Corona-News am Mittwoch Merkel strebt bis zu zehn Millionen Corona-Impfungen pro Woche an

Die Kanzlerin will die Impfungen in Deutschland deutlich beschleunigen. Frankreich meldet höchste Zahl von Neuinfektionen seit November. Und: Deutsche dürfen wieder ohne Auflagen in die Schweiz reisen. Der Überblick am 24. Februar.
Angela Merkel: »Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen«

Angela Merkel: »Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen«

Foto:

KAY NIETFELD / AFP

Das war das Corona-Update am Mittwoch.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

+++ Merkel strebt bis zu zehn Millionen Corona-Impfungen pro Woche an +++

20.49 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt nach eigenen Worten an, die Zahl der Corona-Impfungen pro Woche bald auf bis zu zehn Millionen zu erhöhen. »Die Impfkampagne wird sich jetzt immer weiter beschleunigen«, sagte sie im Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«  (Donnerstag). »Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen.« Die Impfzentren schafften das nicht allein, dazu würden noch die niedergelassenen Ärzte gebraucht, sagte Merkel.

Sie selbst wolle sich nicht vorzeitig impfen lassen, hatte sie der FAZ gesagt. Ende Dezember hat in Deutschland die Impfkampagne gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 begonnen. Mehr als drei Millionen Menschen wurden bislang geimpft. 1.854.928 Menschen sind bereits vollständig geimpft. 1.663.366 Menschen haben bislang eine erste Dosis verabreicht bekommen und warten auf ihre zweite Impfung.

Merkel erklärte zudem mehr Tests zur Voraussetzung für weitere Lockerungen von Alltagsbeschränkungen. »Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden«, sagte Merkel der FAZ. Das weitere Vorgehen soll bei den Beratungen mit den Regierungschefs der Bundesländer am 3. März geklärt werden. Merkel sagte weiter: »Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein.«

Corona-Wortschöpfungen: Wo wir den Briten in der Pandemie voraus sind

23.13 Uhr: Kreativ in der Krise: Kein anderes Thema prägte zuletzt den Wortschatz der Deutschen so sehr wie die Corona-Pandemie. Inzwischen staunen sogar die Briten, wie deutsche Forscher neue Begriffe sammeln. Lesen Sie hier mehr dazu.

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt unter 3000

22.15 Uhr: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist unter die Marke von 3000 gesunken. Am Mittwochmittag wurden 2955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon (59 Prozent) wurden beatmet.

Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5700. Seither sinkt sie kontinuierlich.

Gartenmärkte können in Mecklenburg-Vorpommern Anfang März öffnen

21.30 Uhr: Neben Friseursalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. März an auch Gartenbaucenter wieder öffnen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und darunter je 100.000 Einwohner dürfen auch Kosmetiker, Fußpfleger und Nagelstudios wieder Kunden empfangen. In den übrigen Regionen treten diese Regelungen eine Woche später am 8. März in Kraft. Dann dürfen Besucher auch wieder in die Außenbereiche der Zoos kommen. Darauf verständigten sich bei einem Corona-Gipfel am Mittwoch Landesregierung und Vertreter von Wirtschafts- und Kommunalverbänden.

Zudem wurden bei der Videokonferenz die Grundzüge eines Stufenplans zur Beendigung des Lockdowns vereinbart. Demnach soll der Einzelhandel mit begrenzter Kundenzahl wieder öffnen, sobald landesweit der Inzidenzwert stabil unter 35 liegt. Öffentliche und private Schulen sollen dann generell wieder zum Regelbetrieb übergehen. Etwas später können auch Museen öffnen und Märkte abgehalten werden. Ausgenommen bleiben jeweils Hochrisiko-Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen von über 150. Zeitversetzt sollen später Gaststätten und Hotels zunächst nur für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern öffnen. Konkrete Starttermine wurden nicht genannt.

Den jüngsten Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zufolge weisen aktuell nur der Landkreis Vorpommern-Rügen und Rostock weniger als 35 Corona-Infektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf.

Frankreich meldet höchste Zahl von Neuinfektionen seit November

20.30 Uhr: Frankreich meldet mit 31.518 Neuinfektion den stärksten Anstieg seit Mitte November. Vergangenen Mittwoch lag die Zahl bei 25.018. Die Zahl der neuen Todesfälle lag bei 277 nach 431 am Dienstag.

Schweiz: keine Quarantäne mehr für Einreisende aus Deutschland

20.00 Uhr: Aus den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen können Reisende ab Donnerstag wieder ohne Einschränkungen in die Schweiz reisen. Die Anordnung zu einer Quarantänepflicht für Menschen, die sich dort in den vorangegangenen zehn Tagen aufgehalten hatten, lief am Mittwoch aus. Damit gibt es vorerst keinerlei Einreiseauflagen mehr für Reisende aus Deutschland. Sie müssen sich aber elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen.

Ausschlaggebend für die Schweizer Risikoliste ist die 14-Tages-Inzidenz. Wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Gebiet um 60 höher liegt als in der Schweiz, kommt das Land oder die Region auf die Liste.

Schweden verschärft seine Corona-Maßnahmen

19.35 Uhr: Angesichts einer möglichen dritten Infektionswelle verschärft Schweden seine Corona-Maßnahmen. Cafés, Bars und Restaurants dürften ab dem 1. März nur noch bis 20.30 Uhr öffnen, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven. Die Anzahl der Kunden in Geschäften und Fitnessstudios werde begrenzt. »Es besteht ein erhebliches Risiko einer sogenannten dritten Welle. Unser aller Handeln bestimmt, ob es dazu kommt«, sagte Löfven.

