+++ Corona-News am Sonntag +++ Südafrika setzt Einsatz von AstraZeneca-Impfstoff aus

Weil er gegen die Corona-Mutante offenbar nur begrenzten Schutz bietet, pausiert Südafrika die Behandlung mit dem AstraZeneca-Vakzin. Und: Mindestens zwei Länderchefs warnen vor Lockerungen in Deutschland. Der Überblick am 7. Februar.
Fläschchen des Impfstoffs vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca

Fläschchen des Impfstoffs vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

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+++ Südafrika pausiert mit Impfstoff von AstraZeneca +++

20.32: Südafrika wird den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca aussetzen, solange Wissenschaftler über die beste Verwendung der Arznei beraten. Das hat der Gesundheitsminister des Landes, Zweli Mkhize, angekündigt. Zuvor hatte AstraZeneca eingeräumt, der Impfstoff des Unternehmens biete nur begrenzten Schutz bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus.

Nach Corona-Ausbruch: Aufnahme-Stopp in Kliniken Calw

23.30 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch nehmen die Kliniken Calw vorerst keine Patienten mehr stationär auf. Lediglich die ambulante Notfall- und Erstversorgung vor Ort bleibt bestehen, wie der Klinikverbund Südwest am Sonntagabend mitteilte. Damit reagieren die Verantwortlichen darauf, dass 53 Mitarbeiter und zehn Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Mitarbeiter am Standort Calw, die am Freitag oder Samstag im Dienst waren, werden demnach in eine sogenannte Pendlerquarantäne versetzt. Sie dürfen sich nur noch zu Hause oder bei einem negativen Testergebnis an ihrem Arbeitsplatz aufhalten. Auch Patienten, die Stand Freitag in den Kliniken sind oder waren, unterliegen demnach einer neuen Allgemeinverfügung, die die Stadt in Baden-Württemberg erlassen hat. Die Maßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern.

Hunderte demonstrieren in München gegen Corona-Maßnahmen

23.25 Uhr: In München haben Hunderte Menschen gegen die geltenden Corona-Maßnahmen demonstriert. Am frühen Abend fuhr ein Autokorso durch mehrere Innenstadtteile, wie die Polizei mitteilte. In den 95 Wagen saßen demnach rund 200 Menschen. Der Verkehr wurde zeitweise behindert. Eine zweite Versammlung mit bis zu 250 Teilnehmern fand den Angaben zufolge später am Geschwister-Scholl-Platz statt. Zwölf Gegendemonstranten waren ebenfalls vor Ort. Die Polizei registrierte in Einzelfällen Verstöße gegen die Maskenpflicht. 500 Polizisten waren bei den Protesten im Einsatz.

Spahn gegen Langfrist-Plan für Shutdown-Lockerungen

23.08 Uhr: Vor dem nächsten Corona-Treffen von Bund und Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Fortsetzung des Corona-Shutdowns und für ein weiter schrittweises Vorgehen der Regierung geworben. »Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben«, sagte Spahn am Sonntag in der ARD-Sendung »Anne Will«. Es gehe nur »Zug um Zug« – und dabei stünden noch einige harte und schwere Wochen bevor.

Biden: wohl keine Herden-Immunität vor Ende des Sommers

22.51 Uhr: US-Präsident Joe Biden geht nicht davon aus, dass die sogenannte Herden-Immunität in den Vereinigten Staaten bis zum Ende des Sommers erreicht werden kann. Das sei sehr schwierig, sagt er in einem Interview mit CBS news. Bei einer »Herden-Immunität« sind so viele Menschen gegen das Virus resistent, dass es sich nicht weiter ausbreiten kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies mit der Impfung von rund 70 Prozent der Bevölkerung erreicht wird.

Wintereinbruch: Corona-Impfungen in Sangerhausen fallen aus

22.13 Uhr: Der Wintereinbruch in Teilen Deutschlands stoppt am Montag auch die Arbeit in einem Corona-Impfzentrum in Sachsen-Anhalt. Es könne nicht sichergestellt werden, dass angesichts der Wetterverhältnisse genügend Personal für die Impfungen gegen das Coronavirus ins Impfzentrum Sangerhausen kommen könne, teilte der Landkreis Mansfeld-Südharz am Sonntagabend mit. Wer für diesen Montag einen Termin vereinbart habe, solle sich für einen neuen Termin in dieser Woche beim Impfzentrum melden.

Frankreich stellt drastischen Rückgang der Flugpassagiere fest

19.30 Uhr: Nach starken Einreise-Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat sich in Frankreich in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche das Aufkommen der Flugpassagiere halbiert. Das teilte der Transportminister in Paris mit. Er kündigte an, die Restriktionen würden bis mindestens Ende Februar beibehalten.

Thüringen stellt Stufenplan für mögliche Lockerungen vor

19.20: Die Infektionszahlen sinken, doch die Gefahr durch Corona-Mutanten steigt. Am kommenden Mittwoch will Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder erneut beraten, wie es mit dem Shutdown weitergeht. Thüringen hat ein Stufen-Modell erarbeitet, wonach Lockerungen in Kitas und Schulen, bei Friseuren oder in der Gastronomie an bestimmte Bedingungen geknüpft werden sollen. Nach SPIEGEL-Informationen sollen konkrete Maßnahmen an sechs Inzidenzstufen geknüpft werden. Die Details lesen Sie hier.

Kuwait verhängt weitreichendes Einreiseverbot

19.13 Uhr: Kuwait lässt bis auf wenige Ausnahmen keine Ausländer mehr einreisen. Behörden teilen per Twitter mit, das Einreiseverbot gelte nicht für Diplomaten, Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitssystems sowie Ärzte im privaten Gesundheitssektor. Mit der Maßnahme solle die Ausbreitung des Coronavirus gebremst werden.

