Nachrichtenüberblick vom 20. Juni Robert Koch-Institut: Reproduktionszahl springt auf 1,79

Die Reproduktionszahl ist sprunghaft angestiegen und liegt nun nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts bei 1,79. Und: In Göttingen haben Quarantäne-Gegner Polizisten verletzt. Die Corona-News vom 21. Juni.
Eingang des Robert Koch-Instituts

Eingang des Robert Koch-Instituts

Foto: Paul Zinken/ dpa

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Palästinensischer Ministerpräsident verkündet Beschränkungen

23.06 Uhr: Wegen eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen im Westjordanland hat der palästinensische Regierungschef Mohammed Schtaje neue Beschränkungen verkündet. In den besonders betroffenen Städten Hebron und Nablus wurden Sperren verhängt. Schtaje appellierte an die palästinensische Bevölkerung, Masken zu tragen und sich an Abstandsregeln zu halten. Hochzeiten dürfen vorerst nicht mehr abgehalten werden.

In den Palästinensergebieten war die Pandemie bislang außerordentlich glimpflich verlaufen. Beschränkungen waren vor knapp einem Monat weitgehend aufgehoben worden. In den letzten Tagen sind die Infektionszahlen jedoch stetig gestiegen. Im Westjordanland gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 711 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, im Gazastreifen mehr als 70, drei Infizierte starben.

Vor Wahlkampfauftritt: Sechs Mitarbeiter aus Trumps Team positiv auf Corona getestet

22.15 Uhr: Wenige Stunden vor seinem Auftritt vor einem Massenpublikum in Oklahoma, wurde bei sechs Mitgliedern aus Donald Trumps Wahlkampfteam eine Coronainfektion festgestellt. Keiner soll Kontakt zum US-Präsidenten gehabt haben.

Robert Koch-Institut: Reproduktionszahl springt auf 1,79

20.25 Uhr: Die Reproduktionszahl ist am Samstag sprunghaft angestiegen. Nach einer Schätzung des Robert Koch-Institut (RKI) liegt der Wert nun bei 1,79 - und damit deutlich über der kritischen Marke von 1. Am Freitag hatte das RKI die Reproduktionszahl R noch mit 1,06 angegeben.

Ursache für den Anstieg sind mehrere Corona-Ausbrüche in Deutschland, unter anderem in der Fleischfabrik Tönnies im Kreis Gütersloh. Dort sind inzwischen mehr als 1000 Menschen positiv auf das Virus getestet worden.

Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Ist R größer als 1, nimmt die Zahl der Infektionen immer weiter zu. Ist sie kleiner als 1, sinkt sie. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Bildungsministerin zweifelt noch an normalem Schulbetrieb nach den Sommerferien

19.28 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien noch längst nicht für gesichert. "Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat", sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" . Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen. "Wir müssen weiter mit Umsicht handeln." Inzwischen strebten die Länder die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien an. "Ich hoffe sehr, dass das Infektionsgeschehen diese Entwicklung zulässt", sagte Karliczek.

Allerdings hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig der regelmäßige und persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern sei. Homeschooling habe "ganz klare Grenzen", so die Bildungsministerin. "Deshalb behält der Präsenzunterricht natürlich seine Bedeutung. Ohne Wenn und Aber. Aber Schule und Unterricht werden insgesamt digitaler."

Nach Corona-Pause: Russland setzt Fußball-Saison fort

18.07 Uhr: In Russland ist nach einer dreimonatigen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie die Fußball-Saison fortgesetzt worden. Auch die ersten Fans der Premier-Liga durften wieder in die Stadien. 1500 Zuschauer verfolgten am Samstag der Staatsagentur Tass zufolge das Spiel Ural Jekaterinburg gegen Rubin Kasan. Zum Schutz vor einer Infektion dürfen vorerst nur zehn Prozent der Plätze auf den Tribünen belegt sein. Die Partie endete 2:1 (1:1).

Unmut über Quarantänemaßnahme: Göttinger bewerfen Polizisten mit Gegenständen

18.03 Uhr: Bewohner eines in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und dabei mehrere verletzt. Einige Bewohner hätten zudem versucht, von der Stadt installierte Schutzzäune zu überwinden, so die Polizei.

