Corona-News an Neujahr Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Vogtlandkreis bei 818,6

Das Robert Koch-Institut hat im sächsischen Vogtlandkreis mehr als 818 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. Und Frankreich verhängt Ausgangssperren ab 18 Uhr. Der Tag im Überblick.
Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Vogtlandkreis bei 818,6

18.15 Uhr: Sachsen ist auch zum Jahresbeginn weiter am schwersten von der Pandemie betroffen. Nach einer Übersicht des Robert Koch-Instituts gab es dort 334,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der Vogtlandkreis führen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 818,6 die Liste der Landkreise in Deutschland an. Darauf folgt der Landkreis Meißen mit einem Wert 613,9. Der Durchschnittswert aller Bundesländer lag bei 141,9, die geringste Inzidenz hatte mit 26,3 die Stadt Rostock in Mecklenburg-Vorpommern.

Das RKI verweist allerdings darauf, dass um den Jahreswechsel herum weniger Menschen zum Arzt gehen und damit weniger Proben genommen und untersucht werden sowie weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass Gesundheitsämter und zuständige Behörden der Länder nicht an allen Tagen Daten an das RKI weitergeben.

Mehr als 20 Millionen Corona-Fälle in den USA

19.20 Uhr: Die USA haben am Neujahrstag die Schwelle von 20 Millionen Corona-Infektionen überschritten. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Freitag errechnete, überstieg die Gesamtzahl der Corona-Fälle in dem Land um 7.149 die 20-Millionen-Marke. Insgesamt wurden 346.408 Todesfälle infolge einer Corona-Infektion gezählt. Damit sind in den USA mit Abstand die meisten Corona-Infektionen und Todesfälle weltweit registriert.

22.211 Neuinfektionen in Italien

19.00 Uhr: Italiens Gesundheitsministerium meldet 462 weitere Corona-Todesfälle und 22.211 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Donnerstag hatten die Behörden 555 Todesfälle und 23.477 weitere Infektionen registriert. Insgesamt wurden in Italien bislang knapp 2,13 Millionen Infektionen verzeichnet und 74.621 Tote im Zusammenhang mit dem Virus erfasst.

Irland hebt Einreiseverbot aus Großbritannien auf

18.30 Uhr: Irland will das Verbot für Einreisen aus Großbritannien am 6. Januar aufheben. Stattdessen sind eine Reihe von strengen Vorschriften vorgesehen, mit denen eine Ausbreitung des Virus eingedämmt werden soll, wie Außenminister Simon Coveney dem »Irish Independent« sagte . Flugpassagiere, die nicht wegen dringender geschäftlicher Gründe ins Land kommen, müssen etwa einen negativen Coronatest vorweisen. Auch sollen sie nach ihrer Ankunft zunächst für fünf Tage möglichst an einem Ort bleiben. Irland hatte vor Weihnachten den Passagierverkehr mit Flugzeugen und Fähren gestoppt, nachdem in Großbritannien eine ansteckendere Variante des Coronavirus aufgetaucht war.

Britische Ärzteverbände warnen vor Burn-out des Krankenhauspersonals

18.00 Uhr: Britische Medizinerverbände haben vor einer Überlastung des Krankenhauspersonals gewarnt. »Wir sind quasi auf Gefechtsstationen«, sagte der Vize-Präsident des Royal College of Emergency Medicine dem Sender BBC. »Es gibt große Sorgen wegen Burn-outs.« Zwar sei das Personal auf den Notfall- und Intensivstationen auf harte Zeiten vorbereitet, aber die Ärztinnen und Pfleger seien müde, frustriert und ausgelaugt, so wie jeder andere auch. An Neujahr meldeten die Behörden mehr als 53.000 neue Corona-Fälle in Großbritannien sowie 613 Todesfälle.

