+++ Corona-News am Samstag +++ Italien verschiebt Öffnung der Skipisten

Der Wintersporttourismus ist ein Milliardengeschäft in Italien, wegen Corona muss die Saison viel später starten als erhofft. Und: Großbritannien meldet den höchsten Stand an Infektionen seit Pandemie-Beginn. Der 2. Januar im Überblick.
Skigebiet in der italienischen Provinz Trient

Skigebiet in der italienischen Provinz Trient

Foto: Wilfried Feder / Westend61 / imago images

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Italien verschiebt Wiedereröffnung von Skipisten

17.00 Uhr: Italien verschiebt die Wiedereröffnung seiner Skpisten. Statt am 7. Januar sollen die Lifte erst am 18. Januar wieder anlaufen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Pisten waren über Weihnachten und Neujahr geschlossen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat sich seit Mitte November zwar auf nunmehr etwa über 20.000 halbiert. Allerdings sterben immer noch Hunderte Menschen jeden Tag.

Großbritannien verzeichnet erneut Rekordwert an Corona-Neuinfektionen

17.30 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Großbritannien hat am Samstag erneut einen Rekordwert erreicht. Mehr als 57.700 Fälle wurden innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums in dem Land gemeldet, so viele wie noch nie zuvor. Gleichzeitig wurden 445 neue Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt landesweit inzwischen bei knapp 400. Der Wert stammt vom 28. Dezember.

Viele der Neuinfektionen werden auf eine neue, womöglich noch ansteckendere Virusvariante zurückgeführt, die besonders in London, sowie dem Südosten und Osten Englands grassiert.

Krankenhäuser in London kommen Berichten zufolge an ihre Kapazitätsgrenzen. Patienten werden demnach auf Fluren untergebracht oder müssen stundenlang in Krankenwagen warten, bis ein Bett frei wird. Der Präsident des britischen Ärzteverbands »Royal College of Physicians«, Andrew Goddard, riet Kliniken landesweit, sich auf ähnliche Verhältnisse vorzubereiten. »Diese neue Variante ist definitiv ansteckender und breitet sich im ganzen Land aus«, sagte er der BBC.

Italien verschiebt Wiedereröffnung von Skipisten

17.00 Uhr: Italien verschiebt die Wiedereröffnung seiner Skpisten. Statt am 7. Januar sollen die Lifte erst am 18. Januar wieder anlaufen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Pisten waren über Weihnachten und Neujahr geschlossen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat sich seit Mitte November zwar auf nunmehr etwa über 20.000 halbiert. Allerdings sterben immer noch Hunderte Menschen jeden Tag.

Spanische Polizei löst große Rave-Party bei Barcelona auf

16.50 Uhr: In der Nähe von Barcelona haben trotz nächtlicher Corona-Ausgangssperre Hunderte Menschen in einer Lagerhalle eine tagelange Rave-Party gefeiert. Auf Videobildern war zu sehen, wie die Menschen unter einem großen Totenkopf ohne Masken tanzten. Die Polizei löste die Massenfeier erst 36 Stunden nach den ersten Anrufen besorgter Anwohner auf, wie die Zeitung »La Vanguardia« berichtete.

Die Regionalpolizei löst die Rave-Party bei Barcelona auf

Die Regionalpolizei löst die Rave-Party bei Barcelona auf

Foto: Alejandro Garcia/EPA-EFE/Shutterstock

Anwohner hätten berichtet, dass zeitweise bis zu 1000 Menschen an der Party in der Kleinstadt Llinars de Vallès etwa 40 Kilometer nordwestlich der Touristenmetropole Barcelona teilgenommen hätten. Vor dem Gebäude hätten etwa 200 Fahrzeuge auch mit ausländischen Nummernschildern gestanden.

Anwohner berichten, die Party habe eigentlich bis zum 4. Januar andauern sollen, schrieb die Zeitung weiter. Die Polizei habe die Menschen vor der Räumung mehrmals vergeblich aufgefordert, das Gelände zu räumen. Die Regionalregierung kündigte eine Untersuchung an, warum erst so spät reagiert worden sei. Zudem werde ermittelt, wer die Party organisiert habe. Ihnen drohen Bußgelder von bis zu 600.000 Euro.

Vatikan will in zweiter Januarhälfte mit Corona-Impfungen starten

16.45 Uhr: Der Vatikan will voraussichtlich in der zweiten Januarhälfte mit den Schutzimpfungen seiner Bewohner gegen Corona beginnen. Das teilte die Gesundheitsbehörde des katholischen Kirchenstaates am Samstag mit. Einen genauen Tag nannten die Verantwortlichen nicht. Außerdem gab es keine Angaben, ob und wann eine Impfung von Papst Franziskus (84) vorgesehen ist. Die Impfstoffe sollten in der zweiten Januarwoche in dem Kleinstaat in Rom eintreffen, hieß es. Die Menge werde ausreichen, um den Bedarf des Heiligen Stuhls und des Kirchenstaates zu decken. Er zählt knapp 1000 Einwohner. Im Vatikan lebt auch der 93-jährige emeritierte Papst Benedikt.

