Corona-News am Sonntag Eurotunnel gesperrt, Fährterminal in Dover geschlossen

Großbritannien ist zunehmend vom europäischen Festland abgeschnitten. Nachdem mehrere EU-Länder den Flugverkehr eingeschränkt haben, wurden nun auch die Verbindungen über Land und Wasser gekappt. Der Tag im Überblick.
Stau vor dem Eurotunnel (Archivbild)

Stau vor dem Eurotunnel (Archivbild)

Foto: PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS
Eurotunnel gesperrt, Fährterminal in Dover geschlossen

22.22 Uhr: Elf Tage sind es noch bis zum offiziellen Austrittstermin Großbritanniens aus der EU. Doch während in Brüssel noch über einen Brexit-Handelspakt verhandelt wird, sehen sich die Briten bereits faktisch isoliert: Angesichts der in Großbritannien aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus schottet sich der europäische Kontinent zunehmend ab.

Nachdem mehrere Länder Einschränkungen des Flugverkehrs und Landeverbote von Flügen aus Großbritannien verhängt haben, ordnete Frankreich nun auch ein Einreiseverbot für britische Reisende für alle Grenzübergänge auf dem Luft-, See-, Schienen- und Landweg an. Nur der unbegleitete Frachtverkehr sei genehmigt. Der wichtige britische Hafen Dover am Ärmelkanal sowie der Eurotunnel wurden geschlossen. Frachtverkehr als auch Passagiere würden gebeten, nicht mehr anzureisen, teilte der Hafen am Sonntagabend bei Twitter mit. Diese Beschränkungen seien für mindestens 48 Stunden von Mitternacht an in Kraft. Der letzte Zug von Großbritannien durch den Tunnel nach Frankreich fuhr am Sonntagabend in London ab, wie der Betreiber Getlink mitteilte.

Premierminister Boris Johnson berief für diesen Montag ein Krisentreffen seiner Regierung ein. Ein »steter Fluss von Fracht« aus und nach Großbritannien müsse sichergestellt werden.

Wegen der Schließung der wichtigen Verbindungen wird der Druck vor allem auf den Frachtverkehr zwischen Großbritannien und der EU noch stärker zunehmen. Ohnehin kommt es seit Wochen auf den Autobahnen Richtung Dover und dem Eurotunnel zu langen Staus. Grund sind das hohe Aufkommen zu Weihnachten, aber auch größere Lieferungen von medizinischem Material wegen der Corona-Pandemie. Zudem versuchen viele Unternehmen, vor Ablauf der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember ihre Lagerbestände aufzufüllen.

Der britische Logistikverband UK Logistics teilte auf Twitter mit, das Einreiseverbot sei bekannt. »Wir sind besorgt über das Wohlergehen der Fahrer.« Man versuche mit Hochdruck, an mehr Informationen zu kommen. Der Lebensmittel- und Getränkeherstellerverband Food and Drink Federation warnte vor Engpässen bei frischen Lebensmitteln zu Weihnachten.

Flugpassagiere aus London in Hannover gestoppt

23.36 Uhr: Aus Sorge wegen der in Großbritannien aufgetauchten neuen Variante des Coronavirus hat die Region Hannover die Einreise für 63 Passagiere eines Flugs aus London gestoppt. Bis zum Vorliegen des Corona-Testergebnisses müssten die Passagiere auf dem Flughafengelände bleiben, sagte eine Regionssprecherin am Sonntagabend. Sie rechne damit, dass die Ergebnisse am Montag vorliegen, das stehe aber nicht fest. Nach Angaben des Flughafens Hannover wurden im Terminal D Feldbetten aufgebaut, die Passagiere werden dort auch verpflegt.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, eine Frau wolle nach London zurückfliegen, alle anderen müssten sich dem sogenannten PCR-Test unterziehen. »Unser Ziel ist, zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht«, sagte Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover.

NRW setzt Quarantänepflicht für Reisende wieder in Kraft

22.41 Uhr: Wegen der in Großbritannien und Südafrika entdeckten Coronavirus-Mutationen setzt Nordrhein-Westfalen für diese beiden Länder die Quarantäne-Verordnung wieder in Kraft. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte mit Blick auf die Verordnung am Sonntagabend in der »Aktuellen Stunde« im WDR: »Sie wissen, sie ist für NRW vom Oberverwaltungsgericht für alle Länder aufgehoben worden. Wir werden sie ab Mitternacht wieder in Kraft setzen - insbesondere für Südafrika und Großbritannien.« Die Passagiere, die am Sonntag noch an den Flughäfen Köln, Düsseldorf und Dortmund mit Maschinen aus Manchester und London ankamen, wurden demnach auf die Quarantänepflicht hingewiesen.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte die in der Corona-Einreiseverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt. Nach Ansicht des Gerichts hatte das Land nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Regelung schrieb vor, dass sich Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten nach der Einreise nach Nordrhein-Westfalen in häusliche Quarantäne begeben müssen und dürfen zehn Tage lang keinen Besuch aus anderen Haushalten empfangen dürfen.

