+++ News-Update am Mittwoch +++ Corona-Fälle überschreiten in Spanien Millionen-Marke

Mehr als eine Million Menschen haben sich inzwischen in Spanien mit Covid-19 angesteckt. Auch in Italien steigen die Zahlen dramatisch. Der Überblick am 21. Oktober.
Schüler in Madrid

Schüler in Madrid

Foto: Bernat Armangue / AP

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Rummenigge: Erneuter Lockdown wäre "Drama" für Fußball 

22.45 Uhr: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, hat nach dem Corona-Fall des Münchner Profis Serge Gnabry vor weiteren Pandemie-Folgen für die Fußballbranche gewarnt. Man müsse angesichts aktuell wieder steigender Infektionszahlen "nochmal die Sinne schärfen", mahnte der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters. "Ein nochmaliger Lockdown für den Fußball wäre ein Drama", sagte Rummenigge am Mittwochabend dem TV-Sender Sky. Vor dem Auftaktspiel der Bayern in der Champions League gegen Atlético Madrid war die Corona-Infektion von Nationalspieler Gnabry bekanntgeworden.

Spahn bedankt sich für Genesungswünsche

22.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Mittwochabend bei Twitter selbst zu seiner Corona-Infektion geäußert. "Danke für die vielen guten Wünsche", schrieb er. "Ich bin in häuslicher Isolation und erhole mich mit aktuell nur Erkältungssymptomatik." Er wünsche allen, mit denen er Kontakt hatte, dass sie gesund blieben. "Geben wir weiter aufeinander acht!"

Auf den Tweet antworteten binnen einer Stunde mehr als 1000 Nutzer. Bereits zuvor hatten viele Politiker über Twitter Genesungswünsche übermittelt, darunter auch Friedrich Merz, der für den CDU-Vorsitz kandidiert. "Lieber Jens Spahn, ich weiß aus eigener Erfahrung wie unangenehm eine Infektion mit Corona sein kann. Ich wünsche Dir einen milden Verlauf und baldige Genesung!", schrieb Merz. Spahn war am Mittwoch als erster Minister der Bundesregierung positiv auf Corona getestet worden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Fast 27.000 neue Corona-Infektionen in Großbritannien

20.20 Uhr: In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden fast 27.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 789.000 und die Zahl der Todesfälle auf über 44.000, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer wegen des Mangels an Tests aus. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die zweite Ausbruchswelle. Besonders stark betroffen ist der Norden Englands, Teile von Wales, Schottland und Nordirland. In europäischen Statistiken zählt Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern.

Frankreich meldet wieder über 25.000 Neuinfektionen

20.15 Uhr: Die französischen Gesundheitsbehörden haben am Mittwoch 26.676 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, zum sechsten Mal innerhalb von zwölf Tagen blieb die tägliche Gesamtzahl über 25.000. Die Zahl der Infizierten, die in Frankreich gestorben sind, stieg um 163 auf 34.048.

Insgesamt zählt Frankreich seit Pandemiebeginn 957.421 Infizierte. Die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen hatte das Land am vergangenen Samstag mit 32.427 Fällen gemeldet.

Zuletzt waren in mehreren Großstädten wieder Ausgangssperren verhängt worden. Ein Effekt wird aber wohl erst nach mehreren Tagen zu sehen sein.

Spanien überschreitet als erstes EU-Land die Millionenschwelle bei Corona

18.54 Uhr: In Spanien überschreitet die Zahl der Corona-Fälle zum ersten Mal in Europa die Schwelle von einer Million. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums hervor.

Baden-Württemberg überschreitet Warnwert für Corona-Neuinfektionen

18.55 Uhr: In Baden-Württemberg ist der kritische Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen landesweit überschritten. Wie das Landesgesundheitsamt mitteilte, liegt der Wert für den Südwesten bei 53,4. Am höchsten war der Wert im Südwesten weiterhin in Heilbronn: Er kletterte auf inzwischen 123,2.

Die Landesregierung hatte die Bürger im Südwesten eindringlich zur Vermeidung von Kontakten aufgerufen. Die Bürger müssten nun diszipliniert sein, sonst werde man auf einen Lockdown zurückgreifen müssen mit enormen Kollateralschäden, warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Man habe nicht mehr viele Dinge im Köcher bis zu dieser großen Maßnahme, sagte er mit Blick auf Beschränkungen.