Für die Lagerung der Impfstoffdosen sei ein Tieftemperatur-Kühlschrank angeschafft worden, schrieb die Vatikanbehörde in der Mitteilung. Bei der Reihenfolge der Impfungen werde darauf geachtet, wer am stärksten ansteckungsgefährdet sei. In den vergangenen Monaten gab es mehrfach Corona-Ausbrüche im Vatikan, unter anderen bei den Wachsoldaten der Schweizer Garde.

Anlaufprobleme bei Corona-Impfungen in Italien

16.35 Uhr: Knapp eine Woche nach dem symbolischen Auftakt der Corona-Impfungen hat Italien offiziell erst etwa 46.000 Dosen an Menschen gespritzt. Diese Zahl nannte das Gesundheitsministerium in Rom am Samstagmittag in seiner Online-Statistik. Nach Behördenangaben verfügt das Mittelmeerland, das bisher rund 75.000 Covid-Opfer registrierte, seit Jahresende über knapp 470.000 Dosen des Impfstoffs der Unternehmen Pfizer und Biontech. Nach dem Auftakt der Immunisierungskampagne vom Sonntag vor einer Woche laufen seit dem 31. Dezember Massenimpfungen. Mehrere Zeitungen berichteten jedoch am Samstag über Schwierigkeiten zum Start.

Wie »La Repubblica« schrieb, fehlte es um den Jahreswechsel an Impfärzten und Mitarbeitern in Krankenhäusern. Viele Dienstpläne seien für »Routinetage« geplant gewesen und nicht für eine Großaktion. In dem 60-Millionen-Einwohner-Land soll am Beginn der Kampagne besonders das medizinische Personal selbst drankommen.

Die Zeitung »Corriere delle Sera« aus Mailand wies als Grund auch darauf hin, dass die Impfstoffe früher als erwartet eingetroffen seien. Viele Krankenhäuser hätten erst mit dem 4. Januar als Start ihrer Aktivität geplant. Bisher haben sich in Italien nach Zahlen der Regierung mehr als 2,1 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

»EU steht gut da«: Kommissarin verteidigt Corona-Impfstoffstrategie

16.30 Uhr: Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat die Beschaffung von Corona-Impfstoff in der Europäischen Union verteidigt. »Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen, sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten«, sagte Kyriakides der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. »Das gilt auch für Biontech.« Zugleich versprach Kyriakides schrittweise Verbesserungen bei der Impfstoff-Versorgung.

Sie begegnete damit Kritik, die Kommission habe zu wenig des Impfstoffs von Biontech und dessen US-Partner Pfizer bestellt, der derzeit als einziger eine EU-Zulassung hat. Kyriakides versicherte, man habe die Verhandlungen mit Biontech früh aufgenommen und der Firma mit 100 Millionen Euro beim Aufbau der jetzigen Produktionskapazitäten geholfen. Dafür habe die Kommission die Zusage für insgesamt 300 Millionen Dosen Impfstoff erhalten.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides

Foto: Patrick Hertzog/ AFP

»Alleine davon könnten bis zu 28 Millionen Deutsche geimpft werden«, betonte Kyriakides. Gleichzeitig habe man mit anderen Herstellern Verträge geschlossen. »Wir waren uns in der EU einig, dass wir nicht alles auf eine Karte setzen dürfen«, betonte die Kommissarin. Sonst hätten die EU-Staaten womöglich ohne wirksamen Impfstoff dagestanden.

Die Kommission verhandele zudem über zusätzlichen Impfstoff von Biontech und sei bereit, die Ausweitung der Produktionskapazitäten zu unterstützen. Weitere Impfstoffe stünden vor der EU-Zulassung. »Dafür, dass im Herbst 2020 noch niemand sicher sagen konnte, welcher Impfstoff überhaupt Erfolg haben würde, steht die EU mit ihrer Auswahl der Impfstoffhersteller sehr gut da«, sagte die Kommissarin.

RKI meldet knapp 190.000 Impfungen

16.15 Uhr: Mehr als 188.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Samstagmorgen (Stand 8 Uhr) wurden insgesamt 188.553 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl erfasster Geimpfter um 21.087, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 82.965 Bewohner von Pflegeheimen. 86 692 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 44.552 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden vom RKI bisher für Bayern erfasst (39.005), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (33.375) und Hessen (24.791). Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1741) und Hamburg (3042) gemeldet. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

Die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegenden Werte können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen zum Impfgeschehen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Party-Ärger für mehrere Premier-League-Spieler

16.09 Uhr: Gleich ein halbes Dutzend Premier-League-Spieler hat nach Verstößen gegen die Corona-Regeln Ärger mit den eigenen Klubs. Tottenham Hotspur reagierte »sehr enttäuscht« und Ligarivale West Ham United »enttäuscht« auf ein Party-Foto in den Sozialen Medien, das unter anderen die Spurs-Profis Erik Lamela, Sergio Reguilon und Giovani Lo Celso sowie Hammers-Spieler Manuel Lanzini zeigt.

