Corona-News am Mittwoch Corona-Fälle in Physiopraxis – mehr als 400 Menschen in Quarantäne

Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einer Physiopraxis in Wedel müssen Hunderte in Quarantäne. Und: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann spricht über baldige Lockerungen für den Handel. Das war der Überblick am 17. Februar.
Corona-Tests (Symbolbild)

Corona-Tests (Symbolbild)

Foto: Björn Hake / Pressedienst Nord / IMAGO

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Spanien verhängt Quarantäne über Einreisende aus Südafrika und Brasilien

22.05 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten plant Spanien eine Quarantänepflicht für alle Reisenden aus Brasilien und Südafrika. Ab Montag müssen aus einem der beiden Länder eingereiste Menschen »zu Hause bleiben und den Zugang zu Dritten einschränken«, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Mittwoch in Madrid. Die verpflichtende Quarantäne dauert zehn Tage. Bei einem negativen Test kann sie auf sieben Tage verkürzt werden.

Die spanische Regierung hat bereits die Flüge von und nach Südafrika und Brasilien stark eingeschränkt. Die Quarantänemaßnahme gilt zunächst für einen Zeitraum von 14 Tagen. Anfang Februar verhängte Spanien bereits strenge Beschränkungen für Einreisen aus Brasilien und Südafrika. So dürfen nur Menschen aus Spanien und Andorra oder mit Wohnsitz in einem der beiden Länder einreisen.

Venezuela nimmt am Donnerstag Corona-Impfungen mit Sputnik V auf

21.20 Uhr: In Venezuela beginnen am Donnerstag die Impfungen gegen das Coronavirus mit dem russischen Vakzin Sputnik V. Zunächst seien Pflegepersonal und Staatsbedienstete an der Reihe, kündigte Staatschef Nicolás Maduro am Mittwoch in Caracas an. Dazu gehörten Abgeordnete, Polizisten, Soldaten und Regierungsvertreter. Für sie sei »aufgrund ihrer Arbeit auf der Straße« ein »besonderer Schutz« gerechtfertigt. Die restliche Bevölkerung werde ab April geimpft.

In Venezuela haben die Behörden bislang rund knapp 134.000 Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die offizielle Zahl der Corona-Toten liegt bei fast 1300. Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung des linksgerichteten Präsidenten allerdings vor, das wahre Ausmaß der Ausbreitung des Virus in dem 30-Millionen-Einwohner-Land zu vertuschen.

Altmaier glaubt an zügigen Aufschwung

20.10 Uhr: Die deutsche Wirtschaft wird nach der Coronakrise laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rasch wieder Fahrt aufnehmen. »Wir haben in der Krise gesehen, dass die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Stärke entwickelt hat. Deswegen bin ich überzeugt, dass wir uns aus diesem tiefen Tal sehr zügig wieder emporarbeiten werden«, sagte Altmaier beim digitalen Politischen Aschermittwoch bei der CDU Saar.

Er sei überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin Weltgeltung haben werde, »dass ›Made in Germany‹ auch in Zukunft einen guten Ruf haben wird.« Dafür würden nun die Weichen gestellt – zum Beispiel mit umweltfreundlichem Stahl und mit Wasserstofftechnologie.

»Aber wir wollen auch, dass die kleinen Geschäfte, die Modeboutiquen, die Schmuckgeschäfte, die Uhrmacher und viele andere, dass die bei uns in den Innenstädten bleiben und weiterhin unsere Identität, unsere Kultur bereichern. Und das ist eine ganz große Herausforderung.«

Kündigung wegen verstrichener Impffrist für Pflegerin

19.45 Uhr: Eine Pflegerin aus Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) ist vor Gericht gezogen, nachdem ihr nach einer verstrichenen Frist für eine Corona-Impfung gekündigt worden war. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts. Zuvor hatte die »Bild«  über den Fall berichtet.

In dem Verfahren am Dienstag einigten sich die Pflegerin und ihr früherer Arbeitgeber laut dem Sprecher auf einen Vergleich, der eine Entschädigung von 800 Euro vorsieht. Die Kündigung soll bestehen bleiben. Die Klägerin hatte demnach ursprünglich eine Entschädigung von 1000 Euro gefordert. Der betroffene Pflegedienst hat nun eine Woche Zeit, den Vergleich zu widerrufen. Tut er das nicht, ist er rechtskräftig.

Corona-Fälle in Physiopraxis – mehr als 400 Menschen in Quarantäne

19.02 Uhr: Nach mehreren Corona-Fällen in einer Physiopraxis in Wedel (Schleswig-Holstein) sind mehr als 400 Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne. Der Weg der Infektionen sei noch unklar, teilte der Kreis am Mittwochabend mit. Bislang seien fünf Mitarbeiter und sechs Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Praxis bleibe zunächst für zwei Wochen geschlossen.

Kretschmann macht Handel Hoffnung auf baldige Öffnungen

18.57 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dem Handel in der Corona-Pandemie Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung gemacht. »Sollten wir stabil die 35 erreichen, das heißt, sollten wir diese Inzidenz im Land über mehrere Tage – zwischen drei und fünf Tagen am Stück – unterschreiten, dann werde ich weitere Öffnungsschritte veranlassen«, sagte Kretschmann den »Stuttgarter Nachrichten« und der »Stuttgarter Zeitung« mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Als erstes solle der Einzelhandel bei Öffnungen berücksichtigt werden – dann aber nur mit einem »klaren Hygienekonzept« und der »Begrenzung von 20 Quadratmeter pro Kundin oder Kunden«, so der Grünen-Politiker. Ein solches Vorgehen wäre laut Kretschmann von den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz gedeckt. Dort hatten die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vereinbart, dass die Länder schrittweise lockern können, sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bis zum 7. März stabil unter 35 gesunken sein.

Aus Modellrechnungen ergibt sich laut Kretschmann, dass Baden-Württemberg als erstes Bundesland den Wert von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreichen könnte. »Möglicherweise schon gegen Ende der nächsten Woche«, sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen. Sollten die Zahlen aber wieder steigen, werde er sofort reagieren, sagte Kretschmann.

Kühlpanne: Astrazeneca-Impf-Pause in Mecklenburg-Vorpommern

18.45 Uhr: Nach einer Kühlpanne werden tausende Dosen AstraZeneca-Impfstoff weiterhin nicht in Mecklenburg-Vorpommern gespritzt. Es gebe Hinweise darauf, dass Probleme des Großhändlers beim Transport aufgetreten sind, teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Neben der Auslieferung von 8400 Dosen vom 15. Februar werde nun auch die Auslieferung von 6000 Dosen vom 11. Februar untersucht.

