+++ Corona-News am Mittwoch +++ Berliner Testlabore kurz vor Auslastung

In Berlin stehen Labore, die Corona-Tests auswerten, am Rande ihres Leistungsvermögens. Und: Nach einem Rekordtag kündigt Staatspräsident Macron neue Einschränkungen an. Der Überblick.
Emmanuel Macron am 7. Oktober

Emmanuel Macron am 7. Oktober

Foto: POOL / REUTERS

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22.46 Uhr: Die Kapazität der Corona-Labore in Berlin war in der vergangenen Woche bereits zu 95 Prozent ausgeschöpft, so der Rundfunk Berlin Brandenburg. "Die Labore arbeiten im Moment am Limit, um die Ergebnisse möglichst schnell zu liefern", sagte Cornelia Wanke, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), in einem Interview mit rbb24. Sollte die Zahl der eingesendeten Proben in Berlin in den kommenden Wochen weiter zunehmen, sei mit ersten Verzögerungen bei den Befunden zu rechnen.

In der Millionenstadt steigen die Corona-Zahlen seit Tagen sehr schnell. Und seit Dienstag ist klar: Berliner, die im Herbst Urlaub in Deutschland planen, müssen in den meisten Bundesländern bei Anreise wohl bald einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen, damit Beherbergungsbetriebe sie aufnehmen. Diese Regel gilt vielerorts für Gäste aus Orten, in denen es an den vergangenen sieben Tagen je 100 000 Einwohner mehr als 50 nachweislich Infizierte gab. Am Dienstag lag der Wert für Berlin knapp darunter: bei 47,2.

In der Woche bis zum 4. Oktober wurden nach Angaben der Fachgemeinschaft rund 52.500 Proben auf das Coronavirus analysiert. Die Kapazitätsgrenze liegt in Berlin laut Wanke bei 55.080 Tests pro Woche.

Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Frankreich

21.45 Uhr: Frankreich hat mit 18.746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tages-Höchststand erzielt. Der bisherige höchste Wert von 16.972 neuen Fällen des vergangenen Wochenendes wurde damit deutlich überschritten.

Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Staatschef Emmanuel Macron stimmte die Franzosen bei einem TV-Interview am Abend bereits auf zusätzliche Einschränkungen ein. Ins Detail ging der 42-Jährige dabei aber nicht.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie in Frankreich rund 32.500 Menschen. In vielen Städten gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Im Kampf gegen das Coronavirus mussten in Paris und Umgebung Bars und Cafés für zwei Wochen schließen. Wegen der ernsten Corona-Lage hatte Frankreichs Regierung zu Wochenbeginn die "maximale Alarmstufe" in der Hauptstadtregion ausgerufen.

Weltbank: Wegen Corona bis zu 115 Millionen Menschen extrem arm

21.30 Uhr: Ausgelöst durch die Corona-Pandemie steigt die Zahl der weltweit in extremer Armut lebenden Menschen nach Erwartungen der Weltbank um bis zu 115 Millionen Personen. Der Anteil der extrem armen Menschen vergrößere sich in diesem Jahr erstmals seit mehr als 20 Jahren, hieß es in einer Mitteilung.

Bis 2021 könnten demnach 150 Millionen Menschen von weniger als 1,90 Dollar (rund 1,60 Euro) pro Tag leben müssen. 9,1 bis 9,4 Prozent der Weltbevölkerung sei erwartbar extrem arm; durch Corona seien 1,4 Prozent mehr betroffen als ursprünglich erwartet.

Zwei Corona-Fälle bei Eisschnellläufern - Verband verhängt Lockdown

21:01 Uhr: Das Spitzensportteam der deutschen Eisschnellläufer muss nach zwei positiven Corona-Fällen im Trainingszentrum in Inzell komplett in Quarantäne. Das haben Verbandspräsident Matthias Große, seine Generalbevollmächtigte für fachsportliche Aufgaben, Nadine Seidenglanz, sowie Verbandsarzt Gerald Lutz gemeinsam beschlossen, teilte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) mit. "Alle DESG-Sportler, die sich derzeit in Inzell aufhalten, begeben sich in einen Lockdown, bis sie einen negativen Test vorweisen können", zitierte der Verband aus dem Beschluss.

Mit der Maßnahme reagierte die DESG darauf, dass zwei Sportler des Spitzensportteams positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Die betroffenen Personen hätten sich nach Auftreten erster Symptome sofort einem Test unterzogen und sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Die Kontaktverfolgung wurde eingeleitet und das Gesundheitsamt informiert, teilte der Verband mit. Sportler, die bereits wieder aus Inzell an ihre Heimatstützpunkte gereist sind, forderte die DESG auf, sich ebenfalls zu isolieren und schnellstmöglich testen zu lassen. Erst nach negativen Tests dürften sie wieder in Kleingruppen trainieren.

Berlins Regierender Bürgermeister hält Beherbergungsverbot für möglich

20:50 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten auch in der Hauptstadt für denkbar - doch nicht schon jetzt. "Es ist sehr schwer nachzuvollziehen und zu kontrollieren, das muss man auch sagen. Es gibt ja auch Menschen, die privat irgendwo unterkommen. Wie geht man mit der Situation um?", sagte Müller der RBB-"Abendschau".

