Corona-News am Sonntag Söder bringt Grenzkontrollen ins Gespräch

Markus Söder fordert im Umgang mit der Corona-Pandemie ein einheitlicheres Vorgehen in Europa. Sollte dies nicht gelingen, »wären Grenzkontrollen sinnvoll«, sagt Bayerns Ministerpräsident. Der Überblick am 17. Januar.
Markus Söder bringt im Kampf gegen die Corona-Pandemie Grenzkontrollen ins Spiel

Markus Söder bringt im Kampf gegen die Corona-Pandemie Grenzkontrollen ins Spiel

Foto: Matthias Balk / dpa

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Söder bringt Grenzkontrollen ins Spiel

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ein einheitlicheres Vorgehen in Europa gefordert und Grenzkontrollen ins Spiel gebracht. »Am besten wäre eine einheitliche europäische Strategie in der Corona-Bekämpfung«, sagte Söder der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. »Sollte dies weiter nicht gelingen, wären Grenzkontrollen sinnvoll.« Das habe schon im Frühjahr effektiv geholfen. »Es dauert ja auch nicht ewig. Wenn mehr Impfstoff da ist, kann sich die Situation rasch verbessern«, fügte Söder hinzu.

Söder sagte, eine Bilanz der Corona-Impfkampagne könne erst nach einem halben Jahr gezogen werden, »aber noch gibt es bei den Bürgern mehr Fragen als Antworten«. Bei der Beschaffung der Vakzine sei es offenbar zu Fehleinschätzungen gekommen. »Dass jetzt 300 Millionen Impfdosen für Europa nachbestellt wurden, ist zumindest ein Indiz dafür, dass man vorher zu wenig bestellt hat«, sagte der CSU-Politiker.

Wer in der Slowakei zur Arbeit will, braucht bald einen negativen Corona-Test

23.55 Uhr: Die Slowakei verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihre Ausgangsbeschränkungen. Wie Ministerpräsident Igor Matovic nach einer Sondersitzung der Regierung bekannt gab, werden wieder Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Danach werde auch der Weg zur Arbeit nur mehr mit einem negativen Corona-Test erlaubt sein.

Gesundheitsminister Marek Krajci konkretisierte, die »freiwillige« Testmöglichkeit werde bis 26. Januar bestehen. Die Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen für Personen ohne negativen Corona-Test trete ab dem 27. Januar in Kraft und gelte vorerst bis 7. Februar.

Ein regierungsinterner Streit über die Zweckmäßigkeit landesweiter Massentests war nach Medienberichten der Hauptgrund dafür, dass sich die Vier-Parteien-Koalition eine ganze Woche nicht auf das Maßnahmenpaket einigen konnte, das sie ursprünglich schon am vergangenen Montag verkünden wollte.

Welche Maßnahmen beschließen Bund und Länder am Dienstag?

22.25 Uhr: Die Verlängerung des Shutdowns gilt als sicher. Doch ob und wie die Maßnahmen verschärft werden, ist vor der Corona-Konferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Merkel umstritten. Nach SPIEGEL-Informationen wird das Kanzleramt am kommenden Dienstag für einen harten Lockdown plädieren. Nicht alle Bundesländer sind von einer Verschärfung der Maßnahmen überzeugt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Brasilien erteilt Sinovac und AstraZeneca Notfallzulassung

20.05 Uhr: Mehr als acht Millionen Menschen haben sich in Brasilien bislang mit dem Coronavirus infiziert. Nun hat die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) den Corona-Impfstoffen von Sinovac und AstraZeneca jeweils eine Notfallzulassung erteilt.

Von dem Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem die Regierung des Bundesstaates São Paulo ein Abkommen hat, sind sechs Millionen Dosen verfügbar. Ein Versuch der brasilianischen Regierung, zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca aus Indien zu holen, war am Freitag zunächst gescheitert.

Brasilien ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Mehr als 209.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Wegen der enormen Zunahme von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit Covid-19 brach zuletzt das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus zusammen.

Ab kommenden Dienstag gelten in Deutschland auch für Einreisende aus Brasilien strenge Corona-Testpflichten. Wie aus einer am Sonntagabend aktualisierten Übersicht des Robert Koch-Instituts hervorgeht, gilt Brasilien als ein Gebiet, in dem neue Virus-Varianten mit wohl besonderen Risiken kursieren. Wer in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem solchen Gebiet war, muss schon vor der Einreise ein negatives Corona-Testergebnis haben und es auch der Fluggesellschaft vorlegen können. Als solche Gebiete gelten bisher schon Großbritannien, Irland und Südafrika.

