Corona-News am Samstag Nobelpreisträger wollen Weihnachten in Frankreich vor der Coronakrise retten

In Frankreich droht ein neuer Lockdown, sogar über Weihnachten. Das wollen zwei Nobelpreisträger mit einer Advent-Schließung verhindern. Und: Gewalt bei Corona-Demos in London. Das war der Überblick am 26. September.
Weihnachtsbaum in der Galleries Lafayette (Archivbild)

Weihnachtsbaum in der Galleries Lafayette (Archivbild)

Foto: A2800 epa Horacio Villalobos/ dpa

Hier lesen Sie den Überblick über die Corona-Nachrichten von Samstag, 26. September.

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Israel: Proteste gegen Netanjahu auch im Lockdown

22.40 Uhr: In Israel sind trotz des zweiten landesweiten Lockdowns wieder Tausende Gegner von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf die Straße gegangen. Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Samstagabend vor Netanjahus Residenz in Jerusalem und forderten seinen Rücktritt. Die Demonstranten kamen aus dem ganzen Land und sorgten mit ihren Autos für lange Staus. Landesweit gab es noch Hunderte kleinere Protestaktionen. Netanjahu steht wegen Korruptionsvorwürfen und seines Managements der Coronakrise in der Kritik.

Wegen stark steigender Infektionszahlen war in Israel am 18. September ein erneuter landesweiter Lockdown in Kraft getreten. Schulen und die meisten Geschäfte mussten schließen. In geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal zehn Menschen zusammen sein, im Freien höchstens 20 Menschen.

Am Freitag wurden die Auflagen weiter verschärft. Die Synagogen dürfen nun nur noch am Sonntagabend und am Montag für den wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur öffnen. Netanjahu wollte ursprünglich auch das Demonstrationsrecht einschränken: Auch an Protestaktionen sollten nur noch 20 Menschen teilnehmen dürfen und zudem nur einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernt.

Das Parlament stimmte dem Plan aber nicht zu. Netanjahu warf den Abgeordneten in einem Video vor, eine "populistische" Entscheidung getroffen zu haben. Die Kundgebung am Samstag war trotz der neuen Corona-Restriktionen genehmigt worden. Die Auflagen der Polizei wurden weitgehend befolgt, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die allermeisten Teilnehmer trugen Masken und hielten Abstand.

Wie Frankreich Weihnachten retten könnte

22.00 Uhr: Die Neuinfektionen in Frankreich erreichten in dieser Woche einen Höhepunkt. Und so stellt sich die Frage, ob dem Land in den kommenden Wochen oder Monaten nicht wieder ein Lockdown droht. Die beiden Nobelpreisgewinner und Wirtschaftswissenschaftler Esther Duflo und Abhijit Banerjee haben nun einen Vorschlag veröffentlicht, wie man das Weihnachtsfest für Familienfeiern retten könne.

In einem Gastbeitrag für "Le Monde"  schlug das Ehepaar einen Advent-Lockdown vor, der vom 1. bis 20. Dezember gelten könnte. In dem Fall könnten Familien trotzdem gemeinsam Weihnachten feiern. Das sei für die Wirtschaft weniger schädlich, als "Weihnachten abzusagen" oder als ein Lockdown nach steigenden Infektionszahlen während der Weihnachtszeit. Die Menschen müssten bei einem Advent-Lockdown ihre Weihnachtseinkäufe spätestens im November erledigen.

Da die Zahl der täglichen Neuinfektionen stark zunehme, könnte sich die Regierung ohne Advent-Lockdown gezwungen sehen, während Weihnachten Ausgangssperren für die Bevölkerung auszusprechen oder sogar "Reisen und Familienzusammenkünfte zu verbieten", schrieben Duflo und Banerjee. Sie sprechen bei ihrer Idee von einer "klaren, einheitlichen und transparenten" Option, die die Infektionsgefahr verringere.

Frankreich zählt mehr als 14.000 Neuinfektionen

19.50 Uhr: Frankreich hat am Samstag 14.412 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gezählt. Damit liegt die Zahl etwas unter dem Höchststand an Neuinfektionen von 16.096 Fällen innerhalb von 24 Stunden, der vor wenigen Tagen erreicht worden ist. Insgesamt haben sich 527.446 Menschen in Frankreich mit dem Virus infiziert, bislang sind 31.700 Infizierte gestorben.

