Corona-News am Sonntag Scholz hält Impfstoff für einzigen Ausweg aus der Coronakrise

Nur mit Impfungen ließe sich das Corona-Infektionsgeschehen in den Griff bekommen, sagt der Bundesfinanzminister. Und: In Großbritannien sinkt nach vorläufigen Angaben die Zahl der Toten wieder. Der 10. Januar im Überblick.
Finanzminister Olaf Scholz am 8. Januar 2021

Finanzminister Olaf Scholz am 8. Januar 2021

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

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Scholz: »Es gibt den Impfstoff. Ansonsten gibt es keine Möglichkeit.«

19.55 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat deutlich gemacht, dass aus seiner Sicht Impfen der einzige Weg aus der Corona-Pandemie ist. »Es gibt den Impfstoff als den Ausweg aus der Krise. Und ansonsten gibt es keine Möglichkeit sicherzustellen, dass wir das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen. Was wir jetzt machen können, ist dafür zu sorgen, dass sich das Virus nicht zu schnell verbreitet«, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung »Berlin direkt«.

»Es muss jetzt dafür gesorgt werden, dass genügend Impfstoff rechtzeitig zur Verfügung steht. Das wird ja Stück für Stück der Fall sein. Und wir haben uns fest vorgenommen, das noch mal zu beschleunigen.« Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass jetzt alles dafür getan werde, dass genügend Impfstoff beschafft wird.

Scholz hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor wenigen Tagen im Namen der SPD-regierten Bundesländer einen Fragenkatalog rund um das Thema Impfen zukommen lassen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatte am Wochenende die Kritik seiner Partei an Spahn erneuert. »Es war von Anfang an klar, dass Impfen unser Ausweg aus der Pandemie ist und deswegen im Detail vorbereitet werden muss. Das hat Spahn nicht getan«, sagte Klingbeil der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Zu wenig Spieler wegen Corona: NBA-Partie Heat gegen Celtics abgesagt

23.13 Uhr: Zum zweiten Mal in dieser Saison kann ein NBA-Spiel wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Vorjahresfinalist Miami Heat hat weniger als die Minimalbesetzung von acht einsatzfähigen Basketball-Profis für das Auswärtsspiel bei den Boston Celtics um Nationalspieler Daniel Theis. Das teilte die NBA mit. Die Partie hätte um 17 Uhr Ortszeit beginnen sollen, die Entscheidung wurde etwa zwei Stunden vor dem Beginn veröffentlicht.

Gleich zum Auftakt der Saison am 23. Dezember war die Partie der Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder abgesagt worden. Angaben dazu, ob und wann die Partien nachgeholt werden, gab es zunächst keine.

Algeriens Präsident zu Corona-Nachbehandlung erneut in Deutschland

23.01 Uhr: Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune ist zu einer Corona-Nachbehandlung erneut in Deutschland. Es gebe Komplikationen an einem Fuß des 75-Jährigen, teilte die Präsidentschaft am Sonntagabend im Onlinenetzwerk Facebook mit. Der starke Raucher war nach einer Coronavirus-Infektion seit Ende Oktober zwei Monate lang in Deutschland behandelt worden. Am 29. Dezember kehrte er in seine Heimat zurück.

Laut dem algerischen Staatsfernsehen war die Behandlung des Fußes bereits in Deutschland geplant gewesen, Tebboune habe aber wegen »dringender Angelegenheiten« nach Algier zurückkehren müssen. Am 1. Januar hatte Tebboune die neue Verfassung für das nordafrikanische Land mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt, dazu musste er sich auf algerischem Boden befinden.

Wie lange die neuerliche Behandlung in Deutschland dauern sollte und worin genau die Komplikationen bestanden, teilte die algerische Präsidentschaft bei Facebook nicht mit.

Papst Franziskus stellt Irak-Reise wegen Covid-19 infrage

22.27 Uhr: Papst Franziskus lässt offen, ob er seine für Anfang März geplante Reise in den Irak antreten wird. Es könne nicht sein, dass er der Grund für Menschenansammlungen sei, sagt Franziskus dem italienischen Sender Canale 5. »Das Leben hat sich geändert.« Deshalb könne er jetzt noch nicht sagen, ob die Reise stattfinde. Es wäre der erste Besuch eines Papstes im Irak.

England setzt auf massenhafte Corona-Schnelltests

19.55 Uhr: In England sollen schon bald flächendeckend Menschen ohne Symptome im Schnellverfahren auf das Coronavirus getestet werden. Zwei Millionen Antigen-Tests seien dafür bei einem britischen Hersteller bestellt worden, teilte Matt Hancock, Gesundheitsminister von Großbritannien, mit. Millionen weitere Tests könnten in den kommenden Monaten hinzukommen. Anfangs hatte die Regierung das Projekt als »Operation Moonshot« (Mondflug) bezeichnet.