Gesundheitsämter weiterhin mit alter Software unterwegs

19.45 Uhr: Bund und Länder sind laut einem Medienbericht mit ihrem Vorhaben gescheitert, bis Anfang 2021 90 Prozent der rund 380 Gesundheitsämter mit moderner Software auszurüsten. Die dafür vorgesehene Software Sormas sei zum Jahreswechsel erst in 111 der Behörden betriebsbereit gewesen, hieß es in den Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums. Der Anteil betrug demnach nicht einmal 30 Prozent.

Die neue Software soll das Nachverfolgen von Corona-Infizierten deutlich vereinfachen, ebenso das Dokumentieren von Symptomen sowie den Datenaustausch mit anderen zuständigen Behörden. Bislang arbeiten die Ämter vielerorts noch mit Excel-Listen und mit Software, die keine Weitergabe von Daten über Landkreisgrenzen erlauben. Das Nachverfolgen von Infektionsketten wird dadurch erschwert. Auch weichen beispielsweise Meldedaten über Infektionszahlen in den Landkreisen auf Landes- und Bundesebene häufig erheblich voneinander ab.

Bundesrat entscheidet über Ausweitung von Kinderkrankengeld

19.27 Uhr: Der Bundesrat entscheidet an diesem Montag in einer Sondersitzung über die Ausweitung des Kinderkrankengeldes. Damit soll der Anspruch pro Elternteil für das laufende Jahr rückwirkend ab 5. Januar von zehn auf 20 Tage verdoppelt werden, für Alleinerziehende auf 40 Tage. Dies soll es Eltern erleichtern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

Der Anspruch soll nicht nur bei Krankheit des Kindes gelten, sondern auch, wenn Kitas, Schulen oder Betreuungseinrichtungen pandemiebedingt geschlossen sind. Die Leistung kann auch bei Arbeit im Homeoffice in Anspruch genommen werden.

Chef droht Mitarbeitern mit Kündigung bei Corona-Impfung

19.14 Uhr: Ein Dachdecker aus Nordrhein-Westfalen hat auf Facebook für Empörung gesorgt: Er kündigte an, seine Angestellten zu entlassen, sollten sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Später nahm er das wieder zurück.

Auch Fürth untersagt Corona-Proteste

17.36 Uhr: In Mittelfranken sind Gegner der Corona-Maßnahmen mit ihrem Versuch gescheitert, Ersatzveranstaltungen für verbotene Demonstrationen anzumelden. Wie die Stadt Fürth meldet, seien in der Nacht von Samstag auf Sonntag knapp 30 Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Fürth angemeldet worden. Diese seien »offenkundig« als Ersatzveranstaltungen geplant gewesen für die zuvor verbotenen Versammlungen in Nürnberg und Stein. Man gehe daher von einer geplanten Aktion aus. Die angemeldeten Veranstaltungen hätten zwar teilweise unterschiedliche Themen und Veranstalter gehabt, aber es habe auffällige Gemeinsamkeiten in Layout und Wortwahl gegeben, so die Stadt Fürth. Die meisten Anmelder kämen auch nicht aus Mittelfranken und seien teilweise polizeibekannte Corona-Leugner.

Eltern betreuungspflichtiger Kinder sehen sich am Limit

17.13 Uhr: In einem offenen Brief haben sich Eltern an die Regierung und den Bundestag gewandt. Die Bundeselternvertretung für Kitas (Bevki) stemmt sich darin weitere Belastungen. »Für Familien mit Kindern ist jetzt eindeutig die Grenze der Belastbarkeit erreicht«, erklärte Bundeselternsprecher Axel Briege sich zwei Tage vor den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen. »Weitergehende Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung müssen nun von anderen, stärkeren Partnern mit geschultert werden.«

Die Elternvertretung verlangte eine bessere Unterstützung der arbeitnehmenden Elternteile durch zusätzliche, vom Bund finanzierte Urlaubstage, die Neuauflage des Corona-Kinderbonus in Höhe von 1000 Euro pro Kind und Monat und die verbindliche Festlegung auch für Unternehmen, dass die Betreuung von Kindern nicht zeitgleich mit dem Homeoffice zu vereinbaren sei.

