Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt erstmals auf mehr als 630

Das Robert Koch-Institut hat binnen 24 Stunden 234 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Zudem gab es 133.536 neue Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 638,8.
Coronatest in Berlin (Archivbild)

Coronatest in Berlin (Archivbild)

Foto: Stefanie Loos / AFP

Die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Coronaneuinfektionen in Deutschland haben erneut Höchstwerte erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 638,8 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 584,4 gelegen, vor einer Woche bei 427,7.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter 133.536 – nach 112.323 am Vortag und 81.417 vor einer Woche.

Es ist bereits der siebte Tag in Folge mit einer neuen Rekordinzidenz und der zweite Tag mit einem neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Am Donnerstag wurden zudem 234 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland steigt damit auf 116.315.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten RKI-Angaben insgesamt 8.320.386 Infektionsfälle. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 7.139.800.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Mittwoch lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,34.

Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach am Mittwochabend bei »Markus Lanz« unter anderem über die sinkende Hospitalisierungsrate in Deutschland trotz aktuell hoher Neuinfektionszahlen. Dies sei eine »irrelevante Momentaufnahme«, da die Welle, die aktuell in England und Frankreich laufe, in Deutschland erst noch komme, sagte Lauterbach. »Die richtige Belastung auf den Intensivstationen würde ich Mitte, Ende Februar erwarten, das ist noch ein Monat hin und dann hoffe ich, dass es dann noch gut aussieht«, erklärte er. »Das wird die Belastungsprobe sein, nicht das, was wir jetzt sehen.«

Lauterbach sagte in der TV-Sendung auch, dass mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen sei, »dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen«. Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber »die haben die größte Wahrscheinlichkeit«. Mehr dazu können Sie in dieser ausführlichen Meldung nachlesen.

aar/AFP