Corona-News am Sonntag Israel will internationale Flüge zum Schutz vor Corona-Mutation stoppen

Um die Einschleppung von Corona-Mutationen zu verhindern, will Israel den Luftverkehr »hermetisch abriegeln«. Und: Frankreich verzeichnet den seit Monaten höchsten Anstieg an Covid-Patienten in Krankenhäusern. Der Überblick am 24. Januar.
Leere am wichtigsten israelischen Flughafen Ben Gurion: Stopp aller internationalen Flüge bis auf wenige Ausnahmen

Leere am wichtigsten israelischen Flughafen Ben Gurion: Stopp aller internationalen Flüge bis auf wenige Ausnahmen

Foto: JACK GUEZ / AFP

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+++ Israel will internationalen Flugverkehr fast vollständig einstellen +++

22.15 Uhr: Israel will den internationalen Flugverkehr wegen hoher Corona-Infektionszahlen bis zum Monatsende drastisch einschränken. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, man wolle den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv »hermetisch abriegeln«.

Laut israelischen Medienberichten soll die Maßnahme am Montagabend um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten. Netanyahu sagte, es sollte nur wenige Ausnahmen von der Sperre geben. Ziel sei es, das Einschleppen weiterer Corona-Mutationen nach Israel zu verhindern.

Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war wegen laxer Kontrollen am Flughafen zuletzt scharf kritisiert worden. Israel liegt bei den Impfungen gegen das Virus weltweit an der Spitze – nirgendwo ist die Zahl der Geimpften pro 1000 Einwohner höher.

In Frankreich ist indes die Belegung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patienten so stark gestiegen wie seit November nicht mehr. Zuletzt wurden laut Regierungsangaben 493 Neuaufnahmen gemeldet. Auch die Zahl der Verlegungen auf die Intensivstation sei mit 69 erstmals wieder so hoch wie damals. Den zweiten Tag in Folge liegt der Sieben-Tages-Schnitt für Neuinfektionen bei mehr als 20.000.

Kanzleramtschef Braun geht davon aus, dass Mutation dominante Form wird

23.40 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland die dominante Form werden wird. »Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen«, sagte Braun in der ARD-Talkshow »Anne Will«. »Da bin ich sehr sicher«, ergänzte er auf Nachfrage.

»Deshalb ist es jetzt wichtig, dass wir Kurs halten, dass wir die Zahlen sehr stark senken.« Dann sei es schwierig für die Mutante und für das Stammvirus. »Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da, wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen«, sagte Braun.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Zuletzt hatte es aus Großbritannien Hinweise gegeben, wonach die Mutation auch tödlicher sein könnte.

Dobrindt sieht Gefahr weiterer Welle durch Virus-Mutation

22 Uhr: Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt, sieht derzeit keine Grundlage für Gespräche über Corona-Lockerungen. »Die Wahrscheinlichkeit, dass wir vielleicht noch einen längeren Lockdown erleben, halte ich zurzeit für höher, als das man in eine andere Richtung kommt«, sagte Dobrindt im ARD-»Bericht aus Berlin«. »Das ist alles schmerzhaft, aber die Gefahr zurzeit ist relativ groß, dass wir mit dem mutierten Virus noch mal eine Welle erleben werden.«

Die Zahlen seien noch immer viel zu hoch, sagte der CSU-Politiker. »Wir haben gesehen in England, in Irland, dass gerade die Schulen unterschätzt worden sind in ihrer Infektionswirkung, in der Beschleunigung der Infektion und deswegen ist es richtig, dass die Schulen jetzt auch geschlossen sind.« Man könne heute noch nicht absehen, wann man wieder an eine Öffnung denken kann.

Chef des französischen Coronabeirats: Impfstoffe weniger effektiv gegen Südafrika-Mutation

19.33 Uhr: Der Vorsitzende des wissenschaftlichen Coronabeirats der französischen Regierung, Jean-François Delfraissy, hat sich für einen erneuten Lockdown ausgesprochen. Je früher, desto besser, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Infektiologen teilen die Einschätzung, dass ein dritter Lockdown in Frankreich nach denen von März bis Mai sowie von Oktober bis Dezember unvermeidlich sei. Zudem sagte Delfraissy, dass die bisher verfügbaren Impfstoffe weniger effektiv seien gegen die mutierte Variante des Coronavirus aus Südafrika.

Frankreich verschärft Einreisebestimmungen für Flug- und Schiffspassagiere

19.18 Uhr: Menschen, die per Flugzeug oder Schiff aus anderen EU-Ländern nach Frankreich einreisen wollen, brauchen nun einen negativen PCR-Test. Das Ergebnis darf nicht älter als 72 Stunden sein. Für Einreisen auf dem Landweg, etwa bei Pendlern, gilt weiterhin keine Testpflicht. Bei Einreisen aus Nicht-EU-Ländern sind negative Corona-Tests bereits seit Mitte Januar Pflicht in ganz Frankreich.

