+++ News-Update am Samstag +++ Erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Infektionen in Italien

Italien meldet wieder mehr Coronafälle, als Ursache gelten Urlauber und das Nachtleben. Und: Laut US-Wissenschaftlern sind weltweit bereits 800.000 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Der Überblick.
Touristen im August in Rom

Touristen im August in Rom

Foto: Cecilia Fabiano / dpa

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Mehr als 3600 Neuinfektionen in Frankreich

21.30 Uhr: Das französische Gesundheitsministerium meldet 3602 Neuinfektionen nach 4586 am Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich den Angaben zufolge um neun auf insgesamt 30.512.

USA melden über 46.000 Neuinfektionen

20.00 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC geben 46.754 bekannte Neuinfektionen und 1155 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt 5,598 Millionen Infektionen und 174.645 Tote verzeichnet.

Ai Weiwei veröffentlicht Dokumentarfilm über Wuhan

19.31 Uhr: Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei hat einen Dokumentarfilm über den Lockdown in Wuhan veröffentlicht - der Stadt, in der das Coronavirus erstmals nachgewiesen worden war. Der Film "Coronation" halte die "brutal effiziente, militarisierte Reaktion" der Kommunistischen Partei in China auf das Virus fest, heißt es auf der Homepage des Films .

"Wir veröffentlichen "Coronation" als Hommage an alle Ärzte und Krankenschwestern, die gegen Covid-19 kämpfen", schrieb Ai Weiwei auf Twitter.

Der Künstler hatte die Regie und Produktion der fast zweistündigen Dokumentation von Europa aus geführt. Für die Dreharbeiten seien "gewöhnliche Bürger" vor Ort zuständig gewesen, heißt es in der Beschreibung des Werks. Der Film versuche das widerzuspiegeln, was gewöhnliche Chinesen durchgemacht haben, sagte Ai Weiwei in einem Interview mit der "New York Times" .

Fördergelder von Klimafonds der Vereinten Nationen

18.30 Uhr: Der Grüne Klimafonds der Vereinten Nationen, der arme Länder beim Kampf gegen den Klimawandel unterstützen soll, hat diesen Ländern mehr Geld versprochen, da sie mit der Coronakrise zusätzlich zu kämpfen haben. Insgesamt wurden 897 Millionen US-Dollar für 15 neue Projekte weltweit bewilligt. Außerdem wurden am Freitag, zum Ende einer viertägigen Vorstandssitzung Afghanistan und der Sudan zur Liste geförderten Länder hinzugefügt.

Erstmals seit Mitte Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen in Italien

17.52 Uhr: Erstmals seit den Lockerungen Mitte Mai meldet Italien wieder mehr als 1000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 1071, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Zuletzt gab es am 12. Mai mit 1402 Fällen eine höhere Zahl, sechs Tage bevor Restaurants, Bars und Geschäfte nach einem 10-wöchigen Lockdown wieder öffnen durften. Seit Juli steigen die Infektionszahlen auch in Italien wieder an. Experten machen dafür vermehrte soziale Kontakte verantwortlich, die mit Urlaub und Nachtleben zusammenhängen.

Lufthansa-Jet musste Start abbrechen

16.53 Uhr: Ein kurioser Corona-Fall hat auf dem Frankfurter Flughafen kurzzeitig für Aufregung gesorgt. Wegen eines infizierten Passagiers musste ein Lufthansa-Jet umkehren. Die Warnung kam in allerletzter Sekunde.

Johns Hopkins: Bereits 800.000 Corona-Tote weltweit

16.23 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits 800.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Samstag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von zweieinhalb Wochen, seit dem 5. August, um 100.000 angestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf 23 Millionen an. Diese Zunahme um gut 24 Prozent in relativ kurzer Zeit zeigt, dass sich die Pandemie in einigen Ländern weiter rasch ausbreitet.  

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es der Johns-Hopkins-Universität zufolge bislang gut 5,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 175.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 3,5 Millionen Infektionen und rund 113.000 Todesfällen. An dritter Stelle kommt Mexiko mit knapp 60.000 Toten, gefolgt von fast 56.000 in Indien.  

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern und in Peru höher als in den USA. In Brasilien und in den USA starben der Johns-Hopkins-Universität zufolge jeweils rund 54 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Peru liegt dieser Wert jedoch bei 84, in Großbritannien bei 62, in Italien bei 59 und in Schweden bei 57 - in Deutschland liegt der Wert seit Langem unverändert bei 11. Ein Vergleich der Länder wird dadurch erschwert, dass die Teststrategie und die Zahl der durchgeführten Tests in einzelnen Ländern teils sehr unterschiedlich ist. 