Mitarbeiter eines Impfzentrums hatten bemerkt, dass der gelieferte Impfstoff zu kalt war. Er hatte eine Temperatur von unter null Grad, zugelassen ist laut Ministerium eine Spanne zwischen plus zwei und plus acht Grad. Daraufhin setzte das Gesundheitsministerium in Schwerin die Verwendung am Dienstag vorsorglich aus.

Bis zur Wiederaufnahme der Impfungen müssten die Lieferkette nachvollzogen und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden, so Minister Harry Glawe (CDU). Der vorsorglich nicht verwendete Impfstoff soll bis zur Klärung aller Hintergründe und möglicher Folgen weiter gelagert werden. Dann werde entschieden, wie mit den Dosen weiter verfahren wird. Bislang hätten in MV rund 2200 Menschen den Impfstoff erhalten. Glawe sagte: »Wer sich unwohl fühlt, sollte vorsorglich den nächsten Arzt aufsuchen.«

Serbien verabreicht eine Million Impfungen gegen Covid-19

18.40 Uhr: Serbien hat mit Stand Mittwochnachmittag mehr als eine Million Impfungen gegen die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 verabreicht. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf Regierungskreise. Die Zahl schließt Erst- und Zweitimpfungen ein. 356.010 Bürger erhielten die zweite Impfung, nach der bei den derzeit vorhandenen Impfstoffen der weitestgehende Schutz entsteht.

Ärztepräsident: Medizinisches Personal soll Astrazeneca-Impfung annehmen

18.35 Uhr: Vor dem Hintergrund von Akzeptanzproblemen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt an das medizinische Personal appelliert, sich mit dem Mittel impfen zu lassen. Das Vakzin schütze »nachweislich vor Ansteckung und es verringert das Risiko schwerer und tödlicher Verläufe«, sagte der Präsident der Bundesärztekammer am Mittwoch der »Neuen Osnabrücker Zeitung«: »Deshalb rate ich allen impfberechtigten Beschäftigten in Kliniken und Praxen, die Möglichkeit für eine Corona-Schutzimpfung zu nutzen.«

Er könne nachvollziehen, dass viele Beschäftigte im Gesundheitswesen »wegen teilweise unkorrekter Presseberichte über die Wirksamkeit des Impfstoffes verunsichert sind«, sagte Reinhardt. »Und manche selbst ernannte Impfstoffexperten tragen mit ihren unüberlegten Äußerungen ganz erheblich zur Verunsicherung bei.« Nötig seien »viel mehr sachliche Informationen über die Sicherheit und die Wirksamkeit des Impfstoffes«.

Unter anderem auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch für den Astrazeneca-Impfstoff geworben. Dieser sei »sicher und wirksam«.

Bundesländer melden zunehmend Fälle von Corona-Varianten

18.30 Uhr: Die Bundesländer berichten dem Robert Koch-Institut (RKI) zunehmend von Nachweisen und Verdachtsfällen von ansteckenderen Corona-Varianten. In Deutschland sind seit Jahresbeginn durch das Meldesystem 4071 Fälle der in Großbritannien entdeckten Mutante B.1.1.7 bekannt geworden. Das geht aus einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten RKI-Bericht  hervor (Datenstand: 15. Februar). Die Fälle stammen demnach aus allen 16 Bundesländern. Wesentlich seltener, insgesamt 347 Mal, meldeten Bundesländer einen Verdacht auf die südafrikanische Variante B.1.351; mehrere Bundesländer meldeten noch keinen solchen Fall.

Das RKI stellt in seinem Bericht die Ergebnisse verschiedener Erhebungen getrennt voneinander dar. Eine davon beruht auf dem Meldesystem der Bundesländer. Das RKI weist darauf hin, dass verschiedene Überwachungssysteme und auch das Meldesystem die derzeit im Fokus stehenden Varianten noch nicht vollständig erfassten. Daher könnten die Zahlen aus verschiedenen Systemen noch deutlich auseinandergehen. Auch zwischen den berichteten Daten der Landesbehörden und dem RKI könne es Diskrepanzen geben. In der Vielzahl der Fälle sei keine vollständige Erbgutanalyse (Gesamtgenomsequenzierung) gemacht worden, heißt es.

Kernaussagen des RKI-Berichts hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwochvormittag vorgestellt: Demnach stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent.

US-Regierung pumpt weiteres Geld in Ausbau der Corona-Testkapazitäten

18.22 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie pumpt die US-Regierung weitere Millionensummen in die Testkapazitäten im Land. Das Weiße Haus teilte am Mittwoch mit, 815 Millionen US-Dollar sollten in die Produktion von Testmaterial fließen. 650 Millionen US-Dollar sollten eingesetzt werden, um die Testkapazitäten in Schulen sowie in Einrichtungen wie etwa Obdachlosenunterkünften auszubauen. Außerdem will die Regierung rund 200 Millionen US-Dollar einsetzen, um mutierte Coronaviren gezielter aufzuspüren – durch die verstärkte Nutzung der sogenannten Genom-Sequenzierung.

Die Direktorin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochell Walensky, sagte am Mittwoch, die ansteckendere britische Coronavirus-Mutation sei in den USA inzwischen in 42 der 50 Bundesstaaten nachgewiesen worden. Die Behörde CDC hatte Mitte Januar gewarnt, die britische Mutation verbreite sich schnell und könne bis März in den USA »zur vorherrschenden Variante« des Coronavirus werden.

Walensky sagte zugleich, die Zahl neuer Corona-Infektionen in den USA sei fünf Wochen in Folge gesunken. In der vergangenen Woche seien im Schnitt 86.000 neue Fälle pro Tag gezählt worden.

Ausgangs- und Kontaktsperre in Flensburg

18.00 Uhr: Wegen hoher Corona-Infektionszahlen und der Ausbreitung der britischen Virusvariante gilt in Flensburg ab Samstag eine Ausgangssperre. Diese betreffe die Zeit zwischen 21.00 und 05.00 Uhr, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch. Außerdem dürften Angehörige eines Hausstandes dann keine anderen Menschen mehr treffen, weder draußen noch drinnen.

Zugleich werden laut Günther bisher schon geltende Maßnahmen von der Stadt Flensburg auf das gesamte Kreisgebiet ausgedehnt. Dazu gehörten etwa die Vorschrift, dass nur ein Mensch einkaufen gehen darf, und die Pflicht zum Tragen von Masken auf Spielplätzen.

