+++ News-Update am 12. September +++ Dresdner Sinfoniker geben Pandemie-Konzert von Hochhausdächern

In der sächsischen Landeshauptstadt ertönen Alphörner von Plattenbauten. Und: Die Bundesländer fordern eine einheitliche Zuschauer-Richtlinie für Sport-Fans. Der Überblick.
Alphorn-Quartett auf dem Hochhaus: Konzert "Himmel über Prohlis" in Dresden

Alphorn-Quartett auf dem Hochhaus: Konzert "Himmel über Prohlis" in Dresden

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

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Mehr als tausend Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

22.10 Uhr: Erneut haben sich zahlreiche Menschen in den USA mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden gab es nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC 46.046 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der Infizierten auf knapp 6,43 Millionen. Es gab zudem 1035 weitere Tote, deren Gesamtzahl summiert sich damit auf 192.388.

Erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen pro Tag in Frankreich

21.25 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Neuinfektionen erstmals auf mehr als 10.000 gestiegen. Binnen 24 Stunden habe es 10.561 neue Fälle gegeben, teilen die Behörden mit. Die höchste Zahl bislang hatte es am Donnerstag mit 9843 gegeben.

Die Zahl der Toten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen stieg innerhalb eines Tages um 17 auf 30.910. Der Anstieg der Corona-Fallzahlen hatte die Regierung dazu veranlasst, weitere Beschränkungen zu verhängen.

Dresdner Sinfoniker spielen von Hochhausdächern in Plattenbaugebiet

18:21 Uhr: Die Dresdner Sinfoniker haben ein außergewöhnliches Konzert in Pandemiezeiten gegeben. Mit 16 Alphörnern, neun Trompeten und vier Tubas spielten sie im Plattenbaugebiet Prohlis in der sächsischen Landeshauptstadt in fast 50 Metern Höhe auf den Dächern von Hochhäusern. Auf dem Parkdeck eines Einkaufszentrums wurden zudem vier chinesische Dagu-Trommeln postiert.

Mit diesem beispiellosen Konzert wollten die Sinfoniker nach eigenen Angaben "auf ihre Weise den Herausforderungen der Corona-Pandemie" begegnen. Allein die räumliche Dimension zwischen den Wohnhäusern habe es Musikern wie Publikum erlaubt, Musik unter Einhaltung der Mindestabstände wieder live zu erleben.

Aufgeführt wurde unter anderem ein vom Komponisten Markus Lehmann-Horn eigens dafür geschriebenes Werk.

Die Dresdner Sinfoniker gehören nach eigenen Angaben zu den führenden Sinfonieorchestern für zeitgenössische Musik. Das Ensemble arbeitet ausschließlich für Projekte zusammen. Darunter sind beispielsweise Mitglieder der Dresdner Philharmonie und der Sächsischen Staatskapelle.

Sicherheit bestätigt: Pharmakonzern nimmt Tests von Corona-Impfstoff wieder auf

16:50 Uhr: Wenige Tage nach der Unterbrechung der klinischen Tests seines Corona-Impfstoffs hat der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca die Versuche wieder aufgenommen. Nachdem die zuständige Aufsichtsbehörde die Sicherheit bestätigt habe, seien die Tests des Impfstoffs AZD1222 am Menschen in Großbritannien wieder angelaufen, teilte das Unternehmen mit.

Am Mittwoch hatte AstraZeneca mitgeteilt, dass es die klinischen Tests "freiwillig ausgesetzt" habe, nachdem ein Proband krank geworden sei. Woran der Patient erkrankte, wurde nicht mitgeteilt.

Ein unabhängiges Expertengremium prüfte den Fall daraufhin. Ebenso wie AstraZeneca erklärte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass eine solche Unterbrechung einer Testreihe eine Routinemaßnahme sei. In seiner Erklärung vom Samstag versicherte der Pharmakonzern, dass er sich der "Sicherheit von Testteilnehmern und den höchsten Standards bei klinischen Tests verpflichtet" fühle.

Corona-Demos in Hannover und Wiesbaden

16:22 Uhr: Nicht nur in München haben Tausende Menschen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert. Auch in Hannover und Wiesbaden gingen etliche Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen verliefen zunächst friedlich, doch die Polizei war vorbereitet. 

In Hannover gingen nach Polizeiangaben etwa 1100 Demonstranten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße. Der Zug in der Innenstadt musste zwischendurch einen Stopp einlegen. Die Teilnehmer wurden vom Veranstalter aufgefordert, den Mindestabstand untereinander einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Eine Rednerin sprach von einer "Fake-Pandemie" und sagte mit Bezug auf die Bundesregierung: "Sie nehmen uns unsere Menschenrechte ab". Eine private Initiative hatte den "Walk to freedom" (Gang zur Freiheit) angemeldet. 