Pfund Sterling lässt nach härteren Corona-Beschränkungen Federn

21.27 Uhr: Das britische Pfund Sterling lässt nach härteren Corona-Beschränkungen in London um 0,8 Prozent nach. Händler verwiesen auf die neue Virusvariante und den Mangel an Fortschritten bei einem Brexit-Deal. Etliche europäische Länder verhängen zudem ab Mitternacht ein Verbot von Flügen aus Großbritannien.

Proteste an mehreren Orten gegen Corona-Auflagen

20.55 Uhr: Mehrere Hundert Menschen haben in Berlin, Hamburg und anderen Orten gegen Einschränkungen in der Corona-Pandemie demonstriert. Nach Einschätzung der Polizei versammelten sich in der Hauptstadt am Sonntagnachmittag rund 600 bis 800 Demonstranten. Angemeldet war der Aufzug unter dem Titel »Schweigemarsch gegen Diskriminierung und für Menschenrechte«, wie die Polizei berichtete. Sie sprach von einem ruhigen Verlauf. In Hamburg beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 300 Menschen an einer solche Veranstaltung. Rund 150 Angehörige der linken Szene protestierten demnach dagegen. Bereits am Samstag hatte es an verschiedenen Orten kleinere Proteste gegeben.

Spahn warnt vor schnellerer Virus-Übertragbarkeit

20.22 Uhr: Die Bundesregierung ist besorgt wegen der in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus. »Es ist bis jetzt nicht in Deutschland nachgewiesen worden, aber wir nehmen natürlich die Meldungen aus Großbritannien, aus dem Vereinigten Königreich sehr ernst«, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend im ARD-»Bericht aus Berlin«. »Die deutlich schnellere Übertragbarkeit, wie sie in diesem Fall vermutet wird, die würde natürlich viel verändern und deshalb ist es wichtig, den Eintrag nach Deutschland, auf Kontinentaleuropa zu unterbinden.« Es sei wichtig, die Erkenntnisse über die Virusvariante zu verifizieren und zugleich vorausschauend zu agieren.

Wegen der neuen Virusvariante werden Flüge von Großbritannien nach Deutschland ab Mitternacht untersagt, wie aus einer Verfügung des Bundesverkehrsministeriums von Sonntag hervorgeht. Dazu soll am Montag noch eine Verordnung folgen, die dann außerdem auch alle Einreisen aus Südafrika einschränkt, wie Spahn ankündigte.

Der Minister wunderte sich sehr darüber, dass offenbar viele Deutsche ihren Weihnachtsurlaub in Südafrika verbringen. Er frage sich, ob diese Menschen die Botschaften nicht gehört hätten, nicht zu reisen und die Kontakte einzuschränken, sagte Spahn.

Corona-Mutation bei Patient in Italien nachgewiesen

20.33 Uhr: Die neue Corona-Variante hat Italien erreicht. Das Gesundheitsministerium teilt mit, dass die Mutation bei einem Patienten nachgewiesen worden sei. Der Patient sei zusammen mit einer weiteren Person in den vergangenen Tagen aus Großbritannien zurückgekehrt und mit dem Flugzeug in Rom gelandet. Der Patient befinde sich nun in Quarantäne.

Auch Frankreich verhängt Verbot für Flüge aus Großbritannien

20.12 Uhr: Frankreich hat ein Einreiseverbot für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Das Verbot gelte für alle Grenzübergänge auf dem Luft-, See-, Schienen- und Landweg aus dem Vereinigten Königreich. Nur der unbegleitete Frachtverkehr sei genehmigt, teilte am Sonntag der Amtssitz des französischen Premierministers nach einer Sitzung des von Staatschef Emmanuel Macron per Video geleiteten Verteidigungsrates mit. Der Einreisestopp soll ab Mitternacht und zunächst 48 Stunden dauern.