Tschentscher gegen automatische Lockerung bei Inzidenz unter 50

18.20 Uhr: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher warnt vor vorschnellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen. »Es darf keinen Automatismus geben«, sagte der SPD-Politiker der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und sprach sich gegen automatische Lockerungen bei einem Inzidenzwert unter 50 aus, also 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. »Wir brauchen eine Einschätzung der Gesamtlage und müssen sehr vorsichtig bleiben.« Er erwarte eine Fortsetzung des Lockdowns nach dem Bund-Länder-Treffen am Mittwoch über den 14. Februar hinaus.

Davon geht auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder aus. »Ich glaube, grundsätzlich wird der Lockdown erst mal verlängert werden müssen«, sagt der CSU-Chef im ARD-Bericht aus Berlin. »Es hat ja keinen Sinn, jetzt abzubrechen einfach.« Bund und Länder hätten im November schon einmal den Fehler gemacht, nicht entschieden genug gehandelt zu haben. Der Stressfaktor für die Menschen sei allerdings hoch. »Die Wirtschaftshilfen des Bundes kommen in der Tat zu schlecht und zu spät«, kritisiert Söder.

Deutscher Städtetag: Lehrkräfte und Erzieher sollen früher geimpft werden

18.08: Der Deutsche Städtetag plädiert dafür, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher in der Prioritätenliste der Corona-Impfungen nach oben rücken zu lassen. Denn: Sobald das Infektionsgeschehen es zulasse, müssten Kitas und Schulen stufenweise wieder geöffnet werden, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). »Weil es hier viele Kontakte gibt, auch sehr enge, sollten dem dort tätigen Personal rasch Impfungen angeboten werden.«

Dedy sagte Richtung Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dieser müsse vermutlich die Verordnung zur Impfpriorisierung anpassen, damit die früheren Impfungen möglich sein könnten. Auch Lehrerverbände machen sich dafür stark, dass pädagogisches Personal früher als geplant geimpft wird. »Wer Lockerungen im Bildungsbereich priorisiert, muss auch den Gesundheitsschutz für die dort Beschäftigten priorisieren«, mahnt der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Das heiße im Klartext: »Eine weitere Öffnung der Schulen kann erst erfolgen, wenn dem Personal ein Impfangebot unterbreitet wurde.«

Zuvor hatte sich bereits Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dafür ausgesprochen, Lehrer und Erzieher priorisiert zu impfen. Da nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden soll, könnte diese Vakzine »schon bald für Lehrer und Erzieher angeboten werden«, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Autoindustrie fordert Öffnung der Autohäuser ab 15. Februar

18.00 Uhr: Im Vorfeld des Treffens der Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Automobilindustrie eine Wiedereröffnung der Autohäuser ab dem 15. Februar gefordert. Es wachse »täglich die Gefahr, dass über die ohnehin schon immensen krisenbedingten Schäden hinaus viele weitere unternehmerische Existenzen und Arbeitsplätze bedroht werden«, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, dem »Handelsblatt«.

Der Autohandel sei »der zentrale Absatzkanal für die Autoindustrie« und seit dem 16. Dezember blockiert. Die aktuelle Situation bedrohe nicht nur die Autohäuser selbst. »Die Folgeeffekte wirken sich über die Lieferketten auf Hersteller und Zulieferer aus – mit täglich wachsenden Konsequenzen für die Produktion«, sagte Müller.

Die Bundesregierung hatte der Automobilindustrie bereits im vergangenen Jahr milliardenschwere Hilfen zugesagt.

Zwölf Millionen Menschen in Großbritannien gegen Corona geimpft

17.50 Uhr: In Großbritannien haben mehr als zwölf Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das geht aus aktuellen Zahlen der Regierung von Sonntag hervor. Bis Mitte Februar will die britische Regierung den gefährdetsten Gruppen – darunter über 70-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen sowie medizinisches und Pflegepersonal – und damit 15 Millionen Menschen – eine Impfung angeboten haben. Derzeit ist man zuversichtlich, dieses Etappenziel auch zu erreichen. Bis Mai sollen dann alle über 50-Jährigen eine Impfung erhalten.

Wegen des frühzeitigen und umfangreichen Einkaufs bei verschiedenen Herstellern ist Großbritannien weniger stark von Lieferengpässen bei Impfstoffen betroffen als etwa die EU-Länder. Die WHO rief das Land bereits dazu auf, Impfdosen abzugeben, sobald die gefährdetsten Gruppen der britischen Bevölkerung geimpft sind. Sollten alle Impfstoffhersteller, mit denen Großbritannien Verträge geschlossen hat, Zulassungen für ihre Mittel bekommen, hätte das Land genug Dosen bestellt, um seine Bevölkerung dreimal durchzuimpfen.

Die Zahl der Neuinfektionen, die nach der Ausbreitung der Variante B.1.1.7 im Dezember zeitweise bei mehr als 70.000 Fällen pro Tag lag, ist in den vergangenen Wochen dank eines harten Lockdowns stark gesunken. In den vergangenen sieben Tagen zählte das Land 218 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner.

Ungarn genehmigt russischen Corona-Impfstoff Sputnik V

17.40 Uhr: Ungarn lässt erwartungsgemäß den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu. Das teilte der Minister für Humanressourcen, Miklos Kasler, auf seiner Facebook-Seite mit. Das Zentrum für Nationale Volksgesundheit (NNK) habe nach Ende der notwendigen Prüfung die Genehmigung erteilt, sagte Kasler, zu dessen Ressort auch das Gesundheitswesen gehört. Ministerpräsident Viktor Orbán hatte bereits am Freitag angekündigt, dass die Zulassung von Sputnik V bevorstehe.

