+++ Corona-News am Mittwoch +++ NRW führt Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten ein

Erst tat Bayern den Schritt, nun zieht NRW nach: Im Bundesland werden Reisende aus Risikogebieten verpflichtet, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Der Überblick.
Coronatests am Flughafen Gütersloh (Juni 2020)

Coronatests am Flughafen Gütersloh (Juni 2020)

Foto: Noah Wedel/ imago images/Noah Wedel

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NRW führt Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten ein

19.41 Uhr: Nach Bayern führt auch Nordrhein-Westfalen eine Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten ein. Alle Reiserückkehrer aus solchen Gebieten außerhalb Deutschlands unterliegen ab Montag (28. Dezember) in Nordrhein-Westfalen einer Corona-Testpflicht. Sie sind verpflichtet, sich höchstens 24 Stunden vor der Einreise oder unmittelbar nach der Ankunft testen zu lassen. Flugreisenden muss am Flughafen eine Testmöglichkeit auf eigene Kosten angeboten werden. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Corona-Einreiseverordnung des Gesundheitsministeriums hervor.

Durchreisende sind von der Regelung nicht betroffen. Ebenfalls ausgenommen sind Grenzpendler und Grenzgänger. Am Dienstag hatte bereits Bayern eine solche Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten beschlossen - dort gilt sie bereits ab Mittwoch.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte gesagt, dass mittlerweile »fast jedes Land auf diesem Erdball« ein Risikogebiet sei. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet.

Medienbericht: NRW untersagt Testverweigerern nun doch Zugang zu Heimen

23.04 Uhr: Laut der Düsseldorfer »Rheinischen Post«  vom Donnerstag will die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen nun doch Besuchern, die einen Schnelltest ablehnen, den Zugang zu Alten- und Pflegeheimen verwehren. Wie eine Sprecherin von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegenüber der Zeitung sagte, würde die Allgemeinverfügungen Pflege und Eingliederungshilfe mit Wirkung vom Donnerstag dementsprechend geändert. Besucher, die sich nicht mit den angebotene Schnelltests (PoC-Test) testen lassen, solle dann der Zutritt verweigert werden. Ausnahme sei, »wenn medizinischen Gründe glaubhaft gemacht werden können, die der Durchführung dieser Testung entgegenstehen, oder nachgewiesen wird, dass innerhalb von 72 Stunden vor dem beabsichtigten Besuch bereits eine PoC-Testung mit negativem Ergebnis durchgeführt worden ist«, so die Sprecherin.

Zulassung für AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien beantragt

22.02 Uhr: Die Universität Oxford und der Pharmakonzern AstraZeneca haben in Großbritannien die Zulassung für den von ihnen entwickelten Corona-Impfstoff beantragt. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte am Mittwoch, er sei »hocherfreut«, dass die Daten des »hier im Vereinigten Königreich entwickelten Impfstoffs« der Gesundheitsbehörde MHRA »vollständig« vorgelegt worden seien. Von Belgien aus begann unterdessen die Auslieferung des konkurrierenden Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech für die ersten EU-Länder.

Großbritannien war Vorreiter bei der Impfung gegen das Coronavirus. Als erstes westeuropäisches Land hatte London Anfang Dezember eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erteilt. Inzwischen wurde dieser Impfstoff in Großbritannien bereits 500.000 Mal geimpft. Allerdings setzt die britische Regierung vor allem auf das von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelt Vakzin. Von diesem Impfstoff wurden bereits 100 Millionen Dosen bestellt. Die Produktion ist laut Hancock schon angelaufen.

Italien ermöglicht Heimreise für in Großbritannien Gestrandete

21.16 Uhr: Nach dem Stopp von Flugreisen aus Großbritannien wegen einer Corona-Mutation hat die italienische Regierung Italienern die Heimreise von dort unter gewissen Umständen wieder ermöglicht. Dazu unterzeichneten Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza, Außenminister Luigi Di Maio und Transportministerin Paola De Micheli am Mittwoch ein Dekret.

Menschen, die ihre Meldeadresse in Italien haben oder einen absolut notwendigen Grund vorweisen können, dürfen demnach zum Beispiel per Flugzeug aus dem Vereinigten Königreich zurückreisen. Dafür müssen sie vor dem Abflug und nach der Landung einen Corona-Test machen und sich unabhängig vom Testergebnis 14 Tage in Quarantäne begeben. Die Regeln seien mit der Unterschrift in Kraft getreten und gelten bis zum 6. Januar 2021, hieß es.

Wegen einer in Großbritannien entdeckten Corona-Mutation hatte die italienische Regierung am Sonntag Flüge zwischen Italien und dem Vereinigten Königreich ausgesetzt. In Italien war die in Großbritannien aufgetauchte Mutation bei einem Menschen festgestellt worden.

Gesundheitsministerium weitet Hilfen für Kliniken aus

20.10 Uhr: Wegen der hohen Corona-Zahlen und der angespannten Lage in vielen Kliniken hat das Bundesgesundheitsministerium nach eigenen Angaben die Unterstützungsmöglichkeiten für Krankenhäuser erweitert. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, tritt eine entsprechende Verordnung an diesem Freitag in Kraft, die Regeln gelten demnach bereits seit dem 17. Dezember.

Mehr Krankenhäuser könnten dadurch Anspruch auf sogenannte Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie planbare Operationen und Behandlungen verschieben, um Intensivkapazitäten zu schaffen und dadurch finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Bisher ist das unter anderem daran gekoppelt, dass die freien Intensivkapazitäten in einer Region bereits eine bestimmte Schwelle unterschreiten.

Künftig könnten die Länder unabhängig von den freien Intensivkapazitäten Krankenhäuser für solche Ausgleichszahlungen bestimmen, heißt es. Es reicht demnach, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz über 200 liegt. Die Regelungen sind vorerst bis Ende Januar befristet.

Zahl der Corona-Fälle in Peru überschreitet eine Million 

19.20 Uhr: Als fünftes Land in Lateinamerika und 17. Land der Welt hat Peru mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Mittwoch stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf 1000 153. Mehr als 37.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Corona bislang gestorben.

Ende August war Peru, ein Staat mit knapp 32 Millionen Einwohnern, mit 89,99 Toten je 100.000 Einwohnern zum Land mit der höchsten Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Virus geworden. Trotz großer Bemühungen war es der peruanischen Regierung damals nicht gelungen, die Infektionszahlen zu drücken.

Angesichts einer Mutation des Virus stoppte Peru nun Flüge aus Europa und verbot Ausländern ohne festen Wohnsitz im Land, die in den vergangenen zwei Wochen in Großbritannien gewesen sind, die Einreise. Die peruanische Regierung weitete zudem die Ausgangsbeschränkungen in der Hauptstadt Lima aus und sperrte die Strände.

Türkei meldet fast 20.000 Neuinfektionen und 259 Todesfälle

18 Uhr: In der Türkei haben sich nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden 19.650 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl der Verstorbenen im Zusammenhang mit Covid-19 erhöhte sich demnach um 259, laut Reuters die höchste tägliche Totenzahl seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt haben sich damit nach offiziellen Angaben mehr als zwei Millionen Menschen in dem Land mit Sars-CoV-2 angesteckt, die Zahl der Toten liegt bei 18.861. Mediziner warfen der türkischen Regierung zuletzt jedoch vor, geschönte Corona-Statistiken zu veröffentlichen.

Kanada lässt Moderna-Impfstoff zu

17.49 Uhr: Nach den USA hat auch Kanada den Einsatz des Coronavirus-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna erlaubt. Das teilte das kanadische Gesundheitsministerium mit. Es ist nach dem Präparat des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer das zweite Präparat im Einsatz in Kanada.