Spahn rechnet zum Impfstart mit Anlaufproblemen

19.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt die Bürger auf Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Corona-Impfungen ein. »Es wird am Anfang ruckeln«, sagte er am Sonntagabend im ARD-»Bericht aus Berlin«. Beim Hochfahren der Impfzentren werde es auch darauf ankommen, miteinander zu lernen.

Spahn zeigte sich verwundert darüber, dass es Kritik daran gab, dass es zum Start zunächst nur wenig Impfstoff geben wird. »Es ist halt zu Beginn für alle knapp. Aber das war im Übrigen auch immer bekannt. Das sage ich seit Wochen«, antwortete er auf eine Frage nach der Kritik etwa aus den Bundesländern - und versprach: »Wir wollen und werden jeden Impfstoff, der Deutschland erreicht, der uns geliefert wird, auch schnellstmöglich in die Impfzentren bringen.« Großbritannien habe in den ersten zwölf Tagen 300.000 Menschen impfen können. »Das werden wir auch in den ersten Tagen erreichen können.« Der Eindruck, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe nichts, stimme nicht.

Die Impfungen sollen unter anderem zuerst in Pflegeheimen beginnen. Für die Impfung von Pflegebedürftigen, die nicht im Heim leben, seien die Behörden vor Ort zuständig, sagte Spahn. Dort würden für sie Konzepte erarbeitet analog zur auch sonst bestehenden ärztlichen Versorgung dieser Betroffenen.

Spahn: Corona-Mutation bislang nicht in Deutschland nachgewiesen

18.23 Uhr: Die in Großbritannien entdeckte neue Corona-Variante ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bislang nicht in Deutschland nachgewiesen worden. Wichtig sei nun, dass ein Eintrag nach Deutschland unterbunden werde, sagte Spahn in der "ARD". Deshalb würden nun alle Flüge von Großbritannien und Südafrika nach Deutschland ab Mitternacht untersagt.

Bundesregierung stoppt Flugverkehr aus Großbritannien

18.15 Uhr: Die Bundesregierung verhängt wegen einer neuen Variante des Corona-Virus ein Verbot von Flügen aus Großbritannien und Nordirland, wie das Verkehrsministerium mitteilt. Man berufe sich dabei auf eine EU-Verordnung und damit könne die Regelung ab Mitternacht zunächst bis zum 31. Dezember gelten. Eine weiterreichende Regelung für die Zeit ab dem 1. Januar und ein Einreisebeschränkung auch für Südafrika sollen dann am Montag über eine Kabinettsabstimmung im Umlaufverfahren auf den Weg gebracht werden, wie auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der ARD erklärt.

Bundespolizei kontrolliert Reisende aus Großbritannien und Südafrika

18.02 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat wegen der neuen Variante des Coronavirus die Bundespolizei angewiesen, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren. Dies gilt mit Blick auf die korrekte Registrierung in der Digitalen Einreiseanmeldung, teilte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Berlin mit. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern abzustimmen. Reisende müssten sich auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist eine kürzlich entdeckte Variante des Virus um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Die Reisemöglichkeiten zwischen Deutschland und Großbritannien sowie zu Südafrika sollen deshalb eingeschränkt werden. Die Bundesregierung teilte am Sonntag mit, eine entsprechende Regelung werde zur Zeit erarbeitet. Sie stehe dazu auch in Kontakt mit den europäischen Partnern.

Schottische Polizei verstärkt Kontrollen an Grenze zu England

17.31 Uhr: Wegen der Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus sowie Reiseverboten hat die schottische Polizei ihre Kontrollen verstärkt. »Heute habe ich die Verdoppelung unserer Präsenz in den schottischen Grenzgebieten genehmigt«, sagte Polizeichef Iain Livingstone einer Mitteilung zufolge. »Gut sichtbare Patrouillen« sollten jeden abschrecken, der erwäge, gegen die Reisebeschränkungen zu verstoßen. Checkpoints oder andere Kontrollstellen werde es aber nicht geben, betonte Livingstone.

  • Welche möglichen Auswirkungen die neuen Varianten des Sars-CoV-2-Erregers auf Impfungen und Corona-Regeln haben, lesen Sie hier.

Einzelne Fälle der Virusmutation wurden auch aus Schottland und Wales gemeldet. Die hoch ansteckende Corona-Variante breitet sich vor allem in London und anderen Gegenden in Südostengland rasch aus. Dort gelten weitreichende Ausgangs- und Reisesperren.

Deutschland will Reiseverkehr mit Großbritannien und Südafrika einschränken

17.20 Uhr: Wegen der neuen Variante des Coronavirus will die Bundesregierung die Reisemöglichkeiten mit Großbritannien und Südafrika einschränken.

