+++ Corona-News +++ »Harter Lockdown« in Schleswig-Holstein spätestens ab Weihnachten

In der Coronakrise fordert NRW-Ministerpräsident Laschet eine »gemeinsame deutsche Antwort« auf die steigenden Infektionszahlen. Sein schleswig-holsteinischer Kollege Daniel Günther schafft bereits Tatsachen. Der Überblick.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte einen »harten Lockdown« ab spätestens Weihnachten an

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte einen »harten Lockdown« ab spätestens Weihnachten an

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Gregor Fischer / dpa

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Günther kündigt »harten Lockdown« für Schleswig-Holstein an

20.38 Uhr: Schleswig-Holsteins Landesregierung will ihren Kurs in der Coronakrise deutlich verschärfen. Es sei notwendig, »dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen – um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen«, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel. Die Zahlen seien auch im Norden weiter gestiegen »und das bedeutet leider, dass unsere strengen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend Wirkung zeigen«.

Zuvor hatte sich der Regierungschef im Landtag noch für einen harten Lockdown nach Weihnachten ausgesprochen. Die Jamaikakoalition verständigte sich bereits darauf, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen. Die Situation sei dramatisch, sagte Günther im Plenum.

In Schleswig-Holstein wurden nach Angaben der Landesregierung zuletzt innerhalb eines Tages 314 neue Corona-Fälle gemeldet. Die höchste Zahl war am 4. Dezember mit 318 Neuinfektionen bekanntgegeben worden. Seit Sonntag gilt das Land als Risikogebiet, weil der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf über 50 gestiegen war. Die regionalen Unterschiede sind aber groß.

Spahn rechnet mit ausreichend Impfstoff bis Herbst 2021

23.29 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass spätestens im Herbst 2021 ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung vorhanden ist. Deutschland habe sich 300 Millionen Impfstoffdosen bei verschiedenen Herstellern gesichert. "Die werden jetzt Zug um Zug ausgeliefert und verimpft werden", sagte Spahn im Mittwochabend in der ARD-Talkshow "Maischberger". "Wenn all die Zulassungen kommen über den Zeitraum, in dem wir es erwarten, dann können wir spätestens im dritten Quartal jedem in Deutschland, der geimpft werden will, ein Impfangebot machen."

Spahn rechnet damit, dass in Deutschland spätestens im Januar der Impfstoff gegen Corona verabreicht werden kann. Großbritannien hat bereits am Dienstag mit Corona-Impfungen auf Grundlage einer Notfallzulassung für den Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer begonnen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will bis Ende des Monats eine Entscheidung für diesen Impfstoff fällen.

Spanien mit niedrigsten Neuinfektionen seit August

22.30 Uhr: Spanien bekommt die zweite Welle der Corona-Pandemie langsam in den Griff. Dem Gesundheitsministerium zufolge infizierten sich seit Montag knapp 9800 Personen mit dem Erreger. Das sei der niedrigste Wert seit August. Die Gesamtzahl der Fälle liege bei rund 1,7 Millionen. Die Zahl der Toten stieg um 373 auf gut 47.000.

Cyberangriff auf Impfstoffdokumente von Biontech

21.15 Uhr: Durch einen Cyberangriff haben Hacker »unrechtmäßigen Zugriff« auf die Impfstoffdokumente der Mainzer Firma Biontech erlangt. Die EU-Arzneimittelbehörde und das Unternehmen bestätigten die Attacke. Mehr lesen Sie hier.

90-jährige Britin fühlt sich nach Impfung »großartig«

19.30 Uhr: Margaret »Maggie« Keenan, die in Großbritannien als erste geimpft worden war, hat das Krankenhaus in Coventry, in Begleitung von Tochter Sue und Enkel Conor verlassen.

»Gestern war ein überwältigender Tag für mich persönlich und für den Rest der Welt, da wir alle versuchen, zu einer Art Normalität zurückzukehren«, wurde die 90-Jährige vom nationalen Gesundheitsdienst NHS zitiert. »Es war wie ein Wirbelwind, und ich habe es alles noch gar nicht richtig sinken lassen. Ich fühle mich großartig und freue mich sehr, nach Hause gehen und Zeit mit meiner Familie verbringen zu können.«

Ethel Jean Murdoch, 95, freut sich nach ihrer Corona-Impfung darauf, endlich ihren Ur-Ur-Enkel James zu umarmen. Sie habe den Jungen, der am 30. August geboren wurde, wegen der Corona-Pandemie noch gar nicht richtig begrüßen können, sagte Murdoch in Liverpool. Es sei eine schwierige Zeit gewesen. Bei der Impfung zeigte sich die ältere Dame, Fan von Erstligist FC Everton, gelöst und lachte in die Kameras.

Wirklicher Schutz durch das Mittel, das vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer  entwickelt wurde, besteht nach Herstellerangaben aber erst nach einer zweiten Impfung rund drei Wochen nach der ersten.

Türkei meldet neuen Höchstwert an Corona-Toten

18.40 Uhr: Die Türkei hat mit 217 neuen Corona-Todesfällen einen neuen Rekord verzeichnet. Zudem seien 31.712 Neuinfektionen gemeldet worden, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Insgesamt seien damit mehr als 15.531 Todesfälle und mehr als 1,5 Millionen Infektionen verzeichnet worden.

»Davon waren 550.000 sichtbar krank«, sagt Koca. Er kündigt an, ab Donnerstag würden die Daten für alle bisherigen Fälle vorliegen. Die Türkei erfasste vier Monate lang nur Infektionen, bei denen Symptome vorlagen. Seit dem 25. November werden wieder alle Fälle gezählt.

Corona-Beschränkungen in Luxemburg bleiben über die Feiertage bestehen

18.29 Uhr: Luxemburg hat seine Corona-Beschränkungen bis mindestens 15. Januar verlängert. »Die Infektionszahlen sind zu hoch, um jetzt Lockerungen in Betracht zu ziehen«, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert nach einer Kabinettssitzung. Luxemburg verzeichnet derzeit EU-weit die höchste Zahl an Neuinfektionen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.

In Luxemburg müssen nach den geltenden Regeln Bars, Restaurants, Sporträume, Kinos und Theater weiterhin geschlossen bleiben. Die Zahl der erlaubten Besucher zu Hause bleibt zudem auch während der Feiertage auf zwei beschränkt. Auch die Ausgangssperre zwischen 23 und 6 Uhr gilt weiter.