Die Tests seien ab kommenden Freitag verfügbar, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Innerhalb von 30 Minuten zeigen sie ein Ergebnis an. Damit will die Regierung asymptomatische Fälle aufspüren und so Übertragungsketten durchbrechen. Getestet werden sollen zunächst vor allem Menschen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können.

Kritiker sind jedoch nicht überzeugt, dass die Maßnahme wirklich hilft. Bei den sogenannten Lateral Flow Tests würden bis zu 60 Prozent der positiven Fälle nicht erkannt, sagte ein Experte von der Liverpool School of Tropical Medicine der »Financial Times«. Das habe die vorläufige Auswertung eines Pilotversuchs in Liverpool gezeigt.

Hancock widersprach dieser Bewertung. »Mit dieser massenhaften asymptomatischen Testung ist die Rate der Fälle in Liverpool stärker gefallen als in anderen ähnlichen Gebieten, wo nur die Kontaktbeschränkungen eingeführt wurden«, so Hancock am Sonntag im BBC-Fernsehen.

Ansteckendere Virus-Variante erstmals auch in Russland nachgewiesen

19.55 Uhr: Nun ist auch in Russland die ansteckendere Coronavirus-Variante aufgetaucht, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war. Ein Russe, der aus Großbritannien zurückgekehrt und positiv getestet worden sei, trage den Erreger in sich, berichtet die Agentur RIA unter Berufung auf die Behörden.

Technikmesse CES in Las Vegas findet virtuell statt

19.45 Uhr: Im Rahmen der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) sollen ab Montag wieder technische Neuheiten präsentiert werden – wegen der Coronakrise findet die Messe in diesem Jahr allerdings nur digital statt. Bis Donnerstag sollen online dennoch zahlreiche Produkte vorgestellt werden. Mehr als 100 Stunden Programm sind insgesamt geplant.

Üblicherweise werden bei der Branchenschau in der US-Glücksspielmetropole Las Vegas zehntausende Besucher erwartet; tausende Aussteller aus dutzenden Ländern zeigen ihre neuen Produkte, darunter zuletzt immer stärker auch Autobauer. Im Vorjahr hatte die CES vor allem auf das Potenzial künstlicher Intelligenz gesetzt, auch in diesem Jahr soll das Thema eine besondere Rolle spielen.

Sorge in Marseille wegen mutierter Corona-Variante aus Großbritannien

18.57 Uhr: In der südfranzösischen Hafenmetropole Marseille wächst die Sorge vor der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen Corona-Virusmutation. Zuletzt seien sieben Fälle der britischen Variante entdeckt worden, teilte die Stadt mit. Zuvor war ein Cluster um einen Patienten entdeckt worden, der mit der mutierten Form des Virus infiziert war. Der Patient gehört zu einer französischen Familie, die in Großbritannien lebt und sich während der Ferien zum Jahresende in Frankreich aufgehalten hatte.

Dutzende Kontaktfälle wurden schließlich identifiziert, mehr als 20 Menschen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Bei sieben von ihnen konnte nun die mutierte Form nachgewiesen werden. Marseilles Bürgermeister Benoît Payan nannte die Situation in der Hafenmetropole »beunruhigend« und forderte stärkere Kontrollen an den Flughäfen.

In Marseille gilt seit Sonntag wie in anderen schwer von der Pandemie getroffen Regionen Frankreichs eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Im Rest des Landes, so auch in Paris, beginnt diese um 20 Uhr.

Frankreich mit seinen 67 Millionen Einwohnern ist von der Pandemie schwer getroffen. Mehr als 67.000 Menschen sind bisher gestorben. Der Impfstart im Land verlief zunächst extrem schleppend, die Regierung in Paris geriet massiv in die Kritik. Gesundheitsminister Olivier Véran hatte zuletzt angekündigt, dass mit Ende des Wochenendes rund 100.000 Menschen in Frankreich geimpft sein sollten.

Tausende Demonstranten fordern in Prag Lockerung von Beschränkungen

18.50 Uhr: Tausende Menschen fordern in der tschechischen Hauptstadt Prag die Lockerung von Beschränkungen. Die Polizei spricht von bis zu 3000 Teilnehmern. Viele der Aktivisten tragen keine Gesichtsmasken und halten kaum Abstand zueinander. Mit der Schließung von Restaurants, Geschäften und Schulen müsse ein hoher wirtschaftlicher Preis gezahlt werden, erklären die Demonstranten. Auch für die seelische Gesundheit sei der »Lockdown« nicht gut. Die tschechische Regierung hatte im vergangenen Monat Beschränkungen zunächst gelockert, ab dem 27. Dezember dann aber wieder verschärft.