Eine entsprechende Regelung werde zurzeit erarbeitet, teilte Regierungssprecherin Martina Fietz mit. Man stehe dazu im Kontakt mit den europäischen Partnern.

Lockdown nach Corona-Ausbruch bei Sydney

16.32 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Vorort der australischen Metropole Sydney werden immer mehr Fälle gemeldet. Die Behörden meldeten heute 30 Neuinfektionen, damit stieg die Zahl der Fälle, die auf den Cluster in Avalon zurückzuführen sind, auf 70. Die Ministerpräsidentin von New South Wales, Gladys Berejiklian, sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich das Virus auch in größerem Ausmaß außerhalb von Avalon verbreitet habe. Allerdings zeigte die Liste der Neuinfektionen auch Fälle in anderen Teilen des Großraum Sydneys und im Rest von New South Wales. Die Regierung hat einen Lockdown bis mindestens Mittwoch verhängt.

WHO fordert striktere Corona-Maßnahmen in Europa wegen neuer Virusvariante

15.29 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre europäischen Mitgliedstaaten angesichts einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien zu einer Verschärfung ihrer Corona-Maßnahmen aufgerufen. »In Europa, wo die Übertragung hoch und weitverbreitet ist, müssen die Länder ihre Kontroll- und Vorbeugemaßnahmen verstärken«, sagte eine Sprecherin der WHO-Europa.

Bei Impfstoffwirksamkeit der neuen Variante »kein Grund für Alarm«

14.38 Uhr: Experten geben zumindest in Bezug auf die Wirksamkeit des Impfstoffes Entwarnung bei der neu aufgetauchten Coronavirus-Variante. Die Wirksamkeit der Vakzine werde vermutlich nicht entscheidend beeinträchtigt. »Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm«, sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Auch Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für »wahnsinnig alarmierend«. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern.

Frankreich will offenbar auch Verbindungen aus Großbritannien stoppen

14.15 Uhr: Wegen der besonders ansteckenden neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien kappt nach den Niederlanden und Belgien wohl auch Frankreich seine Flüge und Zugverbindungen nach Großbritannien. Noch im Laufe des Sonntags solle eine Entscheidung getroffen werden. »Wir verfolgen die Situation genau«, hieß es seitens der französischen Regierung.

Volle Großstädte in Italien

13.38 Uhr: In Italien haben viele Menschen kurz vor Beginn härterer Corona-Regeln die letzte Gelegenheit genutzt, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. In Großstädten wie Mailand, Rom und Bologna seien die Innenstädte voll gewesen, wie mehrere italienische Medien berichteten. In der nördlichen Metropole Mailand wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge die Eingänge zu manchen U-Bahn-Stationen bis zum Samstagnachmittag rund 150-mal für wenige Minuten gesperrt.

Dezemberhilfen sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden

12.41 Uhr: Die Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfen an von Corona-bedingten Schließungen betroffene Betriebe sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden.

Das teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Auch erste Abschlagszahlungen für die sogenannte Überbrückungshilfe III sollen demnach im Laufe des Januar fließen. »Finanziell können wir den Lockdown lange durchhalten«, betonte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) unter Hinweis auf die wirtschaftliche Stärke Deutschlands.

Landkreis Oder-Spree ruft »Massenanfall von Erkrankten« aus

12.35 Uhr: Die Verwaltung des brandenburgischen Landkreises Oder-Spree hat angekündigt, am Sonntag um 24 Uhr das sogenannte Großschadenereignis »Massenanfall von Erkrankten« auszurufen. Grund dafür sind die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen im Landkreis. Durch den Ausruf dieses Katastrophenfalls kann die Verwaltung die Kräfte des Katastrophenschutzes gezielter steuern. In dem Landkreis im Osten Brandenburgs wurden seit Samstag 107 neue Infektionen gezählt. 131 Personen müssen im Krankenhaus behandelt werden: 119 auf der Normalstation, zwölf auf der Intensivstation, zehn davon müssen beatmet werden.

Neue Corona-Variante »außer Kontrolle«

12.22 Uhr: Die in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus bereitet den Behörden große Sorgen. »Sie ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen«, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock der BBC. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden ist die Mutation deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Variante schwerere Krankheitsverläufe auslöse oder eine höhere Sterblichkeitsrate. Zudem gehen die Behörden bisher davon aus, dass Impfstoffe auch gegen die Mutation wirksam sind.

Bald Einschränkung von Flügen aus Großbritannien?