Alle Spieler seien »strengstens« an die Auflagen erinnert worden, teilten beide Klubs mit. Außerdem wurden die Profis wohl mit Geldstrafen belegt. Reguilon saß im Ligaspiel der Spurs gegen Aufsteiger Leeds United (3:0) zwar auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz. Lamela und Lo Celso (Oberschenkelverletzung) standen nicht im Kader. Lanzini war am Freitag beim 1:0 der Hammers beim FC Everton eingewechselt worden.

Ungemach droht auch Fulhams Aleksandar Mitrovic und Luka Milivojevic von Crystal Palace. Beide Spieler sollen Medienberichten zufolge dieselbe Silvesterparty besucht haben. Fulham bestätigte der BBC, dass es den Vorfall untersuche.

Ansturm auf die Skigebiete in Harz und Sauerland

15.52 Uhr: Deutschlands Mittelgebirge sind winterlich verschneit, die Ausflügler stauen sich erneut in den Ski- und Rodelgebieten. »Dreht um«, appelliert die Polizei. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Mehr als 800.000 Menschen in Russland gegen Corona geimpft

15.37 Uhr: Mehr als 800.000 Menschen sind in Russland bislang gegen das Coronavirus geimpft worden. Insgesamt seien 1,5 Millionen Dosen des Impfstoffs »Sputnik V« in die verschiedenen Regionen des Landes geliefert worden, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Agentur Tass zufolge. Damit sind deutlich weniger Impfdosen im Umlauf als ursprünglich angekündigt: Zum Start der Massenimpfungen vor wenigen Wochen hatte Kremlchef Wladimir Putin noch allein für Dezember mit rund zwei Millionen Dosen gerechnet. Doch Russland mit seinen 146 Millionen Einwohnern hat Probleme, das Vakzin in großen Mengen zu produzieren.

»Sputnik V« war Mitte August freigegeben worden. Weil noch keine unabhängigen Studien bekannt sind, hatte das auch Kritik ausgelöst. Großangelegte Impfungen mit dem vom staatlichen Gamaleja-Institut entwickelten Vakzin laufen seit Anfang Dezember.

Seit Beginn der Pandemie haben sich im flächenmäßig größten Land der Erde nach offiziellen Angaben mehr als drei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Am Samstag meldeten die Behörden mehr als 26 300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Buckingham-Palast: Impfung ist Privatsache der Queen

15.35 Uhr: Mit ihren 94 Jahren gehört sie zur Hochrisikogruppe: Aber ob die britische Königin Elizabeth II. bereits gegen das Coronavirus geimpft wurde, soll Privatsache bleiben. Das sagte eine Sprecherin des Buckingham-Palasts am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in London. Öffentliche Äußerungen dazu werde es nicht geben. Die Queen hatte die Weihnachtstage gemeinsam mit Prinz Philip (99) auf Schloss Windsor verbracht und auf Familientreffen verzichtet.

Weniger Scheu vor der Öffentlichkeit hatte die dänische Königin Margrethe II. (80) gezeigt. Sie wurde an Neujahr gegen das Coronavirus geimpft, wie das dänische Königshaus am Freitagnachmittag mitteilte. Ihre zweite Dosis erhält sie demnach in rund drei Wochen.

In Großbritannien wurden nach Angaben der Regierung mittlerweile eine Million Menschen gegen Corona geimpft. Von kommender Woche an soll neben dem Impfstoff von Biontech und Pfizer auch das von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca entwickelte Präparat verabreicht werden. Bis der Anteil der Geimpften der Situation tatsächlich spürbare Erleichterung verschafft, dürften jedoch noch Wochen und Monate vergehen.

Knapp 150 Covid-19-Fälle auf den Intensivstationen der Charité

14.50 Uhr: Nach Informationen des »Tagesspiegel«  liegen auf den Intensivstationen der drei Charité-Campusse insgesamt fast 150 Covid-19-Fälle. Fast alle mussten zuletzt beatmet werden. 

Das seien 50 schwerkranke Corona-Patienten mehr als Ende November. Insgesamt würden in Berlin derzeit 432 Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation versorgt. In den ebenfalls landeseigenen Vivantes-Kliniken sind davon knapp 100 Covid-19-Patienten in Behandlung, das Unfallkrankenhaus in Marzahn versorgt fast 50 Intensiv-Fälle. 

Linke fordert Regierungserklärung zu Corona-Impfstoff

14.35 Uhr: Die Linke fordert eine Regierungserklärung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Corona-Impfstoffvergabe. »Es muss aufgearbeitet werden, warum der Impfstoff zu knapp ist und wo geschlampt wurde«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei »dringend geboten«, dass der Gesundheitsminister sich in der kommenden Sitzungswoche dem Bundestag erkläre. Außerdem müsse dargelegt werden, wie die Impfkapazitäten schnell erhöht werden könnten und inwiefern die Bundesregierung in die Verhandlungen in der EU eingebunden gewesen sei, sagte Korte.

Weitere Partie in der Premier League abgesagt

14.10 Uhr: Weiter Corona-Ärger in Englands höchster Fußballliga: Nach weiteren Corona-Infektionen beim FC Fulham ist auch das für Sonntag angesetzte Auswärtsspiel beim FC Burnley abgesagt worden. Das teilte Fulham am Samstag mit. Welche und wie viele Teammitglieder betroffen sind, nannte der Premier-League-Klub nicht. Die Personen hätten sich in Quarantäne begeben. Bereits das London-Derby bei Tottenham Hotspur war zuletzt wegen diverser Corona-Fälle beim FC Fulham verlegt worden.

