Corona-News am Montag Polizei löst Party auf – Bundesliga-Profi unter den Gästen?

In einem Essener Ausflugslokal hat die Polizei eine Party mit 23 Gästen beendet – darunter angeblich ein Spieler von Borussia Mönchengladbach. Dieser widerspricht der Darstellung. Der Überblick am 18. Januar.
Party trotz Corona (Symbolfoto)

Party trotz Corona (Symbolfoto)

Foto: Paul Zinken / dpa

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+++ Möglicher Verstoß gegen Corona-Ordnung: Gladbach streicht Embolo +++

23.46 Uhr: Wegen eines möglichen Corona-Verstoßes hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach Stürmer Breel Embolo »vorsorglich« aus dem Kader für das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen gestrichen. Das teilte der Club am Montagabend mit. Zuvor sei bekannt geworden, dass der Schweizer Nationalspieler »möglicherweise gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen« habe, hieß es weiter. Damit steht der 23-Jährige nicht im Aufgebot für die Partie am Dienstag.

Nach dpa-Informationen hatte die Polizei Emobolos Personalien bei der Auflösung einer Party in Essen aufgenommen. Dort hatten zahlreiche Personen ohne Abstand und Gesichtsmasken gefeiert. Am späten Abend bestätigte der Schweizer in einer über den Twitter-Account seines Vereins verbreiteten Mitteilung , dass die Polizei seine Personalien aufgenommen habe. Dies sei jedoch in der Wohnung eines Kollegen gewesen, bei dem er Basketball habe sehen wollen.

Diese Wohnung »befand sich in unmittelbaren Umfeld des Lokals, in dem diese Party stattfand«, schrieb Embolo auf Instagram. Und weiter: »Es trifft aber nicht zu, dass ich an einer Party teilgenommen habe. Das ist eine falsche Darstellung.« Bei seinem Kollegen gewesen zu sein, bezeichnete er als Fehler. »Ich hätte nicht dort sein sollen, das war ein Fehler und leider kann ich deshalb morgen im Spiel gegen Bremen nicht dabei sein und das tut mir sehr leid«, schrieb der 23-Jährige.

Auch ins Mannschaftstraining wird Embolo erst wieder einsteigen, wenn negative Corona-Tests von ihm vorliegen, wie die Borussia weiter mitteilte. Worin die möglichen Verfehlungen des Schweizers bestanden, ließ der Verein zunächst offen.

Heil: Schärfere Maßnahmen auch im wirtschaftlichen Interesse

23.08 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil wirbt um Verständnis für eine bevorstehende Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Es sei auch im wirtschaftlichen Interesse, dass diese nun zum Zwecke des Infektionsschutzes für eine begrenzte Zeit nachgeschärft werden, sagt der SPD-Politiker im ZDF. Das hätten alle Experten in der Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten gesagt. Die Bundesregierung könne die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht ignorieren. »Ich will nicht, dass wir unsere gesamte Volkswirtschaft runterfahren müssen.«

Neuer Lieferplan: Weniger Biontech-Impfstoff kommende Woche

22.57 Uhr: Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der am Montag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde.

In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen - bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. Bisher genannt worden waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche Dosen, das entspricht bei sechs möglichen insgesamt 801.450.

In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Angekündigt waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche, das entspräche 801.450 Dosen bei sechs möglichen je Ampulle. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert.

Auch für die darauf folgenden Wochen seien demnach insgesamt weniger Dosen vorgesehen als zunächst angekündigt. Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dem Plan zufolge dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher geplant. An die Länder geliefert werden sollen 906.750 Dosen bezogen auf sechs mögliche je Ampulle. Das entspräche 755.625 bei fünf möglichen Dosen.

Brasilien und Chile starten Corona-Impfkampagne

22.31 Uhr: In Brasilien ist am Montag eine landesweite Impfkampagne gegen das Coronavirus angelaufen. Nach Beratungen mit den Gouverneuren sei entschieden worden, zwei Tage früher als geplant mit den Impfungen zu beginnen, sagte Gesundheitsminister Eduardo Pazuello. Alle 27 Bundesstaaten würden nun mit Impfstoff versorgt und könnten dann sofort mit der Verabreichung des Mittels beginnen.

Zwei Impfstoffe hatten am Sonntag in Brasilien eine Notfallzulassung erhalten. Die Aufsichtsbehörde Anvisa gab grünes Licht für das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel CoronaVac und das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca. Vorerst ist aber nur der CoronaVac-Impfstoff in Brasilien verfügbar.

Auch in Chile begann am Montag die landesweite Corona-Impfkampagne. Als erstes sollen Menschen über 80 Jahren sowie Patienten mit chronischen Erkrankungen immunisiert werden. Die chilenischen Behörden hatten Mitte Dezember dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer die Zulassung erteilt.

Polizei löst Party auf – Fußballprofi unter Partygästen?

22.25 Uhr: Eine Party mit 23 Männern und Frauen hat die Polizei am Wochenende in einem eigentlich coronabedingt geschlossenen Ausflugslokal am Essener Baldeneysee aufgelöst. Wie die Polizei berichtete , hatten die Beamten am frühen Sonntagmorgen 15 Frauen und acht Männer im Alter von 21 bis 41 Jahren angetroffen. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der WAZ, dass unter den Männern auch ein Profifußballer einer Mannschaft aus der 1. Bundesliga war.

Laut »Bild«-Zeitung soll es sich um den Stürmer Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach handeln. Der Verein hat den Schweizer Nationalspieler vorsorglich aus dem Kader für das Spiel gegen Werder Bremen am Dienstag gestrichen. Embolo habe »möglicherweise gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen«, heißt es aus Mönchengladbach. Der 23-Jährige werde erst wieder am Mannschaftstraining teilnehmen, wenn negative Coronatests von ihm vorlägen.

Die Männer und Frauen hätten sich offensichtlich zu einer Party verabredet, erklärte die Polizei. »Es wurden weder Abstände eingehalten noch eine Mundnasenbedeckung getragen«, sagte der Sprecher. Eine üblicherweise von Passanten einsehbare Glasfront war mit rotem Tuch vor neugierigen Blicken geschützt. Die Beamten entdeckten außerdem leere Gläser, alkoholische Getränke, Wasserpfeifen, Snacks und eine Musikanlage. Keiner der Feiernden sei in Essen wohnhaft, hieß es weiter. Sie seien größtenteils aus dem Raum Düsseldorf, Köln und Stuttgart gekommen. Alle 23 erhielten eine Anzeige und mussten das Lokal anschließend verlassen.

Die Party flog auf, nachdem sich Anwohner über lautstarke Musik und Stimmen beschwert hatten. Bei einem ersten Einsatz gegen Mitternacht hatten die Polizisten noch keine Hinweise auf eine große Party entdecken können. Erst bei einem zweiten Einsatz zweieinhalb Stunden später wurde dann die Feier entdeckt.

Euro-Finanzminister bekennen sich zu Staatshilfen

22.13 Uhr: Die Finanzminister der Euro-Mitgliedsländer bekennen sich zu weiteren Hilfen für die Wirtschaft während der Krise. Hierbei gebe es einen »sehr starken Konsens«, sagt Eurogruppen-Chef Paschal Donohoe nach einem Gespräch mit seinen Ministerkollegen.