11.51 Uhr: Auch für Deutschland könnte die entdeckte Mutation des Coronavirus Konsequenzen für Flüge aus Großbritannien haben. Laut Bundesgesundheitsministerium werden die Informationen »mit Hochdruck« ausgewertet.

  • Ausführliche Informationen finden Sie hier

Passagiere am Flughafen in Birmingham

Passagiere am Flughafen in Birmingham

Foto: Jacob King/ dpa

Steinmeier dankt deutschen Soldaten im Auslandseinsatz

11.23 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den deutschen Soldatinnen und Soldaten im Ausland für ihren Einsatz unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie gedankt. »Dass die Einsätze der Bundeswehr trotz der Coronakrise fortgesetzt werden konnten, ist Ihre Leistung. Sie halten unsere Armee einsatzbereit«, sagte Steinmeier in einer Grußbotschaft.

Drosten: Britische Virusvariante in Deutschland bisher nicht gesehen

11.17 Uhr: In Deutschland ist die neue Coronavirus-Variante, die sich derzeit in Großbritannien ausbreitet, nach Angaben von Christian Drosten bisher nicht aufgetaucht. Die Verbreitung könne Zufall sein, schreibt Drosten auf Twitter. Die Mutationen verschafften dem Virus nicht zwingend einen Selektionsvorteil, auch wenn das möglich sei. Ein Selektionsvorteil kann dazu führen, dass sich ein Virus leichter ausbreiten kann.

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Bayern schafft Spezialeinheit für Pflegeheime

10.59 Uhr: Bayern will eine Spezialeinheit zur Corona-Bekämpfung in den Pflegeheimen schaffen. Das hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder der »Bild am Sonntag« gesagt. Bereits von Montag an solle die Taskforce in den rund 1500 stationären Alten- und Pflegeheimen und in etwa 800 Behinderteneinrichtungen zum Einsatz kommen, sagte Söder. Ziel ist es, die am stärksten Betroffenen besonders vor Ansteckung zu schützen. Nach Informationen der Zeitung soll die Einheit aus mehr als 200 Mitarbeitern bestehen, die aus den Landesämtern für Pflege und Gesundheit sowie den Heimaufsichten vor Ort stammen.

Sydney abgeschottet vom Rest Australiens

10.01 Uhr: Wegen eines größeren Corona-Ausbruchs ist die einwohnerreichste Stadt Australiens Sydney vom Rest des Landes abgeschottet. Alle anderen Regionen haben strenge Reisebeschränkungen für Menschen aus Sydney verhängt. Von Montag an dürfen die Einwohner der Stadt etwa nicht mehr in die Bundesstaaten Victoria und Queensland reisen. Queensland will Polizeikontrollen einrichten an der Grenze zu New South Wales, dem Staat, dessen Hauptstadt Sydney ist. Dort stehen die nördlichen Vororte, wo der Ausbruch zu rund 70 Infektionen geführt hat, unter einem strengen Lockdown.

Lauterbach warnt vor Mutationen: »Ein Teufelskreis«

09.28 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor Mutationen des Coronavirus. »Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mutationen die Ansteckungsgefahr erhöhen«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Das ist ein weiterer Grund dafür, dass die zweite Welle nicht so stark werden darf. Je mehr Ansteckungen man zulässt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch gefährlichere Mutationen folgen. Das ist quasi ein Teufelskreis: Mehr Ansteckungen führen zu mehr Mutationsgelegenheiten und damit zu mehr Mutationen. Diese wiederum führen zu mehr Ansteckungen. So geht es dann immer weiter.«

Merz zu bevorstehenden Impfungen: Politiker mit Vorbildfunktion

09.08 Uhr: CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat sich gegenüber den bevorstehenden Impfungen gegen Corona dafür ausgesprochen, unter anderem Politiker frühzeitig impfen zu lassen. »Sobald es die Kapazitäten hergeben, sollten auch Vertreter des öffentlichen Lebens geimpft werden«, sagte er. Es gebe viele Menschen, die Zweifel an den Impfungen hätten. »Denen muss man die Angst und die Befürchtungen nehmen.«

Bolsonaro hält Eile bei Corona-Impfung für »nicht gerechtfertigt«

07.21 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Eile bei Kauf und Verteilung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus als unbegründet bezeichnet. »Die Eile ist nicht gerechtfertigt«, sagte Bolsonaro in einem Internetvideo, das einer seiner Söhne, der Abgeordnete Eduardo Bolsonaro, am Samstag in den sozialen Netzwerken verbreitete. »Man mischt sich damit in das Leben der Menschen ein.«

Der Präsident, der das Virus von Anfang an verharmloste, hatte erst am Donnerstag die Unternehmen Pfizer und Biontech kritisiert und mögliche Kollateralschäden ihres Impfstoffs herangezogen. »Im Vertrag ist klar geregelt, dass Pfizer nicht für Nebenwirkungen verantwortlich ist. Wenn du dich in einen Kaiman verwandelst, ist es dein Problem«, sagte Bolsonaro und lachte.

