Foto:

SPIEGEL

Julia Koch

Coronapandemie Das Virus wird bleiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie einen Wunsch freihätten im Jahr 2022 – welcher wäre es?

Sie sind sicher nicht allein, wenn Sie sich das Ende der Coronapandemie wünschen. In meinen Hoffnungen für das beginnende Jahr steht es jedenfalls sehr weit oben.

Wie dieses Ende aussehen könnte, beschreibt mein Kollege Marco Evers  im aktuellen SPIEGEL. Der Ausweg aus der Pandemie ist nicht das Verschwinden des Virus. Sars-CoV-2 wird bleiben, aber es wird sich einreihen in den Kreis jener Coronaviren, mit denen das menschliche Immunsystem halbwegs gut zurechtkommt.

Noch ist offen, wann diese sogenannte endemische Phase beginnt. Nach Meinung mancher Epidemiologen könnte schon 2022 das Jahr sein, von dem an sich der Erreger nicht mehr in aggressiven Wellen verbreitet, sondern auf niedrigem Niveau auf Dauer präsent ist.

Die Omikron-Variante kann den Übergang beschleunigen – sie ist so ansteckend, dass sie durch massenhafte Infektion eine Grundimmunisierung der Bevölkerung gleichsam erzwingen könnte. In Ländern mit niedriger Impfquote würde das aber wahrscheinlich viele weitere Coronatote bedeuten.

Das Ergebnis aber ist überall dasselbe: Ein Alltag, der weit weniger geprägt sein wird von Meldungen über tägliche Neuinfektionen, von Kontaktbeschränkungen, Schulschließungen und Hygienekonzepten.

Ich wünsche Ihnen einen optimistischen Start ins neue Jahr!

Herzlich

Ihre Julia Koch

Foto: Annette Riedl / picture alliance/dpa

Außerdem empfehle ich Ihnen:

Deutschland fürchtet die Omikron-Welle – und mit ihr den möglichen Ausfall von Tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der kritischen Infrastruktur durch Quarantäne und Isolation. Müssen die Regeln dafür angepasst werden ?

Eine Grafik aus dem SPIEGEL verhalf einem Leser zur Boosterimpfung. Laut dessen Hausarzt war der Patient zu früh dran, doch der Artikel überzeugte den Mediziner.

Die perfekte Schneeflocke ist schwer zu fotografieren. Allzu schnell schmelzen die fragilen Strukturen, wenn Fotografen ihnen mit natürlichem Licht nahekommen. Einigen glückt es dennoch.

Das Gebiss des Amenophis konnte eine Radiologin aus Kairo dank modernster 3D-Röntgentechnik analysieren – ohne Totenmaske und Bandagen des einbalsamierten Pharaos entfernen zu müssen. Der Herrscher hatte gute Zähne.

Goldene Zeiten erhoffen sich Astronomen vom Start des James-Webb-Teleskops. Die teuerste Späh-Sonde in der Geschichte der Raumfahrt könnte gar eine zweite Erde aufspüren, erklärt Esa-Wissenschaftsdirektor Günther Hasinger  im SPIEGEL-Gespräch.

Beendet Omikron die Pandemie? Die hochansteckende Variante kann den Beginn der endemischen Phase  von Sars-CoV-2 bedeuten. Der Preis dafür könnte aber hoch sein.

Der Stahl der Zukunft muss das Klima schonen. Noch stößt die Stahlindustrie mehr Kohlendioxid aus als der Autoverkehr. Forscher arbeiten an Plasmareaktoren , die mit ökologischem Wasserstoff Hochöfen ersetzen sollen.

Quiz

  1. Was ist das Capgras-Syndrom?

  2. Was ist die Weihnachts-Krankheit?

  3. Was ist das Jerusalem-Syndrom?

*Die Antworten finden Sie ganz unten im Newsletter.

Bild der Woche

Start der Trägerrakete am 25. Dezember 2021

Start der Trägerrakete am 25. Dezember 2021

Foto:

BILL INGALLS / picture alliance / Newscom

Mithilfe einer Ariane 5 Trägerrakete tritt am ersten Weihnachtstag das Weltraumteleskop James Webb vom Guiana Space Centre in Französisch-Guyana seine Reise ins All an. Vermutlich im Juni oder Juli 2022 soll das teuerste Teleskop aller Zeiten die ersten Bilder seiner Mission senden.

(Feedback & Anregungen? )

*Quizantworten:
1. Vom Capgras-Syndrom betroffene Menschen glauben, dass eine oder mehrere ihnen nahestehende Personen durch Doppelgänger ersetzt worden sind.
2. Beim »Christmas Disease« handelt es sich um die sogenannte Hämophilie B, eine Störung der Blutgerinnung, die erstmals 1952 bei einem jungen Patienten beschrieben wurde. Sein Name ist Charles Christmas.
3. Das Jerusalem-Syndrom beschreibt einen religiösen Wahn, dem alljährlich einige Besucher von heiligen Stätten in Jerusalem verfallen. Sie halten sich für Propheten oder gar für Jesus.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.