Rund 2500 Menschen auf illegaler Silvesterparty in Frankreich

17.40 Uhr: Im Westen Frankreichs haben rund 2500 Menschen eine illegale Silvesterparty gefeiert. Die Raver stammten aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland, wie die Präfektur des Départements Ille-et-Vilaine in der Bretagne am Freitag mitteilte. Bei der versuchten Auflösung der Party in der Stadt Lieuron südlich von Rennes gab es am Donnerstagabend gewaltsame Ausschreitungen.

Als die Polizei auf der Party in einer leerstehenden Lagerhalle erschienen war, sah sie sich »gewalttätiger Feindseligkeit« gegenüber, wie es in einer Mitteilung der Beamten hieß. Partygäste warfen demnach Steine und Flaschen auf die Polizisten; einige Sicherheitskräfte wurden leicht verletzt. Noch am Freitagmorgen tanzten sehr viele Raver in der Halle zu Techno-Musik, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Viele der Techno-Fans hätten keine Masken getragen und keine Sicherheitsabstände eingehalten.

IOC-Präsident Bach hofft in Tokio auf »unvergessliche Spiele«

17.30 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach hofft auf »unvergessliche Spiele« im Jahr 2021. »Tokio ist immer noch die am besten vorbereitete olympische Stadt aller Zeiten«, sagte Bach, 67, in seiner Neujahrsansprache. Er lobte die Organisatoren der auf 2021 verlegten Sommerspiele für ihr großes Engagement und ihre Entschlossenheit.

Dies stehe im Einklang mit der Entschlossenheit des Internationalen Olympischen Komitees, »diese Spiele auf sichere Weise für alle Teilnehmer zu organisieren und diese Olympischen Spiele fit zu machen für die Welt nach dem Coronavirus. Wir alle werden unvergessliche Spiele erleben«, prognostizierte der frühere Fecht-Olympiasieger. Die Spiele in Tokio waren im März wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr auf die Zeit vom 23. Juli bis 8. August 2021 verlegt worden.

Frankreich verhängt noch strengere Ausgangssperren

16.45 Uhr: Frankreich verschärft in einigen Landesteilen die abendliche Ausgangssperre. In 15 Departements im Nord- und Südosten beginnt diese ab Samstag bereits um 18.00 Uhr statt wie bisher um 20.00 Uhr, wie die Regierung mitteilt. Nach einer Woche werde überprüft, wie sich die Maßnahme auf Verbreitung des Coronavirus auswirke. Frankreich zählt mit mehr als 2,62 Millionen bestätigten Infektionen weltweit die fünftmeisten Corona-Fälle. Mehr als 64.600 Menschen starben bereits im Zusammenhang mit dem Virus.

Philippinen verschärfen Einreisebedingungen

16.30 Uhr: Die Philippinen lassen ab Sonntag keine aus den USA kommenden ausländischen Reisenden mehr ins Land. Grund ist eine nun auch in Florida aufgetauchte neue, ansteckendere Variante des Coronavirus. Das Einreiseverbot gilt bis zum 15. Januar, wie ein Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte mitteilt. Es betrifft Ausländer, die innerhalb von 14 Tagen vor ihrer geplanten Einreise in dem Inselstaat in den USA waren. Aus den USA kommende Philippiner dürfen zurück in ihre Heimat, müssen sich aber nach ihrer Ankunft für 14 Tage in einer Regierungseinrichtung in Quarantäne begeben.

Jürgen Klopp spricht sich gegen Saisonunterbrechung aus

16.00 Uhr: Trainer Jürgen Klopp vom englischen Fußballmeister FC Liverpool hält trotz mehrere Corona-Fälle bei Premier-League-Clubs nichts von einer erneuten Saisonunterbrechung. »Ich denke, der Wettbewerb kann weiterlaufen«, zitierte ihn die Zeitung »The Guardian«  am Freitag. »Und es ist auch wichtig, dass es weitergeht. Die Leute wollen es sehen, und wir sind in diesem Fall kein Teil der Gesellschaft. Wir leben normalerweise isoliert und gehen (nur) zum Trainingsgelände und so.«

