Corona-News am Mittwoch Italien verschiebt neue Verschärfungen

In Italien sollten Verschärfungen wie eine nächtliche Ausgangssperre eigentlich schon morgen gelten - jetzt treten sie einen Tag später in Kraft. Und: Kai Havertz wurde positiv getestet. Der Mittwoch im Überblick.
Der leere Petersplatz in der Vatikanstadt

Der leere Petersplatz in der Vatikanstadt

Foto: Andrew Medichini / dpa

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Italien verschiebt Verschärfungen

21.00 Uhr: Die Regierung in Rom verschiebt die jüngsten Verschärfungen zum Corona-Schutz in Italien kurzfristig um einen Tag. Das sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwochabend im Fernsehen.

Der Beginn sei statt für Donnerstag jetzt für Freitag vorgesehen, sagte er. Die Regierung plant unter anderem nächtliche Ausgangssperren im ganzen Land sowie weitere Maßnahmen in Hochrisikozonen in bestimmten Regionen. Die Vorbereitung erfordere noch etwas Zeit.

Von 22 Uhr abends bis fünf Uhr morgens soll die nächtliche Ausgangssperre gelten. Außerdem teilt die Regierung das Land in drei Risikozonen ein und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete. Das geht aus dem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zu Mittwoch in Rom unterschrieben hat. Im ganzen Land müssen die Museen schließen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur noch halb voll sein. Höhere Schulen müssen auf Onlineunterricht umstellen.

Mit dem Prinzip der drei Risikozonen will Rom gezielter auf regionale Unterschiede bei der Entwicklung eingehen, aber einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr verhindern. Außerdem soll die Belastung und Qualität des Gesundheitssystems einbezogen werden. In den Zonen mit hohem oder sehr hohem Risiko wird das Verlassen des Wohnorts und der Region beschränkt. Als Ausnahmen gelten die Arbeit oder medizinische Gründe. Zudem müssen dort Bars und Restaurants schließen.

Reuters: 47,7 Millionen Infektionen weltweit

23.43 Uhr: Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters haben sich weltweit inzwischen mehr als 47,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Über 1,218 Millionen Menschen sind demnach nach einer Infektion gestorben.

Die USA bleiben mit über 9,424 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 232.000 Toten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land gefolgt von Indien und Brasilien.

Mehr als 88.000 Neuinfektionen in den USA

23.41 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 88.427 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 9,357 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, teilt die Seuchenschutzbehörde CDC mit.

Die Zahl der Todesfälle stieg um 1095 auf 231.988. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen.

Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen negativ getestet

23.35 Uhr: Nach einer bestätigten Corona-Infektion in ihrem Kabinett ist die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen negativ auf das Coronavirus getestet worden. Wie ihr Büro am Mittwochabend mitteilte, kann die Regierungschefin damit auch wieder Termine wahrnehmen, die eine körperliche Anwesenheit erfordern. Sie werde jedoch so weit wie möglich virtuell arbeiten, ehe sie in zwei Tagen ein weiteres Mal getestet werde.

Zuvor hatte der dänische Justizminister Nick Hækkerup bekanntgegeben, positiv auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, hatte er in der Nacht zum Mittwoch auf Facebook geschrieben.

Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Corona-Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Corona-Krise neben Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen.

Fußball-Nationalspieler Havertz mit Coronavirus infiziert

Wegen seiner Coronavirus-Infektion kann Kai Havertz im Champions-League-Spiel gegen Stade Rennes nicht dabei sein

Wegen seiner Coronavirus-Infektion kann Kai Havertz im Champions-League-Spiel gegen Stade Rennes nicht dabei sein

Foto: Alex Pantling / dpa

20.57 Uhr: Fußball-Nationalspieler Kai Havertz vom FC Chelsea ist mit dem Coronavirus infiziert. Das gab Trainer Frank Lampard am Mittwoch kurz vor dem Champions-League-Spiel des Premier-League-Clubs gegen Stade Rennes bekannt.

Havertz sei positiv getestet worden, schrieb der Verein auf Twitter. Als Konsequenz habe sich der Spieler in Selbstisolation begeben. Ob der 21-Jährige Symptome auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gezeigt hat, gab der Club nicht bekannt.

Havertz gehörte daher im Gegensatz zu Nationalstürmer Timo Werner auch nicht zum Aufgebot für die Partie gegen Rennes.

Slowakei verlängert Ausgangssperre

20.31 Uhr: Die slowakische Regierung hat die geltende landesweite Ausgangssperre bis zum 14. November verlängert. Wer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf seine Wohnung nicht einmal mehr für den Weg zur Arbeit verlassen. Erlaubt sind nur dringend notwendige Besorgungen und das Absolvieren eines Corona-Tests.

In ein besonderes Dilemma geraten Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Nach einer Reihe widersprüchlicher Regierungsankündigungen der letzten Tage veröffentlichte das Außenministerium in Bratislava am Mittwoch eine Auslegung der aktuell gültigen Bestimmungen, die Klarheit schaffen sollte.

Aufgrund einer Regierungsverordnung darf man demnach zwar aus Deutschland oder einem anderen nicht als Risikoland qualifizierten Staat ungehindert einreisen, ohne einen negativen Corona-Test vorweisen oder eine Quarantäne antreten zu müssen. Aufgrund einer gleichzeitig geltenden anderen Vorschrift gilt aber auch für diese Einreisenden das Verbot, sich ohne negativen Corona-Test frei im Land zu bewegen.

Der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic hatte ursprünglich angekündigt, zugleich mit der verschärften Einschränkung der Bewegungsfreiheit werde es kostenlose Corona-Tests direkt an der Grenze geben. Tatsächlich gibt es diese aber noch nicht, weshalb der Beginn des Einreiseverbots für Menschen ohne Test auf 15. November verschoben wurde. Nicht aufgeschoben wurde jedoch die Gültigkeit der Ausgangssperre.