Tags zuvor hatten die Stockholmer Behörden bereits das Tragen einer Mund-Nasen-Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln und Räumen empfohlen, in denen nicht ausreichend Abstand eingehalten werden kann. Die strikteren Beschränkungen sollten dazu beitragen, die Schulen so lange wie möglich offenzulassen, erklärte Bildungsministerin Anna Ekström. »Schulen sollten das Letzte sein, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen.«

US-Regierung will Millionen kostenlose Masken verteilen

18.07 Uhr: Die US-Regierung will mehr als 25 Millionen Gesichtsmasken an einkommensschwache Bürger verteilen. Die Masken sollten im März an 60.000 Essensausgaben und 1300 Gesundheitszentren in Kommunen im ganzen Land geliefert werden, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses. Dort könnten Menschen, die eine Maske bräuchten, diese kostenlos bekommen. Sie seien aus Stoff, könnten also gewaschen und wiederverwendet werden.

Restaurants und Kneipen sollen in Schweden um 20.30 Uhr schließen

17.41 Uhr: Restaurants, Kneipen und Cafés bleiben in Schweden zwar weiterhin geöffnet, sollen aber wegen einer beunruhigenden Corona-Lage künftig um 20.30 Uhr schließen. Die Begrenzung solle ab dem 1. März und unabhängig davon gelten, ob das Lokal Alkohol ausschenkt oder nicht, sagte der Generaldirektor der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Der Vorschlag wird nun zur behördlichen Überprüfung geschickt.

»Die Lage in Schweden ist ernst. Wir haben eine hohe Infektionsausbreitung. Und sie nimmt weiter zu«, machte Regierungschef Stefan Löfven klar. Es bestehe das Risiko einer dritten Corona-Welle. Das effektivste Mittel gegen die Virus-Ausbreitung sei es, Abstand zueinanderzuhalten und keine Menschen außer seine nahen Angehörigen zu treffen.

EU erwägt Impfausweise zur Ankurbelung von Reisen

17.20 Uhr: Die Europäische Union (EU) erwägt die Einführung von Corona-Impfausweisen, um den kriselnden Tourismus wiederzubeleben. Bei dem per Videokonferenz geplanten Gipfel am Donnerstag wollen sich die EU-Staats- und Regierungschefs darauf verständigen, die Arbeit für solche Zertifikate aufzunehmen, wie aus einem Entwurf hervorgeht, den Reuters einsehen kann.

Vor allem Spanien und Griechenland pochten darauf, um Geimpften wieder Reisen zu ermöglichen. An den Details der Ausweise müsse noch gefeilt werden. Vor allem die südlichen EU-Staaten haben die Corona-Pandemie stark zu spüren bekommen, da sie großenteils vom Tourismus leben.

Millionen Kinder werden nicht satt

15.59 Uhr: Für Millionen Kinder weltweit ist die Schule der zentrale Ort, um einmal am Tag satt zu werden. Deshalb schlägt das UN-Welternährungsprogramm WFP Alarm wegen der Schulschließungen infolge der Coronakrise. Auf einem Höhepunkt der ersten Covid-Welle hätten im April 2020 fast 200 Länder ihre Schulen dichtgemacht, stellen die Fachleute der UN-Behörde in einem Bericht fest. Dadurch hätten 370 Millionen Kinder ihre Schulmahlzeiten verloren, heißt es in dem am Mittwoch in Rom vorgelegten Report.

»Diese eine Mahlzeit am Tag ist oft der Grund, warum hungrige Kinder überhaupt zur Schule gehen«, erläuterte WFP-Chef David Beasley in einer Mitteilung. Der Bericht zeigt, dass vor der Pandemie rund 388 Millionen Kinder – die meisten zwischen sechs und zwölf Jahre alt – täglich eine Schulmahlzeit erhielten. Das sei eine deutliche Steigerung zu früheren Untersuchungen. Das WFP, das 2020 den Friedensnobelpreis für seine Entwicklungsarbeit in armen Ländern erhielt, fördert den Ausbau solcher Schulprogramme.

Dänemark verlängert Reisebeschränkungen bis Ostern

15.45 Uhr: Dänemark verlängert seine Corona-bedingten Einreisebeschränkungen bis einschließlich Ostern. Das Außenministerium in Kopenhagen rät damit wie bereits seit dem 8. Januar und vorläufig bis zum 5. April weiter von Reisen in und aus allen Ländern der Erde ab.

Zugleich müssen die meisten Ausländer mit Ausnahme von Menschen aus dem Grenzgebiet einen anerkennungswürdigen Einreisegrund und einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können, um ins Land gelassen zu werden.

Schweiz öffnet ab März wieder Geschäfte

15.00 Uhr: Die Schweizer Regierung hat erste Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Geschäfte, Museen und Lesesäle von Bibliotheken dürfen ab 1. März wieder öffnen, ebenso die Außenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport- und Freizeitanlagen.

Im Freien sind wieder private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen erlaubt, in Innenräumen gilt hingegen weiterhin eine Beschränkung auf maximal fünf Personen. Auch Restaurantterrassen bleiben weiterhin zu. Weitere Öffnungsschritte stellte die Regierung abhängig von der epidemiologischen Lage für 22. März in Aussicht – früher als bislang angepeilt.

Merkel will sich nicht vorzeitig impfen lassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto: Kay Nietfeld / dpa

14.39 Uhr: Sollten gegen Corona geimpfte Menschen gegenüber anderen Vorteile haben? Kanzlerin Merkel lehnt dies ab. Sie werde sich erst eine Spritze geben lassen, wenn sie laut Prioritätenliste an der Reihe sei. Lesen Sie hier mehr.