Proteste in Hamburg: »Solidarität statt Querdenken«

16.59 Uhr: Mit Forderungen wie »Mietbefreiung für alle Corona-Geschädigten« oder »Impfstoff für alle – Sonst gibt`s Krawalle. Pharmakonzerne enteignen« sind am Sonntag Hunderte Linke in Hamburg gegen die Corona-Politik und gegen Corona-Leugner auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei zogen am Vormittag bis zu 825 Demonstranten – coronabedingt aufgeteilt in Blöcke – vom linksautonomen Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel in Richtung Innenstadt. Außer dem Zünden von Pyrotechnik sei alles friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Demonstranten in Hamburg

Demonstranten in Hamburg

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

»Wir werden nicht zulassen, dass die Corona-Krise auf dem Rücken jener abgewälzt wird, die im Kapitalismus eh schon die Zeche zahlen: Frauen, Migranten, Arbeiter«, sagte die Rotfloristin Svenja Lorelai. Vielmehr sollten reiche Menschen für die Krise zahlen. Auch ein weltweit freier Zugang zu Medizin und weniger Rücksicht auf Profit standen im Fokus der Demo.

Epidemiologe: Lockdown noch mindestens mehrere Wochen nötig

16.43 Uhr: Die Corona-Zahlen sinken zu langsam, als dass schon bald der Lockdown gelockert werden könnte, sagt der Bremer Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie. Seiner Meinung nach werden die Einschränkungen noch mindestens mehrere Wochen nötig sein. Entscheidend für die Dauer des Lockdowns sind nach Ansicht Zeebs drei Faktoren: eine Trendwende mit deutlich sinkenden Corona-Zahlen, gleichzeitig intensives Testen und besonders die breite Akzeptanz sowie erfolgreiche Durchführung der Impfung. »Da gerade der letzte Teil noch dauert nach den letzten Nachrichten, gehe ich von mindestens weiteren sechs bis acht Wochen aus.« Falls eine Trendwende vorher gelinge, könnte auch vorher schon etwas geändert werden – »aber immer mit vorsichtigen und gut monitorierten Lockerungen.«

Mutante grassiert in belgischem Altenheim

15.20 Uhr: In einem belgischen Altenheim ist es zu einer Massenansteckung mit der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Mutante gekommen. 75 Menschen hätten sich in der Einrichtung in der Stadt Houthulst mit der ansteckenderen Variante des Virus infiziert, sagte Bürgermeister Joris Hindryckx am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Damit seien zwei Drittel der Bewohner mit dem Virus infiziert. Bislang seien drei Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Insgesamt wurden in der 10.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Belgiens den Angaben zufolge 128 Menschen positiv auf die Virusmutante getestet. Wie es zu der Ausbreitung der Corona-Variante kam, war zunächst offen. Die Infizierten müssen zehn Tage in Quarantäne.

Frankreichs Europaminister nennt Vorstoß zu EU-Impfpass »schockierend«

14.58 Uhr: Die französische Regierung lehnt eine Debatte über einen EU-Impfpass derzeit ab. »Wir sind da sehr zurückhaltend«, sagte Europaminister Clément Beaune am Sonntag dem Sender France Info. Wenn über ein »Dokument« gesprochen werde, mit dem in Zeiten der Corona-Krise Reisen in Europa ermöglicht werden sollten, so sei dieser Vorschlag »sehr verfrüht«.

In einer Zeit, in der die Impfkampagnen gerade erst anliefen, darüber zu sprechen, ob es mehr Rechte für bestimmte Bevölkerungsgruppen geben solle, sei »schockierend«, sagte Beaune. »Das ist nicht unsere Vorstellung von Schutz und vom Zugang zu den Impfstoffen.« Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte am Dienstag in einem Schreiben an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Einführung eines einheitlichen Impfzertifikats gefordert, damit Corona-Geimpfte wieder frei reisen dürfen.