Derzeit kommen wöchentlich rund 62.000 Menschen aus dem Ausland in Frankreichs Häfen und auf den Flughäfen des Landes an, wie Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari mitteilte. Auf dem Pariser Großflughafen Roissy-Charles-de-Gaulle wurden Testzentren eingerichtet.

Frankreich hat mit weiter steigenden Corona-Infektionszahlen und Verzögerungen bei der Corona-Impfkampagne zu kämpfen. Sollten die gegenwärtigen Einschränkungen wie eine landesweite nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr nicht ausreichen, sei ein erneuter Corona-Lockdown nicht auszuschließen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Hochansteckende Corona-Mutation in Flensburg entdeckt

19 Uhr: Die hochansteckende Mutation des Corona-Virus ist in Flensburg nachgewiesen worden. Um wie viele Fälle es sich genau handelt, konnte ein Stadtsprecher am Sonntag nicht sagen. Anfang dieser Woche war von rund 30 Verdachtsfällen mit der Variante aus Großbritannien berichtet worden. Die Stadt werde entsprechend reagieren, eine neue Allgemeinverfügung werde erarbeitet. Zuvor hatte das »Flensburger Tageblatt« (online) darüber berichtet.

Nach Angaben des Sprechers trat ein Teil der Fälle in der Belegschaft eines Betriebes unter Leiharbeitern auf. Es gebe aber auch davon einige unabhängige Fälle in der Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Wie es den Betroffenen gesundheitlich geht, sei nicht bekannt.

Die sich rasant in Großbritannien ausbreitende Variante ist Experten zufolge nicht nur leichter übertragbar, sondern möglicherweise auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Sie ist bereits in diversen Ländern, darunter auch Dänemark, nachgewiesen worden.

Start der Impfkampagne in Ägypten

18.31 Uhr: Als eines der ersten Länder in Afrika hat Ägypten am Sonntag mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Ein Arzt und eine Krankenschwester in einem Krankenhaus in der nordöstlichen Stadt Ismailia erhielten als erste eine Spritze mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm. Dutzende weitere Mitarbeiter der Klinik folgten.

Alle Mitarbeiter des Gesundheitssystems würden kostenlos geimpft, kündigte Gesundheitsministerin Hala Sayed vor Journalisten im Abu Chalifa Krankenhaus in Ismailia an. Wer über die finanziellen Mittel verfüge, solle in den kommenden Monaten für die Impfung zahlen, sagte sie weiter.

Ihren Angaben zufolge sollen landesweit mehr als 35 Impfzentren eingerichtet werden. Die Bürger wurden aufgerufen, sich online zu registrieren. Das bevölkerungsreichste arabische Land der Welt mit mehr als 100 Millionen Einwohnern hatte im Dezember erste Impfstofflieferungen erhalten.

Briten melden Impfrekord

17.35 Uhr: Großbritannien meldet einen neuen Tagesrekord von 491.970 Impfungen. Insgesamt haben damit mehr als 6,3 Millionen Briten die erste Impfung erhalten bei einer Bevölkerung von knapp 67 Millionen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 251.504 Neuinfektionen verzeichnet, wie aus den amtlichen Daten weiter hervorgeht. Das ist ein Rückgang von 22 Prozent zum gleichen Zeitraum davor.

Israel will Flughafen wegen hoher Corona-Zahlen schließen

17.32 Uhr: Israel will den internationalen Flugverkehr wegen hoher Corona-Infektionszahlen drastisch einschränken. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, man wolle den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv »hermetisch abriegeln«. Nach israelischen Medienberichten soll die Maßnahme am Montagabend um Mitternacht in Kraft treten und mindestens bis Ende des Monats gelten. Netanyahu sagte, es sollte nur wenige Ausnahmen von der Sperre geben.

Ziel sei es, das Einschleppen weiterer Corona-Mutationen nach Israel zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden.

FFP2-Maskenpflicht in Österreich – Schutz teils gratis erhältlich

17.30 Uhr: In Österreich gilt ab Montag die Pflicht, die besonders wirksamen FFP2-Masken unter anderem beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Supermärkte händigen die Masken oft gratis aus oder verlangen einen geringen Betrag. Die Händler versichern, dass genügend Masken für alle Kunden vorrätig seien. Auch Patienten müssen beim Arztbesuch die FFP2-Masken nun verpflichtend tragen. Außerdem wird der verpflichtende Mindestabstand von einem auf zwei Meter vergrößert.

In Österreich sind alle Geschäfte, deren Produkte nicht zum täglichen Bedarf zählen, ohnehin geschlossen. Ob der Lockdown wie bisher geplant am 8. Februar gelockert werden kann, berät die Bundesregierung in den nächsten Tagen. Die Hotels und Gaststätten bleiben auf alle Fälle im Februar zu.

In Amsterdam und Eindhoven gab es Proteste gegen Corona-Maßnahmen

17.21 Uhr: Die verschärften Coronamaßnahmen mit einer Ausgangssperre haben in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In Amsterdam und Eindhoven beendete die Polizei am Sonntag mit Wasserwerfern eine zuvor verbotene Demonstration. Hunderte Demonstranten hatten nach Polizeiangaben in beiden Städten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen.