In Brasilien – dem größten Land Lateinamerikas – sind inzwischen mehr als sieben Millionen Menschen infiziert. Der 210-Millionen-Einwohner-Staat steuert auf 200.000 Tote zu und meldet nahezu täglich weitere Höchstwerte. Bolsonaro sagte jedoch, die Pandemie gehe in Brasilien zu Ende.

Wegen Coronakrise bis Oktober 155 Millionen weniger Flugpassagiere in Deutschland

06.39 Uhr: Wegen der Coronakrise sind zwischen Januar und Oktober dieses Jahres in Deutschland 155 Millionen weniger Passagiere geflogen als im Vorjahreszeitraum. Dies entspreche einem Rückgang von 72 Prozent, berichtet die »Bild am Sonntag« unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Die Zahl der Flüge sei um 1,1 Millionen und damit um 63 Prozent zurückgegangen.

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Hilfsorganisation fürchtet Rückgang der Weihnachtsspenden

05.30 Uhr: Die Hilfsorganisation Brot für die Welt befürchtet wegen der Beschränkungen in der Coronakrise einen deutlichen Einbruch bei den Spenden zur Weihnachtszeit. »Wegen des harten Lockdowns werden dieses Jahr deutlich weniger Menschen die Weihnachtsgottesdienste besuchen. Wir befürchten daher auch einen drastischen Rückgang bei den Weihnachtskollekten – einem wichtigen Teil unserer jährlichen Einnahmen«, sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Weihnachtskollekten fehlten dann ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Not weltweit massiv gestiegen sei und die Partnerorganisationen Hoffnung auf Hilfe setzten.

»Für die Kinder ist in diesem Jahr die Zukunft unsicherer geworden – für die Kinder hier, vor allem aber für die Kinder in vielen Ländern des Südens«, beklagte sie. »Viele Eltern in ärmeren Regionen haben durch Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen ihr Einkommen verloren. Und die wirtschaftliche Situation wird sich 2021 weiter verschärfen. Eine soziale Absicherung gibt es meistens nicht. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Pandemie schon jetzt 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut gestürzt hat.«

Praxisärzte erwarten Übernahme von Impfungen vermutlich im Sommer

05.15 Uhr: Nach dem geplanten Start in regionalen Impfzentren rechnen die Kassenärzte mit einer Übernahme der Corona-Impfungen in der Fläche einige Monate später. »Wir gehen derzeit davon aus, dass die Praxen vermutlich im Sommer impfen werden«, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. Der Impfstoff, der jetzt als Erstes zur Verfügung stehe, müsse bei minus 70 Grad gelagert werden, was in den Praxen so nicht handhabbar sei. Wenn dann aber ein Impfstoff da sei, der nicht so extrem gekühlt sein müsse, könne es direkt losgehen.

Coronakrise wird Länderhaushalte über Jahrzehnte belasten

05.10 Uhr: Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Die zwei bevölkerungsreichsten Bundesländer – Bayern und Nordrhein-Westfalen – haben sich allein bis zu 65 Milliarden Euro an neuen Schulden genehmigt. Das ist mehr als die übrigen 14 Länder zusammen. Das zeigt eine dpa-Umfrage unter den 16 Länderfinanzministerien.

  • Spitzenreiter ist Bayern mit 40 Milliarden Euro – also fast einem Drittel der von den Landesparlamenten genehmigten Neuverschuldung.

  • Auf Rang zwei folgt Nordrhein-Westfalen mit 25 Milliarden Euro,

  • an dritter Stelle Baden-Württemberg mit knapp 11 Milliarden Euro.

Die tatsächliche Schuldenaufnahme in diesem Jahr ist bislang sehr viel niedriger, weil manche Bundesländer ihre Kredite für mehrere Jahre im Voraus planen. Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wollten keine Wasserstandsmeldungen abgeben, die tatsächlich aufgenommenen neuen Kredite der übrigen zwölf summieren sich bislang auf gut 40 Milliarden Euro.