Die Website der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus. 

Die WHO sprach am Samstag von weltweit bislang 22,8 Millionen bestätigten Infektionen und 794.000 Todesfällen. Die Corona-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. 

China testet Impfstoff aus Insektenzellen

15.45 Uhr: China hat einen Coronavirus-Impfstoffkandidaten zur Erprobung an Menschen zugelassen, der in Insektenzellen kultiviert wird. Die Nutzung von Insektenzellen zur Züchtung von Proteinen für den Impfstoff sei ein Novum in China und könne eine Massenproduktion beschleunigen, teilt die Stadtverwaltung von Chengdu im Südwesten des Landes mit. Das Mittel sei von der Universität Sichuan in Chengdu entwickelt worden und habe die Genehmigung für eine klinische Studie erhalten. Bei Tests an Affen habe sich gezeigt, dass der Impfstoff Infektionen mit dem neuartigen Virus ohne offensichtliche Nebenwirkungen verhindere.

Blick auf die Präsidentschaftswahlen: Trump macht bei Impfstoff-Zulassung Druck

14.41 Uhr: US-Präsident Donald Trump macht bei der Entwicklung und Zulassung eines Corona-Impfstoffs Druck auf die zuständige Bundesbehörde. Bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) erschwerten ihm feindlich gesinnte Beamte die Entwicklung von Corona-Medikamenten und Impfstoffen, damit es vor der Wahl am 3. November keine Erfolgsmeldung geben könne, behauptete Trump am Samstag auf Twitter. Die Vertreter des "tiefen Staates, oder wer auch immer", machten es den Pharmaunternehmen schwer, Probanden für Medikamente und Impfstoffe zu bekommen, schrieb er weiter.  

An den Behördenchef Stephen Hahn gerichtet schrieb er: "Wir müssen uns auf Geschwindigkeit und das Retten von Leben konzentrieren." Trump hatte bereits zuvor gesagt, er hoffe, dass es etwa zur Zeit der Wahl einen Impfstoff geben werde. Experten haben allerdings gewarnt, dass jegliche politische Einmischung in den Prozess der Erprobung und Zulassung eines Impfstoffs dessen Legitimität und Sicherheit infrage stellen könnte. Sollte es bezüglich des Impfstoffs Zweifel geben, könnten viele Menschen auf eine Impfung verzichten, womit die Pandemie letztlich schwerer einzudämmen wäre.  

FDA-Chef Hahn hat wiederholt erklärt, dass sich die Behörde bei der Zulassung eines Corona-Impfstoff an ihre bekannten und streng wissenschaftlichen Abläufe halten werde. Es gebe keinen Druck auf die FDA, ihre bewährten Kriterien aufzuweichen, sagte er weiter.  

Derzeit befinden sich mehrere Impfstoffkandidaten in großen klinischen Studien mit bis zu 30.000 Probanden. Sollten diese im Herbst erfolgreich abgeschlossen sein, könnten die Aufsichtsbehörden mit dem - normalerweise aufwendigen und langwierigen - Prozess der Zulassung beginnen. Experten der US-Regierung, darunter der renommierte Immunologe Anthony Fauci, haben sich zuversichtlich gezeigt, dass es Anfang 2021 einen Impfstoff geben könnte. 

Kroatien: Tourismussektor sorgt sich wegen steigender Fallzahlen

14.17 Uhr: Die steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien trifft den dortigen Tourismussektor schwer. Ausländische Gäste fingen an, das Land zu verlassen oder ihre Reservierungen zu stornieren, berichtete der staatliche Rundfunk HRT am Samstag. Österreich, Italien und Slowenien haben Reisewarnungen für das gesamte Urlaubsland an der Adria verhängt, das Auswärtige Amt in Deutschland warnt vor Reisen in zwei Regionen. Touristen aus diesen vier Ländern machen das Gros der ausländischen Besucher in Kroatien aus. 

"Leider sehen wir, dass Gäste abreisen, vor allem aus Deutschland, Österreich, Slowenien und anderen Ländern, die uns auf eine Rote Liste gesetzt haben", sagte Filip Kulusic vom Tourismusunternehmen Croatian Adriatic International Club dem Sender. "Die Menschen gehen aus vielen Gründen - Familie, Politik, Arbeit", sagte Kulusic weiter. "Letztendlich wollen sie zu Hause und sicher sein."  