Rekord an Neuinfektionen auch in Italien

17.55 Uhr: Die italienischen Behörden haben in den vergangenen Stunden 15.199 Neuinfektionen registriert. Der bisherige Höchstwert datierte mit 11.705 vom vergangenen Sonntag.

Spahn positiv auf Corona getestet

17.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte sein Ministerium mit. Er habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt.

Schüler muss trotz Asthma zum Präsenzunterricht

17.01 Uhr: Er gehöre zur Corona-Risikogruppe, argumentierte ein Schüler aus Rheinland-Pfalz und wollte deshalb nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Ein Gericht entschied anders.

27.500 Fans bei Formel-1-Premiere in Portimão zugelassen

16.56 Uhr: Maximal 27.500 Fans dürfen die Premiere der Formel 1 in Portimão vor Ort mitverfolgen. Das teilte die portugiesische Regierung am Mittwoch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit. Die gesamte Kapazität des Autódromo Internacional do Algarve beträgt 90.000 Plätze.

Höchstens erlaubt für das Grand-Prix-Wochenende von Freitag bis Sonntag ist aber nur die Belegung von 27.500 Sitzplätzen. In den einzelnen Blöcken der Tribüne sollen sich maximal jeweils 800 Menschen aufhalten. Zuletzt beim Großen Preis der Eifel auf dem Nürburgring waren 13.500 Zuschauer vor Ort, das Corona-Konzept hätte bis zu 20.000 Fans den Zugang erlaubt.

EU will Kanada von Liste sicherer Staaten streichen

16.38 Uhr: Die EU will Kanada, Georgien und Tunesien von ihrer Liste jener Länder streichen, aus denen Einreisen ohne Auflagen erlaubt sind. Bei einem EU-Botschaftertreffen wird als Grund ein starker Anstieg der Infektionen genannt. Sollte kein EU-Land Einwände erheben, wird die Liste bis Ende der Woche entsprechend aktualisiert, wie zwei EU-Diplomaten sagen.

Weil sich die Lage in Singapur entspannt hat, soll der südostasiatische Stadtstaat demnach neu aufgenommen werden. Zusätzlich gehören dann auch noch Australien, Japan, Neuseeland, Südkorea, Thailand, Uruguay, Ruanda sowie China zu den als sicher eingestuften Ländern. Einreisen aus der Volksrepublik werden allerdings trotzdem erst erlaubt, wenn China auch Reisende aus der EU ins Land lassen.

In neun Städten und Kreisen bleibt Pandemie-Eindämmung unvollständig

16.18 Uhr: Neun Städte und Landkreise in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit nicht in der Lage, den vorgeschriebenen Infektionsschutz in der Corona-Pandemie vollständig zu leisten. Die Engpässe umfassten zum Beispiel die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, teilte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch mit und bestätigte einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Welche Regionen genau betroffen sind, könne die Behörde nicht sagen. Dazu seien Anfragen in den einzelnen Bundesländern nötig.

Bekannt sind Engpässe zum Beispiel aus dem Berliner Bezirk Neukölln. Gesundheitsstadtrat Falko Liecke berichtete unter anderem darüber, dass Infizierte zum Beispiel nicht mehr am selben Tag über einen positiven Corona-Test informiert werden könnten. Dazu fehle es an Personal, sagte er in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" (Mittwoch). Weitere Unterstützung sei aber bereits vereinbart. 13 weitere Städte und Kreise befürchten zur Zeit, dass sie innerhalb der nächsten Tage nicht mehr die vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie leisten können.

NRW führt Maskenpflicht für Schüler auch im Unterricht wieder ein

15.20 Uhr: Schüler ab der 5. Klasse müssen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht wieder Maske tragen. Die Regelung soll bis zu den Weihnachtsferien gelten, teilte das Schulministerium am Mittwoch in einer Mail an alle Schulen mit.

In den Niederlanden Rekordanstieg bei Infektionen

15.07 Uhr: Die Niederlande erreichen mit 8500 Fällen einen Höchststand an Neuinfektionen, teilt das Nationale Institut für Öffentliche Gesundheit mit. Erst vor einer Woche wurden von der Regierung in Den Haag neue Maßnahmen zur Eindämmung der Viruspandemie beschlossen.

Bayern-Spiel gegen Atlético findet wie geplant statt

14.32 Uhr: Nach dem Corona-Fall Serge Gnabry kann das Champions-League-Duell des FC Bayern München gegen Atlético Madrid der Uefa zufolge am heutigen Mittwoch (21 Uhr/TV: Sky, Liveticker: SPIEGEL.de) stattfinden. "Das Spiel läuft wie geplant ab", teilte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union (Uefa) der Deutschen Presse-Agentur wenige Stunden vor dem Anstoß auf Anfrage mit. Weitere Details wurden nicht genannt.