Im ganzen Kreis werden demnach anders als im Rest des Bundeslandes auch die Schulen nicht am 22. Februar wieder öffnen. In den Kitas bleibe es weiterhin bei einer Notbetreuung.

Zuletzt wurde in der Stadt Flensburg häufig die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Variante B.1.1.7 nachgewiesen, die als besonders ansteckend gilt. Die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt liegt bei 181,9 und damit weit über dem Landesschnitt.

Kölner Ordnungsamt rückt an Karnevalstagen zu hunderten Einsätzen aus

17.57 Uhr: Obwohl sich die überwiegende Mehrheit der Kölner an die geltenden Corona-Regeln während der Karnevalstage gehalten habe, habe der Ordnungsdienst »deutlich mehr« zu tun gehabt als zum Karnevalsauftakt am »Elften im Elften« oder an Silvester, hieß es in einer Mitteilung der Stadt vom Mittwoch. Insgesamt 746 Verstöße wurden demnach festgestellt.

Kein Schutz vor Corona: New York reicht Klage gegen Amazon ein

17.54 Uhr: Der US-Bundesstaat New York hat den Online-Handelsriesen Amazon wegen des Vorwurfs verklagt, Lagerarbeiter nicht ausreichend vor dem Coronavirus geschützt zu haben. Amazon habe in der Pandemie seinen Profit über das Wohl seiner Mitarbeiter gestellt, erklärte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James am Mittwoch. Mitarbeiter, die sich über unzureichende Sicherheitsvorkehrungen beschwert hätten, seien entlassen worden.

Amazon-Mitarbeiter protestieren vor dem Wohnort von Jeff Bezos

Amazon-Mitarbeiter protestieren vor dem Wohnort von Jeff Bezos

Foto: KENA BETANCUR / AFP

»Während Amazon und sein Chef (Anm. d. Red. Jeff Bezos) während dieser Krise Milliarden verdient haben, mussten hart arbeitende Angestellte unsichere Bedingungen ertragen und wurden bestraft, wenn sie rechtmäßig ihre Sorgen äußerten«, erklärte James. Amazon habe nicht genug unternommen, um »Gesundheit und Sicherheit« seiner Mitarbeiter zu gewährleisten.

Laschet fordert Öffnungsplan für sinkende Infektionszahlen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet

Foto: Pool / Getty Images

17.39 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet dringt angesichts sinkender Inzidenzwerte auf eine Öffnungsstrategie. Die Bürger »erwarten eine Perspektive, wie es danach weitergeht«, sagt der CDU-Chef bei einem virtuellen Auftritt bei der CDU Rheinland-Pfalz. Wenn die Infektionszahlen weiter abnähmen, müsse man den Bürgern sagen, wie man »wirtschaftliches, kulturelles, soziales Leben möglich machen« könne. Zuvor hatte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, von der SPD-geführten Landesregierung in Mainz einen Öffnungsplan für den Einzelhandel gefordert. Rheinland-Pfalz weist laut RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von nur noch 45,3 auf.

AstraZeneca-Impfungen bleiben in Mecklenburg-Vorpommern ausgesetzt

17.25 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Impfung mit dem Stoff von AstraZeneca nach einem mutmaßlichen Transport-Vorfall ausgesetzt. »Bis zur Wiederaufnahme der Impfungen muss die Lieferkette nachvollzogen und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden«, erklärt Gesundheitsminister Harry Glawe. Hintergrund seien Temperaturabweichungen während des Transports. Am Impfstoff selbst wolle man festhalten, erklärt Glawe: »Nach unseren bisherigen Erkenntnissen hat die vorsorgliche Unterbrechung der Impfungen mit AstraZeneca nichts mit der generellen Qualität des Impfstoffes zu tun.«

Britische Corona-Variante in Dänemark in fast jeder zweiten Probe

16.59 Uhr: Wie schnell der Anteil der britischen Variante des Coronavirus an den gesamten Neuinfektionen zunehmen kann, ist am nördlichsten Nachbarn der Bundesrepublik zu sehen: In Dänemark ist die zuerst in England aufgetauchte Virusmutante zuletzt in fast jeder zweiten analysierten Corona-Probe gefunden worden.

Wie aus einer am Mittwoch aktualisierten Auflistung des Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurde die Variante B.1.1.7  in den ersten drei Tagen der vergangenen Woche in zunächst 47,5 Prozent der sequenzierten positiven Proben identifiziert. Das sind die aktuellsten verfügbaren Zahlen, sie werden laufend aktualisiert und können sich somit noch ändern.

Damit geht der rapide Anstieg des B.1.1.7-Anteils unter den dänischen Corona-Fällen unvermindert weiter: Als die ersten Fälle der Variante in Dänemark auftauchten, wurde sie nur in 0,3 Prozent der analysierten Proben gefunden. Zum Jahreswechsel waren es um die 2 Prozent, seitdem ging es steil bergauf: In der letzten Januarwoche waren es bereits 19,6, in der ersten Februarwoche dann 30,7 Prozent.

RKI-Studie: Antikörper oft nicht nachweisbar

16.56 Uhr: Schützende Antikörper gegen das Coronavirus sind im Blut von ehemals Infizierten nach einiger Zeit oft nicht nachweisbar. Das zeigen weitere Studiendaten. Das Robert Koch-Institut hat sie zwischen 17. November und 5. Dezember 2020 zu Beginn der zweiten Infektionswelle im damals hochbelasteten Bezirk Berlin-Mitte erhoben und nun ausgewertet. Demnach waren bei rund der Hälfte (48 Prozent) der Erwachsenen, die nach eigenen Angaben vor dem Studienstart positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, keine sogenannten neutralisierenden Antikörper nachweisbar.

Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass bei ihnen keine Immunität bestehe, teilten das RKI und das Bezirksamt Mitte am Mittwoch mit. Denn es gebe noch andere Schutzmechanismen des Körpers. Das Ergebnis spreche aber einmal mehr für eine Impfung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Es sei bei Coronaviren generell nicht untypisch, dass der Antikörperschutz schneller erlösche als bei anderen Viren.

USA zahlen ausstehende WHO-Beiträge

16.41 Uhr: Nach dem Bekenntnis der neuen US-Regierung zur Weltgesundheitsorganisation WHO will Washington seine ausstehenden Schulden noch im Februar begleichen. »Bis Ende des Monats beabsichtigen die Vereinigten Staaten, mehr als 200 Millionen an veranschlagten und laufenden Verpflichtungen gegenüber der WHO zu zahlen«, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Mittwoch bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Dies spiegele das Bestreben der Biden-Regierung wider, den internationalen Kampf gegen die Pandemie anzuführen. Blinken betonte dabei, dass die USA nichtsdestotrotz eine Reform der Weltgesundheitsorganisation anstrebten.

