Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 553,2

Das RKI hat binnen 24 Stunden 193 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Und: Neben der Sieben-Tage-Inzidenz gibt es auch bei der Zahl der Neuinfektionen einen neuen Höchstwert.
Corona-Schnelltest in Berlin (Archivbild)

Corona-Schnelltest in Berlin (Archivbild)


Foto: Kira Hofmann / dpa

Es ist der nächste Höchstwert: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 553,2 gestiegen. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert noch bei 528,2 gelegen, vor einer Woche waren es noch 387,9 gewesen. Es ist nun bereits der fünfte Tag in Folge mit einem neuen Höchstwert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI am Montag zudem 74.405 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards  von 3.26 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es noch 45.690 neue Infektionen gewesen.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden 193 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland steigt damit auf 115.842.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.074.527 Infektionsfälle. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,14 an (Sonntag 3,24). Und die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland stieg um etwa 50.100 auf nun rund 7.050.100.

Telefonische Krankschreibungen sollen verlängert werden

Am Montagabend haben sich die Gesundheitsminister der Länder mit Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums zusammengeschaltet, um über die Pandemie zu beraten. Dabei sagten die Ressortchefs den niedergelassenen Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Omikron-Variante Unterstützung zu: So sollen die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen verlängert werden. Die Ärzte bräuchten diese Unterstützung, »damit sie nicht von Patienten überrollt werden«, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen.

Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm für Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die Kostenübernahme bei der Aufnahme ausländischer Patientinnen und Patienten in Deutschland klären.

Die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus' von sechs auf drei Monate war in der Schalte ebenfalls Thema. Die Länder-Ressortchefs baten das Bundesgesundheitsministerium, Übergangsregelungen für betroffene Personen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere für gebuchte Reisen und für den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, sagte Grimm-Benne.

Polizei: Mehr als 70.000 Menschen protestieren gegen Coronamaßnahmen

Am Montagabend haben außerdem erneut Zehntausende Menschen in ganz Deutschland gegen die Coronamaßnahmen und eine mögliche Impfpflicht demonstriert. Nach einer Schätzung, die auf Polizeiangaben beruht, waren es diesmal mehr als 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Proteste waren von einem großen Polizeiaufgebot – und mancherorts auch von Gegendemonstrationen – begleitet.

Allein in Thüringen wurden laut Polizei 21.000 Demonstranten gezählt, in Bayern etwa 14.000, in Mecklenburg-Vorpommern 11.000, in Sachsen-Anhalt sowie Brandenburg und Baden-Württemberg jeweils um die 7000, in Nordrhein-Westfalen etwa 4000 und in Sachsen und Berlin je etwa 3000.

Seit Wochen gehen Gegner der Coronapolitik vielerorts auf die Straße. Nicht immer kündigen oder melden sie die Demonstrationen an. Zahlreiche Städte haben unangemeldete Proteste, die auch als sogenannte Spaziergänge bekannt geworden sind, untersagt.

aar/dpa