Kommission kritisiert China und WHO für anfängliche Pandemie-Maßnahmen

21.44 Uhr: Eine unabhängige Untersuchungskommission zur weltweiten Reaktion auf die Pandemie kritisiert die anfänglichen Maßnahmen Chinas und der Weltgesundheitsorganisation WHO als schleppend. Die Regierung in Peking hätte im Januar 2020 entschlossener Maßnahmen ergreifen können, erklärt die Expertengruppe, die von der ehemaligen neuseeländischen Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf geleitet wird. Die WHO hätte demnach ihrerseits nicht bis zum 30. Januar warten sollen, bis sie einen internationalen Notfall ausruft. Ein endgültiger Bericht soll im Mai folgen.

EU-Gipfel soll über Impfpass und Impf-Privilegien beraten

20.33 Uhr: Die Frage eines europäischen Corona-Impfpasses und möglicher Privilegien für Geimpfte wird Thema beim EU-Videogipfel am Donnerstag. »Der Prozess des Impfens eröffnet die Debatte über Zertifikate«, schrieb EU-Ratschef Charles Michel in seinem Einladungsschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs. »Wir werden die Angemessenheit eines gemeinsamen Vorgehens diskutieren sowie, falls das passend ist, die Frage, unter welchen Umständen Ausweise genutzt werden könnten.«

Ob Geimpfte praktische Vorteile haben sollen – etwa Zutritt zu Kinos oder Restaurants oder vereinfachtes Reisen – ist unter anderem in Deutschland umstritten. Griechenland hatte sich dafür stark gemacht, einen in ganz Europa anerkannten Impfpass einzuführen und Geimpften Urlaubsreisen zu erleichtern. Andere EU-Staaten sehen das skeptisch, solange Impfstoff knapp ist und erst wenige Menschen den schützenden Piks bekommen können.

Michel schrieb: »Die Beschleunigung der Impfungen in der EU ist unsere absolute Priorität.« Beim Gipfel werde die EU-Kommission den Stand der Impfstofflieferungen, der Steigerung der Produktionskapazität und bei der gerechten Verteilung darlegen. Die EU-Staaten könnten sich dann über ihre Erfahrungen austauschen. Angesichts der Coronavirus-Mutationen sei zudem höchste Wachsamkeit geboten. Es gelte, Tests und Nachverfolgung aufrecht zu erhalten, doch Grenzübertritte in der EU weiter zu ermöglichen.

New Yorks Gouverneur fragt Pfizer direkt nach Corona-Impfdosen

19.57 Uhr: Angesichts einer schleppenden Verteilung bei den Corona-Impfdosen will New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo Nachschub direkt beim Pharmariesen Pfizer kaufen. Zwar habe Washington neue große Lieferungen der Vakzine versprochen, schrieb Cuomo in einem Brief an Pfizer-Chef Albert Bourla. »Bis heute hat die Bundesregierung ihr Versprechen allerdings nicht eingehalten. Tatsächlich wird New York diese Woche nur 250.000 Dosen erhalten, 50.000 weniger als in der Vorwoche.«

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Da Pfizer und der deutsche Hersteller Biontech nicht Teil des US-Programms »Warp Speed« sind, habe die Firma nach Ansicht Cuomos die Möglichkeit, das begehrte Mittel auch direkt an Bundesstaaten zu verkaufen. Bislang sind offiziellen Angaben zufolge eine Million Impfungen im Staat New York verabreicht worden – das entspricht etwa jedem Zwanzigsten der knapp 20 Millionen Menschen. Die Behörden befürchten, dass zäh eintrudelnder Nachschub der Impfungen die langsam an Fahrt aufnehmende Kampagne behindern könnte.

Spanien mit Höchstwert von mehr als 84.000 Corona-Neuinfektionen 

19.45 Uhr: In Spanien ist die Zahl der Neuinfektionen an einem Wochenende auf einen Höchstwert von 84.287 gestiegen. Von Freitag bis Montag seien zugleich 455 Menschen an oder mit Corona gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Abend weiter mit. Am Wochenende zuvor waren noch 61.422 Infektionen und 401 Todesopfer gezählt worden. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf knapp 380. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei 134.

Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen verschärften die autonomen Gemeinschaften des Landes, die deutschen Bundesländern ähneln, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter. Auch die Anfangszeiten der nächtlichen Ausgangssperren wurden – wo noch nicht geschehen – auf 22 Uhr vorgezogen. Diskutiert wird, Ausgangssperren auch schon ab 20 Uhr anzuordnen. Eine Rückkehr zu Ausgangssperren rund um die Uhr wie in der ersten Corona-Welle im Frühjahr lehnt die Regierung in Madrid jedoch ab.

Landesweit gelten verschiedene Regeln, da jede Gemeinschaft dies in einem festgelegten Rahmen selbst entscheiden kann. Gaststätten dürfen meist entweder nur noch außer Haus verkaufen oder im Freien servieren. Viele Fitnessclubs sind geschlossen, Theater, Konzertsäle und Kinos dürfen, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil ihrer Plätze besetzen. In manchen Regionen, wie etwa auf Mallorca, sind Zusammenkünfte mit Menschen, die nicht im selben Haushalt leben, ganz verboten, in anderen sind sie auf vier Personen beschränkt.

USA erinnern an fast 400.000 Corona-Tote

19.40 Uhr: Einen Tag vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden erinnern die USA am späten Dienstagnachmittag (Ortszeit) an die bislang rund 400.000 Corona-Toten im Land. Geplant ist unter anderem eine Lichtinstallation am Lincoln Memorial im Herzen der Hauptstadt Washington. Städte im ganzen Land werden ebenfalls an die Toten erinnern. Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl von Corona-Opfern weltweit.

Ebenfalls am Dienstag wird der US-Senat mit dem Bestätigungsprozess mehrerer nominierter Minister der künftigen Biden-Regierung beginnen. So befassen sich Senatsausschüsse mit der Nominierung der designierten Finanzministerin Janet Yellen, des designierten Außenministers Antony Blinken, des designierten Heimatschutzministers Alejandro Mayorkas und des designierten Verteidigungsministers Lloyd Austin. Biden wird am Mittwoch die Nachfolge des abgewählten Präsidenten Donald Trump antreten.

Wer berät Bundesregierung und Länderchefs in der Pandemie?

19.15 Uhr: Bevor Kanzlerin und Länderchefs über den nächsten Shutdown sprechen, holen sie die Meinung von sieben Fachleuten ein. Wer ist Teil des Beratergremiums und vertritt welche Positionen?

Genesene könnten laut Studie länger vor erneuter Corona-Ansteckung geschützt sein

19.10 Uhr: Corona-Kranke können laut einer Studie nach der Genesung auf einen anhaltenden Schutz vor Covid-19 hoffen. Grund dafür seien sogenannte Gedächtniszellen, die auch mehr als ein halbes Jahr nach einer überstandenen Corona-Erkrankung die zur Bekämpfung der Infektion nötigen Antikörper produzieren können. Das geht aus einem von Schweizer und US-Forschern in der Fachzeitschrift »Nature« veröffentlichten Artikel hervor. Die Gedächtniszellen seien »essenziell« für die Wirksamkeit der Corona-Impfungen, heißt es darin.