WHO mit britischen Behörden wegen Coronavirus-Variante in Austausch

04.28 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht mit Großbritannien wegen der Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus in engem Kontakt. Das twitterte die WHO in der Nacht zu Sonntag:

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Die britischen Behörden würden weiter Informationen und Ergebnisse ihrer Analysen und Studien teilen. »Wir werden die Mitgliedstaaten und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten, sobald wir mehr über die Merkmale dieser Virusvariante und deren Auswirkungen erfahren.« Derweil werde geraten, weiter alle Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Fauci beruhigt Kinder: Ich habe den Weihnachtsmann persönlich geimpft

04.19 Uhr: Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci hat sich nach eigenen Angaben ganz persönlich um die Sicherheit des Weihnachtsmannes in der Corona-Pandemie gekümmert. »Ich bin zum Nordpol gereist und habe persönlich den Weihnachtsmann geimpft«, sagte der Corona-Experte am Samstag auf Fragen von Kindern während einer Fernsehsendung für Familien. »Ich habe seine Immunität überprüft – er kann problemlos reisen.«

»Der Weihnachtsmann kann kommen, er kann Geschenke bringen, ihr müsst Euch keine Sorgen machen«, beruhigte Fauci die jungen Fragesteller. Er äußerte sich wenige Tage nach dem Impfstart in den USA, dem am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Land der Welt.

Die Weltgesundheitsbehörde WHO hatte dem Weihnachtsmann bereits vergangene Woche Immunität bescheinigt: Er dürfe überall auf der Welt die Kinder besuchen.

Corona-Lockdown in London: Millionen Menschen müssen zu Hause bleiben

04.00 Uhr: In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit der Nacht zum Sonntag wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. Grund ist die rasche Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus. Insgesamt sind etwa 16,4 Millionen Menschen von den Verschärfungen betroffen, knapp ein Drittel der Bevölkerung von England. Sie dürfen auch über Weihnachten keine Mitglieder anderer Haushalte treffen. »Als Premierminister ist es meine Pflicht, schwierige Entscheidungen zu treffen und zu tun, was getan werden muss, um die Menschen in diesem Land zu schützen«, betonte Regierungschef Boris Johnson am Samstagabend auf Twitter:

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Er hatte noch vor Kurzem Forderungen von Wissenschaftlern und der Opposition abgelehnt, härtere Maßnahmen über die Feiertage in Kraft zu setzen. Nun müssen Millionen Menschen doch allein feiern. »Wir opfern die Möglichkeit, unsere Lieben dieses Weihnachten zu sehen, damit wir eine bessere Chance haben, ihr Leben zu schützen, damit wir sie an künftigen Weihnachten sehen können«, sagte Johnson.

Die Regent Street, eine der beliebtesten Einkaufsstraßen in London – leer

Die Regent Street, eine der beliebtesten Einkaufsstraßen in London – leer

Foto: Oliver Weiken/ dpa

Der Premier warnte, die neue Variante VUI2020/12/01 des Coronavirus breite sich rasch aus. Die Mutation sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Viele Kliniken in Südostengland sind so gut wie vollständig ausgelastet, vielerorts wurden nicht notwendige Operationen verschoben. Johnson betonte, es gebe aber weder Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv gegen die neue Corona-Variante seien, noch darauf, dass die Krankheit schwerer verlaufe oder es mehr Todesfälle gebe.

Laschet stellt wegen hoher Corona-Zahlen Weihnachtsgottesdienste infrage

03.50 Uhr: Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen hat sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet skeptisch gezeigt, ob Weihnachtsgottesdienste tatsächlich in der bisher geplanten Form stattfinden können. »In den nächsten Tagen werde ich angesichts der aktuellen Lage noch einmal Gespräche mit den Kirchen führen«, kündigte der CDU-Politiker im »Tagesspiegel am Sonntag« an .

Die evangelische Kirche in Westfalen habe bereits gesagt, dass sie Gottesdienste auch absagen werde, berichtete Laschet:

»Die Glaubensgemeinschaften nehmen die Lage sehr ernst. Sie wissen auch, dass dies das Fest des Lebens und der Nächstenliebe ist, und dass man sorgsam abwägen muss.«

Die Corona-Infektionszahlen legten nahe, »dass man noch vorsichtiger sein muss als wir es vor zwei Wochen dachten«, sagte Laschet weiter. Zugleich sei die Freiheit der Religionsausübung ein wichtiges Grundrecht der Verfassung. »Wir haben daher in Nordrhein-Westfalen schon im März gesagt, dass wir Kirchen und Synagogen als Staat nicht schließen, sondern dass wir auf die Freiwilligkeit der Kirchen und Religionsgemeinschaften setzen.«

