+++ Corona-News am Montag +++ "Klarere Regeln für alle"

Bayerns Ministerpräsident Söder verlangt ein einheitliches System der Corona-Maßnahmen. Er schließt nicht aus, Regeln zu verschärfen. Und: Italien verringert die Quarantäne-Dauer für viele Infizierte. Der 12. Oktober im Überblick.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Foto: Peter Kneffel / dpa

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Italien senkt Quarantäne-Dauer für viele Infizierte

22.51 Uhr: Italien senkt für viele Betroffene die Dauer der Corona-Quarantäne und der Isolierung von Infizierten auf künftig zehn Tage. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend in Rom mit. Der Entscheidung waren intensive Beratungen zwischen Experten und der Politik vorausgegangen. Bisher hatten die Behörden in Italien in vielen Fällen 14 Tage als Regelwartezeit ohne Außenkontakte angeordnet. Die neuen Anweisungen sehen vor, dass sich Menschen mit einem positiven Corona-Test, die keine Symptome zeigen, nach zehn Tagen Isolation und einem negativen Test wieder frei bewegen dürfen. 

In etwas verschärfter Form gilt das auch für Menschen, die moderate Covid-19-Symptome haben. Auch sie dürfen nach zehn Tagen plus negativem Test wieder raus, wenn sie am Ende der Isolation mindestens drei Tage ohne Symptome waren. 

Im Fall der vorsorglichen, häuslichen Quarantäne, weil jemand engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann die Dauer des Rückzugs durch einen Test ebenfalls gesenkt werden, hieß es vom Ministerium. Die Regelwartezeit nach dem Kontakt belaufe sich zwar auf 14 Tage. Sie reduziere sich aber bei einem negativen Test am Ende der Quarantäne auf 10 Tage. Für schwerere, längere Covid-19-Erkrankungen gelten andere Regeln. 

Das 60-Millionen-Einwohner-Land Italien verzeichnete am Montag 4619 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. In den Vortagen hatten die Werte über 5000 gelegen.

Immobilien-Messe in München kurzfristig abgesagt

22.37 Uhr: Die ab Mittwoch in München geplante Immobilien- und Investitionsmesse "EXPO REAL Hybrid Summit" ist kurzfristig abgesagt. Grund sei die sich in der Stadt aktuell verschärfende Covid-19-Situation, teilen die Veranstalter mit. Zahlreiche Teilnehmer hätten zuvor abgesagt und darauf verwiesen, dass München am Montag zum Risikogebiet erklärt worden sei und sich die Lage in Deutschland und in anderen Ländern Europas in den letzten Tagen und Stunden dramatisch verschärft habe. Die Veranstalter hatten ein besonderes Format für die Messe entwickelt, um sie trotz der Pandemie ausrichten zu können. "Wir müssen ein Zeichen setzen, dass es in der Branche weiter geht", hatte es in einer früheren Mitteilung geheißen.

Tschechien untersagt Versammlungen mit mehr als sechs Menschen

22.27 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie greift Tschechien zu härteren Maßnahmen. Von Mittwoch an werden Versammlungen mit mehr als sechs Menschen verboten, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Montagabend bekanntgab. Restaurants, Bars und Klubs müssen dann bis auf weiteres schließen. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit wird untersagt. Alle Schulen müssen bis Anfang November für knapp drei Wochen zum Fernunterricht übergehen. Die Maskenpflicht gilt nicht mehr nur in Innenräumen, sondern auch an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel. Geschäfte bleiben geöffnet. 

"Wir haben nur einen Versuch, der erfolgreich sein muss, damit wir als Nation diese Pandemie beherrschen", sagte Regierungschef Andrej Babis. Tschechien verzeichnet einen starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen. Im Schnitt steckten sich nach Angaben der EU-Agentur ECDC binnen 14 Tagen 493,1 Menschen je 100.000 Einwohner an - der höchste Wert innerhalb der EU. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie überstieg am Montag erstmals die 1000er-Marke. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben 1045 Menschen, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. 

Zahl der Intensiv-Patienten in Frankreich so hoch wie seit Ende Mai nicht mehr

20.42 Uhr: Die Zahl der Patienten, die in Frankreich wegen des Virus auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, ist so hoch wie seit rund vier Monaten nicht mehr. Am Montag lag deren Zahl nach Angaben der Behörden mit 1539 erstmals seit dem 27. Mai wieder über der Marke von 1500. Sie ist aber noch deutlich von dem Höchststand von 7148 vom 8. April entfernt. Frankreich steht nach Worten von Ministerpräsident Jean Castex gleichwohl vor einer "starken zweiten Welle".

Söder fordert im Anti-Corona-Kampf 'klarere Regeln für alle'

20.32 Uhr: Angesichts der vielerorts steigenden Corona-Zahlen dringt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf ein einheitlicheres Vorgehen bei den Anti-Corona-Maßnahmen. Er werde sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch und auch in Bayern für "klarere Regeln für alle" einsetzen, sagte Söder am Montagabend im BR Fernsehen. Dabei schloss er nicht aus, Anti-Corona-Maßnahmen nicht nur regional, sondern flächendeckend etwas zu verschärfen. 

"Möglicherweise heißt das dann auch, bei denen, die noch niedrigere Werte haben, die gleichen Konzepte zur Geltung zu bringen, wie wir sie jetzt haben bei denen, die höheren Inzidenzen haben", erklärte Söder und fügte hinzu: "Mit der Begründung: Wenn wir die Maßnahmen anwenden, um die Zahlen wieder runterzubringen, wo sie hoch sind, dann helfen sie auch, dass sie gar nicht erst so hoch gehen." 

Unter anderem soll in Bayern überall dort, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt, eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen gelten. Die Entscheidung darüber liegt aber am Ende bei den Kommunen. 

Über das umstrittene Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test sagte Söder, darüber werde man am Mittwoch sicherlich noch einmal reden. Grundsätzlich verteidigte er die Maßnahme allerdings erneut gegen viel Kritik - diese biete Sicherheit, auch der Tourismus- und Gastronomiebranche.

Zahl der Neuinfektionen in den USA geht leicht zurück

20.28 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in den USA geht leicht zurück, bleibt aber auf hohem Niveau. Zuletzt gab es nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC 46.069 neue Fälle, nach rund 53.000 am Sonntag, 58.302 am Samstag und 54.887 am Freitag. Die Gesamtzahl steigt damit auf rund 7,74 Millionen. Die Zahl der Toten klettert um 494 auf 24.108.