Untersuchungen von 87 bestätigten Corona-Patienten hätten ergeben, dass die Antikörper nach der Genesung wieder verschwinden. Doch die Reaktion der sogenannten B-Gedächtniszellen sei auch noch gut sechs Monate später vorhanden. Dies lege nahe, dass die Körper von bereits einmal infizierten Menschen »schnell und effizient« auf weitere Infektionen reagieren könnten.

Die Dauer der Immunität gegen Zweitinfektionen mit dem Virus ist eine Schlüsselfrage im weltweiten Kampf gegen die Pandemie. Frühere Studien hatten bereits ein schnelles Verschwinden der Corona-Antikörper belegt und damit Befürchtungen geweckt, dass Impfungen nicht nachhaltig gegen Covid-19 schützen könnten.

WHO-Chef: »Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens«

18.50 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei den Corona-Impfungen die gewaltige Kluft zwischen den reichen und den armen Ländern scharf kritisiert. Während in mindestens 49 wohlhabenden Staaten inzwischen 39 Millionen Dosen verabreicht worden seien, liege die Zahl der gespritzten Dosen in einem der besonders armen Länder bei gerade einmal 25, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zum Auftakt einer mehrtägigen Sitzung des WHO-Exekutivrates.

»Nur 25 Dosen wurden in einem der ärmsten Länder verabreicht, nicht 25 Millionen, nicht 25.000, nur 25«, betonte der WHO-Chef. Das sei nicht hinnehmbar. Um welches Land es sich dabei konkret handelt, sagte er nicht. »Ich muss unverblümt sagen: Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens.«

Die Zahl der bilateralen Verträge reicher Staaten mit den Impfstoffherstellern nehme deutlich zu. Während im vergangenen Jahr 44 solche Kontrakte geschlossen worden seien, seien es in den ersten Tagen des Jahres 2021 bereits zwölf, sagte Tedros. Diese »Ich-Zuerst-Haltung« gefährde nicht nur die Bevölkerung in den armen Ländern, sondern werde zu einer Verlängerung der Dauer der Pandemie führen, warnte Tedros.

Er appellierte an die reichen Länder, die sich viel Impfstoff gesichert hätten, ihre Zusagen einzuhalten. Die Gruppe der führenden Wirtschaftsmächte (G20), zu der auch Deutschland zählt, hatte sich im November 2020 zu einer gerechten Verteilung der Impfstoffe verpflichtet. Die von der Weltgesundheitsorganisation getragene Initiative Covax will sich darum kümmern, dass arme Länder nicht benachteiligt werden.

Mehr als 20 Verdachtsfälle von Corona-Mutation in Flensburg

18.40 Uhr: In Flensburg sind mehr als 20 Verdachtsfälle von mutierten Coronaviren festgestellt worden. Es handle sich um Laborergebnisse, die jetzt an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin gingen, sagte Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf der Nachrichtenagentur dpa. Dabei solle bestätigt und festgestellt werden, um welche Mutation es sich genau handele. Zuvor hatte das »Flensburger Tageblatt« online berichtet.

Die Ergebnisse aus Berlin werden laut Teschendorf Mitte der Woche erwartet. Erst dann werde es Klarheit geben, ob es sich tatsächlich um die Variante handelt, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war. Sie steht im Verdacht, besonders ansteckend zu sein.

Am Samstag hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde mitgeteilt, dass eine Coronavirusprobe nach Angaben aus Berlin mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil dieser Viruslinie sei. Das Kieler Gesundheitsministerium hatte bereits am Vortag bekannt gegeben, dass die in Großbritannien verbreitete und auch in Dänemark nachgewiesene Mutation des Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit Schleswig-Holstein erreicht habe.

Mehrere Proben aus dem nördlichsten Bundesland seien zur Abklärung in Berlin. »Einzelne Nachweise sowie Hinweise auf eine hohe Wahrscheinlichkeit des Vorliegens der neuen Variante wurden bestätigt«, hieß es.

Gäste von illegaler Party wollen von Corona nichts gewusst haben

18 Uhr: Pandemie? Welche Pandemie? In der englischen Stadt Basingstoke sind sechs Menschen bei einer unerlaubten Feier erwischt worden. Die Ausrede der Gäste machte die Polizei sprachlos. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Großbritannien meldet mehr als vier Millionen Geimpfte

17.11 Uhr: In Großbritannien sind inzwischen mehr als vier Millionen Menschen geimpft. Die Gesundheitsbehörde Public Health England verzeichnet für das ganze Land zudem 37.535 Neuinfektionen und 599 neue Todesfälle. In Großbritannien leben etwa 66,7 Millionen Menschen.

Corona-Ausbruch in Pflegeheim kurz nach Impfaktion

17.06 Uhr: Wenige Tage nach Corona-Impfungen in einem Alten- und Pflegeheim im schleswig-holsteinischen Itzstedt ist dort inzwischen bei 33 Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Es hätten sich 25 Bewohner und acht Mitarbeiter des »Hauses Itzstedt« infiziert, teilte eine Sprecherin des Kreises Segeberg nördlich von Hamburg mit. Wie der Erreger ins Heim kam, sei unklar. Die Impfaktion habe am 9. Januar stattgefunden.

Die ersten Corona-Fälle seien am 13./14. Januar festgestellt worden. Ein Impfschutz entstehe in so wenigen Tagen noch nicht, erläuterte auf Nachfrage der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher. Zuvor hatten die »Kieler Nachrichten« berichtet.

Söder spricht sich gegen schärferen Shutdown aus

Markus Söder: »Die Zahlen in Bayern entwickeln sich verhalten positiv«

Markus Söder: »Die Zahlen in Bayern entwickeln sich verhalten positiv«

 

Foto: Daniel Karmann / dpa

16.56 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident lobt die bayerische Strategie in der Coronakrise – und fordert die anderen Länder auf, sich ein Beispiel zu nehmen. Lesen Sie hier mehr.

Bundestag beschließt Verdopplung der Kinderkrankentage

16.06 Uhr: Eltern sollen das Kinderkrankengeld häufiger und auch für die Corona-bedingte Betreuung zu Hause beantragen können. Lesen Sie hier, warum der Opposition die Maßnahme aber zu kurz greift.

Erst rund 6600 Deutsche haben vollen Corona-Schutz

16.01 Uhr: Rund drei Wochen nach dem Covid-19-Impfstart in Deutschland haben mindestens 6581 Menschen die nötige zweite Dosis erhalten. Das geht aus am Montag veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor, die auf den Meldungen der Länder basieren (Stand: 11.00 Uhr). Die erste Dosis haben demnach bislang insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen gespritzt bekommen.

Die höchsten Quoten bezogen auf die erste Dosis weisen im Bundesländer-Vergleich Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf (je 2,3 Prozent), die niedrigste hat Baden-Württemberg (1 Prozent). Weil es bislang nur begrenzte Mengen an Impfstoff gibt, werden derzeit bevorzugt Pflegeheimbewohner sowie Berufsgruppen wie Mediziner und Pflegekräfte geimpft.

Kap Verde zieht sich von Handball-WM zurück

15.10 Uhr: Ein Debüt zum Vergessen: Das Handball-Team von Kap Verde bricht die erste WM-Teilnahme in seiner Geschichte ab. Der Grund: Die Ersatzspieler für die Corona-Infizierten kamen nicht rechtzeitig in Ägypten an. Lesen Sie hier mehr.