Keine Ausnahmen für Geimpfte, solange Virulenz ungeklärt ist

13.50 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Vorstoß von Außenminister Heiko Maas (SPD) zurückgewiesen, geimpften Menschen Ausnahmen von Corona-Beschränkungen zu ermöglichen. »Eingriffe in Freiheitsrechte müssen immer gut begründet sein«, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Sonntag auf Anfrage in Berlin. »Aber solange nicht klar ist, ob ein Geimpfter das Virus übertragen kann, kann es keine Ausnahmen geben.«

Hochzeit mit 60 Gästen gefeiert

13.19 Uhr: Die Polizisten waren zwar nicht eingeladen, sie erschienen aber trotzdem zu der Hochzeit: 60 Menschen haben dabei am Samstagabend in Berlin-Mitte gegen so ziemlich alle Corona-Regeln verstoßen und werden deswegen nun belangt. Durch einen Anrufer wurden die Beamten auf die Gesellschaft in einer Wohnung aufmerksam, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte. »Wir haben die Menschen aufgefordert, sich in ihre Wohnungen zu begeben«, sagte der Sprecher. Es seien alle Personalien sowie 56 Verstöße gegen den Infektionsschutz notiert worden. »Hier haben sich deutlich mehr Menschen getroffen als nur aus einem fremden Haushalt.«

Japan hält an Olympia fest

12.57 Uhr: Japans Regierung hat Berichte über eine mögliche Absage der Olympischen Spiele in Tokio dementiert. »Wir haben die Veranstaltungsorte und den Zeitplan (für die Spiele) festgelegt, und die beteiligten Personen arbeiten an Vorbereitungen einschließlich der Infektionskontrolle«, erklärte Regierungssprecher Katsunobu Kato am Sonntag laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Damit reagierte er auf Medienberichte über zitierte Äußerungen des Ministers für Verwaltungsreform, Taro Kono, wonach das Schicksal der Spiele »in beide Richtungen gehen könnte«. Es war das erste Mal, dass ein ranghohes Mitglied der Regierung Zweifel andeutete, ob die Sommerspiele in der Corona-Pandemie tatsächlich stattfinden können.

Das Corona-Jahr von Miss Germany

12.36 Uhr: »Ich habe das Gefühl, dass der Titel ›Miss Germany‹ für mich dieses Jahr nicht existiert hat«, schreibt Leonie von Hase in einer E-Mail. Die heute 36-Jährige war im Februar zur schönsten Frau Deutschlands gekürt worden. Nike Laurenz hat sie über die Monate hinweg begleitet und fragt: Was hat eine Frau gedacht, die mit ihrer Selbstinszenierung erfolgreich werden wollte?

Handball-WM-Spiel gegen Kap Verde fällt aus, Deutsche in Hauptrunde

12.20 Uhr: Das WM-Spiel gegen den coronageplagten Außenseiter Kap Verde, das für Sonntagabend angesetzt war, fällt aus. Damit stehen die deutschen Handballer kampflos in der Hauptrunde: Am Morgen des Spieltags sagte der Weltverband IHF die zweite Vorrundenpartie des DHB-Teams bei der Weltmeisterschaft in Ägypten ab.

Dem Turnierdebütanten Kap Verde standen nach zahlreichen positiven Coronatests nicht mehr genügend Spieler für die Partie am Sonntag zur Verfügung – die Entscheidung war unausweichlich und ließ die Deutschen aufatmen. »Wir sind froh und erleichtert, dass wir nach ungewissen Stunden endlich Klarheit haben. Aus rein sportlicher Sicht fehlt uns diese Partie natürlich, weil wir mit unserer neu formierten Nationalmannschaft eigentlich jede Wettkampfminute benötigen«, sagte Axel Kromer, Sportvorstand des Deutschen Handballbundes (DHB).

Es ist die erste Spielabsage in der Geschichte einer Handball-WM der Männer. Das Spiel wird mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für Deutschland gewertet. Das DHB-Team bestreitet das nächste und letzte Vorrundenspiel in Gizeh am Dienstag (20.30 Uhr/ZDF) gegen Ungarn. Mögliche deutsche Gegner in der am Donnerstag beginnenden Hauptrunde sind Europameister Spanien, Polen, Brasilien und Tunesien.

Großbritannien hofft auf Lockerungen ab März

11.21 Uhr: Großbritanniens Außenminister Dominic Raab hat im Fernsehen einen Ausblick auf mögliche Corona-Lockerungen gegeben. »Wir wollen den Lockdown so schnell wie möglich beenden«, sagte Raab dem TV-Sender Sky News. Bis März müssten sich die Menschen aber wohl noch gedulden. Bis dahin habe sich die Situation hoffentlich so weit beruhigt, dass der Lockdown schrittweise gelockert werden könne.