Die Maßnahmen waren Ende November bekannt gegeben worden. Luxemburg verzeichnete am Mittwoch nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten 1200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen 14 Tagen. Unter den rund 600.000 Einwohnern des Landes wurden bisher 38.864 Coronavirus-Fälle und 369 Tote registriert.

Cyberattacke gegen europäische Arzneimittelbehörde

Foto: LEX VAN LIESHOUT / AFP

17.35 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Behörde (EMA) ist offenbar Ziel einer Cyberattacke geworden. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde, die derzeit die Zulassungsanträge von Pharmaunternehmen für Corona-Impfstoffe für den europäischen Markt prüft.

Die EMA stehe in Kontakt mit den Justizbehörden und habe unverzüglich eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Weitere Einzelheiten wollte der Sprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht mitteilen.

EMA-Direktorin Emer Cooke äußerte sich in einem Interview mit dem niederländischen TV-Nachrichtenmagazin Nieuwsuur am Mittwoch sehr positiv über den Corona-Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer.

»Wir sind immer überzeugter von den Testergebnissen, die uns vorliegen«, sagte Cooke. Ende Dezember werde eine Entscheidung über die europäische Zulassung fallen. Der Impfstoff zeige eine hohe Wirksamkeit von fast 95 Prozent bei 30.000 Testpersonen und habe kaum Nebenwirkungen, sagte die Behördenchefin. Zuvor hatte sich bereits die US-Arzneimittelbehörde FDA positiv geäußert.

Kanada lässt Impfstoff von Biontech und Pfizer zu

17.15 Uhr: Die kanadische Zulassungsbehörde Health Canada hat den vom Mainzer Impfstoffhersteller Biontech und seinem Partner Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff zugelassen. Es ist die erste Vakzine gegen Corona, die in dem Land zugelassen wurde.

Die Freigabe sei in dem laufenden Zulassungsverfahren vorläufig erteilt worden, hieß es. Die Unternehmen sollen nun und bis ins kommende Jahr hinein 20 Millionen Dosen an das Land liefern.

Damit bekommen die Kanadier früher grünes Licht als die EU und die USA, wo entsprechende Anträge derzeit noch geprüft werden. In Großbritannien ist der Impfstoff bereits seit Dienstag im Einsatz, auch im arabischen Golfstaat Bahrain ist er schon zugelassen.

Ukraine geht im Januar in harten Lockdown

16.39 Uhr: In der Ukraine sollen angesichts steigender Infektionszahlen im Januar deutlich schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten. Wie Premierminister Denis Schmigal mitteilte, werden vom 8. bis 24. Januar unter anderem Schulen, Cafés, Restaurants und Fitnessstudios geschlossen. Massenversammlungen werden verboten.

»Die Ukraine führt striktere Quarantänebeschränkungen ein – nennen wir es ›Winterferien für die Sicherheit‹«, sagte Schmigal. Der Schritt erfolgt demnach, um eine möglicherweise nach dem Jahreswechsel aufkommende neue Infektionswelle zu brechen.

Bislang galt in der Ukraine bereits eine Art Lockdown über die Wochenenden, zuletzt gab es täglich rund 12.500 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bislang mehr als 14.200 Menschen ums Leben gekommen.

US-Sanktionen machen Iran Impfstoffbeschaffung schwer

16.25 Uhr: Die von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen treffen Erzfeind Iran in der Corona-Pandemie offenbar erheblich. »Wenn wir über die Einfuhr der Impfstoffe sprechen, verfluchen wir hundertmal diesen Trump, dem nicht mal die Gesundheit der Menschen wichtig ist«, sagte Präsident Hassan Rohani im Staatsfernsehen.

Die Einfuhr der Vakzine hätte mit einem kurzen Telefonat erledigt werden können, aber wegen der Sanktionen gebe es zahlreiche Hürden. Die iranische Regierung werde jedoch einen Weg finden, die Impfstoffe rechtzeitig zu kaufen und den Iranern zur Verfügung zu stellen, so der Präsident.

Nach dem Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen 2018 hatte US-Präsident Donald Trump drakonische Sanktionen gegen Iran verhängt. Die Maßnahmen, die sich unter anderem gegen das Bankensystem richten, machen dem Land den Einkauf ausländischer Waren faktisch unmöglich. Zwar sollten bezüglich Medikamenten und Lebensmitteln Ausnahmen gelten, doch nach Angaben der iranischen Zentralbank gab es auch die nicht.

Iran ist von der Coronakrise besonders stark betroffen. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar wurden über 50.000 Todesfälle und mehr als eine Million Infektionen registriert. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, gab es zuletzt binnen 24 Stunden fast 300 Todesfälle und über 10.000 Neuinfektionen. Das Land hat etwas weniger Einwohner als Deutschland.

Deutschland taugt laut Trump nicht als Vorbild

16.10 Uhr: Deutschland kann nach Ansicht des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump kein Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie sein. »Deutschland wurde immer wieder von meinen unerträglichen Kritikern als das Land angeführt, dem wir auf dem Weg zur Bewältigung des China-Virus folgen sollten. So viel zu diesem Argument«, kommentierte Trump auf Twitter einen anderen Tweet.

Darin hatte ein Nutzer auf den neuen Höchststand bei den Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Deutschland verwiesen. »Ich liebe Deutschland – Impfstoffe sind auf dem Weg!!!«, fügte Trump hinzu.

Die deutschen Gesundheitsämter hatten dem Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch 590 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Es war der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

In den USA liegt die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle indes mit mehr als 2500 gut fünfmal so hoch. Die Vereinigten Staaten sind mit mehr als 15 Millionen registrierten Corona-Infektionen und mehr als 286.000 Todesopfern das am härtesten von Covid-19 getroffene Land der Welt.

Nächtliche Ausgangssperre in München

16 Uhr: In München gelten ab sofort verschärfte Corona-Maßnahmen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der bayerischen Landeshauptstadt bei 205,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und damit über dem kritischen Grenzwert von 200.

Ab diesem Schwellenwert treten in Bayern verschärfte Beschränkungen in Kraft. Nach Angaben des BR gilt bereits ab heute um 21 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre bis 5 Uhr morgens. Das Verlassen des Wohnorts ist nur noch bei medizinischen Notfällen, aus beruflichen oder bestimmten anderen Gründen  erlaubt.

An Schulen darf ab Donnerstag und ab Klasse acht kein Präsenzunterricht mehr stattfinden, Abschlussklassen und Förderschulen sind davon ausgenommen. In weiten Teilen der Stadt gilt ein ganztägiges Alkoholverbot.