Vergangene Woche hatte Premierminister Justin Trudeau erklärt, dass Kanada noch im Dezember bis zu 168.000 Dosen des Moderna-Impfstoffs bekomme und dass die Auslieferung innerhalb von 48 Stunden nach der Genehmigung des Ministeriums beginnen könne.

Modernas Mittel braucht zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen, um wirksam zu sein; von der Pfizer-Vakzine wird nach drei Wochen eine zweite Dosis verabreicht. Es muss beim Transport aufwendiger gekühlt werden als Modernas Impfstoff. Die USA hatten am Mittwoch bestätigt, 100 Millionen weitere Impfdosen bei Pfizer/Biontech zur Auslieferung bis zur Jahresmitte 2021 bestellt zu haben.

Beide Mittel hatten in Testreihen eine hohe Wirksamkeit von um die 94 Prozent und nur wenige Nebenwirkungen gezeigt. Allerdings ist noch unklar, wie lange die Impfwirkung anhält, weil die behandelte Form des Coronavirus erst seit rund einem Jahr bekannt ist.

Christmette im Vatikan unter Corona-Beschränkungen

Papst Franziskus während seiner wöchentlichen Generalaudienz

Papst Franziskus während seiner wöchentlichen Generalaudienz

Foto: VATICAN MEDIA HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

17.35 Uhr: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie will Papst Franziskus in diesem Jahr die traditionelle Christmette zu Weihnachten feiern. In Anbetracht der geltenden Maßnahmen musste der Vatikan die Messe am Donnerstag jedoch vorverlegen. Sie soll nach Angaben des Heiligen Stuhls um 19.30 Uhr beginnen, etwas früher als sonst, denn in Italien gilt Weihnachten ab 22 Uhr eine Ausgangssperre bis in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages. Die Messe wird zum Schutz vor Ansteckungen mit einer begrenzten Anzahl Teilnehmer abgehalten.

Der triste Rahmen der diesjährigen Weihnachtsfeierlichkeiten macht dem Papst zu schaffen. Vatikankennern zufolge ist der 84-Jährige traurig darüber, wie Weihnachten dieses Jahr gefeiert wird. Außerdem hatten sich unlängst im engeren Kreis um das Oberhaupt der katholischen Kirche Kardinäle mit Corona angesteckt.

Franziskus beklagte abermals den Konsum, der das Weihnachtsfest in Beschlag genommen habe. In diesem Jahr rückten wegen Corona Geschenke jedoch in den Hintergrund, und der eigentliche Gehalt des Weihnachtsfestes trete zutage. Er appellierte, an den Festtagen auch an die Einsamen und Kranken zu denken. Ein Anruf reiche schon, sagte er und grüßte die Katholiken in Deutschland abschließend auf Deutsch mit »Frohe Weihnachten«.

Großbritannien meldet weitere Virus-Mutation

16.55 Uhr: In Großbritannien ist eine weitere Variation des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte Gesundheitsminister Matt Hancock laut übereinstimmenden Berichten mit. Demnach wurde die Mutation des Coronavirus in bislang zwei Fällen nachgewiesen. In beiden Fällen sollen sich die Infizierten bei Reiserückkehrern aus Südafrika angesteckt haben – sie und ihre Kontakte befinden sich in häuslicher Isolation.

Es handelt sich den Angaben zufolge um die Mutante mit der Bezeichnung 501.V2. Am vergangenen Freitag hatte der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize davon gesprochen, dass 501.V2 in seinem Land kursiere.

»Diese neue Variante ist sehr besorgniserregend, weil sie nochmals ansteckender ist und offenbar noch weiter mutiert ist als die bisher nachgewiesene neue Variante, die im Vereinigten Königreich gefunden wurde«, sagte Hancock. Der neue Virustyp solle schnellstmöglich in der britischen Forschungseinrichtung Porton Down analysiert werden, hieß es.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden in Großbritannien nach Angaben vom Donnerstag binnen 24 Stunden 39.237 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert, es war der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Verstorbenen, die in den vier Wochen vor ihrem Tod ein positives Testergebnis erhielten, stieg um 744 auf inzwischen mehr als 68.000.

Nachdem in Großbritannien zuletzt die neue, womöglich ansteckendere Variante des Coronavirus aufgetaucht war, hatten die meisten EU-Staaten entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien weitgehend einzuschränken. Teils wurden die Maßnahmen auch für Südafrika verhängt, wo ebenfalls eine Mutation nachgewiesen wurde.

Während die Variation zuletzt auch in Israel nachgewiesen wurde, ist in Deutschland bisher noch keine Infektion mit der in Großbritannien zirkulierenden Coronavirus-Variante festgestellt worden. Es seien im Konsiliarlabor für Coronaviren in Berlin bislang 834 Genomsequenzen aus allen Teilen Deutschlands untersucht worden, teilte der Vorstand der Deutschen Virologischen Gesellschaft mit. Die neue Variante habe nicht nachgewiesen werden können.

Nordkorea soll versucht haben, Impfstoffentwickler zu hacken

16.30 Uhr: Nordkoreanische Hacker haben nach Angaben des russischen Sicherheitssoftwareherstellers Kaspersky versucht, illegal an Informationen über Corona-Impfstoffe zu gelangen. Ende September hätten sie ein Pharmaunternehmen gehackt, das im Zusammenhang mit der Corona-Forschung stehe, teilte das Unternehmen mit. Bei den Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass auch ein nicht näher genanntes Gesundheitsministerium betroffen gewesen sei.

Bei den Angriffen sind nach Angaben von Kaspersky unterschiedliche Taktiken und Verfahren angewendet worden. »Aber wir fanden Zusammenhänge zwischen den beiden Fällen und Beweise, die diese Angriffe mit der berüchtigten Lazarus-Gruppe verbinden.«

Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus wird mit früheren Angriffen auf Geldautomaten und Banken in Verbindung gebracht. Sie wird auch hinter der verheerenden Cyberattacke auf Sony Pictures vermutet, die das Hollywoodstudio 2014 für Wochen lahmlegte. In dem betroffenen Gesundheitsministerium waren Kaspersky zufolge am 27. Oktober zwei Windows-Server »mit einer Malware kompromittiert« worden.

Angehörige von Corona-Toten wollen Italien auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagen

16.10 Uhr: In Italien wollen rund 500 Angehörige von Menschen, die mit der vom Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 gestorben sind, den Staat auf Schadensersatz verklagen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Gesamtsumme beläuft sich demnach auf insgesamt 100 Millionen Euro.

Die Klage soll noch am Mittwoch bei einem Gericht in Rom eingereicht werden. Sie richtet sich gegen Italiens Premierminister Giuseppe Conte, Gesundheitsminister Roberto Speranza und den Gouverneur der Provinz Lombardei, Attilio Fontana.  

Die Kläger argumentieren, sowohl die Regional- als auch die Zentralregierung hätten es versäumt, schnelle Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie zu unternehmen. Zudem seien sie nicht ausreichend auf das Virus und seine Folgen vorbereitet gewesen. Pro an Covid-19 verstorbener Person wird von den an der Klage beteiligten Hinterbliebenen laut Reuters eine Entschädigungszahlung von 259.000 Euro verlangt.

Weniger US-Amerikaner stellen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

15.40 Uhr: In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gefallen. In der vergangenen Woche beantragten 803.000 Personen Unterstützung, teilte das Arbeitsministerium mit. Das sind 89.000 weniger als noch in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 880.000 Anträge erwartet.