Der Tourismus ist eine sehr wichtige Branche in Kroatien: Er macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das Land hatte sich am 1. Juli für Touristen geöffnet und bis zum jüngsten Anstieg bei den Corona-Fällen hohe Besucherzahlen gemeldet. Die Tourismussaison dauert normalerweise bis Oktober. Bei den Bundesbürgern zählt Kroatien zu den beliebten ausländischen Urlaubszielen, mit einem hohen Anteil von Individualreisenden. 

In Deutschland bedeutet die Einstufung als Risikogebiet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. 

Kroatien hatte zuletzt einen steilen Neuanstieg an Corona-Fällen registriert. Am Freitag meldeten die Behörden einen Rekordwert von 265 Fällen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden. 

Corona-Teststation an der A3 vorübergehend geschlossen

14.08 Uhr: Eine Corona-Teststation an der Autobahn 3 beim bayerischen Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen, weil drei Mitarbeiter Symptome gezeigt haben. Es müsse erst der Verdacht auf Infektionskrankheiten abgeklärt werden, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. "Daher konnten die Betroffenen aus Sicherheitsgründen ihren Dienst nicht antreten." 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. "Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen", sagte der Sprecher. 

Am frühen Morgen nahm der private Betreiber Eurofins den Betrieb wieder auf. Angesichts des Rückreiseverkehrs am Wochenende sei mit einer hohen Auslastung zu rechnen, betonte das Ministerium. Das Rote Kreuz habe das Testzentrum unabhängig von der kurzzeitigen Schließung um eine zusätzliche Teststraße erweitert. 

Die Mitarbeiter von Eurofins warten nun auf das Ergebnis ihres Abstrichs, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Erst am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich ein Mitarbeiter der Teststation Donautal-Ost mit dem Virus infiziert hatte. Mehrere ehrenamtliche Helfer, die mit dem Mann Kontakt hatten, ließen einen Abstrich nehmen und waren vorübergehend in Quarantäne. 

In Bayern war es vor kurzem bereits zu massiven Problemen bei Corona-Tests gekommen. Insgesamt erfuhren 44 000 Personen ihre Testergebnisse nicht oder nur stark verzögert, darunter auch 949 positiv Getestete.

Positiver Corona-Test: FC Ingolstadt reist nicht ins Trainingslager

13.24 Uhr: Fußball-Drittligist FC Ingolstadt muss mitten in der heißen Phase der Saison-Vorbereitung wegen eines Coronafalls eine unfreiwillige Pause einlegen. Wie die Schanzer mitteilten, wurde ein Spieler positiv auf COVID-19 getestet und die für Samstag geplante Abreise ins Trainingslager nach Südtirol deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Profi trainierte nach Vereinsangaben verletzungsbedingt zuletzt nicht mit der Mannschaft. Das Teamtraining wird nach Absprache mit dem regionalen Gesundheitsamt dennoch vorerst ausgesetzt, die Spieler müssen sich mit individuellen Einheiten fithalten. Ingolstadt hatte in der Vorsaison den Aufstieg in die 2. Bundesliga in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg nach einem Last-Minute-Gegentreffer dramatisch verpasst.

Altmaier will Verlängerung der Überbrückungshilfen für den Mittelstand

11.37 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in der Corona-Krise eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für den Mittelstand bis Ende des Jahres. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Altmaiers Vorstoß kommt vor einem für Dienstag geplanten Treffen der Koalitionsspitzen, die auch angesichts gestiegener Corona-Neuinfektionen über das weitere Vorgehen beraten wollen. 

Gerade der Mittelstand und seine Beschäftigten bräuchten weiterhin dringend Hilfe, um die schwierige Zeit zu überstehen, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. In den besonders von den aktuellen Einschränkungen betroffenen Bereichen sei der Bedarf weiterhin sehr hoch und die Lage ernst. 

Die staatlichen Überbrückungshilfen laufen bisher bis Ende August. Die Antragsfrist war bis Ende September verlängert worden, also sind Zahlungen auch rückwirkend möglich. Für die Zuschüsse an die Firmen hat der Bund 25 Milliarden Euro eingeplant. Unterstützt werden sollen vor allem kleine und mittelständische Firmen aus Branchen wie der Reisewirtschaft, dem Hotel- und Gaststättengewerbe oder den Schaustellern, die weiter erhebliche Umsatzeinbußen haben.