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Zuletzt waren in der Premier League die Infektionszahlen stark angestiegen. Auch das Spiel von Manchester City beim FC Everton musste infolge eines Corona-Ausbruchs bei den Gästen kurzfristig abgesagt worden.

Verschärfte Ausgangssperre ab 18 Uhr für sechs Millionen Franzosen

14.00 Uhr: Eine verschärfte nächtliche Ausgangssperre bereits ab 18 Uhr ist am Samstag in besonders vom Coronavirus betroffenen Gebieten Frankreichs in Kraft getreten. In insgesamt 15 Regionen wurde die nationale Ausgangssperre von 20 Uhr auf 18 Uhr vorverlegt. Betroffen sind rund sechs Millionen Franzosen.

Die strengere Ausgangssperre, die weiterhin bis 6 Uhr morgens gilt, gilt unter anderem für das Départment Alpes Maritimes einschließlich Nizza. Die anderen betroffenen Regionen liegen vorwiegend im Osten des Landes, die derzeit besonders hohe Coronavirus-Fallzahlen vermelden. Paris bleibt von der Neuregelung vorerst ausgenommen.

Regierungssprecher Gabriel Attal hatte die Verschärfung am Freitag damit begründet, dass sich das Coronavirus immer weiter ausbreite. Zugleich schloss er eine ursprünglich geplante mögliche Wiedereröffnung von Theatern, Kinos und Konzertsälen am 7. Januar aus.

Nach starkem Druck: Niederlande wollen Pflegepersonal früher impfen

12.45 Uhr: Unter starkem Druck von Medizinern und Öffentlichkeit wollen die Niederlande den Impfstart nun doch vorziehen. Zunächst sollen 30.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern gegen das Coronavirus geimpft werden, teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag mit. In der nächsten Woche solle in zehn Kliniken damit begonnen werden. Über den genauen Termin soll am Montag entschieden werden. Die Niederlande sind das einzige Land der EU, das noch nicht impft.

In einer Lagerhalle in Oss im Osten des Landes liegen seit Tagen ungenutzt rund 175.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Ursprünglich sollte nach einem symbolischen Start am 8. Januar erst am 18. Januar landesweit in 25 Zentren geimpft werden. Zunächst sollten nur Pflegeheimmitarbeiter geimpft werden. Das Klinikpersonal sollte erst sehr viel später an der Reihe sein. Das Ministerium hatte bisher einen früheren Impftermin als nicht ausführbar abgewiesen.

Vertreter der Krankenhäuser und Intensivstationen hatten jedoch gefordert, so schnell wie möglich die Mitarbeiter der akuten medizinischen Versorgung zu impfen. Krankenhäuser können dem Druck kaum noch standhalten. Durch zunehmende Patientenzahlen und starke Ausfälle beim Pflegepersonal stoße die medizinischen Versorgung an ihre Grenzen.

Weltweit mehr als 83,73 Mio Infizierte und über 1,82 Mio Tote

12.25 Uhr: Weltweit haben sich bislang mehr als 83,73 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Danach starben mehr als 1,82 Millionen Menschen mit oder an dem Virus. Seit die ersten Fälle im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan bekannt geworden sind, hat sich das Virus in mehr als 210 Ländern und Territorien verbreitet. Mit über 20 Millionen verzeichnen die USA die mit Abstand meisten Infektionsfälle weltweit. Rund 348.000 Menschen starben in den USA in Zusammenhang mit dem Virus. Indien meldet 10,3 Millionen Infektions- und über 149.000 Todesfälle. In Brasilien sind es über 7,6 Millionen Infektionen und fast 195.000 Tote.

Sieben-Tage-Inzidenz im Vogtlandkreis bei fast 900

12.10 Uhr: Sachsen ist weiterhin das Bundesland mit den alarmierendsten Infektionszahlen. Im Freistaat beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 341,2, der Bundesdurchschnitt liegt bei 141,2. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Indien lässt Vakzin von AstraZeneca als ersten Impfstoff zu

11.36 Uhr: Indien gibt den von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelten Corona-Impfstoff per Notfallzulassung frei. Das bestätigt die Regierung. Es ist der erste Impfstoff, der in Indien eingesetzt werden darf. Damit ist der Weg frei für eine breit angelegte Impfkampagne in dem Land, das mit 1,35 Milliarden Einwohnern die zweitgrößte Bevölkerung weltweit hat. In den ersten sechs bis acht Monaten sollen 300 Millionen Menschen geimpft werden. Mindestens drei weitere Impfstoffe warten laut Regierung noch auf ihre Zulassung. Indien verzeichnet über zehn Millionen nachgewiesene Ansteckungsfälle, das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA.

