Epidemie in China Coronavirus fordert mehr Tote als Sars

813 Menschen starben bereits an dem Virus, knapp 40.000 sind infiziert. Zurzeit bereiten sich Millionen Chinesen nach verlängerten Feiertagen auf die Rückkehr zur Arbeit vor.
Ankunft in Indonesien: Staatsbürger werden nach der Rückkehr aus China desinfiziert

Ankunft in Indonesien: Staatsbürger werden nach der Rückkehr aus China desinfiziert

Foto: ANTARA FOTO/ REUTERS

Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit 774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es 648 Todesfälle gegeben.

Unterdessen ist eine britische Chartermaschine mit deutschen Rückkehrern aus der chinesischen Millionenstadt Wuhan in Großbritannien gelandet. Das Flugzeug mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord landete am Sonntagmorgen auf dem britischen Militärflughafen in der Nähe von Oxford, teilte die britische Regierung mit.

Das Auswärtige Amt twitterte am Samstagabend mit einem Dank an die britischen Behörden: "An Bord einer britischen Chartermaschine sind Deutsche und Familienangehörige aus Wuhan auf dem Weg in die Heimat." Die 20 Deutschen werden am Sonntagvormittag in Berlin erwartet.

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Knapp 40.000 Infizierte

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37.198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen bislang 780 Menschen ums Leben.

Rückkehr deutscher Staatsbürger am Sonntag

In Tegel werden die Rückkehrer aus Wuhan laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Er soll prüfen, ob bei Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind. Sie sollen dann in einem Isolierbereich in den Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet.

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen.

Millionen Chinesen bereiten sich auf Rückkehr an die Arbeit vor

In China bereiten sich derzeit Millionen Menschen auf die Rückkehr zur Arbeit vor - mit ungewissen Konsequenzen. Die Behörden hatten das chinesische Neujahrsfest offiziell verlängert, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nun aber sollen Schulen, Kindergärten und Büros wieder eröffnet werden.

Die nordchinesische Provinz Shandong erklärte allerdings bereits, Schulen noch bis Ende Februar geschlossen zu halten. Auch die angrenzende Provinz Hebei erklärte, Schulen vorerst bis März nicht wiederzueröffnen.

Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission rief die Hersteller von medizinischer Ausrüstung zu Produktionssteigerungen auf. Die Regierung werde wegen der Epidemie ihre Vorräte aufstocken. Es gehe um Atemmasken, Schutzbrillen und Schutzanzüge. Gleichzeitig warnte die Gesundheitskommission vor dem "exzessiven Gebrauch" der Schutzausrüstung. Schon jetzt besteht trotz massiver Importe eine Knappheit im Land.

lmd/dpa/Reuters
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