Coronavirus Jetzt 130 infizierte Kreuzfahrer in Japan – Opferzahl in China steigt auf mehr als 900

China meldet 97 Corona-Tote an einem Tag, die Zahl der Kranken auf einem Kreuzfahrtschiff vor Japan hat sich verdoppelt. Für 20 deutsche Rückkehrer in Berlin wird am Montag ein Testergebnis erwartet.
Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" an der Pier in Yokohama

Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" an der Pier in Yokohama

Foto: CHARLY TRIBALLEAU/ AFP

Die Zahl der in China mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten ist auf mehr als 40.000 angewachsen, außerdem meldet die Volksrepublik einen Rekordwert an Todesfällen binnen einem Tag. Allein am Sonntag starben an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit und ihren Folgen 97 Menschen. Neue Zahlen werden von Chinas Gesundheitsbehörden täglich gemeldet, nach dieser offiziellen Zählung sind nun mehr als 900 Menschen an der Seuche gestorben.

DER SPIEGEL

Derweil reisten laut chinesischen Regierungsangaben Tausende zusätzliche Mediziner in die Millionenstadt Wuhan, um bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen. Laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua wurden mehr als 6000 medizinische Fachkräfte mit Dutzenden Charterflügen in die Stadt gebracht.

China lässt nach zähen Verhandlungen WHO-Experten ins Land

Am Sonntagabend konnte - nach zwei Wochen langen Verhandlungen mit der Regierung in Peking - endlich eine Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach China reisen. Sie solle bei der Erforschung der Virusepidemie helfen, teilte die WHO in Genf mit.

Die chinesische Zentralbank hatte am Sonntag angekündigt, den Kampf gegen die Epidemie mit umgerechnet rund 39 Milliarden Euro zu unterstützen. Unternehmen, die zur Prävention und Eindämmung der Krankheit beitragen, sollen demnach mit Krediten unterstützt werden. Das Geld fließt an landesweit tätige Banken und kleinere Geldinstitute in zehn Provinzen und Städten, die dann über die Vergabe der Darlehen entscheiden sollen.

Die Stiftung des Hongkonger Handelsunternehmers und Milliardärs Li Ka-shing hat indes angekündigt, knapp 13 Millionen US-Dollar an die Stadt Wuhan zu spenden, um den Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen.

Rotes-Kreuz-Transport in Berlin: 20 deutsche Wuhan-Rückkehrer und ihr Hilfspersonal auf dem Weg vom Flughafen-Tegel in die Quarantäne

Rotes-Kreuz-Transport in Berlin: 20 deutsche Wuhan-Rückkehrer und ihr Hilfspersonal auf dem Weg vom Flughafen-Tegel in die Quarantäne

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

In Deutschland sind unterdessen 20 weitere Rückkehrer aus China auf das neuartige Virus 2019-nCoV getestet worden. Das Ergebnis wird für Montag erwartet.

Die 16 Erwachsenen und vier Kinder waren an Bord eines britischen Rückholflugs aus Wuhan in China gekommen, wo die Epidemie im Dezember 2019 ihren Ausgang nahm. Nach ihrer Ankunft in London brachte sie am Sonntag ein Bundeswehr-Airbus nach Deutschland. Nach ihrer Landung in Berlin-Tegel wurden sie auf dem Gelände einer Klinik in Berlin-Köpenick in Quarantäne genommen. Für zwei Wochen werden Tests auf das Virus alle vier Tage wiederholt.

Es ist die zweite Rückholaktion mit einem Bundeswehrflugzeug: Vor gut einer Woche waren rund hundert deutsche Staatsbürger und Familienangehörige in Frankfurt am Main angekommen. Auch diese Passagiere wurden unter Quarantäne gestellt - die meisten in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim.

Bayern: Erste Kontaktpersonen verlassen häusliche Quarantäne

In Bayern durften die ersten Menschen, die Kontakt zu Infizierten des Autozulieferers Webasto hatten, laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" die häusliche Quarantäne verlassen . Demzufolge teilte das Landesamt für Gesundheit auf Anfrage mit, für Kontaktpersonen der Infizierten gebe es nach der 14-tägigen Quarantäne keine Untersuchungs- oder Meldepflichten mehr.

Jetzt 130 Fälle auf der "Diamond Princess"

Verschärft hat sich die Lage offenbar an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" im Hafen von Yokohama. Die Zahl der Infizierten auf dem Schiff hat sich auf 130 annähernd verdoppelt, teilten japanische Gesundheitsbehörden mit.

Hilferuf von der "Diamond Princess" vor Yokohama: Bitte filmt das, die Medikamente werden knapp, steht auf dem Banner

Hilferuf von der "Diamond Princess" vor Yokohama: Bitte filmt das, die Medikamente werden knapp, steht auf dem Banner

Foto: Carl Court/ Getty Images

Zu den bislang gut 60 Fällen des Coronavirus, die in Kliniken gebracht wurden, kommen nun 60 weitere Infektionen an Bord des Schiffs mit ursprünglich gut 3600 Passagieren und Crewmitgliedern. Das Schiff liegt für die Dauer einer 14-tägigen Quarantäne vor der Hafenstadt Yokohama, an Bord sind auch zehn deutsche Staatsbürger.

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Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

cht/Reuters/dpa
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