Gnabry beim Training am Dienstag

Gnabry beim Training am Dienstag

Foto: Marco Donato/FC Bayern Muenchen/SVEN SIMON / imago images/FC Bayern München

Die Münchner hatten am Dienstagabend bei Nationalspieler Gnabry einen positiven Corona-Test öffentlich gemacht. Der Offensivspieler befindet sich in Quarantäne. Anschließend wurden am Mittwoch weitere Tests bei den Münchnern angeordnet.

20 Millionen Downloads der Corona-App

14.25 Uhr: Mehr als 20 Millionen Menschen haben die Corona-Warn-App mittlerweile heruntergeladen.

Das sagt eine Regierungssprecherin. 90 Prozent der Labors in Deutschland seien digital angeschlossen und zwei Millionen Testergebnisse an die App übermittelt worden. 60 Prozent der positiv getesteten Nutzer teilten ihr Ergebnis mit der App. "Das ist noch ausbaufähig."

Regierungserklärung von Söder: "Ein Lockdown kann die Ultima Ratio sein"

14.12 Uhr: Die zweite Corona-Welle drohe in Deutschland "außer Kontrolle zu geraten", warnt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung. Er wolle zwar keine "Endzeitstimmung" - aber auch keinen "naiven Optimismus". Bei den Schutzmaßnahmen gelte es, die "Vernünftigen vor den Unvernünftigen zu schützen".

Deutschland überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 50

14.07 Uhr: Wenn sich mehr als 50 von 100.000 Menschen in einer Woche nachweislich mit dem Coronavirus anstecken, sollen regional schärfere Regeln greifen. Jetzt liegt ganz Deutschland im Mittel über dieser Marke.

Tschechien schließt Geschäfte und verhängt Lockdown

13.30 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen verhängt die Regierung in Tschechien erneut einen Lockdown. Das Gesundheitssystem sei an den Grenzen seiner Kapazität, sagt Minister Roman Prymula. Die meisten Geschäfte und Dienstleistungen werden demnach geschlossen. Die Bürger sind dazu angehalten, lediglich für den Weg zur Arbeit, Einkäufe und den Besuch beim Arzt vor die Tür zu gehen und nur notwendige Reisen zu unternehmen.

Fußball: Uefa sagt U19-EM in Nordirland ab

13.15 Uhr: Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die EM-Endrunde der U19-Junioren in Nordirland wegen der Coronavirus-Pandemie nach mehreren Verschiebungen abgesagt. In einem Statement  verwies die Uefa auf die "anhaltende epidemiologische Situation in Europa und den daraus entstehenden erschwerten Reisebedingungen".

Das auf März 2021 verschobene Turnier sollte ursprünglich im Sommer 2020 stattfinden und zur Qualifikation für die U20-WM 2021 in Indonesien dienen. Nun beschloss die Uefa, die europäischen Startplätze an die fünf bestplatzierten Teams der Koeffizientenrangliste der Qualifikationsrunde für die Saison 2019/2020 zu vergeben. Somit nehmen England, Frankreich, Italien, die Niederlande und Portugal an der U20-WM teil.

Annähernde Verdoppelung von Neuansteckungen in der Schweiz

12.57 Uhr: In der Schweiz ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen erneut sprunghaft angestiegen. Die Gesundheitsbehörde meldete am Mittwoch einen neuen Höchststand von 5596 Neuansteckungen. Am Vortag waren es noch 3008. 115 Covid-Patienten mussten ins Krankenhaus, elf starben in Zusammenhang mit dem Virus. In der Schweiz ist die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 8,5 Millionen in den vergangenen Tagen schneller gestiegen als in den meisten anderen europäischen Ländern.

Slowenien, Kroatien, Slowakei und Polen melden Rekordinfektionen

12.42 Uhr: Auch mehrere osteuropäische Länder verzeichnen Höchstwerte bei den Neuinfektionen. In Slowenien steigen die Ansteckungszahlen binnen 24 Stunden um 1503 auf 15.982, in Kroatien klettert die Zahl der Infektionen um 1424 auf 28.287.

Die Slowakei meldete zuletzt 2202 Neuinfektionen - ebenfalls so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Insgesamt hätten sich nachweislich 33.602 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Gesundheitsministerium mit. 98 Menschen seinen bislang in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. In der Slowakei leben rund 5,5 Millionen Menschen.