Trumps Herausforderer Biden erneut negativ getestet

20.07 Uhr: Der Demokrat Joe Biden, der bei der US-Wahl Anfang November Präsident Donald Trump herausfordert, ist erneut negativ auf das Virus getestet worden. Das teilt sein Wahlkampfteam mit. Trump hatte vor zehn Tagen bekanntgegeben, dass er positiv getestet worden sei. Zwischendurch litt er nach Angaben seiner Ärzte unter hohem Fieber. Inzwischen ist er nach eigenen Worten aber nicht mehr infektiös und setzt seinen Wahlkampf fort.

Zahl der Neuinfektionen in Frankreich sinkt deutlich

19.55 Uhr: Die Zahl der Virus-Neuinfektionen in Frankreich sinkt erneut deutlich. Zuletzt gab es nach Angaben der Gesundheitsbehörden 8505 neue Fälle, nach 16.101 am Sonntag und dem Rekordhoch von knapp 27.000 am Samstag. Die eher geringe Zahl vom Montag könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass am Sonntag nicht so viel getestet wurde. Die Zahl der Toten stieg zuletzt um 95, nach 46 am Sonntag. Insgesamt verstarben nach amtlichen Angaben bislang 32.825 Menschen in Frankreich an den Folgen von Covid-19, 743.479 haben sich infiziert.

WHO warnt vor Konzept der Herdenimmunität via Ansteckung

19.52 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf eine Herdenimmunität durch massenweise Ansteckungen zu setzen. "Niemals in der Geschichte des Gesundheitswesens wurde Herdenimmunität als eine Strategie gegen einen Ausbruch eingesetzt, geschweige denn gegen eine Pandemie", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf.

So ein Vorgehen wäre ethisch und wissenschaftlich problematisch. Eine Herdenimmunität - also die Schwelle, ab der sich ein Virus nicht mehr in einer Bevölkerung verbreiten kann - müsse ähnlich wie bei den Masern und der Kinderlähmung durch Impfungen, nicht durch Ansteckungen erreicht werden, zumal weiter unklar sei, wie sehr eine Infektion vor einer zweiten schütze. In einem Brief hatten Forscher aus verschiedenen Ländern zuletzt für Herdenimmunitätgeworben. 

Angesichts der steigenden Coronazahlen wies der WHO-Chef darauf hin, dass ein Großteil der Neuinfektionen in nur wenigen Ländern passiere. Fast die Hälfte der neuen Fälle entfalle auf drei Staaten. Es komme also auf die Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahmen an. "Das ist eine ungleichmäßig verlaufende Pandemie", so Tedros.

Auch Düsseldorf überschreitet Warnstufe

19.11 Uhr: Düsseldorf hat die wichtige Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Montag sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit und kündigte zusätzliche Schutzmaßnahmen an.

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gilt nun auch auf Wochenmärkten eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Statt bisher zehn dürften sich nur noch fünf Menschen im öffentlichen Raum zusammen aufhalten. Zudem gibt es eine Sperrstunde für die Gastronomie von 1 Uhr nachts bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr. Im Einzelhandel darf nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen werden.

Die Maßnahmen sollten vor allem möglich machen, dass das Gesundheitsamt weiter die Kontaktpersonen nachverfolgen könne, hieß es. Zuvor hatten bereits acht nordrhein-westfälische Städte - darunter Köln und Essen - sowie zwei Kreise die Warnstufe laut Robert Koch-Institut überschritten.

Spahn mahnt zu einheitlicher Linie beim Beherbungsverbot

18.40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert ein einheitliches Vorgehen beim Streitthema Beherbergungsverbot. "Wenn es um Mobilität geht und keine einheitlichen Regeln da sind, dann (...) untergräbt das Akzeptanz", sagte Spahn bei einer Videokonferenz. Deswegen sei es wichtig, dass man am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten auf eine einheitliche Linie und Herangehensweise komme. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs wollen dann erneut bei einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Der Gesundheitsminister wies zudem darauf hin, dass die Regel mit dem Beherbergungsverbot in vielen Bundesländern schon seit Juli gelte. Es sei zuvor nur keine Region nennenswert über den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gekommen. Ab der Schwelle gelten verschärfte Corona-Maßnahmen, auf die sich die Länder vor mehreren Monaten verständigt hatten. "Ich finde es sehr wichtig, dass wir da einheitlich vorgehen", sagte Spahn.

Busfahrer fordert Kinder zum Ablegen von Masken auf - Polizei ermittelt

18.02 Uhr: Die Polizei ermittelt gegen einen Busfahrer, der Schüler im Kreis Sömmerda in Thüringen aufgefordert hatte, ihren Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Die Ermittlungen gegen den 38-Jährigen liefen wegen Nötigung, sagte eine Polizeisprecherin am Montag auf Anfrage. Der Mann hatte Ende September ein Video in einem Schulbus auf der Fahrt nach Kölleda gedreht und im Internet hochgeladen.

Darauf ist zu hören, wie er die Kinder aufforderte, ihre Masken abzulegen und so ein "bundesweites Zeichen" zu setzen. Der Mann behauptete, dass zwei Kinder durch das Tragen einer Maske gestorben seien.

Die Diskussion um die Gefahr des Kindeswohles durch Tragen von Masken wurde durch mehrere Falschmeldungen in sozialen Netzwerken entfacht. Experten zufolge ist es aber ausgeschlossen, dass ein gesundes Kind allein durch den Gebrauch einer Alltagsmaske umkommt.

Über den Fall des Busfahrers hatte zuvor die "Thüringer Allgemeine" berichtet. Die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda erklärte indes, dass sie sich von dem Fahrer wegen "einiger Ungereimtheiten" getrennt habe. Es sei einfach unmöglich, wenn Erwachsene die Kinder in Zwiespalt brächten, teilte das Unternehmen mit. Der betreffende Fahrer sei erst im September eingestellt worden.

England vertraut bei Corona-Maßnahmen auf neues Dreistufensystem

17.43 Uhr: Mit einem dreistufigen Alarmsystem will der britische Premierminister Boris Johnson die rapide steigenden Corona-Fallzahlen in England unter Kontrolle bringen. Je nach Risikograd - mittel, hoch oder sehr hoch - sollen ab Mittwoch verschärfte Maßnahmen gelten, wie Johnson am Montag im Londoner Parlament erklärte. Die Abgeordneten müssen am Dienstag noch zustimmen.

In der Region rund um die nordenglische Stadt Liverpool, für die Johnson die höchste Risikostufe erklärte, müssen Pubs und Fitnessstudios bis auf Weiteres schließen. Außerdem dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in diesen Regionen nicht mehr miteinander treffen, weder drinnen noch draußen. In Regionen mit der zweithöchsten Warnstufe gilt das Verbot für Innenräume, allerdings sollen noch sogenannte Support Bubbles, also kleine Unterstützungsgruppen, und Treffen draußen erlaubt sein.

