Corona-News am Mittwoch Berlin will Bekämpfung neuer Virusvarianten eng mit EU-Ländern abstimmen

Im Kampf gegen Corona-Mutationen fordert die Bundesregierung die deutschen Nachbarländer auf, »synchron zu handeln«. Grenzschließungen sollen vermieden werden. Der Überblick am 20. Januar.
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Corona-Mutante aus Südafrika

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Corona-Mutante aus Südafrika

Foto: NIAID-RML / AP / dpa

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+++ Berlin will bei EU-Gipfel Bekämpfung neuer Virusvarianten eng abstimmen +++

23.23 Uhr: Die Bundesregierung will sich bei einem Videogipfel an diesem Donnerstag für eine enge Abstimmung in der EU bei der Bekämpfung von neuen Varianten des Coronavirus einsetzen. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte der Deutschen Welle: »Wenn wir gemeinsam mit unseren Nachbarländern auch die Mutationen niedrig halten wollen, müssen wir alle synchron handeln.«

Als Ziel nannte er, Grenzschließungen zu vermeiden. »Deshalb ist es ganz wichtig, dass im Europäischen Rat Vorsorge getroffen wird. Dass wir jetzt alle gemeinsam die Mutation möglichst stark unterdrücken.«

Der Videogipfel der 27 EU-Staaten beginnt am Donnerstagabend. Dabei suchen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre EU-Kollegen eine gemeinsame Linie im weiteren Kampf gegen die Pandemie. Aktuell gibt es wegen der zuerst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virusvarianten bei vielen EU-Staaten große Sorgen, weil diese Mutationen ansteckender sind. Befürchtet wird, dass EU-Staaten zum Selbstschutz Grenzen abriegeln könnten. Dies könnte den Austausch von Waren im Binnenmarkt bremsen.

Biden ordnet Maskenpflicht für Regierungsgebäude und Flugzeuge an

23.29 Uhr: Der neue US-Präsident Joe Biden hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie für die nächsten 100 Tage eine Maskenpflicht an allen Orten im Zuständigkeitsbereich des Bundes angeordnet. Biden unterzeichnete am Mittwoch im Weißen Haus eine entsprechende Verfügung.

Qiagen: PCR-Tests schlagen auch bei bekannten Mutationen an

23.04 Uhr: Die Corona-Tests von Qiagen schlagen nach Angaben des Unternehmens auch bei den bekannten Mutationen an. Bei den identifizierten Virus-Varianten sei Effektivität und Genauigkeit der drei PCR-Tests von Qiagen nicht verringert, teilt die Firma mit. Es werde weiterhin regelmäßig geprüft, ob die Tests alle neu auftretenden Mutationen entdecken.

Airline KLM stellt Langstreckenflüge in die Niederlande ein

22.22 Uhr: KLM, die niederländische Tochtergesellschaft von Air France KLM, stellt ab Freitag alle ihre 270 wöchentlichen Langstreckenflüge in die Niederlande ein. Mit dem Schritt reagiert die Airline auf die neuen Corona-Regeln in den Niederlanden, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Zu einer Reihe von neuen Vorschriften, die die Regierung am Mittwoch bekannt gab, gehörte die Anforderung, dass Passagiere und Besatzung einen zweiten negativen Coronavirus-Schnelltest vorweisen müssen, der kurz vor dem Abflug durchgeführt wurde.

Britischer Abgeordneter: Paris und London müssen Eurostar retten

20.52 Uhr: Der Vorsitzende im Verkehrsausschuss des britischen Parlaments hat die Regierungen in London und Paris zur Rettung des in der Coronakrise in Schwierigkeiten geratenen Eurostars aufgerufen. Der Zug, der Großbritanniens Hauptstadt durch den Eurotunnel mit dem Kontinent verbindet, sei mit seinem »umweltfreundlichen und direkten« Beförderungsangebot einzigartig, so der konservative Abgeordnete Huw Merriman am Mittwoch im Parlament in London. Er fügte hinzu: »Wir können uns nicht leisten, dass der Eurostar der Pandemie zum Opfer fällt.«

Die Eurostar-Betreibergesellschaft kämpft nach eigenen Angaben ums Überleben, seit der Betrieb in der Pandemie deutlich eingeschränkt wurde. Die Fahrgastzahlen brachen um 95 Prozent ein. Statt täglich 50 Zugverbindungen fährt inzwischen nur noch ein Zug pro Tag in jede Richtung auf den Strecken zwischen London und Paris sowie zwischen London und Amsterdam via Brüssel.

Steuerentlastung in Milliardenhöhe durch Abschreibungen auf Computer

20.33 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet durch neue Abschreibungsregelungen auf Computer und Software mit jährlichen Steuererleichterungen von rund 2,3 Milliarden Euro. Das teilte das SPD-geführte Ministerium am Mittwochabend auf Anfrage mit. Über den geplanten Zeitraum von fünf Jahren dürfte sich der Impuls für Verbraucher und Firmen damit auf 11,5 Milliarden Euro summieren.

Scholz sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Digitalisierung solle vorangetrieben werden. »Dafür will ich mit dem Steuerrecht einen schnellen, gezielten und unbürokratischen Beitrag leisten.« Die Anschaffung digitaler Wirtschaftsgüter solle künftig bereits im ersten Jahr vollständig abgesetzt werden können. »Damit wird ein großer Steueranreiz gesetzt, in Computer, Software und Digitalisierung zu investieren. Das sind gute Nachrichten auch für alle, die gerade im Homeoffice arbeiten.«

Bund und Länder hatten am Dienstagabend bei der Verlängerung der Coronavirus-Einschränkungen auch beschlossen, dass digitale Wirtschaftsgüter rückwirkend zum 1. Januar 2021 abgeschrieben werden können. Das Bundesfinanzministerium will sich dazu nun mit den Ländern abstimmen. Die Maßnahme soll auch noch für Anschaffungen aus dem Jahr 2020 gelten, wenn der Restwert noch zu 100 Prozent abgeschrieben werden kann.