Mehr als 1000 Verwarnungen nach illegaler Massenparty in Frankreich

11.30 Uhr: Nach einer anderthalb Tage langen illegalen Silvesterparty in Frankreich mit Tausenden Partygästen hat die Gendarmerie massenweise Verwarnungen ausgesprochen. Wie Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Samstag auf Twitter schrieb, wurden mehr als 1200 der gebührenpflichtigen Verwarnungen erteilt. Der Präfektur Ille-et-Vilaine zufolge wurden sie etwa für Verstöße gegen die Maskenpflicht und die nächtliche Ausgangssperre erteilt. Im Fall der Raveparty laufen dem Innenminister zufolge Untersuchungen.

Am Silvesterabend hatten sich südlich der bretonischen Stadt Rennes laut der Präfektur etwa 2500 Menschen getroffen. Sie seien auch aus anderen französischen Départements und teils sogar aus dem Ausland angereist. Nachdem Ordnungskräfte bereits seit dem späten Donnerstagabend auf dem Partygelände in Lieuron im Einsatz gewesen waren, schrieb die nationale Gendarmerie am Samstagvormittag auf Twitter, dass die Party beendet sei.

Wegen der Corona-Pandemie gelten in Frankreich enge Kontaktbeschränkungen. Laut einer Regierungsempfehlung sollten sich auch am Silvesterabend nicht mehr als sechs Erwachsene zuhause treffen. Eine nächtliche Ausgangssperre untersagt zudem das Verlassen des Hauses zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ohne triftigen Grund.

Griechische Regierung verschärft erneut Corona-Maßnahmen

11.20 Uhr: In Griechenland werden die Corona-Einschränkungen ab Sonntagmorgen um 6 Uhr erneut massiv verschärft. Viele Lockerungen, die Athen wegen Weihnachten und Silvester genehmigt hatte, fallen weg. So müssen Friseure, Buchhandlungen und auch Kirchen wieder schließen. Die nächtliche Ausgangssperre gilt wieder von 21 Uhr bis 5 Uhr statt wie zuvor ab 22 Uhr. Auch die Möglichkeit, Waren bei Geschäften telefonisch zu bestellen und dort abzuholen, fällt weg. Die strengeren Maßnahmen sollen vorerst bis zum 11. Januar gelten – dann will die Regierung die Schulen wieder öffnen.

Griechenland befindet sich bereits seit Anfang November in einem strengen Lockdown – so darf nur aus dem Haus, wer zuvor eine entsprechende SMS an den Zivilschutz gesendet hat. Erlaubt sind unter anderem der Weg zur Arbeit, Arztbesuche, Lebensmitteleinkäufe, sportliche Betätigung oder auch der Spaziergang mit dem Hund. Reisen zwischen den 13 Regionen des Landes ohne triftigen Grund sind verboten.

Das Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern weist im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern weiterhin sehr geringe Coronazahlen auf; am Freitag wurden binnen 24 Stunden lediglich knapp 600 neue Fälle gemeldet. Allerdings ist auch die Zahl der Intensivbetten niedrig, weshalb die Regierung besonders streng durchgreift.

Prominente geimpft – Polen lässt Vorfall untersuchen

11.10 Uhr: Medizinisches Personal soll zuerst geimpft werden, doch in Warschau kamen auch mehrere Prominente zum Zug. Der Gesundheitsminister fordert Aufklärung. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Interesse an Videosprechstunden 2020 rasant gestiegen

11.00 Uhr: Während der Corona-Pandemie ist nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) das Interesse an Videosprechstunden enorm angestiegen. Im vierten Quartal 2019 hätten lediglich 23 TK-Versicherte eine reine Videosprechstunde genutzt, ohne zusätzlich persönlich in der Praxis gewesen zu sein, sagte Kassenchef Jens Baas den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Im ersten Quartal 2020 seien es 2732 Versicherte gewesen und im zweiten Quartal sogar 19.701.

Baas sprach von einem »geradezu explosionsartigen« Anstieg und einem »enormen Schub bei der Digitalisierung«. Der Chef der größten deutschen Krankenkasse rechnet damit, dass sich der Anstieg fortsetzen wird: »Ich gehe davon aus, dass die Zahlen weiter wachsen, auch wenn die Pandemie vorbei ist. Denn es macht generell wenig Sinn, sich bei Erkältungskrankheiten für eine Krankschreibung stundenlang ins Wartezimmer setzen zu müssen.«

Lauterbach: Stehen vor den schlimmsten drei Monaten der Pandemie

10.50 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet im ersten Quartal sehr hohe Ansteckungs- und Totenzahlen, zeigt sich aber zuversichtlich, dass 2021 insgesamt deutlich besser wird als 2020. »Wir werden jetzt die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie mit hohen Infektions- und Todeszahlen vor uns haben«, sagt er der »Rheinischen Post«.