Es ist noch ein weiter Weg für die schwer gebeutelten Briten: Frühestens im März ist eine Aufhebung des Lockdowns in Sicht

Es ist noch ein weiter Weg für die schwer gebeutelten Briten: Frühestens im März ist eine Aufhebung des Lockdowns in Sicht

Foto: KEVIN COOMBS / REUTERS

Im Sommer plant die britische Regierung dann den G7-Gipfel in Cornwall. Vom 11. bis zum 13. Juni sollen sich die sieben führenden Industrienationen in Carbis Bay an der Küste von Cornwall treffen. Es werde das erste persönliche Zusammenkommen der G7-Staats- und Regierungschefs nach der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten sein, heißt es aus London.

Weltweite Migration im Zuge von Corona zurückgegangen

11.31 Uhr: Die Corona-Pandemie bremst auch die weltweite Migration: 2020 habe es im Vergleich zum Vorjahr rund zwei Millionen Migranten weniger gegeben, heißt es in einem am Freitag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Uno-Bericht mit dem Titel »Internationale Migration 2020«. Im Vergleich zu vorherigen Jahrzehnten leben heute aber deutlich mehr Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes.

Habe es im Jahr 2000 weltweit 173 Millionen und 2010 bereits 221 Millionen Migranten gegeben, belaufe sich ihre Zahl heute auf 281 Millionen, so die Uno. Zwei Drittel von ihnen entfielen auf gerade einmal 20 Aufnahmeländer, an der Spitze nach Zahlen vom vergangenen Jahr die USA mit 51 Millionen Migranten. Danach folgen Deutschland mit 16 Millionen Migranten, Saudi-Arabien mit 13 Millionen Einwanderern, Russland mit zwölf Millionen und Großbritannien mit neun Millionen Migranten.

Längerer Lockdown und FFP2-Pflicht in Österreich

11 Uhr: Österreichs Bundesländer und Kanzler Kurz haben sich auf eine Verlängerung des harten Lockdowns geeinigt. Die ursprünglich bis zum 24. Januar geplanten Einschränkungen sollen um zwei weitere Wochen fortgeführt werden. Frühestens am 8. Februar soll das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden. Dann dürfen Händler, Museen, Friseurbetriebe und ähnliche Dienstleister wieder öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht. Künftig gilt in Österreich in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maskenpflicht wie in Bayern. Auch die Mindestabstände werden vergrößert auf zwei Meter. Das Gastgewerbe und Veranstalter müssen demnach noch mindestens sechs Wochen weitere auf einen Betrieb verzichten. Frühestens Ende Februar könnten sie ihre Geschäfte wieder aufnehmen, Mitte Februar werde die Lage erneut bewertet.

Russland auf Platz vier der am stärksten infizierten Länder

10.49 Uhr: Russland verzeichnet 23.586 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Allein gut 4000 davon entfallen auf die Hauptstadt Moskau, wie die Behörden mitteilen. Die Zahlen bewegen sich seit Anfang des Jahres in etwa auf diesem Niveau. Damit haben sich bislang mehr als 3,56 Millionen Menschen in Russland nachweislich angesteckt. Das ist weltweit die vierthöchste Zahl. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 481 auf 65.566.

Illegale Corona-Partys in Südhessen und Hamburg gesprengt

10.42 Uhr: Ohne Abstand, ohne Masken, dafür reichlich illegal feierten am Samstagabend 24 Menschen in einer Bar im südhessischen Höchst. Die Beamten hatten beobachtet, wie mehrere Personen durch einen Hintereingang ein und aus gingen, teilte die Polizei mit. Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten sie die Gruppe, die sich trotz der geltenden Corona-Regeln zum Feiern traf. Keiner der Beteiligten trug eine Mund-Nasenbedeckung und auch die coronabedingten Abstände wurden nicht eingehalten. Alle müssen nun mit einer Anzeige rechnen. Da sich niemand als Inhaber der Bar zu erkennen gab, wurde das Lokal durch die Polizei geschlossen.

Ebenfalls Ärger mit der Polizei handelten sich rund 30 Feierwütige in Hamburg-Wilhelmsburg ein. Passanten waren dort am Samstagabend auf eine Menschenmenge in einer Halle aufmerksam geworden und alarmierten die Polizei. Vor Ort trafen die Beamten 33 Menschen an. Einer der Partygäste berichtete, die Feier laufe bereits seit zwei Tagen. Gegen den Veranstalter und alle Partygäste laufen jetzt Ordnungswidrigkeitsverfahren.