Ungarn nutzt damit erstmals einen Impfstoff gegen das Coronavirus, der noch nicht EU-weit zugelassen ist. Im Genehmigungsverfahren befindet sich in Ungarn zudem das von der chinesischen Firma Sinopharm produzierte Vakzin. In Ungarn werden zudem die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca verimpft.

Nicht einmal die Hälfte der Gesundheitsämter nutzt Corona-Software

17.30 Uhr: In Deutschland nutzen derzeit 151 der 376 Gesundheitsämter die Corona-Software «Sormas». Das bestätigte das Bundesgesundheitsministerium am Sonntag. Nach Angaben der »Wirtschaftswoche« nutzt in Hamburg, Sachsen und im Saarland bislang kein einziges Amt das System, das den Behörden den Austausch untereinander im Kampf gegen die Pandemie erleichtern soll. Mit »Sormas« sollen die Gesundheitsämter Kontakte von Corona-Infizierten effizienter identifizieren und nachverfolgen können.

Bund und Länder hatten die deutschlandweite Einführung der neuen Software in allen Gesundheitsämtern bis Ende Februar beschlossen. Doch dieses Ziel wird nun voraussichtlich nicht erreicht werden können. Wie die »Wirtschaftswoche« berichtet, will etwa Sachsen die Software zunächst in zwei Gesundheitsämtern in Pilotprojekten testen und später gegebenenfalls weitere Ämter anschließen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums teilte am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: »Die Verantwortung für die Ausstattung der Gesundheitsämter und damit die Entscheidung über den Einsatz digitaler Hilfsmittel obliegt den Ländern und den Gesundheitsämtern selbst. Die Bundesregierung kann in diesem Zusammenhang nur unterstützend agieren.«
Städtetag setzt sich für frühere Impfung von Lehrkräften und Erziehern ein

Österreich verschärft wegen Corona Grenzkontrollen zu allen Nachbarländern

17.15 Uhr: Österreich hat verschärfte Grenzkontrollen zu Deutschland und seinen anderen Nachbarländern angekündigt. Ab Montag sollen die Reisebewegungen auf ein Minimum reduziert werden, wie das Innenministerium in Wien mitteilte. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) habe dazu mit seinem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) telefoniert, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

»Wir ziehen das Netz der Kontrollen an den Grenzen jetzt deutlich dichter und verschärfen damit den Kontrolldruck, um die Einhaltung der Covid-Maßnahmen zu überwachen«, teilte Nehammer mit. Es gebe nur wenige Ausnahmen für Reisen, die dringend notwendig seien. Die Grenzkontrollen sollen laut dem österreichischen Innenministerium in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden der Nachbarländer erfolgen. Nehammer wolle sich dafür mit den Innenministern aller Nachbarländer in Verbindung setzen.

Während Österreich seine Grenzen zu Ungarn und Slowenien bereits seit 2015 ständig kontrolliert und es seit einem Monat auch an den Grenzübergängen zu Tschechien und der Slowakei strikte Corona-Kontrollen gibt, wurde an den Grenzen zu Deutschland, Italien, der Schweiz und Liechtenstein bislang zur stichprobenartig kontrolliert.

Tourismusbeauftragter Bareiß rechnet dieses Jahr mit Boom in Deutschland

16.15 Uhr: Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), rechnet damit, dass die meisten deutschen Urlauber in diesem Jahr im eigenen Land verreisen werden. »Die meisten werden in Deutschland bleiben«, sagte Bareiß dem Wirtschaftsmagazin, »Business Insider« am Wochenende. Auslandsreisen würden allerdings schrittweise auch wieder möglich sein – auch wenn die große Fernreise wegen unsicherer Infektionsdaten und Verzögerung beim Impfen eher nicht drin sei.

»Die klassische Pauschalreise in Griechenland, der Türkei, Mallorca, das wird unter entsprechenden Hygiene- und Infektionsschutzvorkehrungen sicher sein können. Das Gleiche gilt möglicherweise auch für Fernreisen wie in die USA«, sagte Bareiß dem Magazin. In Regionen mit stark unterschiedlicher Infektionslage wie Ägypten könnten einzelne Regionen für Urlauber freigegeben und dann von Fluggesellschaften punktuell angeflogen werden.

Angela Merkel und ihre Corona-Politik: Kanzlerin der unterlassenen Hilfeleistung

16.10 Uhr: Der lange gerühmte Führungsstil von Angela Merkel wird in der Pandemie zum Problem. Es fehlen Kreativität, Elan und Ambition. Das hat gravierende Folgen fürs Land. Lesen Sie hier das Essay von SPIEGEL-Redakteur Markus Feldenkirchen.

Spahn: »Ältere können schneller als geplant geimpft werden«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Michael Kappeler / dpa

15.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Corona-Impfungen mit einer neuen Verordnung beschleunigen und flexibler machen. »So kann die Impfkampagne weiter an Fahrt aufnehmen«, sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die neue Impfverordnung, die an diesem Montag in Kraft treten soll, sieht einige Änderungen bei der Einstufung der Bevölkerung in drei vorrangig zu impfende Gruppen vor. Zudem kann von der Reihenfolge künftig in Einzelfällen abgewichen werden, etwa wenn dies »zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist«, wie es in der der dpa vorliegenden Verordnung heißt. Bereits bisher hatte Spahn gesagt, dass etwa Impfdosen aus angebrochenen Fläschchen zum Beispiel an Gesundheitspersonal verimpft werden sollen, statt weggeworfen zu werden.