Bislang werden digitale Wirtschaftsgüter wie Laptops, Drucker, Scanner oder Bildschirme über mehrere Jahre abgeschrieben, künftig dann aber sofort zu 100 Prozent. Außerdem soll es einfacher werden. Bisher mussten Computer und Software bei der Steuer getrennt erfasst werden, um die jeweiligen Anschaffungskosten über einen Zeitraum von regelmäßig mindestens drei Jahren zu verteilen.

Hamburg verschärft Regeln für Schulen und Kitas

19.43 Uhr: Hamburg verschärft nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern die Regeln für Schulen und Kitas. Der noch bestehende Präsenzunterricht an Schulen soll bis zum 14. Februar deutlich eingeschränkt werden, entschied der Senat.

Eine »pädagogische Betreuung« der Kinder in Schulen soll es nur noch für Eltern geben, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Schulen, in denen es bisher eine hohe Anmeldequote gibt, sollen »aktiv« auf Eltern zugehen. Bei Kitas soll ab dem 25. Januar statt der bisherigen »eingeschränkten Regelbetreuung« eine »erweiterte Notbetreuung« angeboten werden. Die Zahl der Kinder, die in Kitas gebracht werden, soll deutlich reduziert werden.

Studenten in Frankreich protestieren gegen Corona-Maßnahmen

19.30 Uhr: In mehreren französischen Städten haben am Mittwoch Studenten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Es müsse für »alle Studenten« wieder Lehrveranstaltungen geben, auch wenn bei reduzierter Teilnehmerzahl mehr Lehrende eingestellt werden müssten, sagte die Präsidentin der französischen Studentengewerkschaft UNEF, Mélanie Luce. Die Studenten, die wegen der Corona-Maßnahmen derzeit online lernen müssen, klagen über Vereinsamung und finanzielle Probleme.

»Wir denken, die Regierung versteht die Tragweite der Situation nicht«, sagte Luce. Bei einer Demonstration mit hunderten Teilnehmern in Paris riefen Protestierende Parolen wie »Inkompentente Politik, sterbende Jugend«. In den vergangenen Wochen waren mehrere Suizide oder Suizid-Versuche unter Studenten bekannt geworden.

Präsident Emmanuel Macron will am Donnerstag mit Studenten sprechen, die eine Rückkehr zum Präsenzunterricht fordern. Premierminister Jean Castex hatte in der vergangenen Woche angekündigt, ab dem 25. Januar sollten Studenten im ersten Jahr in verkleinerten Gruppen wieder an die Universitäten zurückkehren dürfen.

Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt Cottbus schließt Arztpraxis

18.25 Uhr: Im brandenburgischen Cottbus ist erstmals eine Arztpraxis wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzvorschriften geschlossen worden. Wie die Stadt mitteilte, wurden der praktizierenden Ärztin wiederholte Verstöße gegen Auflagen sowie gegen Anordnungen des Gesundheitsamts zur Last gelegt. Die Praxisräume seien amtlich versiegelt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

Den Angaben zufolge hatte das Gesundheitsamt die Ärztin wegen des Kontakts zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person unter Quarantäne gestellt. Sie habe jedoch weiterhin praktiziert und dabei Patienten ohne Mund-Nasen-Bedeckung behandelt.

Nach Angaben des RBB versucht das Cottbuser Gesundheitsamt nun zu ermitteln, welche Patienten in den vergangenen Tagen mit der Ärztin in Kontakt gekommen sind. Die Praxis bleibe demnach geschlossen, solange die Ärztin in Quarantäne sei.

Die brandenburgische Landesärztekammer bezeichnete in einer Stellungnahme derartige Verstöße als Ausnahme. »Ärztinnen und Ärzte in Brandenburg halten sich an die Corona-Infektionsschutz- und natürlich auch an die Quarantäne-Regeln«, betonte die Kammer. Zu den Vorwürfen gegen die Cottbusser Ärztin wollte sich die Ärztevertretung mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Niederländische Airline KLM will Langstreckenflüge aussetzen

17.38 Uhr: Die Fluggesellschaft KLM will all ihre 270 wöchentlichen Langstreckenverbindungen in die Niederlande ab Freitag einstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Sprecherin der Airline. Hintergrund sind offenbar neue Corona-Regelungen der niederländischen Regierung.

So ist es laut Reuters neuerdings Vorschrift, dass Crew und Fluggäste vor der Einreise einen Nachweis darüber erbringen, dass unmittelbar vor dem Abflug ein negatives Corona-Testergebnis vorlag.

Vereinigtes Königreich meldet 1820 Corona-Tote - Johnson geschockt

17.20 Uhr: Im Vereinigten Königreich hat die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Daten der britischen Regierung starben zuletzt 1820 Menschen, bei denen in den vergangenen 28 Tagen eine Ansteckung mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde.

Bereits Dienstag war mit 1610 neuen Todesopfern ein neuer Höchstwert erreicht worden. Das Vereinigte Königreich ist mit annähernd 3,5 Millionen gemeldeten Corona-Fällen und über 91.000 Toten das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas.

Der britische Premierminister Boris Johnson zeigt sich schockiert über den neuen Höchststand der Todeszahlen. »Diese Zahlen sind entsetzlich«, sagte Johnson dem Sender Sky News. Er fürchte, dass die Todeszahlen wegen der ansteckenderen Virus-Variante in den kommenden Wochen sogar noch weiter steigen werden. Deshalb dürfe man im Kampf gegen die Pandemie nicht nachlassen.

Für die zuletzt hohen Ansteckungszahlen wird auch eine Mutation des Coronavirus verantwortlich gemacht, die nach ersten Erkenntnissen deutlich ansteckender ist als die bisher verbreitete Variante.