Der Vorgänger von US-Präsident Joe Biden, Donald Trump, hatte vergangenes Jahr trotz der grassierenden Coronakrise aus Protest den Rückzug der USA aus der WHO angekündigt und Zahlungen an die UN-Organisation im April eingefroren.

Nach Corona-Ausbruch in Eiscremefabrik: 1000 Menschen in Quarantäne

16.12 Uhr: Als Folge des Corona-Massenausbruchs in einer Eiscremefabrik in Niedersachsen ist für rund 1000 Menschen Quarantäne angeordnet worden. Das betreffe Mitarbeiter der Fabrik in Osnabrück als auch deren Familienangehörige, sagte ein Stadtsprecher. Am Mittwoch wurden nochmals die zuvor negativ getesteten Mitarbeiter des Unternehmens auf Corona getestet. Diejenigen, die diesen Aufruf nicht mitbekommen hätten, seien nun aufgefordert, sich zu melden. Insgesamt sollen von 462 zunächst negativ getesteten Personen neue Abstriche genommen werden. Bislang sei in insgesamt drei Fällen die britische Mutation B.1.1.7 festgestellt worden.

In der Eisfabrik wurde bei bislang 210 Mitarbeitern eine Corona-Infektion festgestellt. Der Betrieb wurde am vergangenen Wochenende eingestellt, die Produktion ruht mindestens bis zum 26. Februar.

Spanien hofft auch auf finanzielle Hilfen aus der Golf-Region

15.40 Uhr: Spanien setzt zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise auch auf finanzielle Hilfen aus der Golf-Region. Ihr Land sei diesbezüglich in Gesprächen mit verschiedenen Staatsfonds, sagte Außenministerin Arancha Gonzalez Laya vor der Auslandspresse in Spanien. Mit den Mitteln könnten Projekte, die mithilfe des europäischen Wiederaufbausfonds finanziert werden sollen, zusätzlich gestützt werden. Die Golf-Staatsfonds hätten insbesondere an Digitalisierung, Kohlendioxidreduzierung und der Modernisierung von Produktion Interesse.

Coronakrise sorgt in der Schweiz für Rekorddefizit

15.00 Uhr: Die Coronakrise hat der Schweiz 2020 ein Rekorddefizit eingebrockt. Der Bundeshaushalt schließt das Jahr 2020 mit einem Fehlbetrag von 15,8 Milliarden Franken ab, wie die Regierung mitteilt. Zu einem Einnahmen-Rückgang kamen Ausgaben zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in Höhe von 15 Milliarden Franken.

Der größte Anteil entfiel dabei auf Kurzarbeitsentschädigungen. Für das laufende Jahr erwartet die Regierung ein Finanzierungsdefizit von rund 20 Milliarden Franken. Für die Jahre 2022 bis 2024 rechnet der Bund mit einem ausgeglichenen bis leicht positiven Saldo im Bundeshaushalt.

Steuerentlastung für freiwillige Helfer in Impfzentren

14.48 Uhr: Freiwillige Helfer in Impfzentren werden als Dank für ihr Engagement steuerlich entlastet. Sie könnten die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen nutzen, sagte Finanzstaatssekretär Rolf Bösinger der Deutschen Presse-Agentur. Bund und Länder hätten für 2020 und 2021 eine entsprechende steuerliche Sonderregelung beschlossen.

Für Helfer, die direkt im Impfzentrum arbeiten, ist demnach der Freibetrag für Übungsleiter in Höhe von 3000 Euro pro Jahr anwendbar. Alle, die nebenberuflich in der Verwaltung des Impfbereichs, in der Leitung eines Impfzentrums oder in der Infrastruktur tätig sind, gilt die Ehrenamtspauschale in Höhe von 840 Euro pro Jahr. Diese Pauschalen sind persönliche steuerliche Freibeträge. Auf Honorar für die freiwillige Tätigkeit bis zu dieser Höhe müssen dann keine Steuern gezahlt werden.

Kölner Oberbürgermeisterin will Inzidenz von 10

14.44 Uhr: Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus plädiert Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) für einen Wechsel hin zu einer »No Covid«-Strategie, die Lockerungen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter zehn vorsieht. »Aus Sicht von Experten wäre das Virus bei einer Inzidenz um die zehn gut beherrschbar – bezogen auf unser Gesundheitssystem und die Wirtschaft«, erklärte Reker am Mittwoch.

Zuvor hatte der »Kölner Stadt-Anzeiger« über die Forderungen Rekers berichtet. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Angestrebt werden derzeit Inzidenzwerte von 50 beziehungsweise 35. Die Inzidenzzahl in Köln lag am Dienstag bei 68,6.

Corona-Notstand: Slowakei will EU um Hilfe bitten

14.05 Uhr: In der Slowakei hat sich die Corona-Situation so dramatisch zugespitzt, dass das Land nun die EU um Hilfe bitten will. Wie die staatliche Nachrichtenagentur TASR berichtete, beschloss die Regierung in Bratislava am Mittwoch ein offizielles Hilfegesuch im Rahmen der EU-Mechanismen für gegenseitigen Beistand in zivilen Notsituationen. Konkret geht es demnach um die Entsendung von zehn Ärzten und 25 Krankenschwestern aus den EU-Partnerländern. Sollte sich die Lage weiter verschlimmern, wäre auch eine Aufstockung dieses Kontingents vorstellbar, heißt es in dem Vorschlag des slowakischen Gesundheitsministeriums.

Die Slowakei war glimpflicher als die meisten anderen EU-Staaten durch die erste Pandemiewelle im Frühling 2020 gekommen und bestätigte bis Herbst nur 28 Corona-Tote. Etwa seit Oktober steigen aber die Infektionszahlen ebenso wie die Zahl der bestätigten Corona-Toten so dramatisch an, dass Experten vor einem drohenden Kollaps des Gesundheitssystems warnen. Zudem dominiert mittlerweile die sogenannte britische Variante B.1.1.7 des Coronavirus bei den bestätigten positiven Corona-Fällen.

Sonderbescheinigung für Grenzpendler wird erst ab Freitag nötig

13.10 Uhr: Berufspendler dürfen noch bis Donnerstagnacht ohne spezielle Bescheinigung ihres Arbeitgebers in Sachsen und Bayern die deutsche Grenze passieren. Bis Donnerstag 24 Uhr reiche die Vorlage des Arbeitsvertrags aus, teilte das Bundesinnenministerium laut der Nachrichtenagentur dpa mit.

