+++ Corona-News am Mittwoch +++ Spahn macht Hoffnung auf Corona-Tests für Zuhause

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn könnten in Zukunft auch Corona-Heimtests zum Einsatz kommen. Und: In Großbritannien drohen noch härtere Corona-Maßnahmen. Der Überblick.
Jens Spahn

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Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

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Deutschland stuft weitere Regionen als Corona-Risikogebiete ein

23.14 Uhr: Deutschland hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen neben ganz Belgien auch Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern als Risikogebiete eingestuft. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Mittwochabend entsprechend und nahm mit Wales und Nordirland erstmals auch Teile Großbritanniens auf. 

Auswärtiges Amt nimmt Reisewarnung für Belgien wieder von der Website

22.51 Uhr: Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für ganz Belgien am Mittwochabend vorübergehend wieder von seiner Internetseite genommen. Ein Sprecher des Ministeriums begründete das damit, dass das Robert Koch-Institut Belgien noch nicht offiziell als Corona-Risikogebiet ausgewiesen habe. Die Entscheidung sei aber gefallen und die Reisewarnung werde in Kürze wieder eingestellt. 

Das Auswärtige Amt hatte um 21.05 Uhr über einen E-Mail-Newsletter und auf seiner Internetseite über die neue Reisewarnung informiert: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Belgien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", hieß es. Kurze Zeit später wurden die Reisehinweise für Belgien im Internet dann aber wieder auf die alte Version vom 24. September umgestellt.

Auch der deutsche Botschafter in Brüssel, Martin Kotthaus, hatte die Reisewarnung für ganz Belgien auf Twitter bereits bestätigt.

Spahn macht Hoffnung auf Corona-Tests für Zuhause

21.32 Uhr: In der Corona-Pandemie könnten in Deutschland künftig auch Tests für Zuhause zum Einsatz kommen. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin nach Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können." 

Einen Zeitpunkt nannte Spahn nicht. Ob das in vier, acht, zwölf oder 16 Wochen sei, werde man sehen, "aber ich bin sehr sicher, wir werden es sehen". Ein solcher Heimtest müsste nach Spahns Angaben allerdings zunächst von den Behörden genehmigt werden, weil es sich bei Covid-19 um eine meldepflichtige Erkrankung handele. 

Mit Blick auf die für Mitte Oktober angekündigte neue Teststrategie sagte Spahn, er sei zuversichtlich, dass sogenannte Antigen-Tests "zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat" eingesetzt werden könnten. Mit den Bundesländern und Experten unter anderem des Robert Koch-Instituts wird demnach momentan darüber beraten, an welcher Stelle künftig die bisher üblichen PCR-Tests und die Schnelltests zum Einsatz kommen sollen. Auch die Frage, wer die Kosten dafür übernimmt, werde dabei geklärt. 

Spahn hatte vor einigen Tagen bereits angekündigt, dass Schnelltests Bestandteil der neuen Corona-Teststrategie werden, die Mitte Oktober stehen soll. Diese seien mittlerweile qualitativ besser und könnten beispielsweise eingesetzt werden, um Besucher von Pflegeheimen zu testen und direkt ein Ergebnis zu erfahren. 

Bundesregierung spricht Reisewarnung für ganz Belgien aus

21.20 Uhr: Die Bundesregierung hat wegen steigender Corona-Infektionszahlen für ganz Belgien eine Reisewarnung ausgesprochen. Das geht aus den am Mittwochabend aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amts hervor.

US-Biotechkonzern: Kein Impfstoff vor Präsidentschaftswahl

21.15 Uhr: Der US-Biotechkonzern Moderna wird einer Zeitung zufolge vor der US-Wahl Anfang November keinen Antrag auf eine Sonderzulassung für ihren Corona-Impfstoff mehr einreichen können. Die "Financial Times" zitiert Firmenchef Stephane Bancel mit der Aussage, eine umfassende Zulassung für alle Teile der US-Bevölkerung werde wohl erst im Frühjahr stehen. Die Aktie des Unternehmens fällt zunächst auf einen Tages-Tiefststand, liegt jedoch weiter leicht im Plus.

Uno benötigt sofort 15 Milliarden Dollar für globalen Impf-Fonds

21.12 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat im Kampf gegen das Coronavirus zu weiteren Geldern für die globale Impf-Initiative der Vereinten Nationen aufgerufen. Zur Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 werde eine "sofortige Geldspritze" in Höhe von 15 Milliarden Dollar (12,8 Mrd Euro) benötigt, sagte Guterres auf einem virtuellen Gipfel am Mittwoch in New York. Die Gelegenheit, rechtzeitig vorzusorgen, dürfe nicht verpasst werden.

Insgesamt werden laut Guterres 38 Milliarden Dollar für das sogenannte ACT-Programm benötigt, das neben dem allgemeinen Zugang zu Impfstoffen die internationale Zusammenarbeit zur Finanzierung von Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten stärken soll. Bisher hat das Programm etwa drei Milliarden Dollar erhalten. Mit dem Geld sollen im kommenden Jahr zwei Milliarden Impfdosen, 500 Millionen Corona-Tests sowie 245 Millionen Behandlungen finanziert werden.

