Corona-News am Mittwoch Sachsen soll Abriegelung von Corona-Hotspots erwägen

Medienberichten zufolge prüft Sachsen, Kommunen mit vielen Corona-Fällen von der Außenwelt abzusperren. Und: Amazon bittet US-Regierung um Impf-Priorität für Mitarbeiter. Das war der 16. Dezember im Überblick.
Finden sich bald solche Absperrungen auch innerhalb von Sachsen und nicht nur zur polnischen Grenze wie hier?

Finden sich bald solche Absperrungen auch innerhalb von Sachsen und nicht nur zur polnischen Grenze wie hier?

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

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Sachsen soll Abriegelung von Corona-Hotspots erwägen

23.11 Uhr: Sachsen prüft nach Medienberichten drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der weiter steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen. Nach Angaben von »Bild«  und »Freie Presse«  erwägt die Landesregierung, Kommunen mit einer besonders angespannten Corona-Lage von der Außenwelt abzuriegeln. Zudem könnten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. Die Einwohner dürften nach diesen Berichten dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters und auf dem kürzesten Weg einkaufen gehen.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber sagte zu diesen Berichten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend: »Die Situation ist angespannt, und viele Menschen machen sich große Sorgen. Es gibt aktuell keinen konkreten Beschluss für weitere Maßnahmen.« Die Staatsregierung habe nichts entschieden, was ad hoc gelte und was die Menschen überfordere. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck daran, das Infektionsgeschehen einzudämmen. »Das beinhaltet natürlich auch Szenarien, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung zu stoppen und die Zahlen weiter explodieren«, sagte er, ohne konkret zu werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag gesagt, derzeit sei die pandemische Situation in Sachsen nicht im Griff. Er sprach von einer »extrem angespannten Situation«.

Der Wert der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche klettert weiter nach oben. Er lag am Mittwoch erstmals über 400. Das ist mit Abstand der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer.

Insgesamt mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen in Brasilien

23.28 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet über 70.000 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als sieben Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen eines Tages um 936 zu. Brasilien weist in der Corona-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Amazon bittet US-Regierung um Impf-Priorität für Mitarbeiter

22.20 Uhr: Amazon bittet die US-Regierung in einem Schreiben, bei der Impfung besonders wichtige Angestellte wie seine Mitarbeiter in Warenlagern und Datenzentren zu bevorzugen. Sie könnten nicht von zu Hause arbeiten, schrieb der hochrangige Manager Dave Clark in einem Brief an die US-Seuchenbehörde CDC, der Reuters vorliegt. Der Einzelhändler-Branchenverband U.S. National Retail Federation hat eine ähnliche Bitte eingereicht. Amazon beschäftigt in den USA 800.000 Menschen, mehr als die Bevölkerung von Frankfurt am Main.

Schwere allergische Reaktion bei Pfizer/Biontech-Impfstoff in Alaska

21.10 Uhr: Bei einem Mitarbeiter eines Gesundheitsdienstes ist nach der Verabreichung des Pfizer/Biontech-Impfstoffes eine schwere allergische Reaktion aufgetreten. Die Person aus der Stadt Juneau klagte zehn Minuten nach der Impfung über Atembeschwerden und Hautrötungen, beides wurde während der empfohlenen Beobachtungsphase direkt nach der Spritze festgestellt. Die Person habe am Mittwoch noch zur Beobachtung im Krankenhaus gelegen, ihr Gesundheitszustand sei stabil, teilte ein Sprecher des Gesundheitsamts DHSS in Alaska mit.

Der Mitarbeiter sei ins Krankenhaus eingeliefert worden und in einem stabilen Zustand. Es sei unklar, ob schon Allergien vorlagen. Der Fall sei vermutlich ähnlich zwei früheren, die nach dem Beginn der Impfungen in Großbritannien aufgetreten seien. Beide Betroffenen erholten sich. Eine Stellungnahme von Pfizer liegt nicht vor. Zuerst hatte die »New York Times« darüber berichtet. 

Bundestag verabschiedet Homeoffice-Pauschale

19.25 Uhr: Wer während der Corona-Krise von zu Hause arbeitet, soll seine Ausgaben leichter in der Steuererklärung geltend machen können. Der Bundestag hat dazu am Abend eine Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr beschlossen.

Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten – danach, so hofft man, könnte die Corona-Pandemie im Griff sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit die Regelung in Kraft treten kann, muss am Freitag noch der Bundesrat zustimmen.

Pro Tag am Heim-Schreibtisch werden demnach bei der Steuerberechnung 5 Euro angerechnet, maximal 120 Tage im Jahr. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, sodass die fälligen Steuern sinken. Allerdings zählt die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten, für die allen Steuerzahlern pauschal 1000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Ausgaben hier über 1000 Euro kommt, profitiert also von der Maßnahme.

Dänemark schließt über die Feiertage fast alle Geschäfte

19.44 Uhr: Die dänische Regierung hat wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen die Schließung aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte über die Feiertage angeordnet. Die Regelung gelte vom 25. Dezember bis zum 3. Januar, erklärte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Ausgenommen seien Lebensmittelläden und Apotheken. Einkaufszentren müssen demnach bereits ab Donnerstag schließen.