Der bisherige Teil-Lockdown sei leider nicht so wirksam wie erhofft gewesen, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) laut BR. Die Zahl der Corona-Todesfälle steige »unerbittlich«.

Die Infektionszahlen seien nach wie vor hoch – zu hoch vor allem für die Krankenhäuser. Diese müssten immer mehr reguläre Leistungen zurückfahren, um die wachsende Zahl an Corona-Patienten versorgen zu können, sagte Reiter.

Einzelhandel warnt vor »Panikkäufen« wegen Geschäftsschließungen

15.15 Uhr: Der Einzelhandelsverband HDE hat sich gegen eine Schließung von Geschäften im Zuge der verschärften Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Sollten dennoch Ladenschließungen angeordnet werden, dann müsse dies mit »ausreichend Vorlauf für einen klar definierten Zeitraum erfolgen«, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der »Rheinischen Post«.

Festlich geschmückt, aber bald womöglich geschlossen: Läden in Kiel

Festlich geschmückt, aber bald womöglich geschlossen: Läden in Kiel

Foto: Petra Nowack / imago images/penofoto

Der Einzelhandel habe in den vergangenen Monaten mit seinen funktionierenden Hygienekonzepten bewiesen, dass er kein Hotspot sei, so Genth. Er warnte vor einer plötzlichen Schließung vor Weihnachten. »Wir müssen eine allzu kurzfristige Schließung mitten im Weihnachtsgeschäft vermeiden, ansonsten könnte das zu Panikkäufen der Menschen und erhöhtem Kundenaufkommen führen«.

Er plädiere dafür, dass »frühestens nach dem 24. Dezember zugemacht wird, besser wäre erst ab Januar«, sagte Genth.

Bei einer deutschlandweiten Schließung von Läden wäre der wirtschaftliche aus Sicht des Verbands Schaden enorm. »Der Nicht-Lebensmittelhandel könnte dabei bis zu eine Milliarde Euro pro Tag verlieren«, sagte Genth. »Um eine Insolvenzwelle im Einzelhandel und in der Folge sterbende Innenstädte abzufedern, müssen dann die betroffenen Einzelhändler analog zur Gastronomie die entsprechenden Unterstützungsleistungen erhalten.«

Behörde rät von Biontech-Pfizer-Impfung für Menschen mit schweren Allergien ab

14.50 Uhr: Kurz nach Beginn der Impfkampagne in Großbritannien hat die britische Arzneimittelaufsicht dazu geraten, vorerst niemandem mit einer »signifikanten« Allergiegeschichte den Biontech-Pfizer-Impfstoff zu spritzen. Zwei Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS mit einer entsprechenden Vorgeschichte hätten nach ihrer Impfung am Dienstag allergische Reaktionen gezeigt und behandelt werden müssen, sagte NHS-Chef Stephen Powis. »Beide erholen sich gut«.

Nach seinen Angaben sind die beiden Betroffenen so anfällig für Allergien, dass sie stets ein Notfallset mit Adrenalin bei sich tragen. Deshalb rate die Behörde MHRA nun, »niemanden zu impfen, der in der Vergangenheit signifikante allergische Reaktionen auf Impfstoffe, Arzneimittel oder Lebensmittel« hatte. Bei der Warnung handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Neue Bund-Länder-Beratungen noch nicht terminiert

13.48 Uhr: Ob und wann es angesichts der hohen Corona-Zahlen in den nächsten Tagen zu erneuten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder kommt, ist weiter offen.

Alle Seiten seien im Gespräch. Sie könne im Moment aber noch keinen Termin nennen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz. Wenn es eine Einigung auf ein Treffen gebe, werde man das mitteilen.

Fietz verwies auf den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Dort ist Merkel terminlich gebunden. Die Kanzlerin hatte am Vormittag im Bundestag angesichts weiter steigender Corona-Infektions- und Todeszahlen eine Verschärfung des Teil-Lockdowns noch vor Weihnachten und ein weiteres Vorziehen der Weihnachtsferien gefordert.

Bayern und Sachsen etwa hatten schon Maßnahmen angekündigt. In Sachsen zum Beispiel sollen ab Montag alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben.

Litauen meldet erstmals mehr als 3000 tägliche Neuinfektionen

13.38 Uhr: In Litauen steigen trotz strenger Corona-Maßnahmen die Infektionszahlen weiter drastisch an. In dem EU-Staat wurden am Mittwoch mit 3128 Fällen erstmals mehr als 3000 festgestellte Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet, die Zahl der nachweislich Corona-Infizierten stieg damit seit Beginn der Pandemie auf mehr als 80.000 Menschen.

Seit Dienstag gelten in Litauen verschärfte Corona-Maßnahmen (Foto aus Vilnius vom Vortag)

Seit Dienstag gelten in Litauen verschärfte Corona-Maßnahmen (Foto aus Vilnius vom Vortag)

Foto: Mindaugas Kulbis / AP

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius um 31 auf 704 – nach einem Höchstwert von 36 am Vortag.

Litauen registriert seit dem Herbst einen rapiden Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC weist der Ostseestaat im Baltikum inzwischen eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf.

Die Regierung in Vilnius hatte angesichts der Entwicklung im November einen Teil-Lockdown verhängt und die strikten Corona-Regeln zuletzt weiter verschärft. Trotz der Beschränkungen hat sich aber noch keine echte Kehrtwende bei den Neuinfektionen eingestellt.

Pandemie wirkt sich laut Studie nicht negativ auf Integrationsklima aus

13.30 Uhr: Die Corona-Pandemie hat sich einer Studie zufolge nicht negativ auf das Integrationsklima in Deutschland ausgewirkt. Das »Integrationsbarometer 2020« zeige eine insgesamt stabil positive Einschätzung des Integrationsklimas und steigendes Vertrauen in Demokratie, Politik und Institutionen, teilte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) mit.

Die Befunde beruhen auf der Befragung von mehr als 15.000 Menschen – je zur Hälfte mit und ohne Migrationshintergrund. Die Befragten wurden gebeten, das Integrationsklima in Deutschland auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 100 (sehr gut) zu bewerten. Unter den Befragten ohne Migrationshintergrund lag der Wert bei durchschnittlich 65,6, bei denen mit Migrationshintergrund bei 68,8. Dies entspricht in etwa den Werten aus den Befragungen der Vorjahre.