Johnson & Johnson-Impfstoff wirksam und sicher

14.30 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat sich nach Ansicht von Mitarbeitern der US-Arzneimittelbehörde FDA in Studien als wirksam und sicher erwiesen. Das Vakzin habe mindestens 14 Tage nach der Impfung eine Immunisierung bewirkt und das Risiko einer Covid-19 Erkrankung verringert, geht aus FDA-Dokumenten hervor, die den Weg für eine Notfallzulassung in den USA ebnen.

Es hätten sich keine spezifischen Sicherheitsbedenken ergeben. Das unabhängige Expertengremium der FDA will am Freitag über eine Empfehlung entscheiden. Der Impfstoff, bei dem anders als bei bereits zugelassenen Mitteln eine Injektion ausreicht, zeigte nach Angaben des US-Unternehmens in einer globalen Studie eine Wirksamkeit gegen mehrere Corona-Varianten von 66 Prozent, und einen Schutz von 85 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Gericht: Fahrschulen dürfen Normalbetrieb wieder aufnehmen

14.29 Uhr: Fahrschulen dürfen nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim vom 1. März an wieder reguläre Fahrschüler aufnehmen. Damit hat sich eine Fahrschule aus dem Bodenseekreis erfolgreich dagegen gewehrt, dass normale Fahrschüler wegen Corona keinen praktischen Unterricht erhalten durften.

Nur Fahrstunden für Angehörige von Hilfsorganisationen sowie für Bus- und Lastwagenfahrer waren erlaubt. Wer jetzt Autofahren lernen will, kann sich schon mal anmelden.

Corona-Lage in Frankreich spitzt sich zu

13.55 Uhr: In Frankreich ist die Corona-Situation nach Angaben der Regierung in etwa zehn Departements »besorgniserregend«. Dazu gehöre auch der Ballungsraum Paris in der Region Ile-de-France, sagt Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Kabinettssitzung.

»Die Situation verschlechtert sich« und die Regierung sei bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Infektionen einzudämmen, wie sie es bereits in einzelnen Gebieten getan habe. Man wolle aber auch alles tun, um einen erneuten landesweiten Lockdown zu vermeiden.

Hessen will mehr Kontakte zulassen und Läden mit Anmeldung öffnen

13.45 Uhr: Die strengen Corona-Regeln in Hessen sollen in einem Vier-Stufen-Plan gelockert werden. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte als erste Schritte wieder mehr Kontakte für eine größere Zahl von Menschen und eine vorsichtige Öffnung des Einzelhandels an. Ein CDU-Sprecher bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Details zu dem Perspektivplan der Landesregierung will der Regierungschef an diesem Donnerstag (12.30 Uhr) in Wiesbaden vorstellen.

Die Beurteilung der Corona-Handlungsspielräume werde in Hessen künftig nicht mehr von den Inzidenzen abhängen, erklärte der CDU-Landeschef. Es müsse zwar weiter vorsichtig in der Corona-Pandemie vorgegangen werden. »Wir können aber auch nicht so weitermachen.« Eine Öffnung für die Sportvereine ist nach Einschätzung des Ministerpräsidenten derzeit aber noch nicht verantwortbar.

Spahn hält Inzidenz von null für unerreichbar

13.43 Uhr: Dauerhaft Corona-Inzidenzwerte von null? Gesundheitsminister Spahn hält dies für nicht erreichbar. Auch zu Schnelltests äußerte er sich bei einer Befragung im Bundestag – blieb aber Antworten schuldig. Lesen Sie hier mehr.

MediaMarktSaturn will Ladenöffnungen in NRW per Gericht erzwingen

13.15 Uhr: Deutschlands größter Elektronikhändler MediaMarktSaturn geht vor Gericht gegen die vorübergehende Schließung seiner Filialen in der Corona-Pandemie vor. Media-Saturn Deutschland habe einen Antrag auf Aufhebung der Betriebsschließungen in Nordrhein-Westfalen beim Oberverwaltungsgericht Münster gestellt, teilt der Konzern mit. »Die bereits seit mehr als zwei Monaten bestehenden Betriebsschließungen in Deutschland sind unverhältnismäßig«, sagt Deutschland-Chef Florian Gietl.

»Der Einzelhandel war nachweislich nie ein Infektionshotspot.« Zudem werde der Wettbewerb verzerrt, weil Lebensmittelhändler, die nicht von den Schließungen betroffen sind, auch Elektronikartikel verkauften.

Linken-Poltiker Hoff plädiert für länderübergreifendes Corona-Konzept

13.25 Uhr: Der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), hat sich für ein länderübergreifendes Konzept bei den Corona-Regeln ausgesprochen. »Die Leute wollen nicht 16 Länderkonzepte, sondern die wollen ein übergreifendes Konzept«, sagte Hoff dem Sender MDR .

Bund und Länder wollen am 3. März über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Dabei soll es auch um einen möglichen Stufenplan gehen. Solche Konzepte, die Lockerungen an bestimmte Bedingungen wie das Erreichen von Sieben-Tage-Inzidenzwerten knüpfen, werden bereits in mehreren Bundesländern diskutiert.

Hoff sagte MDR aktuell, die Menschen forderten ein »nachvollziehbares System«. »Es gibt Landkreise, die haben nur noch ganz wenig Infektionszahlen.« Die könnten natürlich, und sollten auch, nach nachvollziehbaren Kriterien Bereiche öffnen können – ohne aber, dass aus 25 anderen Landkreisen alle dann dorthin führen.