Laschet machte zudem klar, dass er nicht mit einem Ende des Lockdowns am 10. Januar rechnet. »Im Moment ist nicht mal der Hauch einer Möglichkeit dafür da, dass man darüber redet«, sagte er auf die Frage nach Öffnungen. »Die Kernfrage wird nach den Ferien sein: Wie geht es mit Schulen und Kitas weiter? Bis wir wieder Partys feiern, wird noch viel Zeit vergehen.«

Jeder zweite Deutsche für Verbot der Weihnachtsgottesdienste

03.45 Uhr: Jeder zweite Deutsche ist angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen für ein Verbot öffentlicher Weihnachtsgottesdienste. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 50 Prozent dafür aus, Präsenzgottesdienste zu untersagen, nur 35 Prozent sind für die Gottesdienste. 15 Prozent machten keine Angaben.

Anders als während der ersten Corona-Welle zu Ostern hatten sich Bund und Länder vergangene Woche trotz der jetzt noch deutlich höheren Infektions- und Todeszahlen gegen ein Verbot von öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten während des harten Lockdowns entschieden. Allerdings gelten in den Kirchen strenge Regeln wie eine Maskenpflicht, ein Abstandsgebot und auch ein Gesangsverbot. Die großen christlichen Kirchen hatten mit großem Verständnis auf die Einschränkungen reagiert.

Nach den Ergebnissen der YouGov-Umfrage überwiegt unter den Gläubigen aber die Ablehnung öffentlicher Gottesdienste. Unter Katholiken und Protestanten sind jeweils 47 Prozent für ein Gottesdienstverbot und nur 38 beziehungsweise 39 Prozent dagegen. Von Angehörigen nicht-christlicher Glaubensrichtungen sprachen sich 42 Prozent für ein Verbot und 40 dagegen aus. Von den Befragten, die keiner Glaubensrichtung angehören, plädierten 58 Prozent für ein Verbot und 30 Prozent dagegen.

Flughafen Schiphol in Amsterdam: Keine Flüge mehr aus Großbritannien

Flughafen Schiphol in Amsterdam: Keine Flüge mehr aus Großbritannien

Foto: EVERT ELZINGA/EPA-EFE/Shutterstock

Niederlande verbieten Flüge aus Großbritannien wegen neuer Corona-Mutation

02.33 Uhr: Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien dürfen aus dem Königreich kommende Passagiermaschinen nicht mehr in den Niederlanden landen. Diese Regelung gelte von Sonntagmorgen bis zum 1. Januar, erklärte die Regierung in Den Haag. Sie teilte zudem mit, dass ein Fall der neuen Mutation auch in den Niederlanden entdeckt worden sei.

Das Flugverbot aus Großbritannien sei vom Kabinett von Regierungschef Mark Rutte »vorsichtshalber« beschlossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium am frühen Sonntagmorgen. Es solle um 06.00 Uhr in Kraft treten und bis zum 1. Januar gelten. Mögliche Regeln für andere Verkehrswege würden derzeit überprüft.

Ex-Verfassungsrichter: Bundestag hätte über Impfreihenfolge abstimmen müssen

01.02 Uhr: Nach Ansicht des früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hätte der Bundestag über die Reihenfolge bei der Corona-Impfung abstimmen müssen. »Die grundsätzliche Entscheidung, nach welchen Kriterien die für den Schutz des Lebens und der Gesundheit zurzeit nur begrenzt zur Verfügung stehenden Behandlungen ermöglicht werden, ist so wesentlich für den verfassungsrechtlich geforderten Schutz des Lebens und der Gesundheit gleichberechtigt für jedermann, dass diese nicht dem alleinigen Ermessen der Regierung oder des Ministers überantwortet sein kann«, sagte Papier den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Nur das vom Volk unmittelbar gewählte Parlament verfüge über die für solch schicksalhafte Entscheidungen notwendige demokratische Legitimation. Die Abgrenzungen der Personengruppen im Detail hätten seiner Ansicht nach aber durchaus per Ministerverordnung geregelt werden können. Papier betonte zudem, dass eine Entscheidung des Bundestags eine erhöhte Rechtssicherheit geboten hätte, »weil ein Gesetz anders als eine Ministerverordnung eine besondere Bestandskraft hat und nur vom Verfassungsgericht verworfen werden könnte.«

mas/mkl/oka/AFP/dpa/Reuters