Die Stadt Göttingen hatte zuvor etwa 700 Menschen unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. In der Wohnanlage leben den Behörden zufolge mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Die Stadt Göttingen hatte am Samstag mit den Nachtestungen der Bewohner begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion untersucht werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten.

Tönnies-Konzernchef lehnt Rücktritt ab

17.56 Uhr: Nach dem folgenschweren Virusausbruch in einem Tönnies-Schlachthof im Kreis Gütersloh lehnt Konzernchef Clemens Tönnies einen Rücktritt ab. "Ich werde dieses Unternehmen aus der Krise führen", sagte er. "Ich mache mich nicht aus dem Staub." Er wies Kritik zurück, wonach sein Konzern Daten von Mitarbeitern nur zögerlich weitergegeben habe.

In dem Betrieb war zuvor die Zahl der mit Corona infizierten Mitarbeiter auf 1029 gestiegen. Landrat Sven-Georg Adenauer hatte kritisiert, die Firma Tönnies habe es bis Freitagabend nicht geschafft, alle Adressen von Beschäftigten auch von Sub-Unternehmen vorzulegen.

Novartis stoppt Hydroxychloroquin-Studie wegen Teilnehmer-Mangel

16.42 Uhr: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat eine klinische Studie mit dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin zur Behandlung von Coronavirus-Infektionen eingestellt. Grund sei ein Mangel an Studienteilnehmern, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit. Dem klinischen Team sei es kaum möglich gewesen, innerhalb eines angemessenen Zeitraums aussagekräftige Daten zu sammeln.

Hydroxychloroquin und der verwandte Stoff Chloroquin werden traditionell zur Behandlung von Malaria eingesetzt. Novartis hatte im April angekündigt, eine klinische Phase-3-Studie in den USA zu finanzieren. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Studie genehmigt, eine Sondergenehmigung für den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen Covid-19 Mitte Juni jedoch zurück gezogen.

Nach wochenlanger wissenschaftlicher und politischer Kontroverse stellte diese Woche auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die klinischen Studien zum Einsatz von Hydroxychloroquin gegen schwere Coronavirus-Infektionen endgültig ein.

Sánchez mahnt Spanier auch nach Corona-Notstand zur Vorsicht

16.25 Uhr: Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat seine Landsleute am letzten Tag des Corona-Notstandes zu weiterer Vorsicht aufgerufen. "Das Virus kann zurückkehren und wir könnten von einer zweiten Infektionswelle erfasst werden", sagte er bei einer Fernsehansprache am Samstag. "Alle müssen deshalb die Hygiene- und Gesundheitsregeln auch weiter strikt einhalten", mahnte der Sozialist.

Um Mitternacht endet in Spanien der Notstand nach 98 Tagen und damit entfallen auch die letzten Reste der drastischen Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit für die 47 Millionen Bürger des Landes. Mehr als 28.000 Menschen starben mit Covid-19.

Sánchez verteidigte den bei vielen Spaniern umstrittenen Notstand. Damit sei es gelungen, die Ansteckungszahlen zu senken und nach und nach die Freiheit wiederzuerlangen, sagte der Sozialist. Ohne die Maßnahmen hätte es 450.000 Tote gegeben.

Nach-Testungen in Göttinger Wohnanlage gestartet

16.03 Uhr: Die Stadt Göttingen hat am Samstag mit den Nach-Testungen von Bewohnern eines unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden, die bei der ersten großen Test-Aktion ein negatives Ergebnis hatten. Mit einem Ergebnis sei Anfang der Woche zu rechnen.

Die Stadt hatte rund 700 Bewohner eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Corona-Infektionen festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen. Erst im Mai war es im nur wenige hundert Meter entfernten 18-geschossigen Iduna-Zentrum zu einem Corona-Ausbruch gekommen, weil nach Darstellung der Stadtverwaltung dort Mitglieder mehrerer Familien bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt hatten.

Ab Montag wieder Tagesausflüge auf Ostfriesische Inseln möglich

14.48 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie war Tagestourismus auf den Ostfriesischen Inseln viele Wochen nicht gestattet. Ab kommender Woche ändert sich das: Auch Kurzurlauber dürfen die Inseln dann wieder besuchen - mit verschiedenen Einschränkungen. Denn eine einheitliche Regelung gibt es für Tagestouristinnen und -touristen bisher nicht.