Proteste in London: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

19.00 Uhr: In London ist es bei Protesten gegen die verschärften Corona-Maßnahmen am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Zehn Menschen seien festgenommen und vier Polizisten verletzt worden, teilte die Polizei mit. Zwei der Polizisten mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden.

Auf dem Trafalgar Square hatten sich am Samstag tausende Menschen versammelt. Sie demonstrierten unter dem Motto "Wir sind nicht einverstanden" gegen die Corona-Politik der britischen Regierung. Als die Polizei die Demonstration auflösen wollte, weil sich die Teilnehmer nicht an die Auflagen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hielten, kam es zu den Rangeleien zwischen Demonstranten und Beamten.

Großbritannien ist mit fast 42.000 Toten das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Trotz wieder stark steigender Infektionszahlen will die Regierung einen zweiten landesweiten Lockdown möglichst vermeiden. Sie setzt stattdessen auf regionale Maßnahmen wie etwa in England, wo alle Restaurants und Pubs um 22 Uhr schließen müssen.

Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Tunesien

16.20 Uhr: Erstmals seit Beginn der Pandemie hat Tunesien mit 1087 mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert. 11 Menschen sind laut Gesundheitsministerium in Tunis gestorben. Das Ministerium warnte vor einer "gefährlichen Situation" im Oktober. Insgesamt registrierten die Behörden in dem nordafrikanischen Land bislang mehr als 14.000 Corona-Fälle und 191 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit ist mittlerweile wieder Pflicht. Gesundheitsminister Fausi Mehdi kündigte an, jeder positiv Getestete müsse sich zur Quarantäne in ein Hotel begeben. Für den Anstieg sollen insbesondere auch größere Hochzeitsfeiern verantwortlich sein. Mehdi sagte, auch die Rückkehr zu strikteren Ausgangsregelungen sei denkbar. Im März hatte Tunesien schon einmal strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt.

Polizei löst Partys mit bis zu 300 Feiernden in Berliner Parks auf

15.10 Uhr: Die Polizei musste in der Nacht zu Samstag Partys in zwei Berliner Parks auflösen, an denen Hunderte Jugendliche teilgenommen hatten. "Bis zu 300 Personen in Partystimmung und mit viel zu wenig Abstand" hielten sich am Freitagabend im Weinbergspark und im James-Simon-Park auf", teilte die Polizei mit.  

Die Beamten hätten die teils alkoholisierten Jugendlichen "mit Nachdruck" ansprechen müssen, um die Ansammlung aufzulösen. Demnach kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen und dem Zünden von Pyrotechnik. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Der Einsatz endete am Samstagmorgen gegen 2.30 Uhr.

Söder: Corona ist eine Naturkatastrophe und Prüfung für heutige Zeit

14.00 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet - und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. "Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa", sagte Söder am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU.

Viele seien von Corona genervt - er selbst auch. Doch Söder mahnte: "Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark." Der bayerische Ministerpräsident betonte: "Corona ist eine Art Naturkatastrophe." Seine bisherige Corona-Strategie verteidigte der CSU-Chef als alternativlos. "Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu opfern", sagte er. Rund 800 Delegierte waren zu der Videokonferenz geladen. Wegen der Coronakrise hatte die CSU nach einem kleinen Parteitag im Mai auch den großen Parteitag komplett ins Internet verlegt.

Es brauche keinen grundlegenden Strategiewechsel im Umgang mit der Pandemie, um etwa eine Durchseuchung und damit eine Herdenimmunität zu erreichen, sagte Söder. Gleichwohl sei es wichtig, die Strategie fortlaufend anzupassen. Für ihn habe der Erhalt von Arbeitsplätzen und der Vollbetrieb in Schulen und Kindertagesstätten oberste Priorität. Ein zweiter Lockdown müsse auf jeden Fall verhindert werden.

Grüne kritisieren auslaufende Nothilfe für Studenten 

13.30 Uhr: Die Grünen im Bundestag kritisieren, dass Studenten nur noch bis Ende des Monats Corona-Finanzhilfen vom Staat beantragen können. "Es ist unverantwortlich und unsozial, die ohnehin miserabel ausgestattete Überbrückungshilfe für Studierende trotz steigender Infektionszahlen zum Semesterstart einzustellen", sagte Kai Gehring, Hochschulexperte der Grünen. Das Krisenmanagement von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) nannte er ein "Stück aus dem Tollhaus".

"Die soziale Notlage vieler Studierender, die sich pandemiebedingt verschärft hat, ist der Bundesbildungsministerin offenbar schnuppe. Das macht fassungslos und ist zukunftsvergessen", erklärte Gehring. Eine "Generation Corona", die ihr Studium abbricht oder sich verschulden muss, dürfe es nicht geben.