Deutlich weniger Covid-19-Tote in Großbritannien als am Vortag

18.11 Uhr: Die Zahl der Covid-10-Toten in Großbritannien steigt nicht mehr so schnell wie in den Tagen davor. Nach Angaben der Regierung starben binnen 24 Stunden 563 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. In den vier Tagen davor waren es jeweils mehr als 1000 gewesen. Allerdings hängt Daten von Wochenenden stets eine Unsicherheit an, weil es dann zu Verzögerungen bei der Übermittlung der Fälle kommen kann. Die Zahl der Neuinfektionen wurde zuletzt mit 54.940 gemeldet, nach knapp 60.000 am Samstag.

Umfrage: Jeder zweite Schweizer Gastro-Betrieb wegen Corona vor Insolvenz

18.04 Uhr: Die Schweizer Hotel- und Gastronomiebranche hat vor einer massiven Pleitewelle der Branche wegen der coronabedingten Schließungen gewarnt. Ohne sofortige Finanzhilfen der Regierung drohe bis Ende März fast der Hälfte der Betriebe die Insolvenz, erklärte der Gastronomieverband Gastrosuisse am Sonntag auf der Grundlage einer Umfrage unter 4000 Unternehmen. Bereits jetzt benötigten 98 Prozent der befragten Betriebe dringend neue Liquidität.

Der Verband warnte zugleich vor einem drastischen Jobverlust in dem Bereich. Nach dem Wegfall von Arbeitsplätzen während der Corona-Beschränkungen im Frühjahr und weiteren Streichungen Ende vergangenen Jahres drohe nun eine dritte Entlassungswelle, warnte der Verband.

Wegen steigender Corona-Zahlen hat die Schweizer Regierung Bars und Restaurants vorübergehend geschlossen. Zunächst sollten die Maßnahmen am 22. Januar enden. Mittlerweile wird jedoch eine Verlängerung bis Ende Februar erwartet.

Linken-Spitze wirbt für wirtschaftliches Umsteuern nach »Corona-Schock«

17.49 Uhr: Die Linken-Spitze hat zum politischen Jahresauftakt der Partei für eine sozial-ökologische Wende geworben und in der Coronakrise einen besseren Schutz der Arbeitnehmer gefordert. Das Bundestagswahljahr 2021 müsse »ein Jahr des Umsteuerns werden«, hieß es in den am Sonntag veröffentlichen wirtschaftspolitischen Leitlinien der Partei.

Gefordert werden in dem Papier unter anderem eine Stärkung der öffentlichen Infrastruktur und eine Verkehrswende hin zu mehr Schienenverkehr und einer Stärkung des ÖPNV, mehr Ausgaben in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz statt für Verteidigung und eine Vermögensabgabe für die Bewältigung der Coronakrise.

Linken-Chefin Katja Kipping forderte, die richtigen Lehren aus dem »Corona-Schock« zu ziehen. »Die Last der Kontaktbeschränkungen« sollten nicht allein auf Privathaushalte abgeladen werden, Kipping sprach sich für ein Recht auf Homeoffice in der Pandemie aus. Laut Ko-Parteichef Bernd Riexinger sei auch ein höheres Kurzarbeitergeld von 90 Prozent für die Beschäftigten nötig.

Das bisherige Vorsitzenden-Duo tritt nach acht Jahren im Amt beim kommenden Parteitag nicht erneut an. Um die Nachfolge bewerben sich die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und die Thüringer Landeschefin Susanne Henning-Wellsow. Auch die restlichen Mitglieder des Parteivorstands müssen neu gewählt werden. Der Parteitag soll am 26. Februar und 27. Februar teils als Online- und teils als dezentrale Präsenzveranstaltung stattfinden.

Protest am Privatgrundstück: Kretschmer diskutiert über Corona

17.38 Uhr: Eine Gruppe von etwa 30 Menschen im Landkreis Görlitz hat am Sonntagmorgen vor dem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Polizeiangaben sprach der CDU-Politiker mit den etwa 30 Menschen am Gartenzaun. Nach etwa 15 Minuten endete die Debatte und alle Personen verließen den Ort.

»Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen«, sagte Kretschmer der Nachrichtenagentur dpa. Als jedoch eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. »Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit«, sagte der 45-Jährige. Betroffen habe ihn bei dem Gespräch gemacht, dass die protestierenden Menschen vor seinem Haus, einen »derartigen Unwillen zeigen, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen.«

Eine Vielzahl der versammelten Menschen trug laut Polizei keinen Mund-Nasen-Schutz und hielt nur teilweise die erforderlichen Abstände ein. Die Beamten stellten die Identitäten der noch Anwesenden fest. Zudem wurde eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt.

Philippinen sichern sich 30 Millionen Dosen des Impfstoffs Covovax

16.52 Uhr: Auf den Philippinen hat sich die Regierung 30 Millionen Impfstoffdosen gesichert. Dabei handelt es sich um das Präparat Covovax des Serum Institute of India (SII), wie der phlippinische SII-Partner Faberco Life Sciences mitteilt.