Die Behörden befürchteten, dass Januar und Februar die schlimmsten Monate der Pandemie werden könnten, erklärte Frederiksen.

Am Dienstag war bereits der in vielen Städten geltende Teil-Shutdown auf das ganze Land ausgeweitet worden: Schulen, Bars, Restaurants, Sportzentren und kulturelle Einrichtungen mussten schließen.

Die dänischen Gesundheitsbehörden verzeichneten am Mittwoch 3692 Neuinfektionen und 14 Todesfälle binnen 24 Stunden in dem 5,8 Millionen-Einwohner-Land.

Parfumeriekette Douglas will einige Filialen offen halten

18.45 Uhr: Weil dort überwiegend Drogerieartikel verkauft würden, will der Parfumhändler Douglas knapp ein Viertel der Filialen nicht schließen. Von einer Gewerkschaft gibt es deutliche Kritik.

Intensivmediziner-Vereinigung: noch Betten frei, Verlegungen möglich

17.55 Uhr: Trotz einer starken Belastung des Gesundheitssystems in der Pandemie sehen Experten noch Kapazitäten auf den deutschen Intensivstationen. Man stehe derzeit nicht an dem Punkt, Priorisierungen von Patienten vornehmen zu müssen, erklärten die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und die Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin beim Robert Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Stellungnahme am Mittwochabend.

Auch für den Fall einer möglichen regionalen Überlastung von Kliniken sei bereits seit einiger Zeit geregelt, dass Patienten innerhalb Deutschlands verlegt werden können, betonte die Fachgesellschaft. Und weil spätestens ab Montag durch die Feiertage keine planbaren OPs mehr durchgeführt würden, sei mit Entlastung für die Intensivstationen zu rechnen.

»Ich möchte mit Nachdruck deutlich machen, dass es aktuell noch freie Intensivbetten in Sachsen gibt und Patienten über die Krankenhausleitstellen dementsprechend verteilt werden«, sagte der verantwortliche Koordinator für die Verteilung von Covid-19-Patienten in Sachsen, Christian Kleber, laut der Divi-Mitteilung. »Bis heute wurden alle Anfragen bezüglich eines Intensivbettes an die Krankenhausleitstellen erfolgreich bearbeitet und zugewiesen«, so der leitende Oberarzt vom Uniklinikum Dresden.

Tod ohne Abschied, Trauerfeiern im Stream: Bestatter schlagen Alarm

17.45 Uhr: Der Bundesverband Deutscher Bestatter fordert laut einem Medienbericht, seine Mitglieder als systemrelevante Berufsgruppe anzuerkennen. Die Anforderungen in der Coronakrise seien groß. Lesen Sie hier die Meldung.

Oberbürgermeister von Zittau sieht Leistungsgrenze überschritten

17.35 Uhr: Nach den Triage-Äußerungen eines Mediziners in Zittau schlägt auch der Oberbürgermeister der Stadt Alarm. Die Krankenhäuser der Region hätten ihre Leistungsgrenze in der Corona-Pandemie überschritten, teilte Thomas Zenker am Mittwoch mit. Schnelle Hilfe sei nötig für die Verlegung von Patienten in andere Krankenhäuser. Die Kapazitäten der regionalen Rettungsdienste reichten dafür nicht mehr aus.

»Es ist klar erkennbar, dass wir in dieser Lage aus eigener Kraft nicht weiterkommen«, erklärte der Stadtchef, der für eine lokale Wählervereinigung ins Amt kam. Eine Unterstützung der Bundeswehr sei willkommen, es müssten aber auch noch Alternativen her, um Corona-Patienten in weiter entfernte Krankenhäuser bringen zu können.

Zenker forderte zudem die Bevölkerung zu Zusammenhalt auf. Nach wie vor gebe es Gruppen, die Corona als große Verschwörung darstellten. Damit müsse nun genug sein, verlangte er. Es sei an der Zeit, endlich gemeinsam daran zu arbeiten, die Krise abzuwenden.

»Querdenker« mobilisieren – Leipzig schränkt Versammlungsrecht ein

17.25 Uhr: Die Stadt Leipzig und die Polizei rüsten sich für mögliche neue »Querdenken«-Proteste am kommenden Samstag. Die Stadt hat das Versammlungsrecht für den 19. Dezember eingeschränkt. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Allgemeinverfügung hervor. Demnach ist es jedermann im Stadtgebiet untersagt, an diesem Tag öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel zu veranstalten oder daran teilzunehmen, die nicht bis Donnerstag, 12.00 Uhr, angemeldet sind, heißt es. Ausnahmeentscheidungen blieben vorbehalten, sofern Infektionsgefahren offenkundig ausgeschlossen seien.

Das Netzwerk »Leipzig nimmt Platz« und die Linke haben zu Demonstrationen gegen die »Querdenken«-Proteste aufgerufen. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Insgesamt seien bislang sieben Kundgebungen angemeldet. Von den »Querdenkern«, die seit Wochen im Internet für die Demo werben, sei jedoch bislang noch keine Versammlung angezeigt worden.