In der untersten Warnstufe gelten die gleichen Regeln wie bislang für ganz England: Pubs und Restaurants müssen um 22 Uhr schließen, außerdem sind sowohl drinnen als auch draußen nur Treffen mit maximal sechs Menschen erlaubt. Wales, Nordirland und Schottland haben eigene, oft noch schärfere Maßnahmen.

Fünf Städte und Kreise bei Kontaktnachverfolgung überlastet

17.27 Uhr: Vier Landkreise und das Land Berlin kamen zuletzt mit der Verfolgung von Kontakten von Corona-Infizierten nicht mehr hinterher. Das geht aus einem vertraulichen Regierungspapier zur Infektionslage in Deutschland hervor, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Es ist auf den Montag datiert, die Angaben zur Überlastung geben allerdings den Stand vom 6. Oktober wieder. "Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen absehbar nicht mehr sichergestellt" steht zur Erläuterung auf einer Karte, in der die betroffenen Kreise und das Land Berlin markiert sind.

Unterstützungsbedarf meldeten demnach der schleswig-holsteinische Landkreis Pinneberg an, das Land Berlin, der Lahn-Dill-Kreis und der Kreis Offenbach in Hessen sowie der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. In allen Fällen gab es demnach Engpässe bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Berlin zusätzlich unter anderem auch bei der Betreuung und Überwachung von Menschen in Quarantäne und der Entnahme von Abstrichen für Tests. Als Reaktion sollte das Robert Koch-Institut Mitarbeiter in Berliner Behörden entsenden, der Lahn-Dill-Kreis leitete die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern ein.

Hessens Gastronomen dürfen Ausweise ihrer Kunden verlangen

17.10 Uhr: Gastronomen in Hessen können sich zur Überprüfung von korrekten Angaben auf den Corona-Gästelisten künftig den Ausweis ihrer Kunden zeigen lassen. "Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass auf Verlangen des Servicepersonals derjenige, der in eine Gaststätte möchte, auch den Personalausweis vorlegen muss oder ein anderes amtliches Dokument", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Das sei der richtige Schritt um zu verhindern, dass auf den Listen Fantasienamen stünden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten mit Covid-19 verhindern. Dies war unter anderem nach einem Corona-Fall in der Hamburger Bar "Katze" zum Problem geworden.

Laut Bouffier gilt bei solchen Überprüfungen aber das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn es eine Vermutung gebe, dass die Angaben des Gastes falsch seien, müsse das Gastronomiepersonal eingreifen. Gelten sollen die Änderungen ab Montag (19.10). In Wiesbaden hatte zuvor das Corona-Kabinett getagt. Es handelt sich dabei um einen ressortübergreifenden Krisenstab der hessischen Landesregierung.

Frankfurter Buchmesse findet ohne Publikum statt

16.55 Uhr: Aufgrund steigender Infektionszahlen wird die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr ohne Besucher stattfinden. Das teilten die Verantwortlichen am Montag mit. Stattdessen soll das Programm vor Ort lediglich mit den beteiligten Autoren und Moderatoren durchgeführt werden. Die Eröffnungsfeier am Dienstagabend sowie die Veranstaltungen auf der ARD-Buchmessenbühne am Sonntag werden zudem via Livestream im Internet übertragen.

Slowakei erlässt Versammlungsverbot

16.31 Uhr: Weil die Corona-Infektionszahlen rasant steigen, hat die slowakische Regierung am Montag ein Versammlungsverbot beschlossen. Bereits ab diesen Dienstag ist jedes Zusammentreffen von mehr als sechs Personen, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben, verboten. Das Recht auf solche außergewöhnlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens hat die Regierung auf der Grundlage eines seit 1. Oktober geltenden landesweiten Notstands.

Schon am Sonntag hatte der nationale Krisenstab mehrere andere Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen angeordnet. So müssen zum Beispiel alle Schulen für Schüler ab der zehnten Schulstufe auf Online- statt Präsenzunterricht umsteigen. Restaurants dürfen ab Donnerstag (15. Oktober) nur noch Speisen zum Mitnehmen verkaufen, Fitnessstudios und Schwimmbäder werden geschlossen.

Deutscher Tourismusverband stimmt in Kritik an Beherbergungsverboten ein

16.22 Uhr: Nach dem Widerstand aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe gegen haben auch die Tourismusverbände die Beherbergungsverbote vieler Bundesländer für Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten scharf kritisiert. Der Deutsche Tourismusverband forderte einheitliche und verständliche Regeln für das Reisen in Deutschland. "Das Chaos zu Beginn der Herbstferien zeigt einmal mehr, dass ein abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern dringender denn je notwendig ist", teilte der Verband am Montag in Berlin mit. Dazu gehöre eine realistische Analyse, wo die Gefahren lägen und wo nicht.

"Die Gefahren liegen nicht bei der Übernachtung in einer Ferienwohnung auf dem Land und auch nicht in einem Hotel einer Stadt", sagte Verbandspräsident Reinhard Meyer. "Reisen innerhalb Deutschlands einschließlich Übernachtungen muss weiterhin erlaubt und möglich sein."

Meyer warnte vor einer Insolvenzwelle spätestens im Frühjahr 2021, sollten Herbst- und Wintergeschäft ausfallen. Die Branche habe allein im ersten Halbjahr Umsatzeinbußen von 35 Milliarden Euro verzeichnet.

Vereinte Nationen werben für Investitionen in nachhaltige Technologien

16.10 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem virtuellen Treffen der "Koalition von Finanzministern für Klimaschutzmaßnahmen" dafür geworben, wirtschaftliche Wiederaufbauhilfen nach der Corona-Pandemie an den Zielsetzungen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Guterres befürwortete Investitionen in grüne Arbeitsplätze und Industrien - Subventionen für fossile Brennstoffe wie Kohle hingegen sollten "kein Teil von Wiederaufbauplänen" sein.

Nations-League-Partie zwischen Deutschland und der Schweiz vor leeren Rängen

15.57 Uhr: Die Nations-League-Partie der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag gegen die Schweiz in Köln wird als Geisterspiel ausgetragen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mit. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen, die in der Stadt am Rhein deutlich über dem Grenzwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in der Woche liegen, habe das Kölner Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land Nordrhein-Westfalen dem Verband "erneut untersagen müssen, Zuschauer zuzulassen".

Der DFB verzichtet auch darauf, einen Antrag auf Zulassung von 300 Zuschauern zu stellen. So viele waren am vergangenen Mittwoch beim 3:3 gegen die Türkei in der Kölner Arena zugelassen gewesen. Am Montag wies das Robert Koch-Institut eine 7-Tage-Inzidenz von 66,3 für Köln aus. Städte, in denen der Wert über 50 liegt, gelten als Risikogebiet.