Zuletzt hatten unter anderem Manchester City und der FC Fulham einige Infektionen im Klub verzeichnet, die Spielabsagen zur Folge hatten. Für Klopp ist der Anstieg der Fälle aber keine Überraschung. »Wir wussten vor dem Winter, dass es voraussichtlich eine zweite Welle geben wird«, sagte der 53-Jährige. »Selbstisolation ist eine Herausforderung, deshalb bin ich nicht überrascht, dass die Zahlen auch im Fußball ein bisschen nach oben gegangen sind.«

Dänische Königin Margrethe geimpft

15.40 Uhr: Die dänische Königin Margrethe II. ist an Neujahr gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte das dänische Königshaus mit. Ihre zweite Impfung erhält die 80-jährige Monarchin demnach in rund drei Wochen. In Dänemark waren die ersten Menschen am 27. Dezember gegen Covid-19 geimpft worden. Mittlerweile haben knapp 30.000 Menschen im Land ihre erste Dosis des Präparats von Biontech und Pfizer erhalten. Das entspricht in etwa 0,5 Prozent der dänischen Bevölkerung.

Tote nach illegaler Neujahrsparty in Belgien entdeckt

15.00 Uhr: Nach einer wegen Corona-Auflagen illegalen Silvesterparty in Belgien ist die Leiche einer 59 Jahre alten Frau entdeckt worden. Dies meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Westflandern. Mehrere Personen hatten sich demnach zu einer Feier in einer Wohnung in der Gemeinde Lede zwischen Brüssel und Gent getroffen – wie viele Teilnehmer es waren, sagte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Doch sei die Party ein klarer Verstoß gegen die Corona-Regeln gewesen. Die Tote sei gegen 4.00 Uhr morgens gefunden worden, hieß es weiter. Die Zeitung »Het Laatste Nieuws« schrieb, die Frau sei bei einem Streit ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zur Todesursache jedoch noch nicht äußern.

Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland geimpft

14.37 Uhr: Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Freitagmittag – Stand 12.30 Uhr – wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 71.590 Bewohner von Pflegeheimen. 77.253 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 39.214 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (37.955), gefolgt von 24.924 in Nordrhein-Westfalen und 21.373 in Hessen. Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1741) und Hamburg (2759) erfasst. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

Berlins Gesundheitssenatorin empört über Unklarheit bei Impfstoff

13.55 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zeigt sich empört über die anhaltende Unklarheit im Hinblick auf weitere Lieferungen von Corona-Impfstoff. »Ich erwarte jetzt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Aufklärung und endlich eine verlässlich und belastbare Auflistung des Impfstoffes, der da kommen soll«, sagte die SPD-Politikerin an Neujahr der Deutschen Presse-Agentur.

»Wir wissen ja noch nicht einmal, ob die jetzt für den 8. Januar angekündigte Lieferung zusätzlich oder nur vorgezogen ist«, so Kalayci. »Und jetzt weiß die Firma Biontech offenbar auch nicht, was sie leisten, was sie liefern kann. So können wir die Priorisierung, die der Bund uns vorgegeben hat, nicht umsetzen.«

Anlass für Kalaycis Kritik sind die Äußerungen von Ugur Sahin im SPIEGEL. Der Biontech-Chef versucht aktuell, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für sein Unternehmen Impfstoff produzieren. »Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten«, sagte er im SPIEGEL-Interview. Ende Januar werde man wissen, ob und wie viel mehr produziert werden könne.