Bei dem virtuellen Gipfel kamen weitere Zusagen hinzu, darunter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die den deutschen Beitrag von bereits versprochenen 675 Millionen Euro um weitere 100 Millionen Euro aufstockte. Microsoft-Gründer Bill Gates teilte mit, dass seine Stiftung ein neues Abkommen mit 16 Biotech-Firmen geschlossen habe, um den weltweiten Zugang zu Tests, Therapien und Impfstoffen weiter auszubauen.

Zentralregierung will Madrid drakonische Corona-Regeln aufzwingen

Straßensperren verhindern das Betreten eines abgeriegelten Stadtteils in Madrid

Straßensperren verhindern das Betreten eines abgeriegelten Stadtteils in Madrid

Foto: Manu Fernandez / dpa

20.56 Uhr: Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. "Die Anordnung wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Mittwochabend in Madrid. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen Madrid und neun weitere Städte im Großraum der Hauptstadt betroffen, so Illa. 

Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind. 

Illa sagte, der "Vorschlag" sei beim Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates in Madrid mit großer Mehrheit angenommen worden. Seine Ankündigung kam aber sehr überraschend, denn zuvor hatte es geheißen, zur Annahme müssten alle 17 Regionen zustimmen. Gegen die Pläne der Zentralregierung votierten neben Madrid auch Katalonien, Murcia, Galicien und Andalusien. Sprecher dieser Regionen sagten, das Abkommen gelte als zurückgewiesen. Auch Politiker der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerten Zweifel über die Rechtmäßigkeit der von Illa angekündigten Anordnung. 

Mit der Festlegung einheitlicher Kriterien wollte die linke Zentralregierung in erster Linie den Vorwurf der konservativen Regierung von Madrid kontern, die Region um die Hauptstadt werde aus politischen Gründen diskriminiert und strenger behandelt als andere Regionen Spaniens. Sánchez' Regierung fordert seit Tagen, dass Madrid striktere Einschränkungen und nach Möglichkeit eine Abschottung der ganzen Region beschließt. 

Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Isabel Díaz Ayuso, weigerte sich bisher wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Stadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt. Experten haben diese Maßnahmen als unzureichend kritisiert. 

Die hohen Infektionszahlen haben Madrid zu einem Brennpunkt der Pandemie in Westeuropa gemacht. Binnen 14 Tagen wurden dort nach Zahlen vom Mittwoch 735 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. Für ganz Spanien liegt der Wert bei 284. Ein Fünftel aller Corona-Tests in Madrid fällt positiv aus, die Betten auf Intensivstationen sind zu mehr als 40 Prozent mit Corona-Patienten belegt.

US-Behörden melden mehr als 38.000 Neuinfektionen

20.20 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC geben 38.764 bekannte Neuinfektionen und 774 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt 7,17 Millionen Infektionen und 205.372 Tote verzeichnet.

Britische Regierung behält sich noch härtere Corona-Maßnahmen vor

19.43 Uhr: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat angesichts des weiter grassierenden Coronavirus und steigender Infektionszahlen die Briten erneut zu mehr Disziplin aufgerufen. "Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen", sagte Johnson am Mittwoch in London. Ob dies nötig werde, hänge "einzig und allein davon ab, wie effektiv wir dieses Virus unterdrücken". Er wolle unbedingt vermeiden, Großbritannien in einen "vollständigen Lockdown" zurückzuführen.

Derzeit setzt die Regierung noch darauf, nur in lokalen Verbreitungs-Brennpunkten schärfere Maßnahmen einzuführen. So gelten etwa im Nordosten Englands sowie in Schottland und Nordirland Kontaktbeschränkungen. Gesundheitsexperte Patrick Vallance warnte, die Entwicklung laufe derzeit "in die falsche Richtung". In den vergangenen Tagen hatte Großbritannien erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 Neuinfektionen pro Tag gezählt.

Tschechien verhängt Ausnahmezustand ab Montag, Slowakei ab Donnerstag

19.15 Uhr: In Tschechien gilt ab der kommenden Woche der Ausnahmezustand. Die Maßnahme trete zunächst für 30 Tage in Kraft, teilte Gesundheitsminister Roman Prymula mit. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang.

Die Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag finden dagegen wie geplant statt. Man müsse den "raketenhaften Anstieg" der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, sagte Prymula. Grenzschließungen sind laut der Nachrichtenagentur dpa nicht geplant. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die Opposition hatte der tschechischen Regierung vorgeworfen, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben.

In der Slowakei soll der Notstand bereits vom morgigen Donnerstag an für 45 Tage gelten. Auch dort erhalten die Behörden durch den Schritt außerordentliche Befugnisse. So dürfen sie zum Beispiel medizinisches Personal auch aus dem Urlaub heraus zur Arbeit verpflichten und dringend benötigtes Gesundheitsmaterial unabhängig von gültigen Bestellungen umverteilen. Auch in der Slowakei galt der Notstand bereits während der ersten Corona-Welle von Mitte März bis Mitte Juni.