Die jüngste Verschärfung der Corona-Pandemie in den USA belastet trotz des Rückgangs der Zahlen weiter den Arbeitsmarkt. Das aktuelle Niveau deutlich höher als noch vor der Corona-Krise, als die Erstanträge meist bei gut 200.000 gelegen hatten.

Die Erstanträge vermitteln einen zeitnahen Eindruck von der Beschäftigungslage in den USA. Außerdem liefern die wöchentlichen Daten einen Hinweis auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung.

Dänemark ordert Impfstoff nach

15.38 Uhr: Dänemark hat 2,6 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer bestellt. Das sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke auf einer Pressekonferenz. Es wird damit gerechnet, dass diese Extra-Impfdosen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2021 Dänemark erreichen, sagte der Direktor der dänischen Arzneimittelbehörde, Thomas Senderovitz.

Diese zusätzlichen Impfdosen gehen demnach über diejenigen hinaus, die Dänemark im Rahmen der EU-Zulassung des Impfstoffs erhält. Die erste Lieferung gemäß dem EU-Plan besteht Heunicke zufolge zunächst aus knapp 10.000 Impfdosen, die im 5,8-Millionen-Einwohner-Land Dänemark am Samstag eintreffen sollen.

Neuer Virustyp bisher nicht in Deutschland nachgewiesen

15.29 Uhr: In Deutschland ist bisher noch keine Infektion mit der in Großbritannien zirkulierenden Coronavirus-Variante festgestellt worden. Es seien im Konsiliarlabor für Coronaviren in Berlin bislang 834 Genomsequenzen aus allen Teilen Deutschlands untersucht worden, teilte der Vorstand der Deutschen Virologischen Gesellschaft mit. In verschiedenen virologischen Laboren in Deutschland seien darüber hinaus mehr als 1400 Genomsequenzen und über 500 Teilsequenzen untersucht worden. Die neue Variante habe nicht nachgewiesen werden können.

Dennoch gehen Experten davon aus, dass die Virusvariante Deutschland schon erreicht haben dürfte – wenn auch unerkannt. Die Virologen wiesen darauf hin, dass die Untersuchungsergebnisse derzeit nur eine Momentaufnahme darstellten. Die Sequenzierung gesamter Virusgenome und die bioinformatische Auswertung seien zeitaufwendige Prozesse, sodass aktuelle Geschehnisse nur unzureichend erfasst werden könnten.

Es werde gegenwärtig mit Hochdruck an der Entwicklung von PCR-Verfahren zum spezifischen Nachweis der neuen Sars-CoV-2-Variante gearbeitet. Nach einer vorläufigen Risikoeinschätzung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) weise die neue Variante möglicherweise eine um bis zu 70 Prozent höhere Übertragungsrate als bisher zirkulierende Sars-CoV-2-Varianten auf, teilte die GfV mit. Diese Schätzung müsse jedoch in weiteren Untersuchungen überprüft werden.

Gewerkschaft der Polizei in Bayern fordert vorübergehendes Verbot von Demonstrationen

15.09 Uhr: Der »Lockdown« soll auch für Versammlungen und Demos gelten, fordert die Gewerkschaft der Polizei in Bayern. In Zeiten, in denen Besuche im Familien- und Freundeskreis auf ein Minimum eingeschränkt und Ausgangssperren verhängt werden, sei es nicht nachvollziehbar, warum Demos und Versammlungen nach wie vor erlaubt würden, teilte der Landesverband mit . Etwa seien für den 31. Dezember und 1. Januar in Berlin solche Veranstaltungen geplant.

»Das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit ist in unserer Demokratie richtig und wichtig, muss aber in Zeiten der immer noch drastisch steigenden Infektionszahlen, die zu massiven Einschränkungen der persönlichen Freiheit eines jeden Einzelnen führen, vorübergehend in den Hintergrund treten«, hieß es. Nunmehr habe das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit höhere Priorität. Deshalb müssten auch Versammlungen mindestens bis zum Ende des allgemeinen Lockdowns untersagt werden.

Die Gewerkschaft rief Landratsämter, Städte und letztendlich die Verwaltungsgerichte auf, eine gemeinsame Linie zu vertreten. Menschen, die Woche für Woche auf Demos vorsätzlich gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht verstießen, gefährdeten nicht nur sich selbst, sondern auch andere, die Auflagen einhaltenden Demoteilnehmer und die Einsatzkräfte. »Dieses unverantwortliche Handeln muss Konsequenzen haben.«

Lufthansa fliegt Obst und Gemüse nach Großbritannien

14.55 Uhr: Als Hilfe bei der Versorgung britischer Supermärkte hat die Lufthansa 80 Tonnen Obst und Gemüse ins Vereinigte Königreich geflogen. Der Frachtjet vom Typ Boeing 777 soll am Nachmittag auf dem Flughafen Doncaster Sheffield in Mittelengland landen, wie das Unternehmen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

»Lufthansa Cargo prüft derzeit, ob in den nächsten Tagen weitere zusätzliche Frachtflüge angeboten werden können«, hieß es. Möglicherweise könne auch ein regulärer Flug genutzt werden. »Dies könnte mit einem Frachter sein, wir prüfen aber auch, ob wir Passagierflugzeuge nur für Frachtflüge einsetzen können.«

Weil Frankreich wegen der Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus seine Grenzen geschlossen hatte, stauen sich Tausende Lastwagen auch mit verderblichen Gütern in Südostengland. Handelsverbände warnen, dass manche frische Produkte spätestens nach Weihnachten in britischen Supermärkten knapp werden könnten. Derzeit stammen rund 80 Prozent der britischen Lebensmitteleinfuhren aus der Europäischen Union.

Mehr Betten für Covid-19-Patienten am Uniklinikum Leipzig

14.43 Uhr: Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat seine Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19-Patienten erweitert. Zudem wurden die Schutzmaßnahmen für Patienten und Mitarbeiter ausgebaut, wie das Krankenhaus mitteilte.

Die für die Behandlung von Covid-Patienten vorgesehenen Normalstationen wurden von 64 auf 123 Betten erweitert, von denen derzeit 70 belegt sind. Auf der Covid-Intensivstation stehen aktuell 37 Betten zur Verfügung, belegt sind davon 30. »Damit haben wir uns darauf vorbereitet, auch über die kommenden Weihnachtstage die Versorgung unserer Patienten gewährleisten zu können«, sagte Professor Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL.

Zudem werden alle stationär aufgenommenen Patienten nach jeweils sieben Tagen erneut auf eine Sars-CoV-2-Infektion untersucht. Damit sollen unbemerkt verlaufende Infektionen festgestellt werden, die im Aufnahmescreening aufgrund eines noch negativen Testergebnisses zunächst noch unerkannt blieben. »Die aktuell hohe Inzidenz macht eine Wiederholung dieser Tests für den Schutz von Patienten und Mitarbeitern erforderlich«, sagte Josten.

USA sichern sich noch mehr Impfstoff von Biontech

14.27 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer liefern zusätzlichen Impfstoff an die USA. Die Präparate werden in Anlagen in den USA produziert, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Mit den zusätzlichen 100 Millionen Dosen erhöhe sich die Gesamtzahl der Impfdosen für die USA auf 200 Millionen.

Mindestens 70 Millionen der zusätzlichen Impfstoffdosen sollen den Angaben zufolge bis zum 30. Juni 2021 geliefert werden. Die verbleibenden 30 Millionen Dosen sollen bis spätestens 31. Juli folgen. Die US-Regierung werde 1,95 Milliarden Dollar für die zusätzliche Menge bezahlen und habe außerdem die Option, bis zu 400 Millionen zusätzliche Dosen des Präparats zu erwerben, hieß es.