Seychellen wollen als erstes Land 70 Prozent der Bevölkerung impfen

16.36 Uhr: Der Inselstaat der Seychellen hat begonnen, seine Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen. »Die Seychellen zielen darauf ab, als erstes Land der Welt mindestens 70 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren zu impfen«, sagte Präsident Wavel Ramkalawan nach Angaben seines Büros. Der Staatschef erhielt demnach am Sonntag zu Beginn der Impfkampagne in dem Inselstaat im Indischen Ozean den chinesischen Impfstoff Sinopharm. Die Seychellen haben knapp 98.000 Einwohner.

Gesundheitsministerin Peggy Vidot rief die Bürger dazu auf, »das Nötige zu tun« und sich impfen zu lassen. Neben 50.000 Sinopharm-Impfdosen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten würden die Seychellen Ende des Monats auch 100.000 Dosen des Impfstoffs AstraZeneca von der indischen Regierung erhalten, sagte Ramkalawan.

Die Seychellen haben nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC 508 Coronafälle verzeichnet und nur einen Todesfall.

Münchner Polizei räumt Nymphenburger Kanal nach Massenandrang

Nymphenburger Kanal am 10. Januar

Nymphenburger Kanal am 10. Januar

Foto: Matthias Balk / dpa

Der Nymphenburger Kanal in München ist wegen des Ansturms von Besuchern und der brüchigen Eisfläche am Sonntag geräumt worden.

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Gründerwelle: Die Corona-Unternehmer

16.00 Uhr: 2020 ist die Zahl der Firmengründungen deutlich gestiegen. Ob aus der Not oder aus Experimentierfreude geboren: Die Neuunternehmen eröffnen echte Chancen im Corona-bedingten Strukturwandel. Lesen Sie hier den Ausblick.

80 Prozent der Japaner gegen Olympia in diesem Jahr

15.51 Uhr: Trotz Corona-Notstand in Tokio sollen die Olympischen Spiele in wenigen Monaten stattfinden – so wollen es die Veranstalter. In der japanischen Bevölkerung wächst dagegen der Widerstand. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schweizer Studie: Schulschließungen zählen zu effektivsten Corona-Maßnahmen

15.31 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschließungen als eine der effektivsten Maßnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie  hervor, die am Sonntag von der ETH Zürich veröffentlicht wurde. Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten.

Schulschließungen verminderten die Mobilität und führten damit zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte der ETH-Forscher Stefan Feuerriegel. Für die Studie wurden mithilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

Aus der ETH-Studie ergibt sich, dass zwei Faktoren die Mobilität noch stärker verringerten als Schulschließungen. Auf dem Spitzenplatz rangiert mit 24,9 Prozent das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen, knapp dahinter liegt mit 22,3 Prozent die Schließung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.

Über Schulschließungen als Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wird weltweit heftig gestritten. Die Gefahr, dass Kinder eine Erkrankung mit dem Covid-Erreger erleiden, ist vergleichsweise gering, aber es ist nicht klar, in welchem Maße Kinder Covid-Viren übertragen. Zu dieser Frage nahmen die ETH-Autoren nicht Stellung. Sie zeigten jedoch auf, dass Schulschließungen dazu beitragen, das Risiko eine Übertragung des Virus deutlich zu verringern. »Unsere Analyse belegt, dass Schulschließungen ein Mittel sind, die Verbreitung zu verlangsamen, indem sie die Mobilität verringern«, sagte Feuerriegel.

Weniger Covid-Patienten auf Intensivstationen

15.30 Uhr: Seit einer Woche sinkt die Zahl der Patienten, die wegen Covid-19 auf Intensivstationen in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Ein Indiz dafür, dass der verschärfte Shutdown wirkt? Lesen Sie hier mehr dazu.

Leibarzt des Papstes stirbt an Covid-19

15.00 Uhr: Weihnachten wurde Fabrizio Soccorsi wegen Krebs in eine Klinik eingeliefert; nun starb der Leibarzt des Papstes nach einer Covid-19-Erkrankung. Der 84-jährige Pontifex will sich baldmöglichst impfen lassen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Trotz Corona reger Wintersport-Betrieb in Bayern

14.38 Uhr: Trotz der Aufrufe, Menschenansammlungen zu vermeiden, haben am Sonntag in Bayern viele Menschen das gute Wetter für Ausflüge in Wintersportgebiete genutzt, wie hier im Skigebiet Brauneck. Es ist der letzte Tag ohne Beschränkung des Bewegungsradius: Ab Montag dürfen Bewohner von Gebieten mit 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche einen Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Das betrifft Momentan in Bayern 26 Orte.

Parkplatz in Lenggries

Parkplatz in Lenggries

Foto: Tobias Hase / dpa

Berlin: Mittlerer Schulabschluss in diesem Jahr ohne Klausuren

14.17 Uhr: Der Mittlere Schulabschluss (MSA) nach der 10. Klasse soll in Berlin in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und eingeschränkter Vorbereitungen ohne schriftliche Klausuren vergeben werden. »Die Lehrkräfte können sich so besser auf die Wissensvermittlung im Unterricht konzentrieren, damit die Schüler in dieser besonderen Zeit gute Bildungsabschlüsse machen können«, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dem »Tagesspiegel« (Sonntag) mit. Wegfallen sollen alle drei Klausuren in Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache. Die mündliche Präsentationsprüfung soll aber trotzdem stattfinden.