Tschentscher für längeren und verschärften Lockdown

15.05 Uhr: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) geht von einer Verlängerung und Verschärfung des geltenden Corona-Lockdowns aus. Die bisherigen Maßnahmen hätten noch nicht dazu geführt, dass die Zahl der Neuinfektionen ausreichend gesunken sei, sagte er mit Blick auf die anstehenden Beratungen der Länder-Regierungschefs am Dienstag. Hinzu komme das Risiko neuer Virusvarianten, deren Auswirkungen für Deutschland noch unklar seien. »Ich gehe deshalb davon aus, dass wir den Lockdown verlängern und an einigen Punkten schärfen müssen.«

WHO fürchtet »sehr bald« mehr als 100.000 Covid-Tote pro Woche

15 Uhr: Weltweit rechnet die Weltgesundheitsorganisation WHO »sehr bald« damit, dass die Zahl der an oder mit Covid-19 verstorbenen Menschen die Marke von 100.000 pro Woche überschreitet. Vergangene Woche seien es 93.000 gewesen, sagt WHO-Experte Mike Ryan. In Europa stabilisiere sich derzeit die Zahl der Infektionen und Todesfälle auf einem hohen Niveau. Aktuell würden 47 Prozent aller Toten auf dem amerikanischen Kontinent gezählt. Die epidemiologische Situation sei dynamisch und werde durch die Mutationen verkompliziert.

Norwegen lockert Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche

14.56 Uhr: Norwegen behält die meisten seiner Corona-Maßnahmen bei, lockert aber einige Beschränkungen für Kinder und Jugendliche. Unter anderem können Jüngere im Alter bis zu 20 Jahren nun wieder wie normal zum örtlichen Training oder zu anderen Freizeitaktivitäten gehen – in der Halle oder unter freiem Himmel. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg bekannt. Wettkämpfe sollten dagegen noch nicht wieder stattfinden.

Auch die ausdrückliche Empfehlung, keinen Besuch im eigenen Heim zu empfangen, fällt nun weg. Das bedeutet, dass die Norweger wieder bis zu fünf Gäste zu Hause begrüßen dürfen. Sie sollten soziale Kontakte aber weiter begrenzen, mahnte Solberg an. Auch wenn es so aussehe, dass die Maßnahmen Wirkung zeigten, sei die Corona-Lage weiter unsicher.

Bund schließt Grenzkontrollen nicht aus

14.47 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie schließt die Bundesregierung auch nationale Grenzkontrollen nicht aus. Für die Bund-Länder-Gespräche am Dienstag lägen derzeit alle denkbaren Optionen auf dem Tisch, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag in Berlin.

Ob und inwieweit eine entsprechende Entscheidung getroffen werde, bleibe aber den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten vorbehalten. Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine einheitliche europäische Corona-Strategie angemahnt. »Sollte dies weiter nicht gelingen, wären Grenzkontrollen sinnvoll.«

Athen erwägt Öffnung griechischer Skigebiete

14.38 Uhr: Der Corona-Stab der griechischen Regierung will bei seinem nächsten Treffen am Freitag erörtern, ob es möglich ist, die Skigebiete des Landes zu öffnen. Bisher sind Reisen innerhalb Griechenlands den Bürgern wegen Corona bis auf wenige Ausnahmen wie etwa den Weg zur Arbeit verboten. Diese Maßnahme stehe derzeit zur Diskussion, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Adonis Georgiadis, dem Fernsehsender Skai. »Wenn die Epidemie es zulässt, haben wir dann unter anderem vor, die Skigebiete zu öffnen, da es sich dabei um saisonale Betriebe handelt, die ohne Reisefreiheit nicht arbeiten können.«

Griechenland hat rund 25 Skigebiete, das bekannteste davon im Parnass-Gebirge rund zwei Autostunden nordwestlich von Athen. Bisher liegen die Aktivitäten dort weitgehend flach, weil die Menschen nicht anreisen dürfen. Allerdings ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Griechenland derzeit aufgrund eines monatelangen strengen Lockdowns relativ niedrig, sodass jetzt erste Lockerungen vorgenommen werden.

RKI bestätigt – Montagszahlen unvollständig

14.11 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt, dass die an diesem Montag gemeldeten Infektionszahlen nicht komplett sind. Rheinland-Pfalz habe Daten unvollständig übermittelt, teilt das RKI mit. Bayern selbst nennt nun 1445 Neuinfektionen statt der auf der RKI-Seite genannten 269. Unklar bleibt, ob weitere Länder vorliegende Daten nicht komplett weitergeleitet haben.

Linke pocht auf 100 Euro Corona-Zuschlag für sozial Schwache

13.29 Uhr: Die Linkspartei pocht darauf, die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie stärker sozial zu flankieren. Für alle, die Sozialleistungen beziehen, müsse es einen »sofortigen Corona-Aufschlag von 100 Euro geben«, sagte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler am Montag in Berlin. »Wir stehen für einen solidarischen Lockdown«, hob er hervor. Auch das Kurzarbeitergeld müsse erhöht werden.

»Pandemietreiber-Situationen« sieht Schindler derzeit vor allem in der Arbeitswelt. »Da ist der entscheidende Fokus hinzuverlegen«, forderte der Linkenpolitiker mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. Dagegen spielten private Partys aus seiner Sicht derzeit eine geringere Rolle, äußerte er sich skeptisch zu möglichen Effekten einer nächtlichen Ausgangssperre.

Slowakei startet neue Massentestungen

13.10 Uhr: In der Slowakei ist eine neue Runde landesweiter Massen-Coronatests angelaufen. Die Regierung habe beschlossen, den derzeitigen Lockdown mit Massentests zu flankieren, sagte Regierungschef Igor Matovic. Anschließend werde es in besonders betroffenen Regionen zusätzliche Maßnahmen geben, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Die neueste Testrunde soll bis Dienstag kommender Woche laufen. Anschließend sollen Slowaken im Alter zwischen 15 und 65 Jahren, die einen negativen PCR- oder Schnelltest vorweisen können, sich ohne Auflagen frei bewegen können.

In den am schwersten betroffenen Regionen soll später eine dritte Runde von Massentests stattfinden. Ab dem 3. Februar soll es dort nur mit einem negativen Testergebnis möglich sein, beispielsweise zur Arbeit zu gehen.

Auch wenn sich die Situation inzwischen langsam etwas verbessere, würde es ohne Massentest Wochen dauern, bis die Corona-Maßnahmen allmählich gelockert werden könnten, begründete Gesundheitsminister Marek Krajci den Schritt. Anfang November waren in dem kleinen EU-Land bereits 3,6 Millionen der 5,4 Millionen Einwohner auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Nobelhotels in St. Moritz unter Quarantäne

13.05 Uhr: Im Schweizer Nobelskiort St. Moritz haben die Behörden zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt, nachdem eine hochansteckende Coronavirus-Variante festgestellt wurde. Rund 95 Gäste und 300 Angestellte dürfen die Hotels Badrutt's Palace Hotel und Grand Hotel des Bains Kempinski vorerst nicht verlassen, nachdem in den beiden Hotels rund ein Dutzend Infektionen festgestellt wurden. Zudem wurden die Schulen und Skischulen geschlossen sowie das verpflichtende Tragen von Schutzmasken angeordnet.