"Insofern sagen wir, nachdem wir gerade gestern Abend neue Maßnahmen beschlossen haben für Berlin, die teilweise über Maßnahmen auf der Bundesebene hinausgehen, wir wollen das jetzt beobachten und dann gegebenenfalls darauf reagieren, auch mit so einem Beherbergungsverbot. Aber noch haben wir uns darauf nicht verständigt."

Fußball: Nächster Corona-Fall bei Deutschland-Gegner Schweiz

20.05 Uhr: Sechs Tage vor dem Nations-League-Spiel gegen Deutschland beklagt die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft den nächsten Coronafall. Innenverteidiger Manuel Akanji vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund wurde positiv getestet, teilte der Schweizer Verband (SFV) kurz vor Anpfiff des Länderspiels gegen Vize-Weltmeister Kroatien mit. Zuvor war auch der Test beim ehemaligen Bundesligaprofi Xherdan Shaqiri positiv ausgefallen.

Es sei "in Abklärung", welche Auswirkungen diese Entwicklungen im Bezug auf die Nations-League-Spiele gegen Spanien (Samstag) und Deutschland (Dienstag) hätten. Der SFV werde die Faktenlage prüfen, das "weitere Vorgehen" klären und im Laufe des Donnerstags Informationen bekannt geben. Das Spiel gegen Kroatien sei von den positiven Tests nicht beeinflusst.

Akanji befinde sich "präventiv in Isolation" und zeige "keine Symptome", hieß es in der Mitteilung der Schweizer. Der Innenverteidiger habe sich jedoch nicht bei Shaqiri angesteckt. "Der SFV erhielt diesbezüglich ebenfalls vorab mündlich die Information, dass Shaqiris positives Testergebnis wohl auf eine frühere Infektion zurückzuführen ist und er deshalb nicht infektiös ist", hieß es seitens des Verbandes: "Dies ergab sich aus einem zusätzlich durchgeführten Bluttest mit sicherem Nachweis von Antikörpern."

Corona-Hotspot Tunis führt nächtliche Ausgangssperre ein

19.58 Uhr: Wegen stark steigender Coronavirus-Neuinfektionen wird es in der tunesischen Hauptstadt Tunis wieder eine nächtliche Ausgangssperre geben. Ab Donnerstag müssen die Bewohner des gesamten Verwaltungsbezirks an Wochentagen zwischen 20 und 5 Uhr (Ortszeit) zu Hause bleiben, teilte der Gouverneur von Tunis, Schadhli Bualak, am Mittwoch mit. An Wochenenden soll die Ausgangssperre schon ab 18 Uhr abends greifen. Tunis war zuletzt zu einem der Corona-Hotspots des Landes geworden.

Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise nur wenigen Fällen eine radikale landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Maßnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig. Mittlerweile wurden in Tunesien mehr als 24 500 Coronavirus-Infektionen registriert.

Apotheke in der tunesischen Hauptstadt Tunis

Apotheke in der tunesischen Hauptstadt Tunis

Foto: ANGUS MCDOWALL / REUTERS

Der Krisenstab habe dem Innenministerium und dem Präsidenten zudem vorgeschlagen, Märkte und Freitagsgebete auszusetzen sowie Cafés nur noch ohne Sitzmöglichkeiten zu öffnen, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Tap unter Berufung auf Bualak mit. In einigen Städten und Regionen des Landes gelten teils noch strengere Einschränkungen.

Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft in dem nordafrikanischen Urlaubsland. Millionen Tunesier laufen Gefahr, im Zuge der erneuten Einschränkungen ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Bereits vor der Corona-Pandemie steckte Tunesien in einer Wirtschaftskrise.

Bundesregierung stuft Rumänien und Tunesien als Risikogebiete ein

19.20 Uhr: Jede Woche kommen neue Corona-Risikogebiete im Ausland hinzu. Diesmal sind insgesamt elf Länder betroffen. Inzwischen gibt es kaum noch Länder, für die das Auswärtige Amt weder vor Urlaubsreisen warnt noch davon abrät. Die Bundesregierung hat nun ganz Rumänien, Tunesien, Georgien und Jordanien sowie einzelne Regionen in sieben EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Mittwochabend entsprechend.

Darauf sind jetzt auch alle fünf niederländischen Provinzen zu finden, die an Deutschland grenzen. Als letzte kam am Mittwoch Limburg hinzu, Zeeland an der Nordseeküste ist die einzige der zwölf niederländischen Provinzen, die noch kein Risikogebiet ist.

Erstmals wurden Teile der Slowakei zu Risikogebieten erklärt. In Slowenien kam unter anderem die Hauptstadt Ljubljana hinzu, außerdem Regionen in Kroatien, Ungarn, Litauen und Bulgarien. Es wurde erwartet, dass das Auswärtige Amt noch am Mittwochabend für alle diese Gebiete eine Reisewarnung ausspricht.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. 

Das gilt derzeit für 127 Länder ganz und für 15 teilweise. Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU.

Trump hat laut Arzt keine Symptome mehr

19.12 Uhr: US-Präsident Donald Trump weist seinem Arzt Sean Conley zufolge seit 24 Stunden keine Covid-19-Symptome auf. Sein Zustand sei stabil, heißt es in einer Erklärung. Der Präsident sei nunmehr seit mehr als vier Tagen fieberfrei.