Der Staat hat in den vergangenen Monaten rund 60 Millionen Euro sogenannter Überbrückungshilfen an Studenten gezahlt, die wegen Corona in eine finanzielle Notlage geraten sind. Insgesamt 135.000 Anträge auf Nothilfe wurden nach Angaben von Bildungsministerium und Studentenwerk positiv beschieden. Das Geld kann allerdings nur noch bis Ende des Monats beantragt werden. Die Überbrückungshilfe war auf die Monate Juni bis September beschränkt.

In der Coronakrise hatte das Ministerium zwei Hilfsangebote für Studenten in Not aufgestellt: Insgesamt 100 Millionen Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen, stehen als Überbrückungshilfe bereit. Dazu muss nachgewiesen werden, dass man in einer Notlage ist - etwa, weil regelmäßige Zahlungen aus Jobs ausbleiben. Es gibt 100 bis maximal 500 Euro pro Monat. Die zweite mögliche Hilfe ist ein KfW-Studienkredit, der bis März 2021 zinsfrei ist.

Mehr als 7500 Corona-Neuinfektionen in Russland

13.40 Uhr: Russland verzeichnet mit 7523 Corona-Neuinfektionen den höchsten Tagesanstieg seit dem 22. Juni. Die Zahl der Toten kletterte nach Angaben der Behörden um 169. Die Gesamtzahl der Ansteckungen erhöht sich damit auf 1,143 Millionen, die der Toten auf 20.225.

Schausteller lehnen Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten ab

13.00 Uhr: Der Deutsche Schaustellerbund lehnt ein Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie ab. "Natürlich ist das Glühweintrinken ritualisiert. Niemand geht nur auf den Weihnachtsmarkt, um eine Wollmütze zu kaufen", sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg der "Rheinischen Post" vom Samstag.

Zuletzt hatten sich mehrere Politiker dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte mit Hygienevorgaben zu erlauben, jedoch starke Beschränkungen beim Alkoholausschank verlangt. So sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einer Woche der "Welt am Sonntag", für die Weihnachtsmärkte seien "kluge Konzepte" nötig "und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen". NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) regte einen kompletten Alkoholverzicht an.

Hakelberg sagte der "Rheinischen Post", die Schausteller wüssten genau, dass die diesjährigen Weihnachtsmärkte eine Bewährungsprobe für die Volksfeste im kommenden Jahr seien, und wollten entsprechend restriktiv beim Ausschank vorgehen. "Allen ist klar, dass die Ordnungsbehörden Dauergast auf den Weihnachtsmärkten sein werden und streng kontrollieren."

Die Situation der Schausteller sei dramatisch, sagte Hakelberg weiter. "90 Prozent der Unternehmer, die sonst im Sommer auf Volksfesten im Einsatz sind, beschicken auch die Weihnachtsmärkte. Was früher einmal ein Zubrot war, ist inzwischen wirtschaftlich extrem wichtig." Einige Schausteller hätten seit Herbst 2019 gar keine Einnahmen mehr und hielten sich nur mit Überbrückungshilfen über Wasser.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich für einen Alkoholverzicht auf Weihnachtsmärkten aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich für einen Alkoholverzicht auf Weihnachtsmärkten aus

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Experten halten Madrids Maßnahmen gegen Corona für unzureichend

12.05 Uhr: Gesundheitsexperten halten die neuen Maßnahmen der Regionalregierung Madrids zur Eindämmung der drastisch steigenden Corona-Zahlen für unzureichend. "Sie haben kein solides epidemiologisches Fundament, sie sind unverantwortlich im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit und werden Leiden bereiten sowie Leben kosten", zitierte die Zeitung "La Vanguardia" den Epidemiologen und früheren Krisendirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Daniel López Acuña.

Am Vortag hatte die konservative Regionalregierung der Stadt den Rat der linken Zentralregierung missachtet, fast die ganze Hauptstadt abzuriegeln. Stattdessen ordnete sie nur die Ausweitung bereits bestehender Beschränkungen der Bewegungsfreiheit von 37 auf 45 Gebiete an. Es handelt sich vorwiegend um besonders dicht besiedelte ärmere Wohngebiete. Die Stadtregierung befürchtet, dass die Wirtschaft durch einen neuen Lockdown wie im Frühjahr zu sehr belastet würde.