Ab Montag öffnen Juist und Baltrum ihre Pforten für Tagesgäste. Am Dienstag folgen Borkum, Spiekeroog, Langeoog und Wangerooge. Norderney kann allerdings weiterhin nur besucht werden, wenn man mindestens eine Nacht dort verbringt. Wie der NDR berichtet, können Tagesurlauber Wangerooge allerdings nicht an Wochenenden und zum Ferienbeginn besuchen. Und Langeoog lasse ab Dienstag zunächst nur jeweils 200 Tagesgäste auf die Insel, an Wochenenden gar keine.  

Türkischer Außenminister enttäuscht über Einstufung als Risikogebiet

14.03 Uhr: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich enttäuscht über die Einstufung der Türkei als Corona-Risikogebiet durch die Bundesregierung und über die andauernde Reisewarnung gezeigt. Es gebe dazu "keinen objektiven und wissenschaftlichen Grund", sagte Cavusoglu am Samstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy im Urlaubsort Antalya.

"Natürlich sind wir enttäuscht, aber ich denke nicht, dass das unsere bilateralen Beziehungen beeinträchtigt", betonte Cavusoglu. Er wolle weiter mit Deutschland im Dialog bleiben und die Bundesregierung davon überzeugen, ihre Position zu ändern. Es handele sich nicht um eine Konfrontation. Am Mittwoch hatte bereits der türkische Botschafter in Berlin die Einstufung seines Landes als Corona-Risikogebiet kritisiert.

Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU - darunter für die Türkei - besteht zunächst bis zum 31. August eine Reisewarnung weiter. Die Bundesregierung hatte die Türkei am Montag zusammen mit 130 weiteren Ländern zudem als Corona-Risikogebiet eingestuft. Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, müssen mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen.

Protest vor dem Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück

13.36 Uhr: Etwa 60 Menschen haben sich am Samstagmittag vor dem Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück getroffen, um gegen den Konzern zu protestieren. "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr den Menschen die Rechte klaut", rief ein Sprachchor. Zahlreiche Menschen hielten Plakate hoch, auf denen etwa stand: "Stoppt das System Tönnies" und "Tiere sind keine Ware". Einige Protestierende hatten sich mit Kunstblut bemalt. Ein Sprecher der Polizei vor Ort sagte am frühen Nachmittag, die angemeldete Demonstration verlaufe bislang friedlich.

Protest vor dem Betriebsgelände Tönnies

Protest vor dem Betriebsgelände Tönnies

Foto: David Inderlied/ dpa

Organisiert wurde der Protest von mehreren Umwelt- und Tierschutzorganisationen, unter anderem Fridays for Future. "Wir verstehen uns als Gerechtigkeitsbewegung", so Stefan Schneidt von Fridays For Future Gütersloh. Tönnies verstoße klar gegen Arbeitsrecht und Tierwohl. Vor vier Tagen war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des größten deutschen Schlachtbetriebs zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist.

Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt auf über 2,5 Millionen

13.33 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Europa hat die Schwelle von 2,5 Millionen überschritten. Bis Samstagvormittag wurden laut einer auf offiziellen Behördenangaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP 2.500.091 Fälle diagnostiziert. Mehr als 192.000 Menschen in Europa starben an den Folgen einer Infektion.

Damit bleibt Europa der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent, auch wenn das Virus sich momentan in Lateinamerika am schnellsten verbreitet. Das am stärksten betroffene Land in Europa ist Russland mit mehr als 570.000 Infektionen, es folgen Großbritannien (302.000), Spanien (246.000) und Italien (238.000).

Steigende Infektionszahlen - Australien muss Lockerungen teilweise wieder zurücknehmen

12.49 Uhr: Im australischen Bundesstaat Victoria werden wegen steigender Infektionszahlen einige Lockerungen wieder zurückgenommen. So sind ab Montag in der Öffentlichkeit nur noch Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt. Zu Hause dürfen nur noch fünf Menschen zusammenkommen. Zuvor hatte die Grenze für Treffen in der Öffentlichkeit und zu Hause bei 20 Personen gelegen. Am Samstag waren in Victoria 25 neue Covid-19-Fälle gemeldet worden, darunter einige, die auf Familientreffen zurückzuführen waren.