Die Polizei bereitet sich auf einen größeren Einsatz am Samstag vor, sagte eine Sprecherin. Es seien genügend Kräfte vorhanden. Einzelheiten wollte sie noch nicht nennen.

Spahn verteidigt Vorgehen bei Corona-Impfungen

17.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Vorgehen bei Corona-Impfungen in Deutschland verteidigt. »Impfen ist der Weg raus aus dieser Pandemie. Und wir sind auf diesem Weg gut vorbereitet«, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Es gebe sehr bewusst keine Impfstoffnotzulassung, sondern eine ordentliches, gründliches Prüfungsverfahren und europäische Solidarität. Für anfangs nötige vorrangige Impfungen gefährdeter Gruppen habe der Bundestag auch eine gesetzliche Grundlage gelegt.

»Für die weitere Ausgestaltung gibt es ein transparentes Verfahren«, erläuterte Spahn mit Blick auf eine vorgesehene Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Auf dieser Basis plane er dann noch eine Verordnung, die Impfprioritäten festschreibe. Es gebe doch »einen großen Konsens«, besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen wie etwa über 80-Jährige zuerst zu impfen.

Redner der Opposition forderten teils eine stärkere Einbeziehung des Bundestags über ein weiteres Impfgesetz. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae sagte, wer wann geimpft werde, könne eine Frage auf Leben und Tod sein. Die Impfstrategie sei daher eine Grundrechtsfrage, über die das Parlament entscheiden müsse. Gesine Lötzsch (Linke) kritisierte, dass die Regierung den Bundestag vor vollendete Tatsachen stelle. Impfen sei Vertrauenssache, und Vertrauen schaffe man nur mit Transparenz und demokratischer Willensbildung.

Corona-Ausbruch bei Amazon in Garbsen – rund hundert Fälle registriert

16.38 Uhr: Mitten im vorweihnachtlichen Geschäft gibt es in einem Amazon-Verteilzentrum in Garbsen bei Hannover einen größeren Corona-Ausbruch. Das Gesundheitsamt habe rund hundert Personen registriert, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, teilte die Region Hannover am Mittwoch mit. Für den Rest der Belegschaft sei ein Reihentest angesetzt, betroffen von dem Corona-Ausbruch sei nicht die Auslieferung, sondern die Logistik in dem Verteilzentrum.

Die Gesundheitsbehörde und das Unternehmen stehen demnach in Kontakt und haben sich bei einer Begehung vor Ort zum Wochenbeginn ein Bild von der Situation gemacht. »Wir sind in Kontakt bezüglich der nächsten Schritte«, hieß es in einer Amazon-Stellungnahme.

»Das weitere Vorgehen wird derzeit zwischen dem Gesundheitsamt der Region Hannover sowie der Leitung vor Ort abgestimmt«, teilte die Region weiter mit. In der Stellungnahme des Unternehmens heißt es, dass die Gesundheitsbehörde die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen bestätigt. Im Weihnachtsgeschäft sind nach Konzernangaben mehr als 900 Mitarbeiter in Garbsen beschäftigt.

US-Außenminister Pompeo nach Corona-Kontakt in Quarantäne

16.25 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat sich in Quarantäne begeben. Pompeo habe Kontakt zu einer Person gehabt, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch. Ein Corona-Test sei bei Pompeo negativ ausgefallen. Er folge mit der Quarantäne aber den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und werde vom Ärzteteam des Außenministeriums beobachtet. Unter Verweis auf den Schutz der Privatsphäre machte das Ministerium keine Angaben zu der Person, mit der Pompeo Kontakt hatte.

Die Richtlinien der CDC besagen, dass eine Person die Quarantäne nach Tag sieben beenden kann, wenn ein negativer Test vorliegt, der frühestens am fünften Tag nach dem Corona-Kontakt erfolgte.

Coronakrise in der Schweiz: Die Menschen sterben, das Leben läuft munter weiter

16.15 Uhr: Trotz alarmierender Infektionszahlen bleiben Restaurants, Skilifte und Spielcasinos in Betrieb. Die Laxheit der Schweizer Regierung entzweit das Land, die deutschen Nachbarn wundern sich. Lesen Sie hier den Artikel. 

Unbekannte versenden falsche Quarantäne-Bescheide

16.05 Uhr: Unbekannte haben in Berlin gefälschte Quarantänebescheide im Namen des Gesundheitsamts Mitte verschickt. »Ich bin fassungslos, dass von unbekannter Seite vorsätzlich gefälschte Dokumente an Unbeteiligte versandt werden«, sagte der zuständige Bezirksstadtrat Ephraim Gothe am Mittwoch. »Hinweise zur Aufklärung nimmt das Gesundheitsamt sehr gern entgegen.« Das Bezirksamt werde Anzeige gegen unbekannt erstatten.

Echte Bescheide erhalten Menschen, die wegen einer Corona-Infektion oder als enge Kontaktpersonen von Infizierten zeitweise in häusliche Quarantäne müssen. Sie können das amtliche Papier dann beispielsweise ihrem Arbeitgeber vorlegen oder bei der Beantragung von Lohnausgleich.