Gesundheitsminister wollen vermehrt Schnelltests einsetzen

18.41 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bereiten den zunehmenden Einsatz von Schnelltests zur Feststellung von Infektionen mit dem Coronavirus vor. "Wir möchten gern den Schnelltest zu einem Baustein machen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einer Videokonferenz der Ressortchefs. Entscheidungen solle es bis zum 15. Oktober geben. Dabei gehe es unter anderem um die Kostenübernahme.

Sowohl Spahn als auch die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagten laut der Nachrichtenagentur AFP, die Tests könnten künftig vorrangig im Gesundheitssektor sowie für Besucher und Beschäftigte von Pflegeheimen zum Einsatz kommen. Die Minister warnten allerdings auch davor, Schnelltests zu überschätzen. Es müssten Qualitätsstandards beachtet werden, sagte Spahn. Er äußerte sich skeptisch, ob es sinnvoll sei, etwa für einen Abend 5000 Besucher eines Konzerts zu testen.

Der Minister stellte sich zudem erneut hinter den Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Durchhalten in der Corona-Krise. "Das waren harte Monate für viele Deutsche", sagte Spahn. "Wir haben unter großem Verzicht und vielen Härten es bis hierhin geschafft, so vergleichsweise gut durchzukommen." Jetzt sei man es sich selbst schuldig, das nicht zu verspielen.

NFL: Titans-Spiel nach Corona-Fällen verlegt

17.57 Uhr: Die Corona-Pandemie hat in den USA erstmals Auswirkungen auf den Spielplan der National Football League (NFL). Das für Sonntag (19.00 Uhr MESZ) geplante Duell zwischen der Tennessee Titans und den Pittsburgh Steelers wird verlegt. Laut Liga soll es am Montag oder Dienstag ausgetragen werden, Details würden in Kürze bekannt gegeben.

Die Verlegung soll mindestens eine weitere Testreihe ermöglichen. Nach acht Infektionen hatten die Titans ihr Trainingsgelände geschlossen. Drei Spieler waren betroffen, inzwischen ist ein vierter hinzugekommen. Auch die Minnesota Vikings, letzter Gegner der Titans, hatten die Tore dicht gemacht, dort gab es keine positiven Tests.

Südafrika öffnet sich wieder Reisenden aus dem Ausland

17.14 Uhr: Nach rund sechsmonatiger Sperre seines Luftraums für den regulären internationalen Flugverkehr öffnet sich Südafrika ab diesem Donnerstag allmählich wieder dem Reiseverkehr aus dem Ausland. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten. Auf einer am Mittwoch von der Regierung bekanntgegebenen Liste wurden unter anderen die Schweiz, die USA, Russland oder Großbritannien genannt, Deutschland jedoch nicht. Die Einreise ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden, darunter einen negativen Corona-Test und eine Reiseversicherung.

Schleswig-Holstein: Maskenpflicht für Schüler im Unterricht 

16.36 Uhr: Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. Das kündigte Bildungsministerin Karin Prie an. "Das ist ein vertretbarer Weg aus Fürsorge für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler", sagte Prien. Die Pflicht bezieht sich auf den Unterrichtsraum mit der Ausnahme von Prüfungen und mündlichen Vorträgen, bei denen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Neue Einschränkungen auf Ibiza - Bars schließen um 22.00 Uhr

16.12 Uhr: Angesichts steigender Fallzahlen werden die Einschränkungen auf Ibiza verschärft. Unter anderem müssen Gaststätten und Bars auf der Balearen-Insel um 22.00 Uhr schließen, Feiern werden auf fünf Personen begrenzt und Spielplätze gesperrt, teilen die Behörden mit. Die Maßnahmen sollen mindestens 15 Tage lang gelten.

Ein Viertel der Corona-Tests unter Ultraorthodoxen in Israel positiv

In arabischen und ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln in Israel hatte es zuletzt hohe Infektionszahlen gegeben

In arabischen und ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln in Israel hatte es zuletzt hohe Infektionszahlen gegeben

Foto: ATEF SAFADI/EPA-EFE/Shutterstock

15.23 Uhr: Mehr als ein Viertel der auf das Coronavirus getesteten Ultraorthodoxen in Israel erhalten einen positiven Befund. Dies sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Hezi Levy, dem Armeeradio. Ein Sprecher des Ministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, zwischen 25 und 33 Prozent der Tests innerhalb der Gemeinschaft stellten eine Infektion fest. Etwa zwölf Prozent der rund neun Millionen Einwohner des Landes sind nach Angaben des Israelischen Demokratie-Institutes streng religiöse Juden. Die Zahl der schwer Erkrankten überstieg derweil die kritische Marke von 800. Seit Beginn des Lockdowns meldeten sich zudem fast 180.000 Menschen als arbeitssuchend.