»Mit der Impfverordnung folgen wir den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission«, sagte Spahn. »Und wir reagieren auf erste Erfahrungen mit der Impfkampagne in der Praxis.« Spahn: »Ältere können so schneller als geplant geimpft werden.« Denn Menschen unter 65 Jahren sollen durch die neuen Regeln vorrangig mit dem Impfstoff von AstraZeneca versorgt werden, der mangels ausreichender Studiendaten für Ältere vorerst nicht vorgesehen ist. Das betrifft etwa auch Pflegekräfte, die bereits in der ersten Gruppe vorrangig geimpft werden. Somit bleibt also mehr von den anderen Impfstoffen, von Biontech/Pfizer und Moderna, für die Menschen über 80.

14 Altenheim-Bewohner positiv auf Corona-Variante getestet

15.23 Uhr: In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es einen Ausbruch der britischen Variante des Coronavirus gegeben. Bei 14 Senioren sei das Virus B 1.1.7. nachgewiesen worden. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden unter Quarantäne gestellt. Alle Bewohner seien am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden, teilte der Landkreis mit.

Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Geimpft worden sei mit dem Produkt von BioNTech/Pfizer. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar.

Aufgefallen sei der positive Befund bei den täglichen Schnelltests der Mitarbeiter am 2. Februar, teilte der Landkreis mit. Bei einer kompletten Testung der Bewohner und der Typisierung der Viren seien dann 14 Fälle der britischen Variante zum Ende der vergangenen Woche nachgewiesen worden.

Britische Regierung stellt Betrieben Schnelltests für Mitarbeiter

15.20 Uhr: Arbeitnehmer in Großbritannien, die trotz Corona-Pandemie nicht zu Hause arbeiten können, sollen von der Regierung regelmäßige Schnelltests zur Verfügung gestellt bekommen. Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten sollen nun Zugang zu Schnelltests bekommen, wie die britische Regierung ankündigte. Zuvor war das Angebot auf Unternehmen und Organisationen mit mehr als 250 Mitarbeitern beschränkt gewesen – darunter auch Grenzbeamte, Feuerwehrleute und Polizisten.

»Arbeitgeber sollten ihre Beschäftigten regelmäßig testen lassen, und diese Offensive der Regierung soll Aufmerksamkeit dafür schaffen und mehr Unternehmen dazu ermutigen, Schnelltests einzuführen«, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock.

Arbeitnehmer könnten nach Berichten des »Telegraph« im Frühjahr an ihren Arbeitsplätzen sogar gegen das Coronavirus geimpft werden. Dabei könnten Millionen von unter 50-Jährigen eine Impfung angeboten bekommen, sobald die älteren und gefährdeteren Bürger versorgt sind. Bislang haben in Großbritannien knapp 11,5 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Fachleute plädieren für umfassende Stufenpläne

15.15 Uhr: Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern fordern Wissenschaftler um den Epidemiologen Klaus Stöhr mehr interdisziplinären Austausch. Sie verlangen Stufenpläne und neue Erfolgskriterien beim Kampf gegen die Pandemie. Lesen Sie hier den ganzen Artikel von SPIEGEL-Redakteurin Lydia Rosenfelder.

Flucht aufs Dach bei eisiger Kälte – Polizei löst Corona-Party auf

14.45 Uhr: Eisige Kälte hat nach kurzer Zeit die Flucht von Teilnehmern einer Party vor der Polizei in Potsdam beendet. Die Beamten waren in der Nacht zu Sonntag wegen lauter Musik aus einer Wohnung alarmiert worden, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren wurden laut Polizei angetroffen, die nachweislich nicht einem Haushalt angehörten und damit gegen die Corona-Regeln verstießen.

Einige der Partygäste seien dann aus dem Fenster über die Feuerleiter aufs Dach geflüchtet. Zunächst hätten die Jugendlichen nicht auf die Polizei reagiert. Die Temperaturen und der eisige Wind hätten sie dann aber zur Rückkehr in die Wohnung bewegt. Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Eindämmungsverordnung wurden erstattet.

Marx und Bedford-Strohm fordern mehr Druck bei Impfstoffproduktion

14.28 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der katholische Kardinal Reinhard Marx fordern mehr staatlichen Druck bei der Herstellung eines Corona-Impfstoffes in Deutschland. Der Staat müsse dafür sorgen, dass möglichst viel Impfstoff produziert und möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werde, sagte Bedford-Strohm in einem gemeinsamen Interview der beiden Kirchenvertreter der »Augsburger Allgemeinen« vom Montag.

Der Münchner Kardinal Marx sagte der Zeitung, er hoffe, dass dies ohne Zwang funktioniere. »Aber wir müssen in der Frage, wie wir die Corona-Impfung schneller und gerechter vorantreiben, schon zu einer Lösung kommen.« Zur Not und mit guter Begründung könnte der Staat Hersteller um des Gemeinwohls willen auch zur Impfstoffproduktion verpflichten. »Gegen Bezahlung, versteht sich«, so der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz weiter.

Bedford-Strohm appellierte zudem an die gesellschaftliche Verantwortung der Pharmaindustrie. »Es darf jedenfalls nicht sein, dass privater Profit gemacht wird – auch noch staatlich gefördert –, aber keine soziale Verantwortung übernommen wird«, sagte der bayerische Landesbischof.

Thüringen für bundesweit einheitliches Corona-Ausstiegskonzept

14.15 Uhr: Thüringens rot-rot-grüne Landesregierung plädiert für ein bundesweit einheitliches Szenario für einen Ausstieg aus dem Corona-Shutdown. Drei Tage vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schickte die Regierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ihre Vorschläge an die anderen Bundesländer. In einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt vorliegt, ist die Rede von »möglichst bundesweit einheitlich festzulegenden Kriterien für einen Stufenplan«. Einige Länder, darunter Bayern, sehen einen Stufenplan allerdings skeptisch.

