Corona-News am Mittwoch Kinder-Impfstoff könnte vor Weihnachten kommen

Die Zulassung sei noch im November zu erwarten. Zum 20. Dezember rechnet das Bundesgesundheitsministerium damit, dass die ersten Impfdosen für Kinder verfügbar sind. Das war der Überblick am 17. November.
In Österreich gibt es in Wien seit Mitte November bereits eine Impfstraße für Kinder von fünf bis elf Jahren

In Österreich gibt es in Wien seit Mitte November bereits eine Impfstraße für Kinder von fünf bis elf Jahren

Foto: Georges Schneider / photonews.at / IMAGO

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+++ Kinder-Impfstoff könnte vor Weihnachten kommen +++

21.35 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass ein Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wohl bis kurz vor Weihnachten verfügbar sein könnte. Eine mögliche Zulassung für diese Altersgruppe könne für den Impfstoff von Biontech noch im November erwartet werden, heißt es in einem Bericht des Ressorts zu den Bund-Länder-Beratungen an diesem Donnerstag. »Erstmalig verfügbar in Deutschland wird dieser Kinderimpfstoff vorbehaltlich der Zulassung voraussichtlich ab dem 20. Dezember 2021 sein.« Zuerst berichtete das Nachrichtenportal »ThePioneer« darüber.

Über die Verteilung der ersten angekündigten Lieferung von rund 2,4 Millionen Dosen will das Ministerium demnach in den kommenden Tagen mit den Ländern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pharma-Großhandel beraten. Impfungen bei Kindern sind bisher erst ab zwölf Jahren möglich. Insgesamt gibt es 9,2 Millionen Kinder unter zwölf Jahren, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.

Nach steigenden Fallzahlen: Belgien führt mehrtägige Homeoffice-Pflicht ein

21.45 Uhr: Mit verschärften Corona-Maßnahmen will Belgien einen neuen Lockdown verhindern. Angesichts drastisch steigender Fallzahlen gilt von Samstag an wieder eine Homeoffice-Pflicht für vier Tage die Woche, wie die Regierung am Mittwoch ankündigte. Auch die Impfkampagne soll noch einmal an Fahrt aufnehmen: Wer bereits geimpft ist, soll künftig eine dritte Dosis erhalten können. »Der Konzertierungsausschuss hat sich für maximale Vorsicht entschieden«, sagte Premierminister Alexander De Croo. Zudem wird die Maskenpflicht ausgeweitet.

Die Corona-Lage in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohner hatte sich zuletzt erheblich zugespitzt. Nach jüngsten Daten wurden innerhalb von 14 Tagen 1116 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gezählt – ein Zuwachs um 38 Prozent. Die Zahl der Patienten, die täglich mit einer Covid-Erkrankung ins Krankenhaus kommen, stieg zuletzt um 59 Prozent. Auch die Intensivstationen werden immer voller. 75 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft.

Arbeitgeber zweifeln an Umsetzbarkeit von 3G-Regeln am Arbeitsplatz

21.37 Uhr: Die Arbeitgeber fürchten wegen der geplanten 3G-Regeln am Arbeitsplatz zusätzliche Belastungen. »Die Umsetzung einer täglichen Test- und Dokumentationspflicht wird die Betriebe in ihrem Betriebsablauf vor erhebliche Herausforderungen stellen«, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der »Welt« (Mittwoch). »Es ist daher wünschenswert, dass das Bundesarbeitsministerium von seiner Möglichkeit Gebrauch macht, diese Dokumentationspflichten – z.B. wie in Österreich – stichprobenartig auszugestalten.«

Denkbar sei auch, dass Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ein negatives Testergebnis in elektronischer Form vorlegen müssten und dieser das entsprechend verarbeiten könne. Die Regelung im neuen Infektionsschutzrecht sei eindeutig: »Testen ist keine Arbeitszeit und hat vor Arbeitsantritt zu erfolgen«, sagte Kampeter. »Die Kosten der Tests dürfen Betriebe nicht vor neue Belastungen stellen und nicht über die ohnehin schon bestehenden Verpflichtungen, Testangebote zu machen, hinausgehen.«

An diesem Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen beschließen, die neue Alltagsauflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bringen, darunter Testvorgaben am Arbeitsplatz. Wenn im Betrieb »physischer Kontakt« zu anderen nicht ausgeschlossen werden kann, soll der Zutritt nur noch mit Impf-, Genesenen- oder tagesaktuellem Test (oder maximal 48 Stunden altem PCR-Test) möglich sein. Firmen sollen das täglich kontrollieren.

RKI-Präsident fordert Impfungen in Apotheken

20.50 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, will das Impf-Tempo durch Corona-Impfungen in Apotheken erhöhen. »Wir sind in einer Notlage, und in einer Notlage muss man bestimmte Dinge großzügig gestalten«, sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Deshalb sei er ganz klar dafür, dass unter anderem Apotheker impfen sollten.

Die Booster-Impfungen seien umfänglich. »Je schneller geimpft wird, desto besser.« Es brauche jedes niedrigschwellige Angebot. »Sonst kriegen wir diese Krise nicht in den Griff.«

Zugleich plädierte Wieler für die 2G-Regeln (geimpft und genesen). »Wir dürfen denen, die sich nicht impfen lassen, wirklich nicht die Chance geben, der Impfung zu umgehen, zum Beispiel, indem sie sich freitesten lassen.« Momentan laufe Deutschland auf eine »ernste Notlage« zu. »Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht handeln.«

Montgomery: »Die anderen Länder machen es uns vor – und führen uns vor«

19.58 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, mehr Tempo bei Entscheidungen von der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefordert. Die leiste zwar prinzipiell sehr gute Arbeit, »aber sie hätte sich auch ein bisschen mehr beeilen können«, sagte Montgomery am Mittwoch dem Fernsehsender Phoenix. »Man muss manchmal auch von seinem wissenschaftlichen Pferd heruntersteigen, um schnell der Bevölkerung zu helfen.«

Ständig sei man gegenüber anderen Ländern wie Israel, den USA und England im Hintertreffen und vollziehe die dort getroffenen Entscheidungen mit etlicher Verzögerung, sagte Montgomery. »Darüber muss die Stiko nachdenken, ob sie nicht ein schnelleres Verfahren findet, denn die anderen Länder machen es uns vor – und führen uns vor.«

Bisher empfiehlt die Stiko Auffrischungsimpfungen überwiegend für Menschen ab 70, für Menschen mit Immunschwäche, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal. Die Politik und etliche andere Fachleute dringen angesichts stark gestiegener Infektionszahlen indes auf Booster-Impfungen für alle ab 18. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hatte am Dienstagabend in der ZDF-Sendung »Markus Lanz« eine entsprechende baldige Ausweitung der Empfehlung in Aussicht gestellt.

Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse künftig mit den Folgen leben, dies könne bis zum Arbeitsplatzverlust gehen, sagte Montgomery dem Sender. »Diese Impfungen sind die risikoärmsten, bestwirkenden, harmlosesten Impfungen, die wir jemals gehabt haben«, sagte Montgomery. Eine Ablehnung sei rational nicht nachvollziehbar.