Die Frist, die ursprünglich in der Nacht zum Mittwoch auslaufen sollte, sei auf Bitte der sächsischen Regierung verlängert worden. Von Freitag an müssen Pendler dann eine Bestätigung vorlegen, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und zwingend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden.

Hintergrund ist dem Vernehmen nach, dass man den Arbeitgebern nach der erst jetzt erfolgten amtlichen Veröffentlichung der geänderten sächsischen Quarantäneverordnung Zeit geben musste, um sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten. Um Verwirrung und eine Ungleichbehandlung an den Grenzübergängen in Sachsen und Bayern zu verhindern, wurde die Frist auch für den bayerischen Grenzabschnitt verlängert.

Frankreich verschiebt Regionalwahlen auf Juni

13.06 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie verschiebt Frankreich die Regional- und Département-Wahlen um drei Monate. Sie sollen nun im Juni dieses Jahres stattfinden und nicht, wie ursprünglich geplant, im März. Das Parlament beschloss den Schritt nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bereits am Dienstagabend. Als Termine für die beiden Wahlrunden sieht die Regierung den 13. und 20. Juni vor.

Die Abstimmung gilt als letzter wichtiger Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl 2022. Auch bei der Wahl des Staatsoberhaupts will die Regierung eine Änderung durchsetzen. Sie will erstmals eine vorgezogene Abstimmung per Wahlmaschine in einer Reihe von Wahlbüros erlauben, um den Urnengang zu entzerren.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen warf der Regierung durch die Wahlverschiebung »Betrug« vor. Jüngste Umfragen sagen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr ein erneutes Duell zwischen Amtsinhaber Emmanuel Macron und Le Pen voraus.

EU will bis zu 300 Millionen weitere Impfdosen von Moderna

13.05 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat einen Aktionsplan gegen die Corona-Mutanten angekündigt. Außerdem wurde ein Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Lesen Sie hier mehr.

Söder stellt Öffnungen im Handel in Aussicht

CSU-Chef Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder

Foto: Peter Kneffel / dpa

12.51 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat Öffnungen des Einzelhandels für Mitte März in Aussicht gestellt. »Ich bin sicher, wenn wir die 35 haben, wird der Einzelhandel geöffnet werden können, vielleicht schon Mitte März«, sagte Söder auf dem Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 ist das politische Ziel für Lockerungen der derzeitigen Corona-Maßnahmen.

Söder sagte, er könne sich vorstellen, dass als Nächstes die Gärtnereien ihre Betriebe öffnen können. Wenn es dann mit dem Handel klappe, könnten auch Individualsport und Kultur möglich werden. Lockerungen in der Gastronomie nannte Söder »am schwersten«, weil dort die Schutzkonzepte am schwierigsten umsetzbar seien.

Auch bei den Kontaktbeschränkungen hält der Ministerpräsident Lockerungen in naher Zukunft für möglich. Wenn die Zahlen weiter so stabil blieben, könnten beispielsweise »bald« mehr Kontakte erlaubt werden, etwa mit zwei Hausständen oder wieder mit mehr Kindern. Eine Prognose für die Ostertage wollte Söder nicht abgeben. Alles sei möglich. Er wolle nichts voreilig versprechen.

Impfkampagne in Südafrika begonnen

12.53 Uhr: Nach Verzögerungen wegen Zweifeln an der Wirksamkeit gegen die Virusvariante B.1.351 hat nun auch Südafrika mit seiner Corona-Impfkampagne begonnen. Die ersten Dosen der Vakzine des US-Herstellers Johnson & Johnson wurden am Mittwoch Mitarbeitern eines Krankenhauses in Khayelitsha, einem großen Township in Kapstadt verabreicht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Südafrika hatte am 7. Februar die Verschiebung seiner Corona-Impfkampagne verkündet. Hintergrund ist eine Studie, laut der der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca nicht umfassend gegen die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante wirksam ist.

Malaysia verspricht illegalen Migranten Straffreiheit bei Impfung

12.30 Uhr: Malaysia hat illegal eingewanderten Menschen Straffreiheit versprochen, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Wissenschaftsminister Khairy Jamaluddin forderte ausländische Botschaften, internationale Organisationen und Hilfsorganisationen auf, illegal Eingewanderte zur Impfung zu überreden, »mit der Zusicherung, dass wir sie nicht festnehmen werden«.

Ab dem 26. Februar werden in dem südostasiatischen Land mit knapp 32 Millionen Einwohnern zunächst Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft. Ältere Menschen sind voraussichtlich ab April an der Reihe, der Rest der Bevölkerung erst in einigen Monaten, hatte Premierminister Muhyiddin Yassin zuletzt mitgeteilt.

In Malaysia leben zahlreiche Wanderarbeiter aus ärmeren Ländern wie Indonesien und Myanmar. Vor der Pandemie schätzten die Weltbank und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Zahl der illegalen oder undokumentierten Migranten in Malaysia auf über eine Million.

Anteil britischer Mutante in Deutschland bei mehr als 20 Prozent

11.38 Uhr: Die ansteckendere Corona-Variante aus Großbritannien macht bei den Neuinfektionen in Deutschland inzwischen einen deutlich größeren Anteil aus als noch vor zwei Wochen. Das gab Gesundheitsminister Spahn bekannt. Lesen Sie hier mehr.

Israel erlaubt Lieferung von Corona-Impfstoff in den Gazastreifen

11.36 Uhr: Nach der Blockade einer früheren Lieferung hat Israel für Mittwoch die Lieferung von tausend Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in den Gazastreifen zugesagt. Die Impfdosen würden von der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland in das andere Palästinensergebiet gebracht, teilte das israelische Verteidigungsministerium der Nachrichtenagentur AFP mit. Dafür werde der Grenzübergang Eres zwischen Israel und dem Gazastreifen genutzt.

Ministerium hat keine Hinweise für »schwere Nebenwirkungen« bei AstraZeneca

11.35 Uhr: Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagt, es gebe keine Hinweise auf »schwere Nebenwirkungen« beim AstraZeneca-Impfstoff. Der Impfstoff sei wirksam. Bei Impfungen seien grundsätzlich bestimmte Nebenwirkungen normal.

Die AstraZeneca-Vakzine ist in Deutschland nur für unter 65-Jährige zugelassen. Zuletzt brachten Berichte über Nebenwirkungen und eine verringerte Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Impfstoffen die Vakzine in Verruf. Beim Rettungsdienst in Dortmund musste sich rund ein Viertel der Beschäftigten nach der Impfung krankmelden. In mehreren Krankenhäusern in Niedersachsen wurden Impfungen mit der AstraZeneca-Vakzine am Dienstag vorübergehend gestoppt. Bei ungewöhnlich vielen Mitarbeitern hatte es zuvor Impfreaktionen gegeben.