Prozess um Corona-Hotspot Ischgl startet im April

13.00 Uhr: Im Justizstreit um etliche Corona-Infektionen im Tiroler Skiort Ischgl ist für April vor einem Wiener Gericht die erste mündliche Verhandlung angesetzt. Das teilte der Vorsitzende des Verbraucherschutzvereins (VSV) Peter Kolba mit.

Bis dahin würden weitere hundert Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich eingereicht, so Kolba: »Wir sind für jahrelange Verfahren gerüstet, ob die Marke Ischgl jahrelangen Streit aushält, muss Tirol beurteilen.« Die Kläger wollen Schadensersatz. Bei der Verhandlung sollen auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie zwei Minister als Zeugen aussagen.

Bei dem Verein haben sich nach eigenen Angaben Tausende Menschen gemeldet, viele davon aus Deutschland, die sich Anfang vergangenen Jahres bei Aufenthalten in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Bei der Verhandlung am 9. April soll es um den Fall eines in Ischgl infizierten und dann gestorbenen Österreichers gehen. Der Verein plane zudem, im Frühjahr eine Sammelklage zu organisieren.

Ischgl galt im März 2020 als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Expertenkommission hatte zwischenzeitlich festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Der Staat Österreich hatte in einer Klagebeantwortung jegliches schuldhafte Handeln der Behörden bestritten.

Trotz Corona-Ausgangssperre: nächtliche Krawalle in Tunesien

12.45 Uhr: Nach dreitägigen nächtlichen Ausschreitungen gegen die geltende Corona-Ausgangssperre sind in mehreren Städten Tunesiens insgesamt mehr als 600 Menschen festgenommen worden. 632 Protestierende insbesondere im Alter zwischen 15 und 25 Jahren seien in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Szene nach den Ausschreitungen in der Hauptstadt Tunis

Szene nach den Ausschreitungen in der Hauptstadt Tunis

Foto: FETHI BELAID / AFP

Die Randalierer hätten teilweise Reifen und Mülltonnen angezündet, um den Sicherheitskräften den Weg zu versperren. In mehrere Städte wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums das Militär entsandt.

Die Randalierer hatten sich der Ausgangssperre drei Nächte in Folge widersetzt. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar, doch leidet Tunesien auch zehn Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine el-Abidine Ben Ali unter politischer Instabilität, Korruption und einer desolaten Wirtschaftslage.

Die Coronakrise sorgt für weitere Preissteigerungen, die bereits hohe Arbeitslosigkeit verfestigt sich. Ein Drittel der jungen Leute ist inzwischen ohne Arbeit.

Polizei löst Hochzeitsfeier mit 60 Gästen auf

12.26 Uhr: Die Polizei hat in Gelsenkirchen eine Hochzeitsfeier mit mindestens 60 Gästen aufgelöst. Die Teilnehmer hätten Platzverweise und Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung bekommen, teilte die Polizei am Montag mit. Zeugen hatten am Sonntagnachmittag die Polizei alarmiert, weil sie zahlreiche Feiernde auf der Straße bemerkt hatten. In einer Wohnung unter der Adresse fanden die Beamten dann etwa 60 Teilnehmer der Feier.

Bayern verschiebt alle Schulabschlussprüfungen

12.12 Uhr: Erst das Abi, jetzt auch alle anderen Abschlussprüfungen: Bayern hat angekündigt, sämtliche Examen in diesem Schuljahr um mindestens zwei Wochen nach hinten zu verschieben. Lesen Sie hier mehr.

Niedersachsen ist für Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar

11.03 Uhr: Vor dem Bund-Länder-Treffen zum Kurs in der Coronakrise hat sich die niedersächsische Landesregierung für eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar ausgesprochen. Von einer Verschärfung der Maßnahmen halte das Bundesland indes gar nichts, sagte Staatssekretär Jörg Mielke am Montag in einer Sondersitzung des Sozialausschusses. »Wir werden keine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen vorschlagen.« Wie Mielke sagte, drohten sonst Akzeptanzprobleme. »Wir stellen fest, wir sind dabei, die Schrauben zu fest zuzudrehen.« Auch eine nächtliche Ausgangssperre finde keine Unterstützung aus Niedersachsen.

Bund und Länder beraten am Dienstag, ob der aktuell bis Ende Januar geltende Lockdown verlängert oder noch verschärft werden muss.


Spahn will mehr Corona-Tests für Berufs- und Grenzpendler

11.03 Uhr: Wegen der Furcht vor einer Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen fordert Gesundheitsminister Jens Spahn verstärkte Tests von Berufs- und Grenzpendlern. Es müsse verhindert werden, dass hochansteckende Virusvarianten nach Deutschland hineingetragen würden, sagte der CDU-Politiker in Berlin und verwies vor allem auf die Lage in Tschechien. Zugleich forderte er den US-Pharmakonzern Pfizer auf, sich bei der Lieferung von Impfstoff an die zugesagten Mengen und Daten zu halten.

Beim Haareschneiden ertappt: Polizei löst Treffen mit Friseur auf

10.35 Uhr: In einem Geschäftshaus im nordrhein-westfälischen Schwerte haben Polizisten 20 Menschen, abgeschnittene Haare und Drogen entdeckt. Die Beamten hätten einen Hinweis auf das Haus erhalten und sich am Freitagnachmittag in dem Gebäude umgeschaut, teilte die Polizei am Montag in Unna mit. Im Keller stießen sie dann auf die 20 Menschen, die keine Schutzmasken trugen und auch den Corona-Sicherheitsabstand nicht einhielten.

Auf dem Boden lagen abgeschnittene Haare, auf den Tischen fanden die Polizisten Friseurbedarf vor. Außerdem stießen die Einsatzkräfte in dem Haus auf diverse Drogen. Drei Menschen wurden vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Beamten leiteten zudem Verfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung ein.

170 Teilnehmer bei Gottesdienst in Berlin angetroffen

10.30 Uhr: Mehr als 170 Menschen hat die Berliner Polizei am Samstagabend in einer Kirche im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen angetroffen. »Offenkundig sollte in der Kirche ein Gottesdienst abgehalten werden«, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Der Veranstalter hatte mit einer Teilnehmerzahl im niedrigen zweistelligen Bereich gerechnet, wie er gegenüber den Beamten angab. Für die Veranstaltung lag kein Hygienekonzept vor, Anwesenheitslisten wurden nicht geführt.

Zusätzlich zu rund 170 Erwachsenen, deren Personalien von der Polizei aufgenommen wurden, waren auch zahlreiche Kinder anwesend. Laut der Polizeisprecherin nahm der Veranstalter die Hilfe der Beamten bei der Auflösung der Veranstaltung an. Die Polizei ermittelt wegen einer Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung.

Spahn ordnet Suche nach Virusmutationen an

Jens Spahn

Jens Spahn

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

10.24 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn verpflichtet Labors, gezielt nach hochansteckenden Virusmutationen zu suchen. Das sieht eine von Spahn am Montag vorgestellte Verordnung zur Gen-Sequenzierung vor. Ziel ist es demnach, künftig mindestens fünf Prozent der Positivproben auf Gen-Mutationen zu untersuchen. »Wir wollen einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Virusvarianten«, sagte der CDU-Politiker. 