"In einer dicht besiedelten Stadt wie Madrid ergibt es wenig Sinn, einzelne Stadtgebiete abzuriegeln, die oft nur durch einen Bürgersteig voneinander getrennt sind", sagte der Wissenschaftler des nationalen Zentrums für Biotechnologie, Saúl Ares der Zeitung "El País". Zudem liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen in Madrid schon lange über der Marke, ab derer mit Entschlossenheit hätte gehandelt werden müssen. Zurzeit liegt diese Zahl bei 720, in Deutschland auf sieben Tage gerechnet bei etwa 13.

Spanien ist in Westeuropa im Hinblick auf die absoluten Infektionszahlen das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Bis Freitag wurden mehr als 715.000 Corona-Infektionen und mehr als 31.000 Todesopfer gezählt.

Gesundheitsministerin in Australiens Corona-Hotspot Victoria tritt zurück 

12.00 Uhr: Die Gesundheitsministerin des australischen Bundesstaates Victoria, Jenny Mikakos, ist nach anhaltender Kritik wegen der starken Zunahme der Coronavirus-Fälle zurückgetreten. Für die zweite Welle der Pandemie in dem besonders hart getroffenen Bundesstaat und der Millionenmetropole Melbourne sei sie aber nicht verantwortlich zu machen, teilte sie am Samstag mit.

Die Zahl der Toten nach einer Infektion mit dem Coronavirus stieg in Victoria nach Behördenangaben am Samstag auf 782 - das entspricht einem Großteil der 870 Todesfälle insgesamt in dem 25 Millionen Einwohner zählenden Land. Der vor Wochen in Victorias Hauptstadt Melbourne angeordnete Lockdown gilt als einer der härtesten der Welt und soll voraussichtlich nicht vor Ende Oktober aufgehoben werden. In der Metropolregion leben rund fünf Millionen Menschen.

Für die hohe Infektionszahl in dem südöstlichen Bundesstaat werden vor allem Pannen bei der Unterbringung von Reiserückkehrern in Quarantäne-Hotels verantwortlich gemacht. Medienberichten zufolge haben Untersuchungen ergeben, dass der überwiegende Teil der Neuinfektionen in der zweiten Corona-Welle darauf zurückzuführen sei, dass sich private Wachleute in den Herbergen angesteckt und das Virus dann weiterverbreitet hätten. Die noch laufende Untersuchung soll klären, wer dafür verantwortlich war, anscheinend schlecht bezahlte Sicherheitsleute zu engagieren, anstatt das Angebot anzunehmen, das Militär einzusetzen.

Iran will zeitweilige Ausgangssperren verhängen 

11.55 Uhr: Iran plant wegen eines weiteren Anstiegs der Corona-Neuinfektionen zeitweilige Ausgangssperren. Bei hohen Fallzahlen sollen in betroffenen Provinzen einwöchige Lockdowns verhängt werden, gab Präsident Hassan Ruhani in einem Treffen des nationalen Corona-Krisenstabs am Samstag bekannt. Zudem soll es bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig höhere Strafen geben.

Iranische Gesundheitsexperten fürchten, dass ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu kritischen Engpässen bei der Versorgung infizierter Patienten führen könnte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zuletzt bis zu 200 Tote sowie 3500 Neuinfektionen täglich. Insgesamt starben in dem Land mit etwa 82 Millionen Einwohnern bereits mehr als 25.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Annähernd 440.000 haben sich infiziert.

Knapp 60.000 Corona-Neuinfektionen in den USA

11.52 Uhr: In den USA gibt es nach einer Reuters-Zählung mindestens 58.577 bestätigte Neuinfektionen binnen eines Tages. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei mehr als sieben Millionen. Die Zahl der Toten stieg um mindestens 883 auf 203.794.

Umweltbundesamt hält vorübergehenden Einsatz von Heizpilzen für vertretbar

11.23 Uhr: Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, hat keine Einwände gegen einen vorübergehenden Betrieb elektrischer Heizstrahler in der Gastronomie. "Für eine Übergangszeit - etwa bis es einen Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung gibt - ist der Einsatz von Heizpilzen vertretbar", sagte Messner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir müssen abwägen: Gehen wir in die Lokale und vergrößern das Risiko einer Ansteckung? Oder bleiben wir länger draußen, als wir das normalerweise könnten, und nehmen die elektrischen Heizstrahler?"