In Polen meldeten die Behörden 10.040 neue Fälle innerhalb eines Tages. Damit steigt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf über 200.000. Der Wert hat sich innerhalb von weniger als drei Wochen verdoppelt.

7-Tage-Inzidenz bundesweit bei über 50

12.20 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - genannt 7-Tage-Inzidenz - liegt im Bundesschnitt bei 51,3. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch mit. Knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte lag dabei über dem Schwellenwert von 50. Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Die Gesundheitsämter haben demnach bis Mittwochmorgen 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 am Samstag zurück, als die Neuinfektionen in Deutschland einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht hatten.

Die Reproduktionszahl lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,25. Zehn Infizierte stecken also durchschnittlich 12 bis 13 weitere Menschen an.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle lag bei 9875. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

Rekordwert bei Neuinfektionen in Österreich

12.00 Uhr: Österreich hat einen Rekordtageswert an nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen registriert. 1958 Ansteckungen binnen 24 Stunden meldete am Mittwoch das Gesundheits- und Innenministerium in Wien. Der bisherige Höchststand war nur wenige Tage zuvor am Samstag mit 1747 neuen Fällen verzeichnet worden. Verglichen mit Deutschland zählt das Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich damit pro Kopf etwas mehr als doppelt so viele Neuinfektionen. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten stieg seit dem Vortag um 71 auf 960 Menschen. 147 von ihnen liegen auf der Intensivstation.

Basketball: Pokal-Endrunde wird verschoben

11.45 Uhr: Wegen der sechs Corona-Fälle bei Alba Berlin wird die Basketball-Pokal-Endrunde verschoben. Der weitere Spielplan bei den Regionalturnieren sei wegen der Dauer der häuslichen Quarantäne der Berliner nicht einzuhalten, sodass das am 1. und 2. November in München geplante Top Four zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll. Das teilte die Basketball-Bundesliga BBL am Mittwoch mit. 

Nach den Corona-Fällen wurde bereits das für Donnerstag angesetzte Euroleague-Spiel des deutschen Meisters und Pokalsiegers gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz abgesagt. Nach dem ersten Corona-Fall fiel bereits das angesetzte Spiel gegen Braunschweig am vergangenen Sonntag aus.

Britische Staatsverschuldung erreicht Rekordhoch

11.27 Uhr: Großbritannien hat seine Neuverschuldung massiv ausgeweitet. Die öffentliche Schuldenquote steigt auf 103,5 Prozent - so viel wie seit 60 Jahren nicht mehr.

Polen meldet ebenfalls Rekordwert bei Neuinfektionen

11.10 Uhr: In Polen steigt die Zahl der Neuinfektionen erneut um einen Rekordwert: Die Behörden melden 10.040 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle den Angaben zufolge auf über 200.000, der Wert hat sich innerhalb von weniger als drei Wochen verdoppelt.

Bundespräsident bleibt bis 29. Oktober in Quarantäne

11.00 Uhr: Auch die zweite Runde der Corona-Tests hat bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Angaben einer Sprecherin ein negatives Testergebnis gebracht. Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt müsse der Bundespräsident noch bis zum 29. Oktober in häuslicher Quarantäne bleiben, sagt die Sprecherin am Mittwoch. Steinmeier hatte sich in Quarantäne begeben, nachdem ein Personenschützer positiv auf das Virus getestet worden war.

Überbrückungshilfen für Herbst können ab heute beantragt werden

10.41 Uhr: Die überarbeitete Überbrückungshilfe für Selbstständige und mittelständische Unternehmen kann ab diesem Mittwoch beantragt werden. Das teilt das Wirtschaftsministerium mit. Es geht dabei um Zuschüsse zu den Fixkosten für die Monate September bis Dezember. Sie helfe Unternehmen, die durch behördliche Anordnungen oder Hygiene- und Abstandsregeln weiter geschlossen seien oder nur mit halber Kraft fahren könnten, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Beispielsweise sei die Begrenzung der Förderung bei bis zu zehn Beschäftigten auf maximal 15.000 Euro gestrichen worden. Die Regierung arbeitet zudem gerade die Details aus, die Überbrückungshilfen, die bislang aber deutlich weniger als erwartet abgerufen wurden, ins Jahr 2021 zu verlängern.