Ungarn impft als erstes EU-Land mit chinesischem Vakzin

12.18 Uhr: Ungarn nutzt seit Mittwoch als erstes Land in der EU den Corona-Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm. Seit knapp zwei Wochen wird in Ungarn auch schon der russische Corona-Impfstoff Sputnik V verimpft. Ministerpräsident Viktor Orbán hatte der EU wiederholt vorgeworfen, dass der Prozess der Zulassungen und des Ankaufs von Impfstoffen zu lange dauere.

Britische Mutante in jeder vierten positiven Corona-Probe in Berlin

12.15 Uhr: Der Anteil der ansteckenderen Variante B.1.1.7 an den Coronavirus-Fällen in Berlin hat weiter zugenommen. In 25 Prozent der positiven Proben aus der vergangenen Woche sei die in Großbritannien entdeckte Mutante nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage. Am Freitag war die Verbreitung noch auf 12 Prozent beziffert worden.

Die weitere Zunahme war erwartet worden und entspricht auch ungefähr dem bundesweiten Trend. Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) hatte am Dienstag für Deutschland von einem Anteil der Variante in Stichproben von knapp 30 Prozent gesprochen.

Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen

12.03 Uhr: Neue Coronavirus-Varianten haben das Potenzial, die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe zu senken. Hersteller und Zulassungsbehörden sind trotzdem sicher, schnell reagieren zu können. Lesen Sie hier mehr.

4,5 Millionen Menschen warten in Großbritannien auf Operation

11.59 Uhr: Wegen der Coronakrise verzögern sich in Großbritannien zahlreiche Operationen. Derzeit stünden mehr als 4,5 Millionen Menschen auf Wartelisten, davon 224.000 seit mehr als einem Jahr. Das sagte der Chef des Chirurgenverbandes Royal College of Surgeons, Neil Mortensen, am Mittwoch dem Sender Times Radio. Er forderte einen umfassenden Plan für die Lösung des »massiven Problems«. Die Chirurgen seien bereit. Allerdings seien Operationssäle derzeit rar und das Personal, vor allem Anästhesisten, sei erschöpft wegen des Dauereinsatzes in der Pandemie.

WHO: Infektionen gehen weltweit langsamer zurück

11.26 Uhr: Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber langsamer als zuvor. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wochenvergleich einen Rückgang bei den Neuansteckungen, dieses Mal um elf Prozent, wie am Mittwoch aus ihrem jüngsten Wochenbericht hervorging.

Die Zahlen umfassen Meldungen bis zum 21. Februar. In der Vorwoche lag der Rückgang bei 16 Prozent. Nur in den Regionen Südostasien und östliches Mittelmeer wurden etwas mehr Infektionen gemeldet als in der Vorwoche. Zum dritten Mal ging die Zahl der Todesfälle pro Woche zurück, um 20 Prozent auf rund 66.000.

Kassenärzte: Impfstoff nicht unverimpft liegen lassen

11.11 Uhr: Deutschlands Kassenärzte haben die Bundesländer gemahnt, Impfstoffe gegen Corona nicht unverimpft liegenzulassen. Es gebe einen »Impfstau« in den Impfzentren der Länder, kritisierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239.000 Dosen des Herstellers AstraZeneca gespritzt.

Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen AstraZeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. KBV-Vizechef Stephan Hofmeister mahnte: »Unverimpft sollte der Impfstoff nicht herumliegen. Er muss verimpft werden.«

Flughafen Heathrow meldet Milliardenverlust

10.42 Uhr: Der Einbruch des Luftverkehrs infolge der Coronakrise hat dem größten britischen Flughafen London-Heathrow 2020 einen Milliardenverlust eingebrockt. Das Minus von zwei Milliarden Pfund (2,33 Milliarden Euro) vor Steuern verdeutliche die »verheerenden« Auswirkungen der Pandemie, teilte der Airport am Mittwoch mit. Unter dem Strich betrug der Verlust 1,782 Milliarden Pfund, nach einem Nettogewinn von 413 Millionen Pfund im Vorjahr.

Das Passagieraufkommen sei um knapp 75 Prozent auf 22,1 Millionen zurückgegangen und war damit so gering wie seit den Siebzigerjahren nicht mehr. Mehr als die Hälfte der Reisenden entfalle auf Januar und Februar 2020, also auf die Zeit vor der Pandemie.

Hunderttausende Israelis haben neuen Corona-Ausweis

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hält ein Smartphone in der Hand mit der geöffneten App des grünen Passes

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hält ein Smartphone in der Hand mit der geöffneten App des grünen Passes

Foto: Tal Shahar / dpa

10.25 Uhr: Kurz nach seinem Start haben sich Hunderttausende Israelis den sogenannten grünen Pass heruntergeladen, der Genesenen und Geimpften in der Coronakrise spezielle Erleichterungen gewährt. Seit Sonntag hätten sich mehr als 400.000 Menschen die Bescheinigung über einen Internetausdruck erstellt, sagte Rona Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. Sie leitet im israelischen Gesundheitsministerium die Digitalabteilung und ist damit dort auch verantwortlich für alle Internetseiten und Apps. Eine »Ramzor« genannte App, über die der Pass ebenfalls nachgewiesen werden kann, luden demnach bereits mehr als 500.000 Menschen herunter.