Neue Coronavirus-Variante in Japan entdeckt

13.58 Uhr: Japan meldet die Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus. Diese sei bei vier Reisenden aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden, teilt das japanische Gesundheitsministerium mit. Die Variante unterscheide sich von den in Großbritannien und Südafrika entdeckten hochansteckenden Mutationen. Es gebe aber bislang keine Hinweise, dass diese dritte neue Variante ebenfalls sehr infektiös sei. Ob gegen sie die bisherigen Impfstoffe wirksam seien, werde untersucht.

Palastkreise: Queen hofft auf Geburtstagsparade im Juni

13.42 Uhr: Die britische Königin Elizabeth II. hofft darauf, dass ihre traditionelle Geburtstagsparade in diesem Jahr wie gewohnt abgehalten werden kann. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Palastkreisen. »Der derzeitige Plan ist, dass die Geburtstagsparade der Queen in London normal stattfindet«, so die Quelle. Das Königshaus akzeptiere aber, dass sie Corona-bedingt angepasst oder verkleinert werden müsse. Die »Hoffnung und der absolute Wunsch« seien aber, dass es klappen werde.

Die farbenfrohe Militärparade mit Hunderten teils berittenen Gardesoldaten und Tausenden Zuschauern im Zentrum Londons findet traditionell im Juni statt. Ihren eigentlichen Geburtstag hat die Queen bereits am 21. April. Höhepunkt der Parade ist, wenn sich die Royals auf dem Balkon des Buckingham-Palasts der jubelnden Menge zeigen und Flugzeuge der Royal Air Force über das Schloss donnern. Im vergangenen Jahr musste die Parade wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sie wurde durch ein sehr überschaubares Event in Windsor ersetzt.

Shutdown-Maßnahmen: Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen

13.30 Uhr: Die Wirtschaft dürfe nicht mit Stilllegungen belastet werden, warnt Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Die Verantwortung für volle Büros sieht er auch bei Arbeitnehmern, die soziale Kontakte suchten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Formel-1-Rennen in China vor Verschiebung – neuer Termin gesucht

13.08 Uhr: Auch dem Formel-1-Rennen im chinesischen Shanghai droht aufgrund der anhaltenden Coronakrise die Verschiebung. Wie die Organisatoren bei einer Pressekonferenz mitteilten, werde sich derzeit um einen Alternativplan bemüht, da die ursprünglich geplante Durchführung am 11. April nicht zu halten sei. Der Termin sei »sehr unwahrscheinlich«, sagte Geschäftsführer Yibin Yang vom lokalen Veranstalter Juss Event: »Wir hoffen, dass wir es in der zweiten Jahreshälfte platzieren können, und wir haben die Anfrage offiziell gesendet, um es in diese Zeit verschieben zu können.«

Als sicher gilt bereits, dass der Saisonauftakt verschoben werden muss. Aufgrund der strengen Quarantäneregeln kann die Rekordsaison mit derzeit 23 geplanten Rennen wohl nicht wie vorgesehen am 21. März in Melbourne beginnen. Auch wenn es noch keine offizielle Bestätigung der Formel 1 gibt, dürfte es erst Ende März in Bahrain losgehen. Damit drohen der Motorsport-Königsklasse erneut viele Terminprobleme. Auch die Australier hoffen, dass ihr Grand Prix noch später im Jahr stattfinden kann.

Papst ruft zu Corona-Impfungen auf

13.02 Uhr: Papst Franziskus hat sich zu den aktuellen Weltgeschehnissen geäußert – und bekannt gegeben, sich im Vatikan gegen Covid-19 impfen zu lassen. »In der kommenden Woche werden wir anfangen, das hier zu machen und ich bin auch dafür vorgemerkt«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem für Sonntagabend zur Ausstrahlung geplanten Interview mit dem Fernsehsender Tg5, aus dem zunächst ein Teil als Abschrift verbreitet wurde und der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag vorlag.

Mit Blick auf die Corona-Impfung betonte der Papst, dass sich aus ethischer Sicht alle impfen lassen müssten, denn man spiele nicht nur mit seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.

Franziskus verwies im Zusammenhang mit dem Thema Impfen auf seine Kindheit. Damals hätten viele Kinder mit der Krankheit Polio Lähmungen davon getragen. Die Menschen hätten einen Impfstoff herbeigesehnt. Nach dieser Krise sei man mit Impfstoffen etwa gegen Masern aufgewachsen. »Ich verstehe nicht, warum manche sagen: Nein, der Impfstoff ist gefährlich«, sagte der Pontifex. »Es gibt da eine selbstmörderische Verweigerung, die ich nicht erklären kann, aber man muss sich heute impfen lassen«.