SPD-Politiker Lauterbach: Tönnies-Fleischfabrik schließen

12.21 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies gefordert, die Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück sofort zu schließen. Er halte es für "nicht vertretbar", dass überhaupt noch in dem Werk gearbeitet werde, sagte Lauterbach am Samstag im WDR-Fernsehen.

Die Quelle der Infektionen sei noch nicht entdeckt. "Wir wissen nicht, ist das in der Kantine passiert, auf dem Weg dorthin, in der Verarbeitung selbst, ist es die Lüftung? Das heißt, da könnten sich jetzt auch weiterhin Leute infizieren. Ich würde unter diesen Umständen den Betrieb dichtmachen." Er wisse, dass das Fleisch dann nicht mehr zu verarbeiten sei. "Dann ist das so."

Der Kreis Gütersloh hatte am Freitag bekannt gegeben, dass nach der Schließung des Schlachthofs und anderer Betriebsteile die Zerlegebetriebe und der Versand erst am Samstagabend geschlossen werden sollten. Der Kreis hatte dem Unternehmen in den Produktionsbereichen eine sogenannte Arbeitsquarantäne gestattet, um die zuletzt geschlachteten Tiere noch zu Lebensmitteln verarbeiten zu können.

Weitere 40 Soldaten zur Unterstützung am Tönnies-Werk

12.10 Uhr: Die Bundeswehr hat ihren Einsatz am Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbück ausgebaut. "Wir haben noch 40 weitere Soldaten hinzu geholt", sagte Bundeswehrsprecher Uwe Kort am Samstag. "20 davon helfen bei der Dokumentation und 20 helfen bei der Kontaktpersonennachverfolgung." Die Kräfte seien mit zehn Fahrzeugen der Bundeswehr unterwegs und würden gemeinsam mit medizinischem Personal und Mitarbeitern des Kreises Gütersloh Unterkünfte abfahren und dort Menschen testen. Laut Kort sprechen die Soldaten osteuropäische Sprachen, um sich mit den Arbeitern verständigen zu können.

Bereits am Freitag waren insgesamt 25 Soldaten in Rheda-Wiedenbrück eingetroffen. Sprecher Uwe Kort schließt nicht aus, dass weitere Soldaten angefordert werden könnten.

Der Kreis Gütersloh hatte die Bundeswehr zuvor um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen bei dem Schlachtbetrieb gebeten. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies bei Rheda-Wiedenbrück zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist.

Schulen sind weit entfernt vom Regelbetrieb

11.57 Uhr: Eltern sind verzweifelt, Schüler genervt, Lehrer resigniert - und Deutschlands Ministerpräsidenten wollen, dass die Schulen bald wieder normal laufen. Doch das ist aus mehreren Gründen eine Illusion. Die SPIEGEL-Titelstory .

Sechsstündige Ausgangssperre in der Türkei

11.24 Uhr: Wegen der Aufnahmeprüfungen für Gymnasien haben die türkischen Behörden am Samstag eine sechsstündige Ausgangssperre über 81 Städte verhängt. Sie gilt bis 15 Uhr Ortszeit und soll garantieren, dass es vor den Schulen und Prüfzentren keine Staus gibt. Am 27. und 28. Juni soll es wegen Aufnahmeprüfungen für Universitäten weitere Ausgangssperren geben, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte, ausgenommen von dem Ausgehverbot seien Begleitpersonen der Schülerinnen und Schüler sowie Reisende, die bereits ein Ticket erworben hätten. Zudem blieben Supermärkte und Bäckereien geöffnet.

Merkel wirbt für Nutzung der neuen Corona-App

11.13 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürgerinnen und Bürger zum freiwilligen Nutzen der neuen Corona-App  aufgerufen. Die Anwendung sei "ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen", sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. "Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen."

Merkel warb in dem am Samstag veröffentlichten Video um Vertrauen in den Datenschutz der App. Sie sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die App sei zudem absolut freiwillig. "Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet."