Die falschen Bescheide wurden Gothe zufolge in einem A4-Umschlag mit Briefmarke versendet. Echte Bescheide des Gesundheitsamts kämen grundsätzlich in kleinen Briefumschlägen und würden von der Pin AG zugestellt. Eine Bürgerin hatte die Fälschung bemerkt und das Bezirksamt alarmiert.

Kretschmer: »Wortmeldung aus Zittau ist ein Hilferuf«

15.45 Uhr: Nach dem Wirbel um die Triage-Äußerungen eines Mediziners aus Zittau hat Ministerpräsident Michael Kretschmer auf die »geltenden ethischen und medizinrechtlichen Standards« verwiesen. Danach werde in Zittau und überall in Sachsen gearbeitet, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Dresden. Es gebe keine Covid-19-Regeln, die davon abweichen würden. Der medizinischen Behandlung liege immer eine individuelle Abwägung zugrunde.

Der Ärztliche Direktor des Oberlausitzer Bergland-Klinikums, Mathias Mengel, hatte Berichten zufolge am Dienstagabend in einem Onlineforum von Triage gesprochen und damit für Wirbel gesorgt. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

»Die Wortmeldung aus Zittau ist ein Hilferuf«, sagte Kretschmer. Der Arbeitsalltag in deutschen Krankenhäusern sei »extrem angespannt«. Schutzmaßnahmen machten die Arbeit schwieriger, es gebe Personalausfall wegen Erkrankungen oder Quarantäne.

»Ich bin Bundesministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für ihre Zusage dankbar, dass die Bundeswehr auch über den Jahreswechsel hinaus weiter im Krankenhaus helfen wird«, so Kretschmer. Am Mittwoch hatte er im Landtag erklärt, dass derzeit in Sachsen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie rund 700 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz seien. Zudem sollen in den nächsten Wochen verstärkt niedergelassene Ärzte für die Versorgung eingebunden werden.

Medizinisches Personal in Israel wird ab Sonntag geimpft

15.25 Uhr: In Israel wird am kommenden Sonntag mit der Impfung von medizinischem Personal begonnen. Präsident Reuven Rivlin nimmt an einer offiziellen Auftaktveranstaltung in einer Klinik in Jerusalem teil. Nach Angaben des Präsidialamts vom Mittwoch wird der 81-Jährige dabei ebenfalls geimpft.

Die Regierung hatte den Beginn der Impfkampagne ursprünglich für den 27. Dezember geplant. Über einen früheren Beginn war bereits spekuliert worden. Die ersten Impfdosen waren vor einer Woche in das Land transportiert worden.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte die Ladung in Empfang genommen und gesagt, pro Tag könnten in Israel 60.000 Impfdosen verabreicht werden. Zugleich kündigte er dabei an, sich als Erster in Israel impfen zu lassen.

Corona-Sonderurlaub: Regierung erweitert Anspruch für Eltern im Shutdown

14.45 Uhr: Eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes macht es möglich: Für Eltern gibt es nach SPIEGEL-Informationen nun eine Lösung für bezahlten Sonderurlaub, wenn die Kinder im Shutdown zu Hause bleiben müssen. Lesen Sie hier die Meldung.

Biontech will Corona-Impfstoff auch nach China liefern

14.30 Uhr: Der Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat nun auch mit China eine Auslieferung seines Corona-Impfstoffs vereinbart. Die Vereinbarung mit dem Partnerunternehmen Fosun Pharma sehe die Lieferung von 100 Millionen Dosen im kommenden Jahr vor und stehe noch unter dem Vorbehalt der Zulassung durch die chinesischen Behörden, gab Biontech am Mittwoch bekannt. Beide Unternehmen hatten bereits im März eine strategische Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Kommerzialisierung eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs beschlossen, der auf der Technologie von Biontech beruht.

Die Chefs von Biontech und Fosun Pharma, Ugur Sahin und Wu Yifang, erklärten, die gemeinsame Entwicklungsanstrengung unterstreiche die Bedeutung von globaler Zusammenarbeit in der Forschung. »Unter der Voraussetzung, dass der Impfstoff sicher und wirksam ist, unterstützen wir aktiv die Vermarktung des Impfstoffs in China«, sagte der Fosun-Vorstandsvorsitzende. Das in Shanghai ansässige Unternehmen und Biontech hatten am 24. November die Phase-2-Studie mit dem Biontech-Impfstoffkandidaten BNT162b2 in der chinesischen Provinz Jiangsu mit der Rekrutierung von 960 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 85 Jahren begonnen. Die gesammelten Daten sollen einen künftigen Antrag auf Zulassung des Impfstoffs in China unterstützen.

Netzagentur: Rückgang im Fernverkehr bis Juni bei knapp 50 Prozent

14.15 Uhr: Der Fernverkehr auf der Schiene hat bei den Fahrgastzahlen deutliche Einschnitte erlebt: Die Unternehmen meldeten für die ersten sechs Monate dieses Jahres knapp 50 Prozent weniger Personenkilometer als für den gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte. In Deutschland wird der Fernverkehr fast vollständig von der Deutschen Bahn betrieben.