Antragsfrist für Corona-Hilfen im Profisport verlängert

20.28 Uhr: Die Antragsfrist von Corona-Finanzhilfen für den Profisport ist um elf Tage bis zum 22. November verlängert worden. Dies habe Bundesinnenminister Horst Seehofer entschieden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Dies erfolge "als Reaktion auf die geänderten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie", hieß es in einer Mitteilung. Zudem werde die Frist für die notwendige Registrierung von bevollmächtigten Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern oder Rechtsanwälten bis zum 13. November (ursprünglich 31. Oktober) ausgeweitet.

"Ich möchte Insolvenzen der Sportvereine verhindern. Dadurch erhalten wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Vereine als wichtigen Teil unseres Zusammenlebens vor Ort", betonte Seehofer. "Für viele Vereine sind die Corona-Hilfen eine wichtige Stütze, um während der Pandemie überleben zu können. Durch die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bleibt auch dem deutschen Leistungssport die notwendige Basis erhalten", sagte der CSU-Politiker.

Anfang Juli hatte der Bundestag ein Hilfspaket verabschiedet, um die Folgen der Corona-Krise für den Profisport abzumildern. 200 Millionen Euro wurden vom Bund bereitgestellt, davon wurde aber erst gut ein Drittel beantragt. Die Frist für Anträge sollte ursprünglich zum 11. November auslaufen.

Gericht lehnt Eilantrag von Tattoo-Studio gegen Schließung ab

20.13 Uhr: Ein Tattoo-Studio aus Brandenburg ist mit dem Versuch gescheitert, die Schließung wegen der Corona-Krise zu stoppen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies am Mittwoch einen Eilantrag ab, das Verbot körpernaher Dienstleistungen in der Corona-Verordnung - in diesem Fall Tätowieren - vorläufig auszusetzen (OVG 11 S 94/20).

Die Regelung sei geeignet, erforderlich und angemessen, erklärten die Richter. Der Betreiber hatte vor erheblichen Einnahmeverlusten gewarnt und eine Ungleichbehandlung gesehen, weil Friseure und Einzelhandel noch öffnen dürften. Seit Montag gelten bundesweit verschärfte Beschränkungen wegen der hohen Zahl der Corona-Neuinfektionen.

Bund und Länder vor weiteren Hilfen für Flughäfen

19.06 Uhr: Die Bundesregierung stellt Flughäfen wegen der Coronavirus-Krise weitere Hilfen in Aussicht. In einem der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorliegenden Entwurf für eine gemeinsame Erklärung mit der Luftfahrtbranche heißt es, Airports seien von zentraler Bedeutung für den Luftverkehr: "Damit diese Betriebsbereitschaft aufrechterhalten werden kann, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Bund und Ländern, um die wirtschaftliche Grundlage der Flughäfen mittelfristig zu sichern."

Konkret solle die Antragsfrist für Zuschüsse zum Ausgleich von Pandemie-bedingten Schäden für den Zeitraum 4. März bis zum 30. Juni 2020 auf den 31. März 2021 verlängert werden. Zudem werde es Fixkosten-Zuschüsse geben.

Maas muss zum zweiten Mal in Quarantäne

18.46 Uhr: Noch am Morgen nahm Bundesaußenminister Heiko Maas an einer Kabinettssitzung teil. Am Nachmittag begab er sich in Quarantäne, nachdem ein ausländisches Delegationsmitglied positiv getestet worden war. Lesen Sie hier mehr.

Mehr als 500 Tote in Großbritannien

18.45 Uhr: Mit fast 500 Toten innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Todesfällen von Corona-Infizierten seit Mitte Mai erreicht. Die zuständige Statistikbehörde meldete am Mittwoch 492 Fälle, in denen die Patienten innerhalb von vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

So hoch lag die Zahl der Todesfälle nicht mehr seit dem 19. Mai, als 500 Tote gezählt wurden. Mit mehreren Zehntausend Toten gilt Großbritannien als das bislang von der Pandemie am härtesten getroffene Land in Europa.

Für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gilt ab Donnerstag zudem die höchste Warnstufe. Man steuere auf eine "ernste Situation" zu, sagte NHS-Chef Simon Stevens am Mittwoch. Ab diesem Donnerstag gilt in England zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown mit ähnlichen Regeln wie in Deutschland.

Auch Polen verhängt Teil-Lockdown

18.37 Uhr: Polen hat wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen einen erneuten Teil-Lockdown verhängt. "Die Pandemie wird immer schlimmer, deshalb müssen wir entschlossen reagieren", sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch bei einer virtuellen Pressekonferenz. Das Land mit seinen 38 Millionen Einwohnern hatte am Mittwoch mit mehr als 24.000 Infektionen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg der Fallzahlen verzeichnet.

Ab Samstag müssen deshalb die meisten Geschäfte in Einkaufszentren schließen. Nur Supermärkte, Apotheken und Friseursalons dürfen offen bleiben. Auch Kinos, Theater und Galerien werden geschlossen. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Nachdem bereits ältere Schüler und Studenten auf Fernunterricht umsteigen mussten, ordnete die Regierung dies nun auch für die Klassen eins bis drei an.

Sollten die Beschränkungen keine Wirkung zeigen, müsse "in einer Woche, in zehn Tagen" eine "landesweite Quarantäne" verhängt werden, erklärte Morawiecki. "Das wird sehr schmerzhaft sein."