IG Metall sieht "Hunderttausende Stellen in Gefahr"

11.04 Uhr: Die IG Metall sieht wegen den Folgen der Corona-Pandemie "Hunderttausende Stellen" bedroht und fordert ein sofortiges Gegensteuern der Politik. Allein aufgrund von Insolvenzen seien "150.000 Arbeitsplätze akut bedroht, wenn nicht schnell sichtbar konjunkturelle Impulse gesetzt werden", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

"Die Metall- und Elektroindustrie sowie der Stahl befinden sich noch im Abwärtsstrudel. In Branchen wie dem Maschinenbau und dem Anlagenbau schlagen die Auftragseinbrüche erst jetzt richtig durch, über 20 Prozent der Betriebe haben erst im Mai oder Juni mit Kurzarbeit begonnen", sagte Hofmann. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien mehr als zwei Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Einer bundesweiten Betriebsumfrage der IG Metall zufolge gebe es in sieben von zehn Betrieben Kurzarbeit, so die "WAZ".

Hofmann kritisierte, dass nur rund ein Viertel des 130 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung auf die kurzfristige Belebung der Konjunktur  ziele. Offen sei zudem, welchen Nutzen die Senkung der Mehrwertsteuer habe.

Deutlich mehr Beschwerden über Bahn und Airlines wegen Corona

10.33 Uhr: Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern über Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn haben in der Corona-Zeit deutlich zugenommen: Derzeit erhalte die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (SÖP) jede Woche zwei- bis dreimal so viele Schlichtungsanträge wie in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre, sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe dem "Handelsblatt". In den ersten beiden Juni-Wochen hat sich die Zahl der Anträge demnach mehr als verdoppelt: Von 810 auf etwa 1900. Die meisten Beschwerden betreffen Fluggesellschaften.

"Kunden der Airlines wollen die Ticketkosten für nicht stattgefundene Flüge endlich erstattet bekommen", sagte Klewe. "Bahnkunden wiederum sind verärgert, dass sie für nach dem 4. Mai gekaufte, aber nicht nutzbare Sparpreis- und Super-Sparpreis-Tickets einen zeitlich bis Ende Oktober befristeten und nur für die gebuchte Fahrtstrecke gültigen Gutschein erhalten."

601 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

10.18 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bereits am Vortag hatte die Zahl mit 770 Fällen merklich höher gelegen als an den Vortagen. Inzwischen haben sich seit Beginn der Coronakrise 189.135 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 20.6., 0.00 Uhr).

Die Zunahme der Fallzahlen sei insbesondere auf größere Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin zurückzuführen, hieß es vom RKI. 8883 nachweislich mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach bisher in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 11 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona-Übergewicht

09.50 Uhr: Fast 40 Prozent der Menschen in Deutschland gaben an, dass sie während des Lockdowns zugenommen haben. Wie kann das sein? Der Ernährungsexperte Thomas Ellrott erklärt , warum viele Menschen während der Coronakrise dicker geworden sind, wie das Unterbewusstsein das Essverhalten steuert und was man dagegen tun kann.

US-Kreuzfahrtanbieter verlängern Corona-Pause bis 15. September

09.38 Uhr: Die Leidenszeit der von der Coronakrise gebeutelten US-Kreuzfahrtbranche dauert an. Die Anbieter hätten sich geeinigt, ihre pandemiebedingte Pause freiwillig zu verlängern und den Betrieb von US-Häfen aus bis zum 15. September ruhen zu lassen, teilte der Branchenverband CLIA am Freitag (Ortszeit) mit. In der Organisation sind alle großen Anbieter vertreten.

Die Entscheidung sei wegen der "anhaltenden Situation im Zusammenhang mit Covid-19 innerhalb der USA" getroffen worden. Das Betriebsverbot der US-Gesundheitsbehörde CDC für Kreuzfahrtschiffe läuft nach aktuellem Stand am 24. Juli aus, einige Anbieter hatten eigentlich Pläne für einen langsamen Neustart ab August gehabt. Es sei aber zunehmend klar, dass mehr Zeit benötigt werde, hieß es nun.

Guatemalas umstrittener Gesundheitsminister in Coronakrise ersetzt

09.32 Uhr: Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei hat inmitten der Coronakrise den Gesundheitsminister ausgetauscht. Er habe María Flores und drei Vizeminister vereidigt, teilt Giammattei am Freitag per Twitter mit. Flores, die bereits während der Regierung von Präsident Óscar Berger (2004-2008) einen hochrangigen Posten im Gesundheitsministerium innegehabt hatte, ersetzt den bisherigen Minister Hugo Monroy. Eine Begründung gab der konservative Giammattei, selber gelernter Arzt, nicht.