Auch die Sauerstoffsättigung in seinem Blut und die Atmung seien gut, hieß es weiter. Der Präsident habe seit dem Beginn seines Krankenhausaufenthalts am Freitag keinen zusätzlichen Sauerstoff verabreicht bekommen. Trump habe am Mittwochmorgen (Ortszeit) gesagt, "ich fühle mich toll", schrieb der Leibarzt.

WHO zeigt sich besorgt über Zunahme von Fällen in der Karibik

17.49 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt über einen Anstieg von Fällen in der Karibik. Die für Nord- und Südamerika zuständige WHO-Direktorin Carissa Etienne nennt dabei ausdrücklich Kuba und Jamaika. Insgesamt habe sich der Grad der Übertragung in mehr als zehn Staaten der Region von moderat auf intensiv verschlimmert. Positiv sei dagegen, dass in Nord- und Südamerika die Zahl der schweren Verläufe abgenommen habe.

Etliche Bundesländer verlangen negative Corona-Tests

17.10 Uhr: Etliche Bundesländer wollen künftig negative Corona-Tests von Urlaubern aus innerdeutschen Risikogebieten verlangen. Das sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Schaltkonferenz von Bund und Ländern. Demnach wollen sich mindestens elf Länder an die Regelung halten.

Nach Angaben Günthers einigten sie sich darauf, dass Reisende aus innerdeutschen sogenannten Corona-Hotspots bei Ankunft in Hotels oder anderen Unterkünften einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Andernfalls greift ein Beherbergungsverbot. Im Gegenzug für diese Änderung entfällt für Reisende zugleich die obligatorische zweiwöchige Quarantäne.

Die Regelung gilt demnach zudem nur für Reisen zu touristischen Zwecken in gewerblichen Beherbergungsbetrieben. Familienbesuche sind ausdrücklich ausgenommen, ebenso Pendelverkehre. Schleswig-Holstein wird die veränderten Vorgaben nach Angaben des Regierungschefs ab Freitag umsetzen.

Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mitgeteilt, dass auch sein Bundesland eine Testpflicht für Reisende aus Hotspots einführt. 

Bei Beherbergungsverbot gibt es Geld zurück

17.10 Uhr: Urlauber bekommen ihr Geld vom Hotel zurück, wenn sie aus einem Gebiet mit hohen Infektionszahlen kommen und wegen des bundesweiten Beherbergungsverbots jetzt Inlandsreisen absagen müssen.

Eine Beherbergung sei aufgrund der Neuregelung nun nicht mehr möglich, sagte der Reiserechtler Paul Degott. Daher gebe es bereits angezahltes Geld in diesem Fall zurück, und es fielen auch keine Stornogebühren an. Dies gelte nicht nur für gebuchte Hotelübernachtungen, sondern auch bei Urlauben in Ferienwohnungen und Ferienhäusern.

Anders sähe es aus, wenn eine Anreise und Unterbringung weiterhin möglich wären, weil es nur eine Quarantänevorschrift am Reiseziel gibt, aber kein Beherbergungsverbot.

Rätselraten um Trumps Maske

17.02 Uhr: Der erkrankte US-Präsident ist zurück im Weißen Haus. Einer seiner engsten Berater wurde jetzt gefragt, ob Trump im Büro einen Mundschutz trägt. Die Antwort lässt Spielraum für Spekulationen.

Kein Alkohol mehr in schottischen Pubs

16.47 Uhr: Pubs und Restaurants in Schottland müssen gut zwei Wochen lang auf den Ausschank von Alkohol verzichten. Ab kommendem Wochenende dürfen die Betreiber nur noch von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends öffnen und neben Essen nur nichtalkoholische Getränke anbieten, wie die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Mittwoch in Edinburgh erklärte.

Die Regeln sollen zunächst zeitlich befristet bis zum 25. Oktober gelten und die massiv steigenden Fallzahlen in Schottland nach unten drücken. Zuletzt zählte das Land mehr als 1000 Fälle innerhalb eines Tages. Ohne weitere Maßnahmen könne Schottland schnell wieder das Infektionsgeschehen vom Frühjahr erreichen, warnte Sturgeon.

Was Covid-19 und die Grippe verbindet - und was sie unterscheidet

Wegen der Grippe haben wir unser Leben noch nie so eingeschränkt wie jetzt wegen Corona. Warum? Und beeinflusst die Grippeimpfung das Covid-19-Risiko? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Bundesregierung erklärt Dublin zum Risikogebiet

16.17 Uhr: Die Bundesregierung hat nun auch die irische Hauptstadt Dublin zum Risikogebiet erklärt. In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts heißt es nunmehr, vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen" nach Dublin werde aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Die Warnung gilt bereits für mehrere andere Gebiete, in denen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an Neuinfektionen ebenfalls bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt.

Der Transit über den Flughafen Dublin ist weiterhin möglich. Wenn der Transitbereich nicht verlassen werde, sei keine Quarantäne erforderlich, so das Auswärtige Amt.

Hier finden Sie die aktuellen Covid-19-Reisewarnungen  des Auswärtigen Amtes.

Bremen überschreitet kritische Grenze - "Freipark" unterbrochen

16.01 Uhr: Die Stadt Bremen hat erstmals die Grenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das teilten die Gesundheitsbehörden mit. Der Wert liege bei 57,6. Damit gelten in der Hansestadt automatisch schärfere Regeln unter anderem für private Feiern und Großveranstaltungen. Die SPD sagte ihren für den kommenden Samstag geplanten Landesparteitag ab. 