Keine Verlängerung für Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen

14.51 Uhr: Ungeachtet hoher Corona-Zahlen unter anderem in Teilen Österreichs gibt es nun doch keine Verlängerung für die Teststationen an den bayerischen Autobahnen in Grenznähe - der Betrieb dort wird in der Nacht auf Donnerstag eingestellt. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Die Staatsregierung bleibt also bei ihrem Kabinettsbeschluss vom 8. September. Zuletzt hatte sie wegen der Corona-Zahlen in Österreich und Tschechien noch eine Verlängerung erwogen, sich aber nun doch dagegen entschieden.

Niederlande verzeichnen täglich neue Höchstwerte

14.27 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den Niederlanden steigt auf ein neues Tageshoch. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden 3294 weitere Personen mit dem Virus. Die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle hat seit Mitte September fast täglich Rekordhöhen erreicht und am Dienstag erstmals die Marke von 3000 überschritten. Die niederländische Regierung hat am Montag eine Reihe neuer Maßnahmen verhängt, um den Anstieg der Infektionen einzudämmen.

Biathlon: Oberhof hofft bei Weltcup auf 10.000 Zuschauer

Die deutsche Biatlon-Staffel der Frauen war beim Weltcup 2019 in Oberhof auf den zweiten Platz gelaufen

Die deutsche Biatlon-Staffel der Frauen war beim Weltcup 2019 in Oberhof auf den zweiten Platz gelaufen 

Foto: Martin Schutt/ dpa

14.21 Uhr: Die Biathlon-Hochburg Oberhof hofft im Januar auf einen Weltcup mit 10.000 Zuschauern pro Wettkampftag. Dies erklärte Organisationschef Silvio Eschrich gegenüber dem "Freien Wort". Bei einer Zuschauerkapazität von 28.000 wäre die Arena am Rennsteig dann zu gut einem Drittel gefüllt. Dabei räumte Eschrich allerdings auch ein, dass die Zahl in der aktuellen Zeit sehr hoch gegriffen sei.

Insgesamt 16.000 Karten haben die Veranstalter bereits verkauft, VIP-Tickets wird es nicht geben. Ob die Wettkämpfe überhaupt planmäßig vom 7. bis 10. Januar ausgetragen werden, entscheidet sich erst Mitte Oktober.

Donald Duck muss kein Wirt akzeptieren

13.11 Uhr: Falsche Personenangaben in Gaststätten sind laut Regierungssprecher Steffen Seibert kein Kavaliersdelikt. Die Wirte müssten die Plausibilität überprüfen und könnten offensichtliche Fälle wie Donald Duck oder Darth Vader nicht akzeptieren. Die Bußgelder in Höhe von mindestens 50 Euro einzuziehen, sei aber Sache der Länder. Bei der Nachverfolgung von Infektionsketten seien fiktive Angaben oft ein Ärgernis für die Gesundheitsämter und nicht zu verwenden.

Johnson: "Wir werden tun, was wir können, um jeden Job zu retten"

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Foto: Alastair Grant / AP

13.40 Uhr: Die britische Regierung will sich nach eigener Darstellung intensiv für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzen. "Wir werden tun, was wir können, um jeden Job zu retten", sagt Premierminister Boris Johnson vor dem Parlament. Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Pandemie haben Befürchtungen laut werden lassen, dass die Zahl der Arbeitslosen in die Höhe schießen könnte. Großbritannien hatte am Dienstag mit 7143 Neuinfektionen einen neuen Rekordanstieg der Ansteckungen gemeldet.

Höchstwert bei Neuinfektionen in Lettland

13.30 Uhr: In Lettland hat die Zahl der Neuinfektionen einen Höchstwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden 95 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 48 Neuinfektionen und war im April erfasst worden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Neandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Corona-Verlauf

Foto: Federico Gambarini/ dpa

13.04 Uhr: Einer Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher", erklärte Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (MPI EVA).

Die Variante ist ein weiterer Risikofaktor zusätzlich zu vielen schon länger bekannten wie Alter und manchen Vorerkrankungen. Eine Studie im Sommer hatte ergeben, dass eine Gruppe von Genen auf Chromosom 3 mit einem höheren Risiko dafür verbunden sein kann, im Falle von Covid-19 im Krankenhaus behandelt und künstlich beatmet werden zu müssen. Die Gefahr für eine schwere Form der Erkrankung sei bei Menschen mit dieser Variante bis zu dreimal höher, hieß es damals.

Zeberg und sein MPI-Kollege Svante Pääbo haben den Gencluster nun analysiert und gezielt mit dem Erbgut von Neandertalern und Denisova-Urmenschen verglichen. Die DNA-Sequenz in der für ein höheres Risiko sorgenden Variante des Clusters sei den DNA-Sequenzen eines etwa 50.000 Jahre alten Neandertalers aus Kroatien sehr ähnlich, erläutern sie im Fachjournal "Nature". "Es hat sich herausgestellt, dass moderne Menschen diese Genvariante von den Neandertalern geerbt haben, als sie sich vor etwa 60.000 Jahren miteinander vermischten", so Zeberg, der auch am Karolinska-Institut in Stockholm forscht. Lesen Sie hier mehr.