Die Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums teilte allerdings mit: »Der zugelassene Impfstoff von AstraZeneca ist kein Impfstoff zweiter Klasse.« Er zeige »eine gute Wirksamkeit«.

Großbritannien infiziert für Studie Freiwillige mit Corona

11.30 Uhr: Für eine Studie wollen Wissenschaftler in Großbritannien Menschen unter ärztlicher Aufsicht dem Sars-CoV-2-Erreger aussetzen. Das Neue an dem Versuch: Die Probanden sind nicht geimpft. Ethisch ist das umstritten. Lesen Sie hier mehr.

Grünenchefin Baerbock fordert Schnelltests für alle Schulen

Grünen-Chefin Annalena Baerbock

Grünen-Chefin Annalena Baerbock

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Tobias Hase / dpa

10.51 Uhr: Grünenchefin Annalena Baerbock fordert beim Politischen Aschermittwoch Schnelltests für alle Schulen und Kitas im Land. Das könne zunächst 200 Millionen Euro kosten, müsse aber drin sein angesichts der riesigen Hilfen für die Wirtschaft in der Coronakrise.

»Papa hat keinen Fernseher«: Partygast will Corona-Strafe entgehen

10.08 Uhr: Mit einer skurrilen Ausrede hat ein Gast einer illegalen Party in Manchester versucht, einer Geldstrafe wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln zu entgehen. Er habe nicht gewusst, dass in Großbritannien ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gelte, beteuerte der junge Mann, als Polizisten die Feier auflösten. Auf einem Video des Polizeieinsatzes ist zu hören, wie er einem Beamten sagt: »Bei meinem Vater zu Hause gibt es keinen Fernseher.«

Insgesamt nahmen etwa 40 Menschen an der Party in einer Hochhauswohnung teil. Auf sie kommen nun Geldbußen zu, dem Organisator drohen bis zu 10.000 Pfund (11.500 Euro) Strafe.

EU erhält weitere 200 Millionen Biontech-Impfdosen

11.07 Uhr: Die EU bekommt weitere 200 Millionen Dosen des Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung von Biontech  hervor.

Zudem gibt es die Option, weitere 100 Millionen Dosen zu ordern. Diese neue Vereinbarung ergänzt Berichten zufolge den Vertrag von 2020. Im vergangenen Jahr war bereits eine Lieferung von 300 Millionen Dosen für die 27 Mitgliedstaaten ausgehandelt worden. Die 200 Millionen Dosen sollen voraussichtlich alle noch in diesem Jahr geliefert werden, etwa 75 Millionen davon im zweiten Quartal.

WHO: Weltweit immer weniger gemeldete Corona-Infektionen

9.58 Uhr: Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen geht weltweit weiter zurück. In der vergangenen Woche (bis 14. Februar) waren es noch 2,7 Millionen Neuinfektionen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf berichtete. Das war ein Rückgang um 16 Prozent zur Vorwoche. Anfang Januar wurden der WHO noch mehr als fünf Millionen neue Infektionen pro Woche gemeldet.

Saarland beschließt Werbeverbot für bestimmte Produkte

9.43 Uhr: Das Saarland hat im Corona-Shutdown ein Werbeverbot für Produkte verhängt, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Es gelte mit der neuen Corona-Verordnung des Saarlandes ab dem 22. Februar für alle Handelsbetriebe, die nach dem Schwerpunktprinzip während des Shutdowns ohne Einschränkungen ihr Warensortiment anbieten könnten, teilte das saarländische Gesundheitsministerium mit. Das Saarland ist das erste Bundesland, das ein solches Werbeverbot beschlossen hat.

Schweden bereitet Lockdown-Maßnahmen vor

9.34 Uhr: Die schwedische Regierung will mit einer neuen Verordnung die Möglichkeit schaffen, größere Teile des öffentlichen Lebens zu beschränken. »Es gibt weiterhin Bedarf, mehrere Maßnahmen zu ergreifen, und es kann aktuell werden, Teile der schwedischen Gesellschaft zu schließen«, sagte Sozialministerin Lena Hallengren am Mittwochmorgen auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Stockholm.

Insgesamt fünf Vorschläge zu verschärften Corona-Maßnahmen werden nun zur Prüfung an die Behörden geschickt. Darunter sind die Möglichkeiten, unter anderem Geschäfte, Einkaufspassagen, Restaurants und Fitnessstudios schließen zu können.

Es sei beunruhigend, dass der Rückgang der Neuinfektionszahlen abgenommen habe, sagte Hallengren. Es bestehe damit ein konkretes Risiko für eine dritte Infektionswelle.

Bayerns Gesundheitsminister gegen Wahlmöglichkeit beim Impfstoff

9.13 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat eine Wahlmöglichkeit für Bürger beim Corona-Impfstoff abgelehnt. Die drei verfügbaren Impfstoffe seien regulär zugelassen und wissenschaftlich geprüft, sagte der CSU-Politiker in einem Interview der Bayern-2-Radiowelt am Mittwoch. Das gelte auch für den Impfstoff von AstraZeneca. Hintergrund sind Berichte über Nebenwirkungen nach Impfungen mit dem Wirkstoff des britisch-schwedischen Konzerns.

Es herrsche ein Mangel an Impfstoff, sagte Holetschek. Der Impfstoff von AstraZeneca schütze vor schweren Verläufen einer Erkrankung. »AstraZeneca ist ein guter und sicherer Impfstoff«, sagte Holetschek.

RKI meldet 7556 Neuinfektionen in Deutschland

9.12 Uhr: Das Robert Koch-Institut meldet 7556 Neuinfektionen für Deutschland. Das sind rund 500 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit von 59 auf 57. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Ziel von Bund und Ländern ist ein Wert von unter 50, um das Gesundheitssystem zu entlasten, ab einem stabilen Wert von unter 35 stehen Shutdown-Öffnungen in Aussicht.

560 weitere Menschen starben dem RKI zufolge in Verbindung mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 66.164. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,35 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt.