Frankreich zeichnet Tausende für Einsatz in Coronakrise aus

13.11 Uhr: Für ihr Engagement im Kampf gegen Covid-19 hat Frankreich mehr als 2000 Menschen ausgezeichnet. Dies sei von Präsident Emmanuel Macron so gewünscht gewesen, teilte die Großkanzlei der Ehrenlegion am Freitag mit. Unter den Würdenträgerinnen und Würdenträgern des nationalen Verdienstordens und der Ehrenlegion befinden sich demnach besonders viele Menschen aus dem Gesundheitsbereich. Dennoch bezeuge die große Vielfalt von Aktivitäten der Ausgezeichneten die starke Mobilisierung der Franzosen für die nationalen Bemühungen.

40 Personen wurden posthum mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. Es handle sich hierbei hauptsächlich um Ärzte, Pfleger und Personal in Krankenhäusern und Altenheimen, hieß es in der Mitteilung. Auch Unternehmer, deren Firmen in der Krise Beatmungsgeräte, Masken oder Handdesinfektionsmittel hergestellt haben, befinden sich unter den Geehrten. Ebenso Personen, die Franzosen im Ausland geholfen oder Unternehmen finanziell unterstützt haben.

Die Coronakrise hat Frankreich mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern schwer getroffen. Mehr als zweieinhalb Millionen Infektionen mit dem Coronavirus wurden registriert. Etwa 64.600 Menschen starben. An sie und an die in der Krise Engagierten erinnerte Macron auch in seiner Neujahrsansprache am Donnerstagabend.

Verzögerung der zweiten Dosis? Zulassungsbehörde EMA dämpft Erwartungen

12.29 Uhr: In der Diskussion um ein Aufschieben der zweiten Impfdosis zugunsten mehr möglicher Erstimpfungen dämpft die europäische Zulassungsbehörde EMA die Erwartungen. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, teilte die EMA am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Verabreichung etwa im Abstand von sechs Monaten stehe nicht im Einklang mit den Bestimmungen und wäre demnach als Off-Label-Anwendung zu werten, hieß es weiter. Konkret bedeute dies, dass eine solche Änderung eine Änderung der Zulassung sowie mehr klinische Daten zur Unterstützung einer solchen Änderung erfordern würde, »da es zurzeit keine Daten gibt, die einen Schutz nach der ersten Dosis über zwei bis drei Wochen hinaus zeigen«.

Seit einigen Tagen wird diskutiert, ob man die nötige zweite Impfdosis später verabreichen könnte, um zunächst möglichst viele Menschen mit den knappen Vorräten zu impfen. »Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen«, hatte Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut, gesagt. Ähnlich hatte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck geäußert.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, hatte am Mittwoch hingegen gesagt, aus seiner Sicht sei die bisherige Vorgehensweise sehr vernünftig und richtig. Denn dazu lägen die entsprechenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vor.

Russland meldet über 27.000 neue Infektionsfälle

10.15 Uhr: Russland hat am Freitag 27.039 neue Coronafälle gemeldet, davon 5907 im Moskau. Insgesamt seien damit 3.186.336 Ansteckungen in dem Land registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 536 auf 57.555.

Israel hat fast eine Million Bürger gegen das Coronavirus geimpft

10.07 Uhr: Weniger als zwei Wochen nach dem Beginn einer Impfkampagne im Rekord-Tempo hat Israel schon fast eine Million seiner Bürger geimpft. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Freitag mit, rund 950.000 Israelis hätten bereits die erste Impfdosis erhalten. Das sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung – das Land hat fast 9,3 Millionen Einwohner.

Allein am Donnerstag wurden in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 153.400 Menschen geimpft. Mehr als 40 Prozent der über 60-Jährigen im Land haben demnach schon die erste Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffs erhalten.

Israel impft damit nach Informationen von Oxford-Forschern schneller als jedes andere Land auf der Welt. Eine Grafik auf der Website »Our World in Data« vergleicht verschiedene Staaten nach der Zahl der verabreichten Dosen pro 100 Einwohner. Dort hatte Israel mit 9,18 Dosen je 100 Einwohner weiter klar die Nase vorn – wenn auch nicht in absoluten Zahlen, wo die USA, China und Großbritannien führen.