104-Jährige spaziert in Großbritannien Marathondistanz für guten Zweck 

18.30 Uhr: Der 100-jährige britische Rekord-Spendensammler Tom Moore hat eine noch älterere Nachfolgerin bekommen: Die 104-jährige Ruth Saunders aus der Stadt Newbury hat mit ihren Spaziergängen eine Marathondistanz zurückgelegt. Die letzte Etappe der gut 42 Kilometer absolvierte sie britischen Medienberichten zufolge am Mittwoch, bevor in England am Donnerstag ein Teil-Lockdown wie in Deutschland beginnt.

Mit den Spaziergängen in der Nähe ihres Zuhauses hat die Seniorin schon 31.000 Britische Pfund (rund 34.400 Euro) für die Rettungsdienstorganisation Thames Valley Air Ambulance gesammelt. Eigentlich hatte sie nur 104 Runden - und damit rund 34 Kilometer - laufen wollen. "Aber wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann nichts mehr sie stoppen", sagte ihre Tochter Kate.

Ihr Vorbild ist der hundert Jahre alte Weltkriegsveteran Tom Moore, der im Frühjahr mit seinen Spaziergängen berühmt wurde und mehr als 33 Millionen Pfund an Spenden für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS sammelte. Er inspirierte eine Vielzahl von Nachahmern.

Auch Litauen geht den Weg des landesweiten Shutdowns

17.33 Uhr: Angesichts rasant steigender Infektionszahlen hat die Regierung in Vilnius beschlossen, Litauen vom 7. November an in einen Shutdown zu schicken. Gastronomische Betriebe dürfen bis 29. November nur noch außer Haus verkaufen, Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen weitestgehend dichtmachen und Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Weiter gilt eine Maskenpflicht in fast allen öffentlichen Räumen. Bei privaten Veranstaltungen sollen sich nur noch bis zu zehn Personen versammeln und Reisen innerhalb des Landes nach Möglichkeit vermieden werden. Geschäfte, Supermärkte und auch verschiedene andere Einzelhändler und Dienstleistungsbetriebe dürfen weiterarbeiten. Sie müssen dabei aber sicherstellen, dass für jeden Kunden eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung steht oder immer nur eine Person zugleich bedient wird.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 18.092 bestätigte Infektionen und 182 Todesfälle. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Die Regierung hatte deshalb zuletzt bereits 21 der 60 litauischen Kommunen unter lokale Quarantäne gestellt. Zur Eindämmung der Pandemie hatte Litauen bereits Ende Februar einmal frühzeitig den Notstand ausgerufen.

Dänemark tötet alle Nerze

17.17 Uhr: Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Manche Tiere tragen jedoch eine Mutation des Coronavirus in sich, die womöglich die Wirkung künftiger Impfstoffe beeinträchtigt. Daher soll nun der gesamte Bestand und damit mehrere Millionen Nerze getötet werden.

Foto: VASILY FEDOSENKO/ REUTERS

Bundesregierung konkretisiert Hilfen für Kulturschaffende

17.15 Uhr: Kultureinrichtungen müssen im November geschlossen bleiben. Der Bund hatte Hilfen versprochen, nun werden sie konkreter: Es soll einen "fiktiven Unternehmerlohn" für Kultur-Selbstständige geben.

Restaurants dürfen Take-away-Einnahmen behalten

16.57 Uhr: Die Bundesregierung kommt Gastronomen in der Coronakrise entgegen. Einnahmen aus dem Außerhausgeschäft schmälern nicht ihre staatlichen Hilfen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Bundesweit 41 Meldungen über Engpässe in den Gesundheitsämtern

16.52 Uhr: Dem Robert Koch-Institut (RKI) liegen derzeit 41 Mitteilungen zu Kapazitätsengpässen in den deutschen Gesundheitsämtern vor. Sieben Meldungen betreffen die Kategorie zwei, nach der die Infektionsschutzmaßnahmen in den nächsten Tagen nicht mehr gewährleistet werden können, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärte. 34 Meldungen betreffen die Kategorie drei, nach der Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund von Engpässen nicht mehr vollständig vorgenommen werden können.

Seit Beginn der Erfassung am 30. April sind beim RKI insgesamt 61 Mitteilungen zu Kapazitätsengpässen in Landkreisen und kreisfreien Städten eingegangen. Aufgrund der rasant gestiegenen Infektionszahlen fällt den rund 375 Gesundheitsämtern in Deutschland die Nachverfolgung der Infektionsketten immer schwerer.

Zur Entlastung der Gesundheitsämter werden Maßnahmen auf lokaler und Landesebene eingeleitet, wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte. Einige Gesundheitsämter werden durch die Bundeswehr oder mit "Containment Scouts" personell unterstützt.

Kreuzfahrten von und nach Kiel untersagt

16.24 Uhr: Schleswig-Holstein hat Kreuzfahrten von und nach Kiel untersagt. Es wäre nicht vermittelbar, dass Touristen am Montag aus den Hotels in Schleswig-Holstein abreisen mussten und am Donnerstag Tausende nach Kiel kämen, um mit einem Kreuzfahrtschiff abzulegen, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Die nach den Bund-Länder-Beschlüssen am 2. November in Kraft getretene Landesverordnung sehe vor, dass bis Ende November "touristische Themen nicht mehr stattzufinden haben".

Am Donnerstag hätte eine Kreuzfahrt mit "Mein Schiff 1" in Kiel ablegen sollen. Die Reederei TUI Cruises war davon ausgegangen, Kreuzfahrten fielen nicht unter die Vorgaben der Landesverordnung, da die Reisen überwiegend in internationalen Gewässern erfolgten, wie eine Sprecherin den "Kieler Nachrichten" sagte. TUI Cruises habe deshalb noch versucht, die "Mein Schiff 1" in einen anderen Abfahrtshafen umzuleiten.