»Dann ist aber Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Die Kombination aus mehr verfügbarem Impfstoff und besserem Wetter wird ab April hoffentlich für Entspannung sorgen.« Wegen des gegenwärtigen Engpasses bei Impfstoffen dringt er auf eine raschere Zulassung des Mittels von AstraZeneca und der Universität Oxford durch die europäische Arzneibehörde EMA. »Zur Not wäre bei Verzögerungen hier ein deutscher Alleingang sogar vertretbar.«

Bei der bisherigen Impfstrategie sieht er deutliche Defizite. Dass Europa so wenig von dem amerikanischen Impfstoff von Moderna gekauft habe, sei sehr bedauerlich. »Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte«, sagte Lauterbach. Weil so wenig davon bestellt worden sei, werde der Moderna-Impfstoff wohl auch bei einer zeitnahen Zulassung keine Rolle spielen. Außerdem könnte man jetzt schon weiter sein, wenn Deutschland selbst oder die EU von vornherein mehr Dosen des bereits zugelassenen Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech bestellt hätte, so Lauterbach.

Britische Ärzte-Verbände warnen vor Burnout des Krankenhauspersonals

10.40 Uhr: Britische Mediziner-Verbände haben angesichts der extrem angespannten Corona-Situation in Großbritannien vor einer Überlastung des Krankenhaus-Personals gewarnt. »Wir sind quasi auf Gefechtsstationen«, sagte der Vize-Präsident des Royal College of Emergency Medicine dem Sender BBC. »Es gibt große Sorgen wegen Burnouts.« Zwar sei das Personal auf den Nofall- und Intensivstationen auf harte Zeiten vorbereitet, aber die Ärztinnen und Pfleger seien müde, frustriert und ausgelaugt, so wie jeder andere auch.

An Neujahr meldeten die Behörden mehr als 53.000 neue Corona-Fälle in Großbritannien sowie 613 Todesfälle. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mehr als 82.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Durch eine neue und womöglich sehr ansteckende Virus-Variante, die sich vor allem in London und im Süden Englands derzeit sehr stark ausbreitet, steht Großbritannien besonders unter Druck.

Notfall-Krankenhäuser werden bereits auf ihren Einsatz vorbereitet, da die Intensivstationen unter anderem in London überlastet sind. Mike Adams vom Royal College of Nursing's England warnte im Sender »Sky News« jedoch, es gebe nicht ausreichend Personal, um diese Krankenhäuser auch zu betreiben. Mittlerweile werden mehr Patienten in den Krankenhäusern mit Covid-19 behandelt als in der ersten Welle.

Münchens Oberbürgermeister gegen eine »Wiesn light«

10.30 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält ein Oktoberfest 2021 in abgespeckter Form mit Einlassbeschränkungen oder halb so vielen Tischen für undenkbar. »Ich kann mir keine Wiesn light vorstellen oder eine Wiesn, bei der ich Abstände einhalten soll«, sagte der Kommunalpolitiker dem »Münchner Merkur« vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. »Eine Wiesn light wird's nicht geben«, betonte Reiter.

Im vergangenen Jahr wurde das Oktoberfest abgesagt

Im vergangenen Jahr wurde das Oktoberfest abgesagt

Foto: Peter Kneffel / dpa

»Da kann ich gleich eine Wiesn mit Alkoholverbot machen«. Erfahrungsgemäß hielten sich Menschen nach stärkerem Alkoholkonsum nicht mehr an Abstände. Eine abgespeckte Version würde zudem das Image und die Einmaligkeit des Oktoberfestes dauerhaft beschädigen. Da sei er sich mit Wirten, Brauereien und Schaustellern einig, erklärte Reiter der Zeitung.

Wegen der Corona-Pandemie war das Oktoberfest im vergangenen Jahr abgesagt worden. Ob es 2021 eine Wiesn gibt, ist offen. Die Entscheidung müsse aber spätestens im Juni fallen.

Fachärzte rechnen erst im Sommer mit Entspannung der Lage auf Intensivstationen

10.25 Uhr: Die deutschen Intensivmediziner sagen für ihren Fachbereich noch viele schwierige Monate voraus. »Ich rechne damit, dass wir erst im Sommer von einer nachhaltigen Entspannung auf den Intensivstationen sprechen können«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der »Rheinischen Post« vom Samstag. »Im ersten Quartal wird die Anzahl der Patienten mit Covid-19 sicher noch über der Marke von 4000 liegen.«

Janssens betonte, dass sich erst noch zeigen werde, wie die Feiertage die Lage beeinflusst haben. »Wir werden erst Ende kommender Woche in den Krankenhäusern sehen, wie stark Weihnachten zur Verbreitung von Covid-19 beigetragen hat. Die Effekte von Silvester dann noch deutlich später.«

Janssens sieht angesichts der Lage keine Möglichkeit, den derzeit bis 10. Januar geltenden harten Lockdown tatsächlich zu beenden. »Wir Intensivmediziner raten dringend dazu, bis zu einem Inzidenzwert von unter 25 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche keine Lockerungen in Aussicht zu stellen«, sagte er der »Rheinischen Post«. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im deutschlandweiten Durchschnitt bei 141,2. Das bedeutet, dass sich binnen sieben Tagen 141,2 von 100.000 Menschen in Deutschland mit Corona angesteckt haben.

Russland meldet über 26.000 Neuinfektionen und fast 450 Todesfälle

10.12 Uhr: In Russland melden die Behörden 26.301 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Allein in der Hauptstadt Moskau seien fast 5500 weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit haben sich insgesamt mehr als 3,2 Millionen Menschen nachweislich angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um 447 auf 58.002. Nach den USA, Indien und Brasilien verzeichnet Russland weltweit die meisten Ansteckungsfälle.