Hamburgs Gesundheitsbehörde bereitet sich auf Corona-Impfungen vor

11.33 Uhr: Die Hamburger Gesundheitsbehörde bereitet sich auf die Organisation von Impfungen gegen das Coronavirus vor. "Der Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister der Länder befinden sich dazu in einem ersten Austausch", sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, dem "Hamburger Abendblatt". Zu klären sei unter anderem die Frage, wer diese Impfungen vornehmen werde - die Ärzteschaft oder der öffentliche Gesundheitsdienst. Auch Fragen der Lagerung und Verteilung des Impfstoffs seien offen. 

Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) hatte zuvor in einem Bulletin mitgeteilt, dass "nach aktuellem Kenntnisstand bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt werden könnten". 

Bei der Impfung würde in mehrerer Hinsicht Neuland betreten, was die Vorbereitungen erschweren dürfte. Zum einen ist noch unbekannt, welcher Impfstoff eingesetzt wird. Laut Stiko befinden sich weltweit mehr als 170 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung.  

Zudem ist damit zu rechnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird, um die gesamte Bevölkerung zu impfen. Daher müsse geklärt werden, wer vorrangig geimpft werde. Neben Risikopatienten könnten Menschen im Gesundheitssystem, bei Polizei, Feuerwehr und in der öffentlichen Verwaltung zuerst geimpft werden.

Auch Gewerkschaftsbund für Verlängerung des Kurzarbeitergelds

10.45 Uhr: In der Debatte um die Verlängerung des Kurzarbeitergelds hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nachbesserungen bei den bestehenden Regelungen angemahnt. "Der Gesetzgeber muss hier nachlegen. Denn ein Ende der Coronakrise ist nicht abzusehen", sagte DGB-Vorstand Anja Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Es reiche dabei nicht, die Bezugsdauer auf 24 Monate zu verlängern. "Auch die gesetzliche Aufstockung ist weiterhin wichtig." Diese Regelung solle bis Ende 2022 verlängert werden, forderte die Gewerkschafterin.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich für die Verlängerung der Kurzarbeiterregelung aus. "Wir müssen zunächst alles tun, damit wir industrielle Strukturen erhalten. Was einmal weggebrochen ist, kommt so nicht wieder. Wir müssen die Chance, durch Kurzarbeit Menschen in Arbeit zu halten und Arbeitslosigkeit zu verhindern, nutzen", sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben).

Dies helfe den Arbeitnehmern und entlaste die Arbeitgeber, damit der Betrieb die Krise überstehen könne, sagte Laschet. "Diese Regelung müssen wir jetzt verlängern, und ich wünsche mir, dass der Koalitionsausschuss das so beschließt."

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Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vor knapp einer Woche die Verlängerung des Kurzarbeitergelds von derzeit zwölf auf 24 Monate ins Spiel gebracht, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bereits offen. Die Regierungskoalition will darüber beim nächsten Koalitionsausschuss beraten - auch über die Bedingungen für eine Zahlung der Leistung. Die Kosten einer Verlängerung bezifferte Scholz auf rund zehn Milliarden Euro.

In der Coronakrise haben zahlreiche Betriebe ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. So bezogen etwa im Mai 6,7 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld - so viele wie noch nie in Deutschland. Mittlerweile ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) aber der Höhepunkt der Kurzarbeit überschritten.

Umfrage: Großteil der Deutschen für Karnevalsabsage

10.36 Uhr: Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (67 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern der kommenden Saison aufgrund der Corona-Pandemie. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnen eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden am Donnerstag fast 1200 Personen. Frauen und Männer sind sich recht einig bei dem Thema, auch wenn bei den Männern mehr die Absage "voll und ganz befürworten" (50 Prozent) als bei den Frauen (47 Prozent). 

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Jüngere (18 bis 24 Jahre) befürworten eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern am häufigsten (77 Prozent); die 35- bis 44-Jährigen am seltensten (61 Prozent). Ältere (über 55) sagen dies zu 65 Prozent. Menschen in Westdeutschland, wo sich die traditionellen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz befinden, befürworten eine Absage übrigens häufiger als Ostdeutsche (69 Prozent gegenüber 61 Prozent). 