Die Befragungen fanden zwischen November 2019 und August 2020 statt – also zum Teil noch vor der Coronakrise. Eine Auswertung der Daten aus Befragungen nach dem ersten Lockdown habe ergeben, dass das Vertrauen in die deutsche Politik nach den ersten Corona-Maßnahmen leicht gestiegen sei: Unter den Befragten ohne Migrationshintergrund gaben demnach 65 Prozent an, sie vertrauten der deutschen Politik »voll und ganz«, bei denen mit Migrationshintergrund waren es sogar 68 Prozent.

»Dieses Vertrauen ist wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft«, sagte SVR-Mitglied Claudia Diehl.

Intensivmediziner fordern sofortige Verschärfung der Corona-Maßnahmen

13.25 Uhr: Die deutschen Intensivmediziner fordern umgehend härtere Maßnahmen, um volle Intensivstationen in den Krankenhäusern zu Weihnachten zu vermeiden.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, kritisiert auch die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten. »Das wird uns Mitte Januar in den Krankenhäusern an den Rand bringen«, sagte er dem Sender ntv. Er kritisierte zudem die Nord-Ministerpräsidenten, die strengere Auflagen mit Blick auf die dort niedrigen Infektionszahlen ablehnten.

Spahn kündigt kostenlose Masken-Coupons an

13.15 Uhr: Über 60-Jährige sollen sich nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn für die Weihnachtsfeiertage jeweils drei FFP2-Schutzmasken in Apotheken abholen können. Die Masken seien ab dem 15. Dezember verfügbar, sagte Spahn in einer Pressekonferenz.

Für Anfang kommenden Jahres soll es dann zwei fälschungssichere Coupons für jeweils weitere sechs Schutzmasken geben, sagte der Minister. Sie sollen durch die Krankenkassen ausgegeben werden. Ingesamt gebe die Bundesregierung 400 Millionen Masken aus, was den Bund laut Verordnung 2,5 Milliarden Euro kostet.

Spahn warnte davor, dass Bürger mit Blick auf mögliche Schließungen von Geschäften nun in Scharen die Innenstädte strömen. Die Kontakte müssten bereits jetzt möglichst stark reduziert werden, sagte der CDU-Politiker.

Auch er trat für eine schnelle Verschärfung der Maßnahmen und ein schnelles Herunterfahren des öffentlichen Lebens ein. Er verstehe nicht das Problem, die Schule bereits drei Tage früher als geplant am 16. Dezember zu schließen, wie Kanzlerin Angela Merkel das fordere.

Münchner Sicherheitskonferenz wird abgesagt

12.50 Uhr: Die für Februar geplante Münchner Sicherheitskonferenz wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Die weltweit wichtigste sicherheitspolitische Konferenz werde abhängig von der Infektionslage frühestens Ende April stattfinden, sagte Konferenzchef Wolfgang Ischinger.

Er hoffe darauf, dass dann auch der neue US-Präsident Joe Biden dabei sein kann, der am 20. Januar vereidigt werden soll. »Im Biden-Team gibt es ein erhebliches Interesse, die Auftritte des früheren Senators und Vizepräsidenten auch in der Zeit seiner Präsidentschaft fortzusetzen.« Biden war seit 1980 mehrfach bei der Münchner Sicherheitskonferenz, zuletzt 2019.

Die 57. Münchner Sicherheitskonferenz sollte vom 19. bis 21. Februar in München stattfinden. In diesem Jahr hatten sich im Hotel Bayerischer Hof etwa 800 Regierungsvertreter und Sicherheitsexperten für drei Tage versammelt, darunter 35 Staats- und Regierungschefs sowie fast 100 Außen- und Verteidigungsminister. Hinzu kommen Hunderte Medienvertreter, die die Konferenz beobachten.

Deutsche haben im Lockdown zugelegt

Weniger Bewegung und veränderte Essgewohnheiten durch die Corona-Pandemie könnten laut RKI Grund für die Gewichtszunahme sein

Weniger Bewegung und veränderte Essgewohnheiten durch die Corona-Pandemie könnten laut RKI Grund für die Gewichtszunahme sein

Foto: Fiordaliso / Getty Images

12.30 Uhr: Nach dem Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr haben die Menschen in Deutschland laut einer Studie  des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr gewogen als zuvor. »Körpergewicht und Body Mass Index (BMI) haben seit Einführung der Eindämmungsmaßnahmen zugenommen«, schreiben die Autoren in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse. Möglicherweise hätten sich die Eindämmungsmaßnahmen auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ausgewirkt, hieß es.

Das mittlere Körpergewicht habe im Zeitraum April bis August 2019 bei 77,1 Kilo gelegen, im gleichen Zeitraum dieses Jahres bei 78,2 Kilo. Der mittlere BMI stieg laut Studie von 25,9 im April bis August 2019 auf 26,4 im diesjährigen Vergleichszeitraum. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet und gilt als Indikator für Übergewicht und Adipositas.

Zwar werden die Deutschen seit Jahren schwerer, laut RKI betrug die jährliche Zunahme zwischen 1994 und 2007 jedoch bei Männern und Frauen im Alter von 45 bis 64 Jahren im Mittel nur etwa 250 Gramm.

Die Ergebnisse kommen aus einer bundesweiten telefonischen Befragung der Bevölkerung ab 15 Jahren zwischen April 2019 und September 2020. Dabei sollten die rund 23.000 Teilnehmer auch ihre Größe und ihr Gewicht nennen. In einer Onlinebefragung wurden als Gründe für eine Gewichtszunahme dabei häufiges und ungesundes Essen sowie mangelnde Bewegung genannt.

Auch andere Gesundheitsaspekte wurden untersucht. »Befürchtungen einer Zunahme depressiver Symptome und fehlender Unterstützung bei Tätigkeiten im Haushalt wurden nicht bestätigt«, heißt es in der RKI-Studie. Insbesondere das Thema Depressivität müsse jedoch langfristig beobachtet werden. Es sei zu beachten, dass die mit der Covid-19-Pandemie einhergehenden Herausforderungen und Belastungen für einzelne Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich waren.

Das RKI empfiehlt, künftig zu untersuchen, »ob in bestimmten Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel bei Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitslosen, Alleinerziehenden, älteren Menschen oder bei Personen mit chronischen Erkrankungen, spezifische Entwicklungen festzustellen sind«.