Schon am Dienstag hatten die Behörden eine Zunahme der bestätigten Fälle um 70 für die Stadt Bremen gemeldet. Das war der bislang stärkste Anstieg. Am Mittwoch lag diese Zahl bei 99. Der Senat hatte am Dienstag mehrere Maßnahmen für den Fall beschlossen, dass die 50er-Grenze überschritten wird.

Unter anderem sind alle Veranstaltungen, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, auf maximal 25 Teilnehmer beschränkt. Für Veranstaltungen ohne Alkoholausschank liegt die Grenze bei 100 Teilnehmern. Bislang gelten Obergrenzen von 250 in Innen- und 400 im Außenraum. Für Privatfeiern gilt eine Begrenzung auf 25 Teilnehmer. Für private Feiern in Wohnungen gibt es die "dringende Empfehlung" die Zahl der Gäste auf zehn zu beschränken. Ihren für den kommenden Samstag geplanten Landesparteitag sagte die SPD ab. 

Auch der "Freipark" - die deutlich abgespeckte Ersatzveranstaltung für das Bremer Volksfest Freimarkt - muss sofort unterbrochen werden

Auch der "Freipark" - die deutlich abgespeckte Ersatzveranstaltung für das Bremer Volksfest Freimarkt - muss sofort unterbrochen werden

Foto: Eckhard Stengel / imago images/Eckhard Stengel

Auch für den "Freipark" - die deutlich abgespeckte Ersatzveranstaltung für das Bremer Volksfest Freimarkt - ist mit dem Überschreiten des Grenzwertes zunächst Schluss. Er muss sofort unterbrochen werden. Die Besucherzahlen waren bereits von 6000 auf 3000 reduziert worden.

Die Regelung gilt nur für Stadtgemeinde Bremen und nicht für das zum Bundesland Bremen gehörende Bremerhaven. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte am Dienstag betont, dass die Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen "in keinster Weise" besorgniserregend sei.

Ausbruch in Heim für Demenzkranke in Baden-Württemberg

15.32 Uhr: In einem Pflegeheim in Baden-Württemberg haben sich 24 von 29 Bewohnern mit dem Coronavirus angesteckt. Außerdem sind sieben Mitarbeiter der Einrichtung in Freudental infiziert, wie Geschäftsführerin Andrea Nisi-Binder mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Bei der Einrichtung handelt es sich um ein Kompetenzzentrum für hoch demente Menschen. Die negativ getesteten Bewohner wurden in einen abgetrennten Bereich verlegt. Die Infizierten zeigten zunächst nur leichte Symptome. Das Bürgermeisteramt hat ein Besuchsverbot und eine Ausgangssperre für die Bewohner angeordnet.

Die Demenzstation liegt im Erdgeschoss eines Gebäudes. In der oberen Etage betreibt der Anbieter ein weiteres Pflegeheim. Von dessen Bewohnern habe sich keiner angesteckt. Nachdem sich am Samstag zwei Mitarbeiter mit einem positiven Testergebnis gemeldet hatten, wurden insgesamt 130 Hausbewohner und Mitarbeiter getestet.

Söder kündigt Beherbergungsverbot für Reisende aus Hotspots an

14.57 Uhr: Urlauber aus innerdeutschen Hotspots ohne negativen Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten. Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. Söder erklärte, dies bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Hotel in Bamberg heißt Gäste ohne Maske willkommen - Polizeieinsatz

14.48 Uhr: Mit dem Satz "Es sind auch Gäste ohne Mund-Nasen-Schutz willkommen" hat ein Hotel in Bamberg für sich geworben. Gar nicht gut, fand die Polizei. Als die Beamten anrückten, gab es einen riesigen Tumult.

Italien verhängt Maskenpflicht im Freien und verlängert den Notstand

14.35 Uhr: Italien verlängert den Ausnahmezustand bis Ende Januar 2021, wie ein Regierungsvertreter sagt. Zudem gilt nach Angaben des Gesundheitsministeriums landesweit im Freien nun eine Maskenpflicht. Damit soll die steigende Zahl von Neuinfektionen gebremst werden.

Dänemark verlängert Maßnahmen bis Ende Oktober

14.23 Uhr: Die in Dänemark geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung werden bis zum 31. Oktober verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke bekannt.

Nach einem vorherigen Anstieg der dänischen Infektionszahlen hatte die Regierung in Kopenhagen Mitte September neue Beschränkungen eingeführt. Restaurants, Cafés und Kneipen in ganz Dänemark müssen seitdem bereits um 22 Uhr schließen. Zudem muss man seither in allen Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die maximale Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen wurde auf 50 herabgesetzt, das wurde später auch auf private Veranstaltungen etwa in Restaurants erweitert. Arbeitnehmer werden aufgefordert, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten. Soziale Kontakte sollen die Dänen generell begrenzen und den öffentlichen Nahverkehr in Stoßzeiten meiden.

Mittlerweile haben sich die Zahlen in Dänemark wieder etwas gebessert. Dies sei jedoch kein Grund, um auf dem Weg in die Winterzeit den Griff um das Virus zu lockern, sagte Heunicke. Die Infektionszahlen in der Region um Kopenhagen seien fallend, aber das Niveau sei weiterhin hoch.