Özlem Türeci und Uğur Şahin mit Zukunftspreis 2021 ausgezeichnet

19.31 Uhr: Die Corona-Impfstoffentwickler von Biontech werden mit einer der bedeutendsten Ehrungen der deutschen Wissenschaft gewürdigt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh dem Team um die Firmengründer Özlem Türeci und Uğur Şahin am Mittwoch den Deutschen Zukunftspreis 2021. Sie hätten es in einer beispiellos kurzen Zeit geschafft, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln und mit abgeschlossenen Studien bis zur Zulassung zu bringen.

Die Auszeichnung für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert. Voraussetzung für den Zukunftspreis ist aber nicht nur die Innovation: Das Produkt muss auch bereits zur Marktfähigkeit entwickelt sein. Schon die Nominierung gilt in Wissenschaftskreisen als hohe Auszeichnung.

Biontech hatte als eines der ersten Unternehmen zusammen mit dem US-Pharmariesen Pfizer einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Mit dem mRNA-Impfstoff gab das Mainzer Unternehmen nicht nur der Impfkampagne weltweit einen enormen Schub, sondern begründete auch eine neue Ära in der Medizin.

Schwesig will mit Länderkollegen in Corona-Krise über 2G plus reden

19.07 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) will auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag sowohl über das Hochfahren der Impf-Infrastruktur als auch über neue Coronaregeln reden. Es sei darüber zu diskutieren, dass für Innenbereiche, in denen viele Menschen zusammenkämen und Abstands- und Hygieneregeln schwer einzuhalten seien, zur 2G-plus-Regel übergegangen werden sollte.

»Bei diesen Veranstaltungen sind dann nur Geimpfte und Genesene mit Test zugelassen«, sagte Schwesig im Vorfeld des Treffens. So könnten auch in Zukunft große Veranstaltungen stattfinden und zugleich die Ansteckungsgefahr weiter verringert werden.

Die Infrastruktur für das Impfen muss laut Schwesig im ganzen Land wieder hochgefahren werden. »Die ganz klare Erwartung der Länder ist, dass der Bund sich auch weiter an den Kosten beteiligt.« Mecklenburg-Vorpommern werde zudem darum bitten, wieder auf die Bundeswehr als Helfer zurückgreifen zu können.

US-Regierung: 2,6 Millionen Fünf- bis Elfjährige gegen Corona geimpft

18.52 Uhr: In den USA sind nach Angaben der Regierung bislang rund 2,6 Millionen Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients. Damit hätten bereits etwa zehn Prozent aller Kinder der Altersgruppe ihre erste Impfspritze erhalten – innerhalb der ersten zehn Tage, in denen die Impfkampagne für Mädchen und Jungen dieses Alters in vollem Umfang laufe. Impfungen für Kinder würden inzwischen an 30.000 Standorten im Land angeboten. In der vergangenen Woche seien es noch 20 000 Standorte gewesen. Das Tempo der Impfkampagne für Kinder habe deutlich zugenommen, sagte Zients.

Kliniken in fünf bayerischen Bezirken müssen OPs verschieben

Bayerns Intensivstationen kommen an ihre Grenzen (Archivbild aus der Asklepios Klinik in Gauting)

Bayerns Intensivstationen kommen an ihre Grenzen (Archivbild aus der Asklepios Klinik in Gauting)

Foto: Peter Kneffel / dpa

18.33 Uhr: Wegen der schnell steigenden Zahl der Corona-Intensivpatienten müssen Krankenhäuser in fünf der sieben bayerischen Regierungsbezirke alle aufschiebbaren Operationen auf einen späteren Zeitpunkt legen. In Oberbayern  erließ die Regierung eine entsprechende Anweisung. In Niederbayern, Schwaben sowie Mittel- und Oberfranken haben dies die örtlichen Krankenhauskoordinatoren übernommen. Ausgenommen sind bislang Unterfranken und die Oberpfalz, auch dort beobachten die Regierungen die Lage jedoch genau.

Damit soll verhindert werden, dass die Krankenhäuser der Behandlung der Patienten nicht mehr Herr werden. In ganz Bayern ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten in den vergangenen Wochen sehr schnell gestiegen: Am 1. September waren es laut Intensivregister 169, am 1. Oktober 262, am 1. November 437 – und nun innerhalb von zwei Wochen noch einmal nahezu eine Verdopplung. In Oberbayern gilt die Anweisung bis 10. Januar für die sogenannten Corona-Schwerpunktkliniken. Viele Krankenhäuser können mangels Behandlungsmöglichkeiten oder wegen anderer medizinischer Schwerpunkte ohnehin keine Corona-Intensivpatienten aufnehmen.

Expertengremium bewertet Österreichs Maßnahmen als »aktuell unzureichend«

18.15 Uhr: Die jüngsten Corona-Maßnahmen in Österreich sind laut dem Prognose-Gremium des Gesundheitsministeriums zu schwach. Die Expertinnen und Experten bewerteten am Mittwoch insbesondere das Zugangsverbot für Ungeimpfte in der Gastronomie sowie die von der Regierung propagierten Auffrischungsimpfungen. »Das Bremspotenzial dieser Maßnahmen ist aber aktuell unzureichend, um kurzfristig eine nachhaltige Senkung der Inzidenzen herbeizuführen«, hieß es in der neuesten wöchentlichen Prognose.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Intensivstationen in den westlichen Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg und Tirol in zwei Wochen an ihre Auslastungsgrenzen stoßen, bewerteten die Prognostiker mit 80 bis 97,5 Prozent.

Berlin verkürzt Zeitraum für Auffrischimpfungen

17.54 Uhr: In Berlin können Menschen ihren Impfschutz künftig schon fünf statt sechs Monate nach ihrer letzten Impfung auffrischen lassen. Dazu sei eine Landesregelung für die sogenannte Booster-Impfung getroffen worden, hieß es am Mittwoch aus der Gesundheitsverwaltung. Die Regelung gilt von Donnerstag an.

80 Prozent der US-Bürger ab zwölf mindestens einmal geimpft

17.30 Uhr: In den USA sind nach Angaben der Regierung inzwischen 80 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das sei ein vielversprechender Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie, sagt der Koordinator des Präsidialamtes für den Kampf gegen die Corona-Pandemie, Jeff Zients. Zudem würden 2,6 Millionen Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren bis Ende des Tages ihre erste Impfdosis erhalten.

In den Niederlanden gehen die Tests aus

17.23 Uhr: Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben erklärt, dass ihnen die COVID-19-Tests ausgehen, da in den Niederlanden den zweiten Tag in Folge mehr als 20.000 neue Coronavirus-Fälle registriert wurden, die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. »Wir stoßen an die Grenzen unserer Kapazität«, sagte Jaap Eikelboom, Leiter des COVID-19-Betriebs beim nationalen Gesundheitsdienst.

Der Dienst erklärte, er arbeite daran, die Testkapazitäten inmitten einer neuen Welle zu erweitern, die die Gesundheitsbehörden und die Regierung von Ministerpräsident Mark Rutte unvorbereitet getroffen hat. Rund 85 % der erwachsenen niederländischen Bevölkerung sind vollständig geimpft.