Bundesliga-Spitzenspiel findet ohne Zuschauer statt

15.45 Uhr: Nach dem Überschreiten einer wichtigen Corona-Vorwarnstufe in Augsburg findet das Bundesliga-Spitzenspiel FC Augsburg gegen RB Leipzig am Samstag ohne Zuschauer statt. Bei allen Sportveranstaltungen seien in Augsburg von jetzt an keine Zuschauer mehr zugelassen, teilte die Stadt am Montag mit. Der Tabellenzweite muss den Tabellenführer Leipzig also vor Geisterkulisse empfangen.

Bayerns drittgrößte Stadt lag am Montag mit 49,3 deutlich über der Vorwarnstufe von 35 und nur noch knapp unter dem wichtigen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt rechnet damit, dass der 50er-Wert spätestens Mitte der Woche gerissen wird.

Am 26. September hatten noch 6000 Zuschauer im Stadion den 2:0 Heimsieg des FC Augsburg über Borussia Dortmund gesehen. Auch die Begegnung am kommenden Wochenende wäre mit der derzeit in Augsburg erlaubten Maximalzahl von 6000 Tickets bereits ausverkauft gewesen.

Innenministerium hält sich neuerliche Grenzkontrollen offen

15.31 Uhr: Angesichts steigender Coronavirus-Fallzahlen in Deutschlands Nachbarländern schließt das Bundesinnenministerium auch erneute Grenzkontrollen nicht aus - möchte sie aber vermeiden. Man beobachte in angrenzenden Ländern teils eine "sehr starke Steigerung" der Fälle, sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Dies fließe ein in Überlegungen zu Quarantäne-Regelungen und zum Testregime. Er betonte aber: "Wir versuchen, mit diesen Maßnahmen das Notwendige sicherzustellen, ohne über andere Maßnahmen an den Grenzen nachdenken zu müssen."

Zu Beginn der Pandemie hatten die Bundesrepublik und andere europäische Länder vorübergehend Kontrollen und andere Beschränkungen an den Binnengrenzen eingeführt. Dadurch war es mitunter zu langen Staus gekommen, der Warenverkehr war unterbrochen. Auch Arbeitnehmer hatten Probleme. Eigentlich gibt es im Schengenraum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Grenzkontrollen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte seither mehrfach, dass er erneute Grenzkontrollen zu Nachbarländern vermeiden wolle

Iran meldet so viele Todesfälle an einem Tag wie noch nie

15.06 Uhr: Der Iran hat einen Rekord bei der Anzahl der Corona-Toten gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag starben binnen 24 Stunden 272 Patienten an dem Virus. Im gleichen Zeitraum habe es zudem über 4200 Neuinfektionen gegeben, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar aktuell bei fast 29.000, die der Infizierten bei über einer halben Million. Der Iran hat etwa so viel Einwohner wie Deutschland.

Zu den Infizierten gehören auch Vizepräsident Mohammed Bagher Nobacht und Atomchef Ali-Akbar Salehi, die sich unter ärztlicher Betreuung in häuslicher Isolierung befinden. Der drastische Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Wochen hat in einigen Großstädten zu Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten geführt. In der Hauptstadt Teheran fehlen laut dem Corona-Krisenstab auch Krankenbetten. Daher sollen nur Corona-Notfälle in die Krankenhäuser gebracht werden.

Ischgl-Kommissionsbericht sieht "schwere Fehler" beim Corona-Management

14.38 Uhr: In der Aufarbeitung des vielfach kritisierten Krisenmanagements im österreichischen Skiort Ischgl, der Anfang März zu einem der ersten Corona-Hotspots Europas wurde, hat eine Expertenkommission schwere Fehler beim Umgang mit dem Ausbruch festgestellt. So sei der Betrieb der Seilbahnen und Skibusse einen Tag zu spät eingestellt worden, auch bei der Kommunikation rund um den Ausbruch seien Fehler begangen worden. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zu den Erkenntnissen der Kommission.

Vatikan in Sorge: Vier Schweizergardisten positiv getestet

14.14 Uhr: Im Vatikan gibt es einen Corona-Ausbruch: Vier Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde sind positiv auf das Coronavirus getestet worden und haben Symptome. Das bestätigte Vatikansprecher Matteo Bruni am Montag. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus (83) und seine Residenz. Außerdem habe es "in den letzten Wochen" drei andere Corona-Fälle in dem kleinen Kirchenstaat gegeben.

Am 4. Oktober wurden die neuen Rekruten der Schweizergarde vereidigt.

Am 4. Oktober wurden die neuen Rekruten der Schweizergarde vereidigt.

Foto: Gregorio Borgia / dpa

Die vier infizierten Wachleute seien isoliert worden, schrieb der Sprecher. Weitere Überprüfungen von Kontaktpersonen liefen, nachdem die Fälle am Wochenende aufgefallen seien.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa zuvor unter Berufung auf den Schweizer Sender SRF berichtet hatte, wurden die Anti-Corona-Vorkehrungen im Vatikan in einer Anweisung verschärft. Die Quartiere würden strenger als bisher abgeschottet. Bruni teilte mit, dass "alle Wachen, ob im Dienst oder nicht", inzwischen drinnen und draußen Schutzmasken tragen müssten.

Die katholische Medienplattform "Vatican News" hatte Anfang Oktober berichtet, dass die Gardisten wegen Corona zur "Vorsicht im Umgang mit dem Papst" aufgefordert seien. Mundschutz und Abstand seien geboten. Allerdings erzählte ein junger Mann, der zu seiner Rekrutenvereidigung interviewt wurde, dass Franziskus ihm auch schon die Hand gedrückt habe.

Im Vatikan, wo weniger als 1000 Menschen leben, hatte es bei Kirchenmännern und Mitarbeitern in den vergangenen Monaten mehrfach einige Fälle von Sars-CoV-2-Infektionen gegeben. Zuletzt war wie in Italien eine Maskenpflicht auch im Freien eingeführt worden. In Italien mit seinen 60 Millionen Einwohnern ist die Sorge wegen einer neuen Covid-19-Welle gestiegen, nachdem mehrere Tage in Folge über 5000 Neuinfektionen gezählt worden waren.

München verbietet späten Alkoholausschank

14.06 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen in München schränkt die Stadtverwaltung den Alkoholkonsum ein. Ab Mittwoch darf in Wirtshäusern und anderen Gaststätten nach 22.00 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, wie das Rathaus nach einer Krisensitzung der Stadtspitze am Montag mitteilte. Am nächsten Wochenende gilt an mehreren bekannten Treffpunkten auch wieder ein abendliches Freiluft-Trinkverbot. In der Innenstadt müssen Fußgänger auf dem Marienplatz, am Stachus und einigen weiteren Örtlichkeiten wieder Masken tragen. Private Treffen sind noch zu maximal fünft erlaubt. Das soll bis zum 27. Oktober gelten.