Bundesregierung fürchtet "diffuse Verbreitung"

14.02 Uhr: Die Bundesregierung warnt vor einem Verlust der Nachverfolgbarkeit bei der Ausbreitung des Virus. "Wir haben sprunghaft ansteigende Zahlen, insbesondere in einigen deutschen Großstädten, auch in der Hauptstadt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Fälle seien nicht mehr "einem einzelnen Ausbruchsgeschehen" zuzuordnen. Das lasse befürchten, "dass es zu einer weiteren diffusen Verbreitung des Virus kommen kann".

Die Gesundheitsämter müssten weiterhin in der Lage bleiben, Infektionsketten zu verfolgen und zügig zu unterbrechen. "Und mit steigenden Zahlen ist einfach zu befürchten, dass Gesundheitsämter an den Rand oder über den Rand ihrer Fähigkeiten hinaus kommen", sagte Seibert. "Die Pandemie werden wir nur eindämmen können, wenn wir die Infektionsketten erkennen und durchbrechen."

Seibert erinnerte an eine Absprache zwischen Bund und Ländern vom Mai, wonach dort verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden sollten, wo binnen sieben Tage mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auftreten. Einige Landkreise und Städte wie Gütersloh oder München hätten dies erfolgreich getan.

AfD-Abgeordnete verstoßen demonstrativ gegen Maskenpflicht im Bundestag

13.53 Uhr: Mehrere AfD-Abgeordnete haben in der ersten Sitzung des Bundestags nach Anordnung der Maskenpflicht demonstrativ gegen diese Vorschrift verstoßen. Parlamentarier wie Armin Paul Hampel oder Beatrix von Storch betraten den Plenarsaal vor Beginn der Sitzung ohne Mund-Nasen-Schutz und gingen so zur Abgeordnetenbank. Vorbildlich verhielt sich dagegen Fraktionschef Alexander Gauland, der mit Maske kam.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat die Abgeordneten zu Sitzungsbeginn "nachdrücklich", sich an die Auflagen zu halten. "Bitte denken Sie also daran, auch wenn Sie durch den Saal gehen oder sich mal kurz mit einem Kollegen unterhalten wollen, eine Maske zu tragen." Verstöße dagegen bedeuteten auch einen Verstoß gegen die parlamentarische Ordnung. "Die gesundheitliche Gefährdung von Abgeordneten durch das Verhalten anderer Abgeordneten gefährdet die Erledigung der uns aufgetragenen parlamentarischen Arbeit", warnte er.

Als während der folgenden Regierungsbefragung die AfD-Abgeordnete Franziska Gminder ohne Maske in den Plenarsaal kam, forderte Schäuble sie energisch auf, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Er erteilte der Abgeordneten aus Heilbronn eine Ermahnung.

63 Infizierte: Neuer Ausbruch in deutschem Schlachthof

13.37 Uhr: Deutsche Schlachthöfe sind Corona-Hotspots. Nun gab es einen weiteren Massenausbruch im Nordwesten Niedersachsens.

Sprunghafter Anstieg von Infizierungen in der Schweiz

13.18 Uhr: Die Zahl der Ansteckungen ist in der Schweiz sprunghaft angestiegen. Nach durchschnittlich 500 Neuinfektionen in der vergangenen Woche meldete das Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch für die Schweiz und Liechtenstein 1077 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Am Vortag waren es 700 neue Fälle. Die Zahl lag zuletzt im April bei mehr als 1000 Fällen.

Die Schweiz zählt die Infektionen im kleinen Fürstentum Liechtenstein mit. Der Kanton Bern kündigte eine Maskenpflicht beim Einkaufen an. Nur rund die Hälfte der 26 Kantone schreiben eine Maskenpflicht beim Einkaufen vor. In den vergangenen zwei Wochen hatten 5,3 Prozent aller Tests ein positives Ergebnis.

Chef des Uno-Flüchtlingshilfswerks positiv getestet

13.15 Uhr: Der Chef des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Grandi auf Twitter mit. Er nahm deshalb von zu Hause in Genf aus an Beratungen der Organisation teil. "Ich habe nur milde Symptome und hoffe, dass ich mich bald erhole", schrieb Grandi. Der italienische Diplomat leitet das UNHCR seit Anfang 2016.

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Mediziner rufen zur Nutzung der Warn-App auf

13.08 Uhr: "Uns stehen schwierige Monate bevor": In einem offenen Brief haben sich die Verbände der Heilberufe an ihre Kollegen und die Bevölkerung gewandt. Im Winter werde es schwieriger, der Pandemie Herr zu werden.

Polen verzeichnet erstmals mehr als 3000 Neuinfektionen

12.53 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Polen hat erneut einen Rekordwert erreicht. Am Mittwoch verzeichneten die Behörden 3003 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie nie zuvor. "Wir müssen damit rechnen, dass wir in den kommenden Tagen viele Todesfälle haben werden", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Auch in Iran steigt die Zahl der Neuinfektionen erneut

12.51 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Iran ist erneut sprunghaft angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in den vergangenen 24 Stunden über 4000 Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum starben fast 240 Iraner im Zusammenhang mit dem Virus. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar liegt die Zahl der Infizierten bei 483 844, die der Toten bei 27 658, so Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen.