Lindner offen für Impfpflicht in Pflegeheimen

16.57 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schließt eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und Einrichtungen nicht aus. »Da sind wir offen in dieser Frage«, sagte Lindner am Mittwoch beim »Wirtschaftsgipfel« der »Süddeutschen Zeitung« in Berlin. Die FDP-Fraktion werde kurzfristig eine Expertenanhörung durchführen zu der Frage, ob eine solche Maßnahme – etwa in Pflegeeinrichtungen – verhältnismäßig und verantwortungsethisch begründbar sei.

Einen flächendeckenden Lockdown zu Weihnachten mit Ausgangssperren und Ladenschließungen kann sich Lindner nach eigenen Worten hingegen nicht vorstellen. »Wir müssen alles tun, um überhaupt die Notwendigkeit, an eine solche Maßnahme zu denken, zu verhindern.« Als Beispiele nannte der FDP-Chef die geplanten 2G-Regelungen sowie ein höheres Tempo beim sogenannten Boostern: »Gerade bei den Auffrischungsimpfungen müssen wir jetzt alle Kapazitäten des Gesundheitswesens nutzen.«

Christian Lindner

Christian Lindner

Foto: JOHN MACDOUGALL / AFP

Stanišić fällt beim FC Bayern nach einem positiven Coronatest aus

16.18 Uhr: Beim FC Bayern München gibt es vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Augsburg den nächsten Ausfall wegen eines positiven Coronatests. Verteidiger Josip Stanišić befindet sich laut Angaben des deutschen Fußball-Rekordmeisters in häuslicher Isolation. Es gehe ihm gut, teilte der FC Bayern nach der Infektion des demnach vollständig geimpften Spielers mit.

Stanišić hatte am Sonntag mit der kroatischen Nationalmannschaft 1:0 gegen Russland gewonnen. Dabei war er in der Schlussphase eingewechselt worden. Laut Medien sind auch zwei Mitglieder des Münchner Betreuerstabes positiv getestet worden. Darüber machte der Verein keine Angaben.

Stanišić ist der nächste Verteidiger, der beim FC Bayern wegen eines positiven Coronatests gestoppt wird. Zuletzt hatte der Fall um Nationalspieler Niklas Süle für Wirbel gesorgt. Außer Süle mussten auch die Kontaktpersonen Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Eric Maxim Choupo-Moting in Quarantäne.

Gnabry und Musiala trainierten bereits am Dienstag wieder mit der Mannschaft, als Kimmich laut Verein »aufgrund einer privaten Angelegenheit« fehlte. Choupo-Moting freute sich mit der Nationalmannschaft Kameruns dank eines 1:0-Sieges gegen die Elfenbeinküste über die Qualifikation für die dritte Runde.

Politiker anderer Parteien skeptisch bezüglich Impfprämienvorschlags aus der Linken

16.09 Uhr: Politikerinnen und Politiker aus CDU, SPD und FDP haben sich skeptisch zu einem neuen Vorstoß der Linken geäußert, die stagnierende deutsche Impfkampagne mit einer Impfprämie voranzubringen. »Dass der Staat Prämien bezahlen soll für den persönlichen Gesundheitsschutz, das halte ich für einen Dammbruch«, sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich dem Nachrichtenportal t-online. Er betrachte die 2G-Regel als ausreichenden Anreiz, sich impfen zu lassen. Fraktionsvize Stephan Stracke sagte, jeder Unentschlossene habe »die Gelegenheit, sich sofort impfen zu lassen«. Eine Impfprämie sei deswegen »kein vorrangiges Thema«.

Der Linken-Finanzpolitiker Christian Görke hatte vorgeschlagen, allen Bürgern 300 Euro für den ersten vollständigen Impfschutz und 200 Euro für die Auffrischung zu zahlen. Auch Menschen, die schon längst geimpft sind, sollen demnach rückwirkend von dem Geld profitieren.

Auch bei SPD und FDP stößt die Forderung jedoch bislang nicht auf Zustimmung. »Es widerstrebt mir aufs Äußerste, dass ich jemanden bezahlen soll, damit er sich impfen lässt«, sagte SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar. Schließlich schütze man mit der Impfung sich selbst und die Gemeinschaft. Unabsehbar seien die Folgen einer solchen Maßnahme für andere Impfkampagnen wie Grippe oder Pneumokokken.

Die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus sagte: »Selbstverständlich sind Impfanreize wichtig.« Sie dürften allerdings bereits Geimpfte nicht benachteiligen. Eine geldwerte Zuwendung halte sie aber nicht für richtig. Das größere Problem sei in den bislang nicht geimpften Zielgruppen ohnehin die Verbreitung von Falschinformationen.

Novavax beantragt EU-Zulassung für seinen Impfstoff

15.54 Uhr: Der US-Pharmakonzern Novavax hat für seinen Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union beantragt. Die in Amsterdam ansässige EU-Arzneimittelbehörde (EMA) teilte mit, sie habe bereits mit der Prüfung begonnen und werde voraussichtlich in »einigen Wochen« eine Entscheidung bekanntgeben. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der für die Immunisierung also abgetötete Bestandteile des neuartigen Coronavirus enthält.

Altmaier dringt auf Verlängerung von Corona-Wirtschaftshilfen

15.47 Uhr: Kurz vor Beratungen von Bund und Ländern dringt der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf eine Verlängerung von Wirtschaftshilfen. Altmaier sagte in Berlin: »Ich plädiere weiter für eine Verlängerung der Wirtschaftshilfen bis Ende März 2022. Die Lage ist ernst, und die Unsicherheit in der Wirtschaft wächst. Daher müssen wir einem Fadenriss bei den Hilfen vorbeugen und die Hilfen verlängern.« Die Überbrückungshilfen als direkte Zuschüsse, die KfW-Kredite sowie das Kurzarbeitergeld nannte Altmaier einen zentralen und wirksamen Instrumentenmix, um Wirtschaft und Arbeitsplätze zu sichern.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Überbrückungshilfe III Plus, das zentrale Kriseninstrument der Bundesregierung, ist bislang bis Ende 2021 befristet. Über die Verlängerung laufen dem Vernehmen nach Verhandlungen zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium sowie Fachpolitikern der möglichen neuen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Am Donnerstag beraten Bund und Länder über den weiteren Kurs in der -Krise angesichts steigender Inzidenzzahlen.

Bundespolizei erwartet längere Wartezeiten am Flughafen Frankfurt

15.33 Uhr: Die Bundespolizei hat Passagiere vor längeren Wartezeiten am Frankfurter Flughafen gewarnt. In den kommenden Tagen könnten höhere Passagierzahlen und bestehende Einschränkungen dazu beitragen, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch. Hintergrund ist unter anderem die starke Nachfrage nach Flugreisen in die USA, wo in der kommenden Woche der Thanksgiving-Feiertag ansteht.

Man arbeite mit Hochdruck daran, den erforderlichen Personalbedarf an den Kontrollstellen abzudecken, hieß es bei der Bundespolizei, die dafür üblicherweise private Dienstleister beauftragt. Problematisch sind starke Schwankungen beim Passagieraufkommen im Tagesverlauf. In den frühen Morgenstunden und am Vormittag lägen die Fluggastzahlen teilweise bereits über dem Niveau vor der Pandemielage.

Die Bundespolizei verzichtete auf eine konkrete Zeitangabe, wie viel Vorlauf die Passagiere am Flughafen einplanen müssen. Geringe Handgepäckmengen, griffbereite Papiere zum Status und die genaue Beachtung der Flüssigkeitsbeschränkungen seien hilfreich.