In der Stadt gab es auch mehrere Gegendemonstrationen, etwa von der Linken Jugend und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Ihr Motto lautete: "Für Gesundheitsschutz und gegen Verschwörungstheorien". 

Auch in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden startete am Samstagnachmittag eine Protestaktion. Genaue Teilnehmerzahlen nannte die Polizei zunächst nicht. Die Protestaktion ist nach Angaben der Stadt für bis zu 3000 Personen angemeldet worden. 

30 bis 40 Prozent: Bundesländer fordern einheitliche Zuschauer-Rückkehr

15.07 Uhr: In der Debatte um die Rückkehr von Fans in die Stadien und Sporthallen drängt eine große Mehrzahl der Bundesländer offenbar auf eine einheitliche Lösung. Wie das ZDF am Samstag berichtete, arbeiten die Chefs der Staatskanzleien an einer bundesweiten Richtlinie, die eine maximale Sportstättenauslastung von 30 bis 40 Prozent vorsieht. Diese Regelung solle ausdrücklich nicht nur für den Fußball gelten, sondern auch alle weiteren bundesweiten Sportveranstaltungen betreffen. 

Am 27. August hatten die Chefs der Staatskanzleien eine Frist für einen gemeinsamen Vorschlag bis Ende Oktober festgelegt. Nun sollen "deutlich früher einheitliche Voraussetzungen" geschaffen werden, heißt es im Bericht des ZDF. Neben der Zulassung von rund einem Drittel der Zuschauer ist vorgesehen, dass weiterhin keine Gästefans in den Sportstätten Eintritt erhalten sollen. Auch der Ausschank von Alkohol bleibt vorerst untersagt.

Übertragungsfehler ließ Corona-Zahlen auf Mallorca niedrig erscheinen

12.43 Uhr: Wegen einer fehlerhaften Übertragung von Corona-Daten der Balearen an das spanische Gesundheitsministerium in Madrid sind die Infektionszahlen einem Pressebericht zufolge tagelang zu niedrig ausgewiesen worden. So wurde die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aufgrund der Übertragungsfehler mit deutlich unter 50 angegeben, obwohl sie tatsächlich wesentlich höher lag, wie die "Mallorca Zeitung" am Samstag unter Berufung auf Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, berichtete. Nach den Daten der lokalen Gesundheitsbehörde ergebe sich eine Zahl von 120 bis 170 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Für ganz Spanien wird der Wert derzeit mit etwa 113 angegeben.

Die Grenze von 50 ist ein entscheidendes Kriterium für die Bundesregierung , eine Region oder ein Land als Risikogebiet einzustufen oder die Einschätzung auch wieder aufzuheben. Die Balearen mit der beliebten Urlauberinsel Mallorca sind seit Mitte August Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin wie auch in den Rest Spaniens.

Merkel: Große Mehrheit der Bürger trägt Corona-Maßnahmen mit

12.36 Uhr: Vor neuen Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Recht auf Kritik daran als Ausdruck von Demokratie und Meinungsfreiheit betont. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast dankte Merkel am Samstag allerdings "der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger", die diese Maßnahmen mittragen, auch aus Sorge "um die Schwächeren in der Gesellschaft". Dies habe geholfen, "eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie zu verhindern".

Merkel sagte weiter, ihr sei bewusst, "dass einige Menschen mit den Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie hadern" und "ich verstehe das". Viele der Entscheidungen für Einschränkungen seien auch ihr "sehr schwergefallen, die Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen des kulturellen Lebens seien "demokratische Zumutungen".

Erneut deutliche Zunahme von Corona-Neuinfektionen in Österreich

12.32 Uhr: In Österreich hat es erneut einen drastischen Anstieg der Corona-Infektionen gegeben. Innerhalb von 24 Stunden seien 869 neue Fälle registriert worden, teilte die Regierung am Samstag mit. Mehr als die Hälfte der Fälle - 444 - traten in der Hauptstadt Wien auf.

Österreichs Regierung hatte angesichts der steigenden Infektionszahlen am Freitag eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt: Unter anderem muss ab Montag in allen Geschäften, in öffentlichen Gebäuden und in Schulen außerhalb der Klassenräume ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Bisher galt in Österreich nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte, die Zahlen seien nicht mit denen vom Frühjahr vergleichbar, da mehr getestet werde als je zuvor, zuletzt waren es fast 15 000 Tests in 24 Stunden. Die Entwicklung sei trotzdem besorgniserregend.