Der guatemaltekische Staatsanwalt für Menschenrechte, Jordán Rodas, nannte den Schritt wichtig, aber verspätet. Er hatte bereits am 23. März in einem offenen Brief Giammattei empfohlen, Monroy zu entlassen. Kontrollen in Krankenhäusern sowie des Ankaufs von Materialien hätten zutiefst besorgniserregende Mängel beim Umgang des Gesundheitsministeriums mit der Coronakrise zutage gebracht, hieß es damals.

Explosion des Autotourismus?

09.18 Uhr: Auto und Urlaub werden nach Einschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski die großen Gewinner der Coronakrise sein. Er erwartet eine Reisewelle auf den deutschen Straßen und Autobahnen. "Eine Explosion des Autotourismus kündigt sich an", sagte Opaschowski der Deutschen Presse-Agentur. Der Urlaub mit dem eigenen Fahrzeug werde zur neuen Normalität, weil Flugreisen und Kreuzfahrten weniger möglich und wünschenswert seien. Zudem drohten Abstandsgebote und Maskenpflicht zum "Atmosphärekiller" im Flug-, Kreuzfahrt- und teilweise auch beim Bahntourismus zu werden.

Opaschowski beruft sich bei seiner Vorhersage auch auf eine repräsentative Umfrage, bei der 73 Prozent der Befragten im März angaben, sie würden sich auch im Urlaub weiter so fortbewegen wie bisher und an ihrem Reiseverhalten nichts ändern. Das Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (O.I.Z) ermittelte, dass die Reisefreude  vor allem bei Großstädtern und Menschen in Ballungsgebieten ungebrochen ist (76 Prozent).

US-Sport: Mehrere Profiteams schließen Trainingsstätten nach Ausbrüchen

09.01 Uhr: Im nordamerikanischen Profisport haben mehrere Klubs mit der Schließung ihrer Trainingsstätten auf Coronafälle reagiert. Die Philadelphia Phillies aus der Baseball-Profiliga MLB schlossen ihre Anlage am Freitag auf unbestimmte Zeit. Auch die Toronto Blue Jays aus der MLB und Tampa Bay Lightning aus der Eishockey-Profiliga NHL verbieten laut Medienberichten vorerst den Zugang zu den Trainingsstätten.

Bei Philadelphia wurden fünf Spieler und drei Mitarbeiter positiv getestet. Die Testergebnisse von 32 weiteren Personen aus dem Vereinsumfeld stünden noch aus, wie der Klub mitteilte. Die Tampa Bay Times und ESPN berichteten, dass Lightning die Einrichtungen nach mehreren positiven Fällen mindestens bis zum 6. Juli geschlossen hat. Die Blue Jays sollen ihr Trainingslager in Dunedin beendet haben, nachdem ein Spieler Symptome gezeigt habe.

Saudi-Arabien will Moscheen in Mekka wieder öffnen

08.35 Uhr: Saudi-Arabien will die seit drei Monaten wegen der Coronakrise geschlossenen Moscheen in der heiligen Stadt Mekka am Sonntag wieder öffnen. Das berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf eine Entscheidung des Ministeriums für islamische Angelegenheiten. Etwa 1500 heilige Stätten bereiteten sich darauf vor, Besucher zu empfangen. Fernsehbilder zeigten, wie Arbeiter die Böden und Teppiche in Moscheen desinfizieren.

Die Entscheidung, die Moscheen wieder zu öffnen, fällt wenige Wochen vor der Hadsch, der jährlichen muslimischen Pilgerfahrt nach Mekka. Unklar ist, ob das für Ende Juli geplante Ereignis wegen der Corona-Pandemie stattfindet. Für Mekka galt bislang eine strikte Ausgangssperre. Außerhalb der heiligen Stadt wurden bereits Ende Mai Moscheen wieder eröffnet, allerdings unter strengen Abstandsregeln.