Zuletzt mehrten sich in der Politik die Stimmen, die eine Karnevalssession 2020/21 angesichts der Coronavirus-Pandemie skeptisch sehen, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Großveranstaltungen trotz Corona? - Mediziner beginnen Experiment

10.20 Uhr: Mit einem aufwendigen Check-in hat die Universitätsmedizin Halle am Samstag ein Konzertexperiment zu Großveranstaltungen in der Corona-Pandemie begonnen. Bei allen freiwilligen Teilnehmern wurde vor dem Betreten der Arena Leipzig Fieber gemessen. Die Menschen wurden zudem mit sogenannten Contact Tracern ausgestatten, mit denen ihre Laufwege nachvollzogen werden sollten. Popstar Tim Bendzko ("Keine Maschine") sollte vom Vormittag drei Konzerte in verschiedenen Szenarien spielen. Die Studienleitung hatte auf rund 4000 Teilnehmer gehofft. Wie viele Menschen am Samstag tatsächlich gekommen waren, war vor Beginn der Konzerte aber noch unklar.

Mit dem Experiment wollen die Forscher herausfinden, wie Großveranstaltungen trotz Corona möglich sein können. Ziel der Datensammlung ist ein mathematisches Modell, mit dem sich das Risiko eines Corona-Ausbruchs in einer Veranstaltungshalle abschätzen lässt. Ergebnisse sollen laut Studienleitung im Herbst vorliegen. 

Probanden des Experimentes in Leipzig

Probanden des Experimentes in Leipzig

Foto: Sean Gallup / Getty Images

RKI: Die meisten Ansteckungen passieren im Privaten

8.42 Uhr: Privathaushalte und Altenheime sind laut einer RKI-Untersuchung die Orte der meisten Corona-Übertragungen. Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte - die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt. Die zweitmeisten Corona-Ausbrüche gehen laut Robert Koch-Institut auf Alten- und Pflegeheime zurück. In diesen Einrichtungen steckten sich bei einem Ausbruch aber im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr demnach beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim - im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst. 

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge - bislang zumindest - keine Rolle bei den Infektionen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei. 

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"Neben einzelnen spektakulären und bundesweit bekannt gewordenen großen Ausbrüchen sind es insbesondere Übertragungen im familiären und häuslichen Umfeld, die nicht unbedingt zu vielen Folgefällen führen und nur wenige Fälle pro Ausbruch aufweisen, aber offensichtlich sehr häufig vorkommen", heißt es in dem RKI-Papier. "Gemeinsames Wohnen auch im Alten- und Pflegeheim scheint häufig zu Übertragungen zu führen, deutlich weniger jedoch Situationen im Freien, wie fehlende Ausbrüche in Tierparks und Zoos beziehungsweise nur drei Fälle beim Picknick nahelegen." 

Das RKI weist darauf hin, dass nicht bei allen erfassten Fällen die Quellensuche der Infektion ganz sicher verlaufen ist. Den Angaben liegen laut RKI lediglich etwa 27 Prozent aller Infektionen zugrunde, die einem konkreten Ausbruchsort zugeordnet werden konnten. 

Deutsche Reisende nach Lettland und Litauen müssen in Quarantäne

8.14 Uhr: In Lettland und Litauen müssen sich Reisende aus Deutschland von Montag an bei Ankunft in den beiden baltischen EU-Ländern jeweils in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus von den Gesundheitsbehörden der beiden Ostseestaaten am Freitagabend veröffentlichten Listen von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Grund dafür ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Bei der Einreise nach Lettland besteht zudem für alle Reisenden eine Registrierungspflicht - sie müssen bei Ankunft ihre Daten hinterlegen. 

Lettland und Litauen hatten Anfang Juni ihre Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Später wurde sie um die von den EU-Staaten verabschiedete Liste der Drittstaaten ergänzt, aus denen Reisen in die EU möglich sind. Für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 16 Fällen pro 100.000 Einwohner entfällt dabei die Quarantänepflicht. Wer aus Ländern mit einer höheren Rate in die Baltenstaaten einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben. 

Die Daten für die Länderliste werden wöchentlich aktualisiert. Für Deutschland wurde von den Behörden in Lettland und Litauen nun eine Infektionsrate von 16,5 angegeben. 

In den dritten Baltenstaat Estland können Reisende aus Deutschland weiter ohne Quarantäne einreisen. Die Bundesrepublik steht bislang noch nicht auf der vom Außenministerium in Tallinn veröffentlichten schwarzen Liste - wegen einer Sonderregelung für Staaten mit Infektionsraten knapp über dem Schwellenwert. 

WHO empfiehlt Jugendlichen ab zwölf Jahren das Tragen von Masken

8.12 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation aktualisiert angesichts des aktuellen Forschungsstands ihre Empfehlungen in der Corona-Pandemie: Jugendliche sollten demnach genauso wie Erwachsene Masken tragen.