Russland will EU-Zulassung für Corona-Impfstoff »Sputnik V«

16.49 Uhr: Russland strebt eine Registrierung seines Corona-Impfstoffes »Sputnik V« in der Europäischen Union an. Ein entsprechender Antrag sei bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden, teilte der staatliche Direktinvestmentfonds in Moskau mit, der die Vakzine mitfinanziert und im Ausland vermarktet. Mit einer Prüfung werde im nächsten Monat gerechnet. Bereits von diesem Freitag an will sich Russland die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von »Sputnik V« von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilen lassen.

Neue Positiv-Tests in Portugal steigen deutlich auf Rekordniveau

16.18 Uhr: In Portugal melden die Gesundheitsbehörden den Rekordwert von 14.647 neuen Positiv-Tests. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent zum Vortagesniveau. 219 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Auch das ist ein Höchstwert. Am Vortag lag die Zahl bei 218. Seit vergangener Woche gilt in dem Land ein neuer Lockdown.

RKI-Präsident: Reisen in Europa einschränken

15.54 Uhr: RKI-Präsident Lothar Wieler plädiert dafür, das Reisen innerhalb Europas nach Möglichkeit einzuschränken. »Mein Wunsch wäre, dass alle Menschen nur reisen, wenn es unbedingt notwendig ist«, sagt der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) in einem Onlinegespräch des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP).

Denn durch grenzüberschreitende Kontakte werde auch der Virusverbreitung Vorschub geleistet. »Jede Infektion ist eine zu viel.« Natürlich gebe es auch die Möglichkeit von Grenzschließungen, sagt Wieler, ohne diese Option näher zu werten.

Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollen ab 1. Februar in den Wechselunterricht

15.31 Uhr: Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollen ab dem 1. Februar in einen Wechselunterricht gehen. Die Präsenzpflicht bleibe dabei jedoch weiterhin ausgesetzt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). In allen anderen Klassenstufen werde der Fernunterricht bis zum 14. Februar fortgesetzt. Wenn die Situation es zulasse, sei anschließend ebenfalls Wechselunterricht mit Schülern ab der fünften Klasse geplant.

Lidl zahlt seinen Angestellten in den USA Impfprämie

15.25 Uhr: Der Discounter Lidl zahlt Angestellten in den USA, die sich gegen Corona impfen lassen, eine Prämie von 200 US-Dollar. Das Geld solle den Mitarbeitern unter anderem helfen, die Fahrt zum Ort der Impfung oder die Betreuung von Kindern zu finanzieren, teilt Lidl mit. Lidl wolle allen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen. Auch Konkurrent Aldi will in den USA Mitarbeiter bei Impfungen unterstützen.

Innenministerium: Keine Vorbereitungen für Grenzkontrollen

14.42 Uhr: Die Bundesregierung trifft derzeit nach Angaben des Innenministeriums »keine konkreten Vorbereitungen« für Grenzkontrollen in der Pandemie. Die Beschlüsse von Bund und Ländern zeigten, dass die Regierung weitere Beschränkungen bei Einreisen gerade vermeiden wolle, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Man warte die EU-Beratungen am Donnerstagabend ab. Kanzlerin Angela Merkel hatte zuvor gefordert, dass die EU-Nachbarstaaten mit Deutschland die Bekämpfung des Coronavirus besser koordinieren müssten. Ansonsten müssten im Notfall Grenzkontrollen eingeführt werden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Türkei impft in sieben Tagen eine Million Menschen

14.36 Uhr: Die Türkei hat innerhalb von sieben Tagen mehr als eine Million Menschen geimpft. Die Marke wurde heute überschritten, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Türkei hatte am vergangenen Donnerstag mit Massenimpfungen mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac begonnen – an diesem Tag ließ sich auch Präsident Recep Tayyip Erdogan impfen.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte sich sogar schon einen Tag vor dem offiziellen Start der Kampagne eine Spitze geben lassen. Die Türkei hatte Ende Dezember drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs erhalten. Das Land mit rund 83 Millionen Einwohnern hat seit März rund 2,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und rund 24.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Sachsen hält an Präsenzunterricht für Abschlussklassen fest

13.59 Uhr: Nach den Bund-Länder-Beratungen hält das besonders von der Corona-Pandemie betroffene Sachsen an seiner Regelung fest, für Schüler von Abschlussklassen Präsenzunterricht anzubieten. Die Schüler sollten so »die Chance haben, sich sorgfältig auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten«, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Weitere Entscheidungen für Schulen und Kitas sollten »mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung in der kommenden Woche« folgen.

Berliner Polizei löst illegale Party auf

13.40 Uhr: Keine Masken, aber viel bunte Deko – die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch eine Party mit mehr als 20 Gästen im Berliner Ortsteil Buckow aufgelöst. Der Flur des Hauses war mit Girlanden und Ballons geschmückt, wie die Polizei mitteilte. Der aggressiv auftretende Hauseigentümer habe angegeben, eine Familienfeier zu veranstalten. Als die Polizisten die Party wegen der Corona-Gefahren auflösen wollten, soll der 37-Jährige die Eingangstür zugeschlagen haben. Ein Beamter wurde dabei am Bein verletzt.

Wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung müssen sich nach der Feier 21 Menschen verantworten, die ohne Mindestabstände und Mund-Nasen-Masken gefeiert haben sollen. Gegen den Hauseigentümer wird nun wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs auf einen Polizisten ermittelt.

Gericht: Familien im Saarland dürfen sich vorläufig wieder treffen

13.15 Uhr: Familien im Saarland dürfen sich vorläufig wieder mit mehr als zwei Haushalten und mehr als fünf Menschen treffen. Die Regelung der Corona-Verordnung zu den Kontaktbeschränkungen wurde teilweise außer Vollzug gesetzt, wie das saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis mitteilte. Das Gericht gab einer Frau Recht, die durch die Regelung daran gehindert wird, gemeinsam mit ihrem Mann ihre Enkel und deren Eltern zu treffen.