Mehr Schädlinge in Museen und historischen Gebäuden

9.11 Uhr: Schädlinge haben in Großbritannien von der Corona-Pandemie profitiert und sind in einigen Museen und historischen Gebäuden zur Plage geworden. Ihre Zahl habe 2020 um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, ergab eine Analyse der Denkmalschutzorganisation National Trust. »Es besteht kein Zweifel, dass der Lockdown den Insekten gutgetan hat«, sagte Konservatorin Hilary Jarvis der Nachrichtenagentur PA zufolge. »Die relative Ruhe, Dunkelheit und fehlende Störungen durch Besucher und Mitarbeiter haben seit März perfekte Bedingungen für Larven und erwachsene Tiere gleichermaßen geboten.« Auch Schimmelpilze seien vermehrt aufgetreten.

Im Kampf gegen Kleidermotten testet die Organisation nun ein zweiseitiges Vorgehen. Zum einen wird eine winzige Wespe eingesetzt. Das nur 0,5 Millimeter kleine Insekt ist der Erzfeind der Kleidermotte, es legt seine Eier in deren Nester und stirbt dann. Außerdem werden Pheromone, ein Botenstoff, versprüht. Das soll männliche Kleidermotten verwirren und die Paarung verhindern.

Löhne in Deutschland sinken

8.49 Uhr: Die Coronakrise hat negative Auswirkungen auf die Einkommen der Menschen in Deutschland. Erstmals seit Beginn der Erhebungen 2007 sind im vergangenen Jahr die Nominallöhne zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Einschließlich von Sonderzahlungen lagen die Bruttolöhne durchschnittlich 0,6 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, hieß es auf der Grundlage vorläufiger Zahlen. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent gestiegen sind, blieben den Beschäftigten real rund 1,0 Prozent weniger Gehalt als noch 2019.

In der Statistik ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt, das in der Coronakrise für Millionen Erwerbstätige die Einkommensverluste zumindest abgefedert hat. Die Ausschläge nach unten sind 2020 wesentlich heftiger als in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Damals waren die nominalen Verdienste noch minimal um 0,2 Prozent gestiegen und die realen Verdienste um 0,1 Prozent gesunken.

Mehr als die Hälfte aller Israelis über 30 mindestens einmal geimpft

8.41 Uhr: Mehr als die Hälfte aller Menschen in Israel über 30 Jahren ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies schrieb Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch bei Twitter. Insgesamt wurden seit dem 19. Dezember etwa 4,1 Millionen Erst- und 2,7 Millionen Zweitimpfungen verabreicht. Israel hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Rund 30 Prozent davon sind jünger als 16 Jahre; diese Gruppe kann vorerst nicht geimpft werden.

Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 2,8 Millionen Menschen eine erste und rund 1,5 Millionen auch eine zweite Impfung (Stand 16. Februar).

Biden kündigt Corona-Impfung für alle US-Bürger bis Ende Juli an

8.24 Uhr: In den USA sollen sich nach den Worten von Präsident Joe Biden bis Ende Juli alle Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen können. »Bis Ende Juli werden wir 600 Millionen Impfdosen haben, genug, um jeden US-Bürger zu impfen«, sagte Biden auf einer vom Fernsehsender CNN live übertragenen Veranstaltung in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. Der Präsident warb zudem für sein 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) schweres Corona-Hilfspaket.

Biden hatte zunächst angekündigt, dass schon im Frühjahr genug Impfstoff für alle Menschen in den Vereinigten Staaten erhältlich sein werde. Zuletzt verwies das Weiße Haus jedoch auf Probleme bei der Verfügbarkeit von Vakzinen sowie bei deren Auslieferung.

Britische Variante in Neuseeland wieder im Griff

8.13 Uhr: Nach einem dreitägigen Lockdown wegen des Auftauchens der britischen Coronavirus-Variante in Auckland werden die Maßnahmen in Neuseelands größter Stadt weitgehend wieder aufgehoben. Am Donnerstag dürften Schulen und Geschäfte wieder öffnen. Zudem seien Treffen von bis zu 100 Personen erlaubt, sofern sie die Regeln der sozialen Distanz einhielten, teilte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit. Voraussichtlich am Montag würden dann alle Maßnahmen beendet, hieß es.

Am vergangenen Wochenende wurden drei Menschen positiv auf die britische Variante getestet. Bei den Infizierten handelte es sich um Mitglieder einer Familie im Süden der Millionenstadt. Bei groß angelegten Tests seien seither drei weitere Infizierte entdeckt worden, die aber alle aus der gleichen Familie stammen, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde, Ashley Bloomfield.

Südafrika bekommt 80.000 Dosen von Johnson-&-Johnson-Impfstoff

7.42 Uhr: Südafrika hat die ersten 80.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson erhalten. Die Ladung traf laut Regierungsangaben am Dienstagabend auf dem Johannesburger Flughafen ein und soll demnächst vorrangig an das Personal des Gesundheitswesens gehen. »Der Impfstoff wurde von Südafrikas Behörde für Gesundheitsprodukte genehmigt«, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Von dem Impfstoff hat auch die EU-Kommission Mengen für mindestens 200 Millionen Menschen geordert; er muss aber noch zugelassen werden. Das Besondere ist, dass er voraussichtlich nur einmal gespritzt werden muss. Laut offiziellen Angaben hat sich der Kapstaat neun Millionen Dosen dieses Impfstoffs gesichert, nachdem eine zuvor geplante Impfaktion mit dem Präparat von AstraZeneca wegen Zweifeln an dessen Wirksamkeit gegen die im Lande vorherrschende Coronavirus-Variante kurzfristig ausgesetzt worden war. Gesundheitsminister Zweli Mkhize teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass diese Dosen nun der Afrikanischen Union (AU) zur Verteilung an interessierte Länder auf dem Kontinent angeboten werden sollen.

Chefpathologe in Augsburg: Menschen sterben an – nicht mit Corona

7.30 Uhr: In den allermeisten Fällen, in denen mit Corona infizierte Menschen sterben, ist das Virus dem Chef-Pathologen der Uniklinik Augsburg zufolge auch Grund für ihren Tod. »Die meisten könnten noch leben, wenn sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hätten«, sagte der Direktor des Instituts für Pathologie und Molekulare Diagnostik, Bruno Märkl der »Augsburger Allgemeinen«.

Das Klinikum hat bereits mehr als 100 verstorbene Covid-19-Patienten obduziert, wie dort bestätigt wurde. Die Annahme, tödliche Verläufe träfen nur ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, die ohnehin bald gestorben wären, »das sehen wir überhaupt nicht«, sagte Märkl der Zeitung. »Ich wünschte, ich könnte diejenigen, die an der Gefährlichkeit lauthals zweifeln, einladen, mir bei einer solchen Obduktion über die Schultern zu schauen – sie würden schnell verstummen.« Letzten Endes sei es ein »inneres Ersticken«, an dem die Patienten sterben.