Thüringen greift Vorschläge von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf, setzt aber auch eigene Akzente. Neben der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sollen bei der Öffnung von Schulen und Kitas, Friseursalons, Einzelhandelsgeschäften oder Gaststätten auch Kriterien wie die Dynamik des Infektionsgeschehens, die erreichte Impfquote oder die Auslastung von Intensivbetten eine Rolle spielen.

Vorgeschlagen werden vier Stufen. Angeregt wird eine flächendeckende Corona-Teststrategie. Ramelow plädiert in dem Papier dafür, Abgabebeschränkungen für Antigentests »insgesamt deutlich zu lockern«. Für Thüringen legte die Regierung einen Stufenplan vor, der am Dienstag abschließend im Kabinett beraten und dann an den Landtag gehen soll. Thüringen wies am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 135,2 aus – nach wie vor die höchste aller 16 Bundesländer.

Leipzig gegen Liverpool findet in Budapest statt

14.00 Uhr: Weil das Team von Jürgen Klopp wegen der Corona-Beschränkungen nicht nach Deutschland einreisen darf, stand die Champions-League-Partie in Leipzig auf der Kippe. Die Uefa hat nun einen neutralen Spielort genehmigt. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Kretschmer: Vorsichtige Öffnung ist verantwortbar

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

Foto: Robert Michael / picture alliance / dpa

13.43 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält eine vorsichtige Lockerung der Kontaktbeschränkungen für vertretbar. »Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen zunächst die Kindergärten öffnen und die Grundschulkinder wieder in die Schulen gehen können. So werden wir es in Sachsen organisieren, und so halte ich es auch für ganz Deutschland für richtig«, sagte Kretschmer der Leipziger Volkszeitung. »Ich teile nicht die Meinung, dass wir überhaupt nichts lockern können«, ergänzte der CDU-Politiker.

Er halte Öffnungen durchaus für »verantwortbar, wenn die Schritte überschaubar sind«. Mit Blick auf die am Mittwoch anberaumte Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Kretschmer: »Vor uns liegen noch einige harte Wochen. Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren und durch unnötigen Streit zu noch mehr Verunsicherung in der Bevölkerung beitragen.«

300 Fans nach Lauterns Derbysieg auf dem Betze: Polizei ermittelt

12.35 Uhr: Der Empfang der Derbysieger des 1. FC Kaiserslautern durch rund 300 Fans hat wohl ein Nachspiel. Die Polizei und die Ordnungsbehörde der Stadt Kaiserslautern ermitteln, weil die Fußballfans die Mindestabstände nicht einhielten und teilweise keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Pfälzer waren nach dem 2:0-Derbysieg bei Waldhof Mannheim am Samstag nach Kaiserslautern zurückgekehrt und dort von jubelnden Anhängern empfangen worden.

Die Fans verhielten sich nach Polizeiangaben friedlich, »brannten aber bei der Ankunft des Mannschaftsbusses auf der Zufahrt zum Stadion Pyrotechnik ab«. Dabei sei es neben den Corona-Verstößen auch zu Behinderungen im Straßenverkehr gekommen. Die Polizei werte zum Sachverhalt derzeit noch Videos aus, die am Samstag im Internet kursierten.

Winfried Kretschmann: »Der Lockdown light im November war falsch«

12.10 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den »Lockdown light« als Irrtum bezeichnet. Zudem schlug er eine umfassende Fehleranalyse nach der Corona-Pandemie vor. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Großbritannien plant keine speziellen Corona-Ausweise

12.00 Uhr: Der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi hat Gerüchten widersprochen, dass die britische Regierung spezielle Ausweise für Corona-Geimpfte plane. Er möchte, »dass sich die Menschen freiwillig impfen lassen und sich nicht durch einen Ausweis gezwungen fühlen würden«. Zuvor hatten Schweden und Dänemark eine zentrale Registrierung mit einem entsprechenden Zertifikat beziehungsweise Ausweis für Geimpfte beschlossen. Sollte eine Reise ein solches Zertifikat nötig machen, so Zahawi, könne sich jeder Geimpfte ein solches ausstellen lassen.

Er rechnet zudem mit einer regelmäßigen Auffrischung der Coronavirus-Impfung. »Wir sehen sehr wahrscheinlich eine jährliche oder eine Auffrischungsimpfung im Herbst und dann eine jährliche (Impfung)«, sagte Zahawi der BBC. So werde es auch bei Grippeimpfungen gemacht, »wo man schaut, welche Variante des Virus sich auf der Welt ausbreitet.« Großbritannien hat bereits fast 11,5 Millionen erste Dosen des Corona-Impfstoffs bereitgestellt. Bis Mitte Februar sollen dort alle Menschen in den am stärksten gefährdeten Gruppen geimpft sein.

Lehrer formulieren Bedingungen für Schulöffnungen

11.50 Uhr: Vor dem Shutdown-Gipfel appellieren Lehrerverbände an die Kanzlerin: Schulen dürften nur nach festen Kriterien geöffnet werden und nicht gleichzeitig, überfüllte Busse müssten vermieden und Lehrer möglichst geimpft werden. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Corona-Impfungen in Iran beginnen am Dienstag

11.45 Uhr: Iran beginnt am Dienstag mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus. Zunächst werden Ärzte und Pflegepersonal geimpft, dann folgen Menschen über 65 Jahre, wie Gesundheitsminister Said Nakami nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Isna ankündigte. Anschließend werde es »Schritt für Schritt« weitergehen, bis alle 83 Millionen Iraner geimpft seien. Verwendet wird zunächst der russische Impfstoff Sputnik V, von dem das Land bislang 500.000 Dosen erhalten hat. Iran entwickelt aber auch eigene Impfstoffe.