In der Hauptstadt hatten sich trotz eines Verbotes hunderte Demonstranten auf dem Museumsplatz im Zentrum versammelt. Die Polizei ging auch mit Pferden, Hunden und dem Einsatz von Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Auch in Eindhoven im Osten hätten Hunderte trotz des Verbotes demonstriert und seien mit Gewalt gegen die Polizei vorgegangen. Die Beamten setzten Tränengas ein. Mehr als 30 Menschen waren nach Angaben der Polizei festgenommen worden.

Bereits am Abend zuvor hatte es in der Kleinstadt Urk Krawalle gegeben, als Dutzende Menschen gegen die Sperrstunde protestiert hatten. Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von je 95 Euro bestraft.

Busse für Klinik-Mitarbeiter unter Quarantäne in Berlin

16.52 Uhr: Hunderte Mitarbeiter einer unter Quarantäne stehenden Vivantes-Klinik in Berlin sollen ab Montag mit Charter-Bussen pendeln. Damit sollen Masseninfektionen durch die mutierte Coronavirus-Variante verhindert werden, wie der »Tagesspiegel«  berichtet. Die Kleinbusse sollen als Sammeltaxen das diensthabende Personal zu Hause abholen und nach der Schicht heimfahren.

Rund 1500 Ärzte, Pflegekräfte, Verwalter und Techniker des Humboldt-Klinikums im Bezirk Reinickendorf stehen unter Quarantäne, nachdem dort mehrere Fälle der sogenannte britischen Virusvariante aufgetreten waren. Das Klinikum wurde am Samstag geschlossen, wie die zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Das Krankenhaus ist für die Aufnahme neuer Patienten, für ambulante Diagnostik und für ambulante Eingriffe gesperrt. Derzeit werden dort rund 400 Patienten versorgt.

Zunächst waren bis Sonntag 20 Patienten und Mitarbeiter des Humboldt-Klinikums positiv auf die britische Coronavirus-Variante B.1.1.7 getestet worden. Auch im Vivantes-Klinikum Spandau ist dem Bericht zufolge ein Patient von der Coronavirus-Variante betroffen. Der Mann war aus Reinickendorf dorthin verlegt worden und ist seitdem isoliert.

Schweden untersagt Einreisen aus Norwegen

16.00 Uhr: Schweden verbietet vorübergehend Einreisen aus dem Nachbarland Norwegen, nachdem es Infektionsfälle mit der britischen Variante des Corona-Virus in der Region um die Hauptstadt Oslo gegeben hat. Das Verbot tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft und gilt bis zum 14. Februar, wie Innenminister Mikael Damberg nach einer Kabinettssitzung mitteilte.

Norwegens Regierung hatte am Samstag nach dem Ausbruch der britischen Corona-Variante die vorübergehende Schließung der meisten Einkaufszentren in zehn Gemeinden um Oslo verhängt, darunter auch die Hauptstadt selbst. In der Region leben fast eine Million Menschen. Die Schließung der Geschäfte könnte dazu führen, dass Norweger nach Schweden reisen und zu einer erhöhten Ausbreitung der Infektion beitragen, erklärte Damberg. Das schwedische Außenministerium riet zudem von allen nicht notwendigen Reisen nach Norwegen ab.

Schweden hatte zuvor ein ähnliches Verbot für Großbritannien und das benachbarte Dänemark verhängt. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Virusvariante gilt als schneller übertragbar. Die Einreiseverbote für diese beiden Länder wurden bis zum 14. Februar verlängert, wie Damberg hinzufügte. Ausgenommen von den Verboten seien schwedische Staatsbürger sowie Menschen, die in Schweden leben oder arbeiten, und Menschen mit »zwingenden familiären Gründen«, so Damberg.

Corona-Verstöße: Konfrontationen ultraorthodoxer Israelis mit Polizei

Ein israelischer Polizist trägt einen ultraorthodoxen Juden in Aschdod weg

Ein israelischer Polizist trägt einen ultraorthodoxen Juden in Aschdod weg

Foto: Oded Balilty / dpa

15.29 Uhr: Hunderte ultraorthoxe Israelis haben sich Konfrontationen mit Polizisten geliefert, die Corona-Regeln durchsetzen wollte. Die Polizisten waren von den frühen Morgenstunden an im Einsatz, um die regelwidrige Öffnung strengreligiöser Bildungseinrichtungen zu verhindern. Ein einflussreicher Rabbiner hatte zuvor dazu aufgerufen, die Schulen im ultraorthodoxen Sektor trotz eines allgemeinen Verbots zu öffnen.

In der Hafenstadt Aschdod sowie in Jerusalem kam es zu teilweise heftigen Konfrontationen mit der Polizei. Im strengreligiösen Viertel Mea Schearim in Jerusalem wurden Sicherheitskräfte als »Nazis« beschimpft. Auch in Bnei Brak bei Tel Aviv blockierten strengreligiöse Einwohner Straßen und bewarfen Polizisten mit Steinen. Nach Polizeiangaben wurden bei Zusammenstößen mehrere Polizisten verletzt und mindestens 15 Demonstranten festgenommen.