Spahn will mit der verstärkten Gen-Sequenzierung erreichen, dass die Behörden mehr Klarheit gewinnen, wie sich die etwa in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Virusmutationen ausbreiten. Zuletzt hatte es Kritik gegeben, dass dies in Deutschland anders als in Großbritannien und Dänemark bisher kaum untersucht wurde. Die Virusmutationen gelten als deutlich ansteckender. Die Furcht vor einer Ausbreitung der Virusvarianten dürfte auch die Beratungen von Bund und Ländern über neue Corona-Maßnahmen am Dienstag bestimmen.

Die Labors erhalten für den Mehraufwand sowie das Melden der Daten 220 Euro pro Probe. »Es ist vorgesehen, dass bis zu einer durchschnittlichen täglichen Fallzahl von 10.000 Sars-CoV-2 Infektionen bis zu zehn Prozent der positiv getesteten Proben von den Laboratorien, die eine Primärdiagnostik durchführen, an die sequenzierenden Einrichtungen versendet werden können. Überschreitet die durchschnittliche tägliche Fallzahl den Wert von 10.000, soll dieser Prozentsatz auf fünf Prozent reduziert werden«, heißt es in der Verordnung.

SPD-geführte Länder bremsen bei verschärften Corona-Maßnahmen

 09.50 Uhr: Deutschland steht vor einer Verlängerung des Shutdowns. Nach SPIEGEL-Informationen wollen die SPD-geführten Länder eine starre Ausgangssperre verhindern und ​an strengere Bedingungen knüpfen. Diese sollen an Sieben-Tage-Inzidenzen gekoppelt werden. Zudem wolle man vor allem Schulen offen halten. Lesen Sie hier mehr.

Nur 7141 Neuinfektionen? RKI-Angaben offenbar unvollständig

05.50 Uhr: Die vom Robert Koch-Institut (RKI)  am Montag gemeldeten Infektionszahlen sind offenbar unvollständig. Man prüfe derzeit, was der Grund für die wenigen Meldungen etwa aus Bayern oder Rheinland-Pfalz seien, sagte eine Sprecherin des Instituts am Morgen. Das RKI hatte 7141 neue Fälle auf seiner Internetseite gelistet, gut 5000 weniger als vor einer Woche. Auffällig ist allerdings, dass Bayern demnach nur rund 270 Fälle gemeldet hat, nachdem es vor einer Woche am Montag deutlich über 2000 waren. Aus Rheinland-Pfalz waren es nur insgesamt zwei. Auch Schleswig-Holstein meldete auffällig niedrige Zahlen.

Briten kurz vor Impfung der nächsten Bevölkerungsgruppe

09.29 Uhr: In Großbritannien startet laut der Regierung in Kürze die Impfung der nächsten Bevölkerungsgruppe. In einigen Bereichen, wo bereits die Mehrzahl der über 80-Jährigen geimpft worden sei, würden nun Einladungen an über 70-Jährige und Risikopatienten verschickt, sagt der für die Impfkampagne zuständige Minister Nadhim Zahawi im Sender Sky. Derzeit erhielten im Durchschnitt 140 Personen pro Minute die erste von zwei Injektionen. Der BBC sagte der Minister, das Programm werde durch eine zunächst »holprige« Produktion des Impfstoffs begrenzt. Sie stabilisiere sich aber und werde von Woche zu Woche besser. Die Herstellung vor allem des Pfizer-Biontech-Wirkstoffs sei eine große Herausforderung, die Firmen arbeiteten aber wirklich gut.

Unbekannte Corona-Mutation wohl in Garmisch-Partenkirchen entdeckt

09.20 Uhr: Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen soll einem Bericht des »Münchner Merkur « eine unbekannte Variante des Coronavirus entdeckt worden. Untersucht werde das veränderte Virus nun in Berlin vom Virologen Christian Drosten. »Eine Panikmache wäre absolut unseriös und unangebracht. Allein die Tatsache, dass es eine neue Variante ist, besagt ja nicht, dass sie infektiöser ist«, teilte das Klinikum mit. Zuvor wurden 73 Patienten und Mitarbeiter wurden positiv getestet. Bei dreien von ihnen wurde laut der Zeitung auch eine bislang unbekannte Mutation des Virus entdeckt.

Scholz rechnet mit zweiwöchiger Lockdown-Verlängerung

Olaf Scholz

Olaf Scholz

Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstock

08.59 Uhr: Vor den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Beschränkungen am Dienstag hat sich Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen. »Ich gehe davon aus, dass das schon 14 Tage sein können, die noch einmal dazukommen«, sagte Scholz beim »Bild«-Talk am Sonntagabend. Auch Ausgangssperren wollte der Finanzminister nicht ausschließen. »Ich finde, das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die, die als allererste ansteht«, sagte er.

Scholz möchte vor allem die Betriebe in Sachen Homeoffice mehr in die Pflicht nehmen, es könne dort »nicht bei Appellen« bleiben. »Wir müssen da noch einen Schritt weiter machen. Denn im Frühjahr haben viel mehr Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, eingeräumt.« Das müsse jetzt »auch intensiver gemacht werden«.

Gesundheitsminister Spahn: »Erste Erfolge – aber keine Entwarnung«

08.50 Uhr: Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. »Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen«, sagte Spahn am Montag im ARD-»Morgenmagazin«. Die Intensivstationen seien um zehn Prozent leerer geworden. »Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hinmüssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt.«

Entwarnung könne daher noch nicht gegeben werden. Ein Risiko sei die Corona-Mutation, die sehr wahrscheinlich zu einer höheren Ansteckungsrate führe, mahnte Spahn mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. »Zuerst einmal geht es aus meiner Sicht darum, auch noch mal zu schauen, wie wir Kontakte reduzieren können, auch in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich.« Die Frage sei, ob es neue Regeln brauche oder ob man das Bewusstsein für die bestehenden Verordnungen schärfen müsse.

Einreise nach Großbritannien nur noch mit negativem Corona-Test

08.40 Uhr: Für Reisen nach Großbritannien ist seit Montagmorgen ein negativer Test vor der Einreise notwendig. Dieser darf nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen, wie die britische Regierung in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte. Trotzdem müssen sich Einreisende nach ihrer Ankunft in eine zehntägige Quarantäne begeben – egal, aus welchem Land sie kommen. Diese Selbstisolation kann frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Corona-Test beendet werden. Die Regelung soll bis mindestens Mitte Februar gelten.

Die Regierung hat die Einreiseregeln verschärft, um sich effektiver vor der Einschleppung neuer Corona-Varianten aus anderen Ländern zu schützen. Für Brasilien, wo neue Varianten entdeckt wurden, und mehrere andere südamerikanische Länder sowie Portugal gilt sogar ein generelles Einreiseverbot.

Ministerpräsident Haseloff: »Corona-Regeln überprüfen und nachschärfen«

08.15 Uhr: Am Dienstag treffen sich die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur nächsten Corona-Schalte. Eine Verlängerung des Lockdowns gilt als sicher. Doch wird es auch härtere Corona-Regeln geben?