Tschechien will erneuten Ausnahmezustand verhängen

12.21 Uhr: Die tschechische Regierung will den Ausnahmezustand verhängen, um weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen zu können. Dies sei notwendig, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert werde, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula. Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte am Dienstag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit 1965 angegeben. In Deutschland mit gut 80 Millionen Einwohnern lag die Zahl am Mittwoch bei 1798. Nach Spanien steigen die Werte damit in Tschechien europaweit am schnellsten.

Private Feiern in Gaststätten in NRW ab 50 Gästen anmeldepflichtig

12.03 Uhr: Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mitteilte. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfänden, und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

Schild mit KZ-Spruch auf Demo - Anklage erhoben

11.59 Uhr: Wegen Volksverhetzung bei einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen hat die Kölner Staatsanwaltschaft einen 43-Jährigen angeklagt. Der Mann hatte im Mai auf einer Demo in Köln ein Häftlingskostüm und ein Schild mit der Aufschrift "Maske macht frei" getragen, wie Pressefotos zeigen. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft gegen ihn einen Strafbefehl wegen des Verdachts der Volksverhetzung im Sinne der Verharmlosung des Holocaust beantragt, sagte ein Sprecher. Da der Mann dem Strafbefehl widersprochen habe, werde der Fall nun im Dezember vor dem Kölner Amtsgericht verhandelt.

Heimmitarbeiter leiden unter Angststörungen

11.53 Uhr: Fast die Hälfte aller Heimmitarbeiter in Norditalien leidet einer aktuellen Studie nach der ersten Corona-Welle unter posttraumatischem Stress oder Angststörungen. Forscher aus Italien und Großbritannien nahmen eine anonyme Befragung unter mehr als 1000 Mitarbeitern von Alten- und Pflegeheimen zu deren Stress- und Angstniveau nach Monaten der Pflege von infizierten Bewohnern vor. Diese ergab laut veröffentlichter Studie, dass 43 Prozent Symptome haben, die den Grenzwert für die Einstufung einer Angststörung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) überschritten.

Iran: Keine Krankenhausbetten mehr für Patienten

Epizentrum der Infektionen sind in Iran öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufszentren in Großstädten. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Teheran mit 13 Millionen Einwohnern.

Epizentrum der Infektionen sind in Iran öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufszentren in Großstädten. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Teheran mit 13 Millionen Einwohnern.

Foto: Ahmad Halabisaz / dpa

11.33 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen gibt es in Iran keine Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten. Das sagte Masoud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, in einem Interview mit der Zeitung "Watane'e Emrus". "Falls der Ernst der Lage weiterhin von den Verantwortlichen ignoriert wird, müssen die Corona-Patienten in Großstädten wie Teheran demnächst in den Korridoren der Krankenhäuser behandelt werden, weil es einfach keine Betten mehr gibt."

In den meisten Städten wird die Maskenpflicht laut Mardani nur noch von der Hälfte der Menschen eingehalten. "Die Lage ist so kritisch, dass die Forderung nach einer einwöchigen Ausgangssperre in Teheran durchaus realistisch ist", sagte der Epidemiologe und Infektionsexperte.

Ischgl: Österreichs Justiz ermittelt gegen vier Personen

11.01 Uhr: Nach dem massiven Ausbruch des Coronavirus im Tiroler Skiort Ischgl  im vergangenen Winter haben nun die österreichischen Behörden Ermittlungen gegen vier Personen aufgenommen. Das gab die Staatsanwaltschaft Innsbruck bekannt. Um wen es sich dabei handelt, wurde nicht mitgeteilt. In Ischgl, das als Partyhochburg unter den Skigebieten bekannt ist, hatten sich Tausende Urlauber infiziert und das Virus dann auf der ganzen Welt verbreitet. Kritiker werfen Behörden und verantwortlichen Politikern vor, zu spät und nicht angemessen reagiert zu haben.

Merkel mahnt zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen

10.41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger eindringlich dazu aufgerufen, sich im Herbst und Winter an die Schutzmaßnahmen zu halten. "Ich appelliere an Sie alle: Halten Sie sich an die Regeln, die für die nächste Zeit weiter gelten müssen", sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. "Geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht."

Sie sei sicher, dass das Leben, "wie wir es kannten", zurückkommen werde, sagte die Kanzlerin. Die Familien würden wieder feiern, Klubs, Theater und Fußballstadien wieder voll sein - "was für eine Freude wird das sein". "Aber jetzt müssen wir zeigen, dass wir weiter geduldig und vernünftig handeln und so Leben retten können." Es komme jetzt auf jeden Einzelnen an - "darum bitte ich Sie."

Weg für weitere Milliardenspritze an TUI frei

10.23 Uhr: Die Staatshilfe für den angeschlagenen Reisekonzern TUI ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik hat wie geplant eine Wandelanleihe in Höhe von 150 Millionen Euro gezeichnet, wie das Unternehmen mitteilte. Damit sind sämtliche Voraussetzungen für eine weitere Kreditlinie der KfW-Bank erfüllt. Zusammen mit der Anleihe erhält der weltgrößte Reisekonzern so weitere 1,2 Milliarden Euro, um die Coronakrise zu bewältigen. Der Staat kann die mit 9,5 Prozent verzinste Anleihe jederzeit in neun Prozent der Unternehmensanteile wandeln.

Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

10.20 Uhr: In der Adventszeit dürfen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 16 Uhr öffnen. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit. Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen.

NRW führt 250 Euro Bußgeld bei falschen Kontaktangaben ein

10.12 Uhr: Für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten verhängt das Land Nordrhein-Westfalen künftig ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit. Zu zahlen ist die Strafe demnach von denjenigen, die die falschen Kontakte auf den Listen zur Corona-Nachverfolgung angeben. Aber auch Wirte müssen die Angaben auf den Listen auf Plausibilität überprüfen.

Zahl der Kurzarbeiter im Juli auf 4,24 Millionen gesunken

9.56 Uhr: Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland geht in der Coronakrise weiter zurück. Im Juli wurde nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit für 4,24 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. Im Juni waren es Hochrechnungen der Arbeitsagentur zufolge noch 4,6 Millionen Kurzarbeiter, der bisherige Höchststand war im April mit 5,95 Millionen erreicht worden.

Auch die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken - im September um 108.000 im Vergleich zum Vormonat. Sie lag bei 2,847 Millionen und damit um 613.000 höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent.

"Drive-in-Wahllokale" für Infizierte öffnen in Tschechien

In Tschechien gibt es keine Briefwahl wie in Deutschland, weshalb Infizierte nun auch aus dem Auto heraus wählen können

In Tschechien gibt es keine Briefwahl wie in Deutschland, weshalb Infizierte nun auch aus dem Auto heraus wählen können

Foto: DAVID W CERNY / REUTERS

9.45 Uhr: In Tschechien haben knapp 80 "Drive-in-Wahllokale" für Infizierte geöffnet. Vor den Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag können sie dort bereits vorab ihre Stimme abgeben und müssen dafür ihr Auto nicht verlassen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich in Quarantäne befinden. Die Wahlkommission trägt Schutzausrüstung und wird von Soldaten unterstützt. Die Kapazität soll für bis zu 16.000 Wähler ausreichen, in den ersten Stunden war das Interesse nach Angaben der Agentur CTK indes vielerorts gering.

Shell kündigt Abbau von bis zu 9000 Stellen an

9.33 Uhr: Shell baut wegen des drastischen Ölpreisverfalls während der Coronakrise Tausende Stellen ab. Bis Ende 2022 sollen 7000 bis 9000 Stellen gestrichen werden, teilte der britisch-niederländische Ölkonzern mit. Darin seien die rund 1500 Mitarbeiter enthalten, die bereits eine Abfindung in einem seit einiger Zeit laufenden Stellenabbau angenommen hätten. Shell beschäftigte zuletzt eigenen Angaben zufolge mehr als 80.000 Menschen in über 70 Ländern.

Israels Parlament billigt Einschränkungen bei Demonstrationen

Die Teilnehmerzahl bei Demonstrationen in Israel darf 20 nicht überschreiten

Die Teilnehmerzahl bei Demonstrationen in Israel darf 20 nicht überschreiten

Foto: MENAHEM KAHANA / AFP

9.27 Uhr: Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus hat das israelische Parlament vorübergehende Einschränkungen für Demonstrationen beschlossen. Die Knesset-Abgeordneten billigten die umstrittenen Maßnahmen nach stundenlangen Beratungen am Mittwochmorgen.

Menschen dürfen demnach während des kompletten Lockdowns nur noch an Demonstrationen teilnehmen, wenn diese weniger als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernt stattfinden. Weiter als einen Kilometer von seinem Heim darf man sich derzeit wegen des geltenden Lockdowns nur in Ausnahmefällen wegbewegen. Bislang zählte die Teilnahme an einer Demonstration dazu.

Deutsche Schuldenquote ist trotz Corona-Hilfen niedrig

9.20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt den Haushaltsentwurf für 2021, der eine Neuverschuldung von gut 96 Milliarden Euro vorsieht. Deutschland habe kraftvoll auf die Coronakrise reagiert und trotzdem noch die niedrigste Schuldenquote der sieben führenden Industrieländer. Nach der Krise müsse Deutschland aber schnell zu normalen Haushalten zurückkommen.

Dehoga: Strafen bei falschen Kontaktinfos schwer durchsetzbar

9.18 Uhr: Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hält es für schwer durchsetzbar, Falschangaben bei Kontaktinformationen zu bestrafen. "Es ist ein Streit unter Rechtsexperten, ob Gastwirte das Recht haben, sich den Personalausweis vorzeigen zu lassen", sagt Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges im SWR zu der von Bund und Ländern vereinbarten Regelung. "Ich befürchte, dass sie keinen Anspruch darauf haben." Die Kontaktangaben seien aber wichtig, um die Nachverfolgbarkeit bei Infektionen zu gewährleisten. Deshalb setze sie auf die Einsicht aller Beteiligten.