»Es ist unmöglich, die Schulen in Deutschland rasch wieder zu öffnen«

09.35 Uhr: Der Mediziner Jeremy Farrar glaubt trotz des Impfbeginns nicht an eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Stattdessen beginne eine »neue gefährliche Phase der Pandemie«. Lesen Sie hier das ganze Interview mit SPIEGEL-Redakteurin Veronika Hackenbroch.

Audi-Chef gegen weitere Subventionen für Auto-Branche

09.22 Uhr: Audi-Chef Markus Duesmann lehnt Corona-Hilfen des Staates für seine Branche ab. »Die Automobilindustrie weiter zu fördern, hielte ich für vermessen«, sagt er der »Süddeutschen Zeitung« (Samstagausgabe). »Corona nimmt uns unsere Gewinne komplett weg, okay. Aber fast alle Firmen – Hersteller wie Zulieferer – können überleben.« Anders sei es etwa in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche, wo viele Firmen wohl dauerhaft schließen müssten. »Das tut mir super weh. Das ist tragisch. Tragisch ist nicht, dass wir zehn Prozent weniger Umsatzvolumen haben. Das verkraften wir, und danach geht es weiter.«

Lauterbach fordert Wiedergründung des Bundesgesundheitsamts

08.55 Uhr: Als eine Lehre aus der Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Wiedergründung des 1994 aufgelösten Bundesgesundheitsamts, aber mit einem Schwerpunkt auf Präventionsmedizin. »Die Tatsache, dass wir in Deutschland bei Corona eine relativ hohe Sterblichkeit pro Infizierten haben, liegt nicht nur an unserer Altersstruktur, sondern an einer weiten Verbreitung von Risikofaktoren«, sagte der Mediziner der »Augsburger Allgemeinen«. Es müsse mehr für Prävention getan werden. Dafür brauche es einen flächendeckenden Ausbau des öffentlichen Gesundheitsdienstes und »als zentrale Institution wieder ein Bundesgesundheitsamt, das sich für die öffentliche Gesundheit starkmacht«.

Das frühere Bundesgesundheitsamt wurde 1994 aufgelöst, nachdem die Behörde für den Skandal um HIV-verseuchte Blutpräparate mitverantwortlich gemacht wurde. Seine Aufgaben wurden auf neue Einrichtungen verteilt, unter anderem das Robert Koch-Institut.

Ärztepräsident mahnt besseren Schutz für Alten- und Pflegeheime an

08.12 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat einen besseren Corona-Schutz für Alten- und Pflegeheime im Zuge der Impfkampagne angemahnt. Die Bewohner würden »definitiv nicht« ausreichend vor einer Infektion geschützt, sagte Reinhardt der »Bild«-Zeitung.

Zwar ließen viele Länder und Kommunen die Mitglieder der mobilen Impfteams vor deren Einsatz auf Corona testen. Doch kenne er aus persönlicher Erfahrung Fälle, in denen Ärzte, »die aktuell in die Altenwohnheime fahren und Menschen impfen, die 90, 95 Jahre, auch über hundert Jahre alt sind«, vorher keinen Corona-Schnelltest machen mussten.

»Die grundsätzliche Teststrategie im Bereich des Pflegepersonals wird nicht regelhaft genug durchgezogen«, kritisierte der Ärztepräsident.

Niedersachsens Gesundheitsministerin geht von Shutdown-Verlängerung aus

07.46 Uhr: Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann rechnet mit einer Verlängerung des Shutdowns bei den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. »So wie es aussieht, ist kein anderes Vorgehen angezeigt«, sagt die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. Auch eine Verschärfung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens schließt sie nicht aus, will aber zunächst verlässliche Infektionsdaten abwarten. Sie setze auf die Einsicht der Bevölkerung und weitere Impfstoffe.

Handel erwartet kein schnelles Ende der Ladenschließungen

07.00 Uhr: Der Handel rechnet nicht mit einem raschen Ende der Corona-bedingten Ladenschließungen in Deutschland. »Ich fürchte, dass die Läden am 10. Januar noch nicht wieder öffnen dürfen. Denn das Ziel, die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit auf unter 50 zu senken, wird bis dahin wohl nicht zu erreichen sein«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der dpa.

Der Handel fühlt sich in der Krise alleingelassen. »Die Lage ist wirklich sehr ernst«, erklärte Genth. »Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigt zwar immer Milliardenhilfen an, tatsächlich kommen die Hilfen aber nicht zur Auszahlung, weil die Zugangshürden viel zu hoch sind.« Dadurch habe der Einzelhandel keinen ausreichenden Zugang zu Staatshilfen.

Vorrangiges Ziel müsse es sein, die Geschäfte wieder zu öffnen, sobald dies aus Sicht der Virologen wieder möglich sei, und sie dann auch geöffnet zu halten.