Schutz nach Covid-Erkrankung: Das lange Gedächtnis des Immunsystems

12.41 Uhr: Das Immunsystem erinnert sich bei den meisten Menschen auch acht Monate nach einer Infektion noch an das Coronavirus, zeigt eine aktuelle Studie. Allerdings gibt es große individuelle Unterschiede. Lesen Sie hier mehr dazu.

136 Neuinfektionen nach Corona-Ausbruch in China 

12.32 Uhr: In China sind am Sonntag von den Behörden 136 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 99 der neuen Fälle wurden in der Provinz Hebei, direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking, nachgewiesen. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Hebei auf knapp 400. Es handelt sich um den größten Ausbruch seit Monaten.

In den vergangenen Tagen hatten die chinesischen Behörden deshalb die Maßnahmen in Hebei verschärft und mehrere Millionen Menschen getestet. Am Samstag wurden in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang der Metrobetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt, wie staatliche Medien berichteten. Auch Busse, Taxis und Privatfahrzeuge dürfen die Stadt nicht verlassen. Seit Freitag dürfen Bewohner von Shijiazhuang wie auch in der 125 Kilometer entfernten Sieben-Millionen-Metropole Xingtai die Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen.

Die Behörden in Shijiazhuang planen nach eigenen Angaben weitere Massentests, um die Infektionsketten freizulegen und die Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bekommen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

Vor mehr als einem Jahr waren in der zentralchinesischen Metropole Wuhan die ersten Fälle mit dem Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden. Nach einem anfänglich unzureichenden Umgang mit dem Virus haben Chinas Behörden seit Ende Januar 2020 scharfe Maßnahmen ergriffen. Seit dem Sommer meldete das Land nur noch vereinzelt Infektionen.

Corona-Entwicklung in Sachsen: In zehn Tagen zum Hochrisikogebiet

12.21 Uhr: In keinem Bundesland grassiert das Coronavirus so stark wie in Sachsen. Es gab Alarmsignale, andere Länder können daraus lernen. Quatsch ist aber, dass die Infiziertenzahlen etwas mit der Sympathie für die AfD zu tun haben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kinderarzt zu Schulschließungen: »Kinder sind auf vielfältige Weise gefährdet«

12.00 Uhr: Schulen und Kitas sind mehr oder weniger zu – und die Kollateralschäden für Kinder unzumutbar. Das sagen Kinderarzt Johannes Hübner und Kollegen. Sie fordern: Öffnet die Schulen und schließt lieber Büros. Lesen Sie hier mehr dazu:

Täglich werden 200.000 Briten geimpft

11.40 Uhr: In Großbritannien werden nach Angaben der Regierung täglich 200.000 Menschen geimpft. Rund ein Drittel aller Bürger im Alter von über 80 Jahren hätten bereits eine Impfung erhalten, sagt Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Damit bis Mitte Februar alle besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen geimpft sein können, müssten wöchentlich zwei Millionen Spritzen verabreicht werden. Großbritannien sei auf einem guten Weg zu diesem Ziel.

Angesichts der dramatischen Entwicklung des Infektionsgeschehens in dem Land hat die britische Regierung als erste in Europa eine massive Impfkampagne gestartet. Mittlerweile sind in Großbritannien drei Impfstoffe zugelassen (Biontech-Pfizer, AstraZeneca, Moderna). Allerdings will Großbritannien die zweite Dosis mit größerem Abstand geben, um mehr Menschen schnell zumindest einen gewissen Schutz zu geben. Dieser Weg ist umstritten. Laut Hancock hätten bereits rund zwei Millionen Briten eine Impfung erhalten, genaue Zahlen gebe es Montag.

Britischer Experte: Kliniken könnten in wenigen Wochen kollabieren

11.24 Uhr: Der medizinische Chefberater der britischen Regierung hat vor einem Kollaps des Gesundheitssystems innerhalb weniger Wochen gewarnt. Großbritannien verzeichnet derzeit immer neue Rekorde bei Corona-Neuinfektionen und Todesfällen. »Wenn das Virus so weitermacht, werden Krankenhäuser in echten Schwierigkeiten sein, und zwar bald«, schrieb Chris Whitty in einem Gastbeitrag in der »Sunday Times« . Das könne schon in weniger als drei Wochen der Fall sein.

Die Wartezeit für eine Behandlung der Patienten werde sich auf ein potenziell gefährliches Niveau erhöhen, so der Medizinprofessor. Das Verhältnis von Krankenhauspersonal zu Patienten werde inakzeptabel werden. Der Gesundheitsdienst sei in manchen Teilen des Landes derzeit der gefährlichsten Lage seit Menschengedenken ausgesetzt. «Es wird Todesfälle geben, die vermeidbar gewesen wären.»

