionen in Deutschland auf neuem Rekordhoch

5.30 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat ein neues Rekordhoch erreicht. Dem Robert Koch-Institut (RKI)  zufolge wurden 23.542 neue Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages erfasst. Der bisherige Höchstwert hatte bei 23.399 Neuinfektionen gelegen und war am vergangenen Samstag vom RKI gezählt worden.

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 751.095 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle stieg demnach bundesweit auf 12.200 – dies waren 218 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei rund 481.700.

Verkehrsbetriebe: Geld vom Bund reicht noch bis April

5.15 Uhr: Milliardenhilfen vom Bund für die Nahverkehrsunternehmen reichen nach Einschätzung des Branchenverbands VDV noch bis April 2021 und damit länger als erwartet. Das Minus falle in diesem Jahr nicht so stark aus wie zu Beginn der Corona-Pandemie befürchtet, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) dem "Handelsblatt" mit.

Für das kommende Jahr rechnet der Verband damit, dass der Staat den Unternehmen noch mit rund zwei Milliarden Euro unter die Arme greifen muss. VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff sagte, es handele sich um eine "moderate Aufstockung", weil die Unternehmen die öffentliche Mobilität aufrechterhielten.

"Jeder, der zu seinem Arbeitsplatz muss, für den fährt auch weiterhin morgens der erste Bus und abends die letzte Bahn", sagte Wolff. "Wir werden frühestens 2022 zur Normalität zurückkehren." Für dieses Jahr rechnet er damit, dass den kommunalen Verkehrsbetrieben im Vergleich zu 2019 knapp 3,6 Milliarden Euro Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen fehlen, weil Bus und Bahn in der Pandemie seltener genutzt werden.

Die Branche hatte mit Einbußen von rund fünf Milliarden Euro gerechnet. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, diese Summe jeweils zur Hälfte auszugleichen. Der Bund erhöhte die sogenannten Regionalisierungsmittel, mit denen er zur Finanzierung des ÖPNV beiträgt, einmalig um 2,5 Milliarden Euro. Die Länder sollten dieselbe Summe zuschießen. Die Mittel sollten je nach Bedarf unter den einzelnen Bundesländern verteilt werden.

Pfizer verhandelt mit Brasilien über Impfstofflieferung Anfang 2021

3.50 Uhr: Brasilien verhandelt nach Angaben von Pfizer über die Lieferung des mit Biontech entwickelten Impfstoffs im ersten Quartal 2021. Das Mittel werde zu drei verschiedenen Preisen verkauft, sagte Pfizers Brasilien-Chef Carlos Murillo. Unterschieden werde zwischen zahlungskräftigen Ländern, Ländern mit mittlerem Einkommen wie Brasilien und Ländern mit geringen finanziellen Mitteln.

Bislang hat Brasilien einen Vertrag mit AstraZeneca für dessen Impfstoff. Das südamerikanische Land ist weltweit mit am stärksten von der Coronavirus-Krise betroffen. Zuletzt meldete es 33.207 Neuinfektionen und 908 weitere Tote in Zusammenhang mit dem Virus.

Mit diesen 25 Tipps kommen Sie durch den Winter

3.30 Uhr: Restaurants und Klubs zu, Fitnessstudios geschlossen, und die Freunde trifft man viel zu selten: Diese Tipps sind für alle, denen gerade die Decke auf den Kopf fällt. Lesen Sie hier  mehr.

Israel sichert sich Impfstoff von Pfizer und Biontech

3.05 Uhr: Israel sichert sich acht Millionen Dosen des Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Damit könne fast die Hälfte der Israelis geimpft werden, sagte Gesundheitsminister Yuli Edelstein. Mit der Auslieferung solle im Januar begonnen werden. Pfizer und Biontech bestätigten die Vereinbarung. Zu den finanziellen Details wollten sich die Unternehmen nicht äußern. Ein entsprechender Vorvertrag solle am Freitag unterschrieben werden, teilte Pfizer mit.

Wie hält man 1,3 Milliarden Dosen bei minus 70 Grad?

2.55 Uhr: Der Biontech-Impfstoff BNT162b2 soll in die ganze Welt gehen – doch dabei darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Deutsche Transportexperten sollen helfen, das Problem zu lösen. Lesen Sie hier  mehr.

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