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) rechnet fest mit einer Nachschärfung. »Klar ist, dass wir alle Maßnahmen noch mal auf ihre Wirkung prüfen müssen und gegebenenfalls da, wo wir uns eine Wirkung versprechen, nachschärfen müssen«, sagte Haseloff am Montagmorgen im Deutschlandfunk.

An diesem Montagabend lassen sich nach seinen Worten die Ministerpräsidenten die Einschätzung von Fachleuten wie Virologen und Infektiologen zu den Corona-Mutationen berichten. »Die Mutationen sind eine neue Gefahr. Wir haben das in Irland gesehen, wir haben das an vielen Stellen in Europa und weltweit gesehen«, sagte Haseloff. Um ähnliche Entwicklungen in Deutschland zu verhindern, müsse man jetzt schnell reagieren.

Chinas Wirtschaft trotz Corona-Pandemie gewachsen

08.00 Uhr: Chinas Wirtschaft ist trotz der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft legte um 2,3 Prozent zu, wie die nationale Statistikbehörde in Peking mitteilte. Für die Volksrepublik ist dies das schwächste Wachstum seit Jahrzehnten. Im Jahr 2019 betrug das Plus 6,1 Prozent.

Mit dem Plus von 2,3 Prozent ist China weltweit die einzige große Volkswirtschaft, die das Jahr 2020 überhaupt mit einem Wirtschaftswachstum abschließt. In Deutschland etwa brach das BIP um fünf Prozent ein.

Auf einen beispiellosen Einbruch im ersten Quartal (-6,8 Prozent) wegen eines strikten Lockdowns folgte bereits im Frühjahr eine rasche wirtschaftliche Erholung. Bis zum Jahresende zogen vor allem die Konsumausgaben, die Industrieproduktion und die Exporte wieder an. Im vierten Quartal wuchs das BIP um 6,5 Prozent – damit erreichte China wieder Vorkrisenniveau.

Frankfurter Flughafen auf Niveau von 1984 

07.43 Uhr: Der Einbruch des Flugverkehrs durch die Corona-Pandemie hat den Frankfurter Flughafen 2020 im Passagiergeschäft deutlich zurückgeworfen. Das Passagieraufkommen habe mit knapp 18,8 Millionen Fluggästen 73,4 Prozent niedriger gelegen als im Rekordjahr 2019, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am Montag in Frankfurt mit. Das entspreche dem Niveau aus dem Jahr 1984. Im Dezember zählte Deutschlands größter Flughafen rund 892.000 Passagiere und damit 81,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Behörden schaffen Technik für Homeoffice an

07.40 Uhr: Viele öffentliche Verwaltungen in Deutschland schaffen Technik an, um ihren Mitarbeitern in der Corona-Pandemie die Arbeit zu Hause zu ermöglichen. »Die Städte haben in Sachen Homeoffice eine steile Lernkurve hinter sich«, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Städtetags. Zu Beginn der Pandemie seien in kürzester Zeit mobile Endgeräte beschafft und digitale Zugänge eingerichtet worden.

Der Deutsche Beamtenbund hatte zuvor kritisiert, dass es bei der Digitalisierung nicht schnell genug gehe. Defizite wie technische Mängel oder fehlendes Personal behinderten auch die Bekämpfung der Pandemie, bemängelte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach bei der Jahrestagung vergangene Woche in Berlin.

Bundeswirtschaftsminister spricht sich für Verschärfung des Lockdowns aus

07.20 Uhr: Vor dem Spitzentreffen der Ministerpräsidenten zu Beratungen über die Coronakrise hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine Verschärfung des Lockdowns ausgesprochen. »Was wir uns wirtschaftlich am wenigsten leisten können, ist die Verschärfung der Pandemie«, sagte Altmaier der »Rheinischen Post«. Er warnte vor einer Ausbreitung von mutierten Formen des Coronavirus.

Bei dem Bund-Länder-Treffen müssten die Weichen so gestellt werden, »dass wir in den nächsten Wochen die Infektionswelle endgültig brechen und ein erneutes Hochschießen der Dynamik bis Ostern verhindern«, sagte der Minister. Das bedeute jedoch nicht, dass die Wirtschaft herunterfahren müsse.

»Es liegt eine Auswahl von Möglichkeiten auf dem Tisch, von der Homeoffice-Pflicht über die FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr bis hin zu deutlicheren Kontaktbeschränkungen oder Ausgangssperren«, sagte Altmaier der Zeitung und sprach sich dafür aus, mehrere der Maßnahmen zu kombinieren.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern beginnt mit einer »Kulanzwoche«

06.50 Uhr: Die bisherige Alltagsmaske reicht künftig bei Erwachsenen in den Läden, in den kommunalen Bussen und den Regionalbahnen nicht mehr. In Bayern sind nun FFP2-Masken Pflicht. Bußgelder soll es aber erst ab kommender Woche geben.

FFP2-Masken bieten – sofern sie korrekt getragen werden – eine deutlich bessere Schutzwirkung als die einfachen Mund-Nase-Bedeckungen, sind aber mit Stückpreisen von meist mehreren Euro auch deutlich teurer. Der Freistaat will deswegen 2,5 Millionen FFP2-Masken Bedürftigen zur Verfügung stellen. Im Unterschied zu Alltagsmasken, die gewaschen werden können, handelt es sich bei FFP2-Masken um Einwegprodukte, die nach der Nutzung entsorgt werden sollen.

Studie bestätigt erste Impferfolge in Israel

06.30 Uhr: Israel hat pro Kopf betrachtet deutlich höhere Corona-Infektionszahlen als Deutschland. Dennoch steht in dem Land mit seinen rund neun Millionen Einwohnern nur eine Verlängerung des Lockdowns um eine Woche im Raum. Der Grund: Die rasante Impfkampagne zeigt ermutigende Signale.

Erste vorläufige Ergebnisse machen Mut: Clalit, eine der größten Krankenkassen im Land, hat eine Gruppe von 200.000 Geimpften im Alter über 60 mit einer gleich großen Gruppe Nicht-Geimpfter verglichen. Demnach war die Zahl der Infizierten in der geimpften Gruppe bereits zwei Wochen nach der ersten Dosis um 33 Prozent niedriger als in der nicht-geimpften Gruppe.

Andere Untersuchungen hatten sogar noch bessere Ergebnisse: Die Krankenkasse Maccabi berichtete von 60 Prozent weniger Infektionen zwei Wochen nach der ersten Dosis, eine ranghohe Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums sprach von 50 Prozent weniger positiven Testergebnissen nach diesem Zeitraum. Außerdem berichten die Krankenkassen in Israel von überwiegend milden Nebenwirkungen.

Australien wird Grenzen für Reisende im Jahr 2021 voraussichtlich nicht öffnen

05.00 Uhr: Australien wird seine Grenzen aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht mehr für Reisende öffnen. Wie der medizinische Chefberater der australischen Regierung, Brendan Murphy, am Montag dem TV-Sender ABC sagte, seien freie Reisen im Jahr 2021 trotz eines baldigen Starts der Impfkampagne gegen das Coronavirus nicht zu erwarten.

»Selbst wenn wir einen großen Teil der Bevölkerung geimpft haben, wissen wir nicht, ob das die Übertragung des Virus verhindern wird«, gab Murphy zu bedenken. Er halte es für »sehr wahrscheinlich«, dass auch die Quarantäne-Vorschriften noch eine Weile in Kraft blieben.