Viele Ultraorthodoxe fühlen sich nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher Vorgaben ihrer Rabbiner als denen des Staates. In ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Nach Medienberichten gehören inzwischen 40 Prozent der Corona-Neuinfizierten dem tiefreligiösen Sektor an. Gleichzeitig lassen sich im Vergleich zum Rest der Gesellschaft weniger Ultraorthodoxe gegen das Coronavirus impfen.

Party in Wittstock aufgelöst – Polizisten mit Flaschen beworfen

15.03 Uhr: Feiern trotz Corona-Pandemie: Polizisten haben am Samstagabend eine Geburtstagsparty mit acht Teilnehmern im brandenburgischen Wittstock aufgelöst – und wurden mit Flaschen beworfen. Die Gäste des 40-jährigen Geburtstagskindes mussten die Wohnung verlassen, wie die Polizeidirektion Nord mitteilte.

Im Anschluss daran traten und schlugen den Angaben zufolge »zwei Sympathisanten« der Feierenden auf die Polizisten ein. Die beiden wurden zu Boden gebracht und fixiert. Dabei wurden die Polizisten aus einem Wohnblock heraus mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Verletzte gab es nicht, hieß es. Es gab Strafanzeigen, gegen die Partyteilnehmer wurden Verstöße gegen Maßnahmen zur Corona-Eindämmung geahndet.

Bundesregierung kauft Corona-Medikamente: Was die Antikörper-Mittel leisten können – und was nicht

14.54 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat 200.000 Dosen zweier Antikörper-Medikamente aus den USA eingekauft. Die Hoffnung: Eine »passive Impfung« mit den Wirkstoffen könnte schwere Covid-19-Verläufe verhindern.

Corona-Ausbruch bei Airbus – Quarantäne für rund 500 Mitarbeiter

Graue Wolken überm Airbus-Werk in Hamburg: Bei dem Flugzeughersteller hat es einen Corona-Ausbruch gegeben

Graue Wolken überm Airbus-Werk in Hamburg: Bei dem Flugzeughersteller hat es einen Corona-Ausbruch gegeben

Foto: Georg Wendt / dpa

14.50 Uhr: Beim Flugzeughersteller Airbus in Hamburg hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt 21 Mitarbeiter seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Martin Helfrich, Pressesprecher der Gesundheitsbehörde, auf dpa-Anfrage. Für rund 500 Mitarbeiter wurde Quarantäne angeordnet. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung berichtet.

Die Ursache der Fälle werde noch untersucht, teilte Airbus mit. Ob es sich um eine hochansteckende Mutation des Virus handelt, kann die Gesundheitsbehörde frühestens Mitte der Woche sagen. Mit mehr als 12.000 Mitarbeitern ist Airbus der größte industrielle Arbeitgeber Hamburgs.

Wegen neuer Einreiseregeln: Fruchthandelsverband warnt vor leeren Regalen

14.34 Uhr: Der Deutsche Fruchthandelsverband befürchtet Lieferengpässe. Weil für Lkw-Fahrer aus Hochrisikoländern strengere Einreiseregeln gelten, könnte das Obst- und Gemüseangebot im Supermarkt bald knapp werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

DGB will klare Regeln für Arbeitszeit im Homeoffice

14.15 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dringt auf klare Regeln für das Arbeiten im Homeoffice, um unbezahlte Überstunden zu verhindern. »Wir erleben aktuell, dass Arbeitszeiten im Homeoffice in der Regel überhaupt nicht erfasst werden«, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Dabei leisteten die Beschäftigten in Deutschland heute schon jährlich eine Milliarde Überstunden, die nicht bezahlt würden. »Das ist Lohndiebstahl. Und der wird verstärkt, wenn es keine vernünftigen Regeln für die digitale Arbeitswelt gibt.«

»Nach deutschem und europäischem Recht ist niemand rechtlich verpflichtet, seinem Arbeitgeber außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit zur Verfügung zu stehen«, erläuterte Hoffmann in der »Augsburger Allgemeinen«. »Trotzdem müssen fast 40 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice auch in der Freizeit erreichbar sein.« Dies wirke sich negativ auf die Gesundheit und das Privatleben aus. Der DGB-Chef bezifferte die unbezahlte Mehrarbeit, die dadurch geleistet werde, auf 30 Prozent. »Das ist eine dunkle Schattenseite von Homeoffice und deshalb ist es so wichtig, dass der rechtliche Rahmen jetzt schnell verbessert wird.«

Eine Initiative des Europaparlaments für einen Rechtsanspruch auf Nichterreichbarkeit von Arbeitnehmern nach Dienstschluss nannte Hoffmann hilfreich. In einem am Donnerstag angenommenen Bericht hatte das EU-Parlament dieses Recht eingefordert. Es sei bisher im Unionsrecht nicht ausdrücklich geregelt.

