Coronavirus USA lassen ersten Impfstoff für Auffrischungen zu

Es ist ein Rückschlag für US-Präsident Joe Biden: Die Arzneimittelbehörde FDA hat Booster-Impfungen mit der Biontech/Pfizer-Vakzine zwar nun offiziell zugelassen – allerdings nur für Ältere und Risikogruppen.
Pfizer-Hauptquartier in New York

Pfizer-Hauptquartier in New York

Foto: JASON SZENES / EPA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen genehmigt. Das teilte die FDA am Mittwochabend (Ortszeit) mit . Sie folgte damit der Empfehlung eines Expertengremiums aus der vergangenen Woche.

Die FDA genehmigte den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Personen über 65 Jahre, Erwachsene mit hohem Risiko für eine schwere Erkrankung sowie für Personen in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko: Diese können sich frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung nun eine dritte Dosis spritzen lassen.

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Zu den Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko zählt die FDA unter anderem »Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrer und Kindertagesstättenpersonal, Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften und in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen«, erklärte die FDA-Beauftragte Janet Woodcock.

Grundlage für die Entscheidung seien der wissenschaftliche Erkenntnisstand und die Empfehlungen des Beratungskomitees, in dem unabhängige Experten sitzen. Man werde die sich schnell entwickelnden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur »Sicherheit und Effektivität von Covid-19-Impfungen, einschließlich der Verwendung von Auffrischungsimpfungen« auch weiter bewerten und die Öffentlichkeit entsprechend informieren.

Wann die Empfänger der Impfstoffe Moderna und Johnson & Johnson für eine Auffrischung dran kommen, ist derzeit noch unklar.

Das Expertengremium der FDA hatte zuletzt den Impfplänen von US-Präsident Joe Biden einen Rückschlag verpasst. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern war am Freitag nach langer Diskussion zu dem Schluss gekommen, dass die Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für alle Menschen ab einem Alter von 16 Jahren nicht rechtfertigten. Da hatte Biden bereits einen Impfstart ab dem 20. September für all jene angekündigt, deren Impfung acht Monate her ist.

In Deutschland bekommen Pflegebedürftige, über 80-Jährige und Menschen mit Immunschwäche zum Teil schon eine dritte Impfung angeboten. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission dazu steht noch aus.

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US-Experten sind sich in der Frage der Sinnhaftigkeit von Booster-Impfungen nicht einig. Befürworter argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Vakzine.

Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen – in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

Eine ausführliche Analyse zum Für und Wider finden Sie hier: Wie sinnvoll ist eine dritte Impfung? 

aar/dpa/AFP
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