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech wird in den USA auf Basis einer Notfallzulassung seit vergangenem Montag eingesetzt. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna wird in den USA erst seit dieser Woche verabreicht.

Klinik-Personalrat gibt Scheuers Weihnachtsplätzchen zurück

14.07 Uhr: Ein von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erdachtes Weihnachtsgeschenk an das Personal des Klinikums Passau hat die gewünschte Wirkung offenbar teilweise verfehlt. Scheuer hatte für die Mitarbeiter des Krankenhauses Hunderte Tüten mit Plätzchen vorbeigebracht, doch die Aktion stößt beim Personalrat des Krankenhauses auf Ablehnung. Das berichtet der Bayerische Rundfunk .

»Plätzchen helfen den überlasteten Pflegekräften nicht. Alle klatschen, im Bundestag wird gelobhudelt, aber bei den letzten Tarifverhandlungen ist uns keiner entgegengekommen, niemand hat die Pflege aufgewertet«, zitiert der Sender den Personalratsvorsitzenden Rüdiger Kindermann. Kindermann habe die Nase voll von Symbolpolitik.

Er habe seine Tüte gestern vor der CSU-Geschäftsstelle in Passau abgestellt und einen Brief an Andreas Scheuer hinterlassen, so Kindermann. Darin wird laut BR unter anderem gefordert, dass der Personalschlüssel in der Pflege reformiert wird. Nur damit sei »die jahrzehntelange Überlastung der Pflegekräfte zu beenden«, heißt es.

Der Verkehrsminister ließ laut dem Sender indes mitteilen, er finde die Rückgabe der Plätzchen schade. »Es sollte eine Geste sein, ein völlig unpolitisches Dankeschön für die harte und wertvolle Arbeit. Ich wollte damit eine kleine Freude zu Weihnachten machen«, sagte Scheuer auf BR-Anfrage. Er veranstalte normalerweise jedes Jahr auf eigene Kosten ein Fest für Passauer Ehrenamtliche, da das in diesem Jahr ausfallen musste, habe er sich für die Plätzchen-Aktion entschieden.

Corona-Tests für Lkw-Fahrer in England beginnen

13.30 Uhr: In Südostengland haben die britischen Behörden mit Corona-Tests für Lastwagenfahrer begonnen, die das Land wegen Einreisesperren auf dem europäischen Festland nicht verlassen können. Die Sperren waren verhängt worden, nachdem in Großbritannien eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen wurde, die ersten Erkenntnissen zufolge deutlich ansteckender ist.

In der Nacht zum Mittwoch öffnete Frankreich nach zwei Tagen zwar wieder die Grenze für Lastwagen aus Großbritannien – doch für die Einreise ist nun ein negativer Corona-Test vorgeschrieben.

Mehr als 5000 Fahrzeuge würden derzeit in der Grafschaft Kent auf die Ausreise nach Frankreich warten, teilte das britische Verkehrsministerium mit. Allein 3800 Lastwagen wurden demnach auf dem stillgelegten Flughafen Manston geparkt. Der Spediteursverband geht von insgesamt bis zu 10.000 Fahrzeugen aus, die durch den Einreisestopp festsitzen.

Am Flughafen Manston soll nun ein großes Testzentrum entstehen. Neuankömmlinge müssten ebenfalls auf den Fahrbahnen parken, da der Platz in Manston nun für die Tests benötigt werde. Bei den Fahrern liegen die Nerven derweil offenbar blank.

Am Vormittag machten die Trucker am Hafen von Dover ihrem Ärger Luft. »Wir wollen nach Hause«, schrien sie. Eine kleine Gruppe geriet mit Polizisten aneinander, die den Zugang zum Hafen absperrten. Es kam zum Handgemenge, ein Mann wurde festgenommen.

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Frankreichs Präsident Macron zeigt »Zeichen einer Verbesserung«

13.15 Uhr: In der vergangenen Woche machte Emmanuel Macron seine Infektion mit dem Coronavirus publik, anschließend klagte er über Müdigkeit, Kopfschmerzen und Husten. Nun gibt es beim Gesundheitszustand des französischen Präsidenten jedoch »Zeichen einer Verbesserung«, wie unter anderem die Nachrichtenagentur AFP mit Berufung auf den Élysée-Palast berichtet.

Macron isoliert sich seit Bekanntwerden seiner Ansteckung im Jagdschlösschen La Lanterne am Rande des Schlossparks von Versailles. Er werde die Arbeit reduzieren, die Regierungsgeschäfte jedoch fortführen, teilte Macron nach seiner Erkrankung an Covid-19 mit.

Da er unmittelbar vor Bekanntwerden seiner Corona-Infektion mit anderen ranghohen EU-Politikern gespeist hatte, waren unter anderem Spaniens Premier Pedro Sánchez, der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel und Portugals Premierminister António Costa vorsorglich in Quarantäne gegangen.

Bestatterinnung sieht sächsische Krematorien an »Grenze des Machbaren«

12.44 Uhr: Nach Berichten, wonach wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden müssen, hat sich die sächsische Bestatterinnung zur Situation geäußert. Man sei an der »Grenze des Machbaren« angelangt, sagte Innungsobermeister Tobias Wenzel. »Da sind Kapazitätsgrenzen erreicht«.

Die Stadt Zittau hatte am Dienstagabend bekannt gegeben, Leichen außerhalb des Krematoriums lagern zu müssen, weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen.

»Das große Problem sind nun die Feiertage, davor haben alle Angst«, fasste Wenzel die Stimmung in der Branche zusammen. Grundsätzlich seien auch Erdbestattungen möglich: »Es gibt keine Empfehlung des Robert Koch-Instituts, dass infektiöse Tote eingeäschert werden müssen.« In Sachsen sei der hohe Anteil von Einäscherungen aber historisch gewachsen, 80 bis 90 Prozent der Toten würden eingeäschert.

Wenzel zufolge gibt es in Sachsen zehn Krematorien mit rund 1700 Kühlplätzen. Die seien im Moment gut ausgelastet. Normalerweise brauche man von der Einlieferung ins Krematoriums bis zur Einäscherung fünf Tage, derzeit seien es zehn.

Das Verbringen der Toten zur Feuerbestattung nach Tschechien oder in andere Bundesländer sei keine Option. Der Transport müsste mit Lastkraftwagen erfolgen, was mit der Würde nicht vereinbar sei. Die Standesämter stellten derzeit einen vorläufigen Bestattungsschein aus, damit es nicht zu weiteren Verzögerungen komme.

Pfizer beginnt mit Impfstoffauslieferung an EU-Staaten

12.39 Uhr: Die Auslieferung des Corona-Impfstoffs des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer an die EU-Staaten beginnt. Die Transporter seien bereit, den Pfizer-Standort im belgischen Puurs zu verlassen, teilte ein Unternehmenssprecher mit. So werde sichergestellt, »dass die nationalen Gesundheitsbehörden in ganz Europa ihre Impfprogramme ab dem 27. Dezember starten können – der Start der Europäischen Impftage der Europäischen Kommission«. Auch in Deutschland sollen die ersten Impfstoffdosen am Sonntag gespritzt werden.

Die Arbeiten seien »in vollem Gange, um die ersten Chargen für die Verteilung vorzubereiten«, hieß es von Pfizer. Aus Sicherheitsgründen äußere man sich zu diesem Zeitpunkt jedoch »nicht zu den Details der einzelnen Lieferungen«. Auch dazu, ob die Transporter das Werk in Puurs bereits verlassen haben, machte das Unternehmen keine Angaben. Biontech hatte am Dienstag angekündigt, dass die Auslieferung des Impfstoffs an diesem Mittwoch von Puurs aus beginnen sollte.