Wegen der hohen Fallzahlen wurde seit letztem Sonntag eine einwöchige Ausgangssperre in mehreren Großstädten verhängt, die voraussichtlich verlängert wird. Besonders schlimm ist die Lage in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. Gesundheitsexperten schlagen Alarm und befürchten insbesondere Engpässe bei der medizinischen Versorgung der Patienten.

Cafés und Bars in Brüssel müssen schließen

12.45 Uhr: Cafés und Bars in der belgischen Hauptstadt Brüssel müssen erneut schließen. Dies entschieden die Bürgermeister der 19 Brüsseler Kommunen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Vorgaben gelten demnach von diesem Donnerstag an für einen Monat. Restaurants dürfen offen bleiben. Schon zu Beginn der Krise war das Gastgewerbe in Belgien monatelang dicht.

Steigende Zahlen in Großbritannien "sehr ernstes Problem"

12.05 Uhr: Die steigenden Infektionszahlen und der hohe Stand der Covid-19-Patienten in englischen Kliniken setzen Großbritannien unter Druck. Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die steigenden Fallzahlen und Krankenhausaufenthalte als ein "sehr ernstes Problem." Die Herausforderung bestehe darin, mit diesem zweiten Gipfel so umzugehen, dass er so wenig Schaden wie möglich verursacht. "Zum Glück wissen wir weit mehr darüber als beim ersten Mal", so der Minister.

Covid-19-Patienten im Krankenhaus: Wenn das Gehirn Schaden nimmt

Gedächtnisschwund, Aufmerksamkeitsstörungen, Koma: Einige Covid-19-Patienten entwickeln neurologische Beschwerden. US-Forscher haben untersucht, wie häufig diese Leiden vorkommen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kanzleramtschef: Großstädte müssen Virus eindämmen

11.11 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun fordert die Großstädte auf, energischer gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen. Es sei zu befürchten, dass durch die schnelle Ausbreitung die Kontaktnachverfolgung von Infizierten nicht mehr zu leisten sei, sagt der CDU-Politiker zu "Bild". "Deshalb ist es jetzt die Aufgabe dieser Großstädte, schnell so wirksame Maßnahmen zu ergreifen, dass die Infektionsketten unterbrochen werden."

Zugleich äußert Braun Verständnis dafür, dass Bundesländer mit niedrigem Infektionsgeschehen versuchten, sich vor einer Ausbreitung des Virus durch Reisende aus Großstädten wie Berlin zu schützen. "Das ist nachvollziehbar, aber kann nur eine Behelfsmaßnahme sein, die ihrerseits viele Probleme hervorruft."

Bund und Länder seien gemeinsam in der Pflicht, die Ausbreitung wirksam zu unterbinden, betonte Braun. "Das entscheidende Mittel dafür ist, die Infektionszahlen so niedrig zu halten, dass die vollständige Kontaktnachverfolgung erhalten bleibt oder in den Hotspots schnellstmöglich wieder erreicht wird."

Neuinfektionen in Tschechien überschreiten 4000er-Marke

10.50 Uhr: In Tschechien spitzt sich die Lage immer weiter zu. Das EU-Land verzeichnete einen neuen Rekord bei den täglichen Neuinfektionen. Am Dienstag kamen 4457 bestätigte Fälle hinzu, wie am Mittwoch aus Behördendaten hervorging. 794 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. "Wir sind in der Phase eines relativ intensiven Anstiegs", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula nach Angaben der Agentur CTK. Der 56-Jährige kündigte an, dass er am Freitag radikalere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus bekannt geben werde. Zudem wolle er dem Kabinett vorschlagen, Medizinstudenten zum Einsatz in den Krankenhäusern zu verpflichten.

Tschechien war relativ glimpflich durch die erste Phase der Pandemie gekommen, wurde aber von der zweiten Welle umso härter getroffen. Manche Beobachter machen dafür die Sorglosigkeit der Menschen im Sommer, andere den Schuljahresbeginn verantwortlich. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Das Auswärtige Amt in Berlin hat für ganz Tschechien eine Reisewarnung ausgesprochen.

Pandemie verursacht Finanzierungsdefizit in öffentlichen Haushalten

10.46 Uhr: Die Pandemie belastet die öffentlichen Haushalte und hat zum ersten Mal seit Jahren ein Finanzierungsdefizit entstehen lassen. Die Einnahmen der Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung gingen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erstmals seit dem Jahr 2012 zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Summe sank demnach um knapp fünf Prozent auf 709,4 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Ausgaben um 8,6 Prozent auf 797,8 Milliarden Euro.

Die Lücke führt zu einem kassenmäßigen Finanzierungsdefizit von 89,8 Milliarden Euro, wie das Bundesamt berichtete. Ein Defizit für die erste Jahreshälfte hatte der öffentliche Gesamthaushalt demnach zuletzt im Jahr 2015 verzeichnet. Die Angaben beziehen sich auf vorläufige Ergebnisse der Kern- und Extrahaushalte der vierteljährlichen Kassenstatistik.

Grund für den Einnahmerückgang seien geringere Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben, erklärte das Bundesamt. Auch die gestiegenen Ausgaben ließen sich hauptsächlich durch höhere Zuweisungen und Zuschüsse in Folge der Pandemie erklären, darunter Soforthilfen für Unternehmen und Zahlungen zur Unterstützung der Krankenhäuser.