Großrazzia mit Festnahmen wegen gefälschter Impfpässe in Hessen

15.11 Uhr: Die Polizei in Hessen ist mit einer Großrazzia gegen Fälschungen von Impfpässen vorgegangen. Dabei seien am Mittwoch die beiden mutmaßlichen Fälscher sowie zehn der mutmaßlichen Käufer gefälschter Impfpässe vorläufig festgenommen worden, teilten das hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Darmstadt mit. Insgesamt durchsuchten demnach 200 Einsatzkräfte 23 Objekte.

Den Ermittlern zufolge besteht der Verdacht der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung. Außer in Kommunen in Hessen - darunter Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Frankfurt am Main und Kassel - durchsuchten Ermittler auch Objekte in den baden-württembergischen Städten Heidelberg und Karlsruhe.

Es habe sich bei Ermittlungen der Verdacht ergeben, dass ein 36-Jähriger aus Bickenbach Impfpässe gefälscht und zusammen mit dem zweiten Hauptverdächtigen, einem 42-Jährigen aus Mörfelden-Walldorf, verkauft habe. Dieser Verdacht habe sich in weiteren Ermittlungen erhärtet, demnach handelten die beiden mit gefälschten Impfpässen und QR-Codes.

Es sei von mindestens 300 Fälschungen auszugehen, die für hundert bis 400 Euro verkauft worden seien. 20 mutmaßliche Käufer seien identifiziert worden. Von den mutmaßlichen Käufern seien 15 am Mittwoch vor Ort angetroffen und vorläufig festgenommen worden.

Josip Stanisic (links)

Josip Stanisic (links)

Foto: Boris Streubel / Getty Images

Offenbar drei positive Fälle beim FC Bayern München

15.02 Uhr: Beim deutschen Fußball-Rekordmeister gab es am Mittwoch drei neue COVID-19-Fälle. Neben Verteidiger Josip Stanisic wurden zwei Mitglieder des Betreuerstabes positiv getestet. Das melden mehrere Medien übereinstimmend. Der FC Bayern wollte dies zunächst nicht kommentieren.

Stanisic wurde nach seiner Rückkehr von der kroatischen Nationalmannschaft positiv auf das Virus getestet. Der 21-Jährige, der doppelt geimpft ist, befindet sich bereits in Quarantäne und ist symptomfrei. Am Sonntag hatte er mit dem WM-Zweiten gegen Russland (1:0) als Einwechselspieler das Katar-Ticket gelöst.

Stanisic ist nach Nationalspieler Niklas Süle der zweite aktuelle Corona-Fall in der Profimannschaft der Bayern, die am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) zum Bundesliga-Derby beim FC Augsburg gastieren. Gerade erst hatten sich Süles Kontaktpersonen Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting freitesten können.

Das Quartett soll in Augsburg zur Verfügung stehen, darf aber wegen der 2G-Regelung nicht mit den Kollegen im dortigen Teamhotel wohnen. Süle ist noch in Quarantäne und muss weiter passen.

Arbeitgeber und Gewerkschaften rufen zu Impfungen auf

14.13 Uhr: In einem gemeinsamen Appell haben Arbeitgeber und Gewerkschaften die Beschäftigten angesichts der "sehr ernsten Lage" in der Pandemie zu Impfungen aufgerufen. "Impfen ist und bleibt der Königsweg aus der Pandemie", heißt es in einer Erklärung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Ziel müsse es sein, die Impfkampagne weiter voranzutreiben.

Neben den weiter dringend notwendigen Impfungen von bislang ungeimpften Personen seien es in der gegenwärtigen Phase der Pandemie insbesondere Auffrischimpfungen, die ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie leisten könnten, hieß es am Mittwoch. Am Donnerstag beraten Bund und Länder über den weiteren Kurs in der Pandemie, zuvor stimmt der Bundestag über Änderungen am Infektionsschutzgesetz ab. Vorgesehen ist unter anderem eine 3G-Regel am Arbeitsplatz.

Sachsen erreicht Überlastungsstufe

13.53 Uhr: Sachsen hat die Corona-Überlastungsstufe bei seinen Krankenhausbetten offiziell erreicht. Damit gelten ab Freitag verschärfte Regeln und Kontaktbeschränkungen. Wegen der drastisch gestiegenen Infektionszahlen will die Landesregierung zudem am Freitag vorzeitig eine neue Corona-Schutzverordnung beschließen. Diese würde dann ab Montag nächster Woche gelten. Sachsen hat mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 742,2 den mit Abstand höchsten Wert aller Bundesländer.

Als Überlastungsstufe sind im Freistaat 1300 mit Corona-Patienten belegte Betten auf den Normalstationen der Krankenhäuser festgelegt. Wird der Wert an drei Tagen hintereinander erreicht, treten ab dem übernächsten Tag verschärfte Vorschriften in Kraft. Der Wert lag am Montag bei 1391, am Dienstag bei 1524 – heute bei 1520.

Von Freitag an dürfen sich somit Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer weiteren Person treffen; Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Das 2G-Modell (geimpft oder genesen) gilt dann auch im Einzelhandel. Davon ausgenommen sind etwa Supermärkte oder Drogerien.

FDP und Linke werfen amtierender Regierung Versagen in Corona-Krise vor

13.52 Uhr: Politikerinnen von FDP und Linkspartei haben der noch amtierenden Bundesregierung von Union und SPD Untätigkeit angesichts der wieder massiv verschärften Corona-Lage vorgeworfen. »Geschäftsführend ist kein Synonym für untätig«, sagte die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus dem Portal »Watson«. Sie erwarte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Regierung, »das Land auch geschäftsführend zu führen«.

»Es war abzusehen, dass die Zahlen im Herbst und Winter steigen würden«, sagte Aschenberg-Dugnus weiter. Leider habe aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) »nicht vorausschauend gehandelt«.

Linken-Parteichefin Janine Wissler warf der geschäftsführenden Bundesregierung »extremes Versagen« vor. Aus Sicht der Bevölkerung sei die Einschätzung nachvollziehbar gewesen, mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen sei Corona weitgehend vorbei. Für die Bundesregierung gelte dies jedoch nicht, denn sie »kannte die Impfquoten und hatte Zugang zu wissenschaftlichen Modellen für die Ausbreitung des Virus«.

»Man hat sich in einer falschen Sicherheit gewiegt«, kritisierte Wissler. Die Regierung habe ungeachtet wieder steigender Infektionszahlen »praktisch nichts unternommen«, sondern »sogar in die beginnende vierte Welle hinein weiter gelockert«.

Studie zeigt starken Rückgang des Impfschutzes bei Älteren

13.22 Uhr: Immer mehr Studien weisen auf einen Rückgang des Impfschutzes vor schweren Corona-Verläufen nach mehreren Monaten hin. So nimmt der Schutz einer schwedischen Untersuchung zufolge nach einem halben Jahr stark ab. Deutsche Fachleute warnen zwar vor einer Überbewertung dieser schwedischen Ergebnisse, sehen aber grundsätzlich einen Trend bestätigt, auf den auch andere Studien hindeuten. Booster bei Risikogruppen auf breiter Front seien wichtig.