Experte: Großbritannien könnte Kontrolle über Coronavirus verlieren

12.22 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. "Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren", sagte der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, dem Sender BBC am Samstag . Am Freitag hatte es in Großbritannien mehr als 3500 bestätigte Neuinfektionen gegeben - so hoch lagen die Zahlen zuletzt Mitte Mai.

Entgegen der zuletzt von Premierminister Boris Johnson forcierten Kampagne, die Briten sollten in ihre Büros zurückkehren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, riet der ehemalige Regierungsberater Walport, wenn möglich weiter zu Hause zu arbeiten. Da Schüler zurück in den Schulen und Studenten in den Universitäten seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren.

Spaniens 14-jährige Thronfolgerin Leonor in Quarantäne

10.54 Uhr: Spaniens Thronfolgerin Prinzessin Leonor hat sich nach Angaben des Königshauses in Quarantäne begeben, nachdem in ihrer Schule in Madrid ein Covid-19-Fall aufgetreten war. Wie die anderen Schüler der Einrichtung auch werde sich die 14-Jährige einem Corona-Test unterziehen, sagte ein Sprecher des Königshauses. Leonors Eltern, König Felipe und Königin Letizia, würden vorerst weiter ihren Tätigkeiten nachgehen.

In der vergangenen Woche hatte in Spanien für acht Millionen Kinder und Jugendliche die Schule begonnen. Wegen Corona-Fällen wurden einige Schulen und einzelne Klassen bereits wieder geschlossen. Spanien ist mit mehr als 566.000 bekannten Infektionen so stark von der Pandemie betroffen wie kein anderes Land in Westeuropa.

1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

10.35 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 258.480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 12.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test möglich

10.33 Uhr: Die italienische Ferieninsel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Einreisebestimmungen. Ankommende Passagiere sind "aufgerufen", einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Präsident der Region, Christian Solinas, am Freitagabend unterzeichnete. Alternativ können Einreisende auch online erklären, selbst einen Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben.

Wer ohne negatives Testergebnis anreist, kann sich übergangsweise innerhalb von 48 Stunden auf der Insel testen lassen, muss aber bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben. Darüber hinaus müssen Einreisende vor ihrer Ankunft online ein Formular ausfüllen und übermitteln. Zudem gilt ab Montag auch im Freien eine Maskenpflicht, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Steigende Infektionszahlen: Keine Tour-Fans auf dem Grand Colombier

09.04 Uhr: Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen werden bei der 107. Tour de France am Sonntag auf dem Grand Colombier keine Zuschauer zugelassen. Die Maßnahme der Präfektur im Département Ain betrifft dabei den Schlussanstieg der 15. Etappe zum 1501 Meter hohen Gipfel sowie den vorherigen Anstieg zum Col de la Biche.

Die Region gehört zu den 42 Départements, die inzwischen zur Roten Zone aufgrund der hohen Corona-Infektionen erklärt wurden. In Frankreich wurden am Donnerstag und Freitag jeweils fast 10.000 Neuinfektionen registriert. Durch die Einstufung als Rote Zone haben die Behörden vor Ort die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken.

Auch Lyon ist von der Corona-Pandemie aktuell wieder schwer betroffen. In der Großstadt werden im Zielbereich der 14. Etappe am Samstag keine Zuschauer zugelassen.

Erneut Rekordanstieg in Indien - 97.570 neue Fälle

07.05 Uhr: Mit 97.570 neuen Coronavirus-Fällen binnen 24 Stunden meldet Indien den zweiten Tag in Folge einen Rekordanstieg. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich auf 4,65 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. In keinem anderen Land steigen die Fallzahlen derzeit stärker als in Indien. Bei der Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen folgt Indien direkt auf die USA, die mit mehr als 6,4 Millionen Fällen weltweit an der Spitze liegen.

Mexiko meldet mehr als 70.000 Corona-Tote

06.25 Uhr: Mexiko hat am Freitag die Marke von 70.000 Corona-Toten überschritten. Allein in den vergangenen 24 Stunden starben 534 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf 70.183 stieg, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit wurden auch die pessimistischsten Prognosen übertroffen: Die Behörde hatte die Zahl der durch die Pandemie verursachten Todesfälle anfangs auf 8000 geschätzt, bevor sie in einem "Katastrophen"-Szenario von bis zu 60.000 Toten ausgegangen war.

Mexiko ist nach Zählungen der Nachrichtenagentur AFP das Land mit der vierthöchsten Todeszahl weltweit - nach den USA, Brasilien und Indien. Infiziert haben sich in dem lateinamerikanischen Land bislang insgesamt mehr als 658.000 Menschen.