Grund für die Entscheidung des Gerichts sind zwei widersprüchliche Regelungen in der aktuellen Verordnung. Einerseits schreibt diese vor, dass sich ein Haushalt mit einem Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen darf. Andererseits ist der familiäre Bezugskreis von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Nach Ansicht des OVG ist das ein Widerspruch. Für die Betroffenen sei nicht klar, welche Regel für sie gelte.

Mediziner rechnen mit längerem Lockdown als bis Mitte Februar

12.36 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit einer weiteren Verlängerung der Maßnahmen gegen das Coronavirus über Mitte Februar hinaus. Man müsse die Menschen daran gewöhnen, dass das jetzt eine Lebensform für den Rest dieses Winters sei, mit der man leben müsse. »Andernfalls schlägt dieses Virus mit großer Macht zurück«, sagte er am Mittwochmorgen im Radioprogramm »SWR Aktuell«.

Auch die Intensiv- und Notfallmediziner gehen davon aus, dass eine Verlängerung der Maßnahmen bis Mitte Februar nicht ausreichen wird. »Wir werden mindestens bis Ende Februar oder Anfang März benötigen, wenn die Maßnahmen wie jetzt zu beobachten greifen, um die Patientenzahl auf den Hochpunkt der ersten Welle zu drücken – knapp unter 3000«, sagte Gernot Marx, Vorsitzender der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Trotz eines ersten leichten Rückgangs der Covid-19-Patienten würden immer noch 5000 von ihnen auf den Stationen liegen. Man solle sich keine Illusionen machen, dass Mitte Februar die Innenstädte und Restaurants wieder öffnen könnten.

Spahn sieht keine Engpässe bei medizinischen Schutzmasken

12.24 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Deutschland mit medizinischen Schutzmasken gut versorgt. Er habe im Moment keine Erkenntnisse darüber, dass es bei den FFP2- oder vergleichbaren Schutzmasken zu Versorgungsengpässen komme. Spahn betont, dass die professionellen Masken einen »enormen Unterschied« machten zu den Alltagsmasken, was die Verbreitung des Virus angehe.

Außerdem hat Spahn das Verlängern der Beschränkungen mit weiteren Maßnahmen trotz zuletzt leicht sinkender Infektionszahlen verteidigt. »Das ist mit diesem Lockdown so wie mit einem Antibiotikum: Wenn Sie zu früh aufhören, kann es anschließend noch schlimmer werden«, sagte der CDU-Politiker.

Giffey distanziert sich von Kretschmanns Überlegungen zu Schulöffnung

12.07 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich skeptisch zu Überlegungen in Baden-Württemberg zu einer baldigen Öffnung von Grundschulen und Kitas gezeigt. Giffey sprach sich dafür aus, »einheitliche Regelungen« in Deutschland durchzusetzen. »Wir müssen jetzt einfach sehr konsequent sein bei den Einschränkungen« des Kita- und Schulbetriebs. Die Eltern bat sie um Verständnis für den fortgesetzten Schul- und Kita-Lockdown.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Foto: Felix Zahn/photothek.net / imago images/photothek

Die Ministerin verwies auf den Beschluss der Bund-Länder-Runde vom Vortag, die sich auf eine Fortsetzung der weitgehenden Schließungen von Kitas und Schulen bis 14. Februar verständigt hatte. Giffey räumte ein, dass diese Schließungen »große Auswirkungen auf die Familien« hätten.

Zwei Fälle mit britischer Virusvariante erstmals in Peking entdeckt

12.01 Uhr: Zwei Fälle mit der britischen Virusvariante, die besonders ansteckend sein soll, sind erstmals in Peking entdeckt worden. Wie das Gesundheitsamt nach Angaben von Staatsmedien am Mittwoch berichtete, handelt es sich nach ersten Untersuchungen um importierte Infektionen. Sie seien im südlichen Stadtteil Daxing identifiziert worden, wo auch der neue internationale Flughafen der chinesischen Hauptstadt liegt. Die Genom-Analyse deute darauf hin, dass es sich um die Mutation B 1.1.7. handele, wurde mitgeteilt.

BaWü: Öffnung von Schulen und Kitas trotz Lockdown?

11.58 Uhr: Trotz verlängertem Lockdown will Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann Kitas und Schulen ab Anfang Februar offenbar wieder schrittweise öffnen. Das geht aus einem Schreiben der CDU-Politikerin vor, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Demnach spreche sich Eisenmann dafür aus, Kitas ab dem 1. Februar mit festen Gruppen wieder vollständig zu öffnen. In den Grundschulen sollten ab diesem Zeitpunkt die ersten beiden Klassenstufen in den Präsenzunterricht zurückkehren, eine Woche später sollten die dritten und vierten Klassen folgen. Für die Klassen fünf bis sieben soll es laut Eisenmann zunächst Wechselbetrieb geben. Mit diesem sollten dann spätestens ab dem 22. Februar sämtliche weiterführenden Schulen starten.

Österreichs Kanzler wütend nach Impf-Verstößen von Bürgermeistern

11.51 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat kein Verständnis für einige Bürgermeister, die sich bei der Impfung gegen das Coronavirus vorgedrängelt haben. »Es macht mich wütend und zornig«, sagte Kurz der »Kronen Zeitung«. In einigen Bundesländern waren Fälle bekannt geworden, dass übrig gebliebene Impfstoffe nicht an Heimbewohner, Gesundheitspersonal oder über 80-Jährige verabreicht wurden, sondern an Politiker, Gemeindebedienstete und Angehörige. »Wenn sich jemand vordrängt, ist das moralisch enttäuschend«, betonte Kurz.