Ein Team um Peter Nordström von der Universität Umea hatte schwedische Daten von mehr als 800.000 Geimpften und genauso vielen Ungeimpften ausgewertet. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass der anfangs sehr gute Schutz vor symptomatischen Infektionen nach mehreren Monaten deutlich nachlässt. Beim Biontech/Pfizer-Impfstoff, den in Deutschland mit Abstand die meisten geimpften Menschen erhalten haben, ist er nach rund sieben Monaten demnach kaum noch gegeben. Bei der Studie handelt es sich um ein sogenanntes Preprint, das noch nicht von Fachleuten begutachtet und in einem Fachjournal erschienen ist.

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Mit Blick auf schwere Verläufe – also Klinikeinweisungen und Todesfälle – sinkt die Effektivität über alle Impfstoffe hinweg von anfangs 89 Prozent auf 42 Prozent nach sechs Monaten. Der Effekt sei besonders bei gebrechlichen älteren Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen zu beobachten. Den schwedischen Forschern zufolge untermauern ihre Ergebnisse die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen – insbesondere für Hochrisikogruppen.

Sebastian Ulbert, Impfstoffexperte vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, warnt: »Man kann sich auf solche Prozentzahlen nicht festnageln«. Zu viele Parameter spielten bei der Durchführung einer solchen Datenbank-basierten Untersuchung eine Rolle. Dennoch sei mittlerweile klar, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlasse – insbesondere bei älteren Menschen und Vorerkrankten. Diese müssten schnell eine Auffrischungsimpfung bekommen.

13 Corona-Fälle beim Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Magdeburg

13.08 Uhr: Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg muss aufgrund zahlreicher Corona-Fälle das Spiel an diesem Samstag beim FSV Zwickau absagen. »Die Auswertung einer umfangreichen PCR-Testung der gesamten Mannschaft, des Trainerstabs und des direkten Mannschaftsumfeldes ergab am Dienstag insgesamt 13 positive Covid-19-Befunde«, teilte der FCM am Mittwoch mit. Da alle Spieler geimpft oder genesen sind, gab es laut Verein bisher ausschließlich milde Krankheitsverläufe.

Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Magdeburg befinden sich die betroffenen Spieler und die direkten Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. Die Partie in Zwickau wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach einem FCM-Antrag abgesagt. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Für die kommenden Tage ist eine weitere umfangreiche PCR-Testung für die gesamte Mannschaft, den Trainerstab und das direkte Mannschaftsumfeld geplant.

Auch beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gab es vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag mehrere Corona-Infektionen. Das gab der Club bekannt. Nachdem es bei einer der regelmäßig durchgeführten Testungen zu Auffälligkeiten kam, veranlasste der FCK umgehend eine PCR-Testung bei Spielern und im Mannschaftsumfeld. Hierbei wurden mehrere positive Corona-Befunde ermittelt, wie es hieß. Zahlen oder Namen nannte der FCK nicht.

Lauterbach: »Die Stiko sollte klar festlegen, welche Gruppe als nächstes dran ist«

13.01 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre Empfehlung für Booster-Impfungen mit einer Priorisierung zu koppeln. »Wenn wir ohne Einschränkungen den Booster für alle öffnen, legen wir die Priorisierung in die Hände der Praxen. Bei 30.000 Arztpraxen bedeutet das 30.000 unterschiedliche Priorisierungen«, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Seine Forderung für Auffrischungsimpfungen ab 18 Jahren: »Die Stiko sollte klar festlegen, welche Gruppe als nächstes dran ist.«

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hatte eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt. Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage in der ZDF-Sendung »Markus Lanz« am Dienstagabend machte Mertens klar, dass die Empfehlung »bis 18« gesenkt werden könnte.

Der Vorschlag von Lauterbach lautete: »Aus meiner Sicht müssen die über 70- und 60-Jährigen priorisiert werden, dann auch die über 50-Jährigen.« Da sich der vollständige Schutz der Booster-Impfung erst nach zwei Wochen entfalte, sollten man »schnell die über 50-Jährigen impfen, um sie für die nächsten Wochen zu schützen«.

Lauterbach sagte, er rechne damit, dass die Stiko die dritte Impfung bereits fünf Monate nach der zweiten Impfung empfehlen werde. Bei allen weiteren Auffrischungsimpfungen würde aber ein größerer Abstand genügen. »In Zukunft wird das Intervall für eine Auffrischung deutlich größer sein, da wir einen deutlichen Antikörperanstieg und andere verbesserten Abwehrmechanismen nach der dritten Impfung sehen.«

Biontech-Gründer sollen Mainzer Ehrenbürger werden

12.48 Uhr: Mainz will den beiden Biontech-Gründern die Ehrenbürgerwürde verleihen. Das Ehepaar Uğur Şahin und Özlem Türeci sollen damit für ihre wissenschaftliche Leistung vor allem bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs ausgezeichnet werden, wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) mitteilte. Als dritter Wissenschaftler wurde Biontech-Mitgründer und -Aufsichtsrat Christoph Huber für die Ehrung vorgeschlagen. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am 24. November darüber entscheiden. Im Ältestenrat habe es am Mittwoch einstimmige Unterstützung dafür gegeben. Die offizielle Verleihung der Ehrenbürgerwürde soll dann im März stattfinden.

Ebling erklärte, die Mainzerinnen und Mainzer seien stolz, dass sie mit Biontech »einen Leuchtturm der Wissenschaft und Medizin« in ihrer Stadt hätten. Von Mainz gehe die Hoffnung aus, mit der neuen mRNA-Technologie künftig auch völlig neue Therapien »gegen andere Geißeln der Menschheit, wie etwa Krebs, in den Händen zu halten«. Biontech hat seinen Hauptsitz in Mainz und ist der größte Steuerzahler in der Landeshauptstadt.

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg beschränken private Zusammenkünfte mit Ungeimpften

12.42 Uhr: Schleswig-Holstein verschärft vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Dabei werden auch Kontakte eingeschränkt: Private Zusammenkünfte innerhalb geschlossener Räume sind in dem Bundesland von Montag an nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig, wie die Landesregierung in Kiel ankündigte.

Zudem sollen Ungeimpfte von Montag an keinen Zutritt mehr zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt erhalten. Ausnahmen gelten für Friseure und medizinische und pflegerische Dienstleistungen. Schüler müssen in dem Bundesland von Montag an im Unterricht wieder eine Maske tragen.

Auch in Baden-Württemberg gibt es verschärfte Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Mit dem Inkrafttreten der Corona-Alarmstufe sind dort seit Mittwoch Treffen nur noch für einen Haushalt und eine weitere Person erlaubt. Ausgenommen sind davon Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sowie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Martina Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg

Foto: Berney Ardov / dpa

DFB-Frauen beim Impfen laut Voss-Tecklenburg »sehr gut unterwegs«

12.33 Uhr: Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist mit dem Impfstatus ihrer Nationalspielerinnen vor den letzten beiden Länderspielen des Jahres zufrieden. »Wir sind sehr, sehr gut unterwegs, so viel kann ich sagen«, sagte Voss-Tecklenburg bei einer digitalen Medienrunde, ohne nach dem jüngsten Corona-Wirbel beim Männer-Nationalteam konkrete Zahlen zu nennen.