Uno sieht »Versagen beim Aufbau von fairen und gerechten Gesellschaften«

12.10 Uhr: Die Corona-Pandemie ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen weltweit ein schwerer Schlag für die Menschenrechte gewesen. »Covid-19 hat die Risse und Zerbrechlichkeit unserer Gesellschaften offengelegt und unser Versagen beim Aufbau von fairen und gerechten Gesellschaften aufgedeckt«, sagte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Sie kritisierte Politiker, die die Pandemie herunterspielen oder simple Schutzmaßnahmen wie das Maskentragen ablehnten. Vielerorts seien wissenschaftliche Erkenntnisse in Zweifel gezogen, Verschwörungstheorien und Falschinformationen verbreitet und teils sogar angefacht worden. Das Vertrauen in wissenschaftliche Fakten, in Impfstoffe, in Regierungen und in die Zukunft sei untergraben worden, sagte Bachelet. Welche Länder sie genau meinte, sagte Bachelet nicht.

Einige Nationen hatten die Pandemie zum Vorwand genommen, um Opposition und Kritik zu stoppen. Aktivisten und Journalisten seien festgenommen worden. »Einige haben Ängste vor Covid-19 und einschränkende Maßnahmen ausgenutzt, um Wahlen zugunsten der regierenden Partei zu kippen«, sagte Bachelet.

Viele Menschen, darunter insbesondere Angehörige von Minderheiten, seien nicht ausreichend krankenversichert und hätten bei dem Verlust ihrer Arbeitsplätze keine Sozialleistungen erhalten – selbst in einigen der reichsten Länder der Welt. »In den vergangenen elf Monaten sind die Armen ärmer geworden, und die, die unter Diskriminierung leiden, hat es am härtesten getroffen.«

Frankreich schließt Corona-Mutationen auf Nerzfarm aus

11.50 Uhr: Auf einer französischen Nerzfarm hat es nach einem Corona-Ausbruch im vergangenen Monat keine Mutationen des Virus gegeben. Das teilte das französische Landwirtschaftsministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Nachdem das Virus in Frankreich bei mehreren Tieren festgestellt wurde, waren alle Nerze auf einer Farm in der Region Eure-et-Loire gekeult worden. Fortlaufende Untersuchungen der auf der Farm entdeckten Viren hätten ergeben, dass es keine Verseuchungen mit Variationen von Sars-CoV-2 gegeben habe, hieß es vom Ministerium. Die Nerze hätten sich vermutlich bei infizierten Menschen angesteckt.

Corona-Ausbrüche auf mehreren Nerzfarmen in Dänemark und der Fund einer Corona-Mutation hatten zuvor die dänische Regierung veranlasst, 284 dänische Pelztierfarmen zur Keulung ihrer Nerze zu zwingen. Laut Behördenangaben ist die Massentötung nun abgeschlossen. Insgesamt wurden bei der Aktion etwa 15 bis 17 Millionen Nerze getötet.

Luxushersteller verlieren laut Prognose ein Viertel des Umsatzes

11.20 Uhr: Die Luxusbranche wird nach Einschätzung der Unternehmensberatung Bain in diesem Jahr fast ein Viertel ihres Umsatzes einbüßen. Das weltweite Marktvolumen für persönliche Luxusgüter wie hochwertige Kleidung, Schuhe, Lederwaren, Parfüm oder Schmuck wird demnach um 23 Prozent auf 217 Milliarden Euro fallen.

Europa wird dabei besonders hart getroffen. »Durch die ausbleibenden Touristen wird dort das Geschäft mit den Edelmarken 2020 voraussichtlich auf 57 Milliarden Euro abrutschen – ein Minus von 36 Prozent gegenüber 2019«, heißt es von Bain.

Dagegen kann die Luxusindustrie in China Wachstum verzeichnen. Zum einen, weil sich die Wirtschaft dort schneller erholt, zum anderen, weil chinesische Konsumenten nicht mehr auf Reisen im Ausland, sondern in China einkaufen.

Betrachtet man das erweiterte Luxusgeschäft, zu dem auch Kunst, Jachten, Privatflugzeuge, Edelautos oder teure Reisen gehören, fällt der Einbruch etwas geringer aus: Hier schrumpft der Markt um gut ein Fünftel auf eine Billion Euro.

Südkorea kämpft mit dritter Infektionswelle

11 Uhr: In Südkorea hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Nach offiziellen Angaben vom Mittwoch steckten sich zuletzt 686 Menschen neu mit dem Virus an.

Die Infektionen ereigneten sich demnach überwiegend in der Region um die Hauptstadt Seoul. Die Regierung verhängte bereits am Dienstag verschärfte Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zählen dazu etwa Sperrstunden für Restaurants und zahlreiche Geschäfte.

Südkorea gilt international als Vorbild bei der Eindämmung der Pandemie. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie bei knapp 40.000, die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus werden auf 556 beziffert. In Deutschland starben zuletzt 590 Menschen mit oder an dem Virus – an einem Tag.

Russland meldet unverändert hohe Zahl an Todesfällen

10.30 Uhr: In Russland bewegt sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 weiter auf hohem Niveau. Das Land meldete am Mittwoch knapp über 26.000 neue Ansteckungen und 559 weitere Tote in den vergangenen 24 Stunden, das entspricht in etwa den Zahlen des Vortags.

Russland weist mit knapp 2,5 Millionen gemeldeten Infektionen so viele auf wie kaum ein anderes Land der Welt. Nur in den USA, Brasilien und Indien wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität noch mehr Corona-Fälle registriert.

Die Zahl der Corona-Toten liegt derzeit nach offiziellen Angaben bei 43.674. Experten gehen indes davon aus, dass die Zahl der an und mit Corona Verstorbenen in Russland drei- bis viermal so hoch liegt.

Zuletzt hatte das Land eine nationale Impfkampagne mit der eigens entwickelten Vakzine »Sputnik V« gestartet. An der Wirksamkeit des Mittels gibt es jedoch erhebliche Zweifel.

Vereinigte Arabische Emirate lassen chinesischen Impfstoff zu

10.07 Uhr: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben am Mittwoch den Impfstoff des chinesischen Pharmagiganten Sinopharm offiziell zugelassen. Die Zulassung sei »ein bedeutender Vertrauensbeweis der Gesundheitsbehörden der Emirate in die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Impfstoffs«, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM.