RKI: Corona-Fallsterblichkeit aktuell bei deutlich unter einem Prozent

10.30 Uhr: Weit weniger als jeder Hundertste der gemeldeten Corona-Infizierten in Deutschland ist zuletzt an oder mit Beteiligung der Infektion gestorben. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Demnach liegt der Anteil Verstorbener an allen laborbestätigten Sars-CoV-2-Infektionen seit der Kalenderwoche 34 (17.8. bis 23.8.) bei deutlich unter einem Prozent.

Der überwiegende Teil (85 Prozent) der mehr als 9800 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie war laut RKI 70 Jahre oder älter. Unter 50 Jahre alt waren 130 Betroffene, was 1,3 Prozent aller Corona-Toten entspricht. Die Zahl der Toten pro Woche hatte Anfang April mit mehr als 1600 ihren Höchststand erreicht und war dann deutlich gesunken. Seit Anfang September stieg sie wieder leicht an und lag zuletzt bei etwa 200 Fällen binnen sieben Tagen.

Mit Blick auf die gesamte Pandemie in Deutschland gab das RKI die Fallsterblichkeit am Dienstag mit 2,6 Prozent an. Dass diese Zahl wesentlich höher ist als die Sterblichkeit in den vergangenen Wochen, liegt vor allem an den höheren Werten im Frühjahr. Damals hatten sich vermehrt Ältere angesteckt, zudem wurden weniger Menschen ohne oder mit nur leichten Symptomen getestet.

Die RKI-Angaben zur Sterblichkeit beziehen sich auf die nachgewiesenen Corona-Fälle - die sogenannte Fallsterblichkeit. Da es eine Dunkelziffer bei den Neuinfektionen gibt, dürfte der Wert der Toten bezogen auf alle Infizierten - die sogenannte Infektionssterblichkeit - niedriger liegen.

Weitgehende Maskenpflicht im Freien in Tschechien

10.12 Uhr: In Tschechien ist am Mittwoch eine weitgehende Maskenpflicht nun auch im Freien in Kraft getreten. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden verpflichtend. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. Selbst im Auto muss eine Maske getragen werden, wenn familienfremde Personen mitfahren. Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni.

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreichte am Dienstag mit 11.984 neu bestätigten Fällen einen Höchststand. Das Land gehört europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner.

Russland mit Höchstwert an Neuinfektionen

09.57 Uhr: In Russland melden die Behörden 15.700 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Auch mit den 317 weiteren Todesfällen in Zusammenhang mit dem Coronavirus erreicht Russland einen Höchststand. In dem Land, in dem rund 145 Millionen Menschen leben, wurden fast 1,45 Millionen Ansteckungsfälle registriert. Russland liegt damit weltweit hinter den USA, Indien und Brasilien auf Platz vier. Anders als diese Länder verzeichnet Russland mit insgesamt 24.952 vergleichsweise wenige Todesfälle.

Mecklenburg-Vorpommern lockert Regeln für Urlauber aus Corona-Risikogebieten

09.21 Uhr: Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten können künftig wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, sofern sie keine Symptome der Krankheit aufweisen. Sie müssen weder einen negativen Corona-Test bei der Anreise vorweisen noch sich in Quarantäne begeben. Das sieht eine Landesverordnung vor, die die Landesregierung am Mittwoch um Mitternacht in Kraft setzen wollte, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstagabend ankündigte.

Damit erkannte die Landesregierung ein Urteil des Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald an. Das Gericht hatte am Dienstag die bisherige Corona-Verordnung Mecklenburg-Vorpommerns teilweise außer Vollzug gesetzt, da darin Urlauber aus deutschen Risikogebieten strenger behandelt wurden als zum Beispiel Berufspendler oder Sportler. Zwei Hoteliers hatten dagegen geklagt.

Künftig sollen Urlauber bei der Anreise in ihrer Unterkunft lediglich eine "Hotelerklärung" abgeben. Tagestouristen aus deutschen Risikogebieten will das Land vorerst allerdings nicht nach Mecklenburg-Vorpommern lassen. Wirtschaftsminister Glawe kündigte jedoch auch eine Änderung dieser Regelung für die kommende Woche an.

Söder sieht "politisch-mentales" Problem im Kampf gegen Corona

09.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der sich wieder verschärfenden Coronakrise zu mehr Problem- und Verantwortungsbewusstsein aufgerufen. Die bundesweit wieder stark steigenden Infektionszahlen seien nicht auf Versäumnisse bei der Bekämpfung der Pandemie zurückzuführen, sagte Söder am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Das Problem, das wir haben, ist kein logistisches. Wir haben ein politisch-mentales."

"Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet. Es wird schöngeredet", ergänzte der CSU-Chef. Im Ergebnis sei "die Mehrzahl der Menschen" nun der Meinung, es gebe "überhaupt kein Problem". Dabei steige inzwischen bereits die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle. Es sei entscheidend, die Pandemie als "mentale, als geistige Herausforderung" zu sehen und solidarisch zu handeln. Nötig sei ein "Gemeinschaftsakt".

Markus Söder fordert einen "Gemeinschaftspakt"

Markus Söder fordert einen "Gemeinschaftspakt"

Foto: Daniel Karmann / dpa

Erneut sprach sich Söder darüber hinaus für eine Verlagerung von Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung auf die nationale Ebene aus. Bei aller nötigen regionalen Flexibilität in den Eindämmungskonzepten brauche es "mehr einheitliche Linien".

Derzeit gebe es zwar die Vereinbarungen der Ministerpräsidenten zu Fragen wie Maskenpflicht oder Besucherobergrenzen bei Partys. Die Erfahrung zeige jedoch, dass dabei ständig nachgesteuert werden müsse, sagte er. Dabei wäre ein "grundlegenderer Durchgriff, der national erfolgt in einem nationalen Pandemieplan" hilfreich.

EU-Kommission will notfalls weitere Hilfen genehmigen

08.35 Uhr: Die EU will notfalls weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten genehmigen, sollte deren Volkswirtschaft unter einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen leiden. Man beobachte die Situation weiterhin genau, sagt EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis der italienischen Zeitung "La Stampa" auf die Frage nach einem neuen Wiederaufbaufonds.

"Und wir sind bereit, mit neuen Vorschlägen zu reagieren, sollte das nötig sein", so Dombrovskis. Eine neue Corona-Welle werde sich sicherlich auf die Herbstprognose der EU-Kommission auswirken.

Mehr als 140 Corona-Tote binnen 24 Stunden in der Ukraine

08.20 Uhr: Die Regierung in der Ukraine meldet 6719 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 141 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben. In beiden Fällen handelt es sich erneut um Rekordwerte. Insgesamt haben sich den Angaben zufolge seit Ausbruch des Virus nachweislich 315.826 Menschen angesteckt, 5927 Menschen starben.

Rekordzahl an Neuinfektionen in Tschechien

08.07 Uhr: In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasch aus. Die Behörden melden 11.984 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 106 auf 1619. Das Land, in dem 10,7 Millionen Menschen leben, hat einen der höchsten Infektionswerte je 100.000 Einwohnern in Europa.

Die Regierung kommt am Morgen zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Coronakrise zu beraten. Gesundheitsminister Roman Prymula hat angedeutet, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft werden.

Zwei Drittel der Einwohner von NRW leben in Risikogebiet

07.46 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund zwölf Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter der Kennzahl von 50 blieb. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner.

Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche - darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal. Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156.450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet galt auch am Mittwoch weiter als Risikogebiet.

40,6 Millionen Infizierte weltweit

07.15 Uhr: Weltweit haben sich nachweislich mehr als 40,62 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt demnach auf mehr als 1,12 Millionen.

Seit den ersten im Dezember in China bekannt gewordenen Fällen hat sich das Virus in mehr als 210 Länder und Territorien verbreitet. Die meisten Infektionen verzeichnen die USA, Indien, Brasilien und Russland. Kürzlich hat Argentinien als fünftes Land die Millionenschwelle überschritten.

Mehr als 54.000 neue Fälle in Indien

06.45 Uhr: Das indische Gesundheitsministerium meldet 54.044 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich in dem Land damit mehr als 7,65 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA (mehr als 8,3 Millionen). Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg den Angaben zufolge um 717 auf 115.914.

Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen ist seit dem Höhepunkt im September rückläufig. Allerdings warnen Experten, dies könne sich während der anstehenden Feiertage ändern.

Peter Maffay gegen Obergrenze bei Veranstaltungen

06.15 Uhr: Deutschrocksänger Peter Maffay (71) hält nichts von den wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen. "Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland .

Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert - Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne - gegeben. "Da passen normalerweise 22.000 Leute rein, diesmal waren nur 4500 zugelassen", sagte Maffay. Wirtschaftlich sei das "Nonsens" gewesen. "Was spricht dagegen, statt 4500, 6000 oder 7000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?"

In den Bundesländern herrschen unterschiedliche Obergrenzen für Teilnehmer von Kulturveranstaltungen. In Berlin etwa sind bis Ende des Jahres im Freien keine öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen erlaubt.