Grundsätzlich sehe das Umweltbundesamt solche Heizpilze allerdings kritisch, betonte Messner. "Ein handelsüblicher Heizpilz verursacht in acht Stunden Betrieb dieselbe Menge CO₂ wie ein Benzinauto auf einer Strecke von 145 Kilometern. Daher sollten wir uns grundsätzlich aus dieser Technologie verabschieden." Viele Kommunen hatten die Geräte ganz oder teilweise verboten.

Ein Heizpilz verursacht in acht Stunden so viele Emissionen wie ein Benzinauto auf 145 Kilometern

Ein Heizpilz verursacht in acht Stunden so viele Emissionen wie ein Benzinauto auf 145 Kilometern

Foto:

Mario Hommes / Eibner / imago images

Litauen führt wieder Quarantänepflicht für Deutsche ein

11.00 Uhr: Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht - alle Reisende müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Die Liste mit Ländern, für die Quarantänepflicht gilt, wird einmal wöchentlich aktualisiert. Dabei gilt in Litauen ein Grenzwert von 25 Corona-Neuinfektionen in dem jeweiligen Land pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland liegt der Grenzwert bei 16 Fällen - auch dort müssen sich Reisende aus Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Autobauer hoffen auf China - Messe beginnt in Peking

10.50 Uhr: In der globalen Coronakrise setzen die deutschen und internationalen Autobauer große Hoffnungen auf die Erholung in China. Zum Auftakt der internationalen Autoausstellung am Samstag in Peking sagten Experten einen weiteren Zuwachs auf dem weltgrößten Automarkt in China bis Jahresende und auch im nächsten Jahr voraus. Die "Auto China 2020" ist die erste große internationale Ausstellung der Branche seit mehr als einem Jahr.

Da in China zuletzt kaum neue Corona-Infektionen gemeldet wurden, konnte die im Frühjahr zunächst verschobene Ausstellung nachgeholt werden. In den Vorjahren hat die abwechselnd in Shanghai und Peking stattfindende jährliche Messe, die zu den größten der Autobranche zählt, Millionen Besucher angezogen. Aus Angst vor der Einschleppung des Virus gelten in China aber weiter strenge Beschränkungen der Einreise und zwei Wochen Quarantänepflicht. Auch gibt es nur wenig Flüge nach China.

Fast 16.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich 

10.24 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Frankreich steigt weiter. Seit Mittwochabend sind 15.797 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Am Vortag war ein neuer Rekord mit 16.096 Infektionen verzeichnet worden.

Seit Donnerstag wurden den Angaben zufolge zudem 56 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mehr als 31.600 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Erhöhte Corona-Zahlen: Schalke gegen Bremen doch ohne Zuschauer

09.09 Uhr: Das Krisenduell zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga muss am Samstagabend doch ohne Zuschauer stattfinden. Wie die Schalker am Samstagmorgen mitteilten, haben sie von den lokalen Behörden die entsprechende Nachricht bekommen, nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in Gelsenkirchen zum entscheidenden Zeitpunkt am Samstag um 0.00 Uhr doch wieder über 35 gelegen hatte. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag sie bei 39,5.

Weil sie im Wochenverlauf und am Freitag mit 33,4 erstmals unter 35 gesunken war, hatten die Schalker auf die Erlaubnis für etwa 11.000 Zuschauer gehofft und die entsprechende Zahl an Tickets verkauft. Die betreffenden Fans erhalten nun ihr Geld zurück.

Es ist am 2. Spieltag bereits das dritte Spiel, bei dem wenige Stunden vor dem Anpfiff die Erlaubnis für eine bestimmte Zuschauerzahl zurückgezogen wird. In der Vorwoche waren die Partien FC Bayern München gegen Schalke (8:0) und 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim (2:3) betroffen.

Italien reduziert Zahl der Corona-Tests vor Fußballspielen

08.24 Uhr: Die italienische Regierung lockert die Sicherheitsvorschriften bei Fußballspielen. Am Freitag wurde eine Reduzierung der notwendigen Zahl der Corona-Tests beschlossen, damit kam die Regierung einer Forderung des Fußballverbands FIGC entgegen. "Ab heute brauchen sich Spieler lediglich einem Test 48 Stunden vor dem Spiel unterziehen, wie es bereits bei internationalen Wettbewerben der Fall ist", kündigte Sportminister Vincenzo Spadafora an.

Zuvor hatte Verbandschef Gabriele Gravina gewarnt, dass die aktuellen Regeln auf Dauer unzumutbar seien. "Wir müssen realistisch sein. Wir können nicht länger Spieler alle vier Tage Corona-Tests unterziehen. Das wäre körperliche Gewalt gegenüber den Fußballern. Wir müssen andere Lösungen finden", so Gravina.