Einschränkungen für Demonstrationen in Israel werden verlängert

10.36 Uhr: Das israelische Kabinett hat die im Zuge des Lockdowns geltenden Einschränkungen für Demonstrationen verlängert. Wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mitteilte, wurde bei einer Telefonkonferenz der Minister beschlossen, einen speziellen Notstand bis zum 13. Oktober auszudehnen. Unter diesen fallen auch die Vorschriften für Demonstrationen. Wer protestieren will, darf dies während des geltenden kompletten Lockdowns nur innerhalb eines Umkreises von 1000 Metern von seinem Zuhause und in Gruppen von maximal 20 Menschen.

Begründet wurden die Maßnahmen mit einer möglichen Ansteckungsgefahr. Kritiker bezeichnen sie dagegen als antidemokratisch und sehen sie vor dem Hintergrund des gegen Netanyahu laufenden Korruptionsprozesses. Der Ministerpräsident bestreitet alle Vorwürfe.

An vielen Orten hatte es nach Angaben der Bewegung "Schwarze Flaggen" am Dienstagabend erneut Proteste gegen ihn gegeben. Der Polizei zufolge gab es Verstöße gegen die Corona-Regeln. Netanyahu steht auch wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Viele Israelis sehen es als gescheitert an. Die Arbeitslosigkeit ist hoch.

Die Pandemie war in Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Zahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein zweiter landesweiter Lockdown.

Weltwirtschaft könnte um 4,4 Prozent schrumpfen

10.09 Uhr: Die globale Wirtschaft könnte 2020 wegen der Coronakrise heftig einbrechen. Das ergibt eine Umfrage unter 950 Wirtschaftsexperten aus 110 Ländern. Strittig ist, wie wirksam welche Krisenmaßnahmen sind.

Warum Frauen in der Coronakrise zu "Stoßdämpfern" werden

Mehr Care-Arbeit, drohender Jobverlust, häusliche Gewalt: Frauen sind von den sozialen Folgen der Coronakrise stärker betroffen als Männer. Eine globale Datenanalyse zeigt: Der Staat lässt sie oft allein. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ärztepräsident: Polizei und Ordnungsämter sollen gegen illegale Partys vorgehen

9.46 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat ein konsequentes Vorgehen von Polizei und Ordnungsämtern gegen illegale Partys und Verstöße gegen Infektionsschutzauflagen gefordert. Angesichts der steigenden Neuinfektionen in Teilen Berlins und anderen Großstädten halte er dies für "sehr angemessen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer der "Passauer Neuen Presse".

Wenn es gelinge, Infektionscluster konsequent zu isolieren und Infektionsketten schnell zu unterbrechen, "bleibt die Situation unter Kontrolle", sagte Reinhardt. Er mahnte die Menschen zur Wachsamkeit: "Jeder trägt Verantwortung dafür, einen Lockdown unserer Wirtschaft, Schulschließungen und andere Einschränkungen unseres gesellschaftlichen Lebens zu verhindern." Jeder solle daher sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen, etwa, ob die Geburtstagsfeier in diesem Jahr nicht auch kleiner ausfallen könne.

In Großstädten wie München, Frankfurt am Main und Berlin sind die Infektionszahlen vergleichsweise hoch.

Test-Hersteller Qiagen drückt offenbar im großen Stil seine Steuerlast

9.23 Uhr: Öffentliche Förderung kassieren und gleichzeitig Steuern vermeiden: Der deutsche Corona-Test-Hersteller Qiagen hat Berichten zufolge mit fragwürdigen Methoden seine Einnahmen maximiert.

Neuseeland hat Coronavirus wieder im Griff

9.10 Uhr: Neuseeland hat Angaben der Regierung zufolge die Ausbreitung des Coronavirus zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie in den Griff bekommen. "Das ist ein großer Meilenstein. Die Neuseeländer haben das Virus erneut durch ihr gemeinsames Handeln zum Schweigen gebracht", teilte Gesundheitsminister Chris Hipkins mit. Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung auf, weiter wachsam zu sein, um Rückfälle zu vermeiden. Der Inselstaat im Südpazifik hat seit zwölf Tagen keine lokale Neuansteckung mehr verzeichnet.

Neuseeland mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern ist dank strikter Maßnahmen bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Im Juni hatte sich das Land für coronafrei erklärt und war zu einer relativen Normalität zurückgekehrt.

Im August waren dann aber Infektionen in der Stadt Auckland aufgetreten. In der Metropole wurde umgehend ein neuer Lockdown verhängt, der schrittweise gelockert wurde. Insgesamt hat das Land nach Angaben der örtlichen Behörden seit Beginn der Pandemie rund 1500 Fälle registriert, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Studie zu Dax-Unternehmen: Deutschland ist globales Schlusslicht

8.54 Uhr: Im Ausland werden die Vorstände börsennotierter Unternehmen immer weiblicher. Nirgendwo aber sind so wenige Frauen in Führungspositionen wie in Deutschlands Großkonzernen - und ihre Zahl sinkt sogar.