Deutschland sagt Nato Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

06.05 Uhr: Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan "Allied Hand" zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heißt es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat.

Soldaten der Bundeswehr helfen unter anderem bereits in Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten

Soldaten der Bundeswehr helfen unter anderem bereits in Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Esken: "Legitimität in den Parlamenten immer wieder debattieren"

05.35 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat die Bedeutung der Parlamentsbeteiligung an den Corona-Maßnahmen betont. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie zugleich aber auch: "Für die Coronakrise gibt es kein Drehbuch, wie (der SPD-Kanzlerkandidat) Olaf Scholz einmal gesagt hat. Deshalb müssen Politik und Verwaltung unter Umständen schnell auf Entwicklungen reagieren können, ohne dabei die Geeignetheit und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen aus dem Auge zu verlieren."

Viele der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung griffen jedoch tief in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger ein, so Esken. "Ich finde es deshalb wichtig, dass wir ihre Legitimität in den Parlamenten immer wieder debattieren und nötigenfalls überarbeiten, um die Akzeptanz und Gerichtsfestigkeit der Pandemiebekämpfung zu stärken. Wenn es darum geht, die zweite Infektionswelle bewältigen und mit Zuversicht auf die Adventszeit blicken zu können, dann braucht es genau diese Akzeptanz und die Einhaltung der Maßnahmen."

Seit Tagen war aus dem Bundestag immer mehr Kritik laut geworden, dass die Regierungen von Bund und Ländern die Entscheidungen an den Parlamenten vorbei träfen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble legte am Montag den Fraktionen Vorschläge für eine stärkere Beteiligung des Parlaments vor.

Kassenärzte kritisieren "Angsterzeugung" in Coronakrise

05.20 Uhr: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert. "Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen", sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende und Allgemeinmediziner Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig.

Nach Einschätzung der Kassenärzte wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. "Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?" Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister. "Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."

Mehr als 7500 Neuinfektionen in Deutschland

04.43 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 21.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9875. Das waren 39 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,25 (Vortag: 1,35). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 12 bis 13 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes 7-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Test (Archivbild)

Corona-Test (Archivbild)

Foto: Robert Michael/ dpa

Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific streicht 8500 Stellen

04.15 Uhr: Mit drastischen Einschnitten reagiert die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific auf die Folgen der Coronakrise. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch die Streichung von 8500 Stellen an - das entspricht rund einem Viertel der Gesamtbelegschaft. 5900 Jobs sollen demnach direkt wegfallen, 2600 derzeit offene Stellen werden nicht nachbesetzt. Die zum Konzern gehörende Regionalfluggesellschaft Cathay Dragon muss als Teil der Maßnahmen komplett den Betrieb einstellen.

Eigentlich ist Hongkong eines der geschäftigsten Drehkreuze für Langstreckenflüge weltweit. Die Coronavirus-Pandemie hat jedoch dazu geführt, dass das tägliche Passagieraufkommen von Cathay Pacific um 99 Prozent gesunken ist. Der Großteil der Flugzeuge muss als Reaktion auf Grenzschließungen und Quarantäneregeln am Boden bleiben.

"Die globale Pandemie hat weiterhin verheerende Auswirkungen auf die Luftfahrt, und die harte Wahrheit ist, dass wir die Gruppe grundlegend umstrukturieren müssen um zu überleben", begründete Cathay-Chef Augustus Tang in einer Mitteilung  die Streichungen. Diese seien notwendig, um letztlich so viele Arbeitsplätze wie möglich zu schützen.

Spahn nennt strikte Ausgangsbeschränkungen in Berchtesgaden "genau richtig"

03.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die rigorosen Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land begrüßt. Für die dortigen Einwohner würden die Regeln "zwar harte zwei, drei Wochen" bringen, sagte Spahn am Dienstagabend im ZDF. Doch helfe die Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus "auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen". Dies sei besser als mit innerdeutschen Reisebeschränkungen zu reagieren. Er finde das Vorgehen der bayerischen Landesregierung "genau richtig".

Die Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land waren wegen deutlich gestiegener Infektionszahlen verhängt worden. Sie traten am Dienstagnachmittag für 14 Tage in Kraft.

Der Lockdown war wischen den örtlichen Behörden und der bayerischen Landesregierung abgestimmt worden. Alle Schulen und Kindergärten im Berchtesgadener Land wurden geschlossen, ebenso wie Gastronomie, Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen. Alle Kontakte sollen auf ein absolutes Mindestmaß beschränkt werden. Haus und Wohnung dürfen nur noch aus triftigen Gründen wie Arbeit und Einkaufen verlassen werden.

