Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1441

Das RKI hat binnen 24 Stunden 177 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei 169.571. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht einen Höchstwert.
Test- und Impfzentrum in Bochum

Test- und Impfzentrum in Bochum

Foto: Jochen Tack / imago images/Jochen Tack

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht: Der Wert liegt laut jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nun bei 1441,0. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1426,0 gelegen, vor einer Woche bei 1206,2 (Vormonat: 335,9). Der Indikator beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zudem binnen eines Tages 169.571 Neuinfektionen. Das sind 6958 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 162.613 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Zahlen haben allerdings nur noch begrenzt Aussagekraft. Expertinnen und Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten  nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte mit der geplanten Priorisierung bei PCR-Tests die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen – die damit nicht in die offizielle Statistik einfließt.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 177 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf insgesamt 118.943.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen coronainfizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,41 an (Sonntag: 5,63). Darunter können auch Menschen mit positivem Coronatest sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Grünenpolitiker warnt vor »falschen Hoffnungen« bei Lockerungen

In der Debatte über mögliche Lockerungen von Alltagsauflagen hatte die Bundesregierung am Montag ihre vorerst zurückhaltende Linie bekräftigt. Mehrere Länder gehen aber bereits mit Öffnungsschritten voran. Für den 16. Februar ist die nächste Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen geplant – dort könnten Lockerungen wieder Thema sein.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen warnt nun davor, falsche Hoffnungen zu schüren. Die Erarbeitung von Öffnungsperspektiven dürfe nicht an ein Datum geknüpft sein, sondern müsse von Daten über die aktuelle und zukünftige Pandemiesituation geleitet sein. Er nannte eine tagesaktuelle Hospitalisierungsinzidenz, die Auslastung der Betten auf Normal- und Intensivstationen sowie die Personalverfügbarkeit im Gesundheitswesen. »Wir brauchen eine realistische Perspektive, anstatt falsche Hoffnungen zu machen«, sagte Dahmen der »Rheinischen Post«.

Ende Januar hatten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Länderchefs vereinbart, »Öffnungsperspektiven (zu) entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann«. In der Debatte war jüngst der 19. März in den Fokus gerückt, an dem die Rechtsgrundlage für die geltenden Coronamaßnahmen ausläuft.

»Wir werden uns in den nächsten Wochen in aller Ruhe anschauen, ob eine Verlängerung der Coronaschutzmaßnahmen über den 19. März hinaus überhaupt notwendig ist«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, vergangene Woche der »Welt«.

aar/dpa
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