Im Regionalverkehr, wo die Konkurrenz auf der Schiene stärker ist, lag der Rückgang bei den Personenkilometern über alle Unternehmen hinweg demnach bei mehr als einem Drittel. Gleichzeitig hielten die Bahnen ihr Angebot aber weitgehend aufrecht. Im April, als die Nachfrage am niedrigsten war, lag die Betriebsleistung auf der Schiene – also das unabhängig von den Kunden gefahrene Angebot – über alle Verkehrsträger hinweg bei mehr als 80 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet die Bundesnetzagentur mit einem wirtschaftlichen Gesamtschaden für den Eisenbahnmarkt von rund 2,5 Milliarden Euro. Ein Großteil davon entfalle auf den Fernverkehr und damit vor allem auf die Deutsche Bahn.

Schulen im Shutdown: Digitales Lernen? »Schön wär's!«

14.00 Uhr: Vor und nach den Weihnachtsferien sollen Deutschlands Schulen zum Distanzunterricht zurückkehren und digitales Lernen anbieten. Lehrkräfte sehen Fortschritte, stoßen teils aber auch auf absurde Hürden. Hier geht's zum Artikel. 

Tschechien bietet Corona-Schnelltests vor Weihnachten an 

13.50 Uhr: Die Menschen in Tschechien können sich vor Weihnachten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das landesweite Schnelltestprogramm mit Hunderten Abnahmestellen begann am Mittwoch. Für den ersten Tag hatten sich mehr als 17.000 Personen angemeldet.

An manchen Stellen gab es Warteschlangen, andernorts noch freie Kapazitäten. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Kosten trägt die Krankenversicherung. Die verwendeten Antigenschnelltests liefern innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis, gelten aber als weniger genau als sogenannte PCR-Labortests. Das Programm läuft über den Jahreswechsel hinaus bis zum 15. Januar.

Spanien: »Diese Weihnachten entscheidet sich, ob wir eine dritte Welle vermeiden können«

13.00 Uhr: Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angesichts wieder leicht steigender Infektionszahlen nicht ausgeschlossen. »Diese Weihnachten entscheidet sich, ob wir eine dritte Welle vermeiden können«, sagte Sánchez. Das bisher Erreichte sei sehr positiv, sagte er unter Hinweis auf den starken Rückgang der Infiziertenzahlen der vergangenen Wochen.

Seine Regierung werde aber nicht zögern, die Maßnahmen in Kooperation mit den Regionen auch über Weihnachten zu verschärfen, sollten die Corona-Zahlen wie seit Freitag weiter steigen. »Die beste Art, Ansteckungen zu vermeiden, ist so zu tun, als ob wir alle infiziert wären und nicht genau wüssten, ob wir ansteckend sind«, so Sánchez.

Spanien war es gelungen, die zeitweise sehr hohen Infektionszahlen der zweiten Welle durch Maßnahmen wie nächtliche Ausgangsbegrenzungen, Einschränkungen von Reisen zwischen den Regionen und in einigen Landesteilen auch durch die zeitweise Schließung von Gaststätten und anderen Einrichtungen stark zu drücken. Geschäfte und auch die Schulen blieben fast überall offen.

WHO rät zum Tragen von Schutzmasken bei Familientreffen an Weihnachten

12.37 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat zum Tragen von Schutzmasken bei Familientreffen an Weihnachten und während der Feiertage geraten, um Infektionen mit dem Coronavirus zu verhindern. »Dies trägt wesentlich dazu bei, dass alle sicher und gesund bleiben«, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Sie räumte ein, dass es sich sicher merkwürdig anfühlen werde, in der Gesellschaft von Familienmitgliedern eine Maske zu tragen.

»Es besteht ein hohes Risiko eines erneuten Anstiegs in den ersten Wochen und Monaten des Jahres 2021«, hieß es in der Erklärung. »Wir werden zusammenarbeiten müssen, wenn wir dies erfolgreich verhindern wollen.«

Deutschland im Shutdown: Das sind die neuen Corona-Regeln

12.25 Uhr: Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen, Kirchen brauchen zu Weihnachten ein Anmeldesystem: Im Kampf gegen das Coronavirus gelten ab Mittwoch in Deutschland neue Regeln für das öffentliche Leben. Der Überblick.

EU-Parlament stimmt für Corona-Regionalhilfen in Milliardenhöhe

12.15 Uhr: Von den 750 Milliarden Euro schweren Corona-Hilfen der Europäischen Union sollen 47,5 Milliarden Euro direkt in die Regionen fließen. Das Europaparlament stimmte einer entsprechenden Einigung mit den Mitgliedstaaten offiziell zu, wie am Mittwoch in Brüssel bekannt gegeben wurde. Deutschland bekommt voraussichtlich 2,4 Milliarden Euro aus den Regionalhilfen.

Das Geld soll rückwirkend ab diesem Februar und noch bis Ende 2023 genutzt werden können. Damit die Gelder fließen können, müssen noch weitere Beschlüsse getroffen werden. Dass die Hilfen noch einmal aufgehalten werden, gilt als sehr unwahrscheinlich.