Niederlande: Krawalle bei erster Ausgangssperre

In der Kleinstadt Urk kam es zu Krawallen wegen der Ausgangssperre

In der Kleinstadt Urk kam es zu Krawallen wegen der Ausgangssperre

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Pro Shots

14.02 Uhr: Die coronabedingte Ausgangssperre hat in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam hatten Dutzende Menschen am späten Samstagabend gegen die Sperrstunde protestiert, wie die Polizei mitteilte. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt.

Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in Stein im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten.

Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von je 95 Euro bestraft.

Lange Schlangen vor Teststationen an bayerisch-tschechischer Grenze

13.51 Uhr: Nach der Verschärfung der Testpflicht für tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben sich vor den Teststationen teils lange Schlangen gebildet. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen auf deutscher Seite, die wegen eines Corona-Tests im Bereich des Übergangs Schirnding im Landkreis Wunsiedel unterwegs waren. Der stellvertretende Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Cheb (Eger), Jiri Cerny, sagte der Nachrichtenagentur dpa bei Temperaturen unter null Grad betrage die Wartezeit zwei bis drei Stunden.

Gesundheitsminister Spahn will Verbrauchern Antigen-Schnelltests ermöglichen

13.19 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will Verbrauchern einem Zeitungsbericht zufolge selbstständige Antigen-Schnelltests ermöglichen. »Antigentests zur Eigenanwendung mittels Antigenbestimmung werden von der Abgabebeschränkung ausgenommen«, heißt es in einem Entwurf zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung, aus dem die »Rheinische Post« zitiert:  »Tests zur Eigenanwendung durch Laien werden perspektiv eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen.«

Europäische Union erhöht Druck auf Impfstoff-Hersteller

13.03 Uhr: EU-Ratspräsident Charles Michel hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen angesichts von Lieferverzögerungen vor möglichen Konsequenzen gewarnt. »Wir erwarten, dass die von den Pharmaunternehmen bestätigten Verträge eingehalten werden«, sagte Michel am Sonntag dem französischen Sender Europe 1. Um die Einhaltung der Verträge zu gewährleisten, könne die EU auch »juristische Mittel« nutzen.

Man verstehe, dass es Probleme geben könne, erklärte Michel. Es brauche aber Klarheit über die Gründe. So habe Pfizer anfangs Verzögerungen von Impfstofflieferungen von mehreren Wochen angekündigt. Nachdem man mit der Faust auf den Tisch gehauen habe, sei es dann aber nur noch um eine Woche gegangen.

Auch Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Hersteller wegen der verzögerten und verringerten Corona-Impfstoff-Lieferungen öffentlich scharf angegriffen. Er nannte Reduzierungen bei Pfizer-Biontech und AstraZeneca besorgniserregend. Auf Facebook schrieb Conte am Samstagabend: »Diese Verlangsamungen der Lieferungen stellen schwere Vertragsverletzungen dar, die in Italien und anderen europäischen Ländern enorme Schäden verursachen (...)«. Es gebe »direkte Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit der Bürger« sowie auf Italiens von der Pandemie stark angegriffene Wirtschaft.

Innenministerium befürchtet Störversuche während der Impfkampagne

12.45 Uhr: Die Bundesregierung befürchtet massive Störversuche während der Corona-Impfkampagne. Es bestehe eine »abstrakte Gefährdung« für Firmensitze von Pharmaunternehmen, aber auch für Impfzentren, Impfstoff-Transporte und Lagerstätten, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen, die der Nachrichtenagentur AFP in Berlin vorlag. Im Inland gehe diese Gefährdung »von Impfgegnern, Corona-Skeptikern und Verschwörungstheoretikern« aus. Hinzu komme das Risiko von Spionage- und Sabotageversuchen ausländischer Geheimdienste.

Zwar lägen der Bundesregierung »keine konkreten gefährdungsrelevanten Erkenntnisse« vor. Dennoch müsse sie von einer Gefahr von Sabotage bis hin zu »physischen Übergriffen« auf Personal und Impfempfänger ausgehen.

Ein Szenario sei, dass Impfgegner »versuchen könnten, in die Impfzentren sowie die Lagerstätten einzudringen, um einerseits Aufmerksamkeit zu erregen und andererseits ihrem Protest Nachdruck zu verleihen«, schreibt das Ministerium in der Antwort, über die zunächst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet hatten.

Die Bundesregierung stuft zudem die Gefahr von Cyberangriffen auf die Impf-Einrichtungen als hoch ein. »Bis die Corona-Pandemie nicht global eingedämmt worden ist, bleiben sie ein attraktives Ziel für Angriffe, denen sowohl wirtschaftliche als auch staatliche Interessen zugrunde liegen können«, heißt es in der Antwort auf die Grünen-Anfrage.

Polizei in London geht gegen illegale Party mit 300 Feiernden vor

12.33 Uhr: Mit einer Hundestaffel und einem Hubschrauber ist die Polizei in London gegen eine illegale Party mit 300 Gästen vorgegangen. Die Beamten seien bei der Feier auf Widerstand gestoßen und hätten eine Tür aufbrechen müssen, teilte die Polizei mit. Noch an Ort und Stelle seien 78 Teilnehmern Strafen in Höhe von je 200 Pfund (rund 225 Euro) wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln aufgebrummt worden. Dutzende Gäste seien über Zäune geflohen.