Lindner fordert Stufenplan für Öffnungen

11.46 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner ist überzeugt, dass der Lockdown auch nach Mitte Februar verlängert werden muss. Gerade darum forderte er von der Bundesregierung einen Stufenplan, in dem mögliche Lockerungen festgehalten werden: »Es tut dringend not, dass wir einen Stufenplan bekommen – klare Konzepte, wie kann geöffnet werden.«

Gleichzeitig kritisierte er den aus seiner Sicht noch immer mangelnden Schutz älterer Menschen in der Pandemie. Hier seien Möglichkeiten ungenutzt geblieben, stattdessen habe es nur Absichtserklärungen gegeben. Konkrete Maßnahmen, wie etwa kostenlose Fahrten mit dem Taxi, damit Ältere nicht den Öffentlichen Nahverkehr nutzen müssten, seien nicht erfolgt.

Homeoffice-Verordnung ab Mittwoch nächster Woche

11.39 Uhr: Die neue Verordnung für eine Ausweitung des Homeoffice wird nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil voraussichtlich am Mittwoch nächster Woche in Kraft treten. Dies teilt der SPD-Politiker nach der Kabinettssitzung mit. »Wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen, müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten«, sagt Heil. Viele Unternehmen machten das bereits vorbildlich, aber es sei »durchaus viel Luft nach oben«. Ziel sei es, Kontakte zu reduzieren und mögliche Infektionen zu vermeiden.

Weniger Corona-Patienten: Etwas Optimismus bei Intensivmedizinern

11.33 Uhr: Mediziner sehen mit Blick auf die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen leicht rückläufigen Trend. »Wir sind vorsichtig optimistisch«, sagte ein Sprecher der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch. Es habe keinen großen Anstieg der Patientenzahlen als Folge von Weihnachten und Silvester gegeben. Es bleibe zu hoffen, dass die Kurve weiter sinke. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es beim Lockdown bleibe und Mutationen des neuen Coronavirus die Infektionslage nicht grundlegend verändern.

Regional kann die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patienten unterschiedlich ausfallen. Bundesweit hatte sie mit rund 5700 Menschen am 3. Januar einen Höchststand in der Pandemie erreicht. Seitdem gehen die Zahlen langsam zurück. Am 19. Januar lagen sie laut Divi bei 4930.

Bundesregierung erhöht Corona-Hilfen für Soloselbstständige

11.29 Uhr: Die Bundesregierung erhöht die Corona-Hilfen für Soloselbstständige wie etwa Künstler. »Wir satteln bei den Hilfen für Soloselbstständige noch mal deutlich drauf, das liegt mir sehr am Herzen«, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Neustarthilfe werde von 25 Prozent auf nun 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht, zugleich werde die maximale Förderhöhe deutlich angehoben.

»Wichtig ist mir auch, dass wir die Neustarthilfe für weitere Empfänger öffnen.« Die maximale Höhe der Betriebskostenpauschale beträgt künftig 7500 Euro, bisher waren 5000 Euro vorgesehen. Neu ist, dass auch sogenannte unständig Beschäftigte die Neustarthilfe beantragen können – damit soll Schauspielern geholfen werden.

Netflix profitiert von der Corona-Pandemie

11.16 Uhr: Dank des Streaming-Booms in der Corona-Pandemie erreicht Netflix erstmals die Marke von 200 Millionen Nutzern. Das sorgt auch für Erfolg an der Börse. Der Online-Videodienst Netflix ist zum Jahresende trotz eines verschärften Konkurrenzkampfs stark gewachsen. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg die Zahl der zahlenden Abonnenten um 8,5 Millionen auf knapp 204 Millionen. Damit wurde erstmals die Marke von 200 Millionen Nutzern geknackt. Die Zahlen übertrafen die eigene Prognose und die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung um 13 Prozent.

Indien gibt Impfstoffe kostenlos an andere Länder

10.43 Uhr: Indien will eigens produzierte Corona-Impfstoffe kostenlos an andere Länder abgeben. Zunächst sollen die Nachbarländer Bhutan, Malediven, Bangladesch, Nepal und Myanmar sowie die Seychellen ab Mittwoch mit den Hilfsgütern beliefert werden, hieß es aus dem Außenministerium in Neu-Delhi. Außenminister Subrahmanyam Jaishankar twitterte entsprechend: »Die Apotheke der Welt wird liefern, um die Covid-Herausforderung zu meistern.«

Indien wird oft – wie einst Deutschland – als die »Apotheke der Welt« bezeichnet, da im zweitbevölkerungsreichsten Land nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt werden. Viele gehen in ärmere Länder. Für diese Staaten werden die Produkte aus Indien auch jetzt von großer Bedeutung sein, denn anders als Deutschland und andere reiche Länder konnten sie sich nicht direkt viele Dosen sichern.

EU-Kommission plant Ausweitung der Corona-Hilfen

10.39 Uhr: Die EU-Kommission will die Regeln für staatliche Hilfen für Unternehmen wegen der Corona-Pandemie vorübergehend weiter lockern. So soll die Grenze, wie viel Unterstützung Konzerne erhalten können, wegen der Schwere der Pandemie heraufgesetzt werden. Bisher lag das Limit bei knapp vier Millionen Euro pro Unternehmen. Bei welchem Betrag die Beihilfen künftig gedeckelt werden sollen, blieb zunächst unklar.

Neue Infektionsfälle mit britischer Mutation in Berlin entdeckt

10.05 Uhr: Eine der neuen Corona-Mutationen könnte deutlich stärker in Berlin verbreitet sein als bislang angenommen. Bei drei neuen Fällen, die nun aufgetreten waren, soll es keinen Reisebezug zum Vereinigten Königreich geben, berichtet der »Tagesspiegel« . Am 8. Januar war erstmals ein Fall in Berlin bekannt geworden, bei dem ein Mann nach Einreise aus Großbritannien die Virusmutation aufwies. Er hatte auch seine Familie angesteckt.