"Unsere erste Abfrage hat ergeben, dass auch andere deutsche Häfen keinen Kreuzfahrtbetrieb ermöglichen", sagte die Sprecherin. "Vor diesem Hintergrund müssen wir schweren Herzens alle für dieses Jahr geplanten "Blauen Reisen" der "Mein Schiff 1" absagen." Die Kreuzfahrten nach Griechenland und auf die Kanarischen Inseln fänden nach wie vor statt. Seit Juli seien mehr als 40.000 Gäste mit TUI Cruises gereist – es habe bisher keine Zwischenfälle gegeben.

16.16 Uhr: Der Kabarettist Dieter Hallervorden geht juristisch gegen die vorübergehende Schließung seines Berliner Theaters vor. Wegen der Pandemie muss auch das Schlosspark-Theater bis Monatsende schließen. Er habe einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht, erklärte Hallervorden. Zuvor hatte die "FAZ" darüber berichtet.

"Ich möchte damit eine politische Entscheidung korrigieren, weil ich sie für unverhältnismäßig und in Teilen für rechtswidrig halte", teilte Hallervorden der Deutschen Presse-Agentur mit. Er berufe sich dabei auf die Freiheit der Kunst, die im Gegensatz zur Freiheit der Berufsausübung keine Einschränkungen kenne. Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte, dass ein Eilantrag eingegangen ist. Wann das Gericht entscheidet, ist noch unklar.

Hallervorden ist nicht der Einzige, der sich mit einem Eilantrag gegen die Verordnung richtet. Beim Verwaltungsgericht liegen Dutzende weitere Eilanträge aus betroffenen Branchen und Betrieben. Erst am Dienstag hatte das Gericht das Konzertverbot bestätigt, das der Berliner Senat festgelegt hatte. Das Gericht wies einen Eilantrag zweier Pianisten zurück. Die Musiker hatten ein geplantes Konzert in einem Saal der Staatsoper Unter den Linden durchsetzen wollen.

Jazzfest Berlin nur online – Musikszenen aus Berlin und New York

16.06 Uhr: Das Jazzfest Berlin ist in diesem Jahr nur als Online-Festival zu erleben. Im Mittelpunkt der 57. Ausgabe stehen von diesem Donnerstag an die Avantgarde-Szenen aus New York und Berlin , wie die Berliner Festspiele mitteilten. An den vier Festivaltagen werden bis Sonntag mehr als 24 Stunden Konzerte im Livestream auf Arte.tv gezeigt. Alle 27 Auftritte werden als Video und teilweise auch live im Rundfunk übertragen.

England erklärt höchste Corona-Warnstufe

15.39 Uhr: Die Fallzahlen steigen, den Krankenhäusern droht die Überlastung. Jetzt zieht der nationale Gesundheitsdienst in Großbritannien Konsequenzen und ruft für England erneut die höchste Pandemie-Warnstufe aus.

Kabinett beschließt Sonderzahlungen für Beamte und Soldaten

15.35 Uhr: Die Bundesregierung hat eine einmalige Sonderzahlung für Soldaten und Bundesbeamte in Höhe von bis zu 600 Euro bewilligt. Das Geld soll noch vor Ende dieses Jahres überwiesen werden, wie das Kabinett entschied. Zur Begründung hieß es, ebenso wie die Tarifbeschäftigten seien auch die Beamten und Wehrsoldempfänger durch die Pandemie in diesem Jahr einer "zusätzlichen Belastung" ausgesetzt. Die Sonderzahlung sei gedacht, um diese Belastung "abzumildern".

Bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst war im Oktober entschieden worden, dass die unteren Einkommensgruppen eine Sonderzahlung von 600 Euro erhalten sollen. Die Beschäftigten der mittleren Einkommensgruppen bekommen 400 Euro. 300 Euro gibt es für die Beschäftigten der höheren Besoldungsgruppen. Für die Beamten und Soldaten wird dies nun nachvollzogen. Laut Kabinettsbeschluss erhalten Anwärter eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 200 Euro. Für freiwillige Wehrdienstleistende gibt es 600 Euro.

Bundesbank: Krise trifft Einkommen vieler Verbraucher

15.16 Uhr: Die Krise hat laut einer Studie der Bundesbank das Portemonnaie vieler Menschen in Deutschland belastet. Mehr als 40 Prozent erlitten Einkommenseinbußen oder sonstige Verluste wegen der Pandemie oder den Maßnahmen zur ihrer Bekämpfung, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage, an der rund 2000 Menschen im Mai teilnahmen. Erwerbspersonen seien mit 46 Prozent wesentlich stärker betroffen als Nichterwerbspersonen (28 Prozent), zu denen hauptsächlich Rentner und Pensionäre gehören.

Die Befragten rechneten in der Anfangsphase der Coronakrise damit, dass ihr monatliches Nettoeinkommen in den kommenden zwölf Monaten im Schnitt um 64 Euro sinkt, so die Bundesbank. Die Unterschiede waren aber groß: 40 Prozent gingen davon aus, dass ihr Einkommen um mehr als 500 Euro pro Monat fällt, 8 Prozent erwarteten keine Veränderung. Gut die Hälfte (52 Prozent) rechneten mit einem Plus um etwa 290 Euro - vor allem Angestellte sowie Rentner und Pensionäre, die erwarten, dass sie ihren Job behalten oder Altersbezüge weiter fließen.