Schweden plant Erleichterungen für geimpfte Pflegeheimbewohner

9.49 Uhr: Schweden plant Corona-Erleichterungen für ältere Menschen in Pflegeheimen nach einer Impfung. Die vollständig geimpften Heimbewohner sollten mit weniger Einschränkungen leben können, sagt der Chefepidemiologe Anders Tegnell der Zeitung »Dagens Nyheter«. Dem Blatt zufolge haben inzwischen mehr als 80 Prozent der Bewohner von Altenheimen ihre erste Corona-Impfung erhalten, 64 Prozent sind mit einer zweiten Dosis bereits vollständig geimpft.

Die Lockerungen dürften demnach am Donnerstag bekannt gegeben werden. Dagegen sollen die allgemeinen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung aus Furcht vor einer dritten Corona-Welle noch heute verschärft werden. Zuletzt stiegen die Fallzahlen in Schweden wieder deutlich an, was auch auf die rasante Ausbreitung der besonders ansteckenden britischen Virusvariante zurückgeführt wird.

Ghana erhält als erstes Land Corona-Impfstoff von Covax-Initiative

In Ghana mit seinen rund 30,4 Millionen Einwohnern ist es bislang zu rund 80.700 Corona-Infektionen gekommen

In Ghana mit seinen rund 30,4 Millionen Einwohnern ist es bislang zu rund 80.700 Corona-Infektionen gekommen

Foto: Francis Kokoroko / REUTERS

9.34 Uhr: Als erstes Land der Welt hat Ghana Corona-Impfstoff von der internationalen Covax-Initiative erhalten. Bei der ersten Ladung handele es sich um 600.000 Dosen des AstraZeneca-Wirkstoffs, wie es in einer Mitteilung des Uno-Kinderhilfswerks (Unicef) vom Mittwoch hieß. Diese Lieferung repräsentiere den Beginn der wohl größten Beschaffungs- und Versorgungsinitiative von Impfstoffen in der Geschichte. »Dies ist ein monumentales Ereignis«, hieß es.

Die Covax-Initiative wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi gegründet, um Länder mit kleinem und mittlerem Einkommen mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern.

Spanien will Firmen mit weiteren elf Milliarden Euro helfen

9.33 Uhr: Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez will in den nächsten Wochen weitere Finanzhilfen für Unternehmen über elf Milliarden Euro auf den Weg bringen. Das Geld solle auch Selbstständigen zugutekommen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind, kündigt der Ministerpräsident an. Reuters hatte jüngst von Insidern erfahren, dass es sich bei dem Maßnahmenbündel unter anderem um Schuldenerlass bei staatlich abgesicherten Krediten oder um direkte Zuschüsse für kleinere Firmen handeln könnte.

Spahn: Bundesländer sollen ihr Impftempo deutlich erhöhen

9.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die 16 Bundesländer aufgefordert, das Impftempo zu erhöhen. »Jetzt ist Impfstoff da«, sagte er im ZDF. Deshalb gehe er davon aus, dass die Länder nun das Impftempo erhöhen würden. Die Länder hätten eine Kapazität von bis zu 300.000 Impfungen pro Tag in den Impfzentren angemeldet. Derzeit würden aber nur rund 140.000 Impfungen pro Tag durchgeführt. »Ich gehe davon aus, dass das nun auch deutlich hochgefahren wird«, mahnt der CDU-Politiker.

Hintergrund sind etwa Berichte, dass Hunderttausende Impfdosen von AstraZeneca zwar an die Impfzentren geliefert, aber noch nicht verimpft seien. Der Bund ist für die Beschaffung der Corona-Impfstoffe zuständig, die Länder für die Impfungen.

Söder rechnet nicht mit schnellen Lockerungen für Urlaubsreisen

9.08 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet nicht mit schnellen Lockerungen für Urlaubsreisen in den Ferien. »Zum Urlaub möchte ich noch keine Versprechen abgeben, aber im Laufe des Jahres geht das bestimmt«, sagte er am Mittwoch in einem Interview mit dem Portal »Bild Live«. Er würde nicht so weit gehen wie der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Kretschmer hatte gesagt, es werde in diesem Jahr »auf keinen Fall« Osterurlaub geben. »Wir haben in den letzten Wochen eine deutliche Verbesserung erlebt«, sagte Söder nun in dem Interview. Allerdings müsse man »jetzt erst mal die Mutationen abwarten«.

Deutsche Wirtschaft wächst stärker als gedacht

9.03 Uhr: Die deutsche Konjunktur hat sich Ende 2020 überraschend gut entwickelt: Das Wirtschaftswachstum lag mit 0,3 Prozent deutlich höher als von den amtlichen Statistikern bislang geschätzt. Lesen Sie hier mehr.

Polen plant Kontrollen an Grenzen zu Tschechien und der Slowakei

8.59 Uhr: Polens Regierung plant nach Angaben von Gesundheitsminister Adam Niedzielski die Einführung von Kontrollen an seiner Grenze zu Tschechien und der Slowakei. Mit Blick auf die epidemiologische Situation in den beiden Nachbarländern wolle man den Verkehr an Polens südlicher Grenze einschränken, sagte Niedzielski am Mittwoch dem Radiosender Tok.fm. Voraussichtlich werde dies ab Samstag gelten. Genauere Details werde die Regierung im Laufe des Tages in einer Pressekonferenz bekannt geben.

Niedzielski hatte vor Kurzem zum Thema einer möglichen Einführung von Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gesagt, Polen erwäge, nur noch Reisende in Land zu lassen, die einen negativen Covid-Test vorweisen können.