Landkreise fordern bundeseinheitliche Obergrenze für Privatfeiern

08.15 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der Deutsche Landkreistag eine bundesweite Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern. "Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Bislang gibt es keine einheitliche Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern, auf dem Treffen zwischen Bund und Ländern kommende Woche müsse diese aber kommen. "Wir sehen in Hamm, wozu eine rauschende Hochzeit mit 150 Gästen führen kann", sagte Sager mit Blick auf eine Großhochzeit in der NRW-Stadt.

Bundesweit alles einheitlich regeln will der CDU-Politiker dabei aber nicht. Der dezentrale Ansatz sei "ein Erfolgsmodell und muss beibehalten werden", sagte er. "Wenn wir den Menschen im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern verbieten, in der Öffentlichkeit ein Bier zu trinken, weil in München alle Signale auf Rot stehen, würde das die Akzeptanz drastisch schwächen." Aus seiner Sicht spreche auch nichts dagegen, "in kaum von Corona betroffenen Kreisen Weihnachtsmärkte zu erlauben, wenn vernünftige Hygienekonzepte vorliegen.

DER SPIEGEL

Großbritannien will Zuwendungen an WHO deutlich erhöhen

08.12 Uhr: Großbritannien will seine Gelder für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich aufstocken. Für den Zeitraum von vier Jahren kündigt Premierminister Boris Johnson insgesamt 340 Millionen Pfund (371 Millionen Euro) an Zuwendungen an. Das sind 30 Prozent mehr als für die vorherige Vier-Jahres-Periode. Allerdings ist ein Drittel der zugesagten Mittel an die Bedingung einer Reform der WHO gebunden. Johnsons Ankündigung ist Teil einer Rede an die Generalversammlung der Vereinten Nationen (Uno), die in Auszügen vorab von seinem Büro verbreitet wurde.

50.000 Schüler laut "Bild" in Quarantäne

08.06 Uhr: Nach dem Start des neuen Schuljahres befinden sich in Deutschland derzeit rund 50.000 Schüler in Quarantäne, berichtet die "Bild" und beruft sich auf eine Umfrage unter den zuständigen Ministerien der Länder. In den nächsten drei Monaten werde sich die Zahl mehr als verdoppeln, wahrscheinlich sogar vervielfachen, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. "Wir befürchten, dass es in der Folge an unseren Schulen immer schwieriger werden wird, Infektionsausbrüche zu kontrollieren und einzudämmen." Inzwischen steige die Zahl der Fälle, in denen eine Ansteckung innerhalb der Schule als wahrscheinlich gelten könne.

RKI meldet höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen seit Ende April

07.21 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekannt gab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2153 gelegen.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282.730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 0,91 (Vortag: 0,78). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI einen Sieben-Tage-R-Wert an, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen und lag zuletzt bei 1,01 (Vortag: 0,97). Demnach steckt ein Infizierter im Mittel ungefähr einen weiteren Menschen an.

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07.04 Uhr: In Berlin infizieren sich immer mehr junge Menschen mit dem Coronavirus - der Szene-Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist besonders betroffen. Zeigt sich hier schon, was Deutschland demnächst erwartet? Lesen Sie den vollständigen Artikel auf SPIEGEL+

Berlin womöglich vor neuen Kontaktbeschränkungen

06.50 Uhr: In Berlin könnte es bald wieder Kontaktbeschränkungen geben. Details dazu werde der Senat am Dienstag erörtern, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Sender RBB nach einem Treffen mit Bezirksvertretern.

Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci: Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erneut denkbar

Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci: Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erneut denkbar

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Der Senat hatte Ende Juni Kontaktbeschränkungen aufgehoben, nachdem die Zahl der Neuinfektionen gesunken war. Zur Hochphase der Corona-Pandemie durften Menschen in Berlin höchstens eine haushaltsfremde Person treffen.

Denkbar sei nun, dass sich wie bis Ende Juni erneut nur maximal fünf Menschen oder Personen aus zwei Haushalten treffen dürften, sagte Kalayci. Außerdem sei sie sich mit den Vertretern der Innenstadtbezirke einig gewesen, private Feiern einzuschränken. Hier könnte es eine Obergrenze von maximal 50 Personen im Freien und 25 Personen in geschlossenen Räumen geben.

nck/mkl/koe/ptz/dpa/Reuters
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