Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf Höchstwert

Das Robert Koch-Institut hat binnen 24 Stunden 208.498 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht den Höchstwert von 1227,5.
Fahrgäste mit Schutzmasken am Münchner Odeonsplatz

Fahrgäste mit Schutzmasken am Münchner Odeonsplatz

Foto: Mychelle Vincent / aal.photo / aal.photo / IMAGO

Sowohl die Zahl der Coronaneuinfektionen als auch die Sieben-Tage-Inzidenz haben neue Höchstwerte erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden mit 208.498 an – damit wurde der bisherige Höchstwert vom vergangenen Donnerstag übertroffen, als das RKI 203.136 Neuinfektionen gemeldet hatte.

Am Dienstag hatten die Gesundheitsämter noch 162.613 Neuinfektionen vermeldet, am Mittwoch vor einer Woche waren es 164.000 Fälle gewesen.

Den jüngsten RKI-Angaben zufolge stieg die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf 1227,5. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert noch bei 1206,2 gelegen, vor einer Woche bei 940,6. Der Indikator beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 196 auf nun insgesamt 118.170.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI  insgesamt 10.186.644 Infektionsfälle. Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das Institut auf rund 7.789.600.

Expertinnen und Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierung-Inzidenz am Dienstag bundesweit bei 4,59.

»Ich hoffe, dass im März viele Schutzmaßnahmen zurückgenommen werden können«

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) stellt derweil eine Rücknahme von Coronamaßnahmen für den März in Aussicht. Der »Rheinischen Post« sagte er: »Ich hoffe, dass im März viele Schutzmaßnahmen zurückgenommen werden können.« Voraussetzung sei zum einen, dass sich das Infektionsgeschehen so entwickle, wie vom RKI prognostiziert »und ab Mitte Februar die Fallzahlen wieder sinken«.

Zum anderen werde vorausgesetzt, »dass wir es nicht kurzfristig mit neuen Varianten des Virus zu tun bekommen, die die Lage wieder komplett verändern«.

Auf die Frage, welche Lockerungen er sich zurzeit vorstellen könne, sagte Buschmann: »Wir müssen beispielsweise hinterfragen, ob 2G im Einzelhandel noch begründbar ist.« Aufgrund von Gerichtsentscheidungen gebe es Bundesländer mit und ohne diese Maßnahme.

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Sollte sich das Infektionsgeschehen in den Ländern ohne 2G-Regelung nicht schlechter entwickeln als in den anderen Ländern, wecke dies Zweifel an der Geeignetheit und der Erforderlichkeit der Maßnahme. »Fehlt es einer Maßnahme aber an Geeignetheit und Erforderlichkeit, dann muss sie entfallen«, sagte Buschmann.

aar/AFP/dpa
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