Das für die Prüfung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hatte am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur AFP drei Chargen mit rund 4,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs freigegeben. Die sogenannte Chargenfreigabe gelte EU-weit und damit auch für Deutschland, teilte das Institut mit. Sie ist Voraussetzung für die Anwendung der Vakzine.

NRW will Testpflicht bei Rückkehr aus Risikogebieten einführen

12.25 Uhr: Nordrhein-Westfalen will ab sofort eine grundsätzliche Corona-Testpflicht für Einreisende einführen. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an. Mit der geltenden Definition von Risikogebieten bei über 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner sei »fast jedes Land des Erdballs« von der Neuregelung betroffen, sagte Laumann. Die Testpflicht werde für Ein- und Rückreisen per Flugzeug, Auto und anderen Verkehrsmitteln gelten.

Es gebe zwar zwingend nötige Reisen, für andere habe er derzeit aber kein Verständnis, sagte der Minister. Er halte es für angemessen, Ein- und Rückreisenden jetzt Schnelltests aufzuerlegen. Unter anderem sollten Flughäfen Angebote für Schnelltests bereithalten. Am Dienstag hatte bereits Bayern eine solche Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten beschlossen. Sie gilt ab Mittwoch.

Indes räumte NRW-Ministerpäsident Armin Laschet (CDU) gegenüber dem SPIEGEL Fehler in der Corona-Bekämpfung ein. »Es war aus heutiger Sicht falsch, im März als Erstes die Schulen und Kitas zu schließen. Im Frühling sind viele Menschen allein gestorben, weil die Heime abgeriegelt wurden. Das ist ein Schaden, den wir nicht wiedergutmachen können«, sagte Laschet. (Das vollständige Interview lesen Sie hier .)

Schweiz startet Corona-Impfungen

Historischer Moment: Eine 90-Jährige aus Luzern wird als eine der ersten Personen in der Schweiz gegen das Coronavirus geimpft

Historischer Moment: Eine 90-Jährige aus Luzern wird als eine der ersten Personen in der Schweiz gegen das Coronavirus geimpft

Foto: Urs Flueeler / dpa

12.05 Uhr: In der Schweiz ist mit den Impfungen zum Schutz vor dem Coronavirus begonnen worden. Am Mittwoch erhielt eine über 90 Jahre alte Bewohnerin eines Pflegeheims im Kanton Luzern als eine der Ersten die vom deutschen Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelten Vakzine verabreicht. In der Alpenrepublik sollen in einem ersten Schritt besonders gefährdete Personen ab 75 Jahren und mit chronischen Erkrankungen geimpft werden.

Die Schweizer Regulierungsbehörde Swissmedic hatte den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am vergangenen Samstag zugelassen. Die ersten knapp 110.000 Impfdosen waren am Dienstag angeliefert worden. Die Armee ist für die Verteilung der Bestände im ganzen Land zuständig.

Am Sonntag soll der Impfstoff von Biontech und Pfizer am Sonntag erstmals verabreicht werden, zunächst an die Bevölkerungsgruppe mit »sehr hoher Priorität«. Darunter fallen etwa Senioren über 80 Jahren und die rund eine Million Menschen, die in Pflegeheimen leben. Auch Menschen in manchen Gesundheitsberufen werden den Impfstoff bevorzugt erhalten.

Inzidenzwert in Sachsen sinkt, mehr Infektionen in Tschechien gemeldet

11.55 Uhr: In Sachsen geht die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im Vergleich zur Vorwoche zurück – der Freistaat bleibt aber gemessen an der Inzidenzzahl der Corona-Hotspot in Deutschland. Das RKI meldete am Mittwoch 2728 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Vergangenen Mittwoch (16. Dezember) waren 5603 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank damit in Sachsen auf 414, am Vortag betrug sie 426,8. Noch immer weist das Bundesland damit den höchsten Wert auf, bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 195.

In Tschechien, das an Sachsen angrenzt, wurden indes wieder mehr Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Behörden meldeten 10.821 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Erstmals seit dem 6. November wurden damit wieder mehr als 10.000 positive Tests innerhalb eines Tages gemeldet.

Nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie fast 650.000 Corona-Infektionen gemeldet, gemessen an der Einwohnerzahl von rund 10,6 Millionen Menschen in Tschechien ist die Zahl deutlich höher als in Deutschland.

Zypern schickt Einreisende aus Großbritannien über Weihnachten in Quarantäne

11.40 Uhr: Reisende, die aus Großbritannien nach Zypern fliegen, werden Weihnachten in einem Quarantänehotel verbringen müssen. Knapp 200 Menschen, die am Dienstag angekommen waren, wurden bereits in eigens zu diesem Zweck gemietete Hotels gebracht. Sie müssen die kommenden sieben Tage in ihren Zimmern bleiben, wie der staatliche zyprische Rundfunk (RIK) am Mittwoch weiter berichtete.

Traditionell verbringen Tausende Briten ihren Weihnachtsurlaub auf der drittgrößten Mittelmeerinsel, die bis 1960 britische Kolonie war. Viele besitzen Ferienhäuser dort. Zypern hatte angesichts der Verbreitung einer veränderten und womöglich deutlich ansteckenderen Variante des Coronavirus in Großbritannien kein allgemeines Einreiseverbot gegen das Land verhängt, dafür aber scharfe Kontrollen eingeführt.

Wer aus dem Vereinigten Königreich ankommt, muss einen Corona-Schnelltest machen. Ist er negativ, folgt eine siebentägige Quarantäne. Danach muss ein neuer Test gemacht werden. Erst wenn auch dieser negativ ausfällt, darf man wieder das Quarantänehotel verlassen. Die Kosten dieser Tests und die Unterbringung in den Quarantänehotels übernimmt der zyprische Staat. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 5. Januar 2021.

Polizei löst mutmaßlich illegale Firmenfeier im Saarland auf

11.30 Uhr: Bierzeltgarnituren und ein Bierwagen in der Firmenhalle, eine Schlägerei und schließlich ein Chef, der sich unter einem Schreibtisch vor der Polizei verkroch: Im Saarland ist eine trotz Corona-Beschränkungen organisierte Firmenfeier aus dem Ruder gelaufen – und schließlich aufgelöst worden.

Die Beamten waren am Dienstagabend von zwei Gästen zu einer »illegalen Weihnachtsfeier« auf einem Firmengelände in Quierschied bei Saarbrücken gerufen worden, teilte die Polizei  mit. In dem Zuge sei auch Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen Arbeitskollegen erstattet worden – mutmaßlich hatte es eine Schlägerei gegeben.

Vor Ort fanden die Polizisten einen Bierwagen und aufgebaute Biertischgarnituren vor. Es sei davon auszugehen, dass eine unbekannte Zahl von Mitarbeitern »feuchtfröhlich« gefeiert habe, hieß es.

Einige Teilnehmer versteckten sich demnach vor den Polizisten. So sei etwa »ein Vorgesetzter, welcher sich selbst als Verantwortlicher der Firma benannte, in Embryonalstellung versteckt unter einem Schreibtisch angetroffen« worden. Zwei weitere Mitarbeiter versteckten sich in einer Besenkammer.

Es wurden die Personalien von acht Anwesenden aufgenommen. Keiner von ihnen zeigte laut Polizei Verständnis oder Einsicht. Nach bisherigen Erkenntnissen soll die Feier bereits um 16 Uhr begonnen haben und bis 23 Uhr angedauert haben. Die Ermittlungen dauern an, sowohl mit Hinblick auf die  mutmaßlich begangene Körperverletzung als auch zu möglicherweise begangenen Ordnungswidrigkeiten.

