»Symptome ungewöhnlich, aber mild« Omikron-Patienten in Südafrika bislang nicht in Lebensgefahr

Körperschmerzen, extreme Müdigkeit: Das sind die – bisher bekannten – milden Symptome südafrikanischer Omikron-Infizierter. Auch in Europa häufen sich die Fälle der neuen Virusmutante.
Schlagzeile der Tageszeitung »Sowetan« in Pretoria

Schlagzeile der Tageszeitung »Sowetan« in Pretoria

Foto:

Denis Farrell / AP

Aus Südafrika kommen erste Berichte über den Krankheitsverlauf bei der neu entdeckten Variante des Coronavirus B.1.1.529: Die mit der Omikron-Mutante infizierten Menschen sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Die Patienten klagten meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, mitunter in extremen Ausprägungen, so Coetzee. Sie müssten jedoch nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Zudem beobachte sie diese Symptome bei der jüngeren Generation. Man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte, sagte Coetzee dem »Telegraph«. In Südafrika sind nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt.

Sie fügte hinzu, die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber mild. Sie sei zum ersten Mal auf die Möglichkeit einer neuen Variante aufmerksam gemacht worden, als Anfang November Patienten mit ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen in ihre Praxis in Pretoria gekommen seien. Sie hätten unter starker Müdigkeit gelitten. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust beklagt. »Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte.« Coetzee war den Angaben zufolge die erste südafrikanische Ärztin, die die Behörden am 18. November auf Patienten mit einer neuen Variante aufmerksam gemacht hatte.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Omikron-Infektionen auch in Europa

In Europa häufen sich die Fälle mit der neuen Virusvariante Omikron und versetzen den Kontinent in Alarmbereitschaft: Nach ersten Fällen in Deutschland, Großbritannien und Italien wurde die neue Mutante am Samstag auch in Tschechien gemeldet.

  • In Bayern bestätigten die Behörden zwei Fälle. Dabei handele es sich um zwei Menschen, die am Mittwoch über den Flughafen München eingereist seien und sich seit Donnerstag nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation befänden, teilte das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am Samstagabend mit. Nach der Berichterstattung über die neue Virusvariante hätten die beiden Betroffenen »vorausschauend selbst eine Untersuchung auf die Variante veranlasst«, erklärte das Ministerium in München.

  • Ein mutmaßlich mit der Variante infizierter deutscher Reiserückkehrer aus Südafrika war bereits am vergangenen Sonntag über den Flughafen Frankfurt eingereist, wie das hessische Sozialministerium mitteilte. Das Ergebnis der vollständigen Sequenzierung stehe noch aus. Die Person war vollständig geimpft.

  • Unterdessen bestätigte ein Krankenhaus in Tschechien die Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron.

  • Auch aus Österreich wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet. Nach Angaben der Behörden liege im Bundesland Tirol ein positives PCR-Testergebnis vor, das mit einer Südafrikareise in Zusammenhang stehe, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

  • In Großbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt, bei denen es einen Zusammenhang mit einer Reise ins südliche Afrika gibt. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte generelle Verschärfungen der Einreisebedingungen an.

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als »besorgniserregend« ein. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Coronaimpfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Das Risiko einer Ausbreitung in der EU hält die ECDC für »hoch bis sehr hoch«.

oka/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.