Die Gelder sollen besonders auch für Grenzregionen eingesetzt werden, etwa um dort Gesundheitsdienste zu finanzieren und den Arbeitsmarkt zu modernisieren. Der regionalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Christian Doleschal, sagte, diese Regionen hätten in der Krise stark unter Grenzschließungen gelitten und damit auch schweren wirtschaftlichen Schaden eingefahren. SPD-Abgeordnete Constanze Krehl sagte, dass neben kleinen und mittleren Unternehmen und Selbstständigen die Gelder nicht zuletzt auch für die stark in Mitleidenschaft gezogenen Sektoren Tourismus und Kultur genutzt werden könnten.

Kretschmer: Sachsen sind trotz Corona-Regeln zu viel unterwegs

12.05 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht ausgeschlossen. Im Landtag berief er sich am Mittwoch auf jüngste Auswertungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Humboldt-Universität, wonach Thüringen und Sachsen deutschlandweit die sogenannte Binnenmobilität anführten. Wenn viele Menschen unterwegs seien, sei das »pures Gift« für die Bekämpfung der Pandemie. Kretschmer kündigte an, die Situation in den nächsten Tagen weiterhin auszuwerten und möglicherweise über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Sonst drohe eine »extreme Notlage«.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für Sachsen am Mittwoch 5603 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag. Dazu kommen 153 neue Todesfälle. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche – die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – stieg damit auf 407,1. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer.

Esken kritisiert Krisenmanagement von Gesundheitsminister Spahn

11.55 Uhr: Der Schutz von Pflegeheimbewohnern in der Corona-Pandemie sorgt für Streit in der Großen Koalition. SPD-Chefin Saskia Esken kritisierte in einem Interview mit der »Augsburger Allgemeinen«  das Krisenmanagement von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). »Mit einer verlässlichen zentralen Beschaffung von Masken und Tests muss Minister Spahn jetzt endlich Verantwortung übernehmen, damit wir das Infektionsgeschehen in den Pflegeheimen wieder unter Kontrolle bekommen«, sagte Esken.

Die Infektionen im Pflegebereich seien »einer der wundesten Punkte im Pandemiegeschehen« – »das Virus findet hier besonders viele Opfer«, so die SPD-Vorsitzende. Schon im Sommer habe Spahn der Pflege Massentests versprochen. Insofern sei es »unverständlich, dass hier immer noch große Versorgungslücken klaffen«, kritisierte Esken.

Corona-Fall bei Würzburger Kickers: Zwei Spiele fallen aus

11.45 Uhr: Nach einem Corona-Fall bei den Würzburger Kickers sind die beiden Spiele in der 2. Bundesliga gegen den FC St. Pauli am heutigen Mittwoch und beim SV Darmstadt 98 am Samstag abgesagt worden. Wie der Klub am Mittwoch mitteilte, ist ein Mitglied des Funktionsteams der Lizenzspieler-Mannschaft positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Gesundheitsamt Würzburg hat demnach für das Profi-Team »bis auf Weiteres« Quarantäne angeordnet.

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Montgomery hält Corona-Auflagen mindestens bis Ostern für nötig

11.40 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet im Kampf gegen das Coronavirus mit harten Einschränkungen bis ins Frühjahr. »Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Wir werden mindestens noch bis Ostern mit verschiedenen Lockdown-Maßnahmen leben müssen«, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Modellrechnungen zeigten, dass der Shutdown die Zahl der Neuinfektionen frühestens ab Ende Januar bundesweit unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken werde. Diesen Wert hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als Zielmarke genannt. Die Bürger müssten sich daher auf eine Fortsetzung der strengen Regeln einstellen, die seit diesem Mittwoch gelten und vorerst auf dreieinhalb Wochen befristet sind: »Es wird eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus geben«, sagte Montgomery.

Studie: Ein Fünftel der Weltbevölkerung bis 2022 ohne Zugang zu Corona-Impfung

11.25 Uhr: Mindestens ein Fünftel der Weltbevölkerung könnte bis zum Jahr 2022 keinen Zugang zu einem Corona-Impfstoff haben. Einer am Mittwoch in der Fachzeitschrift »British Medical Journal«  (BMJ) veröffentlichten Studie zufolge haben wohlhabendere Nationen mehr als die Hälfte der potenziellen Impfdosen für 2021 bereits für sich reserviert, obwohl sie nur 14 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Selbst wenn die weltweit 13 führenden Impfstoffhersteller ihre Produktionsziele für das nächste Jahr erreichten und ihre Impfstoffe wirksam und sicher seien, bestehe die Gefahr, dass ärmere Länder abgehängt würden, warnten die Forscher von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in ihrer Studie.

Laut den Forschern, die sich auf öffentlich zugängliche Daten bis Mitte November berufen, wurden weltweit bereits rund 7,4 Milliarden Impfdosen reserviert. Da die meisten Impfstoffe in zwei Dosen verabreicht werden müssen, entspreche dies einer Immunisierung von 3,7 Milliarden Menschen.

Fast 140.000 Impfungen in Großbritannien in der ersten Woche

11.10 Uhr: Eine Woche nach dem Beginn der Massenimpfung gegen das Coronavirus in Großbritannien sind nach Regierungsangaben bisher etwa 138.000 Menschen geimpft worden. »Ein sehr guter Start für das Impfprogramm«, schrieb der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi am Mittwoch bei Twitter . Die Zahl werde noch deutlich zunehmen, da das Netzwerk ausgebaut werde.