In der Debatte über eine Impfpflicht für Fußballprofis erkennt die Bundestrainerin rechtliche Schwierigkeiten und hofft auf Klarheit durch die Politik, zugleich betonte sie: »Da wo Menschen zusammenkommen, haben wir einfach noch größere Verantwortlichkeiten.«

Ihre eigene Position zum Umgang mit der Pandemie formulierte die 53-Jährige in aller Klarheit: »Ich bin geimpft, ich bin für die Impfkampagne, ich bin dafür, dass wir uns gegenseitig unterstützen und schützen, aber das ist meine persönliche Meinung.«

Merkel fordert dringende Klärungen in Bund-Länder-Runde

12.00 Uhr: Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dringende Klärungen zur Eindämmung der Infektionen bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen eingefordert. Die gegenwärtige Pandemie-Lage sei dramatisch, sagte Merkel in einer per Video zugeschalteten Rede bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags am Mittwoch in Erfurt. »Die vierte Welle trifft unser Land mit voller Wucht.« Die Beratungen mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag seien »überfällig«, machte Merkel deutlich.

Konkret forderte sie, eine Marke festzulegen, ab welcher Klinikbelastung zusätzliche Eindämmungsmaßnahmen greifen müssen. Ohne einen Schwellenwert bliebe der vereinbarte Index für die Zahl der aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen »ein zahnloser Tiger«. Es wäre aber »eine Katastrophe«, erst dann zu handeln, wenn die Intensivstationen voll seien.

Angela Merkel

Angela Merkel

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Entscheidend sei außerdem, bei den Impfungen voranzukommen. »Es ist auch jetzt überhaupt nicht zu spät, sich für eine Erstimpfung zu entscheiden«, sagte Merkel. Nötig sei jetzt zugleich eine nationale Kraftanstrengung bei Auffrischungsimpfungen länger zurückliegender Impfungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus Israel zeigten, dass man mit »Booster»-Impfungen die Welle brechen könne.

Merkel sagte, sie sei »in tiefer Sorge« über die Lage in einigen Ländern. Oberstes Ziel sei, eine Überbelastung des Gesundheitssystems zu vermeiden und so Menschenleben zu schützen. Dazu gehöre, dass Patienten, aber auch alle anderen eine bestmögliche Behandlung bekommen könnten. Die »bittere Wahrheit« sei, dass dies in am schwersten betroffenen Landkreisen schon nicht mehr möglich sei.

Kölns Trainer Baumgart verärgert über Söder: »Haben andere Probleme«

11.57 Uhr: Trainer Steffen Baumgart vom Bundesligisten 1. FC Köln hat mit Unverständnis auf Markus Söders Vorstoß zu einer Impfpflicht bei Profifußballern reagiert. »Ich finde die Politiker super. Warum finde ich Politiker super? Weil sie es immer drehen, wie sie es wollen«, sagte der 49-Jährige. »Ich weiß gar nicht, wie viel Mal Herr Söder seine Meinung geändert hat. Ich habe das Gefühl, dass es da keine klare Meinung gibt, sondern diese immer so gedreht wird, wie sie für die Öffentlichkeit gerade gebraucht wird.«

Bayerns Ministerpräsident Söder hatte zuletzt bei »Bild« geäußert: »Ich bin dafür, dass wir über eine Impfpflicht in den Bereichen nachdenken, wo wir ohnehin nur 2G haben. Ich denke, es wäre ein gutes Signal, dass wir so etwas auch für den Fußballbereich diskutieren, als Signal der Einheit zwischen Fans und Spielern.« Zugleich wies er darauf hin, dass in Bayern in den Stadien für Zuschauer 2G gelte, also nur Geimpfte und Genesene Zugang hätten.

Schleswig-Holstein verschärft Regeln im Innenbereich

11.44 Uhr: Wegen der zunehmenden Zahl an Fällen sollen Ungeimpfte in Schleswig-Holstein ab Montag keinen Zutritt mehr zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt erhalten. Ausnahmen gelten für Friseure und medizinische und pflegerische Dienstleistungen, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) an.

SPD-Gesundheitsexpertin: Brauchen täglich 1,4 Millionen Impfungen

11.20 Uhr: Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar will täglich wieder mehr als 1,4 Millionen Menschen impfen lassen. Dazu müssten mit Blick auf die dringend nötigen Auffrischimpfungen alle an einem Strang ziehen, Ärzte in Praxen, Betriebsärzte, Impfzentren, aber auch mobile Impfteams, sagt die SPD-Politikerin. Die Zahl der Praxen, die impfen, sei mittlerweile wieder auf mehr als 50.000 gestiegen, fügt sie hinzu. Der Bund will den Ärzten künftig wieder mehr Geld für das Impfen gegen das Coronavirus zahlen. Am Dienstag wurden nach Angaben der Regierung mehr als 436.000 Impfdosen verabreicht, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vortagen.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Österreich auf 953

11.08 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen hat am Mittwoch in Österreich einen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden laut Behörden 14.416 Neuansteckungen verzeichnet. Das ist – unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner – in etwa das Zweieinhalbfache des deutschen Wertes. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 953 Fälle pro 100,000 Einwohner. Den stärksten Anstieg gab es erneut im Bundesland Oberösterreich, das eine besonders niedrige Impfquote hat.

Dennoch blieben zumindest Teile der Regierung sehr skeptisch, was die Forderungen von Experten nach einem Lockdown für alle angeht. Man habe schon beim zweiten Lockdown gesehen, dass sich die Menschen kaum mehr an die Ausgangsbeschränkungen gehalten hätten, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Der Weg aus der Krise sei die Impfung.

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Zu Monatsbeginn war in der Alpenrepublik die 3G-Regel am Arbeitsplatz eingeführt worden. Firmen müssen überprüfen, ob ihr Personal geimpft, von Covid-19 genesen oder getestet ist. Am 8. November folgte die 2G-Regel für Lokale, Hotels und Veranstaltungen, wo Ungeimpfte keinen Zutritt mehr haben. Seit Montag sind Menschen ohne Impfschutz zu einem Lockdown verpflichtet.

Lockdown verdoppelte Zahl depressiver junger Menschen in Frankreich

11.07 Uhr: Die Pandemie hat in Frankreich die psychische Gesundheit von jungen Menschen massiv beeinträchtigt. Nach der ersten Ausgangssperre im Frühjahr 2020 habe sich die Zahl der jungen Menschen mit depressiven Leiden verdoppelt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichen Bericht über die Rechte der Kinder. Mehr als 20 Prozent der 15- bis 24-Jährigen seien davon betroffen gewesen.

Pfizer beantragt US-Notfallzulassung für neues Corona-Medikament

11.01 Uhr: Das Pharmaunternehmen Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für sein Covid-19-Medikament Paxlovid beantragt. Die entsprechenden Unterlagen wurden bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie Pfizer am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die in einer jüngsten Studie erzielte »überwältigende Wirksamkeit« des Medikaments verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten, sagte Konzernchef Albert Bourla.

Nach Angaben des Unternehmens von Anfang November verhindert die Pille sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke, teilte Pfizer mit. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen, ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Peking verschärft weniger als 100 Tage vor Olympischen Spielen Einreiseregeln

10.41 Uhr: Weniger als 100 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking sind die Restriktionen für Besucher von Chinas Hauptstadt verschärft worden. Laut der am Mittwoch in Kraft getretenen Regelung müssen nun alle Peking-Besucher einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Inlandsflüge aus Risikogebieten nach Peking werden gestrichen oder zumindest deutlich eingeschränkt. In der Volksrepublik werden derzeit mehr als hundert Städte als Risikogebiete eingestuft.