NRW verschiebt Start der Impfzentren

09.45 Uhr: Wegen der verzögerten Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech verschiebt Nordrhein-Westfalen den Start der Impfungen für über 80-Jährige, die zu Hause leben. Die 53 Impfzentren im Land nähmen ihren Betrieb nun erst am 8. Februar auf – eine Woche später als bislang geplant, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Britische Mutation bereits in 60 Ländern aufgetreten

09.39 Uhr: Die britische Mutation des Coronavirus breitet sich schnell aus: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde der mutierte Erreger bereits in mindestens 60 Ländern nachgewiesen. Die in Südafrika entdeckte Variante des Coronavirus hat sich bislang in mindestens 23 Ländern verbreitet. Beide Mutationen sollen deutlich ansteckender sein als der bislang bekannte Erreger. Forscher aus Südafrika gehen aber davon aus, dass die in dem Land aufgetretene neue Variante nicht tödlicher ist.

Israel verlängert Lockdown

09.23 Uhr: Die israelische Regierung hat beschlossen, die geltenden strengen Corona-Maßnahmen nochmals um zehn Tage zu verlängern. Gestern waren in dem Land erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden.

Gleichzeitig treibt Israel seine Impfkampagne mit hohem Tempo voran. Nach Angaben des Gesundheitsministers Juli Edelstein wurden allein gestern rund 201.000 Menschen gegen das Virus geimpft. Dazu zählen demnach 129.000 Einwohner, die bereits die zweite Impfdosis erhalten hätten. Insgesamt sei seit dem Impfstart mehr als 2,2 Millionen Menschen die erste und etwa 550.000 Menschen die zweite Impfdosis verabreicht worden.

Montgomery fordert langfristigen Corona-Plan bis nach Ostern

09.00 Uhr: Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat nach dem Bund-Länder-Gipfel einen Corona-Plan bis über Ostern hinaus gefordert. »Nach dem Lockdown wird nicht sofort wieder die völlige Freigabe kommen«, sagte Montgomery am Mittwoch dem Radiosender SWR Aktuell. »Wir brauchen einen Plan, wie wir das Land wieder auftauen, nachdem wir es jetzt einfrieren.«

Hier sei ein langfristiges Vorgehen nötig, sagte er. Die Spitzenrunde von Bund und Ländern hatte am Vorabend beschlossen, den Lockdown zunächst bis 14. Februar zu verlängern. Bis zur nächsten Bund-Länder-Runde, für die in dem Papier kein Datum genannt wird, sollen zudem Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und die Staatskanzleichefinnen und -chefs »ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie« erarbeiten, wie es in dem Beschluss heißt.

Montgomery glaubt nach eigenen Worten nicht, dass zum 14. Februar nennenswerte Lockerungen zu erwarten sind. »Ich glaube, das wird verlängert werden – und das wird auch verlängert werden müssen.« Die Menschen müssten sich jetzt daran gewöhnen, »dass das jetzt eine Lebensform für den Rest dieses Winters wird, in der wir leben müssen«. Andernfalls schlage dieses Virus »mit großer Macht zurück«.

Wirtschaftsweiser: Lockdown-Beschlüsse bremsen Konjunktur

08.35 Uhr: Die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns wirkt sich nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Lars Feld negativ auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland aus. »Die Entscheidungen von Bund und Ländern werden die wirtschaftliche Aktivität zum Jahresbeginn weiter drücken«, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Schon die Verschärfungen vom Dezember durch die Hinzunahme des stationären Einzelhandels in den Lockdown und die Schließung von Kitas und Schulen lässt das Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 etwas schwächer ausfallen als erwartet.« Nun komme zur Verlängerung bis Februar die Verpflichtung zum Homeoffice dazu. Allerdings werde die Homeoffice-Pflicht die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wenig beeinträchtigen. Die Industrie, die derzeit die wirtschaftliche Entwicklung trage, werde »weiter Konjunkturmotor sein können«.

Kanzleramtsminister wirbt um Verständnis für Schulschließungen

08.26 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat um Verständnis für die fortgesetzte Schließung von Schulen und Kitas wegen der Pandemie geworben. Die Entscheidung sei der Bund-Länder-Spitzenrunde am Dienstag »nicht leicht gefallen, weil wir ganz genau wissen, was das für Eltern und Familien heißt«, sagte Braun am Mittwochmorgen den Sendern RTL und n-tv. Grund für diese Maßnahme sei vor allem die neue und hochinfektiöse Virusmutation. »Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass diese Virusmutation in Deutschland nicht Platz greift.«

Es gebe Hinweise, dass das mutierte Virus sich bei Kindern ähnlich ausbreite wie bei Erwachsenen, sagte Braun. Generelles Ziel der Corona-Auflagen sei es nach wie vor, »mit den Neuinfektionszahlen so schnell wie möglich« nach unten zu kommen, »und deshalb müssen wir so viele Maßnahmen gleichzeitig durchhalten«. Dazu zähle auch, »dass die Schulen bis auf Weiteres geschlossen bleiben«.

Lockdown über Teile von Peking wegen neuer Corona-Fälle verhängt

08.16 Uhr: Die chinesischen Behörden haben am Mittwoch wegen der Entdeckung neuen Corona-Fällen einen Lockdown über Teile der Hauptstadt Peking verhängt. Die Menschen in den fünf betroffenen Stadtvierteln wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Unter anderem wurde der südliche Bezirk Daxing abgeriegelt, in dem allein 1,6 Millionen Menschen leben, die nun die Stadt nicht mehr verlassen dürfen.

Anfang Januar waren in der Provinz Hebei, die Peking umgibt, mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. Im Zuge dessen wurde die Provinzhauptstadt Shijiazhuang sowie weitere Metropolen abgeriegelt.