Spahn hofft bis Sommer auf Impfstoff für alle Bürger

11.08 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein »Impfangebot« machen zu können – sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-»Morgenmagazin«. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Spahn sagte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Impfstoff »zu Beginn knapp sein würde«. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. »Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen«, sagte Spahn.

Der Minister appellierte an die Bevölkerung, Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden, da die Situation in den Kliniken angespannt sei. »Da ist gerade Hochlast. Eine sehr belastete Situation. Viele reden gerade darüber, wie sie Weihnachten feiern. Die Pflegekräfte werden gar nicht viel zum Feiern kommen. Sie werden arbeiten müssen.« Die Bürger entschieden mit ihrem Verhalten jetzt darüber, »wie es anschließend auf den Intensivstationen weitergeht«.

Schweiz verschickt SMS-Quarantäneaufruf an Rückkehrer aus Großbritannien und Südafrika

10.45 Uhr: Kürzlich in der Schweiz eingereiste Menschen aus Großbritannien und Südafrika haben am Mittwoch per SMS Bescheid über ihre Quarantänepflicht bekommen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Buße von bis zu 10.000 Franken (9250 Euro) rechnen, teilte das Innenministerium in Bern mit. Wegen der nachgewiesenen neuen Coronavirus-Varianten in den beiden Ländern müssen seit dem 14. Dezember Eingereiste ab Ankunftstag zehn Tage Quarantäne absolvieren.

Aus Großbritannien sind Passagiere von insgesamt 92 Flügen betroffen, schätzungsweise etwa 10.000 Personen. Darunter sind nach Schätzungen allein 3500 Touristen, die erst am vergangenen Wochenende in Genf gelandet und überwiegend zum Skiurlaub in die Schweiz gereist waren. Die Angeschriebenen seien aufgefordert worden, ihre Hotelzimmer oder Ferienwohnungen nicht zu verlassen und alle Kontakte zu vermeiden.

Weil befürchtet wird, dass sich die Virusmutation möglicherweise noch schneller verbreitet als die bislang bekannten Varianten, hatten zahlreiche Staaten am Sonntagabend Einreisen aus Großbritannien und Südafrika untersagt.

In der Schweiz hatten die Behörden sich von den Fluggesellschaften die Passagierlisten besorgt. Ohnehin müssen alle Einreisenden bei der Ankunft ihre Schweizer Adressen und Kontaktdaten angeben.

Heil bittet »um Verständnis und Verzeihung« für Corona-Einschränkungen

10.35 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich bei den Menschen entschuldigt, die die Corona-Pandemie wirtschaftlich hart getroffen hat. Die Situation in diesem Jahr sei für viele Menschen eine »Rieseneinschränkung« gewesen, er bitte alle Betroffenen »um Verständnis und Verzeihung«, sagte Heil im ARD-»Morgenmagazin«. 2020 sei ein Jahr gewesen, »das sehr fordernd war für so viele Menschen, die den Laden am Laufen gehalten haben«.

Arbeitsminister Heil

Arbeitsminister Heil

Foto: Michael Kappeler / dpa

Die Situation derjenigen, »die jetzt alleine sind«, bedrücke ihn, sagte der Minister. »Vereinsamung ist brutal, gerade für ältere Menschen«, sagte Heil. Gleichzeitig betonte er, dass es richtig gewesen sei, den Menschen in der Krise umfassende finanzielle Hilfen zur Verfügung zu stellen. In einer Zeit, in der sich Menschen Sorgen um ihre Gesundheit machten, müsse es »Ziel eines Sozialstaats sein, zu versuchen, wo immer es geht andere Sorgen, wirtschaftliche und soziale Sorgen, Menschen von den Schultern zu nehmen«, sagte Heil.

Als Versäumnis räumte er ein, dass es früher Schutzkleidung für Menschen in der Pflege hätte geben müssen. Zuvor hatte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem Interview mit der »Zeit« erklärt, die Bundesregierung hätte »früher beginnen sollen, Masken zu besorgen«.

Paul-Ehrlich-Institut hat keine Hinweise auf geringere Impfstoff-Wirksamkeit gegen Corona-Mutation

10.20 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut sieht derzeit keinen direkten Hinweis darauf, dass die Wirksamkeit der bisherigen Corona-Impfstoffe gegenüber der in Großbritannien verbreiteten Virusvariante beeinträchtigt sein könnte. Die für den Immunschutz relevanten Erkennungsstellen des sogenannten Spike-Proteins seien von der Virusmutation wenig betroffen, teilte das bundeseigene Institut mit. Die schützende Immunantwort richte sich gegen mehrere Bereiche dieses S-Proteins.

Die im Fokus stehende Virusvariante unterscheidet sich insbesondere durch eine Mutation mit dem Namen N501Y an diesem Spike-Protein von Sars-CoV-2. Mit dieser stachelartigen Struktur an seiner Oberfläche heftet sich das Virus an menschliche Zellen, um dann in sie einzudringen. Die Mutation macht das Virus womöglich ansteckender.

Das Paul-Ehrlich-Institut werde untersuchen, ob der durch Impfung erzeugte Immunschutz auch die neue Virusvariante neutralisieren könne. »Für die entsprechenden Experimente werden zwei bis drei Wochen benötigt«, teilte das für die Impfstoffzulassung in Deutschland zuständige Institut mit. Es wies zudem darauf hin, dass eine zügige Umstellung auf neue Virusvarianten möglich sei.

Die Impfungen mit der Corona-Vakzine des Mainzer Unternehmens Biontech sollen in Deutschland und dem Rest der EU am 27. Dezember beginnen. Derzeit sorgt in Europa eine Variante des neuartigen Coronavirus für Besorgnis, das sich in London und Südengland ausgebreitet hat und nach Angaben der britischen Regierung bis zu 70 Prozent ansteckender ist.

Bedford-Strohm gegen generelle Absage von Gottesdiensten

10.00 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist gegen eine von einzelnen Ärztevertretern und Politikern geforderte deutschlandweite Absage der Weihnachtsgottesdiensten. »Nein, keine generelle Absageempfehlung«, sagte der bayerische Landesbischof im Bayerischen Rundfunk. »Das muss jetzt vor Ort entschieden werden.« Ihm sei bewusst, dass das für die Gemeinden eine schwere Entscheidung sei.

Im Südwestrundfunk (SWR) verwies Bedford-Strohm auf die Erfahrungen der vergangenen Monate und die Schutzkonzepte. »Für Weihnachten heißt es, dass nur sehr wenige Leute in die Kirchen können, mit großen Abständen, mit Gesichtsmasken, es wird nicht gesungen.« Es werde in den Kirchen sehr genau darauf geachtet, dass keine Risiken entstünden.

Die Inzidenzwerte seien regional unterschiedlich. Deshalb setze er darauf, dass die Gemeinden »sehr klug mit dieser eigenen Verantwortung umgehen.« Die meisten Gläubigen würden in diesem Jahr über digitale Formate, über Fernsehgottesdienste und Hausandachten feiern. Er empfehle, diese Angebote anzunehmen, sagte der EKD-Vorsitzende.

Olympische Spiele in Tokio sollen »zurückhaltender« eröffnet und beendet werden

9.53 Uhr: Die Organisatoren der wegen der Corona-Pandemie verlegten Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio setzen auf weniger Pomp. Am Mittwoch wurde ein neuer Kreativdirektor vorgestellt, der die Eröffnungs- und Schlusszeremonien im nächsten Sommer »einfacher und zurückhaltender« gestalten soll.