Verantwortlich für die rasche Ausbreitung machen die Regierung und Mediziner unter anderem eine neue, noch ansteckendere Virus-Variante, die in Teilen des Landes grassiert. Doch auch die Einhaltung der Regeln zur Eindämmung des Virus hat nachgelassen. Whitty rief die Menschen daher dringend auf, zu Hause zu bleiben: »Jede unnötige Interaktion, die sie haben, könnte das Glied in einer Kette von Übertragungen sein, an deren Ende eine gefährdete Person steht«.

Besonders schlimm ist die Situation in London. Dort hatte Bürgermeister Sadiq Khan am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt dort inzwischen bei mehr als 1000. Am Samstag hatte die Anzahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Toten die Marke von 80.000 überschritten.

Kuba will Corona-Impfstoff in Iran testen

11.08 Uhr: Kuba will seinen Corona-Impfstoff Soberana 02 zum Teil in Iran testen. Vertreter beider Länder unterzeichneten in Havanna ein entsprechendes Abkommen, wie das kubanische Außenministerium am Samstag mitteilte. Der Impfstoff soll nun in Phase III der klinischen Tests an einer größeren Zahl von Menschen erprobt werden. In Kuba haben sich bislang nur relativ wenige Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, was eine Überprüfung der Wirksamkeit eines Impfstoffes schwierig macht. Iran liegt hingegen mit fast 1,3 Millionen nachgewiesenen Infektionen weltweit an 15. Stelle.

Zudem hatte Irans oberster Führer zuletzt den Import von Impfstoffen aus den USA oder Großbritannien verboten. Iran dürfe kein Testlabor für unsichere Impfstoffe werden, sagte Irans oberster Führer, Ajatollah Khamenei. (Lesen Sie mehr dazu unter dem Eintrag von 9.55 Uhr). Hintergrund des Verbots könnte die über 40-jährige politische Feindseligkeit zwischen Iran und den USA sein. Iran zieht es vor, soweit es möglich ist, auf amerikanische Produktionen zu verzichten.

Auch Kuba pflegt eine jahrzehntelange Feindschaft zu den USA. »Kuba und Iran widerstehen den grausamen und unmenschlichen Sanktionen der US-Regierung, die in Zeiten der Covid-19-Pandemie noch einmal verschärft wurden – in totalem Widerspruch zum Geist der Kooperation und dem Respekt vor dem Recht auf Leben unserer Völker«, teilte das kubanische Außenministerium mit.

Mehr als 22 Millionen Infektionen in den USA

10.57 Uhr: In den USA haben sich seit Beginn der Pandemie über 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Samstag wurden binnen eines Tages 269.623 Neuinfektionen und 3656 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Sonntag hervorging.

Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als 372.500 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die meisten Infektionsfälle sind bislang in Kalifornien im Bezirk Los Angeles aufgetreten, zu der auch die gleichnamige Metropole gehört. Dort haben sich nach der JHU über 889.0000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 11.800 sind nach einer Infektion gestorben.

Grüne gegen Onlinesitzungen des Bundestags – Parlament arbeitsfähig 

10.42 Uhr: Die Grünen im Bundestag lehnen reine Onlinesitzungen des Parlaments wegen der Corona-Pandemie ab. »Der Bundestag ist funktionsfähig, auch in der Krise. Eine Abkehr von der Anwesenheit der Abgeordneten würde den Charakter unseres Parlaments völlig verändern. Das kann nicht gewollt sein«, sagte die erste Parlamentarischer Geschäftsführerin Britta Haßelmann der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Sie reagierte damit auf einen Vorstoß aus den Reihen der Unionsfraktion, wegen der hohen Infektionszahlen den Bundestag vorerst nur digital tagen zu lassen.

»Gerade in diesen Pandemiezeiten sind der öffentliche Diskurs, das Ringen um gute Konzepte und die Abwägung von Entscheidungen dringend notwendig. Maßnahmen, Beschränkungen und Impfstrategien müssen transparent diskutiert und beraten werden«, sagte Haßelmann. Man werde zwar über die Modernisierung und Digitalisierung von Abläufen des Arbeitsalltags im Bundestag weiter beraten müssen. Bezüglich der Wahrnehmung eines Abgeordnetenmandates ohne Anwesenheit gebe es jedoch schwerwiegende verfassungsrechtliche Bedenken und Risiken in der Durchführung, sagte die Grünenabgeordnete. »Das Parlament hat in den letzten Monaten der Coronakrise gezeigt, dass es arbeitsfähig ist. Eine geänderte Geschäftsordnung, größerer Abstand zwischen den Abgeordneten im Plenarsaal, Maskenpflicht in den Häusern, hybride Ausschusssitzungen und digitale Gremiensitzungen zeigen, dass es geht.«

Die Bremer CDU-Abgeordnete Elisabeth Motschmann hatte zuvor der dpa gesagt: »Unter den geltenden Corona-Maßnahmen sollte auch der Deutsche Bundestag Konsequenzen ziehen und nicht physisch tagen. In jeder Sitzungswoche reisen über 700 Mitglieder des Deutschen Bundestags aus der gesamten Republik nach Berlin. Wer will das verantworten?«