Das Nationalstadion in Peking

Das Nationalstadion in Peking

Foto: Mark Schiefelbein / dpa

»Peking ist die Hauptstadt und hat starke regionale und internationale Verbindungen«, begründete der Sprecher der Stadtverwaltung, Xu Heijian, die Verschärfungen am Dienstag bei einer Pressekonferenz. »Das Virus darf nicht nach Peking eingeschleppt werden und es darf sich nicht in Peking ausbreiten.«

Ehepaar soll mit Drogen und gefälschten Impfpässen gehandelt haben

9.59 Uhr: Ein Ehepaar aus Bayern soll gefälschte Impfpässe und Drogen verkauft haben. Ermittler fanden in der privaten Wohnung der beiden gefälschte Impfpässe, die eine Impfung nachweisen sollten, wie die Polizei mitteilte. Zudem stießen sie dort und in dem Geschäft des 59-Jährigen und der 62-Jährigen auf Kokain und Marihuana, eine Schreckschusspistole und ein Springmesser. Das Ehepaar aus dem Landkreis Erding wurde nach der Durchsuchung Ende Oktober festgenommen, ein Haftrichter erließ Haftbefehl.

Spahn: Haben genug Impfdosen für Auffrischimpfungen

09.55 Uhr: Deutschland hat nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn genug Impfdosen für Auffrischimpfungen. »Wir haben alles in allem aus heutiger Sicht bis Ende des Jahres genug Impfstoff, um das zu machen«, sagt der CDU-Politiker bei der »Süddeutschen Zeitung«. »Wir haben sogar einen Teil unserer Covax-Spenden, also internationalen Spenden mit Biontech, jetzt aus Dezember in den Januar und Februar geschoben, um in Deutschland für diese Dinge genug Impfstoff zu haben.«

Österreich verschärft Regeln für die Einreise

9.53 Uhr: Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Grundsätzlich gilt jedoch für Deutsche eine Reisewarnung, da die Bundesregierung seit Sonntag fast ganz Österreich als Corona-Hochrisikogebiete einstuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Wer dennoch nach Österreich will, muss strengere Kriterien laut der neuen 2,5G-Regel (Geimpft, Genesen oder PCR-Getestet) erfüllen. Impfzertifikate sind nicht mehr ein Jahr lang, sondern nur noch neun Monate gültig. Ungeimpfte Pendler müssen negative PCR-Testergebnisse vorweisen, die nur noch für 72 Stunden gelten (bisher eine Woche). Schnelltests sind für Pendler nur noch 24 statt 48 Stunden lang gültig.

Spahn nennt »2G Plus« sehr effektives Mittel

9.40 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn sieht in einer »2G plus«-Regelung eine Möglichkeit, die Pandemie einzudämmen. Es gebe Modelle, dass ein Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Test den sogenannten R-Wert um 0,5 senken könne, sagt Spahn bei einer Veranstaltung der »Süddeutschen Zeitung«. Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte im Schnitt ansteckt. Liegt er wie derzeit über eins, steigt die Zahl der Coronafälle weiter an. Spahn kritisiert, dass die im Sommer beschlossenen 3G-Maßnahmen nicht entschlossen genug kontrolliert würden. Er lobt, dass die Ampel-Parteien den Maßnahmenkatalog im Infektionsschutzgesetz nach Kritik nachgebessert hätten. »Maßnahmen, die erst in drei oder vier Wochen wirken, helfen uns derzeit nicht«, mahnt der CDU-Politiker.

Einzelhandel gegen 2G-Pflicht – »Maske reicht«

9.10 Uhr: Der Einzelhandel warnt vor den neuen Beratungen von Bund und Ländern über neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus vor einer 2G-Regelung für Geschäfte. Für den Fall einer Einführung einer 2G-Pflicht in den Läden drohe ein massiver Umsatzausfall, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth, beim Handelskongress Deutschland in Berlin. Die Maskenpflicht reiche aus, um die Kunden vor einer Ansteckung zu schützen. Vertreter von Bund und Ländern kommen am Donnerstag zu Beratungen zusammen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Weil verteidigt stärkere Beschränkungen für Ungeimpfte

8.53 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die in vielen Bundesländern eingeführte 2G-Regel verteidigt. Wo immer Menschen bei öffentliche Angeboten zusammenkämen, »da werden wir nur noch mit 2G arbeiten können«, sagte er am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Der Blick in die Krankenhäuser zeige klar, dass dort vor allem Menschen ohne Impfung wegen einer Corona-Erkrankung behandelt würden.

Mit Blick auf Impfdurchbrüche, also Corona-Erkrankungen trotz Impfung, sagte Weil, dass diese auch wegen der allgemein hohen Infektionszahlen zunähmen. Insofern machten Ungeimpfte das Leben »auch für Geimpfte ein Stück weit unsicherer«.

Stiko-Chef deutet baldige Ausweitung der Booster-Empfehlung an

8.23 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt. Die Stiko werde am Mittwoch »über die nächste, sozusagen die fortgeschriebene Empfehlung beraten, und das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen«, sagte Mertens am Dienstag auf eine entsprechende Frage in der ZDF-Sendung »Markus Lanz«. Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage machte Mertens klar, dass die Empfehlung »bis 18« gesenkt werden könnte.

Schon jetzt rät die Stiko zudem Menschen mit Immunschwäche, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal zum Booster. Vergangene Woche hatte das Gremium in einer Stellungnahme eine »zeitnahe« Aktualisierung seiner Empfehlungen auch mit Blick auf Auffrischungsimpfungen angekündigt.

Mehr als 30 Prozent der Covid-Patienten in Berliner Kliniken sind Impfdurchbrüche

6.43 Uhr: Laut einer Umfrage  des Berliner »Tagesspiegels« unter den Berliner Kliniken ist fast jeder dritte Corona-Patient in Intensivbehandlung geimpft. Demnach werden aktuell 266 an Covid Erkrankte stationär versorgt. Bei mindestens 81 Fällen davon liegt ein Impfdurchbruch vor.

Bei einem Impfdurchbruch zeigen Geimpfte Symptome, in der Regel verläuft ihre Erkrankung jedoch deutlich milder als bei Ungeimpften. Die Wahrscheinlichkeit einer Einweisung in ein Krankenhaus wegen Covid-19 ist bei Ungeimpften 5,5 mal so hoch.

Die Corona-Vakzine schützen in den ersten Monaten gut vor Ansteckungen, dann wird der Schutz geringer – Ärztinnen und Ärzte empfehlen daher eine Auffrischungsimpfung.

Spahn wünscht von Ärzten Boostern vor Ende der Sechs-Monats-Frist

5.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich dafür aus, allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus zu ermöglichen – auch wenn die letzte Impfung noch nicht sechs Monate her ist. »Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist«, heißt es in einem Brief von Spahn und dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland, der dem »Tagesspiegel« am Dienstag vorlag.