Gleichzeitig ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land trotz eines dritten Teil-Lockdown wieder in die Höhe geschnellt. Die Zahl der neuen Corona-Fälle binnen 24 Stunden lag nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag bei 5804. Am Vortag waren es mit 5831 noch etwas mehr gewesen – der höchste Stand seit Oktober. Das Gesundheitsministerium fordert deshalb eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen von Sonntag an.

Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter haben nach Angaben vom Freitag binnen 24 Stunden 22.924 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel.

Schäuble ruft vor Corona-Gipfel zu »ausgewogenen Entscheidungen« auf

08.34 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor dem anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern »ausgewogene Entscheidungen« angemahnt. Bei den Corona-Maßnahmen »bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt«, sagte Schäuble der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Es ist schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern.«

Es sei daher seine »Grundüberzeugung«, dass die Politik die Abwägung zwischen dem Schutz des Lebens und den Nachteilen der Corona-Maßnahmen »nicht komplett per Verordnung oder Gesetz auflösen kann, sondern dass die Verantwortung auch in den Händen der Ärzteschaft, von Wissenschaft und Ethikern liegt«.

Mit Blick auf die Abwägung zwischen Lebensschutz und Kollateralschäden verwies der Bundestagspräsident auf Warnungen der Uno und der Welthungerhilfe vor Millionen von Unterernährung und Hungertod bedrohten Menschen. »Gesperrte Häfen, geschlossene Märkte und unterbrochene Lieferketten treffen Bauern hart. Sie können ihre Ernte nicht mehr verkaufen, und es fehlt ihnen an Dünger und Saatgut, die Nahrungsmittelpreise steigen dadurch massiv«, erklärte Schäuble. »Das zeigt die komplexen Zusammenhänge: Wir können nicht um jeden Preis jedes Leben schützen, und alles andere muss dahinter zurücktreten.«

Berliner Amtsarzt: Lockdown bis zum Frühjahr nötig

06.00 Uhr: Der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid hält einen Lockdown bis zum Frühjahr für unausweichlich – nicht allein in der Hauptstadt. »Wir haben weiter irre hohe Infektionszahlen«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Nach dem Silvesterwochenende werden wir den Effekt der Weihnachtstage sehen.« Es sei zu vermuten, dass die Mobilität im zweiten Lockdown nicht so stark nachgelassen habe wie beim ersten im Frühjahr.

Larscheid ist Amtsarzt im Berliner Bezirk Reinickendorf und spürt die Folgen der Pandemie jeden Tag. Die Möglichkeit der Impfung sei eine tolle Sache, betonte er. Doch bislang sei unklar, ob die Geimpften das Virus nicht trotzdem weitertragen könnten. »Wir müssen bitte noch ein paar Monate durchhalten«, sagte Larscheid. »Man müsste jetzt einen Appell an die Bevölkerung richten, dass wir uns das alles zumuten müssen.« Diesen Mumm sehe er im Moment zu wenig. »Aber wir haben den ethischen Konsens, dass wir die medizinischen Notwendigkeiten stärker gewichten wollen als die wirtschaftlichen«, betonte er.

Biontech-Chefs Uğur Şahin und Özlem Türeci

Biontech-Chefs Uğur Şahin und Özlem Türeci

Foto: Stefan Sämmer / imago images

Biontech-Chefs Türeci und Şahin: »Deutschland wird genug Impfstoff bekommen«

06.00 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeitet nach eigenen Angaben unter Hochdruck am Aufbau neuer Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff. »Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen«, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin im SPIEGEL. Deutschland werde aber »genug Impfstoff bekommen«.

Der Mangel an Impfstoff hänge auch mit der Einkaufspolitik der EU zusammen, erklärte Sahin. »Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert«, sagte der Biontech-Chef.