Die Vakzine habe eine Wirksamkeit von 86 Prozent, teilte das Gesundheitsministerium der Emirate unter Berufung auf Zwischenanalysen aus der letzten Studienphase mit. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden aber weder von China noch von den VAE Details zu den Studien zu der Vakzine bekannt gegeben. Demnach gibt es auch keine Angaben zur Zahl der Studienteilnehmer und zu möglichen Nebenwirkungen nach der Verabreichung. Die Analysen hätten nach offiziellen Angaben keine »ernsthaften Sicherheitsbedenken« ausgelöst, hieß es.

Bereits im September war der Impfstoff für die Notfallverwendung für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zugelassen worden. Das Gesundheitsministerium des Landes gab zunächst nicht an, wann der Sinopharm-Impfstoff im Land zum Einsatz kommen könnte.

Merkel befürwortet weitreichende Schließungen nach Weihnachten

9.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in einer Rede vor dem Bundestag für härtere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Sie verwies auf Empfehlungen der Wissenschaft, jetzt die Kontakte weiter drastisch zu senken. Sie halte es daher für richtig, die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar zu schließen und auch den Unterricht an den Schulen zu minimieren. Dazu sollten die Ferien verlängert oder auf Digitalunterricht umgestellt werden.

Bis Weihnachten seien es noch 14 Tage. »Wir müssen alles dafür tun, dass wir nicht wieder in ein exponentielles Wachstum kommen«, sagte Merkel. »Der wichtigste Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung des Virus bei uns ist das verantwortliche Verhalten jedes Einzelnen und die Bereitschaft zum Mitmachen«, sagte die Kanzlerin. Sie sei überzeugt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung auch weiter dazu bereit sei, wofür sie von Herzen dankbar sei.

Zugleich dämpfte die Kanzlerin die Erwartungen an den Corona-Impfstoff. »Wir werden im ersten Quartal noch nicht so viele Impfungen durchführen können, dass wir eine signifikante Änderung der Situation in der Bevölkerung spüren können«, sagte Merkel. Dennoch seien die Impfungen »ein Hoffnungsschimmer«.

Google-Trends im Corona-Jahr: »Warum kaufen alle Klopapier?«

09.40 Uhr: Welche Themen haben die Menschen im Jahr der Corona-Pandemie beschäftigt? Die weltgrößte Internet-Suchmaschine Google hat nun die »trending« Suchbegriffe 2020 veröffentlicht. Das sind die, die nach Googles Angaben im Vergleich zum Vorjahr das größte Wachstum bei den Suchanfragen hatten. Der Begriff »Coronavirus« trendete erwartungsgemäß am stärksten, doch ansonsten fällt die Rangliste der Suchbegriffe überraschend abwechslungsreich aus.

Biontech-Impfstoff in Israel eingetroffen

Israels Ministerpräsident Netanyahu bei Impfstoff-Anlieferung: »Einer der bewegendsten Momente meiner ganzen Zeit als Ministerpräsident«

Israels Ministerpräsident Netanyahu bei Impfstoff-Anlieferung: »Einer der bewegendsten Momente meiner ganzen Zeit als Ministerpräsident«

Foto: POOL / REUTERS

09.34 Uhr: Eine erste Ladung der Corona-Vakzine der Hersteller Biontech und Pfizer ist in Israel eingetroffen. Ein DHL-Frachtflugzeug landete auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Regierungschef Benjamin Netanyahu nahm die Impfdosen persönlich in Empfang. »Das ist einer der bewegendsten Momente meiner ganzen Zeit als Ministerpräsident«, sagte er.

Man habe hart daran gearbeitet, eine Lösung für die Pandemie zu finden, sagte Netanyahu. Nun sollten »Millionen Impfdosen für Israels Bürger« ins Land gebracht werden. »Ich glaube an diesen Impfstoff«, sagte Netanyahu. »Ich will der Erste sein, der sich in Israel impfen lässt.«

Nach Medienberichten handelt es sich um eine relativ kleine erste Fracht von Impfdosen. Dabei solle vor allem geprüft werden, wie die Kühlkette gewahrt werden kann. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden.

Insgesamt hat Israel den Berichten zufolge mit Biontech Pfizer die Lieferung von acht Millionen Impfdosen vereinbart. Israel hat auch mit dem US-Unternehmen Moderna eine Vereinbarung über die Lieferung von sechs Millionen Impfdosen abgeschlossen.

Hofreiter plädiert für »harten Lockdown« nach Weihnachten

09.14 Uhr: Der Co-Vorsitzende der Grünenfraktion im Bundestag, Anton Hofreiter, fordert eine erhebliche Verschärfung der Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. »Spätestens nach Weihnachten muss es in meinen Augen fast überall einen sehr harten Lockdown geben und jetzt auch schon vor Weihnachten braucht es zusätzliche Maßnahmen«, wird Hofreiter von ntv/RTL zitiert.

Man müsse zudem das »Zeitfenster für die Lockerungen um Weihnachten herum so kurz wie möglich halten« oder die »Lockerungen gar ganz sein lassen, je nach Region«, sagte Hofreiter.

In Schleswig-Holstein oder dem Norden von Mecklenburg-Vorpommern, wo die Zahlen niedriger seien, hält Hofreiter massive Verschärfungen demnach nicht für zwingend notwendig. Für »einen großen Rest« müsse der Lockdown jedoch kommen.

Ifo-Institut korrigiert Zahl der Kurzarbeiter für Oktober stark nach unten

08.30 Uhr: Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Schätzung für die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit deutlich nach unten korrigiert. Demnach waren im Oktober in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen in Kurzarbeit und nicht 3,3 Millionen, wie Ende Oktober vom Ifo-Institut geschätzt. Als Grund für die Korrektur nannte die Forschungseinrichtung am Mittwoch, »dass die Bundesagentur für Arbeit erstmals die endgültigen Maizahlen veröffentlicht hat und diese mit den ursprünglichen Ifo-Schätzungen verglichen werden konnten«.

Nach den jüngsten Berechnungen dürften im November etwa 2,0 Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen sein, also rund 200.000 mehr als im Vormonat. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit sei damit innerhalb eines Monats von 5,4 Prozent auf 5,9 Prozent gestiegen. »Das ist vor allem auf die Wirtschaftszweige zurückzuführen, die vom seit Anfang November geltenden Lockdown light betroffen sind«, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

So dürfte sich im Gastgewerbe die Zahl der Kurzarbeiter im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt haben. Auch im Handel sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Verarbeitenden Gewerbe sei der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit dagegen erneut gesunken und dürfte erstmals seit Beginn der Coronakrise unter zehn Prozent liegen, hieß es. Die Schätzungen beruhten auf der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts unter rund 7000 Unternehmen.