»Sie können daher jede Patientin und jeden Patienten ab 18 Jahren, auch wenn sie nicht zu den Risikogruppen gemäß der aktuellen Stiko-Empfehlung wie ältere Personen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal gehören, zeitnah und auch vor Ablauf der sechs Monate im eigenen Ermessen impfen«, teilten Spahn und Gassen mit.

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es, Ziel des Schreibens des Ministers und des KBV-Chefs Gassen an die Ärzeschaft sei es, dass Patientinnen und Patienten, die etwas früher zum Impfarzt gehen, nicht – wie zuletzt zu häufig geschehen – abgewiesen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Foto: Michael Sohn / AP

RKI registriert 52.826 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 319,5

4.15 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Fälle mit 52.826 an. Vor genau einer Woche waren es 39.676 Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 319,5 an – ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: In der Vorwoche hatte der Wert bei 232,1 gelegen, vor einem Monat bei 66,1.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 294 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 236 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.129.950 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 4,86 an (Montag: 4,65). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierung-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.540.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 98.274.

Erster Bundespolitiker fordert 500 Euro Impfprämie

4.00 Uhr: Der ehemalige Finanzminister von Brandenburg und heutige Linken-Bundestagsabgeordnete Christian Görke fordert erstmals eine Geldprämie für alle Impfwilligen. Der Staat solle 300 Euro für den ersten vollständigen Impfschutz zahlen und 200 Euro für die Auffrischung, den sogenannten Booster, zitiert das Nachrichtenportal »t-online« Görke. Die Zahlung solle auch nachträglich jedem zukommen, der sich bereits impfen ließ. »500 Euro sind angemessen, sie sind verfügbar und sie sind nötig.«

Das Gesamtvolumen der Maßnahme bezifferte Görke laut Bericht auf 37,5 Milliarden Euro. Das könne der Bundeshaushalt verkraften. »Ich war lange Finanzminister und kann mit Geld umgehen«, sagt Görke. Ziel des Vorstoßes sei eine Erhöhung der Impfquote in Deutschland auf 85 bis 90 Prozent, wie es das Robert Koch-Institut (RKI) anstrebt. Das Geld komme in der Folge durch ansteigenden Konsum auch wiederum der Wirtschaft zugute, gerade im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, heißt es in dem Bericht weiter.

Traditionelle Silvesterparty am Times Square wieder mit vielen Gästen

3.07 Uhr: Die traditionelle Silvesterfeier am New Yorker Times Square darf in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Gästen stattfinden. Als Zuschauer zugelassen würden Menschen, die eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus nachweisen könnten, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag vor Journalisten. Ausnahmen werde es für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Sie müssten einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die Party solle »groß« und »voller Leben« werden, sagte de Blasio. »Wir wollen, dass es eine große Feier New Yorks wird.«

Wegen der Corona-Pandemie hatte es im vergangenen Jahr auf dem Times Square nur eine kleine Feier mit geladenen Gästen gegeben. Traditionell wird auf dem berühmten Platz im Zentrum von Manhattan ein leuchtender Zeitball an einer Stange herabgelassen wird.

Lehrerverband verlangt von Ministerpräsidenten einheitliche Linie

3.00 Uhr: Vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag fordert der Deutsche Lehrerverband eine gemeinsame Linie bei der Corona-Bekämpfung in den Schulen. Es müsse etwa klar sein, ab welchen Inzidenzen Maskenpflicht in den Schulen herrsche, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Ich fordere die Ministerpräsidentenkonferenz auf, sich auf gemeinsame Leitlinien für die Schulen zu verständigen«. Beim momentanen Infektionsgeschehen gehöre die Maske im Unterricht auf jeden Fall dazu. »Es darf nicht angehen, dass einige Bundesländer die diesbezüglichen Empfehlungen der medizinischen Fachleute und des RKI einfach ignorieren«, sagte Meidinger.

Seehofer will zur Pandemie-Bekämpfung THW und Katastrophenschutz einsetzen

2.11 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen will Bundesinnenminister (CSU) einem Medienbericht zufolge die Länder aufrufen, das Technische Hilfswerk (THW) und den Katastrophenschutz anzufordern. Die Länder könnten es sich nicht leisten, die Reserven und die Unterstützung des Bundes ungenutzt zu lassen, sagte Seehofer laut einem Bericht der »Bild«-Zeitung am Dienstag vor Fachleuten seines Ministeriums.

Seehofer will die Länder dem Bericht zu Folge offiziell am Mittwoch auffordern, Unterstützung durch das THW und den Katastrophenschutz zu beantragen. Der Katastrophenschutz soll demnach bei der bundesweiten Verlegung von Intensivpatienten helfen und erneut Zelte für mobile Impfzentren stellen. Das THW soll unter anderem beim Aufbau von Impfzentren, Corona-Teststationen und Hygienestationen logistische Hilfe leisten.

Hausärzte pochen auf Priorisierung bei Auffrischungsimpfungen

1.00 Uhr: Die Deutschen Hausärzte warnen vor einem Verteilungskampf bei den Auffrischungsimpfungen – und lehnen entsprechend Booster für jeden zum jetzigen Zeitpunkt ab. Zuerst müssten die vulnerablen Gruppen wie Menschen über 70 Jahre und chronisch Kranke die sogenannte Booster-Impfung erhalten, sagte der Verbandschef Ulrich Weigeldt der »Rheinischen Post«. »Diskussionen darüber, die ganze Bevölkerung quasi gleichzeitig ein drittes Mal zu impfen, helfen in der Impfkampagne nicht weiter.«

Vor allem bei weniger gefährdeten jüngeren gesunden Menschen sei es nach den bisherigen medizinischen Erkenntnissen nicht erforderlich, auf den Tag genau nach sechs Monaten eine Booster-Impfung durchzuführen. Beim Wunsch nach einer raschen Auffrischung sei zu berücksichtigen, »dass dies möglicherweise zu Lasten von vulnerablen Patienten erfolgen würde«. Auch bei der dritten Impfung gelte es, die Gefährdeten besonders im Auge zu behalten. Zudem hätten viel zu viele Menschen noch nicht einmal die Erstimpfung erhalten.

»Die Hektik durch eine desolate Krisenkommunikation, die auch durch die geschäftsführende Bundesregierung fortgesetzt wurde, führt nur zu unnötigem Stress in den hausärztlichen Praxen und trägt zumindest nicht zu Beschleunigung der Impfkampagne bei«, sagte Weigeldt.

Auch die Bundesärztekammer dringt auf einen klaren Fahrplan. Voraussetzung für die Beschleunigung der Impfkampagne sei es, »dass Bund und Länder jetzt geeignete Rahmenbedingungen für eine gleichermaßen sichere, unbürokratische und barrierearme Impfkampagne schaffen«, heißt es in einem Schreiben von Ärztepräsident Klaus Reinhardt an die 16 Länderchefs, das Kanzleramt und den Bundesgesundheitsminister, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag fordert Reinhardt zur Entlastung der in der Grippesaison stark beanspruchten Praxen zusätzliche Impfangebote wie durch reaktivierte Impfzentren oder mobile Impfteams. Die Kommunen sollten zudem zentrale Terminvergabestellen für Auffrischimpfungen einrichten und insbesondere vulnerable Gruppen per Brief zur Booster-Impfung einladen.

bbr/mrc/ara/ime/AFP/dpa/Reuters
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