Frankreich will Stadien ab 11. Juli öffnen

08.23 Uhr: Frankreich will ab 11. Juli seine Stadien wieder für Zuschauerinnen und Zuschauer öffnen: Maximal 5000 Menschen dürften dann auf den Rängen Platz nehmen, erklärte die französische Regierung am Freitag. Bereits ab Montag dürfen Kinos und Kasinos in dem Land wieder öffnen. Die Verbesserung der Lage in der Corona-Pandemie erlaube es, "bestimmte Verbote aufzuheben, vorausgesetzt, dass alle wachsam bleiben", hieß es in der Erklärung.

Die Zahl von 5000 Zuschauern in Stadien und auf Rennbahnen könne bereits Mitte August angepasst werden, wenn sich die Situation weiter verbessert. Die Regierung stellte auch die Aussicht auf die Wiedereröffnung von Klubs, Messen und Ausstellungen ab September in Aussicht.

Mehr als 20.000 Corona-Tote in Mexiko

08.16 Uhr: Als siebtes Land der Welt hat Mexiko die Marke von 20.000 Todesopfern infolge der Coronakrise überschritten. Nach Angaben der Regierung vom Freitag (Ortszeit) stieg die Anzahl registrierter Todesopfer nach Covid-19-Erkrankung im Vergleich zum Vortag um 647 auf 20.394. Mehr als 170.000 Infektionen mit dem Coronavirus wurden demnach inzwischen festgestellt.

Mexiko hat innerhalb Lateinamerikas die zweitmeisten Todesopfer und - nach Brasilien, Peru und Chile - die viertmeisten Infektionen zu beklagen. Allerdings werden dort äußerst wenige Menschen auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet.

Luxemburg testet gesamte Bevölkerung

08.09 Uhr: Luxemburg will mit flächendeckenden Tests der gesamten Bevölkerung eine zweite Corona-Welle verhindern. Dazu seien die Einwohner und Beschäftigten in kleine Gruppen eingeteilt worden, deren Mitglieder abwechselnd und regelmäßig getestet werden: "Wenn es neue Infektionen gibt, dann wissen wir sehr genau, wo es passiert und können Ketten unterbrechen", sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass, der Deutschen Presse-Agentur. An derzeit 17 Teststationen seien pro Tag bis zu 20.00 Tests möglich.

Luxemburg sei das erste europäische Land, das Tests auf Covid-19 derart umfassend anbiete, sagte Nehrbass. Derzeit seien bereits zehn Prozent der gut 600.000 Einwohner plus 300.000 Grenzgänger "durchgetestet". Für die freiwilligen Testungen von Anfang Mai bis Ende Juli stehen rund 30 Millionen Euro bereit. "Es wäre gut, wenn die Tests auch danach weitergehen", sagte Nehrbass, der auch Sprecher der Covid-19 Task Force in Luxemburg ist. Die zweite Welle werde im Herbst erwartet. "Und da sollten wir bereit sein."

Bislang beläuft sich die Zahl der auf Covid-19 getesteten Personen in Luxemburg auf etwa 4100. In Verbindung mit dem Virus sind 110 Menschen gestorben.

Peking will alle Mitarbeiter von Lieferdiensten testen

08.03 Uhr: Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen: Wie die staatliche Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden in der Hauptstadt 21 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Landesweit wurden insgesamt 27 Infizierte gemeldet.

Peking will nun alle Mitarbeiter von Essenslieferdiensten und anderen Lieferdiensten in den kommenden Tagen auf das Coronavirus testen, wie die staatliche Zeitung "Beijing News" berichtet. Nachdem sich die Tests zunächst auf die Bezirke rund um den Markt, wo das Virus aufgetreten war, konzentriert hatten, sollten nun Zehntausende Mitarbeiter von Lieferdiensten, die täglich kreuz und quer durch die Stadt unterwegs sind, getestet werden.

Brasilien meldet mehr als eine Million Corona-Infizierte

08.00 Uhr: In Brasilien hat die Zahl der Corona-Infektionen die Marke von einer Million überschritten. Die Gesamtzahl der Ansteckungen sei am Freitag auf 1.032.913 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Fast 49.000 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Das ist die höchste Zahl nach den USA.

Die Behörden meldeten zudem die höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Demnach steckten sich 54.771 weitere Menschen mit dem Virus an. Der Sprung sei darauf zurückzuführen, dass einige Bundesstaaten Zahlen von mehreren Tagen auf einmal gemeldet hätten, erklärte das Ministerium.

evh/bam/kfr/dpa/AFP
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