1700 Kreuzfahrt-Passagiere harren nach Corona-Fall auf Schiff aus

8.29 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff »Quantum of the Seas« hängt in Singapur fest. Grund ist ein Corona-Fall an Bord. Wann die Passagiere von Bord gehen könnten ist noch unklar, hieß es. Vorher müssten alle auf Corona getestet werden.

Corona-Demos: Verfassungsschutz beobachtet »Querdenker«

08.22 Uhr: »Querdenken 711« aus Stuttgart ist die Keimzelle der Corona-Protestbewegung. Nach SPIEGEL-Informationen wird die Gruppe nun ein Fall für den baden-württembergischen Verfassungsschutz.

»Ich war so schlecht«: Meryl Streep hatte nach Quarantäne Anlaufschwierigkeiten am Set

07.58 Uhr: Oscarpreisträgerin Meryl Streep (71) hatte nach eigenen Angaben wegen einer einsamen Quarantänephase Schwierigkeiten am ersten Drehtag ihres neuen Films. »Ich war so schlecht«, sagte die Hollywood-Schauspielerin im Gespräch mit dem Talkmaster Stephen Colbert. »Ich konnte mich an nichts erinnern.«

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Vor Beginn des Drehs der Sci-Fi-Komödie »Don't Look Up«, in der Streep die US-Präsidentin spielt, habe sie sich als Vorsichtsmaßnahme in Quarantäne begeben – »total allein«, wie die US-Schauspielerin erklärte. »Und meine erste Szene bestand darin, als Präsidentin ein Stadion voll mit 20.000 Menschen zu betreten, mein großes Gesicht auf dem Großbildschirm vor mir, und ich bin total durchgedreht«, sagte sie lachend. In Wirklichkeit habe ihr Publikum natürlich nur aus einzeln verteilten Menschen mit Masken und Visieren bestanden, die später bei der Bearbeitung dupliziert würden.

Neben Streep sollen in der neuen Netflix-Komödie des Regisseurs Adam McKay unter anderem Jennifer Lawrence, Cate Blanchett, Leonardo DiCaprio und Timothée Chalamet auftreten.

Impfstoffentwicklung: Roche kündigt Zusammenarbeit mit Moderna an

07.30 Uhr: Der Roche-Konzern und Moderna arbeiten bei der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen zusammen. Der Schweizer Pharmariese stellt nach eigenen Angaben vom Mittwoch für die laufenden Impfstoffstudien des US-Biotechnologiekonzerns einen diagnostischen Test bereit, um die Menge der Antikörper, die durch die Impfung bewirkt werden, zu bestimmen. Der Bluttest namens Elecsys Anti-SARS-CoV-2 S wurde in den USA Ende November notfallmäßig zugelassen.

Moderna gehört zur Spitzengruppe von Unternehmen im Rennen um einen Covid-19-Impfstoff. Der vor allem für seine Krebsmedikamente bekannte Arzneimittelhersteller Roche aus Basel ist auch der weltgrößte Anbieter von Apparaturen und Methoden zur Diagnose von Erkrankungen.

US-Fußballliga entgeht wegen Corona fast eine Milliarde Dollar

07.13 Uhr: Die nordamerikanische Fußball-Profiliga MLS ist von der Corona-Pandemie hart getroffen worden. Wie Liga-Chef Don Garber mitteilte, haben die Klubs in der Saison 2020 fast eine Milliarde US-Dollar an Einnahmen eingebüßt. »Die Verluste waren dramatisch. Wir werden Anpassungen vornehmen«, sagte Garber: »Das ist die Realität, wenn man eine Profiliga in der Pandemie managt.«

Die Liga hatte die Saison im März wegen des Virus nach nur zwei absolvierten Spieltagen unterbrochen, erst im Juli ging es mit einem Restart-Turnier in einer Blase in Orlando/Florida weiter. Danach setzten die Teams die Spielzeit in ihren heimischen Stadien fort. In der Nacht zum kommenden Sonntag (2.00 Uhr MEZ) spielen Columbus Crew und Titelverteidiger Seattle Sounders im Finale den Meister aus.

Die Organisation der sogenannten »Bubble« inklusive Logistik sei laut Garber ein großer Kostenfaktor gewesen. Die MLS reagierte auf die Einbußen mit Personalabbau und die Gehälter der Spieler wurden um fünf Prozent gekürzt. Für das kommende Jahr setzt Garber seine Hoffnungen auf den Impfstoff zur Besserung der Lage. »Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass 2021 ein viel besseres Jahr wird, weil ich nicht glaube, dass irgendein Geschäftsmodell zwei Jahre in Folge durchstehen kann, was wir in 2020 durchgemacht haben«, sagte er.

RKI meldet so viele Corona-Todesfälle wie nie zuvor

05.37 Uhr: Die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft angestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 590 neue Todesfälle innerhalb eines Tages, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Das sind über 100 Fälle mehr als beim bisherigen Rekordstand von 487 Toten vom vergangenen Mittwoch.

Zudem wurden binnen einem Tag 20.815 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Mittwoch in der Vorwoche lag der Wert noch bei 17.270. Den bisher höchsten Tageswert gab es am 20. November mit 23.648 Fällen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 19.932.

Für ganz Deutschland gab das RKI außerdem einen neuen Höchstwert von 149,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an. Zu Beginn des Teil-Lockdowns im November waren es um die 120 gewesen. Bund und Länder wollen erreichen, dass es weniger als 50 werden – so könnten Gesundheitsämter Infektionsketten wieder nachverfolgen.

Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.218.524 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 09.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 902.100 Menschen inzwischen genesen.

Laschet für »echten Jahreswechsel-Lockdown«

05.29 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausgesprochen. »Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten«, sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Zahl der Neuinfektionen sei zu hoch und müsse gesenkt werden.

»Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden«, warb Laschet für seinen Vorschlag. »Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bildungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres.«

Die Akzeptanz bei den Menschen sei für den Erfolg der Anstrengungen entscheidend, sagte Laschet, der sich auch für den CDU-Vorsitz bewirbt. Dafür müssten die politischen Weichenstellungen von Sorgfalt, Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit geprägt sein. »Wir sind gut beraten, bereits jetzt damit zu beginnen, den Jahreswechsel-Lockdown umfassend vorzubereiten – damit er mitgetragen wird, tatsächlich Wirkung entfaltet und den Weg in ein besseres neues Jahr weisen kann.«

Auch andere Ministerpräsidenten hatten sich für härtere Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammenkommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Wann die Ministerpräsidenten erneut mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beratungen über mögliche Verschärfungen zusammenkommen, ist unklar. Nachdem Merkel an diesem Donnerstag und Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel gebunden ist, war zwischenzeitlich auch ein Termin am kommenden Sonntag im Gespräch. Möglich wäre nach wie vor allerdings auch ein Treffen im Laufe der kommenden Woche.