Die Impfungen sollten eigentlich erst Ende Februar oder Anfang März beginnen. Nun startet das Programm einen Tag vor dem 42. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979.

Kurz will Impfstoffe aus Russland und China in Österreich herstellen

11.30 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz will im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Impfstoffe aus Russland und China im eigenen Land produzieren lassen. Voraussetzung sei eine Zulassung in Europa, sagte der konservative Politiker der »Welt am Sonntag«. Dann »würde Österreich ganz bestimmt versuchen, Produktionskapazitäten bei geeigneten einheimischen Unternehmen für russische oder chinesische Impfstoffe zur Verfügung zu stellen«. Es gehe einzig darum, so schnell wie möglich viel sicheren Impfstoff zu erhalten.

Kurz sagte weiter, er würde sich auch selbst mit beiden Präparaten impfen lassen. »Es geht bei den Impfstoffen einzig um Wirksamkeit, Sicherheit und um schnelle Verfügbarkeit, nicht um geopolitische Kämpfe.« Die Bürger der Europäischen Union seien aktuell nur »suboptimal« mit Impfstoffen versorgt. Der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) warf er vor, bei der Zulassung »bürokratisch und langsam« zu arbeiten. Zulassungen außerhalb der EU gingen viel schneller.

Sambodrom in Rio de Janeiro wird Drive-thru-Impfzentrum für Ältere

Eine Seniorin wird im Drive-thru-Impfzentrum geimpft

Eine Seniorin wird im Drive-thru-Impfzentrum geimpft

Foto: Bruna Prado / dpa

11.20 Uhr: Das Sambodrom in Rio de Janeiro, in dem im Karneval die berühmten Umzüge der Sambaschulen für Trubel sorgen, hat sich in der Corona-Pandemie in ein Drive-thru-Impfzentrum für Ältere verwandelt. Senioren, die ihren Impftermin verpasst haben, können sich von diesem Wochenende an samstags im Sambodrom gegen das Coronavirus impfen lassen, ohne aus dem Auto auszusteigen, wie das Nachrichtenportal »G1« berichtete. Am Samstag waren die über 90-Jährigen an der Reihe, bis Ende März hofft die Stadtverwaltung Rios, alle über 60-Jährigen geimpft zu haben. Auch der Olympiapark im Stadtteil Barra da Tijuca etwa ist zu einem Impf-Drive-thru geworden.

Brasilien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder und hat erst kürzlich mit Impfungen begonnen. Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas fast 9,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind mehr als 230.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Robert Habeck: »Pandemie-Impfstoffe sollten öffentliches Gut sein«

11.05 Uhr: Grünenchef Robert Habeck mahnt eine weltweite Kraftanstrengung an, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Ein globales Virusgeschehen könne nur global eingedämmt werden, sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur. »Pandemie-Impfstoffe sollten ein öffentliches Gut sein. Nach diesem Maßstab sollte die Bundesregierung handeln; und zwar über die eigene Landesgrenze hinaus.«

Habeck forderte die EU und USA auf, sich gemeinsam für eine stärkere Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einzusetzen, »um einen gemeinsamen Vorstoß zu unternehmen, eine globale Covid-19-Impfstoffkampagne ins Leben zu rufen und zu verstetigen«. Dafür brauche es internationale Kooperationen zwischen Pharmaunternehmen, Lizenzvereinbarungen und eine Stärkung der gesamten Lieferkette. Außerdem sei eine finanzielle Unterstützung der weltweiten Covax-Initiative unter dem Mantel der WHO nötig, um die Impf- und Verteilkapazitäten weltweit hochzufahren, sagte Habeck.

Die Initiative Covax setzt sich dafür ein, dass auch ärmere Länder Impfstoffe gegen das Coronavirus bekommen

CSU-Generalsekretär kritisiert Lockerungen in Österreich und Tschechien

10.40 Uhr: CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisiert die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen in Österreich und Tschechien. Die beiden Länder würden mit ihrer »unverantwortlichen Öffnungspolitik« den Erfolg in Deutschland bei der Eindämmung der Pandemie gefährden, schreibt Blume via Twitter . »Wenn Tschechien und Tirol Mutationsgebiete sind, dann muss man dies auch feststellen und die Grenzen abriegeln«, fordert Blume in seinem Tweet.

AstraZeneca-Vakzine zeigt begrenzte Wirkung gegen Südafrika-Variante

10.35 Uhr: Der AstraZeneca-Impfstoff zeigt neuen Studienergebnissen zufolge wohl lediglich eine recht begrenzte Wirkung gegen die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante. Die vorläufigen Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand, die das Unternehmen am Montag veröffentlichen will und über die bereits die »Financial Times« berichtete, sollen zeigen, dass die Vakzine bei der Variante B.1.351 wohl weiterhin wirksam gegen schwere Verläufe ist, leichte Erkrankungen aber weniger verhindert. Allerdings ist die Aussagekraft der Daten dem Bericht zufolge begrenzt, da der Großteil der 2000 Probanden der Studie jung und gesund waren.

»Wir glauben, dass unser Impfstoff gegen eine schwere Erkrankung schützen kann, da die Aktivität neutralisierender Antikörper genauso funktioniert wie bei anderen Covid-19-Vakzinen, die gegen schwerere Erkrankungen funktionieren – besonders wenn der Abstand zwischen den beiden Dosen auf acht bis zwölf Wochen optimiert ist«, sagte ein Sprecher von AstraZeneca der »Financial Times«.