RKI: knapp 14.000 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle

10.20 Uhr: Deutschlands Gesundheitsämter haben für die vergangenen 24 Stunden knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen registriert. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntagmorgen 13.882 Ansteckungen und 445 weitere Todesopfer. Insgesamt sind damit für Deutschland 2.033.518 Fälle bekannt. Die Zahl der Corona-Toten liegt nun bei 46.419 Menschen.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 136 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Indiens Groß-Impfung läuft gut an, sagt der Gesundheitsminister

10.05 Uhr: Mehr als 190.000 Menschen hätten bereits ihre erste Impfstoffdosis erhalten, sagte Indiens Gesundheitsminister Harsh Vardhan am Samstagabend. Dass es nicht, wie ursprünglich geplant, 300.000 waren, erklärte er mit einem Fehler in der Corona-App. Dadurch seien nicht alle potenziellen Teilnehmer rechtzeitig erreicht worden.

Schlange stehen für den Impfstoff: medizinisches Personal in Mumbai

Schlange stehen für den Impfstoff: medizinisches Personal in Mumbai

Foto: FRANCIS MASCARENHAS / REUTERS

In dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Land läuft seit Samstagmorgen eine ehrgeizige Impfkampagne: In einem ersten Schritt sollen 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen und aus anderen Risikobereichen geimpft werden. Danach folgen bis Juli rund 270 Millionen Menschen, die über 50 Jahre alt sind, sowie Risikopatienten.

Laut Gesundheitsminister Vardhan musste keiner der bislang Geimpften wegen Nebenwirkungen im Krankenhaus behandelt werden. Indische Medien berichteten hingegen von dem Fall eines Krankenhaus-Wachmanns in Neu-Delhi, der nach der Spritze einen allergischen Schock erlitten habe.

Vierte Person coronapositiv nach Einreise für Australian Open

9.54 Uhr: Der Trainingsstart der Tennisprofis für die Australian Open in Melbourne verzögert sich nach einem weiteren positiven Corona-Test bei einem Flug-Passagier. Damit erhöht sich die Zahl der Corona-Fälle vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf vier, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Alle Mitreisenden müssen als Erstkontakt in ihren Hotels in eine strikte 14-tägige Quarantäne, darunter 47 Tennisprofis. Zu ihnen gehört auch Angelique Kerber, die das Turnier 2016 gewann.

Bayer erwägt Einstieg in Impfstoffproduktion

9.15 Uhr: Der Pharmakonzern Bayer prüft die Produktion von Corona-Impfstoffen. »Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann«, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der »Welt am Sonntag«. Grundsätzlich verfüge Bayer über das entsprechende Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA. »Mit dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren«, so Baumann. Dabei gehe es nicht in erster Linie um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hatten Anfang Januar einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit Längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

SPD-Gesundheitsexperte glaubt nicht an Fußball-Europameisterschaft in 2021

8.56 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr. »Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute«, sagte der 57-Jährige bei »t-online«. »Wir könnten im März eine Situation erleben«, so Lauterbachs Befürchtung, »in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen«. Am ehesten würden die Spiele vor leeren Rängen ausgetragen.

Die EM ist angesetzt vom 11. Juni bis zum 11. Juli. Die Uefa plant mit vier verschiedenen Corona-Szenarien für ihre zwölf Spielorte. Diese reichen von Spielen in vollen Stadien bis hin zu einem kompletten Zuschauer-Ausschluss. Am 5. März soll endgültig entschieden werden, wie viele Zuschauer an den Spielstätten in die einzelnen EM-Stadien dürfen.

Wissenschaftler fordern strikte Maskenpflicht

8.30 Uhr: Inmitten der Meldungen über ansteckendere Varianten des Coronavirus und weiterhin hohe Infektionszahlen mahnen Wissenschaftler eindringlich zum Tragen von Gesichtsmasken. Basierend auf einer Auswertung entsprechender Studien betont ein internationales Forscherteam im Fachblatt »PNAS«, Regierungen und Behördenvertreter müssten dafür sorgen, dass entsprechende Regeln strikt eingehalten würden.