Großbritannien: Erstmals mehr als 7000 neue Corona-Fälle an einem Tag

8.21 Uhr: In Großbritannien sind am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es 7142 Neuinfektionen, wie die zuständige Regierungsbehörde mitteilte. Zudem verdoppelte sich die Zahl der neuen Todesfälle innerhalb einer Woche: Lag die Zahl der Todesfälle mit einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche noch bei 37 Fällen an einem Tag, waren es am Dienstag 71 Todesfälle. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in großen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörigen verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schließen. Premier Boris Johnson wollte am Mittwoch mit führenden Gesundheitsberatern vor die Presse treten.

RKI: Zahl der Neuinfizierten schwächt sich leicht ab

7.36 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen schwächt sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) leicht ab. Zuletzt habe es 1798 neue Fälle gegeben, teilt das RKI mit. Am Dienstag waren es 2089 gewesen. Die Gesamtzahl der positiv auf Covid-19 Getesteten liegt laut RKI jetzt bei 289.219.

"Big Bang Theory"-Star Jim Parsons hatte Corona

Schauspieler Jim Parsons: "Mir war nicht klar, wie vollständig der Geschmacks- und Geruchssinn verschwunden sein konnte"

Schauspieler Jim Parsons: "Mir war nicht klar, wie vollständig der Geschmacks- und Geruchssinn verschwunden sein konnte"

Foto: Jordan Strauss / dpa

7.31 Uhr: "Big Bang Theory"-Star Jim Parsons und sein Ehemann Todd Spiewak waren nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. "Todd und ich hatten es beide schon früh. Es war ungefähr Mitte März. Wir wussten nicht, was es war. Wir dachten, wir hätten Erkältungen. Und (...) schließlich verloren wir unseren Geruchs- und Geschmackssinn", sagte der 47-jährige Schauspieler während der "Tonight Show" mit Jimmy Fallon.

"Mir war nicht klar, wie vollständig der Geschmacks- und Geruchssinn verschwunden sein konnte", sagte Parsons über die Symptome. "Wenn man in Quarantäne ist und wirklich nichts anderes tun kann, als zu essen, oh mein Gott, das war brutal". Parsons spielte zwölf Jahre lang die Rolle des Wissenschaftlers Sheldon Cooper in der US-Serie "The Big Bang Theory".

Karliczek will Lehrer mit als Erste impfen

5.15 Uhr: Lehrkräfte sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek vorrangig gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. "Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies würde auch helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.

Herbst und Winter würden zu einer sehr großen Herausforderung für das Schulsystem, sagte die Ministerin. "Wenn die Infektionszahlen insgesamt steigen, werden davon auch die Schulen betroffen sein. Wir sollten uns nichts vormachen." Es sei das Ziel aller Bundesländer, generelle Schulschließungen zu vermeiden. "Um bereits einzelne Schulschließungen zu umgehen, muss überall vor Ort rasch und entschieden reagiert werden, wenn in einer Klasse der Verdacht auf eine Infektion festgestellt wird." Die möglicherweise betroffenen Kinder müssten schnellstens in Quarantäne gehen und dann auch getestet werden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Bund-Länder-Treffen am Dienstag betont, dass komplette Schulschließungen in der Coronakrise künftig vermieden werden sollten. Schulen und Kitas wolle man "unbedingt betreiben", sagte Merkel.

Zahl der Einbrüche könnte wegen Corona auf Allzeittief sinken

5.09 Uhr: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet, dass wegen der Coronakrise die Zahl der Einbrüche in diesem Jahr deutlich geringer ausfällt. "Einbrüche in Deutschland könnten 2020 auf ein neues Allzeittief sinken", sagt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen der Zeitung "Bild". Die Entwicklung des ersten Halbjahrs deute darauf hin, dass die Einbruchzahlen am niedrigsten seit Beginn der Statistik 1981 ausfallen. Hauptgrund dürfte die Pandemie sein, sagt Asmussen. "Viele Menschen waren zu Hause durch Homeoffice, Kurzarbeit und verbrachten ihren Urlaub daheim." 2019 zählten Versicherer 95.000 Wohnungseinbrüche und Schäden von rund 300 Millionen Euro.

Schwarze Null in Haushaltspolitik soll Ziel bleiben 

3.30 Uhr: Die CDU strebt nach der Coronakrise wieder einen ausgeglichenen Bundeshaushalt an - will aber keinen konkreten Zeitpunkt dafür nennen. Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagte der dpa: "Das Ziel der Union bleibt die schwarze Null. Sie hat uns in die Lage versetzt, dass sich der Staat gegen die Krise stemmen kann. Einen Zeitpunkt, wann die schwarze Null wieder erreicht wird, kann man aber noch nicht nennen. Viel wird von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen."

Die Bundesregierung will im nächsten Jahr für den Kampf gegen die Coronakrise noch einmal neue Schulden von rund 96 Milliarden Euro aufnehmen. Dafür soll erneut die Schuldenbremse im Grundgesetz ausgesetzt werden. 2022 sollen die Vorgaben der Schuldenbremse wieder eingehalten werden. Auch danach sind in einem geringeren Umfang neue Schulden erlaubt, dies ist laut Finanzplan vorgesehen für die Jahre 2022 bis 2024.