»Es ist angemessen, die zeremoniellen Ereignisse und Programme einfacher zu gestalten und sie in gewisser Weise die Erfahrungen der Welt mit der Corona-Pandemie widerspiegeln zu lassen«, hieß es in der Erklärung der Organisatoren. Hintergrund dürften indes auch finanzielle Gründe sein, allein die Mehrkosten der Verschiebung werden auf 2,29 Milliarden Euro beziffert.

Mit der Planung der Zeremonie beauftragt ist der Werbefachmann Hiroshi Sasaki, der bereits die Übergabefeierlichkeiten der Spiele von Rio de Janeiro 2016 nach Tokio mitgestaltet hatte. Sasaki ersetzt ein siebenköpfiges Kreativteam.

Sasaki sagte, schrille und extravagante Zeremonien seien einst bestaunt worden, in der heutigen Zeit würden sie aber womöglich »als zu viel empfunden. Wir müssen diese Zeit als Chance betrachten, uns zu ändern – wegen Covid-19, oder eher dank Covid-19«. Die japanische Öffentlichkeit ist weiterhin gegen die Austragung der Spiele im kommenden Sommer, eine Mehrheit befürwortet eine weitere Verschiebung oder gar eine Absage.

Pandemie schlägt laut Umfrage nicht aufs Weihnachtsbudget durch

9.42 Uhr: Trotz der Einschränkungen rund um die Corona-Pandemie müssen die meisten Bürgerinnen und Bürger den finanziellen Gürtel zu Weihnachten offenbar nicht enger schnallen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Studie des Instituts YouGov und der Finanzberatung SwissLife berichtet, steht 80 Prozent der Deutschen für das Fest genauso viel oder mehr Budget als sonst zur Verfügung.

Demnach steht bei 42 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen Bargeld ganz oben auf dem Wunschzettel – um selbst entscheiden zu können, was davon gekauft wird. Doch nur 18 Prozent der Eltern wollen diesem Wunsch auch nachkommen. Stattdessen legen 43 Prozent der Befragten lieber Kleidung, Schuhe oder Rucksäcke unter den Baum. Für die Erhebung waren 467 Eltern und 467 Kinder im Alter von acht bis 17 Jahren online befragt worden.

Schottlands Regierungschefin Sturgeon entschuldigt sich für Regelverstoß

9.24 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat für einen Verstoß gegen die Corona-Regeln um Entschuldigung gebeten. Sie hatte sich am Rande einer Beerdigung in Edinburgh zwar mit Abstand, aber ohne Mund-Nasen-Schutz mit drei Frauen unterhalten. In Schottland ist das Tragen einer Maske in Gaststätten vorgeschrieben, außer am Sitzplatz.

»Das war ein dummer Fehler, und es tut mir wirklich leid«, sagte Sturgeon bereits am Dienstagabend. Die Boulevardzeitung »The Scottish Sun« hatte ein Foto der Szene vom Freitag veröffentlicht.

Nicola Sturgeon, hier vorbildlich mit Maske

Nicola Sturgeon, hier vorbildlich mit Maske

Foto: RUSSELL CHEYNE / REUTERS

»Ich spreche jeden Tag über die Wichtigkeit, Masken zu tragen, deshalb werde ich keine Entschuldigung liefern. Ich habe falsch gehandelt, ich ärgere mich über mich selbst«, sagte Sturgeon. Die Strafe für solche Verstöße beträgt 60 Pfund (umgerechnet 66 Euro), im Wiederholungsfall vervielfacht sie sich. Schottland hatte auch auf Betreiben der Regierungschefin härtere Corona-Maßnahmen durchgesetzt als die Zentralregierung in London.

Deutsche Wirtschaft steigert Umsätze – trotz Teil-Shutdown

9.09 Uhr: Industrie, Bau, Handel und Dienstleister haben im November ungeachtet neuer Corona-Maßnahmen mehr Geld eingenommen. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft wuchs saison- und kalenderbereinigt um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Oktober war das Plus mit 2,4 Prozent allerdings größer ausgefallen. »Seit dem Tiefpunkt im April 2020 ist der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft kontinuierlich angestiegen und lag zuletzt über dem Vorkrisenniveau«, hieß es. So fiel er im vergangenen Monat um 1,8 Prozent höher aus als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Im November wurden erneut schärfere Beschränkungen im Kampf gegen die zweite Welle der Pandemie eingeführt. Seither müssen Restaurants geschlossen bleiben und dürfen allenfalls Außer-Haus-Service oder Lieferdienste anbieten. Hotels dürfen nicht für Touristen öffnen. Im Dezember wurden die Maßnahmen noch verschärft, mit Ausnahme etwa des Lebensmittelhandels und anderer Läden des Alltagsbedarfs mussten fast alle Geschäfte schließen.

Ökonomen gehen deshalb davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zu Ende gehenden vierten Quartal wieder schrumpfen wird: Das Essener RWI-Institut rechnet mit einem Minus von 1,7 Prozent. Im Sommer hatte es ein Rekordwachstum von 8,5 Prozent gegeben, das auf den historischen Corona-Einbruch von 9,8 Prozent im Frühjahr folgte.

Lage in Sachsen spitzt sich zu

7.23 Uhr: Im Corona-Hotspot Sachsen müssen wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen »im Bereich des Hochwasserstützpunkts« gelagert und »bei Freigabe zur Einäscherung« ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in der Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.

Besonders im Dezember stieg nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten rasant (lesen Sie hier eine Reportage aus Sachsen: »Wenn die Toten warten müssen«). Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr. Im Oktober 2019 starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73. Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit »mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums«, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den »Belastungsgrenzen«. Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an.

Südkorea kappt Flugverbindungen mit Großbritannien

6.36 Uhr: Aus Sorge vor einer neuen Mutation des Coronavirus hat Südkorea jeglichen Flugverkehr von und nach Großbritannien bis Jahresende gestoppt. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums soll die neue Regel ab sofort gelten. Zusätzlich haben Südkoreas Behörden Einreisende aus Großbritannien ausnahmslos zu einer 14-tägigen Quarantäne sowie einem zusätzlichen Virustest kurz vor Ende der Quarantäne verpflichtet.

Amtsärzte fordern bundesweites Verbot von Weihnachtsgottesdiensten

6.20 Uhr: Die Amtsärzte haben ein bundesweites Verbot der Weihnachtsgottesdienste gefordert. Präsenzgottesdienste an den Feiertagen sollten wegen des Corona-Risikos von Bund und Ländern untersagt werden, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei bekannt, dass sich das Coronavirus bei Gottesdiensten leicht übertragen könne. Deshalb dürfe »kein zusätzliches Risiko« eingegangen werden.

Die katholische Kirche in Deutschland hatte zu Wochenbeginn angekündigt, dass sie an den Weihnachtsgottesdiensten festhält. Bei den Messen seien jedoch die Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen genau einzuhalten, forderte der Vorsitzende der Kommission Ehe und Familie, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, im Namen der Deutschen Bischofskonferenz. Die evangelische Kirche in Westfalen hatte hingegen zuvor ihren Gemeinden dringend empfohlen, während des Lockdowns und auch an Weihnachten auf alle Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Nach der Corona-Pandemie: Wuhan lernt das Feiern wieder

6.05 Uhr: Fotos aus Wuhan machen Hoffnung: Fast ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie erholt sich das Nachtleben. Junge Menschen füllen die Klubs der Stadt und feiern ihre neue Freiheit. Sehen Sie hier die Bilder.