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Größere Corona-Demonstrationen in München und Hannover erwartet

04.10 Uhr: Gegner der staatlichen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie wollen am Samstag in München und Hannover demonstrieren. In München genehmigten die Behörden den Organisatoren der sogenannten Querdenken-Demonstration nur unter strengen Auflagen eine stationäre Demonstration mit maximal tausend Teilnehmern auf der Theresienwiese. Parallel will ein linkes Bündnis gegen die Demonstration protestieren.

In Hannover gibt es eine ähnliche Protestlage. Dort erwarten die Veranstalter einer Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen etwa tausend Teilnehmer. Parallel wollen linke Gruppen gegen die Verbreitung von Verschwörungsmythen demonstrieren, angemeldet sind hier 300 Teilnehmer. In beiden Städten ist ein großes Polizeiaufgebot im Einsatz, nachdem es kürzlich in Berlin zu Ausschreitungen und einen Sturm auf den Reichstag gekommen war.

Datenschutzbeauftragter kritisiert Gastronomie für Umgang mit Corona-Kontaktdaten

03.07 Uhr: Wegen des Umgangs mit Corona-Kontaktdaten hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber die Gastronomie scharf kritisiert. "In einigen Restaurants und Cafés werden die einfachsten Regeln für eine datenschutzkonforme Erhebung von Kontaktdaten missachtet", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Daten der Gäste würden "viel zu lange aufbewahrt und es fehlen technische Sicherungsmaßnahmen", sagte Kelber.

Zudem übte er Kritik an offen liegenden Listen an den Eingängen sowie der Tatsache, dass häufig alle Beschäftigten des Betriebes Einblick in diese nehmen könnten. "Wer möchte, dass die Leute in diese Listen nicht Micky Maus reinschreiben und als Telefonnummer 123456, der sollte die Datenerhebung auf ihre Kernfunktion - den Infektionsschutz - zurückführen." Zum Beispiel könnten Umschläge auf die Tische gelegt werden, die dann sofort verschlossen werden. "Und nach 14 Tagen werden die Daten gelöscht, indem die verschlossenen Umschläge in den Reißwolf kommen", führte Kelber aus.

Der Datenschutzbeauftragte riet Bürgern indirekt dazu, Restaurants zu meiden, die unsachgemäß mit Corona-Kontaktdaten umgehen. 

Immunologe Fauci: Rückkehr zur Normalität nach Corona erst Ende 2021

01.25 Uhr: Der renommierte Immunologe Anthony Fauci erwartet für die USA eine Rückkehr zu normalen Lebensumständen erst Ende 2021 - selbst wenn es bereits in wenigen Monaten eine Coronavirus-Impfung geben sollte. So lange dürfte es dauern, bis genug Menschen für einen "Schutzschirm der Immunität" geimpft sind, sagte Fauci am Freitag zur Begründung. Zugleich rechnet er bei Corona-Impfstoffen lediglich mit einer Effizienz von 70 bis 75 Prozent.

"Ich wäre überrascht, wenn wir eine Impfung wie gegen Masern bekämen, die in 97 bis 98 Prozent der Fälle wirkt - und bei der man nur die Bevölkerung zu impfen braucht, um Masern verschwinden zu lassen", sagte Fauci dem Nachrichtensender CNN. "Ich denke nicht, dass das passieren wird. Ich würde eine zu 70 oder 75 Prozent effiziente Impfung akzeptieren." Das mache dann aber auch weiterhin zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich.

Die Menschen müssten sich noch auf einige Zeit darauf einstellen, Masken zu tragen, Abstand zu halten und Ansammlungen zu meiden, betonte Fauci. 

Brasilien überschreitet Schwelle von 130.000 Corona-Toten

01.17 Uhr: Brasilien hat mehr als sechs Monate nach dem ersten Coronavirus-Fall die Schwelle von 130.000 Corona-Toten überschritten. Am Freitag bestätigte das Gesundheitsministerium 874 Todesfälle und 43.178 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden, was die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 130.396 und die der Infizierten auf mehr als 4,2 Millionen stiegen ließ. Zuletzt waren die täglichen Opferzahlen jedoch nach unten gegangen.

Von Juni bis Mitte August zählte das Land täglich rund eintausend neue Todesfälle. In den vergangenen sieben Tagen waren es noch durchschnittlich knapp 700. Brasilien ist nach den USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Gefahr durch das neuartige Coronavirus wiederholt kleingeredet. Er bezeichnete die von dem Erreger ausgelöste Krankheit Covid-19 in der Vergangenheit als "kleine Grippe". Auch kritisierte Bolsonaro von brasilianischen Bundesstaaten verhängte Corona-Restriktionen.

oka/rai/kko/AFP/dpa/Reuters
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