Einsatzleiter Roy Smith kritisierte die Feiernden scharf. »Die Beamten waren wieder einmal gezwungen, ihre eigene Gesundheit zu gefährden, um es mit einer großen Gruppe unglaublich egoistischer Menschen aufzunehmen, die auf engstem Raum zusammengepfercht waren«, sagte Smith. Auch am vorigen Wochenende hatte die Polizei in London Partys mit Hunderten Teilnehmern aufgelöst.

Wegen der Corona-Pandemie gelten in England weitreichende Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte sind nur in Ausnahmen erlaubt.

Südafrikanische Corona-Variante erstmals in Stuttgart nachgewiesen

12.20 Uhr: In Stuttgart ist erstmals die zunächst in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante B.1.351 nachgewiesen worden. Entdeckt worden sei die Mutation bei einem Ehepaar, das Anfang Januar aus Südafrika nach Stuttgart zurückgekehrt sei, teilte die Landeshauptstadt unter Berufung auf das eigene Gesundheitsamt weiter mit.

Corona-Tests vor der Abreise aus Südafrika und unmittelbar nach der Einreise nach Deutschland seien zunächst zwar negativ ausgefallen. Doch im Laufe der folgenden Quarantäne hätten beide Eheleute milde Krankheitssymptome entwickelt. Abermalige Corona-Tests seien dann positiv ausgefallen. Laboruntersuchungen hätten in der Folge gezeigt, dass sich beide mit der zuerst in Südafrika entdeckten Corona-Variante angesteckt hätten.

Das baden-württembergische Landesgesundheitsamt teilte am Wochenende mit, beide Virusvarianten seien seit Ende Dezember im Südwesten in mehreren Kreisen vereinzelt nachgewiesen worden. Bislang bestehe in allen Fällen ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit Reisen aus dem Vereinigten Königreich oder Südafrika.

Fast 25 Millionen Menschen in USA bisher mit Corona infiziert

11.52 Uhr: In den USA haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr fast 25 Millionen Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt. Die Zahl der bisher registrierten Toten im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf knapp 417.500, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorging.

Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden erreichte am Samstag demnach 3332. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten wurde am 12. Januar mit 4462 verzeichnet. Zudem registrierten die Behörden für Samstag 172.650 Neuinfektionen. Der bisherige Tagesrekord lag am 2. Januar bei 298.031 neuen Fällen.

Das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern verzeichnet in absoluten Zahlen gemessen weltweit die meisten Infektionsfälle und Toten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert.

Angriff auf Polizisten bei Corona-Party

11.30 Uhr: Bei einer Party im Landkreis Osnabrück haben Feiernde Polizisten angegriffen und verletzt. Die Beamten hatten nach einem Hinweis sechs erheblich alkoholisierte Männer zwischen 20 und 44 Jahren in einer Partyhütte in Belm angetroffen, wie die Polizei mitteilte . Die Personen hätten sich unkooperativ und aggressiv gezeigt. Zur Feststellung der Identität sollte ein Partygast den Angaben zufolge mit zur Wache genommen werden. Dieser habe sich geweigert.

Als er zum Streifenwagen geführt werden sollte, griffen vier Männer die Polizisten an, hieß es. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und nahmen alle Feiernden in Gewahrsam. Ein 21-Jähriger habe dabei einen 29 Jahre alten Polizisten so stark am Knie verletzt, dass dieser dienstunfähig gewesen sei. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

77 Ansteckungen mit Südafrika-Virus-Mutation in Großbritannien

10.54 Uhr: In Großbritannien sind nach Angaben von Gesundheitsminister Matt Hancock 77 Ansteckungen mit der in Südafrika aufgetretenen Virusvariante registriert worden. Alle Infizierten stünden mit Reisen aus Südafrika in Verbindung und stünden unter genauer Beobachtung. Mit einer in Brasilien aufgetretenen Virusvariante hätten sich neun Personen angesteckt.

Britische Regierung doch nicht sicher bei tödlicher Virus-Variante

10.21 Uhr: Nach überraschenden Aussagen des britischen Premierministers über eine mögliche höhere Sterblichkeit mit einer Coronavirus-Variante rudert die Regierung nun etwas zurück. Es sei »nicht wirklich sicher, wie tödlich« die Mutation B.1.1.7 ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Studien hätten unterschiedliche Daten ergeben. Das Risiko bestehe aber, dass mehr Menschen wegen der zuerst in Südostengland entdeckten Variante sterben. Erwiesen sei, dass diese sich schneller übertrage.

Boris Johnson hatte am Freitag gesagt, es gebe »einige Hinweise« dafür, dass die neue Variante mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei. Dies betreffe Männer in ihren Sechzigern. Wissenschaftler hatten sich über Johnsons Aussagen verwundert gezeigt. Es lägen noch nicht ausreichend Daten vor.