Bundesregierung plant digitale Registrierung für Reiserückkehrer

7.41 Uhr: Die Bundesregierung plant eine digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Urlaubern soll die Einreise erleichtert werden, indem sie sich künftig elektronisch registrieren, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Samstag. Das Bundesinnenministerium hat dafür das Unternehmen Accenture beauftragt, wie aus einer Mail der IT-Firma hervorgeht, die dem Magazin vorliegt. Bislang müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf Formularen per Hand Angaben zur Identität, der Reiseroute, Kontaktdaten und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

Die Unterlagen sammelt die jeweilige Fluggesellschaft oder das Busunternehmen ein, leitet sie an das für die Einreise zuständige Gesundheitsamt weiter, das sie wiederum an das Gesundheitsamt am Wohnsitz des Rückkehrers verschickt. Das Ausfüllen per Hand hatte zuletzt in Bayern für Chaos gesorgt: Zwischenzeitlich waren mehr als 40.000 Rückkehrer nicht über ihr Testergebnis informiert worden.

Künftig soll der ganze Prozess vollständig elektronisch erfolgen. Der Urlauber soll sich dann auf einer speziellen Internetseite registrieren. Das Innenministerium erklärte auf Anfrage des "Business Insider", dass die Gespräche mit Accenture liefen, eine Beauftragung sei zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht erfolgt. "Zurzeit wird geprüft, ob ein Auftrag im Rahmen bestehender Rahmenverträge erfolgen kann oder ob eine sogenannte Dringlichkeitsvergabe notwendig wird", sagte ein Sprecher.

Landrat von Heinsberg plädiert für Absage von Karneval

7.13 Uhr: Nach einer Karnevalsfeier wurde Heinsberg zu einem der ersten Corona-Krisenherde. Jetzt fordert der Landrat des Kreises einen Verzicht auf die nächste Saison. Nur "ein bisschen" zu feiern, sei nicht möglich.

Über 2000 Neuinfektionen in Deutschland - Höchster Wert seit April

6.04 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat die Schwelle von 2000 überschritten und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 22.08., 0 Uhr), wie es am Samstagmorgen vom Robert Koch-Instituts (RKI) hieß. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März, Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an. 

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg bei den Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens stieg. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Bundesweit gebe es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die beispielsweise mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis in Verbindung stehen, heißt es im Lagebericht von Freitag (21.8.). Hinzu komme, dass Corona-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden.  

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 232.082 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9267. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 206.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

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Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 1,02 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben von Freitag bei 1,12 (Vortag: 1,14 ). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. 

Laschet glaubt nicht an baldige Fan-Rückkehr ins Stadion

5.33 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet glaubt derzeit nicht an eine baldige Rückkehr der Fans in die Fußballstadien. "Es gibt ein sehr verantwortungsvolles Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Auf dieser Grundlage gab es tatsächlich die Hoffnung, dass wir bald wieder Stadionbesuche zulassen können. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens scheint das derzeit aber schwierig."

Der 59-Jährige verwies auf die wohl in der kommenden Woche stattfindende Konferenz mit seinen Amtskollegen für eine "zeitnahe" Absprache, "wobei man aktuell hier wenig Hoffnung auf große Veranstaltungen machen sollte". 

Die DFL hatte ein Konzept für die Rückkehr der Fans erarbeitet, dass die Klubs in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden umsetzen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Lockerungen der Corona-Auflagen für den Fußball allerdings erst am Montag ausgeschlossen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich zuvor darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis mindestens zum 31. Oktober nicht zu befürworten sei. Die Saison 2020/21 im Profifußball beginnt mit der ersten Runde im DFB-Pokal am zweiten Septemberwochenende. 

Auf das Bild eines leeren Fußballstadions müssen sich die Fans laut Armin Laschet noch längere Zeit einstellen

Auf das Bild eines leeren Fußballstadions müssen sich die Fans laut Armin Laschet noch längere Zeit einstellen

Foto: Bernd Thissen/ picture alliance/dpa

Ver.di: Ohne Verlängerung des Kurzarbeitergelds drohen Entlassungen

5.06 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di warnt vor massivem Jobverlust ohne eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds in der Coronakrise. "Dann drohen im Dienstleistungsbereich Entlassungen in hohem Maß", sagte Ver.di-Chef Frank Werneke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Union und SPD sollten daher den Weg für eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds freimachen. 

