Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 217,2

Das RKI hat binnen 24 Stunden 120 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der Neuinfektionen geht demnach zurück. Und: Hausärzte kritisieren eine »detailverliebte« Maskendebatte.
Mann mit Schutzmaske (Symbolbild)

Mann mit Schutzmaske (Symbolbild)

Foto:

Bernd Weißbrod / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 217,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards  von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 219,1 gelegen (Vorwoche: 243,7; Vormonat: 398,7).

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 46.495 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 49.303) und 120 Todesfälle (Vorwoche: 181) innerhalb eines Tages.

Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 32.344.032 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Hausärzte kritisieren »detailverliebte« Maskendebatte

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat in der Debatte über Corona-Maskenpflichten zu mehr Absprache mit den Nachbarländern geraten. »Für den Entscheidungsprozess wie auch für die Resonanz in der Bevölkerung wäre es sicherlich von Vorteil, wenn häufiger ein Blick über die Grenzen geworfen und sich enger mit unseren europäischen Partnerländern abgestimmt werden würde«, sagte Weigeldt der »Rheinischen Post«.

Er äußerte sich nach Bekanntwerden der Pläne für eine Aufhebung der FFP2-Maskenpflicht in Flugzeugen. In der Koalition hatte die FDP Druck für ein Ende der gesetzlichen Vorgabe an Bord gemacht. Ein Wegfall der Maskenpflicht für Bahnreisende ist nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hingegen keine Option. »Selbstverständlich ist es so, dass das Risiko, sich zu infizieren, in Bussen und im Bahnverkehr sehr viel höher ist als im Flugverkehr«, sagte der SPD-Politiker am Dienstag und verwies auf die bessere Durchlüftung im Flugzeug.

Weigeldt sagte dazu nun: »Wir haben es schon mehrfach gesehen: Statt die wirklich entscheidenden Themen anzupacken, verrennen wir uns in detailverliebte Debatten. Dieses Hin und Her rüttelt heftig an der Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele wissen schlichtweg nicht mehr, aus welchen Gründen welche Entscheidungen getroffen werden.«

aar/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.