Bundeskartellamt rechnet mit Fusionswelle im neuen Jahr

06.37 Uhr: Das Bundeskartellamt erwartet in diesem Jahr deutlich mehr Übernahmen und Fusionen als in den Vorjahren. »Es ist viel Liquidität im Markt, während gleichzeitig viele Unternehmen auch Corona-bedingt Schwierigkeiten haben«, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt der »Rheinischen Post«. Er rechne mit einer Reihe an schwierigen Verfahren: »Aus dieser Gemengelage können nicht nur viele, sondern durchaus auch wettbewerblich heikle Verfahren entstehen.«

Er lehne es jedoch ab, Zusammenschlüsse nur lasch zu prüfen, weil Unternehmen wegen Corona in der Krise sind, sagte Mundt: »Fusionskontrolle ist Strukturkontrolle, die auf die Zukunft gerichtet ist. Daher dürfen wir keinen anderen Maßstab als in der Vergangenheit anlegen.«

Seine Behörde werde kritisch prüfen, falls Unternehmen aus China die aktuellen Turbulenzen nutzen sollten, um deutsche Firmen zu kaufen: »Wir werden künftig viel stärker darauf achten müssen, dass es keine Wettbewerbsverzerrungen durch staatlich subventionierte Übernahmen gibt.«

12.690 Neuinfektionen und 336 Todesfälle gemeldet

06.15 Uhr: Am ersten Tag des neuen Jahres haben die deutschen Gesundheitsämter 12.690 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, da während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Vor einer Woche, also am ersten Weihnachtsfeiertag, waren 14.455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 141,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Freitag Sachsen mit 341,2 und Thüringen mit 244,7. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 74,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.755.351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 02.01., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.960. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.368.100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, »sodass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird«.

Kieler Ökonom fürchtet Wegfall von 600.000 Jobs

05.45 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie werden nach Ansicht des Ökonomen Gabriel Felbermayr in Deutschland rund 600.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Am härtesten treffe es Bereiche, die bereits vorher einem strukturellen Wandel unterlagen wie die Luftfahrt- und die Tourismusbranche, sagte der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft der dpa. »Die Luftfahrt müsste in einer dekarbonisierten Welt ohnehin schrumpfen. Da wird durch Corona vieles vorweggenommen und das nachhaltig.«

Bleibende Folgen sieht der Ökonom im für Schleswig-Holstein und andere Küstenländer wichtigen Tourismus. »Dort wird auch nicht alles wieder gut«, sagte Felbermayr. »Im privaten Tourismus wird der Rückprall zwar sehr deutlich ausfallen: Die Menschen wollen an die Küsten und in die Berge.« Im Geschäftstourismus gebe es aber einen deutlichen Strukturwandel. »Es wird weniger geflogen und weniger Kongresstourismus stattfinden.« Das treffe vor allem Stadthotels. Stattdessen werde die Onlinekommunikation wichtiger. »Nachhaltig wird die Pandemie den Einzelhandel verändern«, so der Ökonom.

DIW-Präsident erwartet Welle von Unternehmenspleiten

05.31 Uhr: Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, erwartet in Folge der Coronakrise eine Zunahme der Unternehmenspleiten. »Die zweite Welle wird härter«, sagte Fratzscher der »Augsburger Allgemeinen«. »Je länger es dauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, desto mehr werden pleitegehen.« Die Frage sei nicht, »ob eine Welle an Unternehmensinsolvenzen kommen wird, sondern wann.«

Nach Einschätzung des DIW-Präsidenten droht eine Welle von Unternehmenspleiten, gekoppelt mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dennoch sei es richtig, den Lockdown zu verlängern. Auch für die Wirtschaft müsse es oberste Priorität haben, dass die zweite Infektionswelle möglichst schnell begrenzt werde: »Wirtschaftliche Lockerungen jetzt mögen kurzfristig manchen nutzen, langfristig würden sie jedoch allen schaden.«

Der DIW-Chef warf der Politik Versäumnisse beim Krisenmanagement vor: Deutschland habe sich nicht ausreichend auf die zweite Welle vorbereitet.

Lauterbach hält Öffnung von Kitas und Grundschulen für möglich

02.03 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürwortet unter bestimmten Bedingungen eine Wiederöffnung der wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Kitas und Grundschulen ab der zweiten Januarhälfte. »Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten. Oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt wird«, sagte Lauterbach der »Rheinischen Post«.

»Wenn alle Schulen wieder aufmachen wie vor den Ferien, laufen wir Gefahr, dass wir selbst den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche trotz Shutdowns gar nicht erst erreichen werden«, warnte er.

Ärztegewerkschaft fordert bundesweite Verlängerung des Shutdowns

01.22 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert angesichts der Lage in den Krankenhäusern eine Verlängerung des harten Shutdowns. Die Belastung durch die Versorgung von Covid-19-Patienten sei auch über die Feiertage weiter angestiegen, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kliniken hätten keine Atempause.

»Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist. Anders werden wir die Lage nicht in den Griff bekommen«, sagte Johna. Hinzu komme, dass immer mehr Patienten auf den Intensiv- und Infektionsstationen mit immer weniger Personal versorgt werden müssten, weil sich auch Krankenhauspersonal mit dem Virus infiziere. Diese extreme Arbeitslast sei dauerhaft nicht zu schultern.

bah/wit/mfu/dpa/AFP/Reuters
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