Schülervertreter: Corona-Alltag »bedrückend« für junge Menschen

04.50 Uhr: Der Alltag unter Corona-Bedingungen ist für Schüler nach Angaben des Generalsekretärs der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, eine Belastungsprobe in vielerlei Hinsicht. »Der Tag wird von morgens beim Aufstehen bis abends beim Einschlafen von Corona dominiert, ein Entfliehen ist fast unmöglich«, sagte Schramm der Nachrichtenagentur dpa.

An der Schule gehe es nur noch darum, wie der Unterrichtsinhalt am besten unter den Corona-Regeln vermittelt und wie die Regeln am besten eingehalten werden könnten. Auch nach der Schule ziehe sich das Thema wie ein roter Faden durch den Tag. So müssten Treffen mit Freunden oder der gemeinsame Sport ausfallen. »Das ist gerade aus sozialer Sicht wirklich bedrückend für uns junge Menschen.«

Der 20-Jährige besucht die 13. Klasse einer Integrierten Gesamtschule in der Nähe von Köln. Die Corona-Ausnahmesituation wird seiner Ansicht nach bei allen Schülerinnen und Schülern Auswirkungen auf den späteren Karriereweg haben. Besonders benachteiligt seien Mitschüler, die sich beispielsweise ihr Zimmer mit Geschwistern teilen müssten oder die keinen Internetzugang hätten.

Städtetag wirbt für »gesunden Stillstand« nach Weihnachten

04.00 Uhr: Der Deutsche Städtetag macht sich angesichts der Coronakrise für einen härteren Lockdown nach Weihnachten stark. »Die Zeit nach den Feiertagen ist eine ideale Zeit für einen Lockdown«, sagt Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der »Saarbrücker Zeitung« (Mittwochsausgabe) vorab. Schulen und Kitas seien zu, es gebe Betriebsferien, viele Menschen hätten Urlaub »und shoppen muss man nach Weihnachten auch nicht unbedingt. Ich werbe deshalb für eine Art gesunden Stillstand vom 28. Dezember bis etwa zum 10. Januar«. Wegen der hohen Infektions- und Todeszahlen könnten zudem die von Bund und Ländern beschlossenen Weihnachts- und Silvesterlockerungen nicht mehr aufrechterhalten werden.

Kassenärzte kritisieren Impfkonzept

03.30 Uhr: Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, Frank Bergmann, kritisiert am Impfkonzept der Ständigen Impfkommission (Stiko), dass niedergelassene Ärzte erst spät geimpft werden sollen. »Eine Priorisierung ist unumgänglich. Aus unserer Sicht aber wäre es einleuchtend, dass neben dem Kreis der über 80-Jährigen, der Senioren- und Pflegeheimbewohner auch haus- und fachärztliche Praxen von der Stiko mit hoher Priorität eingestuft werden«, sagt Bergmann in einem Vorabbericht der »Rheinischen Post« (Mittwochsausgabe). Die KV-Notdienste sollten zudem eine ebenso hohe Priorität wie der Rettungsdienst haben.

Gurgeln könnte laut Jens Spahn Corona-Gefahr senken

02.50 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann. »Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll«, sagte Spahn der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (Mittwoch). Er selbst gurgele ohnehin regelmäßig.

Eine explizite Gurgelempfehlung wie die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene wollte Spahn nicht aussprechen, das müsse letztlich jeder selbst wissen. »Aber schaden tut es sicher nicht«, sagte er. Zudem warb Spahn für die Einhaltung einer einfachen Faustregel: »Verhalte dich so, als hättest du Corona: Dann hält man doch ganz automatisch Abstand und ist insgesamt vorsichtiger.«

An Familien appellierte Spahn, zu Weihnachten auch auf innerdeutsche Reisen zu verzichten. »Den Ort der Familienfeier in das Bundesland mit den großzügigsten Regeln zu legen, fände ich nicht richtig. Denn auch innerhalb der Familien kann Covid-19 ganz schnell gefährlich werden«, sagte der Minister. Er selbst werde Weihnachten zum ersten Mal, seitdem er denken könne, nicht mit Eltern und Geschwistern gleichzeitig zusammenkommen. »Das ist sehr schade. Aber es hilft, das Virus in Schach zu halten.«

Trump kennt auch beim Impfstoff-Gipfel nur ein Thema

02.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat auch einen »Impfstoff-Gipfel« im Weißen Haus genutzt, um seine Behauptungen über einen massiven Wahlbetrug weiterhin zu verbreiten. Auslöser war die Frage, warum bei dem Treffen zum Corona-Impfprogramm am Dienstag das Übergangsteam des gewählten Präsidenten Joe Biden nicht eingeladen gewesen sei. »Hoffentlich wird die nächste Regierung eine Trump-Regierung sein. Denn man kann nicht Hunderttausende Stimmen stehlen«, wiederholte Trump seine nach wie vor nicht belegten Vorwürfe, die auch bereits in mehr als vier Dutzend Fällen vor Gericht abgewiesen worden waren.

Bei dem Treffen pries Trump die Anstrengungen seiner Regierung zur schnelleren Entwicklung von Impfstoffen gegen die Krankheit Covid-19. »Zum Frühjahr hin werden wir in einer Position sein, die vor wenigen Monaten noch niemand für möglich gehalten hätte«, sagte der Präsident.

Russland will Raumfahrer gegen Coronavirus impfen

02.30 Uhr: Auch in All ist man offenbar vor der Corona-Gefahr nicht sicher. Deshalb will Russland seine Raumfahrer gegen das Coronavirus impfen und so eine Ausbreitung der Krankheit auf der Internationalen Raumstation ISS verhindern. Kosmonauten und Mitarbeiter des Kosmonauten-Ausbildungszentrums im Sternenstädtchen nahe Moskau sollten zu den Ersten gehören, die die in Russland entwickelten Vakzine »Sputnik V« bekommen, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, in der Nacht zum Mittwoch. »Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Pandemie überwinden.«

bbr/jok/mes/fek/hei/AFP/dpa/Reuters/AP/sid
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