Masken sind nach Auffassung der Autoren unter anderem wichtig, weil Erkrankte in der ersten Phase nach einer Infektion am ansteckendsten seien, wenn sie noch wenige oder keine Symptome zeigten. Eine der untersuchten Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass 40 bis 45 Prozent der Infektionen von symptomlosen Menschen ausgehen. Mit der Durchsetzung einer möglichst breit geltenden Maskenpflicht könnte das Risiko gesenkt werden, dass eben jene Erkrankte, die noch nichts von ihrer Infektion wüssten, andere ansteckten.

Verantwortlicher für Pisa-Studien plädiert für Öffnung von Grundschulen

8.25 Uhr: Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, Andreas Schleicher, hat für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten plädiert. »Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden, sagte Schleicher der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Schulschließungen hätten "langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld«.

Auch den Vorschlag, das Sitzenbleiben auszusetzen, lehnt Schleicher ab. »Entscheidend ist, dass Schulen Lerndefizite früh erkennen und gezielt ausgleichen. Dann erübrigt sich das Sitzenbleiben. Schüler mit Lerndefiziten einfach durchzuwinken, bringt ja erst mal gar nichts.«

Tokyo meldet hohen Stand an Neuinfektionen

8.15 Uhr: Die japanische Hauptstadt Tokyo hat am Sonntag 1592 Neuinfektionen gemeldet. Damit erreicht das Land einen neuen Höchststand. Erst in der vergangenen Woche hatte Japan den Ausnahmezustand im Land ausgeweitet, der zuvor nur für die Hauptstadt galt.

Lange galt Japan als Vorzeigeland, was die Kontrolle des Coronavirus betraf. Inzwischen steigen aber auch dort die Infektionen drastisch an.

FDP fordert Bundestagssondersitzung noch vor Corona-Gipfel am Dienstag

7.30 Uhr: Noch vor der Corona-Schalte von Bund und Ländern am Dienstag fordert die FDP eine Sondersitzung des Bundestags dazu. »Die Bundeskanzlerin sollte das Parlament und die Öffentlichkeit vor den Gesprächen mit den Ministerpräsidenten umgehend informieren«, sagte FDP-Chef Christian Lindner der »Bild am Sonntag« . »Der Deutsche Bundestag muss umgehend zu einer Sondersitzung zusammentreten. Die parlamentarische Beratung der Corona-Maßnahmen muss ein Anliegen aller Fraktionen sein; egal, ob Regierung oder Opposition.«

Lindner hält besonders nächtliche Ausgangssperren für unverhältnismäßig: »Auf keinen Fall dürften sie ohne Befassung des Bundestags beschlossen werden«, sagte er.

Angesichts der angespannten Lage haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder ihre ursprünglich für den 25. Januar geplanten Beratungen um knapp eine Woche auf den kommenden Dienstag vorgezogen. Diskutiert wird auch über eine weitere Einengung des teils bestehenden 15-Kilometer-Ausgangsradius, eine Pflicht zum Tragen besser schützender FFP2-Masken sowie Möglichkeiten, die Betriebe zu mehr Homeoffice-Angeboten zu bewegen.

Biden plant gleich am ersten Amtstag Dekrete gegen Corona

6.45 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die ersten Weichen für den Kampf gegen das Coronavirus gestellt. Noch an seinem ersten Amtstag will Biden ein Dutzend Dekrete zum Kampf gegen die Corona-Krise, den Klimawandel und Diskriminierung unterzeichnen, wie sein designierter Stabschef Ron Klain am Samstag ankündigte. Bei den »vier Krisen« Corona-Pandemie, Erderwärmung, kriselnde US-Wirtschaft und Ungleichbehandlung von Menschen bestehe »dringender Handlungsbedarf«, schrieb Klain in einem Memo an hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses. Daher werde Biden bereits an seinem ersten Amtstag mit rund einem Dutzend Dekreten Maßnahmen dagegen auf den Weg bringen.

Die USA sind mit 400.000 Todesopfern das zahlenmäßig am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Seit Beginn der Pandemie gingen rund zehn Millionen Jobs im Land verloren. Bidens oberster wissenschaftlichen Berater wird der Biologe Eric Lander. Er soll Kabinettsrang erhalten –ein klares Signal für einen wissenschaftsbasierten Ansatz bei den Anti-Corona-Maßnahmen.