Erste Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests

8.55 Uhr: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Lesen Sie hier mehr.

Lehrerinnen und Kita-Beschäftigte können laut Spahn ab sofort geimpft werden

8.14 Uhr: Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas sollen von Mittwoch an gegen Corona geimpft werden können. »Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden«, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. »Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Angaben aus seinem Ministerium soll die Verordnung am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Spahn erwartet so »zusätzliche Sicherheit« in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Seit Montag sind Grundschulen und Kitas in zehn Bundesländern teilweise wieder geöffnet.

Für diese Impfungen infrage kommen dann voraussichtlich zunächst hunderttausende Impfdosen des Herstellers AstraZeneca, die bisher ungenutzt Ländern lagern. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden davon aber nur 212.000 Dosen gespritzt.

Coronakrise reißt Milliardenlöcher in Staatshaushalt

8.02 Uhr: Der deutsche Staat hat im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung wiesen ein Defizit von 139,6 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Erste Berechnungen der Behörde hatten ein Minus von 158,2 Milliarden Euro ergeben.

Trotz Corona-Mutationen: Berlinale hofft auf Sommerausgabe

7.30 Uhr: Die Festivalleitung der Berlinale hofft darauf, trotz Pandemie und Coronavirus-Mutationen im Sommer Filmvorführungen fürs Publikum anbieten zu können. »Man weiß im Moment nicht, wie sich das weiterentwickelt«, sagte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek der Nachrichtenagentur dpa. »Wir haben große Hoffnung, dass wir im Juni im Kino stattfinden können, mit allen notwendigen Abstands- und Hygieneregeln.«

Die Berlinale wird in diesem Jahr geteilt. Am Montag (1. März) beginnt ein digitaler Branchentreff – dort können Fachleute aus der Filmbranche und Journalisten online Filme schauen. Eine Jury soll dann auch über die Preisträger entscheiden. »Wir werden eine Pressemitteilung dazu verschicken. Und eine sehr schlichte Bekanntgabe machen«, sagte Rissenbeek. Die Auszeichnungen sollen im Sommer überreicht werden – dann ist ein mehrtägiges Festival geplant, Zuschauer sollen Filme im Kino und Open Air anschauen können.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Im Wettbewerb laufen 15 Filme, darunter das Regiedebüt von Schauspieler Daniel Brühl namens »Nebenan«, die Literaturverfilmung »Fabian oder Der Gang vor die Hunde« von Dominik Graf und der neue Film der Französin Céline Sciamma, die zuletzt mit »Porträt einer jungen Frau in Flammen« in Cannes erfolgreich war.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

FDP fordert Schnelltestregelung nach dem Vorbild Österreichs

7.09 Uhr: Mit einer Regelung für Schnelltests nach dem Vorbild Österreichs will die FDP den Weg für stufenweise Lockerungen in der Corona-Pandemie freimachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag eingebracht werden. Ziel sei, dass Hersteller über eine »einfache und unbürokratische Selbstverpflichtung bestätigen, dass bei Eigenanwendung ein entsprechendes Sicherheits- und Leistungsniveau erreicht wird und dass die Funktionstauglichkeit und die Einsatztauglichkeit für den geplanten Zweck gewährleistet ist«. Anschließend soll aber ein Zulassungsverfahren durchlaufen werden.

»Beim Testen müssen wir auf die Tube drücken, nicht auf die Bremse«, sagte der FDP-Abgeordnete Andrew Ullmann dazu der Deutschen Presse-Agentur. »Die FDP-Fraktion fordert ein schnelles und vereinfachtes Zulassen der Selbsttests. In Österreich hat sich dieses Verfahren bereits bewährt. Dort sind Selbsttests schon Teil des Alltags und Teil der Öffnungsstrategie.« Ullmann ist Professor in Würzburg und leitet dort das Institut für Infektiologie. Er ist FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss.

»Die Bundesregierung möchte die Zulassung von Selbsttests über das herkömmliche Verfahren durchführen. Das benötigt jedoch vier bis acht Wochen«, kritisierte Ullmann. Angesichts der pandemiebedingten Ausnahmesituation dürfe nicht so lange gewartet werden. »Wenn wir nicht bald einen Marktzugang für Selbsttests ermöglichen, ist der Markt leer gefegt. Dann stehen wir, wie beim Impfen, wieder an letzter Stelle.« Testergebnisse müssten über die Corona-Warn-App verifiziert und dokumentiert werden, um so wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen.

Infektionssterblichkeit für 80-Jährige bei Mutante B.1.1.7 1000 Mal höher als für 20-Jährige

6.35 Uhr: Eine Corona-Infektion geht für jeden Menschen mit einem gewissen Sterberisiko einher. Für die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 hat der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse dies nun aufzuschlüsseln versucht. »Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1000 Mal so hoch wie für 20-Jährige«, erklärte er der Nachrichtenagentur dpa zu seiner Rechnung. Ohne Corona liege dieser Faktor bei Männern bei rund 130, bei Frauen bei 200 – bei einem Senior ist der Tod immer wahrscheinlicher als bei einem jungen Menschen.

Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezieht sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht.