In den vergangenen sieben Tagen hätten 108.000 Menschen in England, 18.000 in Schottland, fast 8000 in Wales und 4000 in Nordirland die Dosis erhalten. Zunächst sind über 80-Jährige, Bewohner von Pflegeheimen und besonders gefährdetes medizinisches Personal an der Reihe.

Großbritannien hatte die Impfungen am 8. Dezember begonnen und nutzt das Mittel des Mainzer Unternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer. Ursprünglich hatte die Regierung bis Jahresende mit bis zu zehn Millionen Dosen gerechnet, nun sind es noch fünf Millionen. Für einen umfassenden Schutz muss rund drei Wochen nach der ersten Dosis eine zweite Impfung stattfinden. Insgesamt hat Großbritannien 40 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Mittels bestellt.

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Ministerpräsident Hans: Gesundheitssystem »ernsthaft kurz vor der Überlastung«

11.00 Uhr: Zum ersten Mal in der Corona-Pandemie steht das Gesundheitssystem laut Saarlands Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) »ernsthaft kurz vor der Überlastung«. Krankenhäuser hätten »die Grenzen ihrer Belastbarkeit« erreicht, beim Pflegepersonal gebe es bereits »erhebliche Engpässe«, sagte er am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag in Saarbrücken. »Wenn wir verhindern wollen, dass zu viele Menschen sterben, wenn wir verhindern wollen, dass unsere Ärztinnen und Ärzte, unsere Pflegekräfte vor der Entscheidung stehen, wen sie noch behandeln können, dann müssen wir jetzt handeln.«

Der seit Mittwoch geltende coronabedingte Shutdown sei daher unumgänglich gewesen. »Wir müssen jetzt auf die Bremse treten«, so Hans. Ziel sei eine 7-Tage-Inzidenz von 50 und weniger: »Erst dann haben wir die Pandemie unter Kontrolle.« Und erst dann könnten Einschränkungen wieder gelockert werden.

Lernplattform Mebis in Bayern fällt zum Lockdown-Start aus

10.50 Uhr: Die Lernplattform Mebis in Bayern ist zum Start des Shutdowns am Mittwochmorgen ausgefallen. Die Ursache sei noch unbekannt, sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums. Nach dem Einloggen wurden Wartezeiten von bis zu 15 Minuten angezeigt, doch die Nutzer gelangten auch danach nicht auf die gewünschte Webseite. »Aktuell melden sich sehr viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig an der Lernplattform an. Dadurch kommt es leider zu langen Wartezeiten. Alle anderen Mebis-Teilangebote stehen voll zur Verfügung«, hieß es auf der Website .

Bei Mebis hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Über die staatliche digitale Plattform sollen Bayerns Schüler eigentlich Lerninhalte abrufen, vor allem, wenn wie seit Mittwoch in den Schulen kein Unterricht vor Ort stattfindet. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) steht in der Kritik, weil die Lernplattform zu Stoßzeiten immer wieder störanfällig ist.

Von der Leyen: Alle EU-Staaten bekommen Impfstoff »am selben Tag«

10.33 Uhr: Die EU-Kommission hat bekräftigt, dass sie alle Mitgliedstaaten bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs gleich behandeln wird. Alle 27 EU-Staaten könnten »am selben Tag« mit Impfungen starten, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

»Lasst uns so bald wie möglich gemeinsam mit dem Impfen anfangen, zusammen, als 27, mit einem Start am selben Tag«, sagte von der Leyen am Mittwoch im Europaparlament. »Lasst uns zusammen und geeint mit der Ausrottung dieses furchtbaren Virus beginnen.«

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass sie am 21. Dezember ihr Gutachten zum Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer abgeben will – acht Tage früher als zuvor geplant. Von der Leyen ließ keinen Zweifel, dass sie mit einem positiven Bescheid rechnet. »Endlich wird binnen einer Woche der erste Impfstoff zugelassen werden, damit Impfungen sofort beginnen können«, sagte sie. Weitere Vakzinen kämen nächstes Jahr hinzu.

Die EU-Kommission habe das weltweit breiteste Sortiment an künftigen Impfstoffen zusammengestellt und insgesamt mehr als genug Vakzinen für alle Europäer eingekauft, so von der Leyen.

Klinik in Sachsen muss angeblich Triage anwenden

10.00: Eine Klinik in Sachsen ist aufgrund der Corona-Pandemie angeblich so überlastet, dass sie bereits Entscheidungen treffen musste, welche Corona-Patienten behandelt werden und welche nicht. Diese Auswahl wird Triage genannt. »Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht«, sagte Dr. Mathias Mengel, Ärztlicher Direktor des Klinikum Oberlausitzer Bergland GmbH, bei »t-online« . Ein kleines Team treffe die Entscheidungen kurzfristig. Patienten, die nicht versorgt werden könnten, sollten in andere Kliniken verlegt werden. »Aber wir sind im Epizentrum, manche Häuser nehmen gar nicht mehr auf«, so Mengel.

Die Triage könne auch bedeuten, dass es für einen nicht verlegungsfähigen Corona-Patienten keine entsprechende Hilfe mehr gebe, und das sei auch der Fall gewesen, so Mengel, der darüber am Dienstagabend in einem Bürgerforum gesprochen hatte.