Beim Koalitionsausschuss am 25. August wollen die Spitzen des Regierungsbündnisses voraussichtlich auch über eine Verlängerung der Höchstbezugsdauer des Kurzarbeitergelds beraten - von 12 auf 24 Monate. 

Werneke erläuterte, steigende Aufträge und Umsätze deuteten auf eine wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Einbruch hin. Es gebe aber auch Bereiche, vor allem im Dienstleistungssektor sowie etwa bei den Autozulieferern, die von der Krise weiter stark betroffen seien. "Der Flugverkehr kommt nicht richtig in Gang", sagte der Ver.di-Chef. Kulturveranstaltungen fänden höchstens eingeschränkt statt. Der Tourismus leide weiter. "Das Messewesen liegt darnieder." 

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Hier brauche es Planungssicherheit durch Kurzarbeit. Werneke forderte, dass es bei der Aufstockung auf 80 beziehungsweise 87 Prozent des Einkommens bleibt. Etwa Angestellte der Hotellerie kämen mit 60 oder 67 Prozent Kurzarbeitergeld nicht über die Runden. Im "Handelsblatt" äußerte sich der Ver.di-Chef ähnlich.  

Werneke forderte zudem, die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge zugunsten der Unternehmen an die Verpflichtung zum Joberhalt zu knüpfen. "Es kann nicht auf der einen Seite Kurzarbeitergeld abkassiert werden, und auf der anderen Seite werden betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen", sagte er der dpa. 

Deutscher Städtetag fordert mehr Corona-Tests für Reiserückkehrer

4.40 Uhr: Der Deutsche Städtetag fordert eine Ausweitung der Corona-Tests bei Reiserückkehrern. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Wir konzentrieren uns stark auf Flughäfen. Aber wir haben ja auch Auslandsverkehre mit der Bahn oder mit Flixbus oder dem Auto. Und da haben wir noch eine Lücke, die wir füllen müssen. Wir brauchen lückenlosere Tests." Das Angebot auch an Bahnhöfen und Busbahnhöfen für Rückkehrer aus Risikogebieten müsse verstärkt werden. "Das wird nicht überall gehen, aber kann helfen, um die Zeit bis zum Test nach der Rückkehr zu verkürzen."

Bei den Tests an den Flughäfen gebe es noch Probleme. "Die Airlines geben uns für jeden Passagier ein Blatt in Papierform, das sind Kisten voller Papiere. Und dann müssen die Papiere den einzelnen Gesundheitsämtern zugeordnet werden." Das binde Personal, das für Kontaktnachverfolgung oder Tests sinnvoller eingesetzt werden sollte. "Das ist vorsintflutlich. Das geht nicht mehr. Wir brauchen einen Datenaustausch."

Die täglich festgestellten Corona-Neuinfektionen haben sich zuletzt auf einem wieder höherem Niveau eingependelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Es dürfte um einheitlichere Corona-Regeln gehen. In den Ländern sind die Vorgaben für Veranstaltungen, Feiern und Bußgelder bei Maskenverstößen im Moment ganz unterschiedlich.  

Dedy forderte mehr Abstimmung und eine einheitliche Kommunikation. "Dazu gehört zum Beispiel ein einheitliches Bußgeld für Maskenverweigerer. Das sollte doch leicht sein, das zu vereinheitlichen."

Paris Saint-Germain lädt 5000 Gäste ins Prinzenpark-Stadion ein

3.55 Uhr: Eine große Fanmeile zum Champions-League-Finale ist wegen der Coronakrise auch in der französischen Hauptstadt unmöglich - Paris Saint-Germain lädt am Sonntag aber ausgewählte Besucher ins Prinzenpark-Stadion im Westen der Stadt ein, um dort gemeinsam das Endspiel gegen den FC Bayern München zu verfolgen. Unter den geladenen Gästen seien ehemalige Spieler des Klubs, VIPs, Unterstützer des Vereins sowie Kinder aus sozial benachteiligten Familien und dem PSG-Jugendprogramm Junior Club, teilte ein Vereinssprecher mit.  

Insgesamt sollen rund 5000 Menschen im Stadion sein, das ist die aktuell erlaubte Obergrenze für Sportveranstaltungen in Frankreich. In Paris selbst gebe es keine Fanzonen, teilte die Stadt mit. Das Sicherheitskonzept der Pariser Polizei für das Finale wurde zunächst noch nicht bekannt gegeben. Am Dienstag war es nach dem Halbfinalsieg von PSG gegen Bundesligist RB Leipzig an der berühmten Prachtstraße Avenue des Champs-Élysées zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, weil Fans ohne Schutzmasken und Sicherheitsabstand den Sieg der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel gefeiert hatten. 