Disneyland in Kalifornien bleibt auf Weiteres geschlossen

03.05 Uhr: Der Unterhaltungskonzern Disney muss die Wiedereröffnung seines Freizeitparks in Kalifornien wegen der hohen Anzahl an Coronavirus-Fällen im Bundesstaat auf unbestimmte Zeit verschieben. Themenparks mit einer Kapazität von mehr als 15.000 Besuchern müssten warten, bis das Corona-Risiko des Landkreises auf die niedrigste Stufe gesenkt werde. Das bedeutet, dass die Anzahl der täglichen Fälle auf unter einen pro 100.000 Einwohner gesenkt werden müsse, sagte der kalifornische Gesundheitsminister Mark Ghaly. "Durch diese staatlichen Richtlinien werden wir vorerst geschlossen bleiben", sagte Ken Potrock, Präsident der Disneyland Resorts. Die Entscheidung trifft neben Disneyland auch Universal Studios und Legoland, die alle seit Mitte März geschlossen sind.

Disneyland bleibt vorerst geschlossen

Disneyland bleibt vorerst geschlossen

Foto:

DAVID MCNEW / AFP

Hausärzte in der Coronakrise: "Es ist absehbar, dass das System implodiert"

02.30 Uhr: Wer meint, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, meldet sich oft bei seiner Hausärztin. Wie gehen Praxen damit um? Der SPIEGEL hat bundesweit nachgefragt. Lesen Sie hier den Artikel .

Virologin Ciesek: Zwei Faktoren entscheiden, wie wir durch den Winter kommen

01.50 Uhr: Wie gut Deutschland in der Corona-Pandemie durch den Winter kommt, hängt nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek vor allem von zwei Faktoren ab: "Das eine ist der öffentliche Gesundheitsdienst - wie klappt die Nachverfolgung", sagte sie am Dienstag im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" : "Wenn die Gesundheitsämter das nicht mehr schaffen, dann führt das zu diesem berühmten Kipppunkt und die Dynamik der Verbreitung würde sich schlagartig ändern können."

"Der andere wichtige Baustein ist natürlich die Kontaktbeschränkung - also unser Verhalten", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, die sich in dem Podcast wochenweise mit dem Berliner Virologen Christian Drosten abwechselt. "Wir machen es dem Gesundheitsamt viel schwerer, wenn wir viele Kontaktpersonen haben." Wichtig findet es Ciesek auch, beim Testen nicht nachzulassen. "Wenn Sie nur noch die Symptomatischen testen, würde das schneller voranschreiten. Das halte ich für keine gute Idee."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Von dem inzwischen fast überall gekippten Beherbergungsverbot oder von Reisebeschränkungen hält Ciesek wenig. Mobilität einzuschränken sei "nicht wirklich sinnig", da sich Virus ohnehin bereits überall verbreitet habe. Nicht allzu viel Angst haben muss man Ciesek zufolge vor möglicherweise kontaminierten Oberflächen. Schmierinfektionen spielten "eine untergeordnete Rolle" bei der Übertragung. Dass das Coronavirus in Kälte wochenlang auf Oberflächen überleben kann, stimme nur "unter Laborbedingungen", die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie könne man "nicht auf unser Leben übertragen".

Mehr als 23.000 Neuinfektionen in Brasilien

01.00 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 23.227 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf knapp 5,3 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 661 auf 154.837 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Bulgarien: Demonstranten verbrennen Masken

00.30 Uhr: In Bulgarien haben Demonstranten wütend auf die wiedereingeführte Maskenpflicht im Freien reagiert. Auf einer Demonstration im Zentrum der Hauptstadt Sofia wurden Schutzmasken demonstrativ verbrannt.

Kurz zuvor war angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab Donnerstag wieder zur Pflicht erklärt worden. Ziel sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, sagte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Dienstag. Die bei Kritikern heftig umstrittene Maßnahme soll vorerst bis Ende November gelten. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister.

Auch in Bulgarien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv gestiegen. In dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Dienstag mit 1024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. Derzeit sind insgesamt 12.366 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 8099.

Inzidenz steigt, R-Wert sinkt

00.05 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland zählten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI nun in seinem Lagebericht : "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,25 (Vortag: 1,35). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel zwölf bis 13 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes 7-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

ptz/wit/mfu/ire/dpa/AFP/Reuters/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.