Eine Sprecherin konnte die Aussagen nicht bestätigen. Sie würden noch intern geprüft, sagte sie dem SPIEGEL.

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Konjunkturprognose: keine Rezession durch härtere Corona-Maßnahmen

09.30 Uhr: Der jüngst beschlossene Shutdown wird nach Einschätzung des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) keine tiefe Rezession in Deutschland auslösen. Das liege vor allem an einer recht stabilen Entwicklung der Industrie, betonten die Konjunkturforscher der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Prognose. »Die wirtschaftliche Grunddynamik ist stark genug, und die Stützungspolitik von Regierung und Europäischer Zentralbank wirkt«, sagte IMK-Direktor Sebastian Dullien laut Mitteilung.

Nach einer Stagnation zum Jahresende und im ersten Quartal 2021 werde die deutsche Wirtschaft ab dem Frühjahr 2021 wieder auf Wachstumskurs gehen, heißt es in der Konjunkturprognose. Voraussetzung sei aber, dass die Impfstoffe gegen Covid-19 tatsächlich so wirksam und so schnell verfügbar sind wie derzeit erwartet. Im Jahresdurchschnitt 2021 werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 4,9 Prozent zulegen, nach einem Rückgang um 5,0 Prozent in diesem Jahr. Diese Prognose setze zudem voraus, dass bei den Brexit-Verhandlungen eine Einigung gefunden werde, die allzu drastische Auswirkungen verhindere.

Israel droht Teil-Lockdown

8.08 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel eine von der Regierung gesetzte Grenze überstiegen. Damit drohen in dem Mittelmeerstaat neue Restriktionen.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2862 neue Fälle gemeldet. Vor einer Woche waren 1863 Neuinfektionen registriert worden.

Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte angekündigt, neue Verschärfungen zu erlassen, wenn die Zahl der Neuinfektionen die Marke von 2500 übersteigt. Sollte dies die Neuinfektionen binnen drei Wochen nicht deutlich senken, würde ein neuer Teil-Lockdown verhängt, hieß es.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land hatten die Infektionszahlen nach einem vergleichsweise milden Pandemiebeginn im Sommer massiv zugenommen. Die Regierung will am 27. Dezember mit einer Impfkampagne beginnen.

Eingang eines Lebensmittelmarktes in Tel Aviv: »Keine Panik«

Eingang eines Lebensmittelmarktes in Tel Aviv: »Keine Panik«

Foto: Oded Balilty/ AP

Spahn hält Rückkehr zur Normalität ab Sommer für möglich

7.05 Uhr: Trotz der Aussicht auf die baldige Zulassung eines Impfstoffs werden die Abstands- und Hygieneregeln den Alltag in Deutschland noch einige Zeit bestimmen. So lautet die Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

»Nur weil wir mit dem Impfen beginnen, sehr zeitnah jetzt nach Weihnachten, heißt das nicht, dass damit auch alle Regeln nicht mehr notwendig wären, sondern wir werden bis weit ins nächste Jahr hinein weiterhin auch diese Regeln brauchen«, sagte der CDU-Politiker in einem Interview von RTL und ntv.

Man könne aber zuversichtlich sein, dass es ab dem Sommer Zug um Zug eine Rückkehr in die Normalität geben könne. Der Sommer sei »eine Perspektive, mit der man umgehen kann«.

RKI meldet 952 Coronatote – bisheriger Höchstwert

6.05 Uhr: Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen einem Tag übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

27.728 Neuinfektionen wurden verzeichnet. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, hieß es.

Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die Zahl der täglichen Todesfälle war zuletzt gestiegen, dies war nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet worden.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 23.427.

Bundesweit bis zu 440 Corona-Impfzentren

6.00 Uhr: Für einen baldigen Start von Corona-Impfungen sind in ganz Deutschland regionale Zentren eingerichtet worden, über die Impfungen zunächst gebündelt anlaufen sollen. Bis zu 440 Standorte sollen dafür genutzt werden können. Zehntausende Ärztinnen, Ärzte und weitere Helfer haben sich für Einsätze gemeldet, weiteres Personal wird noch rekrutiert.

Allein in Bayern sollen 99 Impfzentren in Betrieb gehen und bis zu 30.000 Impfungen am Tag vornehmen können, wie das Gesundheitsministerium erläuterte. Ebenfalls bis zu 30.000 tägliche Impfungen peilt Hessen mit 28 Impfzentren an. In Berlin sollen bis zu 20.000 Impfungen am Tag möglich werden, die über sechs Zentren laufen. In Hamburg sollen täglich bis zu 7000 Impfungen machbar sein – in einer Messehalle, in der sieben Zentren je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden können. Rheinland-Pfalz plant bis zu 7200 tägliche Impfungen über 31 Zentren.

Bund und Länder hatten vereinbart, mit den Impfzentren bis Mitte Dezember weitgehend einsatzbereit zu sein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstagabend in der ARD, dies sei auch gelungen, Impfzentren und Impfstrukturen stünden nun bereit.

jok/ala/ptz/jme/fek/kim/AFP/dpa/Reuters