Berliner Senatorin verteidigt Sperrstunde: Lage ist ernst

8.28 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat die neuen Verschärfungen im Kampf gegen die Pandemie verteidigt. Ab Samstag gelten in der Hauptstadt eine Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen. "Das ist das Nachtleben in Berlin, was uns Probleme bereitet hat in den letzten Tagen und Wochen", sagte Kalayci im RBB-Inforadio. Deswegen hätten sie gezielt Maßnahmen getroffen und gesagt, es sei Schluss damit, nachts Party zu machen.

"Aber insgesamt ist auch die Botschaft: Die Zeit der Geselligkeit ist vorbei. Die Lage in Berlin ist ernst", sagte die Senatorin. Jeder Einzelne trage Verantwortung, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Künftig müssen Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte in Berlin von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr schließen. Im Freien dürfen sich nachts nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten treffen. Drinnen dürfen bei privaten Feiern noch maximal zehn Leute zusammenkommen. Die neuen Regeln gelten zunächst bis Ende Oktober.

Die Krux mit den Antigentests

Im Weißen Haus kommen offenbar regelmäßig Antigentests zum Einsatz - die den aktuellen Ausbruch jedoch nicht verhindert haben. Auch in Deutschland sollen sie bald eingeführt werden. Was bringt das? Lesen Sie hier mehr dazu.

Erstmals mehr als 4000 Neuinfektionen in Tschechien

7.56 Uhr: In Tschechien steigen die Neuinfektionen rasant. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie meldet das Land mehr als 4000 erfasste Fälle binnen eines Tages. Dem Gesundheitsministerium zufolge gibt es 4457 Neuinfektionen und damit deutlich mehr als der letzte Rekord von 3794. Insgesamt hat Tschechien damit seit März 90.022 Infektionen gemeldet und 794 Todesfälle.

Mehr als 2800 Corona-Neuinfektionen - neuer Höchstwert seit April

6.50 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat wieder einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2828 neue Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekannt gab. Das sind über 150 mehr als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der zuvor geltende Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 306.086 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 7.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9562. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 267.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Belgien verschärft Regeln

6.46 Uhr: Belgien verschärft wegen der raschen Ausbreitung des Virus die Regeln. Von Freitag an sollen die Bürger pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen, wie der neue Regierungschef Alexander De Croo am Dienstag in Brüssel mitteilte. Im Café dürfen nur noch vier Leute zusammensitzen. Künftig ist um 23.00 Uhr Sperrstunde. Arbeit von zu Hause aus wird dringend empfohlen.

"Die Lage mit dem Coronavirus in unserem Land ist ernst und besorgniserregend", schrieb De Croo auf Twitter. "Die Ausbreitung des Virus beschleunigt sich. Wir müssen es stoppen." Deshalb müssten die Menschen ihre Kontakte einschränken. "Machen Sie aus Bürgersinn mit, aber vor allem aus Verantwortung für die Verletzlichsten unter uns." Die neuen Regeln gelten zunächst für einen Monat.

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120.000 Studierende haben Überbrückungshilfe beantragt

6.36 Uhr: Fast 120.000 Studierende haben einem Bericht zufolge von Juni bis September Nothilfen bei den Studentenwerken beantragt - teilweise sogar mehrfach. Insgesamt wurden rund 244.000 Anträge gestellt, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf einen abschließenden Bericht des Deutschen Studentenwerks (DSW) berichteten. In 150.000 Fällen wurde die Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) demnach an Studierende in pandemiebedingter Notlage ausbezahlt.

Von den Anträgen entfielen dem Bericht zufolge 30 Prozent auf ausländische Studierende. Insgesamt wurden demnach bisher rund 65 Millionen Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss an Studierende ausbezahlt, insgesamt standen 100 Millionen Euro zur Verfügung. Wie die Funke-Zeitungen unter Berufung auf das DSW berichteten, wurden 63 Prozent der Anträge bewilligt und 36 Prozent abgelehnt. Bei einem Prozent laufen demnach noch Nachfragen.

US-Behörde dämpft Hoffnung auf schnellen Impfstoff

6.32 Uhr: Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump einen Impfstoff noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November in Aussicht gestellt. Das ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA veröffentlichte am Dienstag ihre Richtlinien für die beschleunigte Zulassung eines Impfstoffs. Demnach müssen die Hersteller, die einen Impfstoff in der dritten und letzten Testphase an tausenden Menschen erproben, eine Nachbeobachtungszeit von mindestens zwei Monaten nach der zweiten Impfdosis einplanen, um ausreichend Daten "zur Bewertung des Risiko-Nutzen-Profils eines Impfstoffs" zu erheben.

Die beiden Unternehmen Moderna und Pfizer, die bei den klinischen Studien bislang am weitesten sind, haben die dritte Testphase Ende Juli begonnen. Da die zweite Impfdosis jeweils 28 Tage nach der ersten Dosis verabreicht wird, wäre die von der FDA geforderte Nachbeobachtungszeit bei den allerersten Probanden also Ende Oktober zu Ende. Die Firmen hätten dann aber vermutlich noch keine ausreichende Datengrundlage, um eine Zulassung im Schnellverfahren zu beantragen.

US-Medien berichteten unterdessen, das Weiße Haus habe versucht, Einfluss auf die neuen FDA-Richtlinien zu nehmen. Demnach hielt das Weiße Haus die Nachbeobachtungszeit für unnötig und wollte sie aus den Richtlinien streichen.

jon/kha/sak/asc/mfh/bah/jak/dpa/AFP/Reuters
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