Zudem arbeiten AstraZeneca und die Universität Oxford bereits daran, ihren Impfstoff den kursierenden Virusvarianten weiter anzupassen. Für die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 hatten die Hersteller zuletzt vielversprechende Daten veröffentlicht: Die Vakzine soll gegen diese Variante eine gute Schutzwirkung bieten. Die in Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351, die mittlerweile auch in vielen anderen Ländern vorkommt, hatte sich auch in den Tests anderer Impfstoffhersteller als resistenter erwiesen.

Stiko-Mitglied rechnet mit Covid-19-Impfungen für Kinder erst 2022

10.25 Uhr: Einige Hersteller haben damit begonnen, ihre Covid-19-Impfstoffe an Minderjährigen zu testen. Experten erwarten aber frühestens Ende dieses Jahres ihren Einsatz. Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), Fred Zepp, rechnet »frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres« damit, dass Kinder in Deutschland geimpft werden könnten.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist derzeit ab 16 Jahre zugelassen. Geplant ist jedoch bereits, die Impfstoffe an Kindern zwischen 0 und 15 Jahren zu testen. AstraZeneca will »in den kommenden Monaten« 6- bis 18-Jährige in seine Studien einbeziehen, wie eine Sprecherin der dpa sagte. Moderna hat schon im Dezember eine Studie mit 3000 Minderjährigen in den USA begonnen.

Studien mit Kindern unter 12 Jahren gehören nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller zu den Auflagen der EMA, die an die Bedingte Zulassungen für Erwachsene geknüpft sind. Spätester Abgabetermin der Ergebnisse sei Juli beziehungsweise Dezember 2024.

Rund 107.000 Neuinfektionen in den USA

10.10 Uhr: In den USA wurden binnen 24 Stunden weitere 107.595 Corona-Infektionen registriert. Damit stieg die Gesamtzahl auf 26,98 Millionen Fälle, wie eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten ergab. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus kletterte um mindestens 2692 auf 462.564.

Debatte über »Impfprivilegien«: »Die Reichen dürfen schon längst mehr«

10.00 Uhr: In Deutschland tobt eine Geisterdebatte über »Impfprivilegien«. Union und SPD erwägen, Unternehmen vorzuschreiben, wen sie zu bedienen haben. Das ist absurd – und verdeckt, was wirklich auf die Welt zukommt. Lesen Sie hier die Kolumne von Christian Stöcker.

Russland meldet rund 16.000 neue Corona-Fälle

09.45 Uhr: In Russland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus binnen 24 Stunden um 16.048 gestiegen. Wie die russische Behörde mitteilte, liegt die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle damit bei 3,967 Millionen. Die Zahl der offiziell an oder mit dem Virus gestorbenen Menschen erhöhte sich um 432 auf insgesamt 76.661. Russland liegt damit weltweit auf Platz vier hinter den USA, Indien und Brasilien.

Altmaier warnt vor Überbietungswettbewerb bei Lockerungen

09.35 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen vorschnelles Öffnen ausgesprochen: Die Todeszahlen seien noch zu hoch, Mutationen verbreiteten sich. Restaurantbetreiber müssen sich wohl bis Ostern gedulden. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Bürgermeister von Großstädten: Kontaktverfolgung auch bei Inzidenz über 50 möglich

09.14 Uhr: Mehrere Bürgermeister deutscher Großstädte versichern, dass ihre Gesundheitsämter sehr wohl in der Lage seien, auch bei Inzidenzwerten von über 50 Kontakte nachzuverfolgen. In Köln etwa seien die Behörden trotz Werten von über 50 seit Monaten in der Lage, sowohl die positiv Getesteten als auch die Kontaktpersonen »innerhalb von 24 Stunden zu kontaktieren und Quarantäneanordnungen zu verhängen«, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) der »Welt am Sonntag«.

Auch Bremens Stadtoberhaupt Andreas Bovenschulte (SPD) sagte der Zeitung, in seiner Stadt, wo die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zurzeit bei 71,2 liegt, könnten alle Kontakte nachverfolgt werden. Ähnliche Angaben machten laut »Welt am Sonntag« Rathäuser in München, Leipzig und Düsseldorf.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, verwies gegenüber der Zeitung auf die schnelle Einführung von IT-Lösungen in Großstädten: »Die dortigen Lösungen laufen rund und befähigen die Gesundheitsämter dieser Städte schon jetzt, auch bei einer Inzidenz weit über 50 die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Das wird nur in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.« Allerdings können laut Dedy bundesweit nicht alle Ämter bei hohen Inzidenzen so umfassend agieren.

Israel lockert dritten Corona-Lockdown trotz hoher Infektionszahlen

09.08 Uhr: Israel hat trotz anhaltend hoher Infektionszahlen mit Lockerungen seines dritten Corona-Lockdowns begonnen. Beschäftigte, die keinen Kontakt zu Kunden haben, dürfen an ihre Arbeitsplätze zurück. Besuche im privaten Kreis sind wieder erlaubt, ebenso wie Ausflüge in die Natur und Übernachtungen von Kernfamilien in Ferienwohnungen. Kindergärten und Schulen sollen von Dienstag an in eingeschränktem Umfang wieder geöffnet werden. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv bleibt jedoch grundsätzlich geschlossen.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land hatte Ende Dezember einen Teil-Lockdown verhängt und vor einem Monat verschärft. Trotz einer massiven Impfkampagne bleiben die Infektionsfälle aber auf hohem Niveau. Auch die Zahl der Schwerkranken ist kaum gesunken. Das Gesundheitssystem liegt nahe der Belastungsgrenze. Mehr als zwei Millionen Menschen haben bereits zwei Dosen gegen das Virus erhalten. Die Regierung macht für die weiterhin hohen Infektionszahlen vor allem eine Mutation verantwortlich. Häufig wurden aber auch Lockdown-Regeln missachtet oder nicht durchgesetzt.