In China war vor gut einem Jahr das neuartige Coronavirus weltweit erstmals festgestellt worden. Mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen bis zum Frühjahr unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen Wochen wurden einige hundert Corona-Infektionen in der Volksrepublik nachgewiesen, vergangene Woche starb zum ersten Mal seit Mitte Mai ein Mensch an Covid-19.

Die chinesischen Behörden ergreifen entschiedene Maßnahmen zur Eindämmung des Virus, auch weil die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest vom 11. bis 17. Februar bevorstehen. Aus diesem Anlass begeben sich üblicherweise Abermillionen von Chinesen auf Reisen zu ihren Familien.

Altmaier hält Homeoffice-Forderung für angemessen

07.50 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält die Aufforderung zu mehr Homeoffice für angemessen. »Die Botschaft ist klar: überall dort Homeoffice, wo es geht, aber eben auch nur dort, wo es geht«, sagt der CDU-Politiker in der ARD. Damit sollten die sozialen Kontakte reduziert werden. Er gehe davon aus, dass dies nun auch mit Augenmaß umgesetzt werde.

Weil hält Maßnahmen für ausreichend

07.30 Uhr: Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht davon aus, dass die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus genügen. »Nach allem, was wir sehen, ja«, sagt er in der ARD auf eine entsprechende Frage. Es gebe eine »stetig reduzierte Zahl der Infektionen«, begründet er seine Einschätzung. Zugleich gebe es aber mit den Varianten des Coronavirus eine »große Unbekannte«. Beim Homeoffice setze er auf die Einsicht der Arbeitgeber. »Es ist am Ende des Tages auch für die Wirtschaft das Beste, wenn wir die drohenden Risiken insbesondere durch die Mutation und wenn wir den Rückgang der Infektionen möglichst schnell beschleunigen können.« Ein staatliches Eingreifen werde nur in Ausnahmefällen notwendig sein.

Ärzteverband: FFP2-Maskenpflicht für Pflegeheim-Besucher

04.45 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund fordert weitergehende Corona-Schutzvorkehrungen für Alten- und Pflegeheime. Die Vorsitzende Susanne Johna sagte der dpar: »Sofern es noch nicht regelhaft gilt, sollten Besucher ab sofort nur noch mit negativem Testergebnis und mit FFP-2-Maske Einlass bekommen.« Ideal wäre es, wenn in jedem Heim geschulte ehrenamtliche Helfer Abstriche machen, wie es teils durch Bundeswehrangehörige geschieht. Auf die Schnelle sei das aber nicht in jeder Einrichtung realisierbar. Daher sollte man für Besucher alternative Testmöglichkeiten schaffen.

»So könnte man beispielsweise an jedem Impfzentrum separat auch Schnelltests durchführen«, schlug Johna vor. »Gerade an Wochenenden, wenn viele Menschen ihre älteren Angehörigen in den Heimen besuchen möchten, brauchen sie unkomplizierten Zugang zur Schnelltestung auf das Coronavirus. Das Pflegepersonal in den Heimen kann das jedenfalls nicht auch noch leisten.« Mit Blick auf die Beschlüsse von Bund und Ländern sagte die Verbandschefin: »Wir erkennen das Bemühen, die Situation zu verbessern. Aber die jetzt verabredeten Maßnahmen zum Schutz der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen reichen nicht aus.«

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Dienstagabend vereinbart, dass für Personal beim Kontakt mit Bewohnern eine FFP2-Maskenpflicht vorgesehen ist. Für eine umfassende Umsetzung von Schnelltests beim Betreten der Heime seien die Einrichtungen in der Verantwortung. Wegen oft fehlenden Personals sollten Soldaten und später geschulte Freiwillige eingesetzt werden. Bei der Vermittlung soll auch die Bundesarbeitsagentur helfen.

Woher bekomme ich jetzt sichere medizinische Masken?

04.40 Uhr: Künftig sind medizinische Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften vorgeschrieben. Wo kann man FFP2- und OP-Masken kaufen? Und wie schützt man sich vor Fälschungen? Hier im Überblick.

Bund und Länder verlängern Steuererleichterung für Unternehmen

04.30 Uhr: Bund und Länder verlängern wegen der anhaltenden Corona-Pandemie eine steuerliche Erleichterung für Unternehmen. Die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer kann demnach auch für das Jahr 2021 ausgesetzt werden, wenn das jeweilige Unternehmen stark von der Krise betroffen ist. Das erfuhr die dpa aus Regierungskreisen. Die Verlängerung sei ein deutliches Zeichen zur Unterstützung von Unternehmen und ihrer Liquidität, hieß es.

Die Vorauszahlung muss ein Unternehmer als eine Art Pfand leisten, wenn er seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen später als vorgeschrieben abgeben will. Da die Frist für diese Voranmeldungen sehr kurz ist, machen viele Unternehmen von der Regelung Gebrauch. Bereits im vergangenen Jahr war die Sondervorauszahlung wegen der Krise ausgesetzt worden.

Warum es in Deutschland so viele Impfgegner gibt

03.15 Uhr: Vorbehalte gegen Impfungen sind in Europa größer als in Afrika. Woran liegt das und was folgt daraus? Die Anthropologin Heidi Larson erklärt, wovon die Impfbereitschaft einer Bevölkerung abhängt. Lesen Sie hier  mehr.

Heil fordert massive Homeoffice-Nutzung und kündigt Kontrollen an

02.50 Uhr: Nach den Bund-Länder-Gesprächen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Beschäftigten und Unternehmen aufgefordert, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen. Zugleich warnte er in »Bild live« am Dienstagabend Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an. »Sie müssen klar sagen, wo es geht – und auch, wo es nicht geht. Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft.« Von den Beschäftigten erwarte die Regierung, dass sie das Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Anspruch nähmen.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag nach mehrstündigen Verhandlungen darauf geeinigt, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen müssen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Dadurch sollen Kontakte am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit, reduziert werden. Ein entsprechender Verordnungsentwurf von Heil – befristet bis zum 15. März – liegt bereits vor.