Die Idee der EU und anderer Regierungen, sich einen Korb aus verschiedenen Anbietern zusammenzustellen, sei eigentlich durchaus sinnvoll, erklärte Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci. »Irgendwann stellte sich aber heraus: Viele können gar nicht zeitig liefern. Dann war es erst mal zu spät, woanders umfänglich nachzuordern.«

Kritik an Impfstrategie der Niederlande – 175.000 Dosen ungenutzt

05.45 Uhr: In den Niederlanden nimmt die Kritik an der Corona-Impfstrategie zu. Obwohl in einem Speziallager im Osten des Landes bereits rund 175.000 Impfdosen der Hersteller Pfizer und Biontech lagern, will das Land erst am 8. Januar als letztes Land in der EU die ersten Menschen impfen und am 18. Januar landesweit starten. Trotz der Kritik will die Regierung den Start der Impfkampagne nicht vorziehen. Das sei aus logistischen Gründen nicht möglich. Der Fahrplan werde vorerst nicht verändert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Die Verbände der akuten medizinischen Versorgung hatten dringend an den Gesundheitsminister appelliert, bereits am kommenden Montag Pflegepersonal der Krankenhäuser und Intensivstationen gegen Covid-19 zu impfen. Dies könne schnell in den Krankenhäusern geregelt werden.

Krankenhäuser und Intensivstationen können nach eigenen Angaben dem Druck kaum noch standhalten. Die medizinische Versorgung sei angesichts ständig steigender Patientenzahlen und großer Personalengpässe kaum noch zu bewältigen. In mehreren Kliniken des Landes wurden bereits Spezialisten der Armee eingesetzt.

Zuletzt waren am Donnerstag knapp 10.000 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Zum Vergleich: In Deutschland mit rund fünfmal so vielen Einwohnern sind zuletzt rund 23.000 Neuinfektionen in 24 Stunden registriert worden.

22.924 Corona-Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle gemeldet

05.26 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekannt gab. Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

Mit Kreide geschrieben steht »Covid« auf einem Sarg mit einem Verstorbenen im Krematorium Dresden-Tolkewitz

Mit Kreide geschrieben steht »Covid« auf einem Sarg mit einem Verstorbenen im Krematorium Dresden-Tolkewitz

Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.742.661 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.624. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.350.800 an.

Merz fordert schnelle Öffnung von Schulen

04.01 Uhr: Vor der Corona-Beratung der Regierungschefs von Bund und Ländern am 5. Januar hat der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, vor erneuten, längeren Schulschließungen gewarnt. Schulen müssten »so schnell wie möglich wieder geöffnet werden«, sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Von der Runde der Regierungschefs wünsche er sich ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Mit seiner Forderung stellte Merz sich hinter den umstrittenen Vorstoß der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Diese habe »den Mut, etwas Richtiges zu sagen«.

Am meisten belaste ihn »nicht der ökonomische Schaden durch den Lockdown, sondern der massive Schaden in der Bildung unserer Kinder durch die geschlossenen Schulen. Darunter leiden vor allem die Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien.« Es handele sich dabei um »die größte Herausforderung in und nach der Pandemie«.

Söder bremst Hoffnungen auf schnelles Ende des Lockdowns

04.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Lockdowns oder umfassende Lockerungen gebremst. »Wir müssen jetzt einfach die Zahlen nachhaltig senken. Daher bin ich sehr skeptisch, schon ab 10. Januar wieder Öffnungen in Aussicht zu stellen«, sagte Söder wenige Tage vor den erneuten Bund-Länder-Beratungen der Deutschen Presse-Agentur.