Berlins Innensenator will zunächst keine neuen Versammlungsbegrenzungen

13.51 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel hat sich für Zurückhaltung bei der Einschränkung der Versammlungsfreiheit ausgesprochen. "Jeder weiß, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit wieder einen großen Eingriff bedeuten würde. Da darf es keine Schnellschüsse geben. Daher haben etwaige Überlegungen bislang keine Rolle bei den Beratungen gespielt", sagte der SPD-Poltiker am Montag. Gleichzeitig müsse man schauen, "eine Situation wie im Frühjahr" zu vermeiden. Damals waren Kontaktbeschränkungen durchgesetzt worden, die Treffen von Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit eingeschränkt hatten.

Corona-Sorge auf Sylt: Über 100 Partygäste lassen sich testen

13.29 Uhr: Nach einer Party in einer Sylter Bar, auf der auch ein Corona-infizierter Mann war, haben sich 102 Gäste beim Gesundheitsamt gemeldet. "Davon ist der Großteil Sylter", sagte eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 83 der 102 Personen stammen von der Insel. Sie sollten voraussichtlich noch am Montag getestet werden. Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet. Für die übrigen Gäste sind deren örtliche Gesundheitsämter zuständig.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes in Husum hatte der Infizierte vor dem Auftreten erster Symptome und einem Test das "American Bistro" in Westerland besucht. Nach seiner Erinnerung seien dort in der Nacht zum 4. Oktober 70 bis 100 Menschen anwesend gewesen.

Poroschenko aus Krankenhaus entlassen

13.14 Uhr: Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus ist der frühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sein Zustand habe sich verbessert, teilte seine Partei Europäische Solidarität am Montag in Kiew mit. Der 55-Jährige war vor knapp anderthalb Wochen nach seiner Erkrankung mit einer beidseitigen Lungenentzündung in eine Spezialklinik gekommen. Auch eine seiner beiden Töchter musste stationär behandelt werden. Der prowestliche Politiker hatte die Ukraine von 2014 bis 2019 regiert.

Mehr britische Covid-19-Patienten in Krankenhäusern als zu Beginn der Pandemie

12.52 Uhr: In Großbritannien werden aktuell mehr Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt als im Frühjahr. "Wir haben jetzt mehr Patienten mit Covid-19 in den Krankenhäusern als kurz vor dem Beginn des kompletten Lockdowns am 23. März", sagte der nationale Gesundheitsberater Stephen Powis am Montag in London. Angesichts stark steigender Fallzahlen wollte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkünden.

Insbesondere der Norden des Landes ist massiv betroffen. Während sich im Spätsommer vor allem jüngere Menschen infizierten, nehmen die Fallzahlen nun auch in den älteren Gruppen wieder zu - und damit auch die schweren Verläufe. Großbritannien ist bislang das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa: Der Statistikbehörde zufolge gibt es etwa 58.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

Berlin plant keine kostenlosen Corona-Tests für Inlandsreisende

12.36 Uhr: Kostenlose Corona-Tests für Berliner, die in den Herbstferien in Deutschland verreisen wollen, sind nicht absehbar. "Dazu ist bisher nichts geplant", teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag auf Anfrage mit. In den meisten Bundesländern dürfen Urlauber aus Gebieten mit Neuinfektionszahlen über der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner pro Woche nur dann beherbergt werden, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. In Berlin, wo der Wert am Sonntag bei 61,3 lag, haben die Herbstferien am Montag begonnen.

Nordrhein-Westfalen will kostenlose Tests für Deutschland-Reisende aus nordrhein-westfälischen Risikogebieten in den Herbstferien ermöglichen. Nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums vom Samstag gibt es bereits einen entsprechenden Erlass. Wer aus einer Region komme, in der der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erreicht oder überschritten sei und für eine innerdeutsche Reise einen negativen Test brauche, solle sich kostenfrei testen lassen können.

Brandenburgs Gastgewerbe will gegen Beherbergungsverbot vorgehen

12.25 Uhr: Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Brandenburg erwägt juristische Schritte gegen ein coronabedingtes Beherbergungsverbot. "Wir werden prüfen (...), dass wir eine einstweilige Verfügung für Brandenburg ansetzen gegen das Beherbergungsverbot", sagte Brandenburgs Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nicht sinnvoll, wenn Gäste tagsüber eine Hochzeitsfeier feiern könnten, aber nicht übernachten dürften, wo sie niemanden ansteckten. Der Verband rechnet wegen des Übernachtungsverbots für Gäste aus Corona-Hotspots mit großen wirtschaftlichen Ausfällen. Die Hoteliers bekämen bereits massenhaft Stornierungen herein.

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. In Brandenburg gilt dies seit Juni für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Gäste aus dem Nachbarland Berlin dürfen deshalb nicht mehr in Brandenburg übernachten. Besuche und Ausflüge sind aber noch erlaubt.

Update, 15.00 Uhr: Auch ein Hotelier aus dem Harz will nach Angaben des Dehoga-Niedersachsen gerichtlich gegen das Beherbergungsverbot des Landes vorgehen. Im Laufe der Woche solle eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht werden, so Hauptgeschäftsführer Rainer Balke. "Wir hoffen, dass die so schnell wie möglich tätig werden." 

Balke kritisierte, das Urlaubsverbot für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots treffe das Kerngeschäft der Tourismusindustrie, obwohl es bisher keine großen Corona-Ausbrüche in der Branche gegeben habe. "Das Ganze ist wie erwartet in Chaos gemündet", sagte Balke. Viele Urlauber wollten demnach ihre Reisen stornieren und das Geld zurück haben, obwohl ihr Herkunftsort nicht von dem Verbot betroffen sei.

1. FC Köln hofft weiter auf Fan-Rückkehr

12.10 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen macht sich Alexander Wehrle weiter für eine Teilrückkehr der Fans stark. "Wir sollten uns grundsätzlich fragen, ob wir nur den Inzidenzwert betrachten oder das umfangreiche Hygienekonzept der Klubs heranziehen. Unseres ist als tragfähig und hervorragend eingestuft worden. Nicht nur ich frage mich, ob die bundesweit einheitliche Teamsport-Schutzverordnung noch zeitgemäß ist", sagte der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln am Montag dem "Kölner Stadtanzeiger".