Australiens Grenzen sind seit März 2020 für Reisende geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Land hat sich Dosen der Vakzine von Biontech und Pfizer sowie AstraZeneca gesichert, die Impfkampagne wird voraussichtlich Ende Februar starten.

Söder: Länder müssen Corona-Beschlüsse konsequenter umsetzen

04.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die anderen Bundesländer vor den Bund-Länder-Beratungen aufgefordert, gemeinsam gefasste Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie konsequenter umzusetzen. »Die Hälfte der Länder macht ja was ganz anderes«, sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Talkshow »Anne Will«. Deshalb stelle sich immer wieder die Frage: »Warum beschließen wir etwas, wo dann die Hälfte das anders macht?« Söder mahnte zur konsequenten Anwendung und Umsetzung dessen, was von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wird. »Ich halte auch nichts von endlosen Differenzierungen. Denn nur was für alle gilt, ist verständlich.«

Sein eigenes Bundesland sieht Söder im Kampf gegen die Pandemie gut aufgestellt und nannte als Beispiele unter anderem die ab Montagmorgen geltende FFP2-Maskenpflicht und die bestehenden nächtlichen Ausgangssperren. Da müsse an keiner Schraube mehr gedreht werden, glaube er. Bayern liegt bei der Zahl der Neuinfektionen im Ländervergleich im vorderen Drittel.

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Die Verlängerung des Shutdowns gilt als sicher. Doch Bund und Länder streiten vor ihrem Treffen am Dienstag, ob und wie viel schärfer die Maßnahmen ausfallen sollen.

Patientenschützer für einheitlichen Corona-Schutz für Pflegeheime

04.30 Uhr: Mit Blick auf die Corona-Beratungen von Bund und Ländern dringen Patientenschützer auf bundesweit einheitliche Schutzmaßnahmen in der Altenpflege. »Allein eine Verschärfung des Shutdowns wird nicht viel bringen«, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der dpa. Die 12.000 Pflegeheime müssten auch nicht komplett abgeriegelt werden, um die Hochrisikogruppe effizient zu schützen.

Brysch sprach aber von einem »Pandemie-Versagen« in der Altenpflege. »Die vielen Infektionen führen zu täglich hohen Todesraten besonders unter den 900.000 Pflegeheimbewohnern.« Dafür sei auch mangelnde Hygiene verantwortlich. Die Gesundheitsämter hätten in der Pandemie die wichtigen externen Kontrollen weitestgehend eingestellt. Es fehlten verpflichtende Tests vor jedem Dienstbeginn und Besuch.

»Auch ist das Konzept gescheitert, infizierte Patienten in den Einrichtungen weiter zu betreuen. Doch immer weniger Heimbewohner werden in den Krankenhäusern versorgt.« Das Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten sinke in den Kliniken auffällig deutlich.

Göring-Eckardt fordert Ausweitung von Corona-Schnelltests

04.25 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert eine Initiative zur Ausweitung von Corona-Schnelltests. »Mit Abnahmegarantien und einer Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung muss Gesundheitsminister Spahn sicherstellen, dass ausreichend Schnelltests produziert und auch von Privatpersonen gekauft und angewendet werden können«, sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Regelmäßige Schnelltests sollten laut Göring-Eckardt in allen Berufen, in denen Menschen regelmäßig mit wechselnden Kontakten arbeiten, für mehr Sicherheit sorgen. Als Beispiel nannte sie Ärzte, Pflegekräfte oder Polizisten.

Mit Blick auf die Bund-Länder-Gespräche am Dienstag forderte die Grünen-Politikerin eine Homeoffice-Pflicht für alle Bereiche, wo es möglich sei. »Nur so geht die Mobilität runter. Zudem muss dann auch niemand mehr mit mangelndem Schutz im Großraumbüro arbeiten. Das schützt auch die, die ihre Arbeit nicht von zu Hause machen können.« Es sei ihr völlig unverständlich, warum Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nicht endlich handele.

Virologin Addo erwartet deutliche Entspannung »vom Frühjahr an«

02.50 Uhr: Die Virologin Marylyn Addo erwartet in der Corona-Pandemie »vom Frühjahr an und im Sommer eine deutliche Entspannung. »Schon wegen des wärmeren Wetters und der höheren Impfquote«, sagte die Leiterin der Sektion Infektiologie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. »Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir so bald in großen Menschenmassen wie auf dem Oktoberfest darauf anstoßen können. Es dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte wieder einen Anstieg geben, es ist halt ein Erkältungsvirus. Aber ich bleibe zuversichtlich.«

Zur Diskussion über einen zu langsamen Impfstart in Deutschland sagte sie: »Ich würde mir wünschen, dass man nicht das große Bild aus den Augen verliert. Wenn man mir im letzten Februar gesagt hätte, dass wir uns im Dezember darüber streiten, wer die ersten Impfstoffe bekommt, hätte ich das für verrückt gehalten – so schnell würde es doch nie einen Impfstoff geben. Aber es kam anders, und wir sollten auch mal ›feiern‹, was erreicht wurde.«

Brasilianische Behörden erteilen zwei Corona-Impfstoffen Notfallzulassung

02.10 Uhr: Brasilien hat zwei Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus zugelassen und damit den Weg für eine landesweite Impfkampagne geebnet. Als erste Brasilianerin erhielt am Sonntag eine Krankenschwester in São Paulo eine erste Impfdosis. Brasilien ist nach den USA das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Brasiliens Aufsichtsbehörde Anvisa gab am Sonntag grünes Licht für das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca und erlaubte den Einsatz des chinesischen Impfstoffs CoronaVac. Beide Mittel erhielten eine Notfallzulassung.

Kurz darauf wurde in São Paulo der Krankenschwester Monica Calazans als erster Bürgerin des Landes der CoronaVac-Impfstoff verabreicht. Die 54-Jährige erhielt die Injektion im Beisein des Gouverneurs des Bundesstaates São Paulo, João Doria.

Derzeit ist in Brasilien nur das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel CoronaVac verfügbar.

Brasiliens Gesundheitsminister Eduardo Pazuello kündigte an, der Impfstoff werde von Montag an alle Bundesstaaten geliefert. Der offizielle Beginn der Impfkampagne sei für Mittwoch geplant. Als erstes sollen unter anderem Menschen über 75 Jahren, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Bewohner von Altenheimen geimpft werden.

Die Impfung am Sonntag in São Paulo kritisiert Pazuello als »Marketingtrick«. Gouverneur Doria ist ein Rivale des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro. Zwischen beiden Politikern war zuletzt ein Streit über die Verwendung des CoronaVac-Impfstoffs entbrannt. Doria hat sich für seinen Bundesstaat bereits sechs Millionen Dosen des Serums gesichert.

In Brasilien sind bereits fast 210.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben. Weltweit verzeichnen nur die USA eine höhere Opferzahl. Bolsonaro, der wegen seines Krisenmanagements seit Monaten in der Kritik steht, hat die Gefahr durch das Virus stets heruntergespielt und zuletzt auch immer wieder Zweifel an Impfungen geäußert.

bmo/cop/mrc/mjm/fek/kfr/dpa/AFP/Reuters
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