Chef der Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld nur in Verbindung mit Weiterbildungsmaßnahmen

2.30 Uhr: Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, befürwortet eine Bindung des Kurzarbeitergelds an Weiterbildungsmaßnahmen. "Kurzarbeitergeld kann nicht das Mittel der Wahl sein, um dauerhaft strukturelle Probleme zu lösen, die sich mit der Coronakrise überlappen, etwa in der Autoindustrie", sagte Scheele der "Rheinischen Post" (Samstag). Vielmehr gehe es um "notwendige Transformationen". "Es ist daher klug, das Kurzarbeitergeld mit Qualifizierung zu koppeln, wo es sinnvoll ist", sagte Scheele der Zeitung. Die Übernahme der Sozialbeiträge durch die BA könne dafür ein Anreiz sein.  

In die Weiterbildung einmischen wolle sich die Agentur indes nicht. "Was für eine Qualifizierung die Kurzarbeitenden wann und wo machen sollen, das müssen die Sozialpartner und die Arbeitgeber selbst entscheiden", betonte Scheele. Der BA-Chef begrüßt auch eine mögliche Verlängerung der Bezugszeit für Kurzarbeitergeld auf 24 Monate. Denn die Unternehmen bräuchten Planungssicherheit: "Wir werden nicht am Jahresende mit der Coronakrise und deren Auswirkungen am Arbeitsmarkt durch sein." 

Beim Koalitionsausschuss am 25. August wollen die Spitzen der Großen Koalition voraussichtlich auch über eine Verlängerung der Höchstbezugsdauer des Kurzarbeitergelds beraten - von 12 auf 24 Monate. Im Gespräch ist, damit Qualifizierung der Beschäftigten zu verbinden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drängt indes auf weitere Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld. "Der Gesetzgeber muss hier nachlegen. Denn ein Ende der Coronakrise ist nicht abzusehen", sagte DGB-Vorstand Anja Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es reiche nicht aus, die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds zu verlängern. "Auch die gesetzliche Aufstockung ist weiterhin wichtig", meint Piel. Diese Regelung soll ihrer Ansicht nach bis Ende 2022 verlängert werden. 

Die Bundesregierung hatte in der Coronakrise beschlossen, das Kurzarbeitergeld aufzustocken und nicht mehr nur 60 Prozent des Nettoausfalls zu ersetzen, sondern bis zu 80 Prozent, für Eltern bis zu 87 Prozent.

Prognose: Zahl der Corona-Toten in den USA könnte bis Dezember auf 310.000 steigen

1.48 Uhr: Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15 000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.  

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240 000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.  

Bislang sind in den USA rund 175 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November.  

In den USA gibt es bislang rund 5,6 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Täglich wurden zuletzt zwischen 40 000 und 50 000 Neuinfektionen gemeldet. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann.

Laschet: Reisende aus Risikogebieten sollen Corona-Tests selbst zahlen

1.00 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will Reiserückkehrer aus Risikogebieten für Corona-Tests zur Kasse bitten. Solche Tests sollten "mittelfristig ähnlich wie Flughafengebühren auf den Reisepreis aufgeschlagen werden", sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). "Es ist nicht akzeptabel, dass dies auf Dauer die Allgemeinheit bezahlt." Derzeit gehe es allerdings darum, mit kostenlosen Pflichttests konsequent und schnell zu handeln. "Eine Dauerlösung ist das nicht." 

Zuvor hatte bereits das NRW-Gesundheitsministerium von Reisenden aus Corona-Risikogebieten eine Beteiligung an den Kosten der Tests gefordert.

Laschet mahnte zudem konsequente Strafen für Quarantänebrecher an. "Wer sich nicht an eine verhängte Quarantäne hält, gefährdet absichtlich die Gesundheit anderer. Diesen Regelbruch werden wir konsequenter ahnden", sagte der Regierungschef. Sanktionen bis zu 25.000 Euro seien möglich. 

Präsident der Bundesagentur für Arbeit warnt vor neuem Lockdown

00.31 Uhr: Der Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, warnt vor den Folgen eines zweiten bundesweiten Corona-Lockdowns. "Wenn es dazu käme, dass Schulen und Kitas wieder schließen würden und Eltern nicht mehr arbeiten könnten, würden das einige Branchen wahrscheinlich nicht überstehen", sagt er der "Rheinischen Post".

pgo/dpa/afp/rtr/sid/ap
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