Japan beginnt mit ersten Impfungen

Der Direktor des medizinischen Zentrums in Tokio wird geimpft

Der Direktor des medizinischen Zentrums in Tokio wird geimpft

Foto: Behrouz Mehr / AP

6.12 Uhr: Weniger als sechs Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio und deutlich später als andere Länder hat nun auch Japan mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Als Erste sollen während der am Mittwoch angelaufenen Impfkampagne 40.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit der Vakzine des US-Konzerns Pfizer und seines deutschen Partners Biontech geimpft werden. Darunter sind 20.000 Ärzte und Pfleger, die sich bereit erklärt hatten, an einer Studie über mögliche Nebenwirkungen teilzunehmen.

Weitere 3,7 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen die Impfungen im März erhalten. Von April an sollen dann rund 36 Millionen Bürger an die Reihe kommen, die älter als 65 Jahre sind.

Als Nächstes sind Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter von Altenheimen dran. Erst danach sollen die restlichen der insgesamt 127 Millionen Einwohner drankommen. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga steht wegen ihres Krisenmanagements in der Corona-Pandemie schwer in der Kritik. Japan will im Sommer die Olympischen Spiele in Tokio ausrichten, allerdings mehren sich die Zweifel, ob dieser Plan wirklich zu halten ist.

Britische Corona-Variante laut WHO schon in 94 Ländern

5.41 Uhr: Die zuerst in Großbritannien aufgetretene und besonders ansteckende Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mittlerweile 94 Ländern nachgewiesen worden.

Die aus Südafrika stammende Virusvariante hat sich demnach bereits auf 46 Länder ausgebreitet, bei der zunächst in Brasilien und Japan entdeckten Mutante seien es 21 Länder. Anzunehmen ist jedoch, dass Varianten wie die britische Mutante B.1.1.7 sich unbemerkt noch weiter ausgebreitet haben, da nicht jede Ansteckung auch entdeckt und entsprechend registriert wird.

Sorgen bereitet vor allem die britische Mutante, die nach vorsichtigen Schätzungen gut ein Drittel ansteckender ist als das ursprüngliche Virus. Auch für andere Varianten wie die südafrikanische wird eine höhere Übertragbarkeit angenommen, genaue Daten dazu gibt es aber noch nicht.

Frankreich verschiebt Regionalwahlen wegen Coronakrise

5.23 Uhr: Die eigentlich für März geplanten Regionalwahlen in Frankreich sind wegen der Corona-Pandemie um drei Monate auf Mitte Juni verschoben worden. Das Parlament stimmte einem entsprechenden Gesetzesvorschlag am Dienstag zu. Hintergrund sind vor allem Bedenken, dass sich das Coronavirus durch Menschenansammlungen in und vor Wahllokalen rasant verbreiten könnte.

Wahlen werden in Frankreich nur äußerst selten verschoben. Wegen der Coronakrise war jedoch bereits im Frühjahr 2020 die zweite Runde der Kommunalwahlen auf Juni verschoben worden. Bei den Regionalwahlen werden unter anderem die Regionalräte neu besetzt.

Brasiliens Umweltminister mit Coronavirus infiziert

4.10 Uhr: Mit dem brasilianischen Umweltminister Ricardo Salles ist ein weiteres Kabinettsmitglied positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf das Umweltministerium in Brasília. Salles habe hohes Fieber und werde in Isolation bleiben, aber es gehe ihm gut. Salles ist den Berichten zufolge das fünfzehnte Mitglied der ersten Ebene der Regierung, das sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Dazu gehören auch Präsident Jair Bolsonaro (im Juli) und Vizepräsident Hamilton Mourão (im Dezember). Bolsonaro hatte das Coronavirus zuerst verharmlost und zieht mittlerweile auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.

Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas mehr als 9,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind fast 241.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Stiftung Patientenschutz gegen Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen

1.45 Uhr: Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat eine Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen gegen das Coronavirus abgelehnt. Alle Impfstoffe hätten ein reguläres Zulassungsverfahren durchlaufen und seien hochwirksam, sagte Brysch der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post«. Für die kommenden Monate bleibe absehbar, dass nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stünden. »Deshalb muss priorisiert werden. Solange das so ist, kann es keine Wahlmöglichkeiten geben«, sagte Brysch.

Die Vakzine des Herstellers AstraZeneca verteidigte Brysch gegen Vorbehalte. »Wie bei jedem anderen Serum können Reaktionen auftreten«, das sei bei Biontech/Pfizer ebenso wie bei Moderna und AstraZeneca der Fall. »Gleichsam schützen die Vakzinen vor schweren Krankheitsverläufen«, sagte Brysch. Wegen unzureichenden Datenmaterials des Herstellers AstraZeneca für die über 65-Jährigen sei die Entscheidung des Bundesgesundheitsministers richtig gewesen, den Impfstoff zunächst nicht dieser Altersgruppe anzubieten.

Virologe Drosten rät zum schnellen Impfen

1.00 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hält den derzeit viel diskutierten Corona-Impfstoff von AstraZeneca weiterhin für ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Es gebe keinen Grund, in Deutschland nicht mit dem Mittel des britisch-schwedischen Herstellers zu arbeiten, sagte der Charité-Virologe im Podcast »Coronavirus-Update« bei »NDR-Info«. Wenn er sich die öffentliche Diskussion über diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei.

»Wir müssen alles dransetzen, jetzt so schnell wie möglich in der Breite zu impfen«, sagt Drosten. »Die Impfstoffe, die wir haben, die sind extrem gut gegenüber dem, was man erwarten konnte. Es gibt immer irgendwo ein Haar in der Suppe, und manche schauen da mit dem Vergrößerungsglas drauf.« Das solle man nicht tun. Wichtig sei, dass die Impfstoffe das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs minimierten.

Kürzlich war bekannt geworden, dass der AstraZeneca-Impfstoff bei einer zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schützt. Drosten sieht bei der Studie jedoch einige Einschränkungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weiterhin den Einsatz des Impfstoffs.

Für Deutschland hält der Virologe insbesondere die Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) für relevant, wie er erläuterte. Deren Anteil wachse hierzulande, ebenso wie in anderen Ländern. Neue Daten vom Robert Koch-Institut dazu werden in dieser Woche erwartet. B.1.1.7 bedeute aber laut einer Studie keinen Nachteil für die Schutzwirkung des AstraZeneca-Impfstoffs, so Drosten.

nck/ssu/mjm/fek/ptz/jok/dpa/AFP/Reuters
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