Auch im Derby gegen Borussia Mönchengladbach blieben in Köln die meisten Sitze leer, nur 300 Zuschauer durften ins Stadion

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Mika Volkmann / imago images/Mika Volkmann

Auch andere Städte mit Erstligisten stehen kurz davor, den für die Deutsche Fußball Liga (DFL) wichtigen Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche zu übertreffen. Nur wo dieser Wert unterschritten wird, wäre eine Auslastung von bis zu 20 Prozent der Stadionkapazität möglich. Bleibt es beim Grenzwert von 35, plädiert das DFL-Vorstandsmitglied Wehrle dafür, den Speckgürtel rund um die Stadt mit in die Bewertung einzubeziehen: "50 Prozent unserer Dauerkartenkunden kommen nicht aus Köln."

Bleiben die Zuschauer weiterhin aus, werde es auch für den FC finanziell immer schwieriger. "Was die Liquidität angeht, ist die Saison aber komplett durchfinanziert. Doch sollte es die ganze Saison über bei Geisterspielen bleiben, müssten wir uns Fremdkapital besorgen", sagte Wehrle. Laut FC wurden vier Geisterspiele einkalkuliert. Danach hat der Klub mit rund 10 000 Zuschauern pro Partie gerechnet.

Maskenpflicht an Schulen: Wie steht es um die Grundrechte?

12.01 Uhr: Eine der größten Herausforderungen in der Corona-Pandemie ist es, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, ohne das Infektionsgeschehen zu beschleunigen. Dabei helfen sollen Abstandsregeln und Maskenpflicht - doch gegen die regt sich vereinzelt Widerstand, auch juristisch. Rechtsanwältin Sibylle Schwarz erklärt, welche Fragen die Gerichte derzeit beschäftigen.

Welthungerhilfe: Corona "wie ein Brandbeschleuniger" für den Hunger weltweit

11.25 Uhr: Die Welthungerhilfe befürchtet eine starke Zunahme von Hunger und Armut weltweit durch die Corona-Pandemie. Besonders in Afrika südlich der Sahara und in Südasien sei die Situation schon vor der Pandemie alarmierend gewesen, sagte die Präsidentin der Organisation, Marlehn Thieme, am Montag bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2020 in Berlin. "Covid-19 wirkt wie ein Brandbeschleuniger." Zusätzlich werde die Situation durch die Folgen des Klimawandels wie zunehmende Dürrekatastrophen verschärft.

Nach dem Welthungerindex litten Ende 2019 rund 690 Millionen Menschen unter chronischem Hunger, weitere 135 Millionen seien von einer akuten Ernährungskrise betroffen gewesen. Insgesamt seien Menschen in 50 Ländern - ein Viertel aller Länder weltweit - von Hunger und Unterernährung betroffen. In 14 Ländern habe sich die Situation seit 2012 sogar verschlechtert.

Die Welthungerhilfe befürchtet nun, dass das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2030 auf "Null Hunger" zu kommen, weit verfehlt werden könnte. "Wenn wir bei der Hungerbekämpfung weiter so machen wie bisher, werden es 37 Länder bis 2030 nicht schaffen, ein niedriges Hungerniveau zu erreichen", sagte Thieme. Die Fortschritte seien infolge von Ungleichheit, Konflikten, Vertreibung und Klimawandel viel zu gering.

Mafia-Prozess in Düsseldorf wegen Quarantäne unterbrochen

11.15 Uhr: Der Auftakt des großen Mafia-Prozesses im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit 14 Angeklagten ist wegen der Corona-Quarantäne eines der Beschuldigten unterbrochen worden. Er soll erst am Freitag fortgesetzt werden. Das beschloss die Kammer am Montag. Zur Anklageverlesung kam es nicht. Der Prozess solle mit allen Verfahrensbeteiligten stattfinden, so die Kammer.

Laut Staatsanwaltschaft sind fünf der Angeklagten im Alter von 31 bis 56 Jahren Mitglieder der 'Ndrangheta, die als mächtigste Mafiaorganisation weltweit gilt und den internationalen Kokainhandel kontrolliert. Die Mutter des betroffenen Angeklagten sei erkrankt und positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Kammer sei vom Anwalt des Beschuldigten in der Nacht zum Montag unterrichtet worden, dass dieser am Samstag seine Mutter besucht habe, als noch nicht klar gewesen sei, dass sie infiziert ist.

Südkorea lockert Kontaktbeschränkungen

10.59 Uhr: Angesichts eines Abwärtstrends bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat Südkorea die Regeln zur Vermeidung sozialer Kontakte wieder gelockert. So können seit Montag landesweit als Hochrisiko-Orte eingestufte Einrichtungen wie Nachtklubs, Karaokebars, Buffetrestaurants und Fitnessstudios wieder öffnen, sofern Masken getragen und Gästelisten geführt werden. Auch können die Menschen wieder Kirchen für Gottesdienste oder Stadien für Spiele der professionellen Fußball- und Baseball-Ligen besuchen, solange eine Obergrenze von 30 Prozent der Platzkapazitäten eingehalten wird. Die Behörden vermeldeten zugleich einen leichten Anstieg bei den täglich erfassten Corona-Fällen auf fast 100.

Die Behörden warnten angesichts der gelockerten Abstandsregeln die Bürger vor zu großer Nachlässigkeit bei den Schutzmaßnahmen. "Wir müssen einen Mittelweg zwischen unserer täglichen Routine und den Quarantänemaßnahmen finden", sagte Yoon Tae-ho vom Gesundheitsministerium.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in Südkorea auch unter freiem Himmel Alltag

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in Südkorea auch unter freiem Himmel Alltag

Foto: Ahn Young-Joon / dpa

Die Entscheidung für die Lockerungen hatte die Regierung am Sonntag getroffen. Der Durchschnittswert bei den lokalen Infektionen war den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Wochen auf weniger als 60 am Tag und die Reproduktionsrate auf unter 1 gefallen - das heißt, eine infizierte Person steckt im Schnitt weniger als eine weitere an.

Am Sonntag wurden nach Angaben der Behörden 97 neue Fälle erfasst. Die Gesamtzahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 kletterte demnach auf 24.703. Bisher wurden in dem 52-Millionen-Einwohner-Land 433 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gemeldet. Die meisten lokalen Neuinfektionen gab es in Seoul und der umliegenden Region.

Frankreichs Premierminister schließt lokale Lockdowns nicht aus

09.48 Uhr: Der starke Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Frankreich könnte zeitnah neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens mit sich bringen - zumindest auf lokaler Basis. "Nichts darf ausgeschlossen werden", sagte Frankreichs Premierminister Jean Castex am Montag gegenüber France Info auf die Frage nach neuen Ausgangsbeschränkungen. Landesweite Maßnahmen wie zu Beginn der Pandemie sollten jedoch verhindert werden.