Gewerkschaft der Polizei befürchtet Probleme bei Kontrollen von Rückkehrern aus Risikogebieten

2.10 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor großen Problemen bei der Durchsetzung der Quarantäneauflagen für Reiserückkehrer gewarnt, die aus Corona-Risikogebieten des Schengenraums an deutschen Flughäfen ankommen. Derzeit habe die Bundespolizei "weder die personelle Kapazität noch die ausreichende Infrastruktur an den Flughäfen", um diese Passagiere zu überprüfen, sagte der GdP-Vizevorsitzende Sven Hüber der "Rheinischen Post".

Die Bundespolizei ist zudem nach seinen Angaben rechtlich nur dazu befugt, die aus Schengenstaaten eintreffenden Passagiere beim Verdacht der unerlaubten Einreise zu kontrollieren. "Ansonsten wird das schwierig", sagte Hüber.

Die Bundesregierung hat eine ganze Reihe von Gebieten im Schengenraum zu Corona-Risikogebieten erklärt. Dies bedeutet, dass Rückkehrer bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Test auf das Coronavirus vorlegen oder sich zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben müssen. Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt.

Corona als US-Wahlkampfthema: Trump verspricht Millionen Schnelltests

1.45 Uhr: Kurz vor dem ersten TV-Duell hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, mehr als 150 Millionen Corona-Schnelltests verteilen zu lassen. Dass diese in der Fachwelt kritisiert werden, lässt er außen vor. Sehen Sie hier das Video.

Söder auf der Corona-Konferenz: Beste männliche Nebenrolle

1.00 Uhr: Zum letzten Mal saß Markus Söder als Chef der Ministerpräsidenten neben der Kanzlerin. Turnusgemäß gibt er den Posten nun ab. Er hatte sich markige Sätze zurechtgelegt - zu verkünden gab es nur einen Minimalkompromiss. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Disney kündigt wegen Coronakrise etwa 28.000 Mitarbeitern

0.15 Uhr: Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney entlässt wegen anhaltender Belastungen durch die Coronakrise zahlreiche Mitarbeiter. Der Konzern kündige rund 28.000 Angestellten, teilte Disney-Manager Josh D'Amaro in einem Memo an die Mitarbeiter mit. Bei etwa 67 Prozent der betroffenen Beschäftigten handele es sich um Teilzeitmitarbeiter. Die Kündigungen treffen Disneys Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten. Diese Bereiche wurden von den Folgen der Pandemie am stärksten getroffen und sorgten bereits für hohe Verluste des Konzerns. Insgesamt hatte Disney hier vor der Krise noch mehr als 100.000 Beschäftigte.

Disneyland in Kalifornien bleibt in der Coronakrise vorläufig geschlossen

Disneyland in Kalifornien bleibt in der Coronakrise vorläufig geschlossen

Foto: DAVID MCNEW / AFP

Insgesamt fast 143.000 Tote in Brasilien

0.10 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 32.058 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 4,7 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 863 auf 142.921 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Spahn: "Das Virus ist ja hier der Spielverderber, nicht ich oder wir in der Politik"

0.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die von Bund und Ländern vereinbarten Verschärfungen staatlicher Beschränkungen in der Corona-Pandemie verteidigt - etwa die erlaubte Größe von Partys und Bußgelder für falsche Namen auf Gästelisten. Es sei angesichts steigender Infektionszahlen nicht die Zeit für weitere größere Lockerungen, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend im ZDF-"heute-journal". In Gesellschaft, in der Gastronomie sowie beim Reisen und in der Freizeit gebe es momentan das größte Ansteckungsrisiko. "Das Virus ist ja hier der Spielverderber, nicht ich oder wir in der Politik", sagte Spahn.

Eine Differenzierung staatlicher Beschränkungen nach Regionen und nach der konkreten Infektionslage vor Ort sei weiter sinnvoll, sagte Spahn. Sonst gehe die Akzeptanz der Bevölkerung verloren. Er rief die Bürger dazu auf, ihr Verhalten selbst zu prüfen. Jeder könne sich etwa überlegen, ob jetzt, mitten in der Pandemie, die Zeit für eine größere Familienfeier sei. Freiheit heiße nicht, dass jeder machen könne, was er wolle. Jeder trage Verantwortung für die Menschen um ihn herum. "Mit staatlichem Zwang alleine wird es nicht gehen", sagte er.

Bund und Länder sorgen angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen unmittelbar vor den Herbstferien für strengere Regeln: So droht nun ein Bußgeld von mindestens 50 Euro, wenn Restaurantbesucher falsche Angaben zu ihrer Person in Gästelisten machen. "Falsche Personenangaben, das ist kein Kavaliersdelikt", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Steigen die Infektionszahlen in Landkreisen, soll es vor Ort Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben. Bund und Länder appellierten an die Bürger, nun besonders vorsichtig zu sein, auch weil in Herbst und Winter eine Grippesaison drohe.

ptz/cop/mjm/fek/dpa/AFP/Reuters
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