"Die Menschen mit den niedrigsten Einkommen rechneten mit den größten Einkommensverlusten", erklärten die Autoren. Vermutlich seien sie oft in unsicheren Jobs beschäftigt. Als ermutigend für die Konjunktur werteten die Experten, dass die meisten Befragten planten, auf Sicht von einem Jahr ebenso viel Geld auszugeben wie in den zwölf Monaten davor. Zudem sei die Bereitschaft hoch, eine fiktive unerwartete Einmalzahlung zum Konsum zu verwenden.

Die Laune auf üppigere Käufe nach dem Shutdown aber schwand: Gemessen an Befragungen im Mai 2019 gaben weniger Menschen an, mehr Geld ausgeben zu wollen. Zugleich wollen diejenigen, die nun mehr sparen, das an vielen Stellen tun. Auf der Kürzungsliste standen in erster Linie Reisen und Urlaub sowie Freizeitaktivitäten.

Laumann sieht keine Notwendigkeit von Freihalteprämien für Kliniken

15.15 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht derzeit keine Notwendigkeit dafür, die Prämie für Kliniken wegen freigehaltender Betten wieder einzuführen. "Das steht zurzeit nicht an", sagte Laumann. Die Entwicklung der Patientenzahlen in den Kliniken und die Zahl der freien Betten auf den Intensivstationen würden aber genau beobachtet, um dann "von Punkt zu Punkt" zu entscheiden.

Laumann sagte, derzeit seien in NRW sieben Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. "Wir haben seit dem Frühjahr erheblich aufgebaut." Der Landesgesundheitsminister wollte aber nicht ausschließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein coronabedingter Notbetrieb in den Kliniken erforderlich sein könnte. Sollte dies der Fall sein, werde man an einem finanziellen Ausgleich für die Klinken wegen frei gehaltener Betten "nicht vorbeikommen".

Italien: Nächtliche Ausgangssperren beginnen Donnerstag

15.05 Uhr: Italien verhängt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis fünf Uhr morgens. Außerdem teilt die Regierung das Land in drei Risikozonen ein und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete. Das geht aus dem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zu Mittwoch in Rom unterschrieben hat. Die Verschärfung tritt am Donnerstag in Kraft und gilt zunächst für vier Wochen bis zum 3. Dezember. Im ganzen Land müssen die Museen schließen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur noch halb voll sein. Höhere Schulen müssen auf Onlineunterricht umstellen.

Mit dem Prinzip der drei Risikozonen will Rom gezielter auf regionale Unterschiede bei der Entwicklung eingehen, aber einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr verhindern. Außerdem soll die Belastung und Qualität des Gesundheitssystems einbezogen werden. In den Zonen mit hohem oder sehr hohem Risiko wird das Verlassen des Wohnorts und der Region beschränkt. Als Ausnahmen gelten die Arbeit oder medizinische Gründe. Zudem müssen dort Bars und Restaurants schließen.

Bundesregierung lädt zum digitalen Tag der offenen Tür

15.00 Uhr: Trotz Pandemie findet an diesem Sonntag wieder der Tag der offenen Tür bei der Bundesregierung statt – diesmal allerdings in digitaler Form. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bürgerfragen in diesem Jahr per Video beantworten. Darüber hinaus stehen Einblicke in die Arbeit der Ministerinnen und Minister auf dem Plan. Über Live-Formate auf Bundesregierung.de stellen die Ministerien am Sonntag (8 Uhr) ihre Arbeit vor. Regierungssprecher Seibert selbst will sich bei einer Online-Pressekonferenz den Fragen von Kindern stellen.

Deutschen Topathleten brechen ein Viertel der Einnahmen weg

14.56 Uhr: Auch für Deutschlands Spitzenathleten hat die Pandemie finanzielle Folgen. Mit einem Umsatzverlust von rund sechs Millionen Euro in diesem Jahr trifft es die aktuell 466 Mitglieder der Olympia- und Paralympics-Kader laut einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln am härtesten. Ihre monatlichen Einnahmen werden um 25 Prozent auf 1287 Euro zurückgehen.

Insgesamt sind die Bruttoeinnahmen im Schnitt bei Nachwuchs- und Topathleten im Vergleich zu 2019 um 335 Euro pro Monat (minus 17 Prozent) gesunken, heißt es in der von der Deutschen Sporthilfe und dem Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Auftrag gegebenen repräsentativen Befragung, an der sich im Oktober 1626 und damit 40 Prozent der von der Sporthilfe geförderten Athleten beteiligten.

Für 2021 Jahr würden die Athleten der Olympia- und Paralympics-Kader im Schnitt von einem zusätzlichen Einnahmerückgang um weitere 600 Euro pro Monat ausgehen. Über 12 Monate seien dies Mindereinnahmen von 22.700 Euro pro Athlet oder knapp 10,6 Millionen Euro für die gesamte Athletengruppe im Vergleich zu 2019.

Besonders bei den Einnahmen aus dem Wettkampfbetrieb, wie Antritts- und Preisgelder, beklagten 32 Prozent aller Kaderathleten einen Einnahmerückgang, dies gelte sogar für 46 Prozent der Olympia- und Paralympics-Kader. Die Einkünfte aus Sponsorenverträgen reduzierten sich laut Studie für 22 Prozent aller Kaderathleten und für 38 Prozent der Olympia- und Paralympics-Kader.

Rekordwerte bei Neuinfektionen in Österreich und der Schweiz

14.48 Uhr: Die Pandemie hat Österreich und die Schweiz weiterhin fest im Griff. In beiden Ländern gab es binnen 24 Stunden so viele Neuinfektionen wie noch nie. Österreich verzeichnete 6211 Fälle, wie das Innenministerium mitteilte. Insgesamt waren über 2500 Infizierte im Krankenhaus, 383 davon auf einer Intensivstation.