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Corona-Gipfel: Klassenkampf im Kanzleramt

02.35 Uhr: Merkels Corona-Schalte mit den Länderchefs geriet zur Marathonsitzung – das Thema Schule spaltete die Runde. Eine Teilnehmerin bekam den Frust der Kanzlerin besonders ab. Rekonstruktion eines denkwürdigen Tages. Lesen Sie hier mehr.

Kommunen nehmen Hilfe von Bundeswehr bei Schnelltests in Heimen kaum an

02.25 Uhr: Die Kommunen nehmen einem Bericht zufolge nur zögerlich das Angebot wahr, Soldaten der Bundeswehr für Corona-Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen anzufordern. Bislang seien nur 219 Soldaten in sechs Landkreisen im Einsatz, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Zahl solcher Amtshilfeanträge sei sogar von 18 auf 13 gesunken, nachdem Differenzen zwischen dem Deutschen Städtetag und dem Bund öffentlich geworden seien.

Beide Seiten streiten demnach über Haftung und Qualifikation des Testpersonals. Laut Städtetag sei ungeklärt, wer bei fehlerhaft vorgenommenen Tests und daraus folgenden falsch negativen Ergebnissen hafte. Offen sei auch, ob eine Schnellschulung durch das Rote Kreuz ausreiche und ob die Freiwilligen für einen Einsatz in den deutschlandweit schätzungsweise mehr als 15.000 Alten- und Pflegeheimen ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegen müssten.

Mediziner fordern mehr Kapazitäten für Intensivstationen

02.15 Uhr: Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) fordert eine schnelle Senkung der Infektionszahlen, um die Kapazitäten der Intensivstationen zu entlasten. »Aktuell sind wir bei knapp unter 5000 Intensivpatienten in Deutschland – da müssen wir noch deutlich runter. Es geht auch darum, wieder aufnahmebereit zu sein, falls die Virusmutation sich in Deutschland trotz aller Maßnahmen verbreitet und zu mehr Infektionen und damit auch mehr Intensivpatienten führt«, sagt Divi-Präsident Gernot Marx der »Rheinischen Post«.

Biden beim Gedenken an Corona-Tote: »Um zu heilen, müssen wir uns erinnern«

02.05 Uhr: Am Abend vor ihrer Vereidigung haben der künftige US-Präsident Joe Biden und die kommende Vizepräsidentin Kamala Harris mit einer Gedenkzeremonie an die Hunderttausenden Corona-Toten im Land erinnert. »Um zu heilen, müssen wir uns erinnern«, sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) bei der kurzen Zeremonie in der US-Hauptstadt Washington. »Es ist wichtig, das als Nation zu tun.«

Harris sagte, über viele Monate hätten die Amerikaner allein getrauert. An diesem Abend trauere die Nation zusammen. Sie hoffe, dass das Land mit der Erkenntnis aus der Krise hervorgehe, die einfachen Momente mehr wertzuschätzen und sich füreinander zu öffnen.

Biden und Harris sollen am Mittwochmittag in Washington vereidigt werden. Für die Zeremonie, an der die beiden gemeinsam mit ihren Ehepartnern teilnahmen, erleuchteten 400 Lichter das Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial in Washington. Im ganzen Land wurden am Dienstag um 17.30 Uhr Lichter an Gebäuden angeschaltet, die Spitze des Empire State Building in New York pulsierte wie ein Herz in Rot. Kirchenglocken läuteten, die Bürger waren zudem dazu aufgerufen worden, eine Kerze anzuzünden.

Am Dienstag hatten die Vereinigten Staaten in der Coronakrise einen weiteren düsteren Meilenstein passiert: Mehr als 400.000 Menschen sind dort seit Beginn der Pandemie nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben. Das geht aus neuen Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor.

WHO warnt vor Kollaps der Kliniken in Amerika

01.50 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem Kollaps der Krankenhäuser in Nord- und Südamerika. »In der ganzen Region arbeiten viele Kliniken an der Grenze oder nahe der Grenze ihrer Kapazitäten«, sagte die Direktorin der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), Clarissa Etienne. Sorgen bereiteten ihr vor allem die hohen Belegungszahlen der Betten auf Intensivstationen und der Mangel an medizinischem Sauerstoff in bestimmten Regionen.

»In der vergangenen Woche haben wir über 2,5 Millionen neue Covid-19-Fälle in der Region registriert – mehr als die Hälfte aller Fälle weltweit. Im gleichen Zeitraum haben wegen der Pandemie 42.000 Menschen in Nord- und Südamerika ihr Leben verloren«, sagte Etienne. Mit den USA, Brasilien und Mexiko liegen drei der am stärksten betroffenen Länder in der Region.

»Unsere Region und die Welt scheitern bei dem Versuch, das Coronavirus zu kontrollieren. In zu vielen Ländern passen die politischen Maßnahmen nicht zum Ernst der Lage«, sagte Etienne. »Und zu viele von uns haben die Maßnahmen gelockert, von denen wir wissen, dass sie funktionieren, die uns gesund und die Kliniken am Laufen gehalten haben.« Die Paho ist die Regionalorganisation der WHO in Nord- und Südamerika.

Merkel zu Corona-Beschlüssen: »Es ist hart, was wir den Menschen noch einmal zumuten müssen«

01.10 Uhr: Stundenlang rangen Kanzlerin und Länderchefs um die Verlängerung der Corona-Maßnahmen. Sehen Sie hier Merkels Erläuterung der neuen Beschlüsse im Video.

mkl/mas/cop/mfh/fek/dpa/AFP/Reuters/AP
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