Inzidenz sinkt in Deutschland auf 59,3

5.53 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 8007 neue Positivtests. Das sind 451 Fälle mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 59,3 von zuletzt 60,5. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Ziel von Bund und Ländern ist ein Wert von 50, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Ab einem dauerhaften Wert von unter 35 haben sie weitere Lockdown-Öffnungen in Aussicht gestellt. 422 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 68.740. Insgesamt wurden bislang in mehr als 2,4 Millionen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

Sommerurlaub: Kommissionsvize mahnt beim EU-Impfpass zur Eile

5.23 Uhr: EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas macht Hoffnung auf einen Sommerurlaub trotz Corona. »Unterm Strich wird dieser Sommer mit Sicherheit besser werden als der im vergangenen Jahr«, sagte Schinas der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel. »Wir werden mehr Geimpfte haben, wir wissen mehr über das Virus und über Regeln für sicheres Reisen, die wir gemeinsam entwickeln werden.«

Beim geplanten EU-Impfpass mahnte Schinas zur Eile: »Das betrifft alle EU-Staaten, ob im Norden oder Süden, und die Entwicklung schreitet schneller voran als die Zeit in der Politik.« Wichtig sei ein gemeinsamer Ansatz beim Nachweis, dass jemand geimpft sei. »Und dann brauchen wir eher früher als später eine öffentliche Diskussion über die Frage der Nutzung.«

Drittstaaten wie Israel preschten bereits vor, sagte Schinas. Das Land hatte kürzlich einen grünen Pass für Geimpfte vorgestellt, der Vorteile beim Reisen oder beim Besuch von Veranstaltungen verspricht. »In der EU sollten wir einen gemeinsamen Rahmen schaffen, sonst werden sich bilaterale Lösungen durchsetzen«, warnte der aus Griechenland stammende Kommissar. Bei der möglichen Nutzung von Impfnachweisen »wird Europa kollektiv handeln, Zersplitterung nützt uns nichts«.

Griechenland und andere südeuropäische Urlaubsländer dringen auf einen EU-Nachweis für Corona-Geimpfte, der einfacheres Reisen ohne Auflagen oder Quarantäne ermöglichen würde. Griechenland und Zypern haben auch bereits bilaterale Vereinbarungen mit Israel über die künftige Einreise von Geimpften getroffen. Deutschland hat Vorbehalte gegen Vorteile für Geimpfte, solange noch nicht alle die Chance auf eine Impfung hatten.

Virologin Ciesek: Antigentests sind wichtiges Werkzeug

4.10 Uhr: Antigen-Schnelltests sind aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus. Solche Tests hätten zwei große Vorteile, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast »Coronavirus-Update«: Sie seien schneller als PCR-Tests – »das heißt, sie können viel schneller reagieren« –, und es seien mehr Tests möglich – »das heißt, sie können eine viel größere Anzahl durchführen.«

Ciesek sagte weiter: »Diese Kombination machen sie in bestimmten Bereichen des Lebens wie in der Schule zu einem sinnvollen Tool, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen und die Ausbreitung in der Schule zu vermeiden.« Schnelltests ermöglichten es nicht nur, dass man schnell erkennt, wenn jemand infiziert sei, »sondern vor allen Dingen auch infektiös (ansteckend) ist«. Man müsse daher die Grenzen solcher Tests gut erklären. Grundsätzlich gelte aber: »Jeder richtig Erkannte zählt.«

In Österreich werden zweimal wöchentlich alle Schüler und Lehrer getestet. Das habe »sicherlich einen großen Effekt«, sagte Ciesek. »Es gibt Modellierungen, dass eine Testung zweimal pro Woche die Anzahl der Ausbrüche um ungefähr 50 Prozent reduzieren können.« Es könne aber auch zu Problemen führen. Bei so vielen Tests gebe es auch falsch positive Befunde. »Wenn das häufiger passiert, dann kann beim Laien auch das Vertrauen in diese Testung verloren gehen.«

Auch Tests für den Hausgebrauch sieht Ciesek positiv. Es sei aber »vernünftig«, dass sie »unter Real-Life-Bedingungen« geprüft würden, bevor man sie in die Hand von Laien gebe. Viele falsch positive oder falsch negative Ergebnisse könnten »im schlimmsten Fall zu chaotischen Zuständen führen«. Welche Art der Tests am besten für Laien geeignet sei – ob Abstrich aus der vorderen Nase, Speichel- oder Gurgeltest – »da fehlen uns einfach noch gute Untersuchungen«. Ciesek rechnet damit, dass Jedermanntests noch im März zugelassen werden. »Das heißt aber nicht, dass sie dann sofort im Regal stehen«.

Die Kapazitäten für PCR-Labortests werden zurzeit in Deutschland nicht ausgeschöpft. Ciesek schlägt vor, nun vermehrt auch wieder Menschen ohne Symptome zu testen. »Wir müssen diese Kapazitäten ausnutzen«, forderte sie. Sinnvoll eingesetzt würden sie ihrer Ansicht nach für Kontaktpersonen nach Ausbrüchen, in Sammelunterkünften, für Stichproben in Schulen oder auf Baustellen, also für »Bereiche, wo wir wissen, dass es Probleme geben kann«.

Freie Laborkapazitäten wären auch eine Chance, so Ciesek, endlich eine sogenannte Surveillance-Untersuchung zu beginnen. Dafür würde – wie zum Beispiel in England – eine ausgewählte Gruppe kontinuierlich und systematisch untersucht, »um wirklich gute Daten zu erheben«. Das wäre unter anderem auch hilfreich, um die Auswirkungen von Lockerungen bewerten zu können.

Impfstoffe lassen sich laut Experten schnell an neue Virusvarianten anpassen

4.00 Uhr: Die aktuellen Corona-Impfstoffe können nach Expertenangaben relativ rasch an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Die Vakzinen könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in einem Pressebriefing des Science Media Center. Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. »Wenn die durchkommen, werden sie so sein, dass man hier keine Neuzulassung braucht.«

Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsprodukts. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mithilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft. Dabei müsse gezeigt werden, dass der neue Impfstoff gegen die Variante ungefähr so wirksam sei wie das Original gegen das Ausgangsvirus.

Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Wann das starten werde, sei noch nicht absehbar. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, »wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt«, sagte Cichutek.

Klaus Cichutek

Klaus Cichutek

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Nach Ansicht von Uğur Şahin, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek zudem der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling.

»Wir haben ganz gute Tools, um Schritt zu halten mit der Pandemie«, sagte Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und fügte hinzu: »Wenn es kein großes Infektionsgeschehen gibt, dann gibt es auch weniger Mutationen.« Daher sei es wichtig, dass die Impfstoffe auch außerhalb der Industrienationen verteilt werden. »Sonst kommt das Problem auf uns zu, weil es halt wieder eingetragen wird.«

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das geplante Zulassungsverfahren kürzlich mit dem für Grippeimpfstoffe verglichen, die auch jedes Jahr angepasst werden müssen.

Mediziner regen Fußballspiele mit Fans zu Studienzwecken an

3.50 Uhr: Führende Intensivmediziner wollen in Fußballstadien unter Studienbedingungen wieder Fans zulassen und daraus Erkenntnisse über die Corona-Verbreitung bei Großveranstaltungen ziehen. Es gebe »noch immer keine validen Daten zum Infektionsrisiko« bei solchen Veranstaltungen, sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, der »Rheinischen Post«. Stadien würden sich hervorragend für Testläufe eignen, sagte der Intensivmediziner.

Konkret schlägt er vor, die Hälfte der Sitzplätze unter strengen Studienbedingungen und Hygienekonzepten freizugeben. Personen mit erhöhter Temperatur oder einem positiven Corona-Test sollten zuvor ausgeschlossen werden. Die Fans würden dann in verschiedene Blöcke aufgeteilt. »Ein Sitzblock bekommt durchgehend FFP2-Masken, ein anderer Block den etwas einfacheren medizinischen Mund-Nasen-Schutz«, schlägt der Mediziner von der Lungenklinik in Köln-Merheim vor.

Nach drei Tagen erfolge ein weiterer Corona-Test bei allen Zuschauern. »An diesen Ergebnissen ließe sich ablesen, wie viele Menschen bei negativem Schnelltest trotzdem Corona-positiv waren, wie viele erst nach dem Spiel eine Infektion aufwiesen und wie viele sich möglicherweise im Stadion angesteckt haben.«

Finanziert werden soll die Studie nach Vorschlag des Arztes durch den Deutschen Fußball-Bund, der über »ausreichende Mittel« verfüge und Interesse daran habe, »möglichst rasch Zuschauer in Stadien zu lassen«.

Kommunen fordern rasche Einführung von digitalem Impfpass

2.05 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund fordert mehr Tempo bei der Einführung des digitalen Impfnachweises. »Es kann nicht der Sinn sein, die jetzigen Impfzentren erst später in Impfregistrierungszentren umzubauen«, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei der Einführung komme es nicht darauf an, ob an einen solchen Impfnachweis bereits jetzt die Befreiung von bestimmten Einschränkungen geknüpft sei, fügt Landsberg hinzu. »Mittelfristig wird es dazu allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen, wie andere Staaten wie zum Beispiel Israel bereits jetzt zeigen.«

Kommission: Reihenfolge bei Corona-Impfungen nicht allzu starr beachten

1.50 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) plädiert dafür, die Reihenfolge bei den Corona-Impfungen nicht allzu starr einzuhalten. In allen Impfzentren sollte es unbedingt Listen dafür geben, »wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrigbleiben«, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Damit kein Impfstoff verworfen werde, könnten »geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen« vorgezogen werden.

Der Umgang mit übrig bleibenden Impfdosen müsse »pragmatisch vor Ort geregelt werden«, forderte der Virologe. Die Übergänge zwischen den Gruppen in der Impfreihenfolge dürften nicht als »harte Grenze« aufgefasst werden.

Nach Angaben des Stiko-Chefs bleiben jeden Tag viele Dosen der Vakzine von AstraZeneca liegen, das in der Bevölkerung niedrigere Akzeptanz genießt als die ebenfalls zugelassenen Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Merten nannte die Gründe für die Ablehnung des AstraZeneca-Impfstoffs »weitgehend irrational«.

Die Vakzine des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca stößt auf Vorbehalte, weil ihre Wirksamkeit beim Schutz vor einer Corona-Infektion mit rund 70 Prozent angegeben wird. Die Wirksamkeit der Produkte der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer sowie des US-Unternehmens Moderna wird hingegen mit deutlich über 90 Prozent beziffert. AstraZeneca führt allerdings ins Feld, sein Präparat schütze zu »mehr oder weniger 100 Prozent vor den schweren Verläufen der Erkrankung«.

Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) kündigte an, dass mit einem Teil der übrig gebliebenen AstraZeneca-Dosen die rund 3000 Wohnungslosen in den Notunterkünften der Hauptstadt geimpft werden sollten. »Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herumliegen«, sagte sie den Funke-Zeitungen. Die Senatorin will mit den Impfungen der Wohnungslosen schon nächste Woche starten. Sie hofft, dass andere Bundesländer dem Berliner Beispiel folgen.

Wohnungslose gehören aufgrund ihrer oftmaligen Unterbringung in Massenunterkünften bislang zur Prioritätsstufe zwei in der Impfreihenfolge. Zur Gruppe eins, also jener mit der höchsten Priorität, zählen unter anderem Menschen im Alter über 80 Jahren, Bewohner und Personal von Pflegeheimen sowie Mitarbeiter in Intensivstationen und Rettungsdiensten.

bbr/cop/mrc/mjm/hej/ngo/dpa/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.