Der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung für England, Jonathan Van-Tam, forderte auch geimpfte Menschen auf, sich weiter an die Corona-Regeln zu halten. Es sei noch nicht erwiesen, ob die Impfung auch die Übertragung des Virus verhindere. »Wenn Sie ihr Verhalten ändern, könnten Sie das Virus weitergeben, somit die Zahl der Fälle auf hohem Niveau halten und andere gefährden«, schrieb Van-Tam in der Zeitung »Sunday Telegraph«. Mittlerweile erhalten jeden Tag Hunderttausende Menschen eine Dosis, insgesamt sind es bereits mehr als 5,8 Millionen der insgesamt 66 Millionen Einwohner.

Viele Ämter setzten Homeoffice nicht um

10.07 Uhr: Viele Ämter in Deutschland setzen für ihre Beschäftigten kein Homeoffice um. Eine Umfrage der »Welt am Sonntag«  bei 14 großen Städten und 16 Bundesbehörden ergab, dass dort teilweise weniger als die Hälfte der Innendienst-Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten kann.

Am schlechtesten ist demnach die Kieler Stadtverwaltung in Corona-Zeiten für eine Arbeit am heimischen Schreibtisch aufgestellt. Dort können demnach lediglich 17 Prozent der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Schlecht schneiden auch die Stadtverwaltungen von Erfurt (20,4 Prozent), Frankfurt am Main (28 Prozent), Rostock (bis zu 30 Prozent) und Leipzig (33 Prozent) ab. Die befragten Bundesbehörden sind insgesamt etwas besser für Heimarbeit aufgestellt, doch auch dort gibt es Ausreißer wie etwa das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wo 45 Prozent der Mitarbeiter derzeit von zu Hause arbeiten können.

Als Gründe für die Umsetzungsprobleme gaben die Verwaltungen und Behörden überwiegend an, erst kürzlich Arbeitsgeräte wie Laptops und Server bestellt zu haben und nun vor Lieferengpässen zu stehen. Zudem seien viele Akten nach wie vor nicht digitalisiert, was Präsenzarbeit notwendig mache.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sprach von ernsten Versäumnissen. »Natürlich können wir jetzt nicht in wenigen Tagen nachholen, was jahrelang bei der Digitalisierung verschlafen wurde«, sagte Heil der Zeitung. »Aber was machbar ist, muss jetzt gemacht werden.« Die Arbeitsschutzregeln gelten gleichermaßen für öffentliche Behörden und Wirtschaft.

Spahn warnt vor Schuldzuweisungen in Corona-Pandemie

09.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie gewarnt. »Wir sollten aufpassen, dass 2021 nicht das Jahr der Schuldzuweisung wird. Über Fehler und Versäumnisse reden ist wichtig. Aber ohne dass es unerbittlich wird. Ohne dass es nur noch darum geht, Schuld auf andere abzuladen«, sagte Spahn der »Bild am Sonntag«.

Für die hohen Infektionsraten und Todeszahlen in der zweiten Welle der Pandemie tragen nach Spahns Worten Politik und Bürger gemeinsam Verantwortung. »Wir hatten alle zusammen das trügerische Gefühl, dass wir das Virus gut im Griff hätten. Die Wucht, mit der Corona zurückkommen könnte, ahnten wir, wollten es aber in großer Mehrheit so nicht wahrhaben.« Er räumte ein, dass die Bundesregierung und die Länder zu zögerlich bei der Pandemie-Bekämpfung waren: »Wir haben dem Virus zu viel Raum gelassen. Wir hätten schon im Oktober bei geringeren Infektionen härtere Maßnahmen ergreifen müssen.«

Die Aufhebung von Einschränkungen für Geimpfte lehnte Spahn ab, bis es ein Impfangebot für alle Bürger gibt. Es gehe dabei um Solidarität. »Wir haben ein Jahr lang solidarisch diese Pandemie durchgestanden. Jetzt können wir uns die Monate, bis jeder geimpft werden kann, auch noch alle an die Regeln halten.«

Schärfere Kontrollen am Frankfurter Flughafen

Zwei Polizisten gehen durch das Terminal 1 am Flughafen Frankfurt

Zwei Polizisten gehen durch das Terminal 1 am Flughafen Frankfurt

Foto: Andreas Arnold / dpa

09.23 Uhr: Die Bundespolizei am größten deutschen Flughafen Frankfurt intensiviert seit Mitternacht die Kontrollen bei Flügen aus Hochrisikogebieten der Corona-Pandemie. Dabei werden auch die erforderlichen Einreisevoraussetzungen konsequent überprüft, teilte die Bundespolizeidirektion am Samstagabend in Frankfurt mit. Kontrolliert werden sollen vor allem die Einreiseanmeldungen und der Nachweis über einen aktuellen, negativen Corona-Test. Auch am Flughafen München mobilisiert die Bundespolizei nach SPIEGEL-Informationen deutlich mehr Beamte, um alle landenden Passagiere überprüfen zu können.