Söder forderte einen weiterhin entschlossenen Kampf von Bund und Ländern gegen das Virus. »Wir wissen nicht, ob wir im Frühjahr Dank oder Quittung dafür bekommen. Aber wenn wir aus Ängstlichkeit nicht entscheiden würden, dann hätten wir unseren Auftrag verfehlt«, sagte er. »Es kommt jetzt nicht darauf an, die bequemste Lösung zu finden, sondern die wirkungsvollste.«

Bauern bereiten Erntehelfereinsatz vor

03.00 Uhr: Die Bauern in Deutschland bereiten sich schon jetzt auf einen Start der Anbausaison und die Beschäftigung von Erntehelfern unter besonderen Corona-Bedingungen vor. Im Jahr 2020 seien bundesweit rund 30.000 Erntehelfer aus Osteuropa teils extra eingeflogen worden, sagte der Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Walter Heidl. Im neuen Jahr 2021 werden wieder mindestens genauso viele Helfer benötigt. »Ich gehe wieder von einem vergleichbaren Prozedere aus.«

In normalen Jahren waren bundesweit zehnmal so viele Erntehelfer beschäftigt gewesen, allein in Bayern waren es weit mehr als 30.000. Sollte es wegen der anhaltenden Coronakrise nicht möglich sein, genügend Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen, könnten Ernten verderben oder manche Pflanzen auf den Feldern oder in den Glashäusern gar nicht erst gepflanzt werden, warnte Heidl.

Mehr als 550 Corona-Impfdosen zerstört – Festnahme in den USA 

02.23 Uhr: Ein ehemaliger Mitarbeiter einer Krankenhausapotheke im US-Bundesstaat Wisconsin ist festgenommen worden, weil er rund 570 Dosen eines Coronavirus-Impfstoffes ruiniert haben soll. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass der Verdächtige den Impfstoff vorsätzlich aus der Kühlung genommen und über Nacht stehen gelassen habe, erklärte die Polizei in Grafton am Donnerstag. Der Mann habe zugegeben, dass er gewusst habe, dass die Impfdosen damit unbrauchbar würden.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits am 26. Dezember. Von dem unwirksamen Impfstoff seien noch 57 Dosen verabreicht worden, was nach Angaben des Krankenhauses aber keine direkte Gefahr für die Betroffenen bedeute. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar.

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Stuttgart aufgelöst

02.13 Uhr: Zum Jahresende haben Menschen in Stuttgart gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und der Landesregierung Baden-Württembergs demonstriert. Dabei kam es wiederholt zu Verstößen gegen die Auflagen. Insgesamt fanden über den Donnerstagabend verteilt fünf Demonstrationen statt, wie die Polizei mitteilte. Wie viele Menschen insgesamt daran teilnahmen, war zunächst unklar. Bei den Protesten ging es unter anderem um ein »Silvester ohne Corona-Maßnahmen« und »die sterbende Gastronomie«.

Die Beamten kontrollierten einer Polizeisprecherin zufolge Versammlungsteilnehmer, die behaupteten, ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht zu haben. Größere Vorkommnisse habe es aber nicht gegeben.

Republikanischer Kandidat vor Senatsstichwahl in Georgia in Quarantäne

01.48 Uhr: Wenige Tage vor den Stichwahlen um zwei entscheidende Senatsmandate im US-Bundesstaat Georgia hat sich einer der Kandidaten in Quarantäne begeben. Der republikanische Senator David Perdue hatte Kontakt zu einem Corona-Infizierten, wie sein Wahlkampfteam am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Zwar seien Perdue und seine Frau negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden, dennoch seien die beiden nun in Quarantäne.

Die Stichwahlen entscheiden über die künftige Mehrheit im US-Senat. Sie sind von großer Bedeutung, weil von der künftigen Senatsmehrheit abhängt, inwieweit der künftige US-Präsident Joe Biden seine Reformagenda umsetzen kann.

Nach jetzigem Stand haben die Republikaner des abgewählten Präsidenten Donald Trump in der Kongresskammer mit 100 Senatoren 50 Sitze sicher, Bidens Demokraten 48. Die Republikaner müssen also nur eine der Stichwahlen in Georgia gewinnen, um auch künftig die Mehrheit im Senat zu stellen.

lov/oka/AFP/dpa/Reuters