In der Schweiz und Liechtenstein gab es binnen 24 Stunden 10.073 neu bestätigte Infektionen, wie das Bundesamt für Gesundheit bekannt gab. Das bedeutet eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vortag, als über 6100 bestätigte positive Fälle gemeldet wurden. Zudem sind 73 Patienten an oder mit dem Virus verstorben.

In Deutschland sind am Mittwoch innerhalb eines Tages 17.214 neue Fälle an das staatliche Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Damit haben die Alpenländer deutlich höhere Zahlen gemessen an der wesentlich geringeren Einwohnerzahl zu verzeichnen.

Bremen will kostenlose FFP2-Masken an Risikogruppen verteilen

14.34 Uhr: Risikogruppen im Bundesland Bremen sollen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. "Gedacht sind die Masken für ältere Bürgerinnen und Bürger, also ab 65 Jahre aufwärts, und für Menschen mit Vorerkrankungen", sagte der Sprecher des Senats, Christian Dohle, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen den bürokratischen Aufwand dabei so gering wie möglich halten. Erforderlich sind kein Attest und kein Rezept. Es reicht, den Anspruch glaubhaft vorzutragen." Der Senat stelle dafür zunächst zwei Millionen Euro bereit, was für rund eine Million Masken reichen werde. Das Land Bremen hat rund 680.000 Einwohner.

FFP2-Masken schützen den Träger oder die Trägerin wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Virus als eine einfache OP-Maske oder eine Alltagsmaske aus Stoff. Über den Plan des Senats hatte zunächst die Tageszeitung "Weser Kurier" berichtet.

Söder und tschechischer Premierminister: Grenzen bleiben offen

13.48 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der tschechische Premierminister Andrej Babiš wollen die Grenze auch bei weiter steigenden Infektionszahlen geöffnet lassen. "Ein Schließen der Grenzen würde keinen großen Gewinn bringen zur Bekämpfung der Pandemie, würde aber erhebliche andere negative Folgen haben", sagte Söder nach einer Videoschalte mit Babiš. Beidseits der Grenze gälten inzwischen die gleichen Schutzmaßnahmen wie Alltagsmasken und Mindestabstände, sodass Grenzschließungen vor allem den Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Warenverkehr behindern würden.

Auch die medizinische Versorgung wäre dadurch beeinträchtigt, argumentierte Söder – in Bayern arbeiten gerade im Pflegebereich zahlreiche tschechische Berufspendler. Um dem Nachbarland, das von der zweiten Pandemiewelle besonders stark betroffen ist, zur Seite zu stehen, erneuerte Söder das Angebot, bis zu 100 Betten für die Versorgung von Patienten zur Verfügung zu stellen.

Gericht erklärt Maskenpflicht in Teilen von Koblenz für rechtswidrig

13.14 Uhr: Die in den Abendstunden geltende Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt im rheinland-pfälzischen Koblenz ist rechtswidrig. Diese Regelung sei unverhältnismäßig, teilte das Verwaltungsgericht Koblenz mit und gab damit dem Eilantrag eines Bürgers statt. Die Stadt habe nicht geprüft, ob es in den betroffenen Gebieten mildere Mittel zur Eindämmung der Pandemie gibt.

Für die Zeit zwischen 20 Uhr und fünf Uhr hatte die Stadt eine Maskenpflicht in den Stadtteilen Altstadt, Mitte und Süd verhängt. Es sei aber nicht ersichtlich, dass sämtliche Bereiche der Stadtteile in den Abend- und Nachtstunden stark frequentiert würden, urteilten die Richter.

Darum verbiete sich die Annahme, dass in allen betroffenen Bereichen mit einer Unterschreitung des Mindestabstands zu rechnen sei. Zudem sei nicht nachvollziehbar, warum im November genau wie im Sommer auch an Werktagen mit Ansammlungen junger Menschen und damit verbundenem Alkoholkonsum gerechnet werden müsse.

USA am Wahltag mit zweithöchstem Wert bei Neuinfektionen

12.55 Uhr: Die USA haben am Dienstag – dem Tag der Wahl – mit mehr als 91.000 Corona-Neuinfektionen den bislang zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore vom Mittwoch hervor. Der bislang höchste Wert war am vergangenen Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen registriert wurden. 

Corona und US-Wahl sorgt für Rekord-Internetnutzung in Deutschland

12.48 Uhr: Seit März ist die Nutzung des Internets stark angestiegen. Nun wurde am Netzknoten in Frankfurt am Main ein neuer Rekord gemessen. Grund dafür ist offenbar auch die US-Wahl.

DFB passt Corona-Hygienekonzept an

12.14 Uhr: Die vollständig ausgenutzten Testkapazitäten in Deutschland bringen den Fußball in die Defensive. Der DFB ringt sich eine Anpassung seines Konzepts ab. Die DFL bewegt sich bisher nicht.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Corona-Ausbruch in Frankfurter Gefängnis

12.00 Uhr: In einem Gefängnis in Frankfurt am Main hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt 26 Gefangene und zwei Bedienstete der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankfurt IV im Stadtteil Preungesheim seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das hessische Justizministerium mit. Ein Gefangener sei am Montag wegen leichter Erkältungssymptome vorsorglich auf das neuartige Virus getestet worden, der Test sei positiv ausgefallen. Vorsorglich seien alle auf derselben Station untergebrachten Gefangenen und Bediensteten getestet worden. Die Tests von 25 weiteren Gefangenen sowie zwei Bediensteten sei positiv ausgefallen.