Die Überprüfungen finden nach Angaben der Bundespolizei in Frankfurt noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle statt – und zwar direkt an den Flugzeugen. Am Sonntag sollen davon voraussichtlich 17 Flüge aus fünf Ländern betroffen sein. Alle Maßnahmen werden demnach in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, der Landespolizei Hessen sowie dem Flughafenbetreiber und den betreffenden Airlines vorgenommen.

Sogenannte Hochinzidenzgebiete sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als Deutschland. Dazu zählen in der Regel Länder mit einem Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche (Deutschland derzeit: 115). Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden. In diese ab Sonntag geltende Kategorie fallen neben anderen Ländern auch Spanien, Portugal, die USA, Tschechien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo, Nordmazedonien und Ägypten.

CDU-Politiker bringt Neuauflage des Corona-Bonus ins Spiel

09.12 Uhr: Der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Jung, erwägt, Corona-Bonuszahlungen von Arbeitgebern auch für die zweite Jahreshälfte steuerfrei zu stellen. »Es gibt gute Gründe dafür, eine solche Regelung auch in diesem Jahr wieder umzusetzen. Darüber werden wir in der Koalition beraten«, sagte Jung der »Welt am Sonntag«. Der Steuerbonus bringe einen Anreiz, herausragenden Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Krise zu honorieren.

Die Möglichkeit einer einmaligen steuerfreien Sonderzahlung von bis zu 1500 Euro pro Mitarbeiter hatte die Politik zu Beginn der Corona-Pandemie beschlossen. Die Frist für die Zahlung wurde inzwischen vom 31. Dezember 2020 auf Ende Juni 2021 verlängert.

Der SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte: »Ich hoffe, dass bis dahin noch etliche weitere Arbeitgeber von der Möglichkeit Gebrauch machen. Dann werden wir Bilanz ziehen und im Lichte der Krisenentwicklung entscheiden, wie es weitergeht.« Der »Welt am Sonntag« zufolge hat fast die Hälfte der 30 Dax-Konzerne den Angestellten eine solche Prämie überwiesen.

Erster inländischer Corona-Fall in Neuseeland seit zwei Monaten registriert

08.39 Uhr: In Neuseeland ist erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder eine inländische Corona-Infektion nachgewiesen worden. Wie die Gesundheitsbehörden des Landes mitteilten, wurde das Coronavirus bei einer 56-Jährigen festgestellt, die vor knapp einem Monat von einer Europareise nach Neuseeland zurückgekehrt war. Den Corona-Test nahm sie demnach zehn Tage nach dem Ende ihrer zweiwöchigen Pflicht-Quarantäne nach der Einreise vor.

Die 56-Jährige war am 30. Dezember von einer viermonatigen Reise durch Europa zurückgekehrt. Nach offiziellen Angaben hielt sie sich vor allem in Spanien und den Niederlanden auf. Nach ihrer Einreise sei sie für zwei Wochen in einem Quarantäne-Hotel isoliert worden, das sie am 13. Januar verlassen habe. Zwei Corona-Tests an der Frau während ihrer Isolation seien negativ ausgefallen.

Die Frau habe bereits Tage vor dem positiven Corona-Test Symptome gehabt, teilten die Behörden weiter mit. Nach ihrer Entlassung aus dem Quarantäne-Hotel seien sie und ihr Mann zudem für mehrere Tage durch die nördlich von Auckland gelegene Region Northland gereist und hätten rund 30 verschiedene Orte besucht. Die Kontaktverfolgung laufe nun auf Hochtouren.

Ob nach dem Aufspüren des Corona-Falls ein Lockdown nötig sei, könne noch nicht entschieden werden, sagte Neuseelands Gesundheitsminister Chris Hipkins vor Journalisten. Der Ursprung der Infektion sowie der Virusstamm seien noch unklar. Geprüft wird nach Behördenangaben nun, ob sich die Frau möglicherweise in dem Quarantäne-Hotel angesteckt haben könnte.

Zuletzt war in Neuseeland am 18. November eine inländische Corona-Infektion nachgewiesen worden. Es ist erst das zweite Mal, dass ein Corona-Test bei einem Reiserückkehrer in Neuseeland positiv ausfiel, nachdem dieser die zweiwöchige Pflichtquarantäne in einem der dafür vorgesehenen Hotels absolviert hat.

Neuseeland gilt weltweit als eines der Vorbilder im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit fünf Millionen Einwohnern weniger als 2000 Infektionen nachgewiesen, 25 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen und 349 neue Todesfälle gemeldet

06.25 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,01 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Protestaktion: Tschechische Wirte widersetzen sich Corona-Shutdown

00.30: In Tschechien hatten am Samstag landesweit Kneipen und Restaurants aus Protest gegen die Shutdown-Bestimmungen geöffnet. Mitgemacht haben aber weniger als erwartet – die Polizei führte landesweit Kontrollen durch. Lesen Sie hier mehr dazu.

fek/kfr/kha/dpa/AFP/Reuters
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