In mehreren Städten Frankreichs, darunter Paris, Marseille, Lyon und Lille, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Dort mussten Bars und gastronomische Betriebe, die keine Speisen anbieten, für zwei Wochen schließen. Castex bestätigte, dass dies nun auch für Toulouse und Montpellier gelten solle. Am Samstag waren im Land 26.896 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden - so viele wie noch nie zuvor. Für den Sonntag wurden mehr als 16.000 Neuinfektionen gemeldet.

Umfrage: Mehrheit erwartet weitere Corona-Welle 2021

09.20 Uhr: Die Mehrheit der Bundesbürger geht auch für das Jahr 2021 nicht von einem echten Abflauen der Infektionszahlen aus. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Ergo-Versicherung. Demnach bejahten 60 Prozent der Befragten "voll" oder "eher", dass sie Sorge vor einer weiteren Corona-Welle im kommenden Jahr haben.

Am verbreitetsten sind die Bedenken unter den 18- bis 30-Jährigen mit 70 Prozent, am wenigsten Sorgen sich die 31- bis 40-Jährigen (54 Prozent). Gleichzeitig gaben 91 Prozent der Befragten an, sich an die Verhaltensregeln zum Infektionsschutz zu halten. Für die Onlineumfrage wurden den Angaben zufolge vom 11. bis 18. September 1000 Menschen ab 18 Jahren vom Marktforschungsinstitut "Heute und Morgen" befragt.

Größte Angst mit Blick auf die Coronakrise ist demnach, selbst zu erkranken mit 23 Prozent. Aber auch eine Spaltung der Gesellschaft nennen 20 Prozent, eine Erkrankung von Angehörigen 18 Prozent. Am meisten Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes haben demnach 5 Prozent. Als größte Hoffnungen in Zusammenhang mit der Coronakrise nennen 28 Prozent positive Auswirkungen auf die Umwelt wie eine bessere Luftqualität und 20 Prozent die Entwicklung digitaler Lösungen wie Onlineunterricht oder Homeoffice.

Niedersachsen will Ampelsystem für Schließung von Schlachthöfen

08.21 Uhr: Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat ein Ampelsystem zur Vereinheitlichung der Entscheidungen über Schlachthofschließungen angekündigt. "Mit dieser Hilfestellung können die Landkreise entscheiden, ob ein Schlachthof bei einem Corona-Ausbruch komplett geschlossen oder nur der Betrieb reduziert werden muss", sagte Otte-Kinast der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). Eine solche Ampel solle dazu führen, dass die Entscheidungen landesweit vereinheitlicht werden.

Das Wiederhochfahren der Schlachtung im Schweineschlachthof im Landkreis Emsland bringt nach Angaben von Otte-Kinast eine "gewisse Erleichterung". Sie sagte der Zeitung zufolge, dass dort ab Montag wieder 4000 Schweine pro Tag geschlachtet werden können. Nach Angaben der Zeitung werden dort unter normalen Bedingungen bis zu 10.000 Schweine pro Tag geschlachtet.

Die Landwirte hatten zuletzt angesichts coronabedingt weiter abnehmender Schlachtkapazitäten in Deutschland Hilfe von Politik und Verwaltung gefordert. Die Schlacht- und Zerlegekapazitäten sind schon seit Wochen aus Infektionsschutzgründen reduziert. Dadurch können zahlreiche Schweine nicht geschlachtet werden - und es kommt zu einem sogenannten Schweinestau.

München und Duisburg überschreiten erneut Corona-Warnstufe

08.02 Uhr: Die Stadt München hat in der Corona-Pandemie erneut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,6 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Auch die Landkreise Regen und Fürstenfeldbruck sowie die Städte Memmingen und Rosenheim in Bayern übersteigen derzeit den kritischen Wert.

Seit Beginn der Coronakrise haben die Gesundheitsämter laut RKI in der Landeshauptstadt München 12.592 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet. München hatte bereits den Corona-Warnwert überschritten und in der Folge verschärfte Corona-Regeln umgesetzt. Der Stadt zufolge bleiben bis einschließlich Donnerstag Treffen im privaten und öffentlichen Raum sowie in der Gastronomie nur in Gruppen von maximal zehn Personen gestattet. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Im Zuge der Verschärfung war auch der Alkoholkonsum eingeschränkt worden.

Auch in Duisburg liegt der Wert bei über 50 (50,1; Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Coronakrise haben die Gesundheitsämter in der Stadt 3251 nachweisliche Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

Am Sonntag hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einheitliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots angekündigt. Sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden.

Giffey fordert Konsequenzen bei "massiven Verstößen" gegen Corona-Regeln

07.43 Uhr: Bundesjugendministerin Franziska Giffey (SPD) plädiert dafür, insbesondere unter jungen Menschen stärker für die Corona-Regeln zu werben. Es gehe darum, für die Gefahren des Virus zu sensibilisieren und den Dialog zu suchen, sagt Giffey in der ARD. Bei "massiven Verstößen" müsse es aber ein konsequentes Vorgehen geben. "Ich glaube, dass wir wieder zurückkehren zu einer Unbeschwertheit, aber da sind wir noch nicht", ergänzt sie. "Es ist jetzt nicht die Zeit für große Partys."

Expertenkommission berichtet über Corona-Krisenmanagement in Ischgl

07.07 Uhr: Sieben Monate nach dem umstrittenen Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl wird am Montag (13 Uhr) der Bericht einer unabhängigen Expertenkommission zu möglichen Fehlern erwartet. Die Kommission hat für den Bericht insgesamt 53 Menschen befragt, darunter Betroffene, Vertreter der Seilbahn- und der Tourismuswirtschaft sowie Verantwortliche auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Der 1600-Einwohner-Ort in Tirol gilt nicht zuletzt wegen der dortigen Feiern beim Après-Ski als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas. Auch viele deutsche Gäste steckten sich hier an.

Kitzloch in Ischgl: Vom Après-Ski-Lokal zum Corona-Superspreader

Kitzloch in Ischgl: Vom Après-Ski-Lokal zum Corona-Superspreader

Foto: Jakob Gruber / dpa

Aus Sicht der Kritiker erfolgten die Maßnahmen wie die Schließung von Bars, des Skigebiets und schließlich die Quarantäne über das gesamte Paznauntal am 13. März zu spät. Jüngste Recherchen von ORF und dem Nachrichtenmagazin "Profil" wiesen auf Indizien hin, dass Verantwortliche früher als bisher bekannt von der Gefahr wussten. Das Land Tirol hat diese Behauptungen stets vehement zurückgewiesen. Der Ischgler Bürgermeister Werner Kurz betonte in einem Interview mit der Zeitung "Kurier" (Samstag), dass die Gemeinde "alles nach bestem Wissen und Gewissen umgesetzt" habe, was die Behörden vorgegeben hätten.