Ungarns Außenminister Szijjarto positiv getestet

11.30 Uhr: Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto ist während einer Asien-Reise positiv getestet worden. Der Politiker sei vorerst ohne Symptome und warte in einem Krankenhaus in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf seine Heimreise, erklärte ein Sprecher des Ministers der amtlichen Nachrichtenagentur MTI. Szijjarto war von Kambodscha kommend in Thailand eingetroffen. Vor seiner Abreise aus Budapest sei ein Test bei ihm negativ ausgefallen.

Studie: Ansteckung von Kindern in Kitas wenig wahrscheinlich

11.19 Uhr: Eine Ansteckung von Kindern in Kitas ist einer Studie zufolge wenig wahrscheinlich, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet. Forscher um Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, hatten über mehrere Wochen die Abstriche von 825 Kindern in Kitas und 372 Mitarbeitern in Hessen untersucht. Dabei wurden nur zwei Probanden positiv getestet – zwei Erzieherinnen. Bei den Kindern gab es keinen positiven Test. "In den zwölf Wochen Beobachtungszeitraum hat sich wohl keines der mehr als 800 untersuchten Kinder infiziert", sagt Ciesek. "Die Wahrscheinlichkeit scheint also extrem gering zu sein, dass sich Kinder anstecken."

SPD sperrt sich gegen Unternehmerlohn bei Corona-Hilfen

10.56 Uhr: Die SPD sperrt sich gegen Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), bei der Neufassung der Überbrückungshilfen auch einen Unternehmerlohn etwa für Soloselbständige einzuführen. Ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Carsten Schneider wendet sich dagegen, "ein doppeltes System aufzubauen". Stattdessen werde im Sozialausschuss des Bundestages derzeit eine Verlängerung des vereinfachten Hartz-IV-Zuganges für Selbstständige bis Ende März 2020 beraten. Dabei könne er sich weitere Vereinfachungen vorstellen, etwa den Wegfall der Anrechnung der Einkünfte von Lebenspartnern bei der Berechnung möglicher Hilfen.

Koalition will Infektionsschutzgesetz in zwei Wochen ändern

10.33 Uhr: Union und SPD wollen eine Präzisierung der Gesetzesgrundlagen für die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in zwei Wochen vom Bundestag verabschieden lassen. Der Bundesrat solle sich dann in seiner regulären Sitzung am 27. November oder in einer Sondersitzung eine Woche früher damit befassen, kündigt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, an.

Die Koalition will im Gesetz einen neuen Paragrafen 28a einfügen, der "Besondere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2" beschreibt, wie Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebot und Maskenpflicht, aber auch Einschränkungen für ganze Branchen. Darauf hatten sich die Koalitionspartner am Dienstag verständigt.

Studie zu Schulschließungen: Kinder haben "wenig oder nichts" gelernt

10.13 Uhr: Niederländische Schulen gelten als digitale Vorreiter. Doch selbst dort zeigt eine Studie: Der Unterricht im Netz bringt kaum Lernfortschritte – besonders bei Kindern mit schwierigem sozialen Umfeld.

Wie sich ein Paar vor Gericht seinen Hochzeitstanz erstritt

Isabelle und Stefan wollten auf ihrer Hochzeit tanzen, doch die Corona-Regeln ließen das nicht zu. Dann machte ihnen ein befreundeter Jurist ein Angebot. Lesen Sie hier mehr über die Geschichte eines besonderen Verfahrens.

Verfassungsgericht: Bearbeitung von Eilanträgen gesichert

09.50 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht sieht die zügige Bearbeitung von Eilanträgen trotz der vielen Einschränkungen sichergestellt. Man sei weiterhin vollständig arbeitsfähig, teilte das höchste deutsche Gericht mit. Die Richterinnen und Richter könnten auch vom heimischen Computer aus arbeiten.

Noch hat die Klagewelle wegen der seit Montag verschärften Beschränkungen das Gericht nicht erreicht. Aktuell gebe es einen Eilantrag gegen die bayerischen Bestimmungen, sagte ein Gerichtssprecher. Der oder die Kläger hätten sich allerdings direkt an das Bundesverfassungsgericht gewandt und nicht vorher an die Verwaltungsgerichte. Solche Eilanträge sind in den meisten Fällen unzulässig, weil der Rechtsweg nicht eingehalten wurde.

Das Gericht arbeitet ab sofort wieder in zwei Schichten für den Fall, dass Mitarbeiter erkranken oder in Quarantäne müssen, wie es hieß. Auslandsreisen und der Empfang ausländischer Delegationen entfielen. Besuchergruppen dürfen schon seit März nicht mehr ins Haus.

Dänemarks Justizminister mit Corona infiziert – Frederiksen isoliert

07.45 Uhr: Der dänische Justizminister Nick Hækkerup ist positiv getestet worden. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, teilte der Minister mit. Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Coronakrise neben Regierungschefin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen.

Frederiksen, die am Freitag an einem Treffen mit dem Minister teilgenommen hatte, mache nun schnellstmöglich einen Test und isoliere sich, bis das Testergebnis vorliege, teilte ihr Büro am Morgen via Twitter mit. Symptome zeige sie nicht. Auch viele andere Minister – darunter Außenminister Jeppe Kofod und Finanzminister Nicolai Wammen – begeben sich demnach wegen des Treffens mit Hækkerup in Selbstisolation.

Krankenhausgesellschaft fordert Rettungsschirm für Betten-Freihaltung 

07.15 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat vom Bund einen erneuten Rettungsschirm gefordert, um freie Betten für Corona-Patienten sicherstellen zu können. "Der Rettungsschirm sollte dringend wieder aufgespannt werden", sagte Präsident Gerald Gaß der "Passauer Neuen Presse". Mit finanziellen Hilfen, wie es sie bereits im Frühjahr gab, könnten die Kliniken Personal umschichten und wären in der Lage, alle Intensivbetten zu versorgen. "Wenn wir unsere Intensivkapazitäten voll auslasten müssen, weil die Not so groß ist, werden wir die Regelversorgung für Nicht-Corona-Patienten wieder deutlich zurückführen müssen, wie wir es im Frühjahr bereits gemacht haben."