Corona-Jahr 2020: Deutsche telefonierten länger als zuvor

10.39 Uhr: Fasse dich kurz – die alte Telefonregel gilt in der Pandemie nicht mehr. Statistiken zeigen, dass Telefonate im Jahr 2020 im Schnitt länger dauerten als in den Vorjahren. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schweizer Exil für Reiche: Corona-Luxus-Winter für 55.555 Franken

10.36 Uhr: Während das Leben im Rest Europas stillsteht, wird im Engadin für vermögende Gäste aus aller Welt weiterhin luxuriöser Wintertourismus geboten – trotz dramatisch hoher Zahlen an Neuinfektionen. Lesen Sie hier den ganzen Text:

Belgien meldet mehr als 20.000 Corona-Tote

10.29 Uhr: In Belgien hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 20.000 überschritten. Mehr als die Hälfte der gestorbenen Menschen lebte in Altersheimen, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Das Land mit einer Bevölkerung von 11,5 Millionen Einwohnern meldete seit Beginn der Pandemie 662.694 Infektionen und 20.038 Todesfälle.

In Altersheimen starben bis Mitte Dezember demnach 10.270 Menschen. Alle Verstorbenen mit einem positiven Corona-Test werden in Belgien als Virus-Tote gezählt. In der vergangenen Woche lag die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 58 pro Tag sowie etwa 1780 Infektionen täglich. Belgien begann am 5. Januar mit den Impfungen gegen das Virus.

Insgesamt über 40.000 Corona-Tote in Deutschland – 16.946 Neuinfektionen

10.17 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekannt gab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.908.527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion gestorben sind, stieg auf 40.343.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 1,16 (Samstag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass um den Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, »sodass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird«.

Twitter entfernt Beitrag zu Impfungen von Irans geistlichem Oberhaupt Khamenei

09.55 Uhr: Der US-Onlinedienst Twitter hat einen Beitrag von Irans geistlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Khamenei entfernt, in dem dieser Corona-Impfstoffe aus den USA und Großbritannien als »nicht vertrauenswürdig« bezeichnet hatte. Der Tweet Khameneis habe gegen die Unternehmensrichtlinien zum Umgang mit Falschinformationen über die Corona-Pandemie verstoßen und sei deshalb gelöscht worden, sagte ein Twitter-Sprecher am Samstag.

Khamenei hatte auf seinem englischsprachigen Twitteraccount geschrieben, dass der Import von Corona-Impfstoffen aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien »verboten« sei, weil diese »komplett unvertrauenswürdig« seien. Es sei »nicht unwahrscheinlich«, dass die beiden Länder »andere Nationen vergiften« wollten, fuhr er fort. »Angesichts unserer Erfahrung mit HIV-verseuchten Blutspenden, sind französische Impfstoffe ebenfalls nicht vertrauenswürdig.«

Mit seiner letzten Bemerkung bezog sich Khamenei auf einen Blutspendeskandal in Frankreich in den Achtzigerjahren, in dessen Zuge mit dem HI-Virus kontaminierte Blutspenden an französische und ausländische Kliniken geliefert worden waren.

Khameneis Twitterkanal wird von seinem Büro verwaltet. Meist werden dort Zitate aus seinen Predigten veröffentlicht. In Iran ist Twitter offiziell verboten, auch wenn mehrere Regierungsangehörige, darunter Präsident Hassan Ruhani und Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, viel Gebrauch von dem Onlinedienst machen. Dieser hatte im Dezember ein härteres Vorgehen gegen Falschinformationen und irreführende Angaben zur Corona-Pandemie angekündigt.

Israel hat bereits 20 Prozent seiner Bürger gegen Corona geimpft

09.52 Uhr: Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel sind bereits 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Sonntag auf Twitter mit, rund 1,8 Millionen Israelis hätten die erste Impfdosis erhalten. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner.

Am Sonntag begann die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Samstagabend seine zweite Impfung erhalten. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Nach Medienberichten hat Israel eine Vereinbarung mit dem Hersteller Pfizer geschlossen, die dies ermöglichen soll. Insgesamt solle Israel zehn Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten. Israel werde das erste Land sein, das die Coronakrise hinter sich lasse, sagte Netanyahu am Donnerstag. Es solle als Modell-Land für die rasche Impfung eines ganzen Staates dienen. Im Gegenzug sollen dem Unternehmen demnach Impfdaten zur Verfügung gestellt werden.

Israel befindet sich gegenwärtig im dritten Corona-Lockdown, weil die Infektionszahlen zum Jahresende wieder deutlich angestiegen waren. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, es seien binnen 24 Stunden 5030 neue Fälle gemeldet worden. Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter meldeten am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

bah/cpa/ngo/Reuters/dpa/afp/sid