In Ischgl war am 7. März ein Barkeeper im Kitzloch positiv getestet worden. Am nächsten Tag wurde bekannt, dass 14 erkrankte Isländer im Kitzloch zu Gast waren und sich drei weitere in Tirol positiv getestete Personen in Ischgl aufgehalten hatten. Die Bar wurde am 9. März behördlich gesperrt. Am Tag darauf wurden alle Après-Ski-Lokale im Ort geschlossen. Außerdem wurde das Ende der Skisaison verfügt. Am 13. März wurde das Tal, in dem sich etwa 8000 Urlauber aufhielten, unter Quarantäne gestellt. Noch bevor die Behörden die Abreise der ausländischen Touristen kontrollierten, verließen viele Gäste die betroffenen Ortschaften. Das Ausmaß der Verbreitung des Virus in Ischgl machte im Juni eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck klar. Danach hatten 42,2 Prozent der Ischgler Bevölkerung Antikörper, ein weltweiter Spitzenwert.

Bei einem Verbraucherschutzverein, der die Interessen der Geschädigten vertreten will, haben sich inzwischen mehr als 6000 Tirol-Urlauber aus 45 Staaten gemeldet. Tausende Corona-Infektionen in Europa sollen auf Menschen, die in Tirol Urlaub gemacht haben, zurückzuführen sein. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt zudem gegen vier Verdächtige wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

2467 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

06.21 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen 2467 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3483 gelegen, nachdem am Samstagmorgen 4721 Neuinfektionen gemeldet worden waren. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am vergangenen Montag waren 1382 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 325.331 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9621. Das waren sechs mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es 276.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,40 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Sonntag bei 1,37 (Vortag: 1,43). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Studie: Coronavirus überlebt auf glatten Oberflächen bis zu 28 Tage

05.49 Uhr: Das neuartige Coronavirus kann laut einer Studie auf glatten Oberflächen wie Handys und bestimmten Geldscheinen bis zu 28 Tage lang überleben. Die Überlebensdauer des Erregers ist nach der am Montag veröffentlichten Untersuchung aus Australien allerdings stark von den Temperaturverhältnissen abhängig - sie sinkt, je höher die Temperatur ist.

So stellten die Forscher der Wissenschaftsbehörde CSIRO fest, dass das Virus bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius "extrem robust" ist. Bei dieser Temperatur ist der Erreger demnach in der Lage, 28 Tage lang auf Glas, Stahl und Geldscheinen aus Kunststoff zu überleben. Bei 30 Grad betrug seine Überlebensdauer hingegen nur noch sieben Tage, bei 40 Grad lediglich 24 Stunden.

Auf porösen Oberflächen wie etwa Baumwolle ist die Überlebensdauer des Virus der Studie zufolge generell niedriger: Sie beträgt demnach abhängig von der Temperatur zwischen 14 Tagen und weniger als 16 Stunden.

CSIRO-Direktor Trevor Drew warnte auf Grundlage der Studie im Sender ABC vor den von Gegenständen wie Handys ausgehenden Infektionsrisiken. Wer solche Materialien berühre und sich anschließend etwa die Finger lecke oder an die Nase oder Augen fasse, könne sich unter Umständen noch mehr als zwei Wochen nach der Verseuchung des angefassten Objektes anstecken.

Städtetag findet Beherbergungsverbot "nicht durchdacht"

04.24 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetages, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, hat sich dafür ausgesprochen, das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten zurückzunehmen. Die Regelung sei "nicht durchdacht, da wird man noch mal rangehen müssen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Denn wir haben keine Hinweise darauf, dass Hotels oder der Verkehr mit Bus und Bahn Hotspots sind. Die Hotspots entstehen ganz woanders." Er rechne damit, dass Bund und Länder bei ihrem nächsten Gespräch noch einmal über das Thema reden.

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Jung machte zugleich klar, dass die Lage ernst sei. "Wir müssen uns alle an die Regeln halten, um die Zahl der Corona-Infektionen wieder nach unten zu drücken. Ausgelassene Partys feiern geht zum Beispiel in nächster Zeit nicht. Wir müssen es wieder hinbekommen, wie im Frühjahr ganz viel Disziplin und Rücksicht zu üben." Einen zweiten Lockdown müsse man unbedingt verhindern.

Chinesische Stadt Qingdao: Massentests für neun Millionen Menschen

04.45 Uhr: In der chinesischen Metropole Qingdao sollen laut Regierungsangaben innerhalb von fünf Tagen alle rund neun Millionen Bewohner auf Covid-19 getestet werden. Die Stadt verzeichnet in den vergangenen 24 Stunden sechs neue sowie sechs asymptomatische Fälle. Die meisten Infektionen sind im Zusammenhang mit dem Qingdao Chest Hospital aufgetreten, das infizierte Rückkehrer nach China behandelt.

Liverpool verschärft Lockdown

02.49 Uhr: In der Stadt Liverpool wird infolge steigender Corona-Fallzahlen die höchste von drei Alarmstufen ausgerufen. "Pubs und Bars, Wettbüros, Casinos und Spielhallen sowie Fitnessstudios werden geschlossen", teilt Bürgermeister Steve Rotheram mit.

Partygänger in Liverpool (Foto vom 10. Oktober 2020)

Partygänger in Liverpool (Foto vom 10. Oktober 2020)

Foto: LINDSEY PARNABY / AFP

Großbritannien führt neue Warnstufen ein

0.39 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gibt am Montag ein neues dreistufiges Corona-Warnsystem bekannt. Mit den Alarmstufen sollen Beschränkungen für verschiedene Teile Englands besser angepasst werden. "Unser Hauptaugenmerk lag immer darauf, Leben und Lebensgrundlagen zu schützen und gleichzeitig die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren. Diese Maßnahmen werden dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen", sagt ein Regierungssprecher. Nordengland ist derzeit besonders stark von einem erneuten Anstieg der Infektionen betroffen.

Altmaier: Keinen Grund für zweiten generellen Lockdown

00.14 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht entgegen den Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) keine Notwendigkeit für einen zweiten generellen Lockdown. "Wir haben gelernt aus den letzten sechs Monaten - wir wissen heute, was gefährlich ist und was nicht. Es gibt überhaupt gar keinen Grund für einen zweiten generellen Lockdown", sagt Altmaier im Politik-Talk "Die richtigen Fragen" auf Bild-Live. Er sehe keine Veranlassung und keinen Grund, über einen allgemeinen Lockdown nachzudenken oder zu entscheiden.

gro/sug/wit/jon/cev/pgo/dpa/AFP/Reuters
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