Die Zahl der Intensivpatienten sei zuletzt sprunghaft angestiegen. "Wir werden den bisherigen Höchststand von 2800 noch in dieser Woche erreichen. Noch im November werden wir die Verdopplung dieser Zahl erleben", sagte Gaß. Die Notwendigkeit zusätzlicher Notkrankenhäuser sehe er aber nicht. "Die Infrastruktur wird ausreichen, aber wir müssen den Regelbetrieb einschränken, um das Personal für die Behandlung von Covid-Patienten einsetzen zu können."

RKI meldet 17.214 neue Neuinfektionen

07.00 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 17.214 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 14.964 gelegen – das waren beinahe doppelt so viele wie am Mittwoch der Woche davor.

Das RKI-Dashbord  hatte am Morgen zunächst 16.498 neue Ansteckungsfälle gemeldet. Mit dem Tool gab es jedoch eine technische Verzögerung. Auf seiner Homepage  nennt die Behörde nun die aktuellen Zahlen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 577.593 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 151 auf insgesamt 10.812. Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes 7-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 0,98 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Düsseldorf erlässt Maskenpflicht im fast kompletten Stadtgebiet

05.05 Uhr: Bislang galt in Düsseldorf die Maskenpflicht – wie in anderen Städten – nur für belebte Wege und Plätze. Nun ist eine generelle Maskenpflicht eingeführt worden, von der unter anderem Friedhöfe, Wälder und Parkanlagen sowie Rad- und Autofahrer ausgenommen sind. Das wird mit dem hohen Infektionsgeschehen begründet.

Wer gegen die neue praktisch stadtweite Maskenpflicht in Düsseldorf verstößt, kann kräftig zur Kasse gebeten werden. Möglich seien Geldbußen in Höhe von bis zu 25.000 Euro , wie es in der Allgemeinverfügung mit Bezug auf das Infektionsschutzgesetz heißt, die Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt veröffentlicht hat.

In NRW kostet es bisher 150 Euro, wenn man zum Beispiel im Bus keine Mund-Nasen-Abdeckung trägt.

Städtetag fordert Finanzhilfe für Zoos, Museen und Theater

03.00 Uhr: Angesichts der Schließung der Kultur- und Freizeiteinrichtungen wegen der Corona-Pandemie fordert der Deutsche Städtetag finanzielle Unterstützung für kommunale Unternehmen wie Theater, Zoos und Museen. "Auch die kommunalen Unternehmen und Kultureinrichtungen müssen von den kurzfristigen Wirtschaftshilfen für den November profitieren, die der Bund jetzt zeitnah auflegt", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Leipziger Oberbürgermeister nannte als weitere Beispiele Messen, Kongresszentren oder kommunale Konzerthäuser. Die Betriebe und Einrichtungen hätten viel in Hygienestandards investiert, um trotz Corona ihre Dienstleistungen anzubieten. Nun müssten ihnen entfallende Umsätze zumindest in Teilen ausgeglichen werden. Die verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nannte Jung zwar notwendig. "Aber die wirtschaftlichen Folgen dieser Zwangspause müssen auch für kommunale Unternehmen abgefedert werden", sagte der SPD-Politiker.

Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, das öffentliche Leben im November weitgehend herunterzufahren. Betroffene Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen sollen entschädigt werden. Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern bekommen 75 Prozent des Umsatzes erstattet, den sie im November 2019 erwirtschafteten. Größere Firmen sollen rund 70 Prozent bekommen.

Warum wir die zweite Welle unterschätzen

Die Corona-Todeszahlen werden auch in Deutschland in den kommenden Tagen stark steigen – egal wie erfolgreich der Shutdown ist. Das zeigt ein Rechenmodell von Max-Planck-Forschern. Lesen Sie hier  mehr dazu.

Mehr als 5000 Neuinfektionen und fast 500 weitere Tote in Mexiko 

02.45 Uhr: Mexiko meldet 5250 Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der bestätigten Ansteckungen in dem Land auf 938.405, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus erhöhte sich um 493 auf 92.593.

Lungenarzt fordert Personaluntergrenzen in Pflege erneut auszusetzen

02.30 Uhr: Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat eine erneute Aussetzung der Personaluntergrenzen in der Pflege gefordert. "Schaffen wir die Grundversorgung nicht mehr, dann können ganz viele andere Fälle nicht länger optimal behandelt werden", sagte DGP-Präsident Michael Pfeifer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Ein limitierender Faktor, um aus der Personalfalle herauszukommen, ist die Pflegeuntergrenze, die wir grundsätzlich für richtig und gut halten." In der aktuellen Lage verschärfe sie allerdings die Situation.

Im Frühjahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die festen Personaluntergrenzen für bestimmte Stationen bis auf Weiteres außer Kraft. Kliniken konnten so vorübergehend von Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegekräften abweichen.

Der Anstieg von Corona-Patienten sei "rasant und bedrohlich", sagte Pfeifer weiter. Dabei fehle es nicht an Beatmungsgeräten und Betten, sondern an Personal. "Das Gesamtpersonal wird es nicht schaffen, noch einmal wie im Frühjahr so eine enorme Kraftanstrengung zu erbringen und schon gar nicht über fünf Monate."

So stehen Sie den zweiten Shutdown durch

Frustriert sein, Angst haben, sich über den Partner aufregen – alles verständlich angesichts der aktuellen Situation, sagt der Psychologe René Träder. Hier  sagt er, wie Sie sich selbst helfen können.

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