Österreichs Kanzler Kurz: Die kommenden Monate werden extrem heftig

08.55 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gibt trotz der am Montag beginnenden Lockerungen der Kontaktbeschränkungen noch keine Entwarnung. »Ich gehe davon aus, dass die Situation im Sommer aufgrund der Impfungen deutlich besser sein wird und wir in weiten Bereichen zur Normalität zurückkehren können. Aber ich bin auch sicher, dass die kommenden Monate noch extrem heftig werden«, sagte Kurz der »Welt am Sonntag«. Die Lockerungen nach einem sechswöchigen Lockdown trotzt weiterhin hoher Corona-Fallzahlen begründete Kurz mit der sinkenden Bereitschaft der Bevölkerung mitzumachen. »Sollten die Zahlen demnächst stark ansteigen, müssen wir wieder mit schärferen Maßnahmen reagieren«, sagte Kurz.

»Ärzte sind erster Schutzwall bei Corona-Bekämpfung«

7.45 Uhr: Deutschlands Kassenärzte fordern, dass sie schneller als geplant bei der Corona-Impfung zum Zug kommen. »Diejenigen, die andere jeden Tag behandeln, medizinisch versorgen und schützen, müssen auch selbst geschützt sein«, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen.

»Natürlich muss wegen des knappen Impfstoffes priorisiert werden«, sagte Gassen. »Aber die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen mit ihren Teams gehören unbedingt zum Kreis der vorrangig zu Impfenden.« In der geltenden Impfverordnung zählen Ärzte zur zweiten von drei prioritär zu impfenden Gruppen in Deutschland. Nach einem Entwurf soll auch eine für kommende Woche erwartete Neufassung der Verordnung daran nichts ändern. Noch bis Ende März herum sollen die Impfungen der ersten Gruppe dauern.

KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte: »Die Haus- und Fachärzte bilden den ersten Schutzwall bei der Corona-Bekämpfung.« Neun von zehn Covid-Patienten würden ambulant behandelt. Es wäre fatal, wenn die Niedergelassenen diese Aufgabe nicht mehr im erforderlichen Umfang erfüllen könnten, weil sie selbst infiziert werden.

Rückgang der Neuinfektionen setzt sich fort

7.30 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8.616 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 231 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 11.192 Neuinfektionen und 399 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch auch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 75,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der vom RKI geschätzte bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag Samstagabend bei 0,95 (Vortag 0,93). Das RKI geht davon aus, dass 100 Infizierte zuletzt rechnerisch 95 weitere Menschen ansteckten, heißt das. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist auf unter 4000 gesunken. Wie aus der Zeitreihe der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, wurden am Samstag 3958 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt (Stand 12.17 Uhr). Das waren 108 weniger als am Vortag. Über die Hälfte der Patienten wurde invasiv beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten am 3. Dezember unter 4000, danach war sie bis Anfang Januar auf über 5700 Behandelte gestiegen.

Lauterbach kritisiert Fußball-Europapokal-Spiele

6.40 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der aktuellen Lage während der Corona-Pandemie kein Verständnis für Spiele der Champions League und sieht auch eine mögliche Austragung von Fußball-EM und Olympia »kritisch«. Dieser Wettbewerb setze das »falsche Signal«, sagte Lauterbach in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« mit Blick auf die anstehenden K.o.-Spiele in der Fußball-Königsklasse. »Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten.« Die Gefahr, das Virus einzuschleppen, sei gegeben.

Nicht nachvollziehen kann der SPD-Politiker, dass EM und Olympia in einigen Monaten ausgetragen werden sollen. »Im Sommer wird es so sein, dass wir in vielen Plätzen Europas noch große Probleme, noch hohe Fallzahlen, haben werden. Im Sommer steht uns in Deutschland das letzte Gefecht dieser ersten Impfrunde bevor«, sagte Lauterbach und gab mit Blick auf Olympia zu bedenken, dass dort Athleten aus Ländern anreisen, »denen das Schlimmste noch bevorsteht – Afrika oder Lateinamerika«.

An IOC-Präsident Thomas Bach stört Lauterbach, dass der keinen Plan B entwickele. »Er sagt einfach: Wir machen das – und damit setzt er sich über die internationale Notlage hinweg. Diese Haltung ist nicht gerade demütig und passt nicht in die Attitüde, die der Sport vorleben sollte«, erklärte der Politiker, der auch gegen eine Impf-Bevorzugung von Sportlern ist. »Natürlich kann man es trotzdem machen, es wäre allerdings nicht sehr vorbildlich.«

Rückhalt für Lockdown sinkt

6.05 Uhr: Jeder zweite Bürger ist gegen eine Lockerung des Lockdowns. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag sind 37 Prozent für eine Verlängerung der bisherigen Einschränkungen über den 14. Februar hinaus, weitere 13 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Dagegen sind 30 Prozent für eine Lockerung und 13 Prozent für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 7 Prozent machten keine Angaben.

Die Akzeptanz der ergriffenen Maßnahmen schwindet: Anfang Januar – vor der letzten Verlängerung des Lockdowns – waren noch fast zwei Drittel (65 Prozent) für eine Beibehaltung oder Verschärfung der Maßnahmen.

Bei den Wählern der Grünen ist die Akzeptanz der geltenden Einschränkungen am größten. 64 Prozent von ihnen sind für eine Beibehaltung oder Verschärfung. Dahinter folgen die Anhänger von SPD (57 Prozent), CDU/CSU (56) und FDP (51). Nur von den Wählern der Linken (49 Prozent) und der AfD (33) sind weniger als die Hälfte für eine unveränderte Verlängerung oder Verschärfung des Lockdowns.

bah/beb/fok/dpa
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