Städte- und Gemeindebund warnt vor zu striktem Corona-Lockdown

5.00 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor überzogenen Corona-Maßnahmen gewarnt. Zwar sei eine Verlängerung des Lockdowns angesichts der Infektionslage notwendig, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der vielfach geforderte »Mega-Lockdown« sei allerdings »keine Lösung und könnte die unverzichtbare Akzeptanz der Menschen für die zahlreichen Maßnahmen gefährden«.

Landsberg lehnte unter anderem eine generelle Schließung von Schulen und Kitas ab. Da der Lockdown nun schon Wochen anhalte, solle »zumindest eine Notbetreuung« sichergestellt werden.

Zudem mahnte der kommunale Spitzenverband bessere Schutzkonzepte für Alten- und Pflegeheime an. Nur Besucher mit einem negativen Schnelltest sollten ein Zutrittsrecht bekommen, forderte Landsberg. »Dafür brauchen in diesen Einrichtungen zusätzliche Freiwillige, die vor Ort die Testverfahren für Besucher, aber auch für die Bewohnerinnen und Bewohner und das Pflegepersonal durchführen.«

Außerdem sollten Heimbesucher grundsätzlich verpflichtet werden, eine FFP2-Maske zu tragen, sagte Landsberg den Funke-Medien. Menschen mit niedrigem Einkommen sollten diese Masken unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen.

Landsberg forderte, alles zu unternehmen, um die Impfungen gegen das Coronavirus zu beschleunigen. »Hier sollte ein Schwerpunkt darauf gelegt werden, dass möglichst bald auch die Hausärzte ihre Patienten impfen können«, sagte er. »Damit könnten die Zahlen deutlich gesteigert werden.« Darüber hinaus solle eine Kampagne von Bund, Ländern und Kommunen die Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhöhen. Dies gelte insbesondere für das Pflegepersonal in Altenheimen und Krankenhäusern.

Bayer-Konzern will bei Produktion von Corona-Impfstoffen helfen

3.30 Uhr: Vor dem Hintergrund der Knappheit an Corona-Impfstoffen in Deutschland und weiteren Ländern hat der Pharmakonzern Bayer Unterstützung zugesagt. »Wir sind bereit, dafür alle Hebel in Bewegung zu setzen«, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der »Welt am Sonntag« . »Wir prüfen intensiv, ob wir neben der bereits vereinbarten Entwicklung und Bereitstellung des Impfstoffs auch bei der Produktion helfen können«, fügte er hinzu.

Es gehe dem Bayer-Konzern dabei nicht primär um finanzielle Überlegungen, versicherte der Konzernchef. Vielmehr wolle sein Unternehmen dazu beitragen, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen. »Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren«, sagte Baumann.

Anfang Januar hatte der Pharmakonzern bereits eine gemeinsame Vertriebs- und Entwicklungsallianz mit dem Tübinger Impfstoffhersteller Curevac angekündigt. Der Corona-Impfstoff von Curevac ist allerdings noch nicht marktreif.

Curevac arbeitet wie der deutsche Konkurrent Biontech mit einem Wirkstoff auf Basis von messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Biontech-Impfstoff, der längerfristig bei minus 70 Grad gelagert werden muss, bleibt der Curevac-Impfstoff nach Unternehmensangaben auch bei Kühlschrank-Temperaturen mindestens drei Monate stabil.

Zahl der Corona-Infektionen in China sinkt nach 10-Monats-Hoch erneut

2.20 Uhr: In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge gesunken. Binnen 24 Stunden wurden 109 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde am Sonntag in Peking mitteilte. Tags zuvor waren es 130, nachdem am Freitag noch mit 138 der höchste Wert seit dem 1. März 2020 gemeldet wurde. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt den offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 88.227. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 4635 unverändert.

Die Behörden haben im Januar mehr als 28 Millionen Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Regierung fürchtet, dass im Zuge des traditionellen Neujahrsfestes die Corona-Epidemie wiederauflebt. Wenn die Kontrollen und die Vorsorgemaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt würden, sei ein massives Wiederaufleben aber unwahrscheinlich, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC zuletzt. Die Neujahrsfeiertage beginnen am 11. Februar und sind üblicherweise eine Hauptreisezeit in China. Allein 296 Millionen Bahnreisende werden erwartet.

mrc/hej/dpa/AFP/Reuters