RKI meldet fast 25.000 Neuinfektionen und 962 Todesfälle

5.55 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen einem Tag übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (16.12.) waren 27.728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist jedoch nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Coronatests angepasst hat, wer noch getestet werden soll.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch leicht auf 195,1. Am Tag zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27.968.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.554.920 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.12., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.160.100 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,95 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Britischer Gesundheitsdienst NHS bittet Johnson um Brexit-Aufschub

5.46 Uhr: Angesichts der großen Herausforderungen durch die Coronakrise hat der britische Gesundheitsdienst NHS den Premierminister Boris Johnson zu einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase um einen Monat aufgefordert. Ein Aufschub um einen Monat werde dem NHS Zeit geben, sich aus der »unmittelbaren Gefahrenzone« zu bringen, hieß es in einem Brief der NHS-Spitze, der in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht wurde. Denn dann könne sich der Dienst auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren, ohne dass ein No-Deal-Brexit »störende Veränderungen« mit sich bringe.

Großbritannien verlässt zum Jahresende den EU-Binnenmarkt und die Zollunion. Kommt in den verbleibenden Tagen kein Handelspakt mit der EU mehr zustande, drohen höhere Zölle und andere Handelshemmnisse, die nach Ansicht von Experten auch Auswirkungen auf die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern haben dürften. Der NHS befürchtet zudem, dass Rettungswagen aufgrund von Lastwagenstaus vor allem in der südostenglischen Grafschaft Kent am Ärmelkanal, einem Zentrum der Corona-Infektionen, nicht rechtzeitig die Patienten erreichen könnten. Johnsons Regierung hat eine Verlängerung der Übergangsphase bisher strikt abgelehnt.

»Am 1. Januar wird der NHS in der traditionell geschäftigsten Zeit des Jahres gegen die größte Herausforderung in seiner Geschichte antreten«, heißt es in dem Schreiben weiter. Derzeit werden fast 19.000 Corona-Patienten in britischen Kliniken behandelt. Wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Virus-Variante wird eine weitere Zunahme der Infektionen befürchtet. Die Belegschaft sei müde und erschöpft, betont die NHS-Führung. »Die Schockwellen eines No-Deal-Brexits könnten die Möglichkeiten des NHS überfordern.« Deshalb werde Johnson dringend gebeten, »die Übergangsfrist um einen Monat zu verlängern und dem NHS einige kostbare zusätzliche Wochen zu erkaufen«.

Altmaier warnt bei Corona-Hilfen vor Missbrauch

5.40 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Kritik an einer schleppenden Umsetzung von Corona-Finanzhilfen für Unternehmen zurückgewiesen und vor Missbrauch gewarnt. Der CDU-Politiker sagte der dpa in Berlin: »Noch nie wurden Hilfszahlungen in dieser Größenordnung innerhalb so kurzer Zeit beschlossen und bewilligt. Aber es muss sichergestellt sein, dass das Geld der Steuerzahler bei denen ankommt, die es wirklich brauchen, nicht bei solchen, die als Betrüger oder Abzocker unterwegs sind.«

Wenn der Staat Hilfen in der Größenordnung von bis zu mehreren Millionen Euro an einzelne Unternehmer vergebe, dann müsse gründlich geprüft werden, ob der Anspruch auch tatsächlich bestehe. »Andernfalls würden wir nachlässig mit dem Geld der Steuerzahler umgehen, und das tun wir nicht.«

Deshalb kämen Abschlagszahlungen zur Abmilderung von Schäden wegen der Schließungen im November und Dezember schnell, die komplette Auszahlung je nach Bedarf dauere etwas länger. Die Abschlagszahlungen sind ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Wirtschaftsverbände hatten Kritik an einer schleppenden Umsetzung der Hilfen geäußert.

Diese drei Faktoren entscheiden, wann wir Corona besiegen

5.25 Uhr: Mit der Impfung kommt die Normalität zurück – darauf hoffen viele. Doch wie schnell erreichen wir Herdenimmunität? Lesen Sie hier  den Ausblick für 2021.

Fahrgastzahl in Bus und Bahn drastisch eingebrochen

5.15 Uhr: Jahrelang sind die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen stetig gestiegen – in diesem Jahr aber hat die Coronakrise einen historischen Einbruch gebracht. Im Jahresdurchschnitt habe es nur noch 40 Prozent der üblichen Nachfrage gegeben, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen der dpa mit. Busse und Bahnen waren damit so leer wie nie seit der Wiedervereinigung, zumal das Angebot nahezu komplett aufrechterhalten wurde.

»Die Corona-Pandemie hat im ÖPNV tiefe Spuren hinterlassen«, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann. »Sowohl die Fahrgastzahlen als auch die Einnahmen sind eingebrochen, weil die Menschen zu Hause geblieben sind und ihnen die Anlässe für die Fahrten gefehlt haben.«

22 Jahre lang waren die Fahrgastzahlen ununterbrochen gestiegen. Immer mehr Erwerbstätige und immer mehr Einwohner in Großstädten brachten Busse und Bahnen mancherorts an die Kapazitätsgrenze. 10,4 Milliarden Kundenfahrten waren es 2019. Und weil mehr Bus- und Bahnfahren als ein Weg zu mehr Klimaschutz in Deutschland gilt, sollen eigentlich bis 2030 noch einmal drei Milliarden hinzukommen, das haben sich die Betreiber als Ziel gesetzt.

Patientenschützer warnt vor überhasteten Corona-Impfungen in Heimen

4.43 Uhr: Die Stiftung Patientenschutz warnt vor schlecht vorbereiteten Corona-Impfungen in Pflegeheimen. »Man kann nicht einfach in ein Pflegeheim gehen und dort alle Bewohnerinnen und Bewohner impfen«, sagte der Stiftungsvorsitzende Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Impfung von Demenzkranken ohne die Zustimmung eines Betreuers oder Bevollmächtigten sei nicht erlaubt. »Das wäre rechtlich gesehen schlichtweg Körperverletzung«, sagte Brysch.

 Nach Angaben des Patientenschützers leiden 1,6 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland an Demenz und sind deshalb nicht einwilligungsfähig. Davon lebten 600.000 Betroffene in Pflegeheimen, dies seien zwei Drittel aller Bewohner. Bevor ein Betreuer oder Bevollmächtigter in die Impfung eines Demenzkranken einwillige, müsse eine Beratung durch einen Arzt erfolgen, erläuterte Brysch. Dabei hätten die Mediziner die Krankengeschichte, den Immunstatus und auch Allergien in den Blick zu nehmen.

Corona-Pandemie über Weihnachten: Lücke in der Kurve

4.30 Uhr: Im Januar ist der Lockdown vorbei – das hoffen viele Deutsche. Aber möglicherweise geben die Zahlen Anfang kommenden Monats gar nicht preis, ob die Maßnahmen wirken. Lesen Sie hier mehr.

Frankreich öffnet die Grenze nach Großbritannien – ein wenig

0.37 Uhr: Frankreich erleichtert die Einfuhr von Waren per Lkw aus Großbritannien. Nach Angaben des französischen Verkehrsministeriums können französische und ausländische Lkw wieder aus Großbritannien nach Frankreich einreisen, sofern sie ein negatives Covid-19-Testergebnis nicht älter als 72 Stunden vorweisen können. Im Falle eines positiven Tests müssten sich die Fahrer zehn Tage lang auf britischem Boden isolieren, wobei die Unterkunft von den britischen Behörden bereitgestellt werde, heißt es weiter.

fek/nck/cop/